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Erste Schritte aus dem ChaosWie es nicht funktioniert, wissen die meisten. Wir stürzen uns in eine hektische Aufräum- und Putzaktion, weil wir sauer sind, und endlich etwas ändern wollen. Manchmal kommt noch Druck von außen dazu in Form eines angekündigten Besuches. Nach der Putzaktion ist zwar alles halbwegs ansehnlich, aber wir sind dermaßen erschöpft, dass wir uns erst einmal mindestens eine Woche Ruhe gönnen müssen. In dieser Zeit ist das alte Chaos ganz von selbst wiedergekehrt, wir wissen gar nicht wie. Wenn wir wirklich etwas dauerhaft ändern wollen, dann müssen wir behutsamer vorgehen. Um ein Bild zu benutzen: Wir laufen Marathon, nicht Sprint. Wir arbeiten langsam, aber dafür werden die Veränderungen bleiben. Wir verwenden für den Anfang die Drei-Schritt-Methode. Erster Schritt: Betten machenEs gibt viele gute Argumente für und gegen das Bettenmachen. Ich stelle hier jedoch diese einfach mal ohne Argumentation als erste Aufgabe hin. Es muss nicht besonders glatt oder makellos werden, sondern schüttel die Kissen auf, sortiere sie an die richtige Stelle, lege die Decke ordentlich zusammen, und wenn du noch keine Spannbetttücher hast, dann zieh vorher noch das Betttuch etwas glatter. Wenn du eine Tagesdecke hast, tu die noch oben drauf. Das Ganze dauert weniger als fünf Minuten. Jetzt hast du etwa zwei Quadratmeter Friede in deinem Chaos geschaffen! (Das Gegenteil von Unordnung ist Friede!) Nimm dir einen Stuhl und guck dir den Frieden an. Überlege, welche Gefühle dieser friedliche Teil in dir auslöst. Genieße den Frieden eine Weile. Wenn du jetzt schon erschöpft bist, darfst du für heute aufhören oder eine längere Pause (1/2 Std) einlegen. Wenn du erst morgen weitermachst, fängst du wieder mit dem Bett an. Zweiter Schritt: Ein kleines Stückchen aufräumenWenn du dich ein wenig an dem Frieden erfreut hast, bist du vielleicht schon so weit, dass du noch ein bisschen mehr machen möchtest. Überlege dir, welcher Teil des Chaos dich im Moment am meisten stört - ein vollgemüllter Tisch, eine Couch voller gewaschener Wäsche oder was sonst. Diesen Teil packst du jetzt an. Auwei, denkst du, allein den (Tisch, Fußboden oder was sonst) freizubekommen ist schon zu viel. Also machst du nur einen kleinen Teil davon auf einmal. Einen oder einen halben Quadratmeter Boden, ein Fach im Schrank, einen von fünf Stapeln Zeitschriften). Stell dir wenn möglich einen Kurzzeitwecker auf zehn Minuten. Jetzt arbeitest du diese zehn Minuten lang, dann darfst du dieselbe Zeit etwas anderes tun (aber nur wenn du willst - du kannst natürlich auch gleich weitermachen). Nach der Pause arbeitest du wieder zehn Minuten. Mach so lange weiter, bis du den Teil fertig hast, du darfst immer nach zehn Minuten eine entsprechende Pause einlegen, wenn nötig. Wie man aufräumt Wenn du diesen Teil fertig hast, bist du für heute fertig. Morgen geht es dann weiter mit dem dritten Schritt, dem "Beweise Beseitigen", unserem Konzept, um das, was wir geschaffen haben, auch zu erhalten. Dritter Schritt: Beweise BeseitigenWieder machst du als erstes das Bett, dann fängst du an Beweise zu Beseitigen, kurz BB genannt. Du hast gestern ein Stück Chaos entfernt, ein Stück Friede geschaffen. Diesen Frieden gilt es nun zu erhalten. Bevor du weiter das Chaos attackierst, sorgst du dafür, dass es keinen Beweis mehr gibt, dass nach dem Aufräumen an dieser Stelle noch irgendetwas passiert ist. Du hast vielleicht ein Stück von deinem Tisch aufgeräumt, und schon liegen wieder zwei, drei Gegenstände dort. Beweise beseitigen heißt also, die Gegenstände wegzuräumen. Vielleicht liegen auch noch ein paar Krümel da, also wird noch mit einem Lappen kurz über den Tisch gewischt. Meistens ist das BB in 2 Minuten gemacht. Warum also aufschieben? Wenn du also die Beweise beseitigt hast, dann kannst du weiter das Chaos attackieren. Dazu benutzt du weiter die Methode von Punkt zwei. Vergiss nicht, Pausen zu machen. Wenn du merkst, dass du psychisch erschöpft bist, dann höre für heute auf. Vielleicht kannst du noch ein zwei andere Dinge machen, die noch im Haushalt nötig sind, die dir aber vielleicht besser von der Hand gehen. Wie man aufräumtWenn man vor einem Berg Zeugs sitzt, dann weiß man kaum, wo man anfangen soll. Eine große Hilfe ist es, wenn man sich drei Kartons (Tüten gehen auch, aber die kann man nicht stapeln) macht, in die man die Dinge hineinsortiert. Ein Karton hat die Aufschrift "Behalten", einer "Müll" und der dritte "Weitergeben". Der Karton für den Müll sollte am größten sein! Nur du entscheidest, was in welche Kategorie gehört. Wenn du alles behalten willst, dann stimmt etwas nicht, dann solltest du deine Haltung überprüfen. Aber in einem richtigen Chaos findet sich auch immer echter Müll! In den Karton "behalten" kommt das, was du gerne behalten willst, was aber zur Zeit entweder gar keinen Platz hat oder aber in ein anderes Zimmer gehört. Alles was in diesem Zimmer schon einen Platz hat, räumst du dort hin. In den Müll gehört alles, was du wegwerfen möchtest, das ist am einfachsten. Sei rigoros, trenne dich von so vielem, wie es nur geht. In den Karton "Weitergeben" gehört alles, was zu schade für den Müll ist, das du aber auch nicht behalten willst. Sei aber hier realistisch. Was du nicht innerhalb von ein paar Tagen weitergeben kannst, solltest du trotz allem in den Müll werfen, damit es dich möglichst nicht zu lange belastet (Platz wegnimmt). Überlege dir für jeden Gegenstand in diesem Karton, wem genau du das Teil weitergeben kannst. Wenn du deine Arbeit beenden willst, solltest du die Kartons wegräumen. Den Müll natürlich in die Mülltonne, den Karton zum Weitergeben ins Auto, damit er aus dem Haus ist, und den Karton zum Behalten in eines der Zimmer, in denen du noch nicht angefangen hast zu sortieren. Das Wegräumen der Kartons ist wichtig, damit der Platz, den du jetzt geschaffen hast, nicht gleich wieder von den Kartons eingenommen wird. Letzte Änderung: 01.10.2000 |