Warum
ist die Statue des hl. IVO
„Advokat der Armen“ in
Viehhausen?
Bereits anno domini 1346
ist in der Chronik von Viehhausen von Benefiziant Albert
Bernhardt, geschrieben im Jahr 1910, von einem
Pflegegericht die Rede.
Pfleger (Richter) war damals Herman der Stör. Die
Gerichtsbarkeit bzw. das Amtshaus befand sich im heutigen
Anwesen von Johann Weber in der Jurastraße am damaligen
Eingang des Dorfes von Alling über den Schlossberg her. An
dieser „Richtstätt“ wurden nur kleinere Fälle
verhandelt. Die Übeltäter, die sich größere Vergehen zu
Schulden kommen haben lassen, kamen zum Gericht nach
Kehlheim.
Diese Auslieferung bzw. Übergabe geschah, wie es in einem
alten Gerichtsakt heißt, an der Grenze der Hofmark in der
Nähe von Schneckenbach genau „am Graben“.
In der Chronik ist auch nachzulesen, dass ein weiterer
Schlossherr von Viehhausen Leonhard Saurzapf um 1570
Klosterrichter in Weltenburg war.
Diese Tatbestände könnten die Vermutung zulassen, dass
ausgerechnet dieser relativ unbekannte französische
Heilige, auch Advokat der Armen und Unterdrückten genannt
und als Patron der Juristen verehrt, nach Viehhausen kam.
Im Sockel der Sandsteinstatue befinden sich die alten
Wappen der Familiengeschlechter von Rosenbusch und
Stingelheim und die Jahreszahl 1760.
Der Standort der Figur befand sich früher an der
gegenüberliegenden Seite der Ivostraße mit Blickrichtung
zum Schloß. In späteren Zeiten ist das Standbild umgefallen
und lag lange Zeit unbeachtet in einer Hecke. 1960
restaurierten die Viehhausener den Ivo und stellten ihn am
jetzigen Standort auf. Eine weitere Generalsanierung mit
einem Kostenaufwand von 15.000.- DM der Statue mit einem
massiven Wetterschutz erfolgte 1987 durch den OGV
Viehhausen.
Die Originalfigur befindet sich jetzt in der Pfarrkirche
St.Leonhard in Viehhausen.