Aus der MZ vom 30.09.1993, Berichterstatter Heiner Kellner, Bergmatting:

Darstellung von Hobby-Heimatforscher Alois Renner.

Liebe zum Detail, Hartnäckigkeit und viel Ausdauer bei oft recht mühsamen Nachforschungen und beim Hinterfragen von Zusammenhängen zählen zu den herausragenden Eigenschaften des Hobby-Heimatforschers Alois Renner. Der gebürtige Viehhausener entstammt einer alteingesessenen Familie und hat die Aufbereitung der Geschichte Viehhausens und seiner Umgebung zu seinem Hobby gewählt.

Bereits als kleiner Bub war er mit Schulfreunden auf der Suche nach „Altertümern“ und stand andächtig und staunend vor Marterln, Wegkreuzen und alten Grenzsteinen, über deren Geschichte nur noch die „alten“ Viehhausener etwas zu erzählen wussten. Erste faszinierende Erfahrungen mit der Vergangenheit sammelte der gelernte Maschinenschlosser, beschäftigt beim Diesellok-Ausbesserungswerk der Bundesbahn in Regensburg bei der Aufbereitung der Geschichte des ehemaligen Braunkohlebergwerks „Ludwigszeche“ mit ihrer dreißig Millionen Jahre alten Kohle, in der urzeitliche Fossilien gefunden wurden.

Seit der Schließung der Zeche vor gut dreißig Jahren sammelte er fleißig, unterstützt von Karl Köglmeier, Werkzeuge und Gegenstände der Bergleute und verfasste einen umfangreichen Sammelband mit Postkarten, Fotos und Schriftstücken, angefangen von der Inbetriebnahme um 1870 mit allen Höhen und Tiefen und ist Mitorganisator des Hochfestes der Bergleute, des Barbarafestes, das alle paar Jahre zur Erinnerung an die Blütezeit des Braunkohleabbaus unter Tage mit einem feierlichen Gottesdienst in der Viehhausener Pfarrkirche begangen wird.

Einen weiteren Schwerpunkt seiner sehr zeitintensiven Nachforschungen stellt die ebenfalls längst eingestellte Labertal-Lokalbahn von Alling über Sinzing nach Regensburg dar. Sein ganz besonderes Augenmerk gilt seit Jahren den Kleindenkmälern in und um Viehhausen, deren Erhalt und Instandsetzung auch ein großes Anliegen des Obst- und Gartenbauvereins ist, dort arbeitet Alois Renner in der engsten Vorstandschaft mit. Sein „Aktionsradius“ erstreckt sich vom Frauenforst nahe dem niederbayerischen Kelheim über die Wälder und Fluren der ehemaligen Gemeinden Bergmattig, Viehhausen, Eilsbrunn bis nach Sinzing. Etliche Aufsätze, Beiträge und Fotos in der einschlägigen Fachliteratur zeugen vom Sachverstand und dem unermüdlichen Wirken des talentierten Heimattreuen. Viel Zeit nimmt die Katalogisierung dieser stummen Zeitzeugen als unentbehrliche Grundlage seiner weiteren Forschungsarbeit in Anspruch.

Eine ganze Regalwand im gemütlichen Wohn- und Arbeitszimmer ist gefüllt mit Sach- und Fachliteratur, in der vor allem in den Oberpfälzer Ausgaben etliche Beiträge aus seiner Feder stammen. Gute persönliche Kontakte zu den leitenden Mitarbeitern der Archive und des Denkmalschutzes erleichtern so manche Nachforschung. [...]



Alois Renner 1993