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Leuchtkraft:
Der Gesamtbetrag an Energie, der von einem Stern in der Zeiteinheit emittiert wird.
Librationen:
Scheinbare Oszillationen des Mondes, die bewirken, daß der Mond von der Erde aus unter etwas verschiedenen Blickwinkeln gesehen werden kann. Dadurch sind rund 59 Prozent der Mondoberfläche beobachtbar.
Magnetosphäre:
Weitgehend ionisierter, äußerster Teil einer Planetenatmosphäre, in dem die physikalischen Vorgänge im wesentlichen durch die Wirkung des planetaren Magnetfeldes auf die Elektronen und Ionen bestimmt werden.
Meridian:
Ein Großkreis entweder durch die Pole der Erde oder der Himmelskugel; speziell der für den Beobachter genau Nord-Süd verlaufende Meridian (Ortsmeridian, Mittagsmeridian).
Meteor
Die beim Einfall und Verglühen eines kleinen, festen, kosmischen Körpers (Meteorit) in der Erdatmosphäre erzeugte Leuchtspur.
Meteorit:
Der feste Körper, der ein Meteorphänomen erzeugt; speziell die auf der Erdoberfläche auftreffenden, nicht verglühten Reste. Meteorite bieten die einzigartige Möglichkeit, kosmische Materie im Laboratorium zu untersuchen.
Okkultation:
Die zeitweilige Bedeckung eines Himmelskörpers (meist eines Sterns) durch einen anderen (meist ein Planet oder Mond). Eine Sonnenfinsternis ist ein Spezialfall einer Okkultation.
Opposition:
Ein Planet ist in Opposition, wenn sich die Erde auf der Verbindungslinie Planet-Sonne zwischen beiden befindet. Die Opposition ist die günstigste Position für die Beobachtung des Planeten.
Radarastronomie:
Spezialgebiet der Radioastronomie, das mittels Radarimpulsen astronomische Körper untersucht. Die meisten Planeten und einige Asteroiden wurden durch Radarecho erforscht. Die Radarausrüstungen von Raumsonden, wie etwa der Magellan-Sonde, haben detaillierte Karten von der Oberfläche der Venus geliefert.
Radialgeschwindigkeit:
Himmelskörperbewegung entlang der Sichtlinie (in Richtung Erde und von ihr weg), die über den Doppler-Effekt in seinem Spektrum gemessen wird. Sind die Spektrallinien nach rot hin verschoben, entfernt sich das Objekt, bei Verschiebung nach blau nähert es sich. Die Radialgeschwindigkeit ist bei einem sich entfernenden Objekt positiv und bei Annäherung negativ.
Radiant:
Scheinbarer Fluchtpunkt am Himmel, von welchem die Meteore irgendeines Schauers her zu kommen scheinen; so hat z B. der Augustschauer seinen Radianten im Sternbild Perseus, so daß die von dort stammenden Meteore Perseiden heißen. Tatsächlich bewegen sich die Meteore eines Schauers auf parallelen Bahnen im Raum, so daß der Radiant-Effekt ein rein perspektivischer Effekt ist.
Radioastronomie:
Astronomische Untersuchungen, die im langwelligen Bereich des elektromagnetischen Spektrums durchgeführt werden. Hauptinstrumente sind Radioteleskope sehr unterschiedlicher Art: von frei beweglichen "Schüsseln", wie etwa der größten voll schwenkbaren Reflektorantenne des Radioteleskops in Effelsberg bei Bonn mit einem Durchmesser von 100m, bis hin zu großen Ketten von Teleskopen, die ein Apertursyntheseteleskop bilden können. Das bekannteste ist das VLA (Very Large Array) in New Mexico (USA), das 27 Einzelteleskope umfaßt.
Radioburst:
Ein Strahlungsausbruch im Radiobereich.
Radiogalaxien:
Galaxien mit überdurchschnittlich starker (erhöhter) Radiostrahlung.
Reflektor:
Teleskop, in dem das Licht mittels eines Spiegels im Brennpunkt gesammelt wird.
Reflexionsnebel:
Nebel aus intersetellarem Staub, die das Licht benachbarter Sterne diffus reflektieren.
Refraktion:
Richtungswechsel oder Krümmung (auch Brechung genannt) eines Lichtstrahls beim Übergang von einem transparenten Medium in ein anderes.
Refraktor:
Teleskop, welches das Licht mit Objektivlinsen sammelt. Das einfallende Licht wird durch die Linse (Objektiv) gebrochen und im Brennpunkt gesammelt. Das entstehende Bild wird durch das Okular vergrößert.
Regolith:
Eine 10-20 m dicke Schicht aus Gesteinstrümmern, die die Oberfläche des Mondes (und anderer atmosphärenloser Himmelskörper) bedeckt. Sie entstand aus der darunterliegenden festen Kruste durch den Einschlag großer und kleiner Meteorite.
Rekombination:
Wiedervereinigung positiver und negativer Ionen oder positiver Ionen mit Elektronen. Dabei wird Energie frei, die z.B. als Rekombinationsleuchten abgestrahlt werden kann.
Rektaszension:
gerade Aufsteigung, eine Himmelskoordinate, entspricht etwa der geographischen Länge auf der Erde. Sie gibt den in West-Ost-Richtung gemessenen Winkelabstand eines Gestirns vom Frühlingspunkt an. Angegeben wird die Rektaszension in der Regel in Stunden, Minuten und Sekunden.
Retrograde Bewegung:
Bewegung von Himmelskörpern des Sonnensystems gegensinnig zu derjenigen der Erde. Die Erde dreht sich von oben betrachtet gegen den Uhrzeigersinn. Retrograd rotierende Himmelskörper drehen sich mit dem Uhrzeigersinn, wie z.B. die Venus. Einige Kometen, so etwa Halley, umlaufen die Sonne im retrograder Richtiung.
Reversionsschicht:
Gasschicht oberhalb der hellen Sonnenoberfläche, der Photosphäre. Isoliert betrachtet, würde das Gas helle Spektrallinien erzeugen, aber auf dem Hintergrund der Photosphäre kehren sich diese Linien um und erscheinen als dunkle Absorptionslinien, den sogenannten Fraunhofer-Linien. Im strengen Sinn ist die ganze Sonnenchromosphäre eine Reversionsschicht.
Roche-Grenze (Rochesche Grenze):
Kritische Entfernung vom Zentrum eines Planeten oder anderen Himmelskörpers, unterhalb derer ein zweiter Körper durch Gravitationsdeformation zerstört würde. Dies gilt nur für umlaufende Körper, die keine merklich feste Struktur haben, so daß starke, feste Objekte, wie künstliche Satelliten, unterhalb des kritischen Abstandes der Roche Grenze die Erde umlaufen können. Die Roche-Grenze der Erde liegt bei etwa 9170km über dem Meeresspiegel. Das Ringsystem des Saturn liegt innerhalb der Roche-Grenze des Saturn.
Röntgenastronomie:
Röntgenstrahlen sind sehr kurzwellige elektromagnetische Strahlen mit Wellenlängen zwischen 0,1 und 100 Angström. Da die Röntgenstrahlen durch die Erdatmosphäre absorbiert werden, müssen astronomische Untersuchungen von Raketen aus durchgeführt werden. Die Sonne ist eine Röntgenquelle, die durch solare Flares wesentlich verstärkt wird. Röntgenquellen außerhalb des Sonnensystems wurden zuerst 1962 von amerikanischen Astronomen entdeckt, die zwei Quellen lokalisierten; eine davon ist heute als Krebsnebel identifiziert. Seitdem wurden zahlreiche weitere Röntgenquellen entdeckt.
Röntgen-Doppelstern:
Helle kosmische Röntgenquellen, die zuerst vom Uhuru-Satelliten entdeckt wurden. Sie bestehen im allgemeinen aus einem engen Doppelsternsystem, bei dem von einem gewöhnlichen, massereichen Stern mit ausgedehnter Atmosphäre Materie auf die Oberfläche eines kleinen, aber superdichten Begleiters (meist ein Neutronenstern, in einigen Fällen - wie bei Cygnus X-1 - vielleicht auch ein Schwarzes Loch) herüberströmt. Da der kompakte Begleiter bei 1-3facher Sonnenmasse einen Durchmesser von nur etwa 10 km aufweist, besitzt er ein außergwöhnlich starkes Gravitationsfeld. Die von diesem "angesogenen" Gasmassen werden auf Temperaturen von mehreren hundert Millionen Grad aufgeheizt und emittieren dadurch Röntgenstrahlen und zum Teil auch Gammastrahlen.
Röntgenstrahlen:
Sehr kurzwellige elektromagnetische Strahlung. Im Himmel existieren sehr viele verschiedene Arten von Röntgenstrahlen, die mittels Weltraumforschungsmethoden näher erforscht werden. Die Wellenlänge der Röntgenstrahlung liegt zwischen 10nm (weiche Röntgenstrahlung) und 0,1 nm (harte Röntgenstrahlung)
Rote Riese:
Sterne mit Oberflächentemperaturen zwischen 2000 und 4000K und etwa 10 - 100fachem Sonnendurchmesser. Wenn ein Stern seinen gesamten Wasserstoff in seinem Kern verbrannt hat, beginnt er Helium zu Kohlenstoff zu verbrennen. Dies ist mit einer höheren Energieerzeugung verbunden. Daher dehnt sich der Stern zu einem Vielfachen seiner Größe aus. Da die Oberfläche überproportional größer wird, kühlt sie sich ab, und die Farbe des Sterns wird rötlich.
Rote Zwerge:
Sterne mit niedrigen Oberflächentemperaturen zwischen ca. 2000 K und 4000 K und etwa 0,5fachen Sonnendurchmesser. Sie gehören den Spektralklassen K und M an, besitzen nur 0,8- bis 0,08fache Sonnenmasse und weniger als 1% der Sonnenleuchtkraft. Aufgrund ihrer geringen Energieproduktion weisen Rote Zwerge die größte Lebensdauer von allen Sternen im Milchstraßensystem auf und bilden den häufigsten Sterntyp. Alle Roten Zwerge befinden sich auf der Hauptreihe des Hertzsprung-Russell-Diagramms, und wandeln in ihrem Inneren Wasserstoff in Helium um.
Rotverschiebung:
Spektrallinienverschiebung nach dem Doppler-Effekt nach rot oder in Richtung des Langwellenendes des Spektrums, was auf eine positive Radialgeschwindigkeit (Entfernung des Objekts) hindeutet. Außer den Mitgliedern der Lokalen Gruppe weisen alle Galaxien eine Rotverschiebung in ihren Spektren auf.
RR Lyrae-Veränderliche:
Regelmäßig veränderliche Sterne (Pulsationsveränderliche) mit sehr kurzen Perioden (zwischen 1 und 30 Std.). Sie scheinen eine ziemlich einheitliche Leuchtkraft zu besitzen - jeder ist etwa 100 mal heller als die Sonne - und können daher gut für Entfernungsschätzungen genutzt werden (wie die Cepheiden). Viele tauchen in Sternhaufen auf, weshalb sie früher als Haufen-Cepheiden bekannt waren. Kein RR Lyrae-Veränderlicher scheint hell genug, um mit dem bloßen Auge sichtbar zu sein.
Rückläufigkeit:
Normalerweise bewegen sich die Planeten von West nach Ost relativ zu den Sternen (rechtläufige Bewegung). Da die Erde die Sonne schneller umkreist als die äußeren Planeten, überholt sie diese in regelmäßigen Abständen. Während die Erde an einen äußeren Planeten vorbeizieht, sieht es von der Erde für kurze Zeit so aus, als ob der Planet sich rückwärts (also von Ost nach West) relativ zu den Sternen bewegt. Den selben Effekt kann man beobachten,wenn man beim Fahren auf der Straße ein langsamen LKW überholt: während des Überholvorgangs sieht es vom schnelleren Fahrzeug so aus, als bewegte sich der LKW rückwärts.
RW Aurigae-Sterne:
Untergruppe der irregulären eruptiven Veränderlichen. Sie zeichnen sich durch relativ große Amplituden (1 bis 4 Größenklassen) aus und sind vorwiegend Hauptreihensterne oder Unterriesen des Spektraltyps G. Ihre Lichtkurven zeigen stark unregelmäßige Schwankungen.
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