Was ist Was V

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Quadratur


In der Sprache der beobachtenden Astronomie oder der Astrologie spricht man von Quadratur, wenn zwei Gestirne für einen Beobachter zueinander die Winkeldistanz 90 Grad haben. Geometrisch ausgedrückt bilden Beobachter und die beiden Himmelsobjekte ein rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel in der Ecke des Beobachters.
In der Astronomie wird der Ausruck nur gebraucht, wenn das eine Objekt die Sonne ist. Beim Mond ist bei der Quadratur (zur Sonne) in etwa Halbmond. Bei den außerhalb der Erdbahn um die Sonne laufenden Planeten hat die Quadratur die Bedeutung, daß der Planet etwa um Mitternacht aufgeht (vor der Opposition) bzw. um Mitternacht untergeht (nach der Opposition)
Die inneren Planeten oder ein innerhalb der Erdbahn befindlicher Asteroid kann nie eine Winkeldistanz (Elongation) zur Sonne haben, die 90 Grad oder größer ist.


Quark


Elementarteilchengruppe aus denen sich insbesondere Proton und Neutron aufbauen. Sie haben entweder 1/3 oder 2/3 der elektrischen Ladung des Elektron. Sie besitzen einen Spin von 0.5.


Quasar


Kürzel für Quasi-Stellares-Objekt. Es handelt sich dabei um eine Galaxie mit sehr leuchtkäftigem Kern. Nur der Sturz von Materie in ein schwarzes Loch kann die bei Quasaren beobachtete Leuchtkraft erklären. Vor dem Hubble-Teleskop waren Quasare die einzigen Objekte, die noch in Entfernungen von vielen Milliarden Lichtjahren zu sehen waren.




RR-Lyrae


RR-Lyrae ist der Prototyp einer Klasse von pulsierend veränderlichen Sternen. Die RR Lyrae Sterne zeigen ein periodischen Leuchtkraftwechsel von ca. einem Faktor 2 bis 3 mit einer Periode von Stunden bis einem Tag. Es handelt sich dabei um Sterne des Spektraltyps A seltener F. Sie liegen im HRD etwas oberhalb der Hauptreihe.


RV-Tauri-Sterne


Die nach RV-Tauri benannten Sterne sind pulsierende Veränderliche, deren Lichtkurven einen regelmässigen Wechsel von flachen und tiefen Minima aufweisen. Die Periode liegt im Bereich weniger Monate. Es handelt sich um Überriesen der Spektraltypen G5 bis K5.


Radialgeschwindigkeit


Die Radialgeschwindigkeit beschreibt die Änderung der Distanz eines Objekts mit der Zeit. Sie kann mit sehr hoher Genauigkeit mit Hilfe des Dopplereffekts aus dem Spektrum eines Sterns bestimmt werden.


Raketengleichung


Die Raketengleichung beschreibt den Flug einer Rakete mit bekannter Masse vor dem Zünden und nach dem Ausbrennen. Dabei werden die Gase in konstanter Menge mit konstanter Geschwindigkeit ausgestossen. In diesem Falle berechnet sich die erreichbare Endgeschwindigkeit wie folgt:


      Endgeschwindigkeit = (Austrittsgeschwindigkeit der Gase)*log(Anfangsmasse/Brennschlussmasse)






Reflexionsnebel


      

Besonders interstellarer Staub kann das Licht naher, heller Sterne streuen. Beispielsweise gibt es in den Pleyaden noch Reststaub, der im Licht der hellen, jungen Sterne scheint.


Refraktion


Fachbegriff für Beugung.


In der Astronomie wird dabei die Krümmung des Lichtstrahls beim Durchgang durch die gegen den Boden immer dichter werdende Atmosphäre verstanden. Deshalb ist die beobachtete Horizonthöhe eines Gestirns größer als die geometrische Höhe. Die Stärke der Refraktion hängt von der Horizonthöhe (Elevation) und dem Zustand der Atmosphäre ab.


Reionisierungsphase


Ein paar 100'000 Jahre nach dem Urknall war das Weltall kalt genug, dass neutraler, atomarer Wasserstoff existieren konnte. Deshalb wurde das Weltall für Licht im sichtbaren Teil des Spektrums durchsichtig. Als die ersten Quasare entstanden, ionisierte deren UV-Strahlung das Wasserstoffgas in ihrer Umgebung erneut. Dies wird mit Reionisierung bezeichnet.


Rektaszension


Die Rektaszension ist eine der Koordinaten um den Ort von Gestirnen am Sternenhimmel zu bezeichnen. Sie ist der Winkel zwischen Frühlingspunkt und dem Punkt, wo der Meridian durch einen Himmelskörper den Himmelsäquator schneidet. Sie wird ostwärts entlang dem Himmelsäquator in Stunden, Minuten und Sekunden gemessen, wobei 24 Stunden 360° entsprechen. In der Geographie entspricht ihr die geographische Länge.


Relativitätstheorie


Einsteins revolutionäre Erkenntnis über die Natur von der Einheit von Raum und Zeit, Masse und Energie. Hier gibt's mehr darüber!


Retrograde Bewegung


Für eine Umlaufbewegung im Sonnensystem spricht man von einer retrograden Bewegung, wenn sich der Körper im Uhrzeigersinn um die Sonne oder einen Planeten bewegt. Bei der scheinbaren geozentrisch gesehenen Bewegung der Planeten spricht man von retrograder Bewegung, wenn sie sich relativ zu den Sternen von Osten nach Westen (Nordhalbkugel) bewegt.


Roche-Fläche


Wir betrachten ein enges Doppelsternsystem. Die Oberflächen der beiden Sonnen werden sich so verformen, dass die Summe der Gravitationskräfte und Zentrifugalkräfte überall senkrecht zur Oberfläche steht. Die Sterne verformen sich länglich gegeneinander hin.
Dehnt sich einer bis zum Librationspunkt L1 aus, so füllt er die sogenannte kritische Roche-Fläche aus und man spricht von einem halb getrennten System. Falls beide die kritische Roche-Fläche ausfüllen liegt ein Kontaktsystem vor.
Dehnt sich die eine Sonne darüber hinaus aus, so kann Materie zum Partner fliessen. Wenn keine extrem starken Magnetfelder im Spiel sind, die das Material direkt zu einem Magnetpol lenken, bildet sich eine Akkretionsscheibe.
Das System ist zum kataklysmischen veränderlichen mit starker oft unregelmässig oder quasiperiodisch flackernder Röntgenstrahlung geworden.


Rochesche Grenze


Der kritische Abstand vom Mittelpunkt eines Planeten, innerhalb dessen nur durch ihre Schwerkraft zusammengehaltene Körper nicht existieren können, da sie unter der Wirkung der Gezeitenkräfte zerbrechen, heisst Rochesche Grenze.


Röntgenstrahlen


Die Röntgenstrahlen wurden 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt und später auch nach ihm benannt. Im englischen Sprachgebrauch blieb die Bezeichnung X-Ray bis heute erhalten. Es handelt sich um elektromagnetische Strahlung, deren Wellenlänge sich vom kurzwelligen (harten) Ultraviolett (etwa 300 Å bis in den Bereich der Gammastrahlen bei 0.03 Å erstreckt. Leider gibt es eine Überlappung mit dem UV und den Gammastrahlen. Je nach dem wer welches Experiment durchführt, spricht er von diesem oder jenem. Ein ähnliches Durcheinander gibt es beim Übergang vom Infraroten zu den Mikrowellen.


Rotationsverbreiterung


Es handelt sich dabei um eine Verbreiterung der Spektrallinien durch die Eigenrotation des Sterns. Da bei Einzelsternen wegen der begrenzten Auflösung der Teleskope immer die gesamte Oberfläche auf einmal beobachtet wird, tragen Teile positiver und negativer Dopplerverschiebung gleich viel zum Spektrum bei. Mit der Hilfe dieses Effekts kann ausgesagt werden, dass in der Regel blaue (=heisse) Sterne schneller rotieren als rote (=kühlere) Sterne (gilt für die Hauptreihe im HRD).


Rötung


Genau wie die Sonne beim Sonnenuntergang wird auch das Sternenlicht durch interstellares Gas und Staub gerötet. Die Linien im Spektrum der Sterne werden aber dadurch nicht verschoben. Dieser Effekt hat nichts mit dem Dopplereffekt oder mit der kosmischen Rotverschiebung zu tun.


Rotverschiebung


Die kosmische Rotverschiebung ist ein Effekt der Expansion (dauerndes grösser werden) des Weltalls. Das Spektrum ferner Galaxien ist wie beim Dopplereffekt einer sich von uns entfernenden Quelle zu langen (roten) Wellenlängen hin verschoben. Es wird der Galaxie oft eine dem Dopplereffekt entsprechende Fluchtgeschwindigkeit zugeordnet. Doch strenggenommen ist die kosmische Rotverschiebung kein Dopplereffekt, da die Wellenlängen durch die kontinuierliche Raumausdehnung gespreizt wurden.


Rückläufigkeit


Ein Planet ist rückläufig, wenn er sich scheinbar auf der geozentrischen Himmelskugel relativ zu den Sternen von Osten nach Westen (Nordhalbkugel) bewegt.


SETI


SETI steht für die Suche nach ausserirdischer Intelligenz (Search for Extraterrestial Intelligence). Mit äusserst leistungsfähigen Teleskopen und Methoden wird unsere Galaxie und auch andere Bereiche des uns zugänglichen Universums nach Zeichen von intelligentem Leben durchsucht. Unsere Technologie erlaubt uns Zivilisationen zu entdecken, die mindestens den selben technologischen Entwicklungstand haben wie wir. Bisher wurden dazu praktisch ausschliesslich Radioteleskope verwendet, heute wird jedoch auch im optischen Bereich gesucht (Optical SETI).




SRTM


SRTM war eine Mission des Space-Shuttles zur Vermessung der Erdoberfläche mit Radar. Sie war ein Meilenstein in der Erkundung des Planeten Erde aus dem Weltraum. In diesem Lexikon gibt es einen ausführlichen Artikel zu SRTM (HIER).


Saros


Die relative Stellungen von Sonne, Mond und Erde wiederholen sich periodisch. Die Länge dieser Periode beträgt 6583 Tage oder 18 Jahre und 11.3 Tage.
Deshalb wiederholen sich Sonnen- und Mondfinsternisse nach dieser Saros genannten Periode. Beispielsweise wiederholt sich die totale Sonnenfinsternis in Sibirien vom 31. Juli 1981 18 Jahre und 11.3 Tage später, also am 11. August 1999. Die 0.3 Tage Unterschied gegenüber exakt 18 Jahre und 11 Tagen bewirken aber, dass - vom Mond aus gesehen - die Erde gegenüber der Stellung von 1981 um 120 Grad nach Westen gedreht steht.
Deshalb findet 1999 die Mitte der Finsternis nicht in Ostsibierien sondern in Europa statt.


      

Satelliten


Über die Erde umkreisenden Raumfahrzeuge und ihre Beobachtung . Manchmal werden auch die Monde der Planeten als Satelliten bezeichnet.


Saturn


Saturn ist der Äusserste der schon seit der Antike bekannten Planeten. Besonders berühmt ist er für seine Ringe, die aus schneeballgrossen bis hausgrossen Brocken
bestehen.
Er ist wie Jupiter ein aus Wasserstoff und Helium bestehender Riesenplanet. Er hat keine feste Oberfläche.
Unter den Wolken steigt Druck und Temperatur immer weiter an, bis schliesslich der Wasserstoff metallisch flüssig wird.
Unter seinen sehr zahlreichen Monden (heute sind 61 bekannt) ist Titan die bemerkenswerteste Welt. Seine Stickstoffatmosphäre hat einen Bodendruck, der 1.5 mal so gross ist, wie der der Erde. Unter Titans Wolken gibt es Seen aus flüssigem Methan.
Saturn kann als heller Stern von blossen Auge bequem gesehen werden. Ein Kaufhausteleskop zeigt bereits die Ringe und Titan. In grösseren Geräten werden auch ein paar der weiteren Monde sichtbar und andeutungsweise auch jupiterähnliche Wolkenbänder.


Saturn (Rakete)


Saturn-Raketen sind leistungsstarke Trägerraketen, die in den USA unter federführender Mitwirkung von Wernher von Braun entwickelt worden sind. 1957 begannen erste Vorbereitungen, 1958 erfolgte die Genehmigung für die Entwicklung einer Rakete, die damals allerdings unter dem Namen Juno firmierte und am 3.2.1959 in Saturn S-I umbenannt wurde.
Zur Saturn-Familie gehören mehrere Versionen wie Saturn I, Saturn IB, Saturn V und einige nicht gebaute Typen wie Saturn C-1, C-2, C-3, C-4, C-5, c-8, Nova.
Obwohl die Entwicklungsarbeit bereits vor dem Mondlande-Programm begann, erlangte die Saturn-Trägerrakete V besondere Bekanntheit durch ihren Einsatz im Rahmen der ersten Mondlandung (Apollo 11)
Außerdem brachte sie im Jahre 1973 Skylab 1 in den Weltraum. 1975 erfolgte der letzte Start einer Saturn-Rakete.


Schaltsekunde


Die Schaltsekunde wird bei Bedarf eingeführt, um den Unterschied zwischen UTC und UT1 unter 0.9 Sekunden zu halten.


Schärfentiefe


Wer mit einem Fernrohr Fotos machen möchte, will den Film möglichst im Brennpunkt (Fokus) des Teleskops haben. Der Brennpunkt ist jedoch ein geometrischer Punkt ohne Ausdehnung. Man braucht also ein Mass, um zu wissen wie Nahe man diesem Brennpunkt kommen muss, um noch ein scharfes Bild eines Sterns zu erhalten.
Wenn man einen Kreis mit Durchmesser d vorgibt, mit dessen Ausdehnung ein Stern höchstens abgebildet werden darf, so darf man maximal um d * Brennweite/Objektivdurchmesser nach vorne oder hinten vom Brennpunkt abweichen.


Wenn d die Ausdehnung eines CCD-Pixels von 9 Mikrometern ist und die Brennweite 2 m bei 20 cm Objektivdurchmesser beträgt, so darf der CCD Chip höchstens 90 Mikrometer vor oder hinter dem Brennpunkt stehen.






      

Scheinbare Helligkeit


Die Helligkeit mit der uns auf der Erde ein Himmelsobjekt erscheint, wird scheinbare Helligkeit genannt und in Grössenklassen, einer logarithmischen Skala, gemessen und mit "Grösse", "Magnituden", "mag", und manchmal auch nur "m" bezeichnet.


Unter besten Bedingungen - klarer Himmel und ohne Lichtverschmutzung - sind Sterne bis etwa 5,5 mag von Auge zu erkennen. Bei gutem Landhimmel noch 6,5 mag.


Beachte: Je grösser die Zahl, desto kleiner ist die scheinbare Helligkeit und schwieriger die Beobachtung des Objekts. Die Sonne als hellstes Objekt am Himmel hat ca. -27 mag, der Vollmond noch -13 mag und der Polarstern +2,0 mag.


Die Magnituden sind logarithmisch "aufgebaut". 1 mag verhält sich zur Lichtenergie wie ungefähr 1:2,5.


Die Helligkeit selber sagt nichts über die Dimension oder Entfernung eines Objekts aus. Die Helligkeit eines Objekts in einer normierten Distanz wird als absolute Helligkeit


Scheinbarer Durchmesser


Man kennt diesen Effekt auch auf der Erde: Objekte erscheinen umso kleiner, je weiter entfernt sie sind. Der Beobachter sieht also nur die scheinbare Größe eines Himmelskörpers in Abhängigkeit vom Beobachtungswinkel, der Entfernung zwischen Beobachter und Objekt und der Ausdehnung des Objekts.


Die scheinbare Größe wird durch Trigonometrie ermittelt und daher im Gradmaß, also in Mikrobogensekunden, Millibogensekunden, Bogensekunden, Bogenminuten und Grad, gemessen. 360° ergeben einen Kreis.
Ein Grad ist unterteilt in 60 Bogenminuten und eine Bogenminuten setzt sich wiederum aus 60 Bogensekunden zusammen.
So erscheint der Neptun mit knapp 50.000 km Durchmesser von der Erde aus lediglich noch mit einer scheinbaren Größe von max. 2,3 Bogensekunden. Die mittlere scheinbare Größe des Vollmondes beträgt ungefähr 0,5 Grad.
Ist die Entfernung zu einem Objekt bekannt, so kann mathematisch mit Hilfe der scheinbaren Größe auf die tatsächliche Größe geschlossen werden.


Scheinbarer Ort


Ort eines Gestirns auf der Himmelskugel, den ein Beobachter im Erdmittelpunkt messen würde. Konkret heißt das, ein von einem wirklichen Beobachter gemessener Ort ist bereits in Hinblick auf Refraktion und geozentrische Parallaxe korrigiert.


Schmetterlingsdiagramm


Die Darstellung der Verteilung der Sonnenflecken nach heliographischer Breite in Abhängigkeit von der Zeit ergibt ein sogenanntes Schmetterlingsdiagramm.


Schwarzer Körper


Nicht zu verwechseln mit dem Schwarzen Loch. Es handelt sich dabei um eine idealisierte Vorstellung der Physik. En schwarzer Körper sei ein Körper, der alle einfallende Strahlung absorbiert und nichts reflektiert. Er selbst strahlt dann ein Strahlungsspektrum nach dem Gesetz von Planck ab. Dieses Gesetz enthält als einzigen Parameter die Temperatur des schwarzen Körpers. Deshalb erlaubt Plancks Gesetz beispielsweise die Temperatur der Photosphären der Sonne und Sterne zu schätzen.


Schwarzes Loch


Schon im letzten Jahrhundert wurde bemerkt, dass sehr dichte Körper eine Fluchtgeschwindigkeit haben könnten, die die Lichtgeschwindigkeit übersteigt. Da deshalb das Licht nicht entkommen kann, erscheint dieser Himmelskörper wie ein schwarzes Loch im Weltraum.
Doch die moderne Wissenschaft zeigt, dass die schwarzen Löcher noch ungewöhnlicher sind als es die einfache Überlegung mit der Fluchtgeschwindigkeit vermuten lässt und dass es sie tatsächlich gibt.




Schwarzschildeffekt


Mit diesem Effekt wird eine für die Astrofotografie leider unangenehme Eigenschaft der fotografischen Filme beschrieben. Danach nimmt die Filmempfindlichkeit während der Belichtung exponentiell ab. Nur ganz spezielle mit Wasserstoffgas behandelte, sogenannt hypersensibilisierte Filme verlieren selbst bei stundenlanger Belichtung nicht oder kaum an Empfindlichkeit.


Seeing


Turbulenzen in der Atmosphäre führen zu leicht unterschiedlichen Ausbreitungsrichtungen des Lichts, das in einem Teleskop über eine grössere Fläche gesammelt wird. Durch die Summe verschmiert sich das Bild. Punktförmige Lichtquellen erscheinen im Teleskop als vibrierende Flecken, Planetenoberflächen erscheinen verschmiert. Dieser Effekt wird Seeing (sprich: Sie-ing) genannt.


Der Durchmesser des Seeing-Scheibchens kann besser als eine Bogensekunde sein und bei turbulenter Luft auf mehr als 10 Bogensekunden anwachsen. Bei einem kleinem Seeing-Scheibchen (bei einer ruhigen Atmosphäre ohne grosse, sich rasch verändernde Turbulenzen) sprechen Amateurastronomen von einem guten Seeing: Das Bild im Teleskop ist ruhiger und es sind mehr Details auf Planetenoberflächen zu erkennen.


Es sind verschiedene Skalen für das Seeing in Gebrauch, z.B. diejenige von Eugene Antoniadi und der Association of Lunar and Planetary Observers (ALPO). In der Skala von Antoniadi I bezeichnet perfekt ruhige Bilder selbst bei grosser Vergrösserung während bei V bereits bei kleiner Vergrösserung nur verschmierte Bilder erkennbar sind. Bei ALPO entspricht 9-10 perfekten Seeing-Bedingungen und 1-2 sehr schlechten Bedingungen.


Sekunde


Die Sekunde ist definiert als die Dauer von 9'192'631'770 Perioden der Strahlung des Atoms Cäsium 133, die dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus im Grundzustand entspricht. Andersherum gesagt definiert man die Frequenz dieser Strahlung zu 9.19263177 GHz.


Selenozentrisch




Selenozentrisch bedeutet auf den Mondmittelpunkt bezogen.


Siderischer Monat


Der siderische Monat ist die Zeitspanne, die der Mond braucht, um seinen Umlauf in einem relativ zu den Sternen ruhenden Koordinatensystem zu vollenden. Der siderische Monat dauert 27 Tage 7 Stunden 43 Minuten und 12 Sekunden.


Siderisches Jahr


Das siderische Jahr ist die Zeitspanne, die die Erde braucht, um ihren Umlauf in einem relativ zu den Sternen ruhenden Koordinatensystem zu vollenden. Das siderische Jahr dauert 365 Tage 6 Stunden 9 Minuten und 10 Sekunden.


Soltitien


Sonnenwende. Speziell sind die Punkte der Ekliptik mit der geringsten und der grössten Deklination gemeint.












Sonnenflecken


Die Sonnenflecken sind relativ zur umgebenden Photosphäre etwas kühlere Gebiete, die deshalb als dunkle Flecken auf der Sonne in Erscheinung treten. Die grössten erreichen über 100'000 km an Ausdehnung. Ihre Anzahl schwankt mit einer Periode von 11 Jahren.


Sonnenfleckenrelativzahlen


Die Sonnenflekenrelativzahl R ist definiert als R = 10 x Anzahl der Fleckengruppen + Anzahl aller Sonnenflecken innerhalb der Gruppe. Einzelflecken werden dabei als Gruppen mit einem Fleck gezählt. Die Sonnenfleckenrelativzahl ist ein Mass für die Sonnenaktivität.


Sonnensystem


Traditionell: Das aus der Sonne, den neun Planeten und ihren Monden, den Kometen, Asteroiden und Meteoroiden bestehende System.


Allgemeiner (nicht offiziell): Ein Sonnensystem ist ein durch Gravitation gebundenes System aus einem Einzel-, Doppel- oder Mehrfachstern und die an sie gebundenen leichteren Körper. Diese Definition umfasst unser Sonnensystem mit der Sonne, sie ist ja ein Einzelstern. Stern ist hier im Sinne der modernen Astrophysik als Synonym für Sonne gebraucht, da die Begriffe Doppelsonne, Mehrfachsonne nicht gebräuchlich sind.










Sonnenwind


Man versteht darunter einen permanent von der Sonne ausgehenden Teilchenstrom, der hauptsächlich aus Elektronen und Protonen besteht.


Sonnenzeichen


Die Position der Sonne innerhalb eines 30° messenden Abschnitts im Tierkreis. Neben dem Tierkreiszeichen wird der Winkel seit Eintritt in das Zeichen angegeben. Die Sonne steht dabei nicht im gleichnamigen Sternbild. Sonnenzeichen ist ein astrologischer Begriff.


Spektralklassifikation


Man versteht unter Spektralklassifikation die Unterscheidung verschiedener Sterntypen nach den Eigenschaften ihres Spektrums. Siehe auch unter HRD.


Spektrograph


Ein Spektrograph ist ein Instrument zur Aufzeichnung der in einer zeitlich variablen Grösse (Geräusche, elektromagnetisches Feld) enthalten Frequenzen. Bekanntestes Beispiel ist die Aufspaltung von Sonnenlicht in die Farben des Regenbogens mit einen Glasprisma. In der Astrophysik sind Spektrographen der zentrale Instrumententyp zur Untersuchung der Physik des Universums.


Spektrum


Der Regenbogen ist ein Spektrum des sichtbaren Lichts. Dabei wird die Intensität in Abhängigkeit der Farbe (= Wellenlänge oder Frequenz) gemessen.


Physikalisch korrekt für Licht: Ein Spektrum der elektromagnetischen Strahlung ist ihr Fluss ("Leistungsdichte" gemessen in Watt pro m2 pro Hertz als Funktion der Frequenz oder Wellenlänge.
Im Falle des nach Wellenlängen aufgezeichneten Spektrums hat der Fluss die Einheit Watt/m2/m.


Spirit


Name eines der beiden Mars Exploration Rovers (MER).
      Start: 10. Juni 2003
      Ankunft: 4. Januar 2004 (bezüglich UTC).
      Landegebiet: Gusev Krater, Mars


Ergebnisse: In den etwa 160 km im Durchmesser grossen Krater Gusev mündet von Süden her kommend ein grosses Tal, das einmal einen weit im Süden liegenden See entwässert haben soll. Man erwartete deshalb das der Gusev Krater einmal überschwemmt war und sich an seinem Boden See-Sedimente finden sollten.
Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Spirit fand eine von vulkanischem Basaltbrocken übersäte Ebene. Diese Brocken enthalten auch wasserunbeständige Mineralien. Das eigentliche Grundgestein blieb zunächst unerreichbar.
Erst nachdem der Rover eine drei km entfernte Hügelkette erreicht hat, wurden auch andere Gesteine gefunden. Der Rover arbeitet auch ein Jahr nach der Landung weiterhin fehlerfrei.
     



Starke Kraft


Es ist dies die stärkste der vier Grundkräfte. Sie hat die kürzeste Reichweite. Sie hält die Quarks in den Protonen und Neutronen zusammen sowie die Protonen und Neutronen selbst, so dass diese Atomkerne bilden.


Stern


In der Alltagssprache werden alle natürlichen von blossem Auge punktförmig erscheinenden Lichtquellen am Himmel als Sterne bezeichnet. Doch ist der Begriff Stern in der Astronomie für fremde Sonnen reserviert. Damit ist auch eine der wichtigsten Erkenntnisse der modernen Astronomie ausgedrückt, nämlich dass fast alle diese Lichter am Nachthimmel weit entfernte Sonnen sind.


Sternära


Lebensabschnitt des Weltalls von dem Ende der Photonenära bis heute. Nur die Sternära ist der Photonen beobachtenden Astronomie (von Gammastrahlen bis Radiowellen) zugänglich. Die Neutrinoastronomie mag vielleicht irgendwann in der Zukunft bis zurück an das Ende der Leptonenära blicken. Ob eine heute noch nicht einsatzbereite Gravitationswellen - Astronomie noch weiter zurückblicken kann, ist heute sowohl technisch als auch theoretisch völlig unklar.


Sternbedeckung


Bei einer Sternbedekung wird ein Stern durch einen Körper des Sonnensystems für einen Beobachter für eine gewisse Zeit bedeckt. Am einfachsten zu beobachten sind die recht häufigen Bedeckungen eines Sterns durch den Mond. Dazu gibt es Tabellen auf dem zu astro!nfo gehörenden online-Rechner CalSKY. Seltener bzw. schwerer zu beobachten sind Bedeckungen von Sternen durch Planeten und Planetoiden. Beispielsweise führte die Bedeckung eines Sterns durch Uranus zur Entdeckung des Ringsystem dieses fernen Planeten.


Sternbild


Eine mehr oder weniger willkürlich zusammengefaßte Gruppe hellerer Sterne, die aber nichts weiter physikalisch miteinander zu tun haben als daß sie von uns aus gesehen in der selben Richtung zu sehen sind. Im Deep Space Corner sind alle 88 von der IAU anerkannten Sternbilder ausführlich beschrieben.


Sterninterferometer


Das Sterninterferometer nach Michelson besteht aus zwei Spiegelöffnungen. Das durch diese Öffnungen aufgenommene Sternlicht wird durch weitere Optik zur Interferenz zusammengeführt. Am Erdboden können so z.B. Abstände von Doppelsternen bis 0.01 Bogensekunden gemessen werden, bei Spiegelabständen in der Grössenordnung 100 m. Dieses Verfahren wird auch Amplituden-Interferometrie genannt.


Sternzeit


Die Sternzeit ist die auf den momentanen Frühlingspunkt und Äquator bezogene Rektaszension des Zenitpunktes. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hat sie für alle Beobachter auf gleicher geographischer Länge den gleichen Wert.


Strahlungsära


10 Sekunden nach dem Urknall bei 5 Milliarden Grad entstanden keine Elementarteilchen mit Ruhemasse mehr. Die Photonen und ihre Wechselwirkung mit den geladenen Teilchen Elektron und Proton dominierten.
Dieses heisse Plasma war undurchsichtig, so dass Strahlung und Materie im Temperaturgleichgewicht blieben.
Nach 300'000 Jahren Expansion war das Plasma aus Protonen, Heliumkernen und Elektronen mit 3000 Kelvin kalt genug, dass dauerhaft neutrale Atome entstehen konnten.
Das Spektrum der Photonen hatte sich mittlerweile von harter Gammastrahlung zum sichtbaren Licht und dem nahen Infrarot verschoben. Die nun entstandenen neutralen Atome wechselwirkten aber nur noch bei diskreten Wellenlängen bei den sogenannten Absorptionslinien mit diesen Atomen.
Das Weltall wurde durchsichtig und die Photonenära endete. Die Photonen bildeten nun ein von der Materie entkoppeltes Strahlungsfeld, das wir heute noch als kosmischen Mikrowellenhintergrund sehen, denn auch dieses Photonengas kühlte wegen der Expansion des Weltalls von einer Strahlungstemperatur von anfänglich 3000 K auf heute 2.7 K ab.
Bei der Beobachtung dieser Mikrowellen betrachten wir die Photosphäre des Urknalls. Das Weltall hat heute 1 Milliarde mal mehr Volumen als damals.


Strahlungsausbrüche


Englisch: Outbursts. Es handelt sich dabei um ein Phänomen der solaren Radiostrahlung. Dabei steigt der Strahlungsfluss im ganzen Radiofenster plötzlich steil an, jedoch mit unterschiedlichen Stärken bei unterschiedlichen Wellenlängen. Im cm Bereich beträgt die Zunahme der Intensität das 10- bis 40-Fache, bei den Meterwellen ist ein Faktor 10'000 durchaus möglich. Die Strahlungsausbrüche treten zusammen mit dem Erscheinen eines Flares auf.


Strahlungsdruck


Der Strahlungsdruck ist die Impulsübertragung auf absorbierende oder reflektierende Materie durch Lichtquanten. Es gibt Studien, dass man den Lichtdruck des Sonnenlichts für interplanetare Reisen im inneren Sonnensystem (Merkur, Venus, Erde, Mars, Planetoiden) verwenden könnte. Elektrische Antriebe, die den Umweg über die Stromerzeugung in Solarzellen gehen, werden aber von der NASA für ihr Deep-Space Projekt (erster Start erfolgte 1998) bevorzugt, da sie bei gleichem Gewicht bessere Beschleunigungen bieten.


Stratosphäre


Schicht der Erdatmosphäre zwischen 15 km und 50 km Höhe. Ihre obere Grenze markiert auch die Grenze für traditionelle (nicht Raketengetriebene) Luftfahrzeuge (Flugzeuge bis ca. 30 km, Ballone bis 40 km, maximal 50 km Höhe). An der Basis der Stratosphäre erreicht die Luftemperatur ein Minimum um -50 bis -80 Grad C um dann wieder bis zur Obergrenze um 30 Grad anzusteigen.


Stroemgrenradius


Das kugelförmige Volumen, in welchem ein Stern den Wasserstoff zu ionisieren vermag, nennt man das Strömgrenvolumen. Der Radius dieser Kugel wird Strömgrenradius genannt. Er hängt im wesentlichen von der Dichte des Wasserstoffs, der Temperatur und der Leuchtkraft des Sterns ab. Da nur Photonen im UV mit Wellenlängen kürzer als 92 nm den Wasserstoff zu ionisieren vermögen, muss der Stern sehr heiss (>20'000 K) sein, damit ein nennenswerter Teil seiner Energie im mittleren und fernen UV abgestrahlt wird. Ein O5 Stern mit 48'000 K Oberflächentemperatur kann über 300 Lichtjahre um sich herum ionisieren, im Bereich der B5-Sterne (20'000 K) sinkt der Strömgrenradius unter ein Lichtjahr. Noch kühlere Sterne haben kaum noch ionisierenden Einfluss auf den Wasserstoff ihrer Umgebung.


Stundenkreis


      Ein Großkreis auf der Himmelskugel durch die Himmelspole.


Stundenwinkel


Der Stundenwinkel eines Sternes ist die Differenz zwischen der Sternzeit und der auf den momentanen Frühlingspunkt und Äquator bezogenen Rektaszension eines Sternes.


Supernova


Eine Supernova ist die Explosion eines Sterns. Dabei kann dieser Stern für ein paar Tage bis Wochen die Gesamthelligkeit seiner Galaxie übertreffen. Man unterscheidet in Typ I und II. Bei Typ I handelt es sich um einen Weissen Zwerg, der durch plötzlich einsetzende Kohlenstoffusion explodiert. Typ II betrifft massenreiche Sterne. Dort wird die Detonation durch den Gravitationskollaps des nach dem Siliziumbrennen im Innern entstandenen Eisens zu einem Neutronenstern verursacht.


Surge


Auf deutsch Spritzprotuberanz. Sie treten am Rand optischer Flares auf. Wenn sie sich am Sonnenrand befinden, sehen sie aus wie ein Spritzer.


Swing-By


Siehe unter Fly-By.


Synchrotronstrahlung


Geladene Teilchen, meistens Elektronen, bewegen sich bei Anwesenheit eines Magnetfeldes auf Schraubenbahnen und sind somit beschleunigt. Beschleunigte Ladung sendet elektromagnetische Wellen (Licht) aus. Im Falle der Bewegung im Magnetfeld spricht man von Synchrotronstrahlung. Sie ist besonders wichtig für die Radioastronomie, die Elektronen in Magnetfeldern von Planeten oder Galaxien beobachtet. Wenn die Magnetfelder z.B. in der Nähe eines Neutronensterns besonders stark werden, kann das Spektrum bis zu den Röntgenstrahlen reichen.


Synodischer Monat


Im Mittel vergehen 29 Tage 12 Stunden 44 Minuten und 3 Sekunden von einem Neumond bis zur nächsten. Dies nennt man einen synodischen Monat.


T-Assoziation


Eine T-Assoziation ist eine Gruppe von 10 - 400 T-Tauri Sternen Sie treten immer in Zusammenhang mit Sternenstehungsgebieten auf.


T-Tauri-Stern


Sehr junger Stern, welcher sich durch heftige Materie-Auswürfe bemerkbar macht.


Tag


Ein Tag ist ein Zeitintervall von 86400 SI Sekunden (Atomsekunden). Diese Definition ist losgelöst von der Rotation der Erde.


Tagbogen


Der Tagbogen ist die scheinbare Bahn eines Gestirns vom Aufgangspunkt bis zum Untergangspunkt.


Tägliche Aberration


Der zur stellaren Aberration analoge Begriff für die Drehung der Erde um die eigene Achse anstelle der Bahnbewegung um die Sonne. Die durch die tägliche Aberration verursachte Positionsschwankung der Gestirne liegt bei wenigen Zehntel Bogensekunden. Sie ist am Äquator am stärksten und an den Polen gleich null. Siehe auch unter Aberration.


Tägliche Parallaxe


Durch die tägliche Drehung der Erde bewegt sich der Beobachter. Relativ erdnahe Objekte wie der Mond und Asteroiden zeigen deshalb täglich wiederkehrende Positionsschwankungen, die zur Entfernungsbestimmung verwendet werden können.


Tagundnachtgleiche


Wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht, dauern Tag und Nacht (fast) gleich lang. Dies ist zu Frühlingsanfang (21.3.)und Herbstanfang (ca. 21.9.) der Fall.


Teilchenstrahlung


Die Beobachtung von anderen Teilchen als den Photonen (Licht) gibt weitere Information über den Zustand astronomischer Objekte. Von der Sonne empfangen wir den Sonnenwind und die Neutrinos, die direkten Einblick in die Kernfusion im Inneren der Sonne erlauben.
Aus den tiefen des Weltraums erreicht uns die kosmische Strahlung. Das ist ein relativistisch schneller Strom aus Atomkernen, Elektronen und Positronen. Natürlich sind auch Neutrinos dabei, deren Beobachtung, abgesehen von denen die von der Sonne kommen, aber nur einmal, nämlich bei der Supernova 1987A gelang.
Gerade im Bereich der Neutrinoastronomie ist noch viel Neuland zu erobern. Beispielsweise sollte es eine der 3K-Strahlung analogen kosmischen Neutrino-Hintergrundstrahlung geben.


Tektite


Tektite sind kleine Glaskörper, die nur bei Meteoriteneinschlägen entstehen können.


Temperatur


Zur Temperatur der Sterne siehe auch HRD.
Es wird zwischen den folgenden Temperaturbegriffen unterschieden:
      

Die effektive Temperatur wird über das Stefan-Boltzmann-Gesetz definiert. Es wird also nur die Grösse und die Strahlungsleistung betrachtet und daraus die Temperatur abgeleitet. Diese wird vereinfachend auch als Oberflächentemperatur bezeichnet.
Die Farbtemperatur eines Stern ist die Temperatur eines schwarzen Körpers, der Licht mit der gleichen spektralen Intensitätsverteilung wie der Stern aussendet. Dabei wird meist nur ein mehr oder weniger eng begrenztes Wellenlängenband betrachtet, so dass die Farbtemperatur der Sonne im sichtbaren bei ca. 6000 K liegt, im fernen Infrarot bei 100 Mikrometern Wellenlänge nur 4700 K beträgt.
Die kinetische Temperatur wird über die Bewegung der Gasatome nach der kinetischen Gastheorie definiert. Es gilt 3kT = m*v*v. k = Boltzmannkonstante, m*v*v mittlere kinetische Energie der Teilchen und T ist die (kinetische) Temperatur.


Terminator


Der Terminator ist die Grenze zwischen der sonnenbeleuchteten und der dunklen Seite eines Planeten oder Mondes. Er ist also die Grenze zwischen Tag und Nacht.


Terrestrische Linien


Terrestrische Linien sind meistens Absorptionslinien im Spektrum eines Himmelskörpers, die dem Spektrum durch die Erdatmosphäre aufgeprägt werden. So ist es schwierig, vom Erdboden aus Wasserdampf in den Atmosphären der Planeten zu finden, da das Wasserdampfspektrum der Erdatmosphäre immer mit gemessen wird. Das Problem kann durch Beobachtung von Satelliten aus umgangen werden.


Thermische Strahlung


Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weiss man, dass jeder Körper Licht (im allgemeinen Sinne) abstrahlt. Die abgestrahlte Leistung kann nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz berechnet werden, die Wellenlänge des Maximums der glockenartigen breiten Verteilung ergibt sich aus dem Wienschen Verschiebungsgesetz.
Die spektrale Verteilung wird durch das Plancksche Strahlungsgesetz beschrieben, das den historischen Einstieg in die Quantenmechanik darstellte. Die im Weltall vorkommende thermische Strahlung reicht von harter Röntgenstrahlung (Akkretionsscheibe, Neutronenstern) über die Photosphäre, die uns das Tageslicht spendet, dem Treibhauseffekt der Planeten, den kalten, im fernen Infrarot leuchtenden interstellaren Staubwolken, bis zur 2.7 K kalten kosmischen Hintergrundstrahlung.


Tierkreis


Der Tierkreis (auch Zodiacus genannt) ist ein Streifen von ca. 8° Breite zu beiden Seiten der Ekliptik, in dem sich die Sonne, der Mond und die Planeten (ausser Pluto) aufhalten. Der Tierkreis ist in zwölf gleich grosse Abschnitte unterteilt, die nach zwölf Sternbildern (Tierkreiszeichen) benannt sind.


Tierkreiszeichen


Der Tierkreis ist in zwölf gleich grosse, 30° lange Abschnitte unterteilt, die Tierkreiszeichen. Diese sind nach zwölf Sternbildern benannt und werden in der Astrologie noch heute verwendet. Die Tierkreiszeichen (auf Sternzeichen gennant) waren vor rund zwei Jahrtausenden mit den tatsächlichen Sternbildern deckungsgleich, wegen der Präzession ist der Tierkreis nun um ein Sternbild verschoben.


Titan


Titan ist der grösste Saturnmond und der zweitgrösste Mond im Sonnensystem. Mit 5150 km im Durchmesser übertrifft er die Planeten Merkur und Pluto. Seine aus Stickstoff (82%), Argon (ca. 10%) und Methan (6%) bestehende Atmosphäre hat an der Titanoberfläche einen Druck von 1600 hPa (1.6x Normaldruck in Meereshöhe).
Unter den rötlichen Aerosolschichten, die im sichtbaren Licht den Blick auf die Oberfläche des Titan verwehren, befindet sich eine Oberfläche aus Wassereis, die möglicherweise ganz, wahrscheinlich aber nur teilweise von flüssigem Methan bedeckt ist.


Transit


In der Astronomie spricht man von einem Transit, wenn entweder Merkur oder Venus als schwarzer Punkt vor der Sonnenscheibe steht. Auf unseren Finsternisseiten gibt es mehr Informationen zu diesen seltenen Phänomenen.
          Merkurtransit
          Venustransit


Transit


Ein Objekt überquert aufgrund der Rotation der Erde und seiner Eigenbewegung den Meridian des Beobachters. Dies im Unterschied zur Kulmination, die die Passage des höchsten Punktes der täglichen Bahn eines Objekts bezeichnet. Die Zeitpunkte von Transit und Kulmination können bei der Sonne um mehrere Sekunden, beim Mond mehrere Minuten auseinander liegen.


Transit bezeichnet auch den Vorübergang eines Objekts vor einem anderen Objekt, das über eine grössere scheinbare Ausdehnung verfügt. Im Speziellen sind die Transite von Venus und Merkur vor der Sonne interessant, aber auch die Verübergänge der Jupitermonde vor der Planetenscheibe des Jupiters. In unseren Artikeln zum Thema können Sie mehr erfahren:
          Merkurvorübergänge
          Venusvorübergänge
          Jupitermonde


Transpluto


Salopp gesagt versteht man darunter hypothetische Planeten, die längere Umlaufzeiten um die Sonne haben als Pluto. Bis jetzt haben die Sucher nach einem Planeten jenseits des Plutos eine beträchtliche Anzahl nur wenige hundert km grosser Brocken gefunden. Ein Planet grösser als Pluto ist aber sehr unwahrscheinlich, da insbesondere die Vermessung der Bahnen der Raumsonden Pioneer und Voyager keine Gravitationsstörungen eines unbekannten, grossen Körpers aufweisen.


Tropischer Monat


Der tropische Monat ist die Zeitspanne, die der Mond auf seiner Wanderung um den Zodiakus braucht, um von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt zu gelangen . Da der Frühlingspunkt sich rückwärz entlang der Ekliptik bewegt, kommt er der Sonne etwas entgegen. Deshalb dauert der tropische Monat nur 27 Tage 7 Stunden 43 Minuten und 5 Sekunden und somit etwas weniger lang als der siderische Monat.


Tropisches Jahr


Das tropische Jahr ist geozentrisch gesehen die Zeitspanne, die die Sonne auf ihrer Wanderung um den Zodiakus braucht, um von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt zu gelangen . Da der Frühlingspunkt sich rückwärz entlang der Ekliptik bewegt, kommt er der Sonne etwas entgegen. Deshalb dauert das tropische Jahr dauert 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten und 45 Sekunden und somit etwas weniger lang als das siderische Jahr.


Tropopause


Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre


Troposphäre


Die unterste Schicht der Erdatmosphäre bis in ca. 15 km Höhe heisst Troposphäre. In ihr nimmt die Temperatur mit der Höhe ab, wenn auch nicht immer monoton. In ihr spielt sich das Wetter ab.


Tunguska-Ereignis


Es handelte sich dabei um eine durch den Einschlag eines kosmischen Körpers verursachte Katastrophe am 30.6.1908 in Sibirien am Oberlauf der steinigen Tunguska.


Nach dem heutigen Stand der Forschung ist als einschlagender Körper ein Steinbrocken von etwa 70m Grösse, der in 8 km Höhe explodierte, die wahrscheinlichste Ursache.


UBV-System


Das Verhältnis der Helligkeit zweier Sterne zueinander variiert in der Regel mit der Farbe. Schon von blossen Auge kann man erkennen, dass manche Sterne leicht rötlich sind, während andere bläulich leuchten. Um diesen Sachverhalt quantitativ zu erfassen wurde das UBV-System eingeführt. Dabei wird das Licht eines Sterns durch drei Farbfilter gemessen:


U: (für UV) Bei 365 nm Lichtwellenlänge. Gefiltert wird mit 2mm dickem Schott UG2 Farbglas, wenn auf eine blauempfindliche Fotoplatte belichtet wird oder wenn mit einem Photomultiplier und Kathode S4 an einem Spiegelteleskop gemessen wird.


B: Im blauen Licht bei 440 nm Wellenlänge. Als Farbfilter wird dann Schott GG13 2mm (ein farbiges Glas) verwendet, wenn eine blauempfindliche Fotoplatte verwendet wird. Wenn photoelektrisch (Photomultiplier Kathode S4) an einem Spiegelteleskop
gemessen wird braucht man Schott BG1 (1mm) + GG13(2mm)


V: V steht für visuell, entsprechend 550 nm Wellenlänge. Für die Photoplatte wird der Glasfarbfilter Schott UG2 (2mm) verwendet. Der am Spiegelteleskop verwendete Photomultiplier braucht Schott GG11 (2mm)


Interpretation (grob): Ist der Wert V am grössten, so hat man einen kühlen Stern (< 10'000 Grad)) gemessen (z.B. die Sonne), sind alle gleich, so hat der Stern etwa 10000 Grad (Vega), überwiegt das Ultraviolett, so ist der Stern heiss (15'000 Grad und mehr) z.B. Rigel.




Überriese


Massereicher, leuchtkräftigeriger und kurzlebiger Stern. Siehe auch HRD.


Ultraviolettastronomie


Die Ultraviolettastronomie beobachtet das aus dem Weltall kommende Licht im Wellenlängenbereich von 10 nm bis 400 nm. Der meiste Teil wird durch die Erdatmosphäre geschluckt. Zwischen 30 nm und 92 nm wird die Beobachtung durch interplanetaren und interstellaren Wasserstoff weiter eingeschränkt. Bedeutende Quellen ultravioletter Strahlung sind die Sonne, heisse O Sterne, junge Weisse Zwerge und bestimmte Arten von Galaxien.


Umbra


Kernschatten. Bereich eines Schattens, wo die Lichtquelle vollständig verdeckt erscheint.


Bei grossen Sonnenflecken wird mit Umbra das dunkle Zentrum bezeichnet. Siehe auch Penumbra.


Unterriesen


Zwischen dem Bereich der Riesen und der Hauptreihensterne gibt es ein paar wenige Sonnen. Sie werden als Unterriesen bezeichnet.
   



Uranus


Der Planet Uranus wurde nachweislich bereits 1690 beobachtet, jedoch für einen Fixstern gehalten. Wilhelm Herschel fand 1781 den neuen Planeten, der ausserhalb der Saturnbahn die Sonne umkreist. Uranus hat ein erst 1978 entdecktes Ringsystem.


1986 flog die Raumsonde Voyager II an Uranus vorbei und zeigte uns eine sonnenferne, kalte Welt. Wie auch Jupiter, Saturn und Neptun besitzt Uranus keine feste Oberfläche. Eine hohe Wolkenschicht lässt Uranus graugrünlich ohne jegliche Details erscheinen. Die vielen Monde sind Welten aus Eis mit vielen Kratern und Rissen.
      

Das Auffinden von Uranus am Sternenhimmel sollte mit Sternkarte und Fernglas gelingen. Uranus kann unter günstigen Bedingungen gerade noch von blossem Auge erkannt werden. Im guten Amateurteleskop sieht man ein kleines grünliches Scheibchen ohne Details. Die Monde sind ein harter Brocken für den Amateur.
Mit einem grossen Teleskop in Verbindung mit einer CCD-Kamera könnte der Nachweis der extrem schwachen Lichtpunkte in der Nähe des im Vergleich dazu hellen Planeten gelingen. Die Ringe sind definitiv nur für Profis beobachtbar.
      



Urknall


Je weiter Galaxien von uns entfernt sind, desto schneller bewegen sie sich sich von uns weg. Diese Tatsache lässt auf einen sehr kompakten, heissen Zustand des Weltalls vor endlicher Zeit schliessen.
Dieser Befund wird durch die Beobachtung der 3K Hintergrundstahlung gestützt. In etwa 13.7 Mia. Lichtjahren Entfernung, was gleichbedeutend ist mit 13.7 Mia. Jahre in der Vergangenheit, sehen wir im Bereich der mm und sub-mm Wellen den Urknall. Dies nennt man den kosmischen Mikrowellenhintergrund.
Sehr kleine aber deutliche richtungsabhaengige Intensitässchwankungen erlauben es, das Weltalter und andere Parameter genau zu bestimmen.
Die Distanzbestimmung mit Hilfe von Supernovaexplosionen in sehr fernen Galaxien stuezen den Urknall und deuten sogar auf eine in unserer Zeit immer schnellere Expansion des Weltalls hin.


Dass Wasserstoff und Helium die häufigsten Elemente sind, fordert zwingend, dass es einmal so heiss gewesen sein muss, dass nur freie Neutronen und Protonen, nicht aber ganze Atomkerne existierten (oberhalb ca. 10 Mia. Grad). Es geht in der Forschung also kaum mehr um die Frage, ob überhaupt einmal ein Urknall stattgefunden hat, sondern um das genaue "wie" und "wieso". .




Venus


Die Venus hat jeder schon einmal als strahlend leuchtender Stern am Abendhimmel gesehen. Venus umkreist die Sonne zwischen Merkur und Erde.
Venus ist fast so gross wie unsere Heimatwelt. Jedoch ist der Treibhauseffekt auf ihr ausser Kontrolle geraten.
Nach dem Verschwinden ihrer Urozeane, falls diese überhaupt je existiert haben, gab es keine Senke mehr für das von den Vulkanen freigesetzte Kohlendioxyd CO2. Die inzwischen auf 90 Bar Bodendruck angewachsene CO2 Atmosphäre hält die Temperatur an der Venusoberfläche auf etwa 500 Grad.
Eine dicke Wolkenschicht in 50 bis 70 km Höhe verhindert jeden Blick auf die Oberfläche. Erst Radarabtastung von der Erde und vorallem vom Venussatelliten Magellan zeigten Kontinente und Tiefebenen.


Venus zeigt im Fernrohr Phasen wie der Mond. Steht sie fast zwischen uns und der Sonne, so sieht man eine schmale, grosse Sichel. Wenn sie mehr oder weniger jenseits der Sonne ist, so ist sie klein und voll. Nur mit extremen Violettfiltern soll man manchmal Strukturen in den Wolken erkennen können, sonst bleibt Venus weiss und ohne erkennbare Details.  (Morgenstern, Abendstern)


Veränderlichenparallaxe


Für gewisse Typen Veränderlicher (RR-Lyrae-, Delta-Cephei, W-Virginis) existiert eine sehr genau definierte Beziehung zwischen der Periode ihres Lichtwechsels und ihrer absoluten Helligkeit. Da die scheinbare Helligkeit messbar und die tatsächliche Leuchtkraft berechenbar ist, kann man so auf die Distanz schliessen.


Veränderlicher


Ein Stern, der seine Helligkeit periodisch oder aperiodisch ändert, heisst veränderlicher Stern.


Vertikalkreise


Alle Grosskreise der Himmelskugel um den Beobachter, die durch Zenit und Nadir laufen, heissen Vertikalkreise. Sie schneiden den Horizont senkrecht.


Virialsatz


Der Virialsatz besagt, dass im Gleichgewicht ein Stern oder eine interstellare Gaswolke stets die Bedingung erfüllt, dass die kinetische Energie (z.B. temperaturbedingte Teilchenbewegung) stets doppelt so gross ist, wie die potentielle Energie.


Vorhauptreihenstern


Es handelt sich dabei um einen Stern , der gerade aus einer interstellaren Gaswolke entsteht. Er befindet sich noch nicht im Gleichgewicht und bewegt sich im HRD von links nach rechts. Zuerst nimmt seine Leuchtkraft ab um dann wieder anzusteigen. Der Vorhauptreihestern bezieht seine Energie durch Zusammenziehen aus der Schwerkraft. Erst kurz vor Erreichen der Hauptreihe zündet die Kernfusion im Inneren.


Vorübergang


Unter einem Vorübergang versteht der Astronom das Erscheinen eines Planeten als schwarzer Punkt vor der Sonnenscheibe. Dies tritt dann ein, wenn ein innerhalb der Erdbahn kreisender Planet (also Merkur und Venus) genau zwischen uns und der Sonne steht. Es handelt sich also um eine Art ringförmige Sonnenfinsternis.


Zur Beobachtung des in der Regel ein paar Stunden dauernden Phänomens ist ein Fernrohr (MIT ENSPRECHENDEN SONNENFILTERN AUSGESTATTET) empfehlenswert, obwohl erfahrene Sonnenbeobachter behaupten, sie hätten das winzige Merkurscheibchen als schwarzes Pünktchen von blossem Auge vor der Sonne erkennen können.
Die nächsten von Europa aus beobachtbaren Merkurvorübergänge finden am 7. Mai 2003, 9. Mai 2016, 11 November 2019 und am 7. November 2032 statt.




Venusvorübergänge sind sehr seltene Ereignisse.
Sie folgen einander in Intervallen von 8, 105.5, 8, 121.5, 8, 105.5, 8, 121.5, .. Jahren. Der letzte Venusvorübergang fand am 6. Dezember 1882 statt, das nächste Mal wird Venus am 8. Juni 2004 vor der Sonne stehen.


Von Mars aus gesehen gibt es etwa einmal pro Jahrhundert ein Erde und Mond Vorübergang. Vielleicht werden in fernerer Zukunft auch einmal Erdvorübergänge bestaunt werden können.


WGS 84


Geodätisches Referenzellipsoid, auf das sich das satellitengestützte GPS (Global Positioning System) bezieht. Siehe auch unter Geodätische Koordinaten.


Wahre Sonnenzeit


Die wahre Sonnenzeit wird durch Beobachtung der wahren Sonne ermittelt. Ein wahrer Sonnentag ist die Zeitspanne, zwischen zwei unteren Kulminationen der wahren Sonne. Da die Erde die Sonne nicht mit gleichbleibender Geschwindigkeit auf einer Ellipse umläuft, ist die Länge des wahren Sonnentags nicht konstant. Der Unterschied zu der mittleren Sonne (einer perfekten Kreisbahn entsprechend) wird als Zeitgleichung bezeichnet.


Weisser Zwerg


Alter, dichter (100 Mio bis 1 Mia. kg/m3) Sternrest, der aus dem Kollaps eines Sternkerns hervorgegangen ist, nachdem dessen Brennstoffe Wasserstoff und Helium aufgebraucht waren.
Ein Weisser Zwerg mit der Masse der Sonne ist etwa so gross wie die Erde.


Weltall


Das Weltall umfasst den Raum und die darin enthaltenen Elementarteilchen (Strahlung, Materie). Das prinzipiell sichtbare Weltall hat einen Radius, der dem vom Licht seit dem Urknall zurückgelegten Weg entspricht. Grössenordnungsmässig 15 Mia. Lichtjahre.
Das Hubble-Weltraumteleskop sieht etwa 50 Mia. Galaxien. Jede hat über 100 Mia. Sonnen. Daraus ergibt sich, das mindestens 10 Trilliarden Sonnen das Weltall bevölkern.


Weltalter


Die Erde (bzw. das Sonnensystem)ist etwa 4.55 Milliarden Jahre alt. Dieser Wert ist mit einem Fehler von 50 Millionen Jahren unbestritten. Es ist also kein Raum für eine Diskussion um eine wesentlich jüngere Erde (z.B. 6000 Jahre).
Wenn man die von Hubble entdeckte dauernde Ausdehnung des Weltalls auf die Zeit, als das Weltall nur ein Punkt war, zurückrechnet, so erhält man das Alter des Weltraums.
Unter Beruecksichtigung weiterer Beobachtungen erhaelt man ein Alter des Weltalls von 13.7 Milliarden Jahre.
Dieser Wert ist auf etwa 500 Millionen Jahre genau.


Wolf-Rayet-Sterne


Die Wolf-Rayet-Sterne gehören zu den leuchtkräftigsten Sonnen, die das Weltall zu bieten hat. Bei einer Masse vom 20- bis 50-fachen der Sonnenmasse erreichen sie bis zum mehreren Millionenfachen die Leuchtkraft der Sonne. Im Hertzsprung-Russell-Diagramm (HRD) befinden sie sich in der oberen linken Ecke.
Von der Strahlungstemperatur (25'000 K - 50'000 K) wären sie dem Bereich der O Sterne zuzuordnen, doch weist ihr Spektrum infolge eines starken Sternwinds Besonderheiten (breite Emissionslinien) auf, die sie zu einer Klasse für sich machen.


Oftmals sind sie von einem Emissionsnebel und/oder Reflexionsnebel umgeben. Wolf-Rayet-Sterne stellen ein Spätstadium in der Entwicklung mancher massenreicher Sterne dar. Stände ein Wolf-Rayet-Stern an der Stelle unserer Sonne, so würde er mit einem Gigawatt (=1 grosses Kernkraftwerk) pro Quadratmeter auf die Erde scheinen. Beispiel: Gamma- Velorum, ein 2. Grössenklasse heller O7 Stern.