Aus LZG: "Gesund in Bayern 1-05"

Kleinkinder:

Akustische Dauerberieselungvermeiden

Was für viele Menschen zur Gewohnheit geworden ist, sollte für Kleinkinder möglichst nicht zumAlltag gehören: Radio oder Fernseher laufen im Hintergrund, oft ohne dass gezielt zugehört wird. Die anhaltende Geräuschkulisse kann sich negativ auf das Konzentrationsvermögen auswirken und die Sprachentwicklung von Kindern beeinträchtigen. Sie brauchen akustische ≥Ruhepausen", um Sprache gezielt und ohne Hintergrundgeräusche wahrzunehmen, selbst erproben und einsetzen zu können.

Die normale Sprachentwicklung verläuft über viele Jahre und mit großen individuellen Unterschieden. Bis zum Eintritt in die Schule haben gesunde Kinder ihre Muttersprache in der Regel spielend gelernt.

Die Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie nennt folgende "Eckdaten" der Entwicklung:

Ab dem 6. Monat können Kinder Laute verdoppeln (absichtliche Lautnachahmung),

mit ca. 1 Jahr werden erste Worte gebildet (ma- ma, pa ˆpa),

mit 1 bis 2 Jahren gibt es Zweiwortäußerungen (Mama da),

von 2 bis 4 Jahren Erweiterung des Wortschatzes, Bildung von Konsonanten und ihrer Verbindungen.

Die normale Sprachentwicklung sollte mit etwa vier bis fünf Jahren abgeschlossen sein. Das bedeutet,dass ein Kind in der Lage ist, (fast) alle Laute richtig auszusprechen, Sätze mit einfacher Grammatik bilden kann und einen kindgemäßen Wortschatz besitzt.

Störungen in der Sprachentwicklung sind vielfältig. Sie können sich durch zeitliche Verzögerung oder durch Fehler in einzelnen sprachlichen Bereichen (z.B. Aussprache, Grammatik, Redefluss, Sprachverständnis, Wortschatz) äußern.

Erster Ansprechpartner für Eltern mit Fragen zum sprachlichen Entwicklungsstand ihres Kindes ist in der Regel der Kinderarzt.

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