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Gespräch mit Inifrau von Rechenberg zu  Ein Klon Gottes singt Band 1 -Ein Klon Gottes singt Band 2- und  zu  Herzblut Venedig .

 


Sie haben an der Kunstakademie studiert. Und wie kamen Sie zum Schreiben?


Ich bin mit Lyrik aufgewachsen. Meine Mutter und meine Großmutter kannten viele Gedichte auswendig. Es gehörte in meiner Familie einfach dazu, sich mit Poesie zu beschäftigen. Als „Betthupferl“ bekamen wir Kinder ein Märchen erzählt oder ein Gedicht gesagt. Ich liebte mit 9 Jahren Rilke und Heine, aber auch Verse aus der arabischen Welt. Zu Weihnachten verfassten wir Kinder als Geschenke selber Geschichten und malten dazu. Im Kartoffelkönig-Figurentheater, das meine Großmutter erfand (die Figuren bestanden aus unterschiedlichem Gemüse, das auf Kochlöffel gebunden war), da entwarfen wir die Texte selber, während des Spiels. – Wollen Sie eines von den Jugendgedichten hören, an die ich mich noch erinnere?

 

Ja, gerne
.


Frühling, dass du wieder bist
nach den bangen Wintertagen!
Schier vergaß ich, wie es ist,
mit dir über’s Feld zu jagen.
Dich am Kinderhaar zu zausen,
wenn es gelb die Wiesen säumt,
mit dir über’s Land zu brausen,
das versunken von dir träumt!

 

Da verwundert es aber doch ein wenig, dass es nicht schon viel früher gedruckte Werke von Ihnen gab. 

Ja, das wundert mich im Nachhinein selber. Vielleicht hat es damit zu tun, dass es zu meinem Alltag gehörte seit Kindertagen, Gedichte und Geschichten zu machen. Das gehörte zum Leben einfach dazu und war eigentlich keine Extrasache, die sich in einem eigenen Raum, außerhalb des Augenblicks oder nur unter besonderen Umständen zuträgt. Allerdings habe ich schon lange auch öffentlich gelesen. Ich las zum Beispiel im Melkweg in Amsterdam vor 500 Jugendlichen, ich las in Israel, Frankreich, Österreich. Menschen durch Poesie zu anzurühren, mit Sprache aufzuwühlen, oder sie zu bezaubern, Menschen, die leibhaftig um mich herum sind, das ist für mich ein kostbares Ereignis. Dabei ging es immer schon gegen Gewalt und Krieg und für Liebe und Hoffnung, so dass ich auch auf Protestkundgebungen war mit meiner Lyrik und in Kirchen. Und es öfter auch eine Performance war zusammen mit anderen Künstlern, ein Gesamtkunstwerk.

 

Gesamtkünstlerische Performance – wie darf ich mir so etwas vorstellen?

In Stuttgart zum Beispiel, in der Domkirche St. Eberhard, wurde das Mozart Requiem gegeben. Während der Aufführung malte ich ein Triptychon, malte eineinviertel Stunden lang bis das Requiem zu Ende war, den Chor und das Orchester gleich neben mir, das Publikum im Rücken. Mit dem Schlussakkord war auch das Bild gemalt. Aber etwas fehlte dieser Darbietung. Der Krieg im Irak hatte gerade begonnen, die ersten Soldaten starben. Ich war sehr aufgewühlt. So trat ich am Ende vor die Menschen und erfand das Gedicht:

In meinem Körper habe ich
dich begraben mein Liebster.
Ich bin dein Erdreich, in welchem du
schläfst.
Sanft, ohne die Wunden des Krieges.
Ich wiege dich in meinem Blut,
wie eine Mutter ihr Kind
wiegt,
zärtlich, die Augen voll Wasser.
Sie können dich nicht vertreiben, die Despoten.
Selbst wenn sie die Welt vernichten,
wir werden zusammen
aufersteh’n. 

Das Bild hängt nun in einer Kirche. Unzertrennlich dem Bild zugehörig, für mich, das Gedicht. Man kann es jetzt in dem Band Ein Klon Gottes singt Band 1 nachlesen. Aber seine ‚Aufführung’, seine Performance – in der es überhaupt entstand – ist unwiederholbar. Immerhin, auch beim Lesen merkt man noch etwas von der dringlichen Stille, in welche die Worte hinein gesagt sind.

 

Woher kam diese Stille?

Nun, nach dem Schlussakkord gibt es einen Moment der nachsinnenden, ehrerbietenden Stille, bevor der Applaus einsetzt. Aber sowie ich zu sprechen begonnen hatte, rührte die Stille von der Sprache der Worte selber.

 

Vom Sprechen der Worte? 

Das auch. Und es kommt sehr darauf an, wie ein Gedicht gesprochen wird. Meine Freundin Tina Reuther spricht in ihrer Lyrikperformance auswendig meine Gedichte und dabei bringt sie die Menschen fast zum Weinen. Aber außer dem Gesprochensein kommt es sehr auf die Sprache an, die in den Worten selber liegt.

 

Was bedeutet das für Sie „Sprache“?

Sprache hat viele Gesichter. Vor allem ist sie Prägung. Wer keine Heimatsprache mehr hat, ist verloren. Mir gibt die deutsche Muttersprache Identität, sie ist mein Seelenkompass. Ich denke in Deutsch, weil die Sprache in meine Seele eingeschrieben ist, die Laute und Melodien, Untertöne, Stimmlagen und Zusammenklänge – und wie es sich jeweils anfühlt. Das Zuhausesein in der deutschen Sprache bedeutet aber nicht, dass ich keinen Zugang zu anderen Sprachkulturen hätte. Mit 17 Jahren ging ich nach Schottland, dort zum Beispiel fühlte ich mich recht wohl. Wie süß die deutsche Sprache sein kann, habe ich am meisten bei jüdischen Dichterinnen gefühlt. Bei Gottfried Benn war es die Trauer, die mich tief bewegt hat.

 

Was ist Ihre Botschaft?


Die Menschen durch Poesie anzurühren, sie hellhörig zu machen, aufmerksam zu machen – für die anderen Menschen und ihre Rechte, für die Natur und ihre Rechte. Des Menschen Herz ist in Gefahr zu sterben! Doch es gibt Hoffnung. Wir alle tragen ein Gen Gottes in uns, das Lebens-Gen LIEBE, ich möchte sie entwickeln. WACH AUF UND TRÄUME DICH LEBENDIG! Das könnte meine Botschaft sein. 



Sie haben über Venedig geschrieben wie über eine vollkommene Geliebte.

Diese Stadt ist ein Ausnahmezustand. Die Venezianer sehen sich nicht als Italiener. Sie weinen über den Verfall und hoffen doch, dass die Mieten nicht zunehmen. Venedig ist trunken von Schönheit und brutal wie ein Raubtier.
Die Gondoliere singen moderne Schlager für die Touristen. In ihren Kneipen aber  erklingen die uralten Lieder von Liebe und Tod, von Sieg und Niederlage dieser Stadt. Dieses andere Venedig zu zeigen war mein Hauptanliegen. Es ist wirklich mein Herzblut, das in den Kanälen davon getragen wird.

Inifrau im Internet

Homepage:   www.inifrau.de

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