13. Dezember: Ochse
"Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn. Jesaja 1,3
Auf dem Tisch liegt in das Tuch gehüllt
der Ochse. Er wird erst vorsichtig mit geschlossenen Augen betastet,
dann packen wir ihn aus.
Der Stall, den Anna ihnen gezeigt hat, steht nicht leer. Ein Ochse wohnt darin. Tagsüber, wenn er gerade nicht den Pflug oder den Wagen ziehen muß, wird er draußen an einem langen Seil an den Baum gebunden, damit er fressen kann und nachts darf er in dem Stall schlafen. An diesem Abend wundert sich der Ochse. Noch nie sind nach der Anna, die ihn abends immer hereinholt, noch Leute in den Stall gekommen. Aber heute geht die Türe knarrend auf und ein Mann und eine Frau mit einer kleinen Laterne treten ein. Sie sehen sehr müde und erschöpft aus. Sie lassen sich seufzend in einen Haufen Stroh fallen, als ob sie gleich so auf der Stelle einschlafen könnten. Der Ochse läßt zur Begrüßung ein leises, freundliches "Muh!" hören. Da sieht die Frau noch einmal auf und lächelt ihn an. "Danke, lieber Ochse!", sagt sie "Es ist schön, daß wir hier bei dir wohnen dürfen. Wenn ich ein bißchen näher zu dir hinrutsche, dann ist es auch schön warm. Darf ich? Weißt du, wir werden auch nicht alleine bleiben. Unser Kind wird nämlich hier bei dir geboren werden. Ich bin sehr froh, daß du es auch wärmen wirst." Der Ochse muht noch einmal leise und nickt leicht mit dem Kopf, als hätte er alles verstanden. Er fühlt, daß er sehr wichtig ist und bleibt auch ganz ruhig liegen, damit er die müden Leute nicht stört.
Wir stellen den Ochsen in den Stall.