16.Dezember: Der Hirte
Eine Hirtenfigur auf den Tisch stellen, dazu ein Schaf.
Es ist kalt geworden. Die Schafe
sind vom Berg heruntergekommen. Tobias, ihr Hirte, ist stolz auf
sie. Die frische Bergluft hat ihnen gut getan. Welch dichtes,
schönes Fell sie bekommen haben! Die Berggräser und
-kräuter haben ihnen gut getan und sie fett gemacht. Tobias
zählt seine Schafe: sechs große, zwei kleine. Er erschrickt.
Hat er sich verzählt? Als er ihnen im Sommer das Salz heraufbrachte,
waren es drei junge Lämmer gewesen. Eines davon war besonders
lebendig. Viele Luftsprünge hat es gemacht. Es war von allen
dreien das zutraulichste. Jetzt fehlt es. Was mag geschehen sein?
Ist es abgestürzt? Hat es der Wolf verschlungen? Hat es sich
verlaufen? Tobias ist voller Sorge. Was soll er tun? Er treibt
seine Schafe in den Pferch. Seinem Hund befiehlt er: "Paß
gut auf!" Dann macht er sich in die Berge auf, um sein verlorenes
Schaf zu suchen. Den ganzen Weg geht er zurück. Er steigt
über reißende Bäche, klettert über große
Steine, stapft durch den ersten Schnee. Immer wieder bleibt er
stehen und lauscht Er ruft, er pfeift, er horcht. Auf seinen Pfiff
hatte das Schäflein immer reagiert.. Doch jetzt pfeift er
vergebens.
Tobias ist schon hoch in die Berge gekommen. Da hört er ein
leises "Bäh! Bäh!" Er geht dem kläglichen
Ruf nach. In einer Felsspalte eingeklemmt liegt das gesuchte Lamm.
Alles Strampeln hilft nichts. Es kommt nicht mehr heraus. Wie
froh ist Tobias jetzt, daß er sein Lämmlein lebend
wiedersieht. Er legt sich auf den Bauch vor die Spalte und greift
nach unten. Jetzt kann er es fassen. Mit beiden Armen zieht er
das Tier hoch. Da steht es neben ihm, zitternd und schwach. Tobias
nimmt es auf die Schulter. Schnell macht er sich auf den Heimweg,
bevor die Nacht einbricht. Der Weg ist steil und gefährlich.
Tobias stützt sich auf seinen Stock. Schritt für Schritt
steigt er hinab zur Herde. Als er unten ankommt ist es bereits
Nacht. Ein großer heller Stern funkelt über dem Schafpferch.
Tobias ist so glücklich, daß er vor Freude singt.
Am nächsten Tag macht er sich auf den Weg zu den Feldern
von Bethlehem. Dort trifft er mit anderen Hirten und Herden zusammen.
Er ist so froh. Allen möchte er es erzählen: "Seht
mein verlorenes Lämmlein ist wieder da." Er spürt
alle freuen sich mit ihm.
Den Hirten und sein Schaf in die Krippenlandschaft
stellen.