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Zahnwissen-Lexikon
Aa - Am |
diese Übersetzung |
AAA-Knochen
engl.: aaa-bone = antigen-extracted autolysed allogenic bone;
entsprechend vorbehandeltes, organisches, allogenes Knochenersatzmaterial, um die Gefahr der
Krankheitsübertragung, Abstoßung oder Allergie zu vermeiden.
A-Linie
auch Ah-Linie, engl.: palatal vibrating line; die Ansatzlinie des
Gaumensegels (befindlich am hinteren Gaumen als Übergang vom harten in den
weichen Gaumen) gilt bei Vollprothesen als Anhaltspunkt für die hintere
Begrenzung der Gaumenbasis (1 bis 2 mm hinter die A.-L.). Der Name entstammt
daher, da diese Linie beim Sprechen eines lang gezogenen "Aah's" bei geöffnetem
Mund sichtbar ist.
Kompressionsabdruck,
Vibrationszone
abakteriell
"ohne Bakterien", engl.: abacterial; z.B. Erkrankungen (Entzündungen),
welche primär nicht durch Bakterien ausgelöst
werden.
Abbau ; engl.: (bone) disintegration;
Atrophie
Abbe-Neuber-Plastik
Abbe-Neuber-Lippenplastik, engl.: Abbe-plasty, Abbe flap,
(Abbe-)lip-switch technique;
zu den Spätoperationen zählende Oberlippenplastik - hauptsächlich bei
Lippenspalten, aber auch bei
Defektverletzungen durch Traumata oder Tumorerkrankungen angewandt. Dabei wird
eine zu kleine Oberlippe mit Unterlippengewebe aufgefüllt: Ein am Lippenrot
gestielter Dreiecklappen aus der Unterlippe, welcher umgebende Haut, Muskulatur
und Schleimhaut enthält, wird durch eine 180°-Umkehrplastik in die, im Bereich
der Narbe aufgetrennte, Oberlippe eingelagert. Nach ca. 4 Wochen Durchtrennung
des ernährenden Stiels. Atmungs- und starke Essbehinderung, Sondennahrung
erforderlich.
Lappenoperation
Abbindeexpansion
engl.: setting expansion; Verhalten von Werkstoffen, während des
Aushärtens (
Abbinden) die Form zu vergrößern bzw. an
Volumen zuzunehmen. Bekannte Vertreter in der
ZHK sind
Amalgame und Gipse, wobei gerade bei
Amalgamen - wegen eines dadurch verbesserten
Randschlusses - sich diese
Eigenschaft positiv auswirkt.
Die Abbindeexpansion der gebräuchlichen
Modellgipse (und anderer abbindender mineralischer Stoffe) darf nach den
einschlägigen Normvorschriften einen Grenzwert nicht überschreiten. Dieser liegt
bei den Spezialgipsen unter 0,1 %.
Abbinden
Abbindekontraktion
Schrumpfung, engl.: shrinkage; Verhalten von Werkstoffen,
während des Aushärtens die Form zu verkleinern bzw. an Volumen zu verlieren.
Bekannte Vertreter in der ZHK sind
die Kunststoffe;
,
Abbinden,
Polymerisationsschrumpfung
Abbinden
"Aushärten", engl.: to set; Schlagwortbezeichnung für den
komplexen chemischen Vorgang der Verfestigung von Stoffen, deren
Ausgangskomponenten zumindest aus einer flüssigen Substanz bestehen. Der
Abbindeprozess bis zur völligen Aushärtung verläuft meist nicht geradlinig. Je
nach gewünschter Eigenschaft des Materials kann es notwendig sein, diesen
Prozess durch chemische Abbindeverzögerer zu verlängern oder durch
Abbindebeschleuniger zu verkürzen. Einen weiteren Einfluss auf die Abbindezeit
hat die Temperatur und die anteilmäßige Zusammensetzung des Gemisches.
Reaktionsbedingt wird bei dem Vorgang des A. Wärme ("Abbindewärme")
frei, die bei Mundmaterialien (z.B.
Füllungsmaterialien)
beachtet werden muss. Ebenso treten häufig
Volumenveränderungen während des A. auf.
Abbot Hammer
engl.: do.; nach einem Berliner Zahnarzt (Frank A., 1836-1897) benanntes
motorgetriebenes Gerät zur Kondensation von
Feingold bei
Goldhämmerfüllungen
ABC-Apparat
kieferorthopädisches
Behandlungsgerät - gleichzeitig im Ober- u. Unterkiefer - zur Einstellung eines
korrekten Zusammenbisses mittels sog.
"intermaxillärer Gummizüge".
| ABC-Kontakte engl.: ABC-Stops; Schlagwortbezeichnung für die Lokalisation von Antagonistenkontakten im Sinne einer stabilen Okklusion im Seitenzahngebiet. Das vor allem bei der Aufwachstechnik angestrebte Ziel unterscheidet drei Lagebeziehungen beim Kontakt zum Gegenzahn (Antagonistenkontakt):
In der Praxis genügen normalerweise A und B- bzw. C und B-Kontakte;
sie bewirken eine stabile Okklusion und bewirken eine axiale
Zahnbelastung. |
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| Abdeckkappe Verschlusskappe, engl.: (implant) coping; Bezeichnung für eine: 1.) vorgefertigte Metallhülsenkappe, welche einen Zahnstumpf nach dessen Präparation provisorisch versorgt; 2.) Verschlusskappe, welche bei enossalen Implantaten während der Einheilphase in den Implantatkörper geschraubt wird, um das Implantatinnengewinde - dieses nimmt später den Implantatpfosten auf - vor Verunreinigungen und z.T. vor Überwachsungen zu schützen (s. Abb.). |
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Abdeckplatte
Nachblutungsplatte, Bluterplatte, Verbandplatte, engl.:
cradle; meist aus Kunststoff gefertigte Verbandsplatte zum mechanischen
Verschluss bzw. Kompression einer Wunde bei bekannter (
Blutgerinnungsstörungen)
oder drohender Nachblutungsgefahr. Zum
festen Sitz dieser Platte wird diese mit Klammern oder Ligaturen am Restgebiss
befestigt; im zahnlosen Kiefer kann eine
Retention z.B. durch Umschlingung des Kiefers erfolgen.
Obturator
Abdingung
Abdingen, engl.: to cede; Schlagwortbezeichnung für:
1.) Erbringung von Leistungen, die nicht zum
Leistungskatalog der Gesetzlichen
Krankenversicherung gehören und per A. mit dem Patienten "privat" -
d.h. auf dem Boden der GOZ - vereinbart
werden,
2.) Außer Kraft setzen des maximalen Steigerungsfaktors von 3,5 der
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)
| Abdruck Schlagwortbez. für eine Abformung im Kieferbereich, engl.: (dental) impression, cast; zahnärztliches Verfahren zur möglichst exakten (je nach Verfahren bis hin zum µ-Bereich) Duplikation von Bereichen der Kiefer oder Zähne, welches später die Mundsituation auf einem sog. Modell außerhalb des Mundes wiedergibt. Die A. können mit vorgefertigten Behelfen (Fachjargon: "Abdruck-Löffel" bzw. "Konfektionslöffel" (bei A., wo es nicht so sehr auf die Präzision ankommt) oder mit speziell für die Mundsituation angefertigten Schablonen (individueller Löffel, Indivlöffel, Funktionslöffel) genommen werden. Nach eingesetztem Material und Verfahren unterscheidet man zwischen starren A. (heute ohne Bedeutung) und elastischen A.:
Die Präzision moderner Abformmassen ist heute sehr hoch und liegt
bei korrekter Verarbeitung im µm-Bereich (tausendstel
Millimeter); Bei der Verarbeitung von Abformmaterialien tauchen folgende Zeitbegriffe auf:
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Abdruckarten Abdrucktechniken, Abformungsarten, engl.: impression techniques; es existieren eine Vielzahl von Abdruckarten und -techniken, um eine möglichst genaues Abbild von Zähnen, Präparation, Kieferabschnitten oder anderen Teilen der Mundhöhle zu reproduzieren. I.d.R. erfolgt auf Grundlage eines Abdrucks dann eine Weiterverarbeitung in einem zahntechnischen Labor.
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Abdruckgips
, engl.: impression plaster;
Abdruck,
Gipsabformung
Abdrucklöffel , Abformlöffel, engl.: impression tray;
Abdruck,
Ehricke-Löffel,
individueller
Abdrucklöffel
Abdrucklose Praxis
Schlagwortbezeichnung für Herstellungskonzepte z.B. bei
vollkeramischen Zahnersatz nach der
CAD/CAM-Technologie. Eine
Abdrucknahme in der Praxis entfällt nach diesen Konzepten komplett. Die durch
einen "Scan" gewonnenen Daten - inklusive dem
Antagonisten - werden entweder in der
Praxis direkt in eine Steuereinheit eingegeben, gefräst und in der selben
Sitzung beim Patienten eingesetzt (
CEREC™) oder mittels Internet direkt
an ein angeschlossenes Dentallabor
übermittelt.
optischer
Abdruck - digitale Abformung
| Abdruckpfosten Übertragungspfosten, engl.: transfer coping, impression post; im Rahmen der Herstellung (Abformung) einer Implantat-Suprakonstruktion benötigtes Hilfsmittel: Nach erfolgter Einheilphase wird die bis dahin getragene Abdeckkappe kurzzeitig entfernt und das Implantat mit einem A. versehen, welcher in dem darüber genommenen Abdruck verbleibt und im Labor durch den sog. Modellpfosten ersetzt wird. |
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Abdruckwachs
engl.: impression or inlay wax; schon bei Mundtemperatur leicht plastische,
wachsreiche Wachse mit einem Schmelzpunkt (Erstarrungspunkt) von unter 50 Grad.
Bei der direkten Abdrucktechnik von
Inlays gebräuchlich
| Abell Konturenzange engl.: Abell contouring pliers; bei der Konturierung von Bändern und bei der früher gebräuchlichen Bandkrone verwendete Zange zur gewölbten Ausformung. Dies wird durch eine Zange erreicht, deren Backen (Branchen) einmal konkav und einmal konvex geformt sind und beim Zangenschluss ineinander greifen. |
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Aberration
Abweichung, engl.: do.; fetale Verlagerung von Keimgewebe ("Keimversprengung").
In der ZHK u.a. mit der Folge
einer
Zahnkeimverlagerung
bekannt. Auch gebraucht für eine abnorme
Verlagerung eines durchgebrochenen Zahnes an einer anderen Stelle im Gebiss,
z.B. ein Molar steht dort, wo sich sonst ein Eckzahn befindet.
Fehlstellung von Zähnen,
Verlagerung,
Zahnektopie
Abfraktion
durch Scher- oder Zugspannung ausgelöste Mikroaussprengungen der
Zahnhartsubstanz (Schmelz,
Dentin) im Gebiet der
Schmelz-Zement-Grenze auf der
vestibulären Zahnfläche.
keilförmige Defekte
Abflussrinne
Abflusskanal, Abflussweg, engl.: impression drain; beim
Korrekturabdruck
angewandtes Verfahren, um ein leichtes Abfließen überschüssiger,
dünnfließender Abdruckmasse zu gewährleisten. Mit einem speziellen Instrument
("Hohlmesser") werden - besonders im Bereich der eigentlichen
Präparation(n) - rillenförmige
Abflusskanäle zum Abdruckrand hin gearbeitet. Ohne eine derartige Maßnahme kommt
es beim Zweitabdruck zu einem "Stempeleffekt" und somit zu falschen Resultaten.
Abdruck,
Trennfolie
Abformung ; engl.: cast;
Abdruck
abgestützte Prothese , auch zahngetragene Prothese, engl.: tooth-borne prosthesis;
Prothese, abgestützte
Ablation , engl.: do.; Wegnahme, operative Entfernung eines Organs od. Körperteils; in der Lasertechnologie: Materialabtragung durch starke Wärmezufuhr (Photoablation)
Abnahmeprüfung , engl.: acceptance
inspection; qualitätssichernde Maßnahme im Rahmen der
Röntgenverordnung (§ 16
u. § 17).
©: Uni-Münster
abnehmbar
entfernbar, engl.: removable detachable; Bezeichnung für die Formen von
Zahnersatz, die vom Patienten selbst
entfernt werden können. Es handelt sich hierbei um den sog.
herausnehmbaren Zahnersatz.
Unter "bedingt abnehmbar" (conditional removable) versteht man Zahneratzformen, welche nur in
einer zahnärztlichen Praxis - meist aus hygienischen Gründen - vorübergehend
entfernt werden können. Hierbei handelt es sich meist um verschraubte
Riegel- oder
Implantatsuprakonstruktionen
festsitzend
| Abrasion "Abnutzung", "Abschaffung", engl.: abrasion, tooth wear; durch den Kauvorgang ausgelöster Verlust der Zahnhartsubstanzen infolge von Reibung (z.B. Attrition, Demastikation), beginnend mit dem Schmelz, im fortgeschrittenen Zustand sich über das Dentin bis zur (ehemaligen) Zahnpulpa fortsetzend. Es wird unterschieden: Wenn zwei Zähne beim Zubeißen oder Schlucken aufeinander treffen, also zum Beispiel ein eigener, unbehandelter Zahn (Schmelz) auf eine Keramikkrone, so spricht man auch von Zweikörperverschleiß oder Ebenfalls werden A. - je nach Materialbeschaffenheit - an Füllungen und Zahnersatzarbeiten beobachtet. Man unterscheidet Abnutzungen durch:
Das durch eine A. freiwerdende
Dentin ist nur gering oder gar nicht empfindlich, da durch den mechanischen
Abrieb eine Schmierschicht
erzeugt wird, die die empfindlichen
Dentinkanälchen verschließt. |
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Abrasionsfacette , engl.: abrasion facet;
Schlifffacette
| Abrasionsgebiss "Vielkauergebiss", engl.: (badly) abraded dentition; Schlagwortbezeichnung für ein durch starke Beiß- und Kauabnutzung entstandener Gebisszustand. Kennzeichnend sind der mehr oder weniger starke Verlust von Fissuren und Höckern, Schneidekanten, Schlifffacetten und eine Bisssenkung. Typisch für den Gebisszustand von Naturvölkern ab dem mittleren Alter (s. Abb.). Da derartige Zustände über einen längeren Zeitraum entstehen, bestehen im Gegensatz zu Gebisszuständen bei Knirschern und Pressern nur selten Beschwerden. |
![]() A. eines Indianers |
Abrasionsstrahlgeräte,
engl.: air abrasive instruments;
Pulverstrahlgeräte
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Abrasivität Abnutzung, Schmirgelwirkung, engl.: abrasive property; in der ZHK im Zusammenhang mit der Schmirgelwirkung von Zahnpasten gebräuchlich. Messung nach sog. RDA-Werten (RDA = Radioactive Dentin Abrasion). Je höher dieser Wert ist, um so stärker ist die gewünschte Schmirgelwirkung (meist durch den zugesetzten Bimsstein) zur Entfernung von Belägen und sonstigen Verunreinigungen. RDA-Werte von 30 gelten als gering abrasiv, solche mit Werten zwischen 70 u. 80 bezeichnet man als mittel-abrasiv; Werte über 100 gelten als stark abrasiv. Bei einem intakten Zahnschmelz können die mechanischen Abrasionsstoffe wenig Schaden anrichten, da dieser sehr viel härter ist; Messung dieser A. durch den REA-Wert = Radioactive Enamel Abrasion. Gefährlich kann dagegen die A. bei freiliegenden Zahnhälsen/-wurzeln verbunden mit einer falschen Putztechnik und einer zu harten Zahnbürste sein. Pro Professioneller Zahnreinigung (PZR) errechnete sich insgesamt ein Dentinverlust zwischen 0,24 µm und 1,48 µm. Bei einer Prophylaxe-Frequenz von ein bis sechs Mal jährlich käme es damit zu Abrieben zwischen 1,44 µm und 8,88 µm im Jahr. Dies würde bedeuten, dass es zwischen 11 und 69 Jahren dauert, ehe 0,1 mm Dentin allein durch Prophylaxe abradiert wird. Damit liegt der so verursachte Dentinverlust deutlich unter den Abrasionswerten, die zum Beispiel durch das tägliche Zähneputzen entstehen: Diese rangieren zwischen 4 µm und 35 µm in der Woche. |
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Abrechnungsprüfung
abgerechneter zahnärztlicher Leistungen (in
der Gesetzlichen Krankenversicherung);
Wirtschaftlichkeitsgebot
Absauganlage
Absauggerät, "Suktor" engl.: suction unit; z.T. in die
"Helferinnenseite" einer zahnärztlichen Behandlungseinheit integriertes Gerät
("Suktor")
zum
Absaugen von Flüssigkeiten,
Materialresten und Spraynebel. Da in einer
zahnärztlichen Praxis selten nur eine Behandlungseinheit vorhanden ist, befindet
sich der Absaugmotor meist zentral für alle Einheiten der Praxis in einem
separatem Raum. Diesem vorgeschaltet ist - in D gesetzlich vorgeschrieben - ein
Amalgamabscheider.
Grundsätzlich werden bei A. zwei Konstruktionsprinzipien unterschieden
(nach ZA M. Logies):
"Bei der klassischen Trockenabsaugung findet die Separierung Luft/Wasser
schon in der Einheit statt. Die Luft sorgt fürs Vakuum, das separierte "Wasser"
läuft dann aber per Schwerkraft u. damit niedriger Strömungsgeschwindigkeit in
den Abfluss. Bei Nassabsaugung gehen "Wasser" und Luft gemeinsam durch
strömungsoptimierte Abwege mit hoher Geschwindigkeit zur Saugmaschine u. werden
erst dort, kurz vor der Saugmaschine, separiert."
Absaugen,
Amalgamabscheider,
Trockenlegen
Absaugen
Absaugung, engl.: suctioning, pump out; durch das
zahnärztliche Assistenzpersonal (
Vier-Hand-Technik) durchgeführte Maßnahmen zum Trockenhalten des
Eingriffsgebietes und/oder zur Entfernung von Kühlflüssigkeit ("Spray")
bzw. Bestandteilen, die während einer
Präparation anfallen. Dies bewirkt eine Übersicht und Sauberkeit des
Arbeitsfeldes. Eingesetzt werden hierzu Speichelsauger oder an
Absauganlagen ("Suktor") angeschlossene Absaugkanülen.
Abscherfraktur
Abspaltungsfraktur, engl.: cleavage or shearing fracture;
meist im Gelenkbereich vorkommende, durch tangentiale Scherkräfte ausgelöste
Knochenfraktur. In der ZHK meist
bei der tiefen
Kiefergelenkfortsatzfraktur (Collumfraktur) auftretend.
Kieferfrakturen
Abschlussrand
engl.: bead seal, beading;
1.)
Ventilrand einer
Vollprothese
2.) palatinales Abschlussband oder " hinterer Saugrand" als
dorsale Begrenzung einer
Vollprothese im Sinne einer
Abdämmleiste. Dieser - innerhalb der
Vibrationszone gelegen - wird durch einen
Funktionsabdruck mit
entsprechender Kompression (Belastungsabformung,
Kompressionsabdruck) der
weichen Gaumenteile in diesem Gebiet erzielt oder zuweilen im
zahntechnischen Labor durch Radieren
am Gipsmodell entsprechend geschaffen.
3.) unterfütterbarer hinterer
Gaumenrand bei einer Modellgussbasis,
wenn diese bis in den weichen Gaumen
reicht
Ventilrand
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Abschrägung Anschrägung, Randabschrägung, Schmelzabschrägung, engl.: chamfer, bevel; 1.) Bezeichnung für den Abschluss einer kantigen Präparationsgrenze, wie sie bei einer Inlay- oder Stufenpräparation auftritt: der Übergang zum natürlichen Zahn verläuft nicht rechtwinklig, sondern die Kante wird mehr oder weniger stark im Schmelzbereich - i.d.R. mit Handinstrumenten, sog. Randschrägern oder Schmelzbeilen - gebrochen. So vermindert sich die Undichtigkeit, die von einem Randspalt ausgeht. Wegen der dadurch dünn auslaufenden Restauration, ist ein solches Vorgehen nur bei metallischen Werkstoffen möglich; 2.) Anschrägung des Kavitätenrandes im Schmelzbereich bei der Adhäsivtechnik. Hierdurch wird eine größere Schmelzoberfläche erzielt und es stehen mehr Schmelzprismen zur Haftung zur Verfügung 3.) Abweichen des Winkels von der Parallelität bei Zahnstümpfen oder Teleskopkronen (Konvergenzwinkel, Konuswinkel) |
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Abschrecken
engl.: hardening; schnelles Abkühlen einer metallischen
Legierungsschmelze zur Veränderung des
Gefüges. I.d.R. wird geht dadurch die sich verfestigende Schmelze in einen
amorphen Festkörper über. Die Anordnung der Atome ist nicht mehr regelmäßig wie
in einem Kristallgitter, sondern ähnlich ungeordnet wie in einem Glas
(metallisches Glas).
Legierung,
Oberflächenhärte
Abstrahlen
engl.: blow off, shot blasting; Entfernen der Einbettmasse und
Oxidschichten nach dem Schleuder- oder Vakuumguss von dem Gussobjekt. Zur
Anwendung gelangen in der Zahntechnik Korundstrahler, die im
Umlaufstrahlverfahren arbeiten, d. h., die Strahlmittel werden solange
wiederverwendet, bis sie verschlissen sind.
Pulverstrahlgeräte
Abstrich
engl.: smear; Schlagwortbezeichnung für die zu diagnostischen Zwecken (Zytodiagnostik,
bakteriologische Untersuchung) erfolgende Entnahme von Untersuchungsmaterial von
der Haut- oder Schleimhautoberfläche mittels Abstrichnadel, -öse , -spatel oder
-tupfer; in der ZHK vor allem
mittels steriler Papierspitzen (sog.
DNA-Sonden, z.B. "Gensondentest") aus der Zahnfleischtasche (
bakteriologische Identifizierungssysteme) bzw. mittels einer Bürste (sog.
Bürstenbiopsie, auch:
"Bürstentest"). Dazu werden Papierspitzen in die
Zahnfleischtaschen eingeführt und für ca. 30 sec. dort belassen. Die Bakterien
werden so in die Papierspitzen aufgesaugt, in sterilen Röhrchen (bakteriendicht
verschlossen) aufbewahrt und in ein spezielles Labor zur Auswertung geschickt.
Im mikrobiologischen Labor erfolgt die Anzüchtung der Keime unter
aeroben und anaeroben
Bedingungen. Als Nährmedien dienen i.d.R. Schafsblutagar, Kochblutagar unter
CO2- Begasung, Blutagar unter anaeroben Bedingungen und McConkey- Agar zur
Identifizierung von gramnegativen
Bakterien. Zum Nachweis von Pilzen dient z.B. Sabboroagar. Die Bebrütung dauert
zwischen 24 (anaerobier) und 48 Stunden; eine Keimdifferenzierung kann nochmals
24 Stunden dauern.
Agar, Eiter
Abstützelemente
engl.: anchor or support elements; Oberbegriff für zahlreiche
Konstruktionen, welche den herausnehmbaren Zahnersatz oder ein
kieferorthopädisches Gerät ganz oder teilweise an den eigenen Zähnen abstützen ("parodontale
Abstützung", "Parodontal getragen"; tooth supported), um ein Absinken zu vermeiden und
ein "natürliches" Beißgefühl zu geben. Bekannte Konstruktionen sind
Auflagen an Klammern, Dorne,
Geschiebe,
Teleskopkronen und
Stege
Abstützung, abgestützte
Prothese, Halteelement, Teilprothese
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Abstützung engl.: abutment, anchorage, support; durch Nach Anzahl und Lage der A. werden nach Steffel (1962) unterschieden (s. Abb. oben): - linear - transversale Abstützung - sagittale Abstützung (unilateral anterior/posterior) - linear - diagonale Abstützung wobei die beiden letzteren Formen eine stabile, die trianguläre eine weitgehend stabile Prothesenlage und somit eine Schonung des Restgebisses garantieren. E. Körber (1987) unterteilt in 5 Klassen (s. Abb. unten). Im Gegensatz zu Steffel, welcher die auftretenden, unphysiologischen Kräfte in den Vordergrund stellt, klassifiziert Körber nach der Art der Prothesenlagerung und der Auflageachse: Bei einem |
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| Abszess Abszeß, Eiterbeule, "fluktuierende Schwellung"; Abscessus, engl.: abscess; durch sog. Eiterbakterien (meist bakterielle Mischinfektionen aus zwei u. mehr Bakterienarten wie z.B. Staphylokokken und Streptokokken) verursachte eitrige Gewebseinschmelzung ("eitrige Infektionsherde") überwiegend in nicht vorgeformten Körperhöhlen; meist durch Palpation an der typischen Fluktuation erkennbar; in der ZHK häufig als submuköser Abszess, engl.: gumboil, s.u. vorkommend. Im Gegensatz zur Phlegmone ist der A. eine, durch aus Granulationsgewebe bestehende Abszessmembran begrenzte, abgeschlossene Eiteransammlung mit fluktuierender Konsistenz. Daneben sind auch (seltene) sterile A. bekannt. Als Phoenix-Abszess bezeichnet man einen wieder aufbrechenden A. Zahnärztlicherseits sind die häufigsten Ursachen für einen A. Entzündungen von Zahnwurzeln ( In der ZHK sind mehrere Abszessformen bekannt, wovon die meisten im Volksmund als "Dicke Backe" bezeichnet werden:
Die Behandlung eines A. besteht neben einer Ursachenbeseitigung (z.B.
Trepanation des Zahnes oder
Reinigung der entzündeten Zahnfleischtasche) meist in seiner chirurgischen Eröffnung ( |
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Abszesseröffnung
Abszessspaltung, engl.: abscess incision; chirurgische
Maßnahme (mittels Skalpell), damit das
sich im Abszess befindliche, unter Druck stehende Exsudat
nach außen abfließen kann. Damit sich diese Öffnung nicht bald wieder von allein
schließt, wird meist für eine gewisse Zeit eine
Drainage eingelegt. Die chirurgische
A. richtet sich nach topographisch- anatomischen Kriterien sowie nach der
Abszesslokalisation. Die Inzision
erfolgt entweder von extraoral oder
von intraoral und sollte nach
Möglichkeit im unteren Gebiet des Abszesses erfolgen.
Abszess, Abszessmembran,
Inzision,
Stichinzision
Abszessmembran
engl.: abscess membrane; dünnes Häutchen, welches die Abszesshöhle
zu seiner Umgebung als diffusionshemmende Barriere abgrenzt. Das sich zuerst
bildende Granulationsgewebe
wird später durch bindegewebige Strukturen ersetzt bzw. umhüllt. Durch die A.
kann ein Antibiotikum nur in
geringem Umfang durchtreten, wodurch keine wirksame Konzentration des
Medikamentes in der Abszesshöhle aufgebaut werden kann. In diesem Stadium ist
die chirurgische Therapie durch Inzision des
Abszesses mit nachfolgender Drainage
die eigentliche Therapie
Abszess
Abt-Letterer-Siwe Syndrom
engl.: Letterer-Siwe syndrome; akute und schwerste Verlaufsform der
Histiozytose X (Langerhans-Zell-Histiozytose). Bei der schon im Säuglingsalter
auftretenden, unbehandelt meist tödlichen Erkrankung, sind u.a. auf der Haut
rotbraune Knoten erkennbar. In der Mundschleimhaut sind die Wangen, der Gaumen
und der lymphatische Rachenring betroffen. Sehr seltene, rezessiv vererbte
Krankheit, die bei 80% der Patienten schon im Säuglingsalter ausbricht, jedoch
auch noch bis zum Schulalter auftreten kann. Weltweit sind unter 200 Fälle
registriert. Der genetische Defekt ist bislang unbekannt, eine Fehlfunktion der
Immunzellen ist jedoch wahrscheinlich.
http://www.beepworld.de/
Eosinophiles Granulom
Abusus , Missbrauch, engl.: abuse; übermäßiger Gebrauch von Arznei- und Genussmitteln im Sinne von damit verbundenen schädlichen Auswirkungen
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Abutment Aufbau, Pfeiler, Verankerung, Widerlager, engl.: do.; in der Implantatprothetik gebraucht Bezeichnung für ein Verbindungselement zwischen dem eigentlichen Implantat und der Suprakonstruktion (z.B. eine Kugel-Knopf-Verankerung oder ein individuell/konfektionell gefertigtes A.). Zum Einsatz kommen Titanabutments (konventionell), A. aus Aluminiumoxidkeramik und aus Zirkondioxidkeramik. In den letzten Jahren ist eine vermehrte Anwendung individuell gefertigter A. zu beobachten. Konfektionell gefertigte A. haben durch ihre rotationssymetrische Grundform den Nachteil, dass sie sich häufig nicht optimal in die Zahnreihe einpassen lassen und so das Anfertigen einer Suprakonstruktion erschweren oder unmöglich machen. Ein Anpassen ("Einschleifen") im Mund ist wegen des harten Materials (Titan, Zirkoniumdoxid) fast nicht möglich. Derartige Probleme bestehen bei laborgefertigten, individuellen A. nicht, allerdings bestehen hierbei ein zahntechnisch hoher Zeit- und Kostenaufwand. |
![]() ![]() Keramik-A., individuell gefertigt |
Abweichung
engl..: deviation, anomaly;
1.) im Sinne einer Abweichung vom Mittelwert:
Deviation
2.) im Sinne einer Anomalie
(Fehlbildung); in der ZHK
gebraucht zur Bezeichnung von Abweichungen der Zähne (= dentoalveoläre
Abweichung) oder Kiefer (= skelettale Abweichung) von der
Normalposition im dreidimensionalen
Raum, wobei klinisch häufig Kombinationen der unten aufgeführten A.
auftreten:
Angle Klassifikationen,
Eckzahndistanz,
Eugnathie,
Kieferorthopädie,
Pont-Index
access-flap ;
Kirkland,
Parodontalchirurgie
Acetylsalicylsäure
ASS, Aspirin™, engl.: acetylsalicylic acid; eines der wohl
am meisten bekannten Arzneimittel; vor
über 100 Jahren als Schmerzmittel
entdeckt, sind weitere Wirkungen bekannt und therapeutisch genutzt worden:
--
eine blutverdünnende Wirkung (
Thrombozytenaggregationshemmer)
-- eine gefäßschützende Komponente im Sinne eines antioxidativen Effekts
-- Ein möglicher krebshemmender (antikanzerogener) Wirkmechanismus von A.
ist die Hemmung der Cyclooxigenase
Auf Grund des
Blutgerinnungs-hemmenden Effekts besteht bei zahnärztlich-chirurgischen
Eingriffen die Gefahr einer Nachblutung;
beherrschbare Zwischenfälle werden mit 1:250 angegeben.
Neuere Studien (Hemelik H. et al.: Zahnextraktion unter
Medikation mit Acetylsalicylsäure (ASS). Mund Kiefer GesichtsChir 2006; 10: 3-6)
kommen zu dem Ergebnis, dass die Medikation vor dem Eingriff nicht abgesetzt
werden muss. Auch in Anbetracht des erhöhten Risikos der Patienten,
thromboembolische Ereignisse durch die fehlende ASS-Gabe zu erleiden, sei ein
derartiger Schritt nicht zu rechtfertigen. Die Gefahr möglicher Thromboembolien
nach Absetzen von ASS übersteige das
Nachblutungsrisiko. Sprechen die Umstände gegen eine Fortführung der
ASS-Behandlung, so sollte diese höchstens 3 Tage, besser kürzer, unterbrochen
werden. Bei solchen Patienten steigt das Risiko thrombotischer Ereignisse
zwischen 4 und 30 Tage lang.
ASS-Präparate sollten nicht in der Schwangerschaft eingesetzt
werden. Ebenso bei Kindern: hier kann das zwar seltene aber mitunter
tödlich verlaufende Reye-Syndrom ausgelöst werden.
Bei gleichzeitiger Einnahme von niedrig dosierter ASS und
Ibuprofen sind Wechselwirkungen
möglich, weil Ibuprofen die gerinnungshemmende Wirkung von ASS verringern kann.
Analgetika,
Behandlungen in der
Schwangerschaft, Blutgerinnungsstörungen,
Quincke Ödem,
Salicylsäure
Achsenmerkmal ,
engl.: axial characteristic;
Zahnmerkmale
Achsiographie
Axiographie, enfl.: axiographia; Aufzeichnung von Bewegungsspuren des Unterkiefers bzw. der
Kondylen (
Scharnierachse).
Funktionsanalyse,
Inzisalpunkt,
Registrierung,
Unterkiefergrenzbewegungen
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/habil-online/ ,
http://www.tarzahn.de
Achspunkt
Scharnierachsenpunkt, engl.: hinge axis point; primär: jeder Punkt
auf der
Scharnierachse.
In der Praxis als der Hautpunkt, durch welchen die virtuelle Scharnierachse den
Schädel verlässt. Häufig "mittelwertig" im Bereich der tastbaren Kiefergelenke
auf der Haut markiert = arbiträrer
Achspunkt
Acrylate
"Akrylharze", engl.: acrylates; Oberbegriff für die
Polymere der Acrylsäure; sie zeichnen sich durch die Acrylgruppe (CH2=CH-COOH)
aus. In der ZHK bekannte
Verbindungen sind Diacrylate und
Polymethylmethacrylate (z.B. als
Basismaterial für Prothesen)
Actinobacillus
Actinomycetem-comitans, neuerdings (
http://ijs.sgmjournals.org/cgi/content/abstract/56/9/2135) auch:
Aggregatibacter actinomycetemcomitans, "Aggregatus bacter", A.a.c., engl.: do.;
gramnegatives, fakultativ
anaerobes Stäbchen-Bakterium;
gilt als eines der aktivsten Keime bei den aggressive Formen von
Zahnfleischerkrankungen
und als Begleitkeim bei einer Aktinomykose. So erfolgt
etwa bei 30 bis 50 Prozent der erkrankten Patienten in deren
Plaque ein Nachweiß von A.; bei
den aggressiven Formen (z.B. die juvenile Parodontitis) sogar zu über 90 %. Sein
Haupt-Virulenzfaktor ist das Leukotoxin, mit dem die zelluläre Immunantwort (neutrophile
Granulozyten) geschwächt wird.
Allerdings ist auch bei etwa 30 % der parodontal Gesunden ein derartiger Keim
als physiologisch zu finden.
Da
A. nicht nur in den Zahnfleischtaschen vorzufinden ist, sondern sich
auch in Nischen der Wangenschleimhaut einnistet, kann er nicht ausschließlich
durch in die Tasche
applizierte Medikamente (z.B.
lokale Antibiotikagaben) verbunden mit einer
Wurzeloberflächenreinigung bekämpft werden, sondern erfordert eine antibiotische
Kombinationstherapie (500 mg Amoxillin und 250 mg
Metronidazol / Tag über 3
Tage) bzw. die Anwendung einer neueren Antibiotikagruppe (Fluorquinolone).
Neuerdings (2006) soll mit dem lokalen Medikament Arestin® (lokal applizierbares
Antibiotikum; Minocyklin-Mikrospären)
die Anzahl von Actinobacillus actinomycetemcomitans deutlich reduziert werden;
auf andere Keime wirkt Arestin® weniger deutlich.
Kollagenase,
Leitkeime,
Markerkeime, Parodontitis
Actinomyces odontolyticus
A.o.; wenig bedeutender (physiologischer)
Markerkeim, anaerob bis
mikroaerophil lebend, einer der Mitverursacher der
Aktinomykose
Australische und schwedische Wissenschaftler haben 2005 eine neue
Bakterienspezies identifiziert, die für das Scheitern
endodontischer Behandlungen wohl
mitverantwortlich ist: Actinomyces radicidentis. Der Keim ließ sich an
zwei Schneidezähnen weder nach mehrmaliger Behandlung noch isolieren und
kultivieren. Er zeigte sich in vitro
resistent gegenüber Calciumhydroxid,
ließ sich aber durch mindestens fünfminütige Einwirkung von
Natriumhypochloridlösung
eliminieren. Der Erhalt der Zähne war letztlich nur durch eine
Wurzelspitzenresektion
möglich.
Markerkeime
ADA
American Dental Association, Vereinigung der
US-amerikanischen Zahnärzte. Besondere Bedeutung hat die ADA für das
nicht-europäische Ausland dadurch, dass Empfehlungen oder Ablehnungen zur
Zertifizierung von zahnärztlichen Medikamenten und Werkstoffen direkt gegeben
bzw. gegenüber der strengen Kontrollbehörde FDA
ausgesprochen werden; obwohl im Ausland nicht verbindlich, hat das Urteil in
diesen Ländern - mangels eigener Einrichtungen - häufig verbindlichen Charakter.
In den EU-Staaten unterliegen die dentalen Produkte meist dem europäischen
Medizinproduktegesetz (MPG).
FDA,
Medizinprodukte
The
ADA-Dental-Product-Guide
Adamantin ; vom griech. adamantinos = extrem
hart, Substantia adamantina;
(Zahn-)Schmelz.
Adamantoblasten , engl.: adamantoblasts; schmelzbildende Zellen ("Schmelzbildner"),
Schmelz
ADAM-Komplex
engl. Abk. für Amniotic Deformity Adhesions Mutilations;
Missbildungen, u.a. im Gesichtsbereich (atypisch verlaufende
Gesichtsspalten), welche durch
Stränge der Fruchthülle (Amnionstränge, amniotic bands) im Mutterleib verursacht
werden.
| Adamsklammer engl.: Adam's clasp; häufig verwendetes kieferorthopädisches, zweiarmiges Halteelement (Klammer) zur Befestigung bzw. zur Übertragung von Kräften von herausnehmbaren Behandlungsgeräten an den Molaren (seltener an Prämolaren); gelegentlicher Einsatz beim prov. Zahnersatz. |
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Adaptationsfacette ,
Schlifffacette
addental
addentalis, engl.: do.; den Zähnen anliegend; Begriff gebräuchlich für die
Zungenposition in der artikulatorischen Phonetik (im Zusammenhang mit der
Aussprache), im Gegensatz zu "zwischen den Zähnen liegend" = interdental
Logopädie
Adenographie
engl.: adenography;
Röntgenkontrastdarstellung
von Drüsen oder deren Ausführungsgängen, in der
ZHK bekannt unter
Sialographie oder
Sial(o)adenographie
Adenoidenkiefer
engl.: adenoid jaw; ungeläufige Bezeichnung für eine typische
Kieferverformung, welche durch ausschließliche
habituelle
Mundatmung im Entwicklungsalter
entstehen kann: ausgeprägter
Schmalkiefer mit
hohem Gaumendach. Ursache sind meist organische Störungen im Nasen-Rachen-Raum
("adenoides Syndrom", z.B. Wucherung der Tonsillen)
Adenolymphom (a)
Cystadenolymphom, von Zysten
durchsetzter Speicheldrüsentumor, Albrecht-Arzt-Tumor, Warthin-Tumor,
engl.: papillary cystadenoma lymphomatosum; zu den
Hamartomen
(Wucherungen, die von einer Gewebsfehlentwicklung ausgehen) gehörender
gutartiger Tumor, bevorzugt in der Parotis
auftretend
|
Adenom Drüsengeschwulst, engl.: adenoma; von einem Drüsenepithel ausgehende, meist gutartige Geschwulst, verbreitet im Körper, besonders im Darm ("Polyp") vorkommend. In der ZHK bekannt als: pleomorphes Adenom - sog. Speicheldrüsenmischtumor -, engl.: mixed parotis tumor; gilt als häufigster Tumor der Parotis (Ohrspeicheldrüse); er tritt bevorzugt bei Frauen ab der 5. Lebensdekade auf. Der langsam wachsende Tumor, welcher gelegentlich bösartig entarten kann (3-5% der Fälle) besteht aus epithelialen und mesenchymalen Strukturen, die ohne deutliche Grenze ineinander übergehen. Dieser Parotismischtumor kann als rundliche, prall-elastische verschiebliche Geschwulst palpiert werden. Er wird nur selten größer als eine Walnuss - allerdings wurden auch schon erhebliche größere Formen beschrieben. Eine Fazialisparese tritt auch bei großen Gebilden nicht auf - wenn doch, so spricht dies differentialdiagnostisch für einen malignen Tumor. Sehr viel seltener ist das pleomorphe A. in der Unterkieferspeicheldrüse (Gl. submandibularis) oder in den kleinen Speicheldrüsen zu finden (~ 10%). |
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adental
zahnlos,
engl.: non-dentate; ohne Bezug darauf, ob die
Zahnlosigkeit
genetisch
bedingt ist (
Hypodontie) oder
erst im Laufe des Lebens erworben wurde.
unbezahnt,
zahnlos
|
Aderer Zange "Drei-Finger-Zange", Biegezange, engl.: three-prong-pliers, three jaw pliers; Spezialzange zum kantigen Biegen ("eckige Knicke") von Klammern und kieferorthopädischen Drähten. Der Draht wird zwischen den Branchen eingeklemmt und beim Zusammendrücken in der Mitte geknickt. Mit dieser Zange sind sehr exakte Knicke möglich. |
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adhärent ; engl.: adherent; anhängend, anhaftend, verwachsen. So werden die Makrophagen als "adhärente Zellen" bezeichnet, da diese "Fresszellen" durch elektrische Ladung bzw. Scheinfüßchen sich an "Fremdkörper" anhaften und schließlich zur Vernichtung in ihr Zelleninneres aufnehmen (sog. Phagozytose)
Adhäsion
Anhangskraft, Anziehung(skraft), "Klebekraft", engl.: adhesive
(force o. power); Aneinanderhaften von Molekülen an Grenzflächen
durch zwischenmolekulare Kräfte; wichtiger Faktor z.B. beim Halt einer
Vollprothese.
Voraussetzung ist, dass sich die Moleküle so nahe wie möglich kommen. Die Beschaffenheit des Speichels
spielt dabei eine wichtige Rolle. Derartige Klebekräfte können durch sog.
Haftmittel (Cremes, Pulver) noch
verstärkt werden.
Adhäsionsprothese,
Haftmittel,
Vollprothese
Adhäsionsprothese
"Die Gaumenfreie", engl.: adhesive prosthesis; nicht mehr zeitgemäße
Oberkiefer-Vollprothese, welche nach einem speziellen
Abdruckverfahren (Munzscher Abdruck, Adhäsionsabdruck) gefertigt
wird; dabei sollen angeblich die Adhäsionskräfte "optimal" ausgenutzt werden.
Hierbei sollte die Haftwirkung aus dem Zusammenspiel der Kohäsions- und
Adhäsionskräften des Speichels und der Schleimhaut sowie des Speichels mit der
Prothese entstehen.
Adhäsion,
Halteelemente,
Vollprothese
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/05/05H160/t5.pdf (S.9)
adhäsiv , engl.: bonding;
Adhäsivtechnik
Adhäsivbrücke
, Maryland-Brücke;
Klebebrücke
Adhäsivfüllung ,
Adhäsivtechnik
Adhäsivpräparation
engl.: etwa "minimal-invasive preparation (for
adhesive bonding technique)";
Schlagwortbezeichnung für eine
Präparationsart mit besonderer Charakteristik im Sinne eines
minimal-invasiven Vorgehens und
Anwendung der Adhäsivtechnik: Beschränkung der
Kavität auf den reinen Defekt nach
Kariesentfernung und nicht nach den
klassischen Blackschen Regeln. Es wird der gesamte noch strukturierte
Schmelz geschont und durch Anschrägung breite Haftflächen geschaffen.
| Adhäsivtechnik Adhäsivverfahren, Klebetechnik, ehemals: Säure-Ätz-Technik (SÄT), SDA (schmelzdentinadäsiv) engl.: adhesive bonding technique; Oberbegriff für begleitende Verarbeitungsmethoden vor allem beim Einsatz von Komposit-Materialien, zum Befestigen von außerhalb des Mundes gefertigten Füllungen und Zahnersatzarbeiten (Keramik-Inlay, Klebebrücke, Veneers). Historische Unterteilung in die Schmelzätzung (M. Buonocore, 1955) und die Dentinhaftung (N. Nakabayashi, 1982). In der Literatur tauchen eine Vielzahl von Begriffen und Systemen bei der A. auf, die häufig das Gleiche besagen oder nur unwesentliche Modifikationen mit einem neuen Ausdruck belegen. In einer Übersichtsarbeit (Blunck, 2005 in ZP) werden allein 48 unterschiedliche Systeme aufgeführt! Von einer Kombination der versch. Produkte untereinander wird i.d.R. abgeraten, da die besten Werte nur innerhalb des Gesamt-Systems erreicht werden. Weiterentwicklungen der bestehenden Adhäsivsysteme zielen vornehmlich auf eine Vereinfachung in der Verarbeitung hin, um so bei ebenbürtiger Qualität eine wirtschaftlichere Verarbeitung zu ermöglichen. Die A. macht den Verzicht auf besondere retentive Präparationstechniken ( Das Prinzip der A. besteht darin, dass ein niedrigvisköses Kunststoff-Monomer ("flüssiger Kunststoff"; Haftvermittler) einen Verbund zwischen der Zahnhartsubstanz (Schmelz, Dentin) einerseits und dem entsprechenden Füllungsmaterial (z.B. einem Komposite) andererseits eingeht. Hierzu muss die Zahnoberfläche entsprechend vorbehandelt ("konditioniert") werden. Durch Aufbringung einer Säure (meist 30-40%ige Phosphorsäure; Auf den erwähnten Prinzipien beruhend, ergeben sich folgende 3 - 4 Schritte zum Aufbau einer Haftung am Zahn. Moderne Materialien fassen mehrere dieser Schritte zusammen (s.u.):
Das Adhäsivsystem "Gluma" (Heraeus Kulzer / Bayer) war auf dem deutschen
Dentalmarkt das erste Produkt und bestand noch aus 4 Komponenten, die
nacheinander eingesetzt werden mussten. Heute noch Anwendung bei der
Behandlung
überempfindlicher Zahnhälse.
Entsprechend der Anzahl der Arbeitsschritte und der Vorbehandlung der Schmierschicht erfolgt jüngst folgende Unterscheidung (die Einteilung beginnt mit der "4. Generation", da die vorherigen Generationen entweder nicht mehr existieren oder nur noch wenig angewandt werden):
Zur biologischen Verträglichkeit von Komposites und der A. ist zu bemerken, dass bei der Vielzahl der zum Einsatz kommenden Substanzen bisher keine verlässlichen Untersuchungen vorliegen. Zwar deuten bisherige Erfahrungen darauf hin, dass von den eingesetzten Materialien keine Gefahr ausgeht. Im Gegensatz zu dem in den Medien "verteufelten" Amalgam - bei welchem umfangreiche Studien vorliegen und eine entsprechende Risikoabwägung problemlos möglich ist - kann dies bisher bei diesen Stoffen (noch) nicht sicher ausgesagt werden.
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ADI - Wert
Abk. von "acceptable daily intake" = "duldbare tägliche Aufnahme"; die Menge
eines Stoffes an, die über die gesamte Lebenszeit täglich gegessen werden kann,
ohne dass dadurch gesundheitliche Gefahren zu erwarten wären. Er wird in
Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (mg/kg Körpergewicht * d) oder
verkürzt als mg/kg Körpergewicht angegeben.
http://www.zusatzstoffe-online.de/information/681.doku.html
Adipositas
Fettsucht, Fettleibigkeit, schweres Übergewicht,
Obesitas, engl.: obesity, adiposity, fatness;
eine weit über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes
unterschiedlicher Ursache (übermäßige Nahrungsaufnahme, Stoffwechselerkrankung)
infolge einer positiver Energiebilanz.
Wichtigster Maßstab zur Bestimmung einer A. ist der sog. Body-Mass-Index (BMI)
- BMI = Körpergewicht (kg) / Körpergröße² (m²) - ,
welcher nach WHO-Klassifikation folgende
Werte hat:
Untergewicht
< 18,5
Normalgewicht
18,5 – 24,9
Übergewicht
25,0 – 29,9
Adipositas Grad I
30,0 – 34,9 BMI
Adipositas Grad II
35,0 – 39,9 BMI
Adipositas Grad III
> 40,0 BMI
Über die Hälfte aller erwachsenen Bundesbürger ist zu dick, zwischen 12 und 19
Prozent sind krankhaft fettleibig; auch bei Kindern ist ein besorgniserregender
Trend zu immer mehr Übergewichtigen zu beobachten. A. entsteht bei
Menschen, die ihr Sättigungsgefühl verloren haben. Sie können nicht aufhören zu
essen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Schweres Übergewicht hat immer
auch einen seelischen Hintergrund. Untersuchungen - vor allem
mit Zwillingen - haben bestätigt, dass die Vererbung einen nicht unwesentlichen
Anteil an der Entstehung von Übergewicht hat. Beeinflusst wird dadurch
überwiegend der individuelle Energieverbrauch. Intensiv erforscht wird zum
Beispiel die Bedeutung und Steuerung von Leptin, dem Produkt des ob-Gens, das im
Fettgewebe produziert wird und auf zentrale Nervenstrukturen zur Regulation von
Nahrungsaufnahme und Energieverbrauch wirkt.
adjustieren
adjustiert, engl.: adjust, adjusted; einstellen, in die
entsprechende (richtige) Stelle bringen. In der
ZHK mehrfach gebraucht im Sinne von dem Einstellen eines
richtigen Bisses im
Artikulator ("adjustierter
Artikulator"), Einschleifen von
Kauflächen bei Gleithindernissen ("adjustiertes Einschleifen") oder Eingliedern
einer Schiene bei
Kiefergelenkserkrankungen
oder Bruxismus ("adjustierte
Schiene").
Károlyi Effekt,
Modellmontage,
Registrierung
Adjuvans , Hilfsmittel, engl.: adjuvant; medizinisch: ein die Wirkung unterstützender Zusatz zu einem Arzneimittel
adjuvante Therapie
engl: adjuvant therapy; unterstützende
Behandlung nach einem operativen
Eingriff; z.B. eine Chemo- oder Strahlentherapie nach einer Tumorentfernung. Bei
einer neoadjuvanten Therapie findet diese vor der Operation statt.
Behandlung, Therapie
Diagnostische und therapeutische Verfahren
Adrenalin
Epinephrin, Nebennierenrindenmark-Hormon,
Sympathikusüberträgersubstanz,
zur Gruppe der Katecholamine gehörend, engl.:
epinephrine,
adrenalin(e); Hormon mit den lebenswichtigen Funktionen:
Zusammenziehung der Hautgefäße und Erweiterung der Herzkranzgefäße. Dadurch wird
der Blutfluss des Körpers und die Speichelausstoßung
(Sekretion) reguliert.
In der Zahnmedizin ist A. ein häufiger Zusatz von
Lokalanästhetika, indem es
durch seine gefäßverengende Wirkung den raschen Abtransport des Betäubungsmittel
verhindert und so zur Verstärkung der Wirkung beiträgt und eine (gewünschte)
Blutleere im Operationsgebietes herstellt. Für den gesunden Erwachsenen
beträgt die Maximaldosis an A. als gefäßverengender Zusatz 200
Mikrogramm, für Patienten mit Herz-/Kreislauferkrankungen nur 40 Mikrogramm
(dies entspricht 8 ml einer Lösung mit einem A.-Zusatz von 1:200.000).
Die früher bestehende Lehrmeinung, bei herzkranken Patienten auf einen A.-Zusatz
ganz zu verzichten, wird nach neueren Forschungen angezweifelt, da das Herz
dieser Patienten ohnehin weniger empfindlich gegen A. ist.
Grenzdosis Adrenalin (kardialer Risikopatient) beträgt 40 ug
Adrenalin
1 ml Ultracain D-S® enthält 5 pg
Adrenalin
40 ug entsprechen 8 ml Ultracain D-S
Grenzdosis Adrenalin (gesunder Patient) = 0,2 mg Adrenalin
0,2 mg Adrenalin entsprechen 20 ml Ultracain D-S forte oder 40 ml Ultracain
D-S
Wegen der Sauerstoffempfindlichkeit von A. (es wird durch O2 chemisch
zerstört) werden adrenalinhaltigen Medikamenten in größeren Verpackungen
("Stechflaschen") häufig Natrium-Bisulfit und/oder
Parabene als Stabilisatoren
zugesetzt - bei empfindlichen Patienten sind dadurch zuweilen schwere
allergische Reaktionen möglich. Bedingt durch eine Wechselwirkungen des A.
mit anderen Pharmaka kann die Wirkung
durch trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, Antiparkinson-Mittel, Methyl-Dopa
usw. verstärkt werden.
Behandlung in der
Schwangerschaft,
Lokalanästhetika, Noradrenalin,
Octapressin,
Vasokonstriktoren
Adstringenz
auch: Adstringens, pl.: Adstringenzien, engl.: adstringent
(drug or agent);
Mittel, die beim Auftragen auf die
Mundschleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend, blutstillend und
entzündungswidrig wirken (z.B.
Silbernitrat o. Gerbstoffe). Die Anwendung von A. auf der
Mundschleimhaut gilt heute in
der ZHK überwiegend als
obsolet, da keine ursachenbezogene Heilung
damit erfolgt.
Hämostyptika,
Zinkoxid
Aerobier ;
aerob;
Anaerobier
Aerodentis
"die pulsierend-orthodontische Behandlung"; von Prof. Dr. Meir Redlich
entwickelte kieferorthopädische
Behandlungsapparatur welche auf pulsierend abgegebenen Kraftimpulsen
basiert. Es wird mittels komplizierter Apparatur eine kontrollierte
Luftdruckpolster-Kraft erzeugt, welche eine gute Blutzirkulation im Gewebe des
Parodontalligaments zwischen Wurzel
und Kieferknochen erzeugt. Nach Herstellerangaben wird eine Tragezeit von zehn
Stunden pro Tag (nachts) als ausreichend angesehen, um Zähne in die gewünschte
Stellung zu bewegen. Langzeitstudien bestehen bei diesem neuen Verfahren (2012)
nicht. (Aerodentis AG dror ortho, Wolleraustrasse 41b, CH 8807
Freienbach, Aktiengesellschaft)
Aerodontalgie
Barodontalgie,
Höhenzahnschmerz, engl.: aerodontalgia; zu Aerodontopathien gehörende
Schmerzen, welche i.d.R. von einem
bezahnten Kiefer ausgehen. Die plötzlich auftretenden Schmerzen treten etwa in
Höhen von über 3000 m auf (im Flugzeug ohne Druckausgleich oder im Gebirge).
Verantwortlich dafür sind Lufteinschlüsse (z.B. unter Zahnfüllungen, seltener in
Kieferzysten), welche bei einem Absinken
des atmosphärischen Drucks entsprechende Sensationen auslösen.
Aerozele
Luftzyste, engl.: aerocele; als Unterscheidung zur Schleimzyste (=
Mukozele) gebrauchter Ausdruck
für
Zysten, die als Inhalt überwiegend
Luft enthalten; im Kopfbereich als Laryngozele oder Pneumatozele der
Nasennebenhöhlen bekannt
AFDT , Deutsche
Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie in der Zahn-, Mund und
Kieferheilkunde,
http://www.dgfdt.de/
Affenlücke ,
"Primatenlücke", Eckzahnlücke, engl.: primate spacing;
nur im Milchgebiss physiologisch vorkommende Lücke vor den beiden
Oberkiefer-Eckzähnen bzw. hinter den beiden Unterkiefer-Eckzähnen
Diastema
AFT
engl. Abk. v. Affordable Fluoride Toothpaste (= finanziell
erschwingliche Zahnpasta mit Fluoridzusatz). Zahnpasten mit Fluoridzusatz gelten
weltweit als die wichtigste Maßnahme zur Verhütung von Karies. Allerdings: in
vielen ärmeren Ländern sind die Kosten für derartige Zahncremes gemessen am
Einkommen so hoch, dass davon kein Gebrauch gemacht werden kann. Sog.
AFT-Programme werden mit Unterstützung reicherer Länder dazu eingesetzt,
dass betroffene Menschen zweimal täglich ihre Zähne mit einer "erschwinglichen
Zahnpasta" reinigen können.
ART-Technik
Afte , Afthe, Aphte; falsche Schreibweisen für
Aphthe
Agar - Agar
Pflanzengallerte, engl.: do.; getrockneter Schleim aus roten Meeresalgen
(Rhodophyceae); Geliermittel, welches unabhängig vom Umgebungsmedium ist. Verwendung in zahnärztlichen Abdruckmassen
(
Hydrokolloid), in der
Mikrobiologie zur Züchtung von Keimen ("Agarplatten" als Nährboden für
Bakterien, z.B. Blutagar, Önöz-Agar), im Lebensmittel- und Pharmabereich (z.B.
Verdickung von Suppen) und in höheren Konzentrationen als Abführmittel.
Abstrich,
bakteriologische Identifizierungssysteme
AGC®-Verfahren
; AGC = Auro Galva Crown;
Galvanotechnik
Agenesie , Agenesis; durch eine nicht vorhandene Organanlage bedingtes völliges Fehlen eines Organs. Zeitliche Entstehung vor einer Aplasie
AGET
Abk. von Arbeitsgemeinschaft
Endodontologie und Dentale
Traumatologie, engl.: Association of Endodontics and Dental Traumatology;
2004 innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) gegründet;
http://www.aget-online.de/
AG KZVen
2005 erfolgter Zusammenschluss des KZVen
Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu einer
Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene; 2011 wurde die KZV Hessen Mitglied. Neben der Entwicklung KZV-übergreifender
Handlungsansätze werden Themen aus der Gesundheitspolitik aufgearbeitet und
organisatorisch-technische Fragen der
Selbstverwaltung diskutiert.
AH 26™
AH Plus™,
bekannte organische
Wurzelkanalfüllmaterialien (Sealer)
auf Epoxidharz-Basis. AH 26, als älteres (Schröder, 1954) der beiden Produkte,
in einer silberhaltigen und silberfreien Variante setzt beim Abbinden intitial
und kurzzeitig Formaldehyd frei. Das
weiterentwickelte AH Plus zeigt die im Vergleich besten Haftwerte aller Sealer
zum Dentin der Wurzelkanalwand; es soll beim Abbinden keine Spuren von
Formaldehyd mehr freisetzen.
AH Plus u. AH 26 sind bis auf gelegentliche Gewebereaktionen oder
neurotoxische Effekte wenig problematisch - bei sachgerechter Anwendung
entfalten sie kaum irritierende Wirkungen auf
periapikale Gewebe.
http://www.dentsply.de/
Ah-Linie ,
A-Linie
AIDS , engl.:
Abk. von Acquired ImmunoDeficiency Syndrom.
HIV
Air-abrasiv , Luft-abrasiv, engl.:
air-abrasive;
Pulverstrahlgeräte
Air-Flow-System
, engl.: airflow-system;
Pulverstrahlgeräte
| Airotor veraltete Bezeichnung für "Turbine", engl.: do. o. (dental) turbine; 1957 in den USA entwickelt. Ein hochdrehendes (bis 400.000 U/min; gebräuchlich um 250.000) Kleinstschaufelrad in einem Winkelstück (Bohrmaschine) wird durch Druckluft angetrieben; dient zur Präparation von Zähnen. Bei diesen hohen Drehzahlen ist unbedingt eine Wasser-Luftkühlung (s. Abb.; Turbinen sind - bedingt durch die hohe Umdrehung - für ihr "typisch zahnärztliches Pfeifen" bekannt und verursachen neben einem Angstgefühl bei Patienten nicht selten beim Behandler Gehörschäden. Heute kann problemlos auf schnell laufende Winkelstücke mit Umdrehungen von bis zu 50.000/min zurückgegriffen werden. |
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Akanthästhesie
"Nadelstichempfindung", vom griech.: akantha = Stachel, aisthesis =
Wahrnehmung, engl.: feeling of needles and pins, acanthaesthesia; nadelstichartige Empfindungen als
besondere Form einer
Parästhesie
Akatalasie
engl.: acatalasia, Takahara's disease (Erkrankung);
sehr seltener Enzymdefekt,
welcher einen Mangel an Katalase bedingt. Dieses Defizit führt vor allem in
den Endstromgebieten des Parodontiums dazu, dass das im Gewebe gebildete
Wasserstoffperoxid nicht
gespalten werden kann, und es somit zur Methämoglobinbildung kommt. In deren
Folge entsteht eine lokale Hypoxie, woraus lokale Entzündungen resultieren. Zu dem
Krankheitsbild der A. gehören auch chronische
Ulzerationen der Mund- und Nasenschleimhaut,
Sinusitiden oder eitrige
Tonsillitiden.
Kontraindikation für eine
Wasserstoffperoxid-Anwedung (z.B.
Bleichen)
AKDI
Abk. von Arbeitskreis Dentalinstrumente, engl.: working group dental
instruments; bei der Bundeszahnärztekammer
(BZÄK) angesiedeltes Gremium, welches sich mit den fachspezifischen
Besonderheiten bei der Aufbereitung von
Medizinprodukten befasst und
Empfehlungen für die Zahnarztpraxen abgibt (z.B. Aufbereitung zahnärztlicher
Übertragungsinstrumente). Diese Empfehlungen sind an die vom
Robert Koch-Institut
herausgegebene "Infektionsprävention in der Zahnheilkunde - Anforderungen an die
Hygiene" angelehnt.
Hygiene
Aufbereitung von zahnärztlichen Übertragungsinstrumenten
Statement des Arbeitskreises Dentalinstrumente (AKDI) zur Aufbereitung von
zahnärztlichen Übertragungsinstrumenten (Hand- und Winkelstücke/ Turbinen, 2010)
AKFOS
ArbeitsKreis für Forensische
Odontostomatologie;
interdisziplinärer AK mit dem Ziel, eine Symbiose zwischen Rechts- und
Zahnmedizin herzustellen.
http://www.akfos.com/
Akkomodator
engl.: accomodator; unübliche Bezeichnung für einen speziellen
Aktivator, bei welchem ausschließlich
Dehnungen im Oberkiefer
durchgeführt werden.
| Akromegalie griech.: "akros" = "hervorspringende Körperenden, "mega" = "groß"; engl.: acromegaly; durch Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin (STH) bedingtes Weiterwachsen der Akren ("Körperenden", äußerste bzw. vorstehende Körperteile, wie z.B. Nase, Kinn, Jochbögen, Beine, Arme) nach eigentlichem Wachstumsabschluss; i.d.R. durch einen Tumor des Hypophysen-Vorderlappens hervorgerufen. Entwickelt sich dieser Tumor schon bevor die Epiphysenfugen geschlossen sind, so entwickelt sich ein "hypositärer Riesenwuchs" (Gigantismus). Dabei bleiben aber die Körperproportionen selbst erhalten. Bei einem späteren Tumorvorkommen kann sich das Wachstum nur noch an den Akren und den Gesichtsknochen ausbilden: Hände und Füße werden größer, die Gesichtszüge nehmen ihre markante, grobe Gestalt an. Die A. kommt in allen Altersstufen vor; die meisten Patienten sind zwischen 30 und 60 Jahre alt mit einer Bevorzugung des weiblichen Geschlechts. Aufgrund der sehr unspezifischen Symptomatik vergehen im Durchschnitt fast 9 Jahre vom Beginn der Erkrankung bis zu ihrer Diagnose. Die Prävalenz wird mit 60 Patienten pro einer Millionen EW in D angegeben bei einer unbekannten Dunkelziffer (es werden 20fach höhere Werte diskutiert). Die A. ist mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen (Diabetes, Herzerkrankungen, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Sehstörungen durch Verdrängung des Sehnervs) assoziiert. Eine Operation gilt auch heute (2007) als das Mittel der Wahl. Alternativ oder begleitend werden Medikamente auf der Basis von Somatostatin (z.B. Sandostatin LAR™) bzw. eine Bestrahlung des Tumors eingesetzt. In der ZHK sichtbar in einem übergroßen Unterkiefer ( |
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AK Test
Abk. von "Angewandte Kinesiologie (Muskel-)Test";
fragwürdige Untersuchungsmethode im Sinne eines "Muskeltests". Auf der Site
http://www.naturheilmagazin.de/ wird dazu u.a. ausgesagt: "... Die AK –
Angewandte Kinesiologie nach Dr. George Goodheart ist ein Diagnose- und
Therapieverfahren gleichermaßen, das bei der OM angewandt wird. Der Therapeut
gibt unter Belastung eines Muskels (meist des Muskels zum Heben des Armes) einen
Reiz an den Patienten. Das kann die Frage nach subjektiven Befindlichkeiten, ein
potentiell allergieauslösender Stoff, ein Medikament oder eben die Frage nach
fehlenden Mineralien, Spurenelementen oder Vitaminen sein. Ist der Reiz für den
Patienten stressfrei, kann dessen Körper Reiz und Muskelbelastung gleichzeitig
verarbeiten – der Muskel hält stand. Anderenfalls hat der Arm keine Kraft und
kann leicht nach unten gedrückt werden." ... ".
Kinesiologie
Aktinomykose
Strahlenpilzerkrankung, engl.: actinomycosis; früher irrtümlich
als Pilzerkrankung (daher der Namensteil "mykose") angesehen. Durch Infektion
mit Strahlenpilzen (Actinomyces israelii;
Actinomyces odontolyticus) verursachte Erkrankung bei Mensch und
Tier. Die Erreger der A. sind Bestandteil der normalen Standortflora und
kommen im Mund-Rachen-Raum sowie im Dickdarm des Menschen vor. Infektionen
erfolgen meist durch Gewebsverletzungen, u. a. bei schlechter Mundhygiene
(endogene Entstehung). Primär chronisch verlaufende, nicht ansteckende Infektionserkrankung mit einer
Inkubationszeit von Wochen bis Monaten. An den Schleimhäuten bilden
sich abgegrenzte, zunächst verhärtete
Infiltrate mit zahlreichen Fistelöffnungen.
A. kann als sehr schweres Krankheitsbild mit
Kieferklemme und
Fistelbildung auftreten.
Als Mittel der Wahl zur Behandlung der zervikofacialen A. gilt
Amoxicillin/Clavulansäure in
hoher Dosierung über mindestens zwei Wochen. Eine chirurgische Sanierung des
Herdes sollte parallel zur antibiotischen Therapie erfolgen.
Actinomyces odontolyticus
Aktionsfläche
unübliche Bezeichnung für die Gesamtheit derjenigen Zahnflächen, welche mit den
Zähnen des Gegenkiefers (
Antagonist)
in Kontakt treten können. Von der Anatomie her sind dies die
Okklusalflächen der Seitenzähne und die
Inzisalflächen der Frontzähne.
Okklusionsfläche
|
Aktion zahnfreundlich engl.: harmless to teeth, tooth-friendly sweets; 1982 in der Schweiz gegründet und inzwischen weltweit existierender Verein ( gemessen. Sinkt der pH-Wert während und innerhalb von 30 Minuten nach dem Verzehr nicht unter den kritischen Wert von 5,7 ist sichergestellt, dass dieses Produkt keine Karies verursachen kann. Diese Tests sind weltweit anerkannt. Sie werden von unabhängigen Testinstituten an zahnärztlichen Universitätskliniken durchgeführt. Das garantiert Unparteilichkeit und schließt Interessenskonflikte aus. Die Aktion zahnfreundlich e. V. ist ein gemeinnützig arbeitender Verein. Zu ihm gehören Wissenschaftler, Zahnärzte, Ärzte, Erzieher, Ernährungsberater, Prophylaxefachkräfte, Vertreter der Krankenkassen, Hersteller zahnfreundlicher Produkte Privatpersonen sowie Partner-Unternehmen aus dem Zahn- und Mundpflegebereich und Fördermitglieder. Gemeinsames Ziel und satzungsgemäßer Zweck des 1985 gegründeten Vereins sind: Aufklärung der Öffentlichkeit über die Zusammenhänge zwischen Zahngesundheit und Ernährung, Verbesserung der Mundgesundheit und Förderung zahnfreundlicher Ernährungsgewohnheiten. 1. Vorsitzender (2010) ist Prof. Dr. med. dent. Stefan Zimmer / Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin und Dekan der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Private Universität Witten/Herdecke, Alfred Herrhausen Str. 50, 58448 Witten, E-Mail stefan.zimmer@uni-wh.de Anschrift: Dankelmannstr. 9 , 15059 Berlin , presse@zahnmaennchen.de Nach dem deutschen Lebensmittelgesetz heißt "zuckerfrei" lediglich, dass in diesem Produkt kein Haushaltszucker (Rübenzucker, Saccharose) enthalten ist; wohl aber können andere vergärbare - und damit potentiell Karies auslösende - Kohlenhydrate darin enthalten sein. |
|
| Aktivator 1.) Andresen-Häupl-Aktivator, (herausnehmbares) kieferorthopädisches Behandlungsgerät, engl.: activator. Dieses sog. funktions-kieferorthopädische Gerät liegt als loser "Block" passiv zwischen Ober- und Unterkiefer und benutzt die Muskelkräfte der Kaumuskulatur und des Gesichtsbereiches zur Kieferumformung und Bissverlagerung. Durch Hinzufügung spezieller Drähte, Klammern und Schrauben können zusätzlich auch noch einzelne Zähne/Zahngruppen bewegt werden. Auch zur funktionellen Kieferbruchbehandlung eingesetzt 2.) Stoff, welcher durch Hinzugabe zu einem anderen Stoff eine chemische Reaktion startet und/oder beschleunigt. Im Gegensatz zu Katalysatoren können sich A. hierbei chemisch verändern. Bekannt in der ZHK besonders beim Einsatz von Abdruckmassen bzw. Auslösen von Polymerisationsvorgängen. |
![]() |
| Aktive Platte (herausnehmbares) kieferorthopädisches Behandlungsgerät (nach Schwarz), engl.: active plate; klassisches kieferorthopädisches Gerät, in der Laiensprache auch unter den Begriffen Regulierung, Klammer, Spange bekannt. Einsatz im Ober- und/oder Unterkiefer zur hauptsächlich zwei- und auch dreidimensionalen Bewegung einzelner Zähne/Zahngruppen durch speziell geformt Drähte und Schrauben; Verankerung mittels einfacher Halteelemente am Restgebiss ( |
|
![]() versch. Halteelemente an einer a.P. |
aktives Zementieren
engl.: "active cementing"; bei
Gussfüllungen (Inlays) angewandte Art
der Befestigung: Während der Aushärtphase des
Befestigungszementes werden
die Ränder der Restauration zusätzlich mit Gummipolierern oder
Schlagpolierern
finiert.
Tucker-Technik
aktivieren
unter Spannung setzen, engl.: activate; Begriff aus der
Kieferorthopädie und
Prothetik für die Erhöhung der
Feder-/Spannkraft von Klammern oder
anderen Halteelementen (z.B.
Geschieben) oder der Verstärkung der
Krafteinwirkung von Behandlungsgeräten auf Zähne/Zahngruppen.
| Akupunktur Verum-Akupunktur, Nadelstichtherapie, engl.: acupuncture; spezielle Form der Hautreizung im Sinne einer Segmenttherapie, basierend auf der wissenschaftlich nicht belegten Annahme, dass zwischen den einzelnen Körperorganen gravierende Wechselbeziehungen bestehen, welche durch ein Fließen in Kanälen der Lebensenergie "Chi" vermittelt werden. Eine Behinderung/Störung dieses Energiefluss wird z.B. durch Krankheiten verursacht. Mit dem Einstechen von Nadeln in die Kanäle an entsprechenden, organspezifischen Punkten der Haut (Akupunkturpunkten, welche nach Angaben einen veränderten Hautwiderstand aufweisen mit einem Umgebungspotential bis zu 60 mV) sollen derartige Fließstörungen behoben werden. Wissenschaftliche Erklärungen für belegbare Erfolge gehen davon aus, dass die Nadelstiche die Schmerzpforte im Stammhirn verschließen (Gate-Control-Theorie) oder dass die Nadelreizungen schmerzlindernde körpereigene Endorphine freisetzen. Es bleibt die Frage: Sind die Erfolge der chinesischen Heilkunst nur auf einen gigantischen Suggestionseffekt zurückzuführen, da im Prinzip der Einstichpunkt ohne Bedeutung ist? In 2006 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass gesetzlich versicherte Patienten mit chronischen Rücken- oder Knieschmerzen eine Akupunkturbehandlung als Kassenleistung erhalten können - Spannunskopfschmerz und Migräne fallen nicht unter diese Regelung. Hingegen zeigt eine US-Studie aus 2010, bei der 455 Patienten mit Knieschmerzen entweder eine echte A. erhielten oder eine Scheinakupunktur, bei welcher die Nadeln nur oberflächlich und willkürlich gesetzt wurden, dass ein erheblicher Suggestionseffekt vorhanden sein muss: vermittelte der Akupunkteur die Überzeugung, dass die Methode hilft, hatten die Patienten hinterher deutlich weniger Schmerzen als jene, bei denen der Behandler das Ergebnis offen ließ. In der ZHK z.T. mit Erfolg eingesetzt zu einer Verringerung von Schmerzen während einer zahnärztlichen Behandlung, einer Ausschaltung des Würgereizes durch Stimulation des P6 (auf dem Unterarm zwei Fingerbreit von der Handgelenksfalte entfernt) oder Druck (Akupressur) auf das Kinngrübchen, Reduzierung von Kaumuskulaturverspannungen und Herabsetzung von Angst-/Spannungszuständen vor einer zahnärztlichen Behandlung. So nutzen Zahnärzte am häufigsten die A. dazu, die Ängste ihrer Patienten vor der eigentlichen Therapie abzubauen. Zur Angstlösung stimulierten sie u.a. die Nadelpunkte LI-4, GV-20, Ex-6. Doch auch mit einigen anderen Punkten (z.B. ST-5 und ST-7), die eher der Analgesie dienen, wurden Erfolge erzielt. Zusätzlich sind in der Literatur folgende zahnärztliche Indikationen mit teilweise unterschiedlichem Erfolg und fraglicher Indikationsstellung zu finden: |
|
akut
heftig, plötzlich auftretend, engl.: acute; medizinische
Bezeichnung für Krankheiten mit heftigem, meist schmerzhaftem, kurz dauerndem Verlauf - im
Gegensatz zu den chronischen und subchronischen Formen.
chronisch,
perakut,
subakut
AK-Z :
Arzneimittelkommission der
Zahnärzte
akzessorisch , eng.: accessory;
hinzutreten, hinzugesellen, nebensächlich;
Seitenkanal,
Wurzelkanal
| Alameter Messgerät, engl.: dito, zur Bestimmung der breitesten Stelle der Nasenbasis (Nasenbasisbreite). Dieser Wert korreliert unter ästhetischen Gesichtspunkten mit der Breite der künstlichen Schneidezähne bei einer Vollprothese. |
![]() |
ALARA-Prinzip
Abk. von As Low As Reasonable Achievable = so niedrig wie angemessen erreichbar;
Begriff aus dem Strahlenschutz:
Gemeint ist damit eine so hohe
Strahlenbelastung, wie diese für eine ausreichende Bildqualität nötig ist,
um eine ordnungsgemäße Befundung zu gewährleisten.
Alaun
Kali-Alaun, Kaliumaluminiumsulfat, engl.: alum; schwefelsaures
Doppelsalz der Elemente Kalium und Aluminium. Gelegentliche Verwendung in der
Medizin zur Blutstillung ("Alaunstift") bei oberflächlichen, leichten Blutungen
aufgrund einer gefäßverengenden örtlichen Wirkung.
Alginat
Salz der Alginsäure, engl.: alginate; aus Algen und Tang gewonnenes, 1940
entwickeltes elastisch-irreversibles Abdruckmaterial (Hydrokolloid). Durch Vermischen des
pulverförmigen, mit Inhibitoren versetzten A. mit Wasser entsteht eine
Paste, welche - gesteuert durch die beigemischten Verzögerer - nach 2-4 Minuten
in ein irreversibel-elastisches Gel übergeht. Die Abformungen auf A.-Basis
sind nicht lager- und damit volumenbeständig, da sie durch Feuchtigkeitsverlust
ihr Volumen verändern; sie sollten deshalb innerhalb 20 Minuten nach Entnahme
aus dem Mund mit Modellgips ausgegossen
werden. Zusammensetzung z.B.: 14% Na, K oder Ammoniumsalz der Alginsäure(aus
Rot- oder Braunalgen, Seetang) 10% Kalziumsulfat 1% Natriumphosphat (Verzögerer)
75% Diatomeenerde, Füll- und Farbstoffe, Geschmacksstoffe.
A. dient als Grundlage für eines der gebräuchlichsten irreversibel-elastischen
Abformmaterialien (Alginat-Abdruck) bei der Herstellung sog.
Situationsmodelle. Wegen relativer Ungenauigkeit nicht zur
Präzisionsabformung - z.B. für die Anfertigung von
definitivem
Zahnersatz - geeignet.
Weiter wird A. in der Lebensmittelindustrie als Gelier- und
Dickungsmittel z.B. bei der Herstellung von Eis, Pudding, Gelee und
Milchprodukten eingesetzt.
Abdruck,
Hydrokolloide,
Kolloidabformmassen, Modell
Algipore ®
Frios® Algipore; "geformtes"
Hydoxylapatit, phytotrophes (pflanzliches)
Knochenersatzmaterial
auf Algenbasis, Hersteller:
Friadent; hauptsächlich als "Füller" von Knochendefekten angewandt, da dem
autologen (eigenen)
Knochen nicht ebenbürtig. Relativ lange Resorptionszeit.
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001139
Aligner
engl.: do. = Ausrichter; schienenartiges, dem
Positioner ähnliches Behandlungsgerät
zur Stellungskorrektur geringeren Umfangs von Zähnen.
Invisalign,
Positioner
alimentär , engl.: nutritional; mit der Ernährung zusammenhängend, ernährungsbedingt
A-Linie ;
Ah-Linie
alio loco
lat. für "andernorts". In der
ZHK gebräuchliche Bezeichnung für eine
Behandlung, welche in einer anderen
Praxis durchgeführt wurde
Alkenoate ,
Glasionomerzement
Allergie
"Fehlleistung" des Immunsystems,
Bereitschaft eines Organismus, auf bestimmte Reize anders zu reagieren, als es
der Norm entspricht,
engl.: allergy; hypersensitivity. In Deutschland sind etwa 24 bis
32 Millionen Menschen allergisch vorbelastet, zwölf Millionen haben z.B. allergischen
Schnupfen und cirka vier Millionen Bundesbürger leiden an einem allergischen
Asthma bronchiale.
Normalerweise dient die körpereigene Abwehr dem Schutz des Organismus vor
gefährlichen Umwelt-Substanzen, wie z.B. Bakterien, Viren, Pilzen oder
Giftstoffen. Im Gegensatz dazu registriert das fehlgesteuerte Immunsystem bei
einer A. falsch auf an sich harmlose, körperfremde Substanzen
(Blütenpollen, Nahrungsbestandteile, Medikamente usw.) und stuft diese als
potentiell gefährlich ein; es kommt im weiteren Stadium zusätzlich zu Reaktionen auf körpereigen Substanzen:
Autoimmunerkrankungen.
Die Reizstoffe werden als Allergene (Link auf Datenbank s.u.) - eine Untergruppe der Antigene
- bezeichnet und lösen meist beim ersten Kontakt die körperlich nicht
wahrnehmbare Bildung von Antikörpern (sog.
Sensibilisierung)
aus. Erst bei weiteren Kontakten des gleichen Allergens tritt dann bei
disponierten Personen eine fehlgesteuerte allergische Reaktion ein. In diesem
komplizierten Mechanismus spielt das Gewebshormon
Histamin als Botenstoff die
entscheidende Rolle. Durch diese Substanz werden Abwehrreaktionen eingeleitet,
die im harmlosesten Fall störend, mitunter aber auch lebensgefährlich werden
können. Dabei konzentrieren sich meist die Reaktionen auf eine begrenzte (Schleim-)Hautzone
und einzelne Symptome ("Heuschnupfen"), sie können aber auch mehrere Organe
gleichzeitig in Mitleidenschaft ziehen, ebenso, wie ähnliche Stoffe als gleich
eingestuft werden (
Kreuzallergie). Befallen werden vor allem Organsysteme, die am meisten
Kontakt zur Umwelt haben: Haut und Schleimhäute, Atemwege und der
Verdauungstrakt.
Eine A. kennt vererbte oder durch Umwelteinflüsse erworben
werden. Dabei spielen die direkten Umweltbedingungen wohl eher eine
untergeordnete Rolle. Vielmehr nimmt man heute an, dass das immer hygienischere
Aufwachsen im Kindesalter das Immunsystem nicht zur vollen Entfaltung bringt und
somit bei widrigen Umwelteinflüssen die Gefahr einer falschen (allergischen)
Reaktion größer ist. So wird berichtet:
Lebensmittel-Allergien nehmen nach Angaben von Fachleuten in den
westlichen Industrieländern dramatisch zu. In Deutschland, Großbritannien und
den USA habe bereits jeder fünfte Einwohner zumindest eine
Nahrungsmittel-Unverträglichkeit. Ein bis zwei Prozent aller Erwachsenen und
zwei bis sechs Prozent aller Kinder haben mit "echten" Allergien zu kämpfen. Ein
wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist ein Übermaß von Hygiene schon im
Kindesalter, da sich das Immunsystem nur dann normal entwickeln kann, wenn es
einer gewissen Belastung durch Krankheitserreger ausgesetzt ist. So gilt es
inzwischen als belegt, dass häufigere banale Infekte in der Kindheit das
Allergierisiko erheblich senken können.
Etwa fünf Prozent aller Kleinkinder leiden an einer Kuhmilchallergie,
doch bei mehr als zwei Drittel gehen die allergischen Reaktionen im dritten
Lebensjahr von selber zurück. Neue Studien zeigen, daß
Probiotika die seit Jahrzehnten
zunehmende Allergierate bei Kindern senken können; auch spezielle hypoallergene
Babynahrung kann Allergien weitgehend verhindern. Das
Stillen mindestens bis zum sechsten
Lebensmonat beugt A. allerdings nach wie vor am besten vor.
Man unterscheidet grob 4 Allergietypen:

Stress kann allergische Symptome verstärken bzw. einen Schub ebenso
auslösen, wie umgekehrt in Stresspausen ebenso allergische Schübe bekannt sind.
So zählen Bronchialasthma, Neurodermitis und Nesselausschlag zu den typischen
A. psychischer Natur.
Zur Auslösung einer allergischen Reaktion auf der
Mundschleimhaut sind im
Vergleich zur Haut etwa 5-10fach höhere Konzentrationen erforderlich. Diese
verminderte Reaktionsbereitschaft ist durch anatomische und physiologische
Besonderheiten (fehlender Fettfilm, Speichelfluss, intensivere
Resorptionsfähigkeit und damit schnellerer Abtransport, schnellerer
fermentativer Ab- oder Umbau der Allergene) bedingt. Es wird eine (unsichere)
Prävalenz von einem Prozent
diskutiert.
Untersuchungen aus dem Jahr 2004 geben ein neues Bild zur Penicillinallergie:
Wer einmal überempfindlich auf Penicillin
reagiert, verträgt das Antibiotikum
bei einer späteren, erneuten Einnahme meist gut. Eine Penicillinallergie ist
damit weit seltener als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis einer
Studie von Ärzten aus den USA. Es wurden Daten von 6000 Patienten analysiert,
die bereits einmal mit allergischen Symptomen auf eine Penicillin-Therapie
reagiert hatten. 48 Prozent der Patienten erhielten bei einer später
auftretenden Infektionskrankheit erneut Penicillin. Nur bei zwei Prozent traten
dabei allergische Reaktionen auf.
Allergiepass, Allergietestung,
Amalgamallergie,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Ekzem,
Füllungsmaterialien-Nebenwirkungen,
Goldallergie,
Immunisierung,
Prothesenbasis,
Prothesenunverträglichkeit,
Quecksilberallergie, Restmonomer,
Schleimhautbrennen
Allergie - Überempfindlichkeit des Immunsystems - PDF-Faltblatt
http://www.pollenstiftung.de/
http://www.aak.de
(Kinder)
http://www.dha-allergien.de
Bundestagsanfrage: Zahnersatz bei Allergien (2009)
Allergiepass
engl.: (medical) allergy pass (card); für den Allergiker zu verwendendes ärztliches
Dokument, in welches die Ergebnisse der
allergologischen Testung eingetragen werden (z.B: gesicherte positive
Epikutantest-Reaktionen,
Arzneimittel-Unverträglichkeiten, Inhaltsstoffe von Kosmetika usw.). Der A.
ist für den (Zahn-)Arzt oder Apotheker bestimmt; er soll keine umfassende
Information für den Patienten sein.
Allergietestung
engl.: allergy test; in der ZHK
hauptsächlich angewandt bei einem Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber
Füllungs-/Zahnersatzmaterialien ("Zahnersatzmetalle",
Legierungen). Allergische Reaktionen
äußern sich entweder in einer Kontaktstomatitis (bis hin zur auf die
Lippen übergreifenden Cheilitis) als Folge einer von Lymphozyten
verursachten "allergischen Typ IV-Reaktion" oder werden
als lichenoide
("flechtenartige") Veränderungen sichtbar. Kombinationen beider Formen sind
möglich. Sensibilisierungsraten besonders gegen
Nickel bestehen in der Bevölkerung (bis
zu zwölf Prozent) sowie gegen Kobalt und Chrom (bis zu fünf Prozent). Die
5 wichtigsten Kontaktallergene sind (2011): Nickelsulfat (besonders
in Schmuck), Ammonium-Persulfat (besonders in Haarfärbemittel, Leiterplatten),
Gold-Natrium-Thiosulfat (besonders in Dentalmaterial, Schmuck), Thimerosal
(besonders als Konservierungsstoff) und p-Toluendamin (Farbstoff, Hilfsstoff in
der Gummi-Industrie).
Zum zahnärztlichen Bereich sagt der Gesetzgeber aus: Der
Gemeinsame
Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Zahnersatz-Richtlinie
(
© KZBV)
festgelegt "..."... Es dürfen nur solche Werkstoffe verwendet werden, die den
Anforderungen des
Medizinproduktegesetz entsprechen. ... Der Nachweis einer Allergie ist
gemäß den Kriterien der Kontaktallergiegruppe der Deutschen Gesellschaft für
Dermatologie zu erbringen."
Eine Diagnose ("Testung") auf eine fragliche Allergie wird meist mit einem der
nachfolgenden Verfahren durchgeführt:
Allgemein ist zu beobachten, dass echte - wissenschaftlich nachgewiesene -
Allergien auf Zahnersatz-Metalle (Legierungen) äußerst selten auftreten. Vor
einem Einsatz in der Mundhöhle müssen derartige Materialien strenge biologische
Prüfungen durchlaufen und nach dem
Medizinprodukte-Gesetz (MPG) zugelassen werden. Weiter ist bekannt, dass die
"Schwellendosen" zur Auslösung einer Allergie auf der
Mundschleimhaut wesentlich höher (ca.
5-10fach) sind als
die auf der normalen Haut (
Allergie). Davon zu unterscheiden sind die im Volksmund häufig
als "Allergie" bezeichneten Pseudoreaktionen (Brennen, Strömchenfluss,
vermehrter Speichelfluss usw.), welche beim Eingliedern eines neuen
Zahnersatzes auftreten können und
entweder durch Metallkorrosion und
einer damit verbunden Reizung der betroffenen Schleimhaut bedingt sind oder
Ausdruck einer psychischen Abwehrhaltung gegen den neuen Ersatz sein können.
AK-Muskeltest, Allergie,
Allergiepass,
Amalgamunverträglichkeit,
Antikörper,
Bioverträglichkeitsprüfung,
Epikutantest, Immunisierung
Allergie - Überempfindlichkeit des Immunsystems
http://www.zahnarzt-diagnostik.de/
Allgemeinanästhesie
, engl.: general anesthesia;
Narkose
Allgemeine Ortskrankenkasse
AOK, engl.: Local Health Care Fund; von der Mitgliederzahle her
bedeutendste (37 % Marktanteil in 2005)
Gesetzliche
Krankenkasse in D; zu den sog.
Primärkrankenkassen
gehörend. Seit ca. 100 Jahren bestehend, sind in Ihr mehr als ein Drittel der
deutschen Bevölkerung versichert. Sitz des AOK-Bundesverbandes ist Bonn.
http://www.aok.de/
Allodynie
aus dem gr. zusammengesetzt: "anders" u. "Schmerz"; neuropatische
Störung, gesteigerte Schmerzempfindlichkeit; sie ist nach Priv. Doz. Dr. Dr.
Monika Daubländer: "gekennzeichnet durch eine neuropathische Störung der
Gestalt, dass in der Regel Berührungsreize (A-b-Fasern) auf Schmerzfasern
(A-d-Fasern) übergeleitet werden. Im Falle einer sehr engen
Gefäß-Nerven-Beziehung kann es infolge der kontinuierlichen Pulsationen einer
Arterie, häufig eine elongierte Arteria cerebelli superior, zu einer Schädigung
des Myelins infolge der Mikrotraumatisierung mit Deafferenzierung führen. In der
Folge sind abnorme Impulsweiterleitung beziehungsweise Ephapsenbildung möglich.
Eine solche enge räumliche Beziehung von Gefäß und Nerv konnte intraoperativ bei
70 bis 100 Prozent der Patienten nachgewiesen werden."
Trigeminusneuralgie
allogen
Knochenersatzmaterialien
Allograft
engl. Ausdruck, zusammengesetzt aus "allogenetic" (= von
der gleichen Spezies, aber mit unterschiedlichen
genetischen Eigenschaften) und "graft"
(= Transplantat,
verpflanztes Gewebe);
Knochenersatzmaterialien
Allopathie
Allöopathie,
griech. von "allo" = "anders" oder "fremd", engl.: allopathy; eine Heilmethode der Schulmedizin
(z.B. nach Hahnemann), welche im Unterschied zur
Homöopathie Krankheiten mit
entgegengesetzt wirksamen Medikamenten zu behandeln versucht.
Schulmedizin
alloplastisch , körperfremd; bei
Knochenersatzmaterialien
im Sinne von "synthetisch hergestellt" verwendet
All-Oral-Verfahren
engl.: all-oral-method; von Prof. Hofmann (* 11.1.1929; Tübingen,
Erlangen) entwickeltes, wenig gebräuchliches Verfahren bei der Herstellung von
Vollprothesen. Neben relativ wenig
Sitzungen unterscheidet sich das Verfahren von einem
konventionellen Vorgehen dadurch, dass zuerst die
Bissnahme erfolgt und der
Funktionsabdruck anschließend
mit im Labor aufgestellten
Kunstzähnen genommen wird.
http://books.google.de/
alternative Behandlungsmethoden
Alternativverfahren, unkonventionelle Therapien, komplementäre
Verfahren, engl.: alternative methods of treatment; von den
Verfahren der Schulmedizin teils
erheblich abweichende Therapieformen. Unter diesem Oberbegriff subsumieren sich
eine ganze Reihe von Therapien, welche z.T. als durchaus seriös, andererseits
aber auch in den Bereich der Scharlatanerie einzuordnen sind. Gemeinsam ist,
dass fast immer Langzeiterfahrungen fehlen, individuelle Reaktionen sehr
verschieden ausfallen und selten eine Kostenübernahme durch Versicherungsträger
erfolgt.
Alternative Behandlungsmethoden genießen in den entwickelten
Industriegesellschaften unabhängig von der Finanzierung der Gesundheitssysteme
eine hohe Akzeptanz bei den Betroffenen. Die Nachfrage ist in den letzten
Jahrzehnten ständig gestiegen, ohne dafür plausible Erklärungsversuche geben zu
können.
Im Rahmen der
Gesetzlichen Krankenversicherung spricht man auch dann von
Behandlungsalternativen, wenn derartige Verfahren zwar zur Schulmedizin
gehören, aber durch den Leistungskatalog der Krankenkasse aus
Wirtschaftlichkeitsgründen
nicht abgedeckt sind.
Akupunktur,
Allergietestung, Allopathie, Behandlung, Evidenz
basierte Zahnmedizin,
Füllungsmaterialien,
Galvanismus im Mund,
Ganzheitliche Zahnmedizin,
Heilpraktiker,
integrative Medizin, Homöopathie,
Hypnose,
Kavitätenpräparation,
Komplementärmedizin,
Laser,
Naturheilverfahren,
Neuraltherapie,
NICO,
Panazee,
PNF,
Propolis, Psychodontie, Therapiefreiheit,
Traditionelle
Europäische Medizin (TEM)
Edzard Ernst: Was die Schulmedizin von Homöopathie und Co. lernen kann und
welche Verfahren wirklich helfen
http://www.cambase.de
Altersgrenze
engl.: age limit; ehem. Begriff aus dem
Sozialgesetzbuch: sowohl die
Zulassung als auch die
Ermächtigung oder die Tätigkeit
als Angestellter Zahnarzt
endeten nach § 95 Abs. 7 u. 9 SGB V
mit der Vollendung des 68. Lebensjahres - diese Grenze betraf nicht die
privatärztliche Tätigkeit. Ab
1.10.2008 wurde diese Begrenzung wieder aufgehoben.
Altersversorgungswerk
,
Versorgungswerk
Alterszahnheilkunde , engl.: geriatric
dentistry, gerodontia;
Gerostomatologie
Aluminiumchlorid
AlCl3, aluminium chloride; zu den Adstringenzien zählendes Salz. Bei
Anwendung auf den Schleimhäuten
kommt es durch Eiweißfällung zu einer Schrumpfung und
Blutstillung des Gewebes.
Anwendung in der ZHK hauptsächlich
zur Blutstillung und Öffnung der Zahnfleischtasche (
Retraktionsfaden) vor
Abdrucknahme.
Aluminiumoxid-Keramik ; wegen
ausgezeichneter Biokompatibilität
vielfältiger Einsatz in der ZHK;
Keramik
Alveolarbogen
;
Arcus alveolaris,
Zahnbogen
Alveolarbucht
recessus alveolares; Nebenbucht der
Kieferhöhle, welche sich in den Alveolarfortsatz
des Oberkiefers einsenkt und meist zwischen die interradikulären Septen des
ersten oberen Molaren eingestülpt ist. Dies kann so stark ausgeprägt sein, dass
die unterenTeile der Wurzeln dieser Zähne nicht mehr vom Kieferknochen, sondern
nur noch von der Kieferhöhlenschleimhaut bedeckt sind. Entsprechend ist dann im
zahnlosen Kiefer nur noch eine sehr dünne Knochenlamelle zwischen Mund- und
Kieferhöhle vorhanden. Akute Entzündungen
der A. strahlen häufig auf die Oberkieferbackenzähne
und den Alveolarfortsatz aus und können zu einer Fehl-Diagnose "Zahnschmerzen"
führen. Wegen der engen Lagebeziehung zu den Zahnwurzelspitzen kann bei einer
Zahnextraktion eine Eröffnung der
A. erfolgen (
Mund-Antrum-Verbindung).
Nasenblasversuch,
Sinusitis
Alveolarextensionsplastik , relative Erhöhung des
Alveolarfortsatzes;
Vestibulumplastik
| Alveolarfortsatz Pars alveolares, "Alveolarteil" (veraltet), zahntragender Teil des Kieferknochens (von Ober- und Unterkiefer), engl.: alveolar process; der Teil des Kieferknochens, welcher zum Gegenkiefer gerichtet ist und in welchem die Zähne elastisch in knöchernen negativen Zahnwurzelformen (Alveolen) aufgehängt sind ( Im zahnlosen Kiefer spricht man vom Alveolar- o. Kieferkamm. Zur Vermeidung von kippenden Kräften unter Funktion sollten sich die Kunstzähne von Prothesen auf der Alveolarkammmitte (sog. Kammlinie) befinden. |
![]() |
|
Alveolarfortsatzdistraktion
, engl.: alveolar distraction;
Distraktionsosteotomie
Alveolarfortsatzzyste
Alveolarzyste, globulomaxilläre Zyste, engl.:
alveolar cyst; dysgenetische, zu den nicht odontogenen Zysten
gehörendes gutartiges Gewächs mit bevorzugter Lage zwischen dem seitlichen
Schneidezahn und dem Eckzahn. Sie resultiert aus einer Entwicklungsstörung bei
der embryonalen Verschmelzung zwischen dem medialen und lateralen Nasenwulst.
Die röntgenologisch scharf abgegrenzte A. liegt in der Höhe der
Wurzelspitzen o.g. Zähne, welche dabei i.d.R.
vital sind, aber bei
entsprechender Größe verdrängt werden.
Ductuszyste
Alveolarkamm , Kieferkamm, engl.: alveolar ridge;
Alveolarfortsatz
| Alveolarkammatrophie Alveolarkammabbau, Alveolarkamminvolution, engl.: residual ridge resorption, alveolar ridge atrophy; Schwund des Alveolarfortsatzes, i.d.R. als physiologischer Knochenabbau nach Zahnverlust (sog. Inaktivitätsatrophie); irreversible, progredient verlaufende, chronische Erkrankung. Weiter entstehend durch unzweckmäßige Belastung, z.B. durch einen Zahnersatz (sog. Druckatrophie). Bei fortgeschrittener A. kommen die Nervenaustrittsstellen des Foramen mentale (Unterkiefer) und Foramen incisivum (Oberkiefer) in den Bereich des Kieferkamms zu liegen; dies kann erhebliche Schmerzen bei Belastungen durch eine Prothese auslösen. Nach Atwood werden 6 Resorptionsklassen der A. für den Unterkiefer, nach Fallschüssel 5 Klassen für den Oberkiefer unterschieden. Cawood und Howell (1988) unterteilen: Klasse 1: bezahnter Kiefer Klasse 2: Extraktionsalveole post extraktionem Klasse 3: hoher und breiter Alveolarkamm, konvex abgerundet Klasse 4: hoher und schmaler Alveolarkamm, grateartig Klasse 5: niedriger und schmaler Alveolarkamm, atrophiert und abgerundet Klasse 6: Mulde, hochgradig atrophiert und konkav. |
|
|
Alveolarkammplastik
chirurgischer Aufbau/Umbau des Alveolarkamms,
Kieferkammplastik,
engl.: alveolar ridge augmentation (plastic surgery); zu den
augmentativen Verfahren gehörende
Methode der Wiederaufbaus vom verloren gegangenen Knochenstrukturen zum besseren Halt von (vollständigem)
Zahnersatz; früher meist mit körpereigenem Knorpel / Knochen, heute i.d.R.
mit synthetischen oder halbsynthetischen Materialien durchgeführt (
Knochenersatzmaterialien).
Im Rahmen des Fortschreitens der
Implantologie heute seltener indiziert.
Dagegen ist die A. als "chirurgische Modellation" (sog.
Alveolarkammglättung) des Kiefers
nach Zahnentfernung - z.B. Glättung
der Knochenkanten, spezielle Nahttechniken, manuelle Kompression der knöchernen
Alveolarränder - allgemein üblich.
Alveolarkammatrophie,
Alveolotomie,
Augmentation,
Edlan-Mejchar Operation,
Distraktionsosteotomie,
Infrakrestalplatik,
präprothetische Chirurgie,
Rarefizierung,
Schlotterkamm, Sinuslift,
Vestibulumplastik
| Alveolarknochen knöcherne Alveolenwand, engl.: alveolar bone; durchgehend dünne, glatte und kompakte Knochenwand, welche das Zahnfach (Alveole) begrenzt; wird von den Knochenbälkchen des benachbarten, spongiösen Knochens gestützt. Röntgenologisch als scharfe Begrenzung der Alveole erkennbar. An ihn greifen die Sharpey Fasern an, welche den Zahn im Zahnfach federnd befestigen. Weiter dient der A. auch zur Abschirmung einer Entzündung zum Körperinneren hin. |
![]() Anatomie / Begriffe des Zahnhalte-apparates |
![]() |
| Alveolarmukosa Alveolarschleimhaut, engl.: alveolar mucosa; als Bestandteil der Mundschleimhaut kleidet sie den Mundboden und den Mundvorhof aus. Die i.d.R. nicht verhornte Schleimhaut besteht aus Stratum basale (mitotisch aktiv), Strat. filamentosum und Strat. distendum. Sie liegt - vom Zahn aus gesehen - jenseits der Mukogingivalgrenze und ist deshalb mit dem Alveolarfortsatz als verschiebliche Schleimhaut nur locker verbunden. Eine korrekte Darstellung der A. unter Funktion ist eine der Hauptaufgaben des Bei einem Implantat übernimmt die A. im Gegensatz zu den Verhältnissen beim natürlichen Zahn ( |
![]() |
Alveolarpunkt ;
A-Punkt
Alveolarpyorrhoe
auch: Alveolarpyorrhö, engl.: alveolar pyorrhea; heute nicht mehr
gebräuchlicher Begriff für eine entzündliche Veränderung des
Zahnhalteapparates, die sog.
Parodontitis marginalis.
Osteolyse
Alveolarspalt;
Parodontalspalt
Alveolarzange ,
Luersche Knochenzange
|
Alveole Zahnfach, engl.: alveolus; im Alveolarfortsatz befindlich "Höhlung" in der Form eines Negativs der darin elastisch aufgehängten Zahnwurzel. Deshalb kann es - bei mehrwurzligen Zähnen (Molaren, Prämolaren) - mehrere A. geben (siehe Abb. re. von einem Backenzahn). In der Parodontologie stellt die A. den knöchernen Anteil des Zahnhalteapparates dar. Der Zahn ist nicht direkt mit der A. verwachsen: Zwischen der A. und der Zahnwurzel befindet sich der gelenkartige, mit speziellen Fasern ( |
![]() |
|
Alveolenstabilisator
engl.: Alveolar-Ridge-Preservation; Maßnahme im Sinne einer
Alveolarkammprävention, um die alveolären
Strukturen nach Zahnverlust (Extraktion, Unfall bedingt) zu erhalten. Bei diesem
umstrittenen Vorgehen wird meist ein
Hydroxylapatit-Keramik- Granulat in die frische
Extraktionswunde eingebracht.
http://www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_2514.pdf (ausführlich mit guten
Abb.)
Alveolitis
alveoläre Osteitis,
infizierte Alveole,
Entzündung der Alveole, engl.: do.; als
Komplikation nach erfolgreicher
Entfernung eines Zahnes; meist in
Form der sog. "trockenen Alveole"
(
"Dry Socket").
Als mögliche mitwirkenden Faktoren gelten ein chirurgisches Trauma während des
Eingiffes und der Status "Raucher" beim Patienten.
Apernyl, ChKM,
Chlumsky-Lösung,
Dolor,
Jodoform,
Koagulum,
Kürettage,
Radix relicta (Wurzelrest),
Wundheilung, Wundinfektion,
Wundrevision
Alveolon
engl.: do.; Definition nach Knussmann (
http://www.anthropology.at/): "Der Punkt, in dem die Mittellinie des Gaumens
von einer Geraden geschnitten wird, die die hinteren Grenzen der Alveolarkämme
tangiert. Der Punkt wird bestimmt, indem man eine Stahlnadel an die Hinterränder
der Alveolarfortsätze anlegt und deren Schnittpunkt mit der Mediansagittalen
markiert. Dieser von WILDER (1920) eingeführte Punkt wird zur Messung der
Maxilloalveolarlänge (Maß ~60 mm) benötigt."
Messpunkte,
Tuberebene
http://www.cleber.com.br/stfig36.jpg (Abb.)
Alveolotomie
alv (nach BEMA), engl.:
alveolotomy; Oberbegriff für versch. chirurgische Eingriffe (Resektionen) am
Alveolarfortsatz, meist im Sinne einer Modellation als
präprothetische Maßnahme
| Amalgam Metall-Legierung mit Quecksilber als plastisches Füllungsmaterial, engl.: amalgam, mercury alloy. A. entsteht, indem ein Feilungspulver (Alloy; i.d.R. Silber u. Zinn) etwa im Verhältnis 1:1 mit Quecksilber verrieben wird (sog. Trituration). Dieses universell - aus kosmetischen Gründen im nichtsichtbaren Bereich - zu verwendende Füllungsmaterial wird i.d.R. als "Silberamalgam" ("Edelamalgam") verarbeitet; das früher in der Kinderzahnheilkunde eingesetzte Kupferamalgam ist inzwischen nicht mehr zugelassen. Nach Schätzungen wurden im Jahr 2000 in Deutschland etwa 20 Tonnen Amalgam verarbeitet, um Kariesfolgen (Zahndefekte) wieder zu beheben. A. wird im plastischen Zustand in die Kavität eingebracht und durch "Stopfen" (manuell o. maschinell) verdichtet ( A. darf nicht verarbeitet werden bei schweren Nierenfunktionsstörungen und nachgewiesenen Allergien (selten); bei Schwangeren und Kindern bis zum 6. Lebensjahr wird im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes davon abgeraten, ohne dies wissenschaftlich belegen zu können; bei retrograden Wurzelfüllungen sowie Aufbaufüllungen unter Metall-Kronen, wenn der Aufbau in mittelbarem Zusammenhang mit der Kronenanfertigung steht. Eine breit angelegte und mit pseudo-wissenschaftlichen Nachweisen gestützte Diskussionen über potenzielle gesundheitliche Beeinträchtigungen durch A. haben zu einer großen Verunsicherung sowohl in der Bevölkerung als auch unter der Zahnärzteschaft geführt und lassen die Verwendung dieses jahrzehntelang bewährten Werkstoffes als Füllungsmaterial nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Dies, obwohl der Weltzahnärzteverband und die WHO ( Weiter sollen Speicheltests Rückschlüsse auf die Quecksilberbelastung des Organismus aufgrund von vorhandenen Amalgamfüllungen liefern. Derartige "Tests" gelten heute als obsolet. G. Schmalz schreibt dazu (in "Gesundheitsrisiken bei Füllungswerkstoffen", Quintessenz 2006; 57(5):555-565): "Voraussetzung für eine systemische Wirkung ist die Resorption. Ca. 25 % des durch Amalgamfüllungen freiwerdenden Quecksilberdampfes werden inhaliert, davon wiederum ca. 80 % in der Lunge resorbiert und zum größten Teil innerhalb von Minuten in die ionische Form (Hg++) oxidiert. Die verbleibenden 75 % werden in Speichel gelöst und verschluckt, aber in dieser Form (Hg0) im Magen-Darm-Trakt kaum aufgenommen. Ionisches Quecksilber gelangt mit dem Speichel ebenfalls in den Magen-Darm-Trakt und wird zu 10 % resorbiert. Quecksilber aus Amalgampartikeln nimmt der Körper - wenn überhaupt - nur in äußerst geringem Umfang auf. Bei der Messung der Quecksilberkonzentration im Speichel wird die Oxydationsstufe des Quecksilbers nicht ermittelt, und es können auch kleinste Amalgampartikel zu stark erhöhten Quecksilberkonzentrationen im Speichel führen. Diese Form wird jedoch nicht resorbiert, weshalb die Quecksilberbestimmung im Speichel obsolet ist. Die WHO-Grenzwerte der tolerierbaren Quecksilberaufnahme sowie der Konzentrationen in Blut und Urin werden nicht annähernd erreicht. ... . Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass das Risiko für die Bevölkerung - auch im Vergleich zu den anderen heute üblichen und weniger gut untersuchten Füllungswerkstoffen - gering und damit vertretbar ist." Das von Amalgamgegnern häufig verwendete Argument, dass in Schweden A. ab 2001 als Füllungsmaterial verboten ist, trifft zwar zu, hat aber einen anders gelagerten Hintergrund: Bedingt durch ein jahrzehntelanges Übermaß an quecksilberhaltigen Konservierungsstoffen in der holzverarbeitenden Industrie wurde ein generelles Verbot des Einsatzes jeglicher Quecksilberverbindungen ausgesprochen. Darunter fällt somit auch das A.. Bemerkenswert ist zusätzlich, dass Zahnärzte und deren Assistenzpersonal, welche früher fast ausschließlich A. als Füllungsmaterial verarbeitet haben und durch den täglich zigfachen Umgang damit schwer krank sein müssten, keine nachweisbaren Gesundheitsstörungen bei sachgemäßer Verarbeitung erlitten haben. Wissenschaftlich nicht belegt ist die Notwendigkeit von aufwendige Schutzmaßnahmen beim Entfernen alter Amalgamfüllungen; |
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Amalgamabscheider
engl.: amalgam separator; technische Vorrichtungen, welche das Überleiten
von Amalgampartikeln in zahnärztlichem Abfallwasser (Absauganlagen,
Speibecken) in das kommunale Abwasser verhindern. Diese gesetzlich
vorgeschriebene Forderung kann durch Zentrifugierung (z.B.
metasys™) oder Sedimentation
(z.B.
amalsed™) erreicht
werden. Vorgeschrieben in D bei allen zahnärztlichen Behandlungseinheiten, mit
denen eine Füllungstherapie möglich ist.
Die Fa. Metasys schreibt zur Notwendigkeit derartiger Geräte: "Werden
Amalgampartikel über das Abwasser in die Umwelt abgeleitet, wird das im Amalgam
vorhandene Quecksilber durch Umwandlung in organische Quecksilberverbindungen
toxisch wirksam. So kann bereits 1 g Quecksilber bis zu 100.000 Liter bestem
Trinkwasser verunreinigen."
Absauganlage, Amalgamentfernung
http://www.duerr.de
| Amalgamalternativen engl.: mercury alloy alternatives; Füllungs-Alternativen zu Amalgam für den Seitenzahnbereich: Auf dem Markt werden viele Füllungsmaterialien als A. angeboten, jedoch ist bisher keines als ein echter Amalgamersatz (amalgam substitute) im Bezug auf Einfachheit der Verarbeitung, Haltbarkeit und Kosten zu werten. Gerade die immer wieder als Ersatz angepriesenen "weißen Zahnfüllungen" ( Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (www.dgzmk.de), Prof. Dr. Meyer, stellt 2006 u.a. fest: "Fazit: Aus Sicht der Wissenschaft ist es derzeit nicht zu vertreten, den Füllungswerkstoff Amalgam zu verbieten. Die aktuelle Forschung zeigt, daß Ersatzmaterialien, z.B. auf Kunststoffbasis, bei weitem nicht alle Indikationen von Amalgamfüllungen abdecken bzw. ersetzen können. Die biologischen Probleme derartiger Kunststoffmaterialien sind weitestgehend ungeklärt und bedürfen deshalb intensiver bio-medizinischer Forschung ( Alternativen zu Amalgam können in direkte und in indirekte Füllungsformen eingeteilt werden. Erstere umfassen die plastischen Komposite und deren Derivate (z. B. Ormocere), Kompomere, Glasionomere und kunststoff-modifizierte Glasionomere, wobei bei weitem nicht alle der vorgenannten Vertreter für den Einsatz als definitives Füllungsmaterial im Seitenzahnbereich bleibender Zähne geeignet sind und bei vielen Materialien eine Langzeiterfahrung fehlt; von der Industrie werden in 2003 mehr als 50 Stoffe als Ersatz für das umstrittene Amalgam angeboten, welche sich meist nur durch gute kosmetische Ergebnisse auszeichnen: -- Mikrofüllerkomposite sollten in stärker belasteten Kavitäten nicht zum Einsatz kommen -- Hybridkomposite verfügen aufgrund ihrer Füllkörpertechnologie und des relativ hohen Füllkörperanteils über gute physikalische und mechanische Eigenschaften: die Kaulast tragende Füllungen nach den Klassen I und II sind damit bei aufwendiger Verarbeitung und guter Mundhygiene dem Amalgam fast ebenbürtig. Die indirekten A. beinhalten gegossene Goldinlays sowie zahnfarbene Inlays aus Komposite und Keramik. Allerdings erscheinen diese Formen volkswirtschaftlich gesehen als "unbezahlbar", da sie etwa 10 mal so teuer wie Wiederherstellungen aus Amalgam sind. Bei etwa 60 Millionen Füllungen pro Jahr in Deutschland wäre dies ein erheblicher zusätzlicher finanzieller Faktor für die Gesetzlichen Krankenversicherungen, welche Füllungen aus Amalgam im Seitenzahnbereich als Sachleistung auf Chip-Karte gewähren. |
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Amalgamator , Amalgam(an)mischgerät,
Amalgammischgerät
Amalgamausleitung ,
engl.: amalgam (mercury alloy)
detoxification,
Mobilisationstest
Amalgambonding
"haftendes Amalgam", engl.: bonded amalgam; spezielle Technik
bei der Füllungstherapie mit Amalgam:
ähnlich der konventionellen Säure-Ätz-Technik (SÄT)
wird die Kavität für etwa 15 Sek. vorbehandelt und dann ein spezielles
Haftmaterial auf Kunststoffbasis (z.B. "ONE-STEP-Haftmaterial", welches das in
Aceton gelöste Monomer BPDM enthält) in Schichten aufgebracht. Dieses Material
geht eine besondere Bindung mit dem Amalgam ein und verleiht so der Füllung und
dem Zahn mehr Stabilität.
Näheres unter:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez
Amalgambrunnen , engl.: amalgam
fountain ?;
Amalgampistole
Amalgamentfernung
engl.: amalgam elimination;
1.) Entfernung einer bestehenden Amalgamfüllung: erfolgt i.d.R. mit
scharfen Hartmetallbohrern unter reichlichem Wasserzutritt ("Spray")
und gleichzeitigem Absaugen der Abfallprodukte (Vermeidung der Einatmung von
Amalgamdämpfen); Ableitung dieser via
Amalgamabscheider in das örtliche Abwasser. Hierbei kommt es kurzfristig zu
einem Anstieg der Hg-Werte im Blutplasma, der ohne Kofferdam
geringfügig höher ausfällt als mit Kofferdam. Deshalb sind besondere
Schutzmaßnahmen bei diesem Vorgang wissenschaftlich nicht belegt:
Besondere Schutzmaßnahmen
beim Entfernen alter Amalgamfüllungen?. In der
Schwangerschaft aus
gesundheitsvorbeugenden Gründen nicht empfohlen.
2.) Im Rahmen der immer wieder aufflackernden Amalgamdiskussion
geäußerter Patientenwunsch, alle vorhandenen Amalgamfüllungen gegen ein anderes
Material auszutauschen. Von einem derartigen Vorgehen verspricht man sich sich
eine "Heilung" vielschichtiger "Leiden" (
Amalgamunverträglichkeit), ohne dass
bisher ein seriöser wissenschaftlicher Beweis für diese Maßnahme vorliegt. Diese
"prophylaktische Amalgamentfernung" wird von den Krankenkassen nicht
übernommen und ist unter ethischen Gesichtspunkten kritisch zu sehen.
Amalgam,
Amalgamunverträglichkeit, Mobilisationstest
Quecksilber-Exposition beim Entfernen von Amalgamfüllungen
Amalgamersatz
, engl.: amalgam substitute;
Amalgamalternativen
Amalgamkondensation ,
Kondensation
| Amalgammischgerät "Amalgammischer", Amalgamator, "Amalgamvibrator", engl.: amalgamator; verschiedene, elektrisch betriebene Geräte zum Vermischen der Amalgamkomponenten. Dabei werden entweder im Gerät selbst definierte Mengen von Silberfeilung und Quecksilber (etwa 50:50 Gewichts%) dosiert und - von der Dauer her einstellbar - "verschüttelt", oder geschlossene Kunststoffkapseln mit den beiden Bestandteilen in eine "Mischgabel" eingespannt und über eine bestimmte Zeit in elliptische Schwingungen gebracht ( Teilweise sind derartige Geräte (sog. Kapselmischgeräte) auch zum Anmischen anderer Materialien (z.B. Zemente) geeignet. Bekanntester Vertreter bei den A. ist der Dentomat™, welcher mit einer konstanten Frequenz von 2.700/min arbeitet. |
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| Amalgampistole engl.: amalgam-gun or -dispenser; aus Metall oder Kunststoff bestehendes spritzenartiges Gerät zum dosierten Einbringen von noch plastischem Amalgam in die Kavität. Dabei wird mit der A. der Füllungswerkstoff aus einem sog. Amalgambrunnen, einem Transport- und Verarbeitungsbehältnis für frisch angemischtes (plastisches) Amalgam, entnommen. In der Kavität selbst wird das eingebrachte Amalgam durch sog. Amalgamstopfer verdichtet ("kondensiert") und an die Kavitätenränder adaptiert. |
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| Amalgamstopfer engl.: (amalgam) condenser or plugger; mechanische oder maschinelle Hilfsmittel zum Verdichten ("Kondensation") vom Amalgam unmittelbar nach Einbringen in die Kavität. Wenn auch die Mehrzahl dieser Instrumente an der Arbeitsspitze aus verarbeitungstechnischen Gründen eine birnen- bzw. kugelförmige Gestalt aufweisen ("Kugelstopfer"), wird nur mit planen Stirnflächen ("Planstopfer") eine optimale Verdichtung erreicht |
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| Amalgamtätowierung Amalgampigmentierung, metallisches Tatoo, engl.: amalgam tattoo; seltene, reaktive Veränderung, bei der im Zahnfleisch und Parodontium in Nachbarschaft zu diesem Füllmaterial schwarzes Metallpigment ablagert wird. Dieser Effekt wird auch in der Umgebung von Metall-Kronen ("dunkler Zahnfleischrand" an der Krone; s. Abb. oben) beobachtet. Klinisch kann eine A. aufgrund der schwarzen Farbe manchmal nicht sicher von einem Melanom unterschieden werden; histologisch lassen sich diese beiden Läsionen jedoch einfach voneinander unterscheiden. Eine A. kann auch nach Beseitigung der Ursache allein weiter bestehen - sie gilt als kosmetisch störend aber medizinisch harmlos. |
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Amalgamunverträglichkeit
"Amalgamallergie", engl.: amalgam intolerance, "amalgam hypersensitivity";
behauptete und nur selten bewiesenen Unverträglichkeitsreaktionen auf den
Füllungswerkstoff Amalgam. So wird von vielen Patienten
die Ursache ihrer oft chronischen und vielseitigen Erkrankungen im Amalgam
gesehen (
http://www.f11.parsimony.net/forum16512/index.htm), teilweise aber auch
durch bestimmte Institutionen erst geweckt (
z.B.
http://www.amalgam-online.de). Auffallend ist, dass derartige Patienten auch
empfindlich auf Erdstrahlen, Handy-Funkwellen, Magnetismus usw. reagieren. Eine
nachgewiesene echte Amalgamallergie soll bei etwa 0,1% der Bevölkerung
bestehen; wissenschaftlich sicher beschrieben sind weltweit nur rund 100 Fälle
in den letzten 160 Jahren. Feststellen lässt sich diese Unverträglichkeit mit
seriösen Testverfahren (
Allergietestung);
alternative Testmethoden (
alternative Behandlungsmethoden) sind teils wegen geringer Aussagekraft,
teils wegen völliger Untauglichkeit abzulehnen.
Mobilisationstests sind
ebenfalls von zweifelhaftem Erfolg (
DMPS-Test).
Amalgam -
schädlich oder ungefährlich? Groß angelegtes Forschungsprojekt am
Klinikum rechts der Isar abgeschlossen -
eine
Pressemitteilung des Informationsdienst Wissenschaft vom 4.4.2008
FDI-Entschließung zu
Quecksilber und Dentalamalgam, 2009
FDI Stellungnahme 2010
Metalle im Mund
seriöse Anlaufstellen bei einer vermuteten A. sind:
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Prof. Dr. med. dent. Klaus Ott
Poliklinik für Zahnerhaltung
Waldeyerstr. 30
48149 Münster
Tel. (02 51) 83 47 03 9
Fax (02 51) 83 47 03 7
E-Mail: ottk@uni-muenster.de ,
Klinik und Polikliniken
für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten der Universität
Erlangen-Nürnberg
Dr. Johannes Ebert
Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie
Glückstraße 11
91054 Erlangen
Tel. (0 91 31) 8 53-11 63
Fax (0 91 31) 8 53-36 032
E-Mail: ebert@dent.uni-erlangen.de
und
Ber-U-dent, Tel. 089/ 51 60 76 70 , Anfragen mittels Anrufbeantworter (089/ 51
60 76 71) oder per Fax (089/ 51 60 76 72)
Amalgam,
Amalgamausleitung,
Amalgamentfernung,
Epikutantest,
Füllungsmaterialien-Nebenwirkungen,
Galvanismus im Mund,
Glaubenskrieg um einen Zahnfüllstoff,
Mobilisationstest,
Nocebo-Effekt,
Psychosomatik,
Quecksilberallergie,
Quecksilberfreisetzung aus
Amalgamfüllungen,
Quecksilbervergiftung, Risikobewertung durch das BfArM
| Amalgapin
Verankerung engl.: Amalgapin-retained; Begriff zusammengesetzt aus Amalgam und Pin (Bohrlöcher im Dentin; |
![]() |
Ambulance Chaser ; brit. Jargonbez. für
Rechtsanwälte, die sich darauf spezialisiert haben, Patienten zu ermuntern,
ihren Arzt zu verklagen.
http://www.aerztezeitung.de/
Ambulatorium , Ambulanz, engl.:
outpatient clinic;
Poliklinik
| Ameloblasten Adamantoblasten, Gonoblasten, Schmelzbildner, engl.: u.a. ameloblasts; schmelzbildende Zellen von prismatischem Aufbau, welche während der Zahnbildung und - ausreifung an ihrer Unterseite (zum Dentin hin) die sog. Schmelzmatrix absondern (Grundgerüst des Zahnschmelzes). Sie befinden sich beim Abschluss der Schmelzbildung ganz außen auf dem Zahn und bilden dann für kurze Zeit das |
![]() |
| Ameloblastom veraltet: Adamantinom, (fast immer) gutartiger Kiefertumor mit hoher Rezidivneigung; engl.: ameloblastoma; entstanden aus versprengtem Restgewebe der embryonalen Zahnanlage (Ameloblasten). Zu 80 % im Unterkiefer (Kieferwinkel) auftretend, bevorzugt er etwas stärker das weibliche Geschlecht; da komplikationslos wachsend, werden A. klinisch durch eine Auftreibung meist erst spät erkannt oder durch eine Röntgenaufnahme als vielzystiges Gebilde (honigwaben- oder seifenblasenartig) diagnostiziert. Eine echte Diagnose ist nur durch eine histologische Untersuchung des zystenähnlichen Balges möglich; röntgenologische Anhaltspunkte kann die Tatsache sein, dass neoplastische Geschehen eher zu Zahnresorptionen neigen als echte Zysten. Verteilung: Unterkiefer 80%, Molarenregion 70%, Prämolarenregion 20%, Schneidezahnregion 10% Ganz selten als bösartiger Tumor auftretend bzw. als bösartiges Ameloblastosarkom bekannt. |
![]() ![]() ![]() Bilder |
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Amelogenese , Schmelzbildung,
engl.: amelogenesis, enamelogenesis;
Ameloblasten, Schmelz
| Amelogenesis
imperfecta Zahnschmelzfehlbildung, Schmelzdysplasie, engl.: do. o. "ghost teeth" (wegen ihrer schwachen Darstellung auf Röntgenbildern); seltene (Häufigkeit 1:14.000 (USA); 1:718 (Nord-Schweden)), vererbte Erkrankung mit gestörter und unvollständiger Zahnschmelzentwicklung, erstmals von Weinmann 1945 beschrieben; der Schmelz ist quantitativ und qualitativ fehlgebildet. Es werden mehrere Hauptformen unterschieden, die zudem - je nach klinischer Ausprägung bzw. Vererbungslage - in Untergruppen unterteilt werden. Einteilung in 4 Gruppen: In seltenen Fällen ist auch noch zusätzlich das Zahnbein fehlgebildet - Störungen der Dentinbildung ( Röntgenologisch sind die befallenen Zähne bei diesem Krankheitsbild "schwächer" dargestellt - daher auch der engl. Ausdruck "ghost teeth" (= "Geisterzähne") für diese Erkrankung. Die A. i. zeigt sich - bei gesundem Dentin und normaler Zahnwurzel - mit einer rauen Zahnkrone, die gefurcht und mit stark dunklen Flecken durchsetzt ist; teilweise fehlt der Zahnschmelz ganz. Die kosmetisch sehr störende Erkrankung kann schon im Jugendlichenalter durch Überkronung (nur bedingt nach der Adhäsiv-Technik, da der Schmelz nicht richtig ausgebildet ist) der betroffenen Zähne behandelt werden. Weit häufiger treten Schmelzentwicklungsstörungen - sog.
Schmelzhypoplasien -
als Folge von äußeren Störungen (z.B.
vereiterte Milchzähne,
Zahnunfälle im
Milchzahngebiss, Medikamente) auf. |
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Amelogenin ,
Emdogain®
Aminfluoride , organische Fluorverbindungen in der
Kariesprophylaxe, i.d.R. als
Zahnpastenzusatz oder Zusatz bei
Mundspüllösungen; engl.: do.;
Fluoride,
Olaflur,
Zinnfluorid
Amnesie
Amnesia, Gedächtnisstörung, Gedächnisschwund, engl.: amnesia;
zeitlich begrenzte Erinnerungslücke; bei
der retrograden Amnesie besteht ein zeitlich begrenztes, fehlendes
Erinnerungsvermögen an Dinge vor dem auslösenden Trauma.
Commotio,
Contusio
amnestisch, auf eine Amnesie bezogen, eine Gedächtnisstörung betreffend
AMNOG ;
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz
Amorbogen , Cupidobogen, Kupidobogen,
Lippenherz ;
Philtrum
amorph ; "ohne Gestalt"; chem. Bez. für eine nicht-kristalline Struktur
Ampulle
engl.: ampoule, ampule; kleiner, abgerundet-zylinderförmiger
Behälter aus Glas zur Aufbewahrung von sterilen Arzneimitteln, meist in
flüssiger Form.
Gelegentlich taucht auch der Begriff Dentinampulle auf, welcher die
mikroskopisch sichtbare ampullenförmige Erweiterung der Dentinkanälchen
beschreibt, welche durch
Kariesbakterien verursacht wird.
Amputation
engl.: do.; operative Abtrennung von Körpergewebe oder eines Körperteils. In
der ZHK gebräuchlich für die
teilweise Entfernung des Zahnnervs (
Vitalamputation)
Amputationspaste
engl.: amputation paste; Oberbegriff für Medikamente ("Einlagen"),
welche über die erkrankte Pulpa gelegt
werden und diese ganz oder teilweise abtöten sollen. Vorgehen gilt heute - bis
auf Ausnahmefälle - als obsolet.
Devitalisation,
Mortalamputation
Amputationstäuschung ,
Phantomschmerz
AMSA-Injektionsmethode
The Wand
Amylase ,
Amylum
Amylum
Stärke, eine Form des Kohlenhydrats, engl.: do. or starch;
im Pflanzenbereich am weitesten verbreitete
Kohlenhydrat (Stärke-Lieferanten
sind besonders Kartoffeln und Mais). A. lagert sich in den Reserveorganen
der Pflanzen (Knollen, Samen) in Form von Körnern ab. Im menschl. Körper wird
A. mittels Enzymen und Säuren in
versch. Zuckerarten abgebaut; so spaltet z.B. der
Speichelbestandteil alpha-Amylase,
im Sinne einer Vorverdauung, A.
in eine kariogene Mischung von
Glucose und
Maltose. Bedingt durch ihre Zähigkeit
bleibt A. auf den Zahnoberflächen besser haften als
Zucker. Deshalb sind z.B. Kartoffelchips
weitaus kariogener als Zuckerarten, da
sie länger haften bleiben und bei nicht erfolgter Zahnpflege einen langen
Nachschub an Nährstoffen für
Kariesbakterien liefern.
Von dem Speichelbestandteil Amylase ist bekannt, dass dieses Ferment in
Stress-Situationen vermehrt produziert wird; diese Tatsache kann als effektiver
Parameter der individuellen Stressbelastung angesehen werden
Aktion zahnfreundlich,
Ernährungsempfehlungen,
Kohlenhydrate,
Zucker
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[
Autor:
Dr. Klaus de Cassan
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