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Zahnwissen-Lexikon
An - Az |
diese Übersetzung |
Anachorese ;engl.: anachoresis, Absiedlung von krankheitserregenden Mikroorganismen im Bereich eines sanierten Herdbereiches
anaerob , ohne Zufuhr oder Benötigung von
Sauerstoff;
(An)Aerobier
Analgesie
auch: Analgie, Schmerzlosigkeit, engl.: analgesia;
Aufhebung der Schmerzempfindung durch eine Schädigung der Schmerzleitung oder
durch (kurzfristige) ärztliche Ausschaltung der Schmerzempfindung im
Schmerzzentrum des Gehirns ("Rauschnarkose") - meist durch Einatmen
(Inhalation) bestimmter chem. Substanzen. Vor Entwicklung und Einführung der
Lokalanästhesie in die
ZHK zu Beginn des letzten Jhds. war die
Lachgasanalgesie das
gebräuchliche Verfahren bei schmerzhaften zahnmedizinischen Eingriffen.
Analgosedierung, Anästhesie,
Elektroanalgesie,
Lachgas,
Narkose,
Sedierung,
Verkehrsfähigkeit
Analgetika
Analgetikum, Schmerzmittel, schmerzstillende Mittel, alt:
Antineuralgika, engl.:
analgesics, pain killers; mit einer Vielzahl von
Präparaten, die
entweder peripher (diese auch Nicht-Opioid-Analgetika genannten
Schmerzmittel hemmen die Bildung von Schmerz- und Entzündungsstoffen im Körper
und kommen meist bei akuten Schmerzen zum Einsatz) oder
auf das zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark) wirken und so
symptomatisch zu einer Besserung
des Leidens führen. Grundsätzlich sollte sich die Behandlung nach der Stärke der
Schmerzen richten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
hat dazu ein bewährtes, so genanntes "Stufenschema" entwickelt. Es besagt,
dass sich die Behandlung nach der Stärke der Schmerzen richten soll, wobei die
Schmerzen in drei Schweregrade unterteilt werden. Nach Erkenntnissen der
modernen Schmerzforschung ist eine Behandlung nach diesem Schema nicht nur für
starke Krebsschmerzen, sondern auch für jeden anderen starken chronischen
Schmerz sinnvoll.
Nach der WHO werden die
A. in 3 Stufen eingeteilt:
In der zahnärztlichen Praxis werden meist Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Paracetamol, und entsprechende (umstrittene) Kombinationspräparate zur Behandlung von Zahnschmerzen, akuten Zahnfleischentzündungen oder nach chirurgischen Eingriffen angewandt:
Weitere Verfahren zur Schmerzbekämpfung (überarbeitet nach © PFIZER GmbH):
Angst,
Behandlung in der Schwangerschaft,
Pharmakon, Phenazetin, Postmedikation,
Schmerz, Verkehrsfähigkeit
Special:
Schwangerschaft (Fremdlink auf
www.Zahnwissen.de)
| Analgosedierung Herabsetzung der Schmerzempfindung, "Dämmerschlaf" engl.: analgosedation; Einsatz von beruhigenden Medikamenten (meist eine Kombination von Schmerzmitteln und Psychopharmaka vor der Behandlung) bei ängstlichen oder erregten Patienten u. Kleinkindern vor (zahn-)ärztlichen Eingriffen. Die Begriffe Prämedikation, Sedierung und A. sind nicht exakt definiert, bestehen teilweise nebeneinander und haben aus pharmakologischer Sicht fließende Übergänge. Eine A. erfolgt heute typischerweise mit der intravenös Verabreichung von Midazolam in Verbindung mit dem Opioid Fentanyl, oder neuerdings mit einem Remifentanil-Narkose-Cocktail aus Midazolam 0,03 mg/kg mit einer Remifentanil-Propofol-Mischung 1:500, injiziert mit 40 µg/kg/min. Alternativ können bei zugänglichen Patienten hypnotische Methoden versucht werden. |
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Analogposition
auch: analoge Bewertung, engl.: analogous assessment; Begriff aus
dem (privaten) zahnärztlichen
Gebührenrecht (GOZ): Zur Erbringung und
Berechnung einer in der amtlichen Gebührenordnung nicht erfassten aber
wissenschaftlich anerkannten Methode wird eine in der GOZ bestehende
Leistungsbeschreibung herangezogen, die in ihrem Aufwand mit der nicht
beschriebenen Position vergleichbar ist. Da die
amtliche Gebührenordnung aus dem Jahr 1988 stammt und Leistungen, die heute
zu einer "modernen ZHK" gehören, damals noch
nicht bekannt waren, nehmen Anwendung und Umfang von A. ständig zu.
GOZ
Analyse
engl.: analysis; Oberbegriff für vielfältige Verfahren, bei welchen
Erkenntnisse und Rückschlüsse durch die Untersuchung einzelner Bestandteile
eines Ganzen gewonnen und entsprechend eingeordnet werden. In der
ZHK gebräuchlich bei der
kieferorthopädischen
Diagnostik (z.B. Profilanalyse nach
Schwarz) oder bei einer ausführlichen Untersuchung der Zähne und der Kiefer
("Gebissanalyse") und deren
Funktion ("Funktionsanalyse").
Anämie
Anaemia, Blutarmut, engl.: an(a)emia;
Bezeichnung hauptsächlich bei einer Verminderung des Hämoglobingehalts und der
roten Blutkörperchen im Blut gebraucht. Ebenso Bezeichnung für einen akuten
Blutmangel in einem Gebiet ("anämisches Gebiet", z.B. als gewollte Wirkung von
Vasokonstriktoren) oder nach einem
plötzlichem schwerem Blutverlust.
Repetitorium Anämie - Eine runde Sache (zm, 2014)
anaphylaktischer Schock
Ablauf einer Antigen-Antikörper-Reaktion;
engl.: anaphylactic shock; mit der Freisetzung von sog. Schocksubstanzen,
welche u.U. zu lebensbedrohlichen Zuständen führen können.
Allergie,
Anaphylaxie,
Quincke Ödem, Schock
Anaphylaxie
engl.: anaphylaxis; sehr heftige allergische
Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers (
anaphylaktischer
Schock) hauptsächlich gegen artfremdes Eiweiß; im Extremfall mit tödlichem
Ausgang. Die häufigsten Verursacher sind
Arzneimittel, Insektengifte u. Nahrungsmittel.
Allergie
Anästhesie
Schmerzausschaltung, "Nicht-Empfindung", engl.: anaesthesia; vorübergehende
Ausschaltung der Schmerzempfindungen durch eine medizinische Maßnahme. Unterscheidung zwischen
örtlicher (Infiltrations-,
Leitungs-,
Oberflächen- und speziellen
Formen der Lokalanästhesie (intraligamentäre
A.,
intraossäre A.) u. allgemeiner
A. (Narkose)
Anästhesieversager, Analgesie,
Elektroanalgesie,
Hypästhesie,
Anästhesieversager, Lokalanästhesie,
Morton,
Sedierung
Sedierung in der Zahnmedizin – aktueller Überblick (2013)
Anästhesieversager
engl.: anesthesia failure; keine oder ungenügende Schmerzausschaltung.
Diese können vielfältige Ursachen haben. Relativ
selten davon ist ein Nicht-Ansprechen auf das
Lokalanästhetikum selbst:
Anästhesie,
Aspiration,
Lokalanästhesie
Schnelle und sichere Schmerzbeherrschung
Anastomose ,
engl.: anastomosis; natürliche Querverbindung zwischen Gefäßsträngen. In
der ZHK gebräuchlich z.B. für die
Verbindung von Pulpengewebe zwischen
mehreren Hauptkanälen in einer Zahnwurzel
(= portokavale Anastomose).
Locus Kiesselbachii
Anatomie
engl.: anatomy; Wissenschaft vom Bau des (menschlichen) Körpers, seiner
Organe und Gewebe. Im Tierreich heißt dieser Begriff "Zootomie" und im
Pflanzenreich "Phytotomie".
http://www.visiblebody.com/
anatomischer Abdruck ,
engl.: anatomic impression, anatomic cast;
Abdruckarten,
Situationsabdruck
anatomischer Apex ,
Apex
Anätzen , "Ansäuern", engl.: acid etching;
Adhäsivtechnik
ANB-Winkel ;
sagittale Position des
Oberkiefers in Relation zum
Unterkiefer,
SNA-Winkel
andersartiger Zahnersatz
engl.: different dentures; Begriff, welcher mit der Festlegung von
Festzuschüssen (ab 2005;
§ 55 Abs. 5 SGB V) in die
gesetzliche
Krankenversicherung eingeführt worden ist: Es werden Leistungen durchgeführt
und abgerechnet, die vollständig von der
Regelversorgung abweichen, also
in dieser nicht enthalten sind. Der Versicherte erhält den bewilligten
Festzuschuss über die
Kostenerstattung von seiner gesetzlichen Krankenkasse. Alle anfallenden
Kosten (Honorar,
Laborkosten) werden direkt mit dem
Versicherten nach der (privaten) GOZ
abgerechnet.
Beispiel: Fehlt eine bestimmte Anzahl von Zähnen, so sieht die
Regelleistung einen (kostengünstigen)
herausnehmbaren Zahnersatz vor. Wünscht der Patient statt dessen einen
festsitzenden Zahnersatz ("Brücke"), so
erhält er von seiner Praxis eine Rechnung über diesen Zahnersatz und reicht
diese zur Kostenerstattung bei seiner Kasse ein.
Sonderbestimmungen gelten bei sog. "gemischtem Zahnersatz"; damit sind
Versorgungsformen gemeint, die sowohl Elemente der Regel-/gleichartigen
Versorgung wie auch a. Z. enthalten.
Special:
Festzuschüsse ab 2005
Festzuschüsse,
gleichartiger Zahnersatz,
Regelversorgung,
Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei
Zahnersatz
Aneurysma
engl.: aneurysm; umschriebene, i.d.R. asymmetrische, dauerhaft bestehende
Wandausbuchtung eines vorgeschädigten arteriellen Blutgefäßes oder der Herzwand.
Derartige Veränderungen können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens aus
einer Gefäßschädigung heraus entwickeln.
Der Name "aneurysmatische Zyste"
soll ausdrücken, dass diese aus einem Gewebe besteht, das kavernöse, mit Blut
gefüllte, mehrkammerige Hohlräume aufweist - mit einem echten A. hat
diese Beschreibung wenig gemein.
Anfinieren
Anpolieren,
engl.: finishing; durch die
Duktilität (Dehnbarkeit, Verformbarkeit)
eines Materials bedingte Möglichkeit, eine
Randspaltoptimierung durch sog.
Kaltverformung durchzuführen. Durchgeführt werden derartige Maßnahmen durch
Finierer oder
Schlagpolierer, die so drehen
müssen, dass sie vom Füllungsrand weg zum Zahn hin rotieren
Besonders bei den Goldgussfüllungen ("Gold-Inlays") können die
Füllungsränder durch A.
sehr dicht und nahtlos in den Zahn übergehend gestaltet werden. Weitere
Einsatzgebiete sind das A. von Kronenrändern oder die Randausarbeitung
von plastischen Füllungen. Hierbei findet allerdings kein eigentliches A.
statt, vielmehr steht dieser Ausdruck für einen möglichst glatten Übergang von
Restauration und Zahn.
Finieren
angeborener Zahn
prälaktaler Zahn,
(neo)nataler Zahn, "Hexenzahn",
engl.: natal tooth, predeciduous tooth; entweder als zu früh durchgebrochener
Milchzahn (
Dens
natalis) oder als fehlgebildete Zahnentwicklung vorkommend (
prälaktaler
Zahn).
Angestellter Zahnarzt
engl.: employee dentist; Form der beruflichen Tätigkeit eines Zahnarztes
in einer Vertragszahnarztpraxis.
Voraussetzung dafür ist die Leitung dieser Praxis durch einen
niedergelassenen Zahnarzt, welcher
seine Behandlungen zu überwachen und zu verantworten hat; weiter muss
der angest. Za. die
Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.
Durch das Vertragsarztänderungsgesetz traten ab 2007 liberale Vorschriften zur
Beschäftigung ein:
Grundsätzlich
unbeschränkte Anstellungsmöglichkeit, auch in gesperrten Gebieten
Voraussetzung ist weiterhin die
grundsätzlichen Verpflichtung zur persönlichen Ausübung der
vertragszahnärztlichen Tätigkeit des Praxisinhabers. Dies bedeutet, dass ein Vertragszahnarzt
mit Vollzulassung maximal zwei ganztags beschäftigten oder höchstens vier halbtags
beschäftigte Zahnärzte ("angestellter Teilzeit-Zahnarzt") anstellen kann. Nur
der Vertragszahnarzt rechnet gegenüber seiner
KZV ab.
Degression:
es erfolgt eine Gleichstellung mit dem
Vertragszahnarzt. Dies bedeutet, dass eine Praxis für jeden angst. Zahnarzt
die volle Degressionspunktmenge erhält, ab der sich der Vergütungsanspruch
verringert
Nur dann Mitgliedschaft in der jeweiligen KZV,
wenn mindestens eine halbtägliche Beschäftigung erfolgt

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Veränderung: berufstätige Zahnärztinnen
1988-2009
Die Zahl der Zahnärzte, die nicht in eigener
Niederlassung, sondern als Angestellte
in Praxen arbeiten, ist in den letzten Jahren ständig gestiegen; Ende Juni 2009
waren es 3705. Viele junge Zahnärzte und vor
allem Zahnärztinnen scheuen die hohen Investitionskosten von über 360.000 EURO
(2008) einer Praxisgründung und sehen die Arbeit in Anstellung als attraktive
Alternative an. Mit dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz sind Anstellungsverhältnisse einfacher
geworden, und viele Berufseinsteiger bzw. Praxen nutzen diesen Weg. Damit bilden
sich größere
Behandlungseinheiten. 1991 waren 7,5 Prozent der
Praxen Gemeinschaftspraxen,
2007 waren es 19 Prozent. Zusätzlich sind die
Berufsausübungsgemeinschaften in ihrer einzelnen Größe gewachsen.
Beschäftigungsverbot für schwangere angestellte Zahnärztinnen:
das Bundesverwaltungsgerichtsurteil vom 27.05.1993 bestätigt eine Anordnung des
Gewerbeaufsichtsamtes, "dass eine schwangere Zahnärztin keine invasiv-operativen
Tätigkeiten wie dentalchirurgische Eingriffe, Zahnextraktionen, Injektionen
ausführen darf und alle übrigen Behandlungen wie konservierende Arbeiten nur
dann ausgeführt werden dürfen, wenn eine Verletzungs- und damit Infektionsgefahr
damit ausgeschlossen wird."
Altersgrenze,
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz,
Zweigpraxis
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010); ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht
Memorandum der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zur Vereinbarkeit von Familie und
Beruf im Rahmen der zahnärztlichen Berufsausübung (©:
BZÄK, 2011)
Stellenportal für den
gesamten Dental-Markt
Angina Ludovici ;
Mundbodenphlegmone
Angina pectoris
"chronische Herzschmerzen", "Herzenge", engl.:
angina (pectoris), (Heberden's)
angina; mit den Symptomen: Starke Schmerzen in der Herzgegend (die typische
Herzenge, sog. Kardialgie), Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, bis hin zur "Todesangst".
Angiographie , engl.: angiography;
röntgenologische Darstellung von Blutgefäßen, nachdem in diese ein
Kontrastmittel injiziert wurde;
Arteriographie
Angiotripsie , engl.: angiotripsy; blutstillendes
Abquetschen ("Abklemmen") eines Blutgefäßes (i.d.R. einer Arterie) mit einer
Quetschklemme (Arterienklemme oder sog. Angiotriptor);
Nachblutung
| Angle Angle Klassifikationen, engl.: Angle's classifications; nach einem der Begründer (amerik. Zahnarzt, E.H.A. Angle, 1855-1930) einer wissenschaftlichen Kieferorthopädie benannte und weltweit gültige Einteilung der relativen Lagebeziehung (in sagittaler Richtung) des Oberkiefers zum Unterkiefer (korrekt: des unteren ersten Backenzahns im Bezug zum entsprechenden oberen). Danach werden als Hauptklassen unterschieden:
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Angst
vor einem Zahnarztbesuch, Zahnbehandlungsangst, Oralphobie,
engl.: dental (treatment) phobia, dental anxiety;
Acht von zehn Befragten geben an, unter einem Angstgefühl beim Zahnarztbesuch zu
leiden. Die krankhafte Oralophobie führt bei zwei bis zehn Prozent der
Bevölkerung dazu, sich nicht in zahnärztliche Behandlung zu begeben.
Die
häufigste Ursache für die Ausbildung einer Zahnbehandlungsangst stellen
traumatische Erlebnisse - häufig schon in der Kindheit durch eine
ungenügende/schlechte/falsche Vorbereitung - während einer Behandlung dar. Hinzu
kommen negative Auswirkungen durch das soziale Umfeld: So kann es vorkommen, dass Kinder, die noch nie beim Zahnarzt
waren, aufgrund von elterlichen Erzählungen eine A.
entwickeln. Bei vielen Patienten steht jedoch das unangenehme Gefühl im
Vordergrund, die Kontrolle abzugeben und dem Zahnarzt ausgeliefert zu sein.
Für
eine Therapie ist die eindeutige Abgrenzung zwischen Angst und
Phobie notwendig.
Bei erwachsenen Angstpatienten hat sich das Selbstbeurteilungsverfahren
beispielsweise mit dem hierarchische Fragebogen HAF (nach Jöhren, 1999) bewährt.
Eine Zahnbehandlungsphobie liegt vor, wenn der Patient hochängstlich ist und
zusätzlich die Zahnbehandlung vermeidet. In diesem Fall sollte auf
professionelle Hilfe zurückgegriffen werden.
Im Zusammenhang mit einem
Behandlungsschmerz werden 4 Arten von A. unterschieden:
Im Zusammenspiel von Schmerz und A. kommt dann ein "Angst-Verspannungs-Schmerz-Kreislauf" zustande: Je ängstlicher ein Patient ist, umso mehr kommt es zu einer psychischen und physischen Erregung, die mit Muskelverspannungen einhergeht. Durch die Ausschüttung von Gewebshormonen (Kinine) führt die Muskelverkrampfung zum Symptom "Schmerz". Dieser Schmerz verstärkt wiederum die Angst positiv; der Kreislauf wird erneut durchlaufen.
Während sich "normale Ängste" vor/bei einem Zahnarztbesuch meist durch Vertrauen in den Behandler und eine gewisse Ablenkung (z.B. Walkman im Wartezimmer) oder Entspannungsübungen beherrschen lassen, ist die Behandlung der Phobien - da eine echte Krankheit - meist langwierig. Es bieten sich nachfolgende Möglichkeiten an, die i.d.R. von den Krankenkassen übernommen werden (medizinische Begründung erforderlich; vorher nachfragen!):

Akupunktur,
Analgosedierung,
Anxiolyse,
Iatrophobie,
Phobie,
Psychosomatik,
QuickTimeTrance, Schmerz
Kommunikation bei Patienten mit Zahnbehandlungsangst (zm,
2014)
http://www.traumzahnarzt.de
www.gutezaehne.de
Mit Lachgas gegen die Angst beim Zahnarzt
Jeder Zehnte
hat große Angst vorm Zahnarztbesuch (BZÄK, 2012)
Angulation
Zahnneigung, engl.: do.; Winkelangabe ("die A. beträgt ..°") für
die Kippung einer Zahnachse; meist gebräuchlich für die A. in
mesialer oder
distaler Richtung zu einer
Zahnlücke hin, oder für die
Veränderung der natürlichen Zahnneigung bedingt durch einen verlagerten Zahn.
Inklination
Angulus mandibulae ;
Kieferwinkel
Anhänger , Jargonbezeichnung für das Freiendglied
einer
Freiendbrücke
Anisodontie , engl.: anisodontia;
verschiedenartig ausgebildete Zahnarten in einem Gebiss;
Heterodontie
anisognath
engl.: anisognathous; anatomische Bezeichnung
für das beim menschlichen Gebiss übliche Überdecken des oberen
Zahnbogens über den unteren.
isognath
Anisotropie
[an-i...; griech.], die Richtungsabhängigkeit der verschiedenen physikal.
Eigenschaften eines Stoffes, z.B. Elastizität, Spaltbarkeit, Härte, elektrische
Leitfähigkeit, Wärmeleitung und Lichtbrechung bei zahlr. Kristallen.
(Definition nach: (c) Meyers Lexikonverlag).
| Ankerbandklammer Intarsienklammer, engl.: anchorage band clasp, anchoring band clasp; zu den Geschieben zählende Klammerart (Doppelarmklammer mit Auflage), welche in eine speziell konstruierte Vollkrone eingearbeitet ist: kleine Rasten an den Enden der relativ breiten und langen Klammerarme greifen in entsprechende Vertiefungen der Krone ein und gewähren so einen sicheren Halt. Später erfolgte eine Weiterentwicklung zu einer Art Außenteleskop (Ringteleskop) ohne okklusale Fläche in Verbindung mit einer |
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| Ankerbandkrone engl.: anchor band crown (?); einem parallel gefrästen Innenteleskop ähnliche Kronenart über welches eine ringförmige Verankerung (eine Art Außenteleskop ohne Okklusalfläche = Ringteleskop; befestigt am herausnehmbaren Zahnersatz) geschoben wird. Zusätzlich kann in die A. noch ein Geschiebe eingearbeitet sein. Die A. selbst hat direkten Kontakt zum Antagonisten und eine anatomische Okklusalfläche. Seltene Anwendung dann, wenn zum Gegenbiss nur wenig Platz für eine Doppelkrone besteht. |
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Ankerelement
"Anker", engl.: abutment (element), anchor element; Oberbegriff für ein künstliches
Element, welches zur Abstützung und/oder Halt von Zahnersatz dient. Das A.
ist fest auf einem natürlichen Zahn oder Implantat (Pfeiler)
zementiert ("verankert").
Gebräuchliche A. sind Kronen,
Stege,
Teleskope und Geschiebe
("Ankergeschiebe").
Ankerimplantat
engl.: anchor implant; beschreibende Bezeichnung für eine heute nicht
mehr gebräuchliche Implantatform bei
enossalen Implantaten: Implantatkörper u. -fuß sind ankerförmig gearbeitet
und sollen so im Alveolarfortsatz fest "verankert" sein. Heute durch
Schraubenimplantate abgelöst.
Ankerzahn
Anker,
engl.: abutment (tooth), anchor(ing) tooth; wenig gebräuchliche Bezeichnung für einen
körpereigenen Zahn (oder ein Implantat), an welchem
festsitzender Zahnersatz oder
herausnehmbare Prothesen abgestützt und
/ oder befestigt werden. Wie bei Brücken
spricht man besser von
Pfeilerzähnen.
Ankerelement
Ankylodontie
"Zahnwurzelverwachsung", engl.: ankylodontia; Verwachsung der
Zahnwurzel mit dem umgebenden
Alveolarknochen. Bei einem
derartigen Vorgang ist es vorher zu einem Verlust des
Desmodonts gekommen. Typische Folge
einer traumatischen
Zahnverletzung oder Replantation.
Ankylose
| Ankyloglossie "Zungenverwachsung", engl.: ankyloglossia, tongue tie; angeborene, mehr oder wenig starke Verwachsung der Zunge mit dem Mundboden, meist durch ein ausgeprägtes, zu weit zur Zungenspitze hin reichendes Zungenbändchen ( |
![]() |
| Ankylose Gelenkversteifung, engl.: ankylosis; teilweise oder vollständige Verwachsung eines Gelenks mit der Umgebung bis hin zu völligem Bewegungsverlust. |
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Ankylostoma,
Kieferklemme
Anodontie
Zahnlosigkeit,
engl.: anodontia; dieser Zustand kann angeboren sein (Ausbleiben einer
Zahnkeimentwicklung; sehr selten!) oder
im Laufe des Lebens durch vollständigen Verlust der Zähne erworben werden (
zahnlos)
Aplasie,
Hypodontie,
unbezahnt,
zahnlos
Anomalie
Missbildung, Abweichung vom Normalen, engl.: anomaly;
Abweichung,
Dysgnathie,
Kieferorthopädie, Zahnanomalie
Anosmie
engl.: anosmia; Fehlen bzw. Verlust des Geruchssinnes. Unterteilung in:
zentrale A.:
Schädigung von Nervenstrukturen im Gehirn
periphere A.:
Schädigung des Riechepithels
gustatorische
A.: Verlegung der Riechspalte, fehlender Luftstrom von den
Geschmacksrezeptoren her
| Antagonist Gegenzahn, "Ein-zu-Zwei-Zahn-Relation", engl.: do.; der Zahn (die Zähne), auf welchen ein Zahn beim Kieferschluss im Gegenkiefer beißt. Im normalen Gebiss sind dies i.d.R. immer zwei Zähne, mit Unterteilung in Hauptantagonist und Nebenantagonist, auf welche ein Zahn im Gegenkiefer auftrifft (sog. Antagonistenkontakt; s. Abb.). |
|
anterior , engl.: do.; vordere, nach vorn verlagern, verschieben. Gegenteil: posterior (hinterer, rückwärtiger)
Anthropologie ; engl.: anthropology; Menschenkunde, Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung
antibakteriell
"bakterienschädigend", engl.: antibacterial (agent); Substanzen,
die durch biologische, chemische, mechanische oder thermische Schädigung zur
Abtötung von Bakterien führen können.
Antibiogramm
engl.: antibiogram o. bacterial sensivity test;
Empfindlichkeitsmessung von best.
Erregern gegenüber den versch. Antibiotika.
Hauptsächlich angewandt, wenn "Standard-Antibiotika-Gaben" nicht ansprechen
Antibiotika,
Resistenz,
Resistenzbestimmung
Antibiose
griech. Anti = gegen, bios = Leben; in der Medizin Bez. für eine
Wachstumshemmung bzw. Abtötung von zur Erkrankung führenden
Mikroorganismen durch
Stoffwechselprodukte anderer Bakterien oder Pilze;
Antibiotika
Antibiotika
Einz.: Antibiotikum, Antiinfektiva, engl.: antibiotic(s);
zu der Gruppe der
Chemotherapeutika
gehörend, von
Mikroorganismen wie
Schimmelpilzen (z.B. Penicillin),
Strahlenpilzen (Tetrazyclin,
Chloramphenicol) und
Bakterien gebildete
Stoffwechselprodukte und ihre künstlich hergestellten Abarten. Es sind
Substanzen, die Parasiten (z.B.
Mikroben) in ihrem Wachstum beeinflussen, ohne die Zellen des Wirts zu
schädigen.
1935 Einführung
der Sulfonamide, 1942 die der Penicilline;
zu der Zeit noch mit einer rein empirischen Dosisempfehlung. A. gehören
neben den Schmerzmitteln zu den am häufigsten verordneten
Medikamenten in einer Zahnarztpraxis
und dienen vorrangig als Heilmittel bei bakteriellen
Infektionen, aber auch zur
Prophylaxe vor chirurgischen
Eingriffen. Jährlich wurden in Deutschland 2003 A. im Gesamtwert von rund
750 Millionen Euro verordnet. Das bedeutet: Im Schnitt entfallen auf einen 20-
bis 40-Jährigen etwa fünf Tagesdosen. Inzwischen sind über 400 Präparate auf dem
Markt, gegen die häufigsten Erreger gibt es gleich mehrere Mittel.
Unter dem
Sammelnamen A. befinden sich eine Vielzahl von
Medikamenten auf dem Markt, welche
sich grob unterteilen lassen (berücksichtigt sind hierbei nur die Gruppen von
zahnärztlichem Belang):
A. wirken nach versch. Prinzipien:
Sie greifen in die Synthese der
Außenhülle der Bakterien ein, welche die Mikroorganismen als stabiles
Schutzschild umgibt, schwächen diese und bringen sie schließlich zum Absterben (Beta-Laktam-A.
wie z.B. Penicilline,
Cephalosporine)
Hemmung der Eiweißsynthese in
der Bakterienzelle (typisch für
Makroloide, Clindamycin und
Tetrazyklin)
Interferenz (Hemmung eines
biologischen Vorgangs durch einen gleichzeitigen und/oder gleichartigen anderen)
mit spezifischen Stoffwechselprozessen der Bakterienzelle; z.B.
Gyrasehemmer
Dabei entfalten sie eine bakterizide Wirkung oder hemmen
die Bakterien in ihrem Wachstum (=
bakteriostatische Wirkung).
A. gehören - pharmakologisch
gesehen - zu den sichersten Medikamenten überhaupt; Todesfälle durch
Überdosierung (nicht durch allergische
Reaktionen!) sind äußerst selten.
Eine Behandlung mit A. sollte in Erwägung gezogen werden, wenn der
Patient eine bakterielle Infektion nicht durch die eigene
Immunabwehr überwinden
kann. A. sind nur zur Eliminierung von
Bakterien bestimmt. Bakterien sind
wahre Überlebenskünstler und extrem anpassungsfähig. Deshalb ist das Auftreten
von Resistenzen in Gegenwart
von A. unvermeidlich und sogar natürlich. A. sollten folglich nur
verschrieben werden, wenn es wirklich notwendig ist. Heutzutage werden A.
aber nicht nur in der Human- und Tiermedizin eingesetzt, sondern häufig auch in
der Landwirtschaft und Viehzucht.
A. werden i.d.R. oral dem Körper
systemisch zugeführt. Dabei tritt das generelles Problem auf, dass eine
ausreichend hohe und therapeutisch wirksame Konzentration im erkrankten Gebiet
vorhanden ist. Deshalb werden - besonders in der
Parodontologie -
lokale Antibiotika
mit entsprechendem Erfolg eingesetzt.
Je nach eingesetztem A. lassen sich versch. - meist nur vorübergehende -
Nebenwirkungen beobachten, welche grob in 4 Gruppen eingeteilt werden
können:
allergische Reaktionen in Form von
Früh- und Spätreaktionen; gefährlichste Reaktion ist der (seltene)
anaphylaktische Schock!
biologische Reaktionen
besonders in einer Zerstörung natürlicherweise vorkommender
Bakterien der
Mundhöhle (
Haarzunge) und des Darms
(Durchfallerkrankungen)
Wechselwirkungen mit anderen
Medikamenten: Orale Kontrazeptiva ("Pille") mit
einer Kombination von Ethinylestradiol und einem synthetischen Gestagen bieten
normalerweise sehr verlässlich Schutz vor ungewollter Schwangerschaft; von Fall
zu Fall muss mit einem Versagen dieser Methode gerechnet werden. Zu den
Faktoren, die zur Verminderung der kontrazeptiven Sicherheit beitragen können,
gehören Interaktionen mit anderen Arzneimitteln. So ist bekannt, dass die
Sicherheit der verhütenden Wirkung der Kontrazeptiva durch Einnahme von
Tetracyclinen vermindert wird, weil
Tetracycline die Aufnahmen der Kontrazeptiva über den Darm verschlechtern.
Ebenso können Johanniskrautpräparate, sowie Durchfallerkrankungen die
Wirkung der Antibabypille herabsetzen.
Retrospektive
Untersuchungen über die Versagerquote von Kontrazeptiva unter Einnahme
verschiedener Breitband-Antibiotika in dermatologischen Praxen brachten zwar
eine leichte, aber nicht signifikante Zunahme von ungewollten Schwangerschaften.
In jüngerer Zeit (2013) wird bei der Einnahme von
Blutverdünnern und Antibiotika zu
besonders sorgfältigem Vorgehen bei der Auswahl der Präparate geraten, da das
Blutungsrisiko um das Fünffache bei bestimmten Antibiotika erhöht sein kann (
http://dx.doi.org/10.1160/TH13-09-0723).
A. werden in der ZHK hauptsächlich
bei folgenden Erkrankungen verabreicht:
vom Zahn ausgehenden eitrigen
Infektionen (Abszessen*),
Aktinomykose,
Parodontitis apicalis,
Perikoronitis,
Periimplantitis, unfallbedingten
Infektionen)
*) Entleert sich bei einer nötigen
Inzision Eiter, ist eine antibiotische
Therapie nicht angezeigt; sie sind jedoch bei der Schwere des Krankheitsbildes
dann erforderlich, um eine Superinfektion
und drohende Ausbreitung in angrenzende Weichgewebe zu verhindern.
akute, nekrotisierende
Zahnfleischentzündungen (ANUG)
akute, eitrige
Speicheldrüsenentzündung
akute und chronische
Osteomyelitis
Aktinomykose
Prophylaxe vor/bei umfangreichen
Kiefer-Operationen
Prophylaxe bei
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B.
Endokarditis-Prophylaxe)
Die meisten in der ZHK auftretenden
Infektionen werden von
grampositiven Bakterien (Streptokokken,
nicht Penicillinase-bildenden
Staphylokokken) verursacht. Zur Bekämpfung dieser
Mikroorganismen werden primär
orale Penicilline (Penicillin V und Propicillin) und als Alternative
Erythromycin oder Clindamycin
eingesetzt. Bei auf eine normale Therapie nicht ansprechende
Zahnfleischerkrankungen gelten
andere A. als Standard (
Antibiotikazufuhr bei Zahnfleischerkrankungen). Das klassische Antibiotikum
Penicillin erweist sich wegen einer
weltweit zu beobachteten Resistenz
zunehmend als wirkungslos. Schätzungen gehen davon aus, dass bei
Infektionen im Kiefer-Gesichts-Bereich
nur noch 44% der festgestellten Keime auf Penicillin ansprechen. Zudem ist bei
Penicillin die Allergierate besonders
hoch.
Die oft vorschnelle Behandlung von Infektionskrankheiten mit A. hat einen
weiteren, bisher unbekannten Nachteil. Einer US-Studie zufolge leiden
Schulkinder wesentlich öfter an Allergien und Asthma, wenn sie als Säugling mit
Antibiotika behandelt wurden.
Empfohlene Anwendung bei:
| Art der Infektion | Mittel der "ersten Wahl" | Dosierung/Tag | Ersatztherapie (z.B. bei Unvertr.) |
|
apicale Parodontitis, Dentitio difficilis, Abszesse mit Ausbreitungstendenz o. reduziertem AZ |
Aminopenicillin + Betalaktamaseinhibitor (z.B. Amoclav 500™ Augmentan™) |
3 x 500 mg |
Clindamycin, Makroloide der neueren Generation |
| Akute nekrotisierende Gingivitis (ANUG)/ Parodontitis |
Aminopenicillin (z.B. Amoxicillin™) und/oder Metronidazol (z.B. Flagyl™) |
3 x 500 mg + 3 x 400 mg |
Clindamycin |
| akute Speicheldrüsen- entzündung (Sialadenitis) |
Aminopenicillin + Betalaktamaseinhibitor (z.B. Amoclav 500™) |
3 x 500 mg | |
| Aktinomykose | Penicillin V | 3 x 1,5 Mio. I.E. |
Cephalosporine o. Tetrazyklin |
| Prophylaxe vor Eingriffen, Risikopatienten siehe auch: Endokarditisprophylaxe, da unterschiedliche Empfehlungen |
Aminopenicillin (z.B. Amoxicillin™) |
2 g 1 Stunde vor dem Eingriff (einmalig) |
Clindamycin (einmalig 600 mg) |
Einnahme:
Die in der ZHK relevanten A. sollten auf nüchternen Magen (1 Std. vor
bzw. 3 Std. nach einer Mahlzeit) eingenommen werden. Auf Grund der
Säureempfindlichkeit sollten zum Trinken keine Fruchtsäfte Verwendung finden;
gut mit Wasser/Mineralwasser nachtrinken, damit das Präparat schneller wirkt.
In jüngerer Zeit (2013) wird bei der Einnahme von
Blutverdünnern und
Antibiotika zu besonders sorgfältigem Vorgehen bei
der Auswahl der Präparate geraten, da das Blutungsrisiko um das Fünffache bei
bestimmten Antibiotika erhöht sein kann (
http://dx.doi.org/10.1160/TH13-09-0723).
Antibiogramm,
Antibiotikaprophylaxe,
Autovakzine,
Behandlung in der
Schwangerschaft, Biofilm,
Clindamycin,
Defensine,
lokale Antibiotikazufuhr,
MHK90,
Mundflora,
Penicillin,
Quincke Ödem,
Procalcitonin-Test, Resistenz,
STAMPs,
unterstützende Antibiotikatherapie
Special:
Schwangerschaft (Fremdlink auf
www.Zahnwissen.de)
Antibiotikaprophylaxe
antibiotische Abschirmung, "perioperative Antibiotika-Prophylaxe",
engl.: prophylactic antibiotic coverage; begleitende
antibiotische Maßnahmen zur Senkung der Rate postoperativer Infektionen.
Derartige Maßnahmen können überhaupt nur sinnvoll sein, wenn eine einwandfreie
Basishygiene,
aseptisches Arbeiten und eine gewebeschonende Operationstechnik vorliegen
und zum Zeitpunkt des Eingriffes ein genügend hoher Gewebsspiegel besteht. PD
Dr.Dr. Bilal Al-Nawas (Mainz) unterteilt in Prozedurenbezogene und
Patientenbezogene Faktoren:
Antibiotika
-Zufuhr bei Zahnfleischerkrankungen, unterstützende
Antibiotikatherapie, engl.:
adjunctive antibiotic therapy; mit dem Ziel einer Eliminierung krankhafter
Keime aus der
Zahnfleischtasche bzw.
Mundhöhle. Der Einsatz von Antibiotika bei der Behandlung
entzündlicher parodontaler
Erkrankungen wird häufig und kontrovers diskutiert. Einige Studien zeigen in
Abhängigkeit von der Applikationsform durchaus gute Ergebnisse, andere Meinungen
raten grundsätzlich von ihrer Anwendung ab, nicht zuletzt aufgrund der Gefahr
vor einer Verschleierung des Krankheitsbildes und möglicher
Resistenzentwicklungen.
Im Vorfeld des Einsatzes von Antibiotika sollte eine mikrobiologische Diagnostik
erfolgen, am zweckmäßigsten mit sog.
Gen-Sonden-Tests. Bei der
überwiegenden Zahl der Parodontalerkrankungen (plaqueinduzierte
Gingivitis sowie leichte und
mittelschwere chronische Parodontitis
bei systemisch gesunden Personen) hat
die unterstützende Antibiose keinen zusätzlichen Nutzen.
Da sich die meisten Keime in
Biofilmen organisieren, ist eine vorherige mechanische Reinigung (
Debridement) der
Zahn-/Wurzeloberfläche unbedingt erforderlich, wenn eine befriedigende
Wirkung der A. erzielt werden soll. Eine ausschließliche Antibiotika-Therapie ist nur
auf die seltenen Fälle beschränkt, bei welchen sich wegen hochakuter
Beschwerden/Schmerzen keine qualifizierten Maßnahmen am Zahn durchführen lassen.
Hierzu zählen besonders im Sinne einer
systemischen Therapie:
Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (NUG) und Parodontitis (NUP) mit
ausgeprägter Allgemeinsymptomatik
Aggressive
Parodontitis u. schwere chronische Parodontitis
Therapie-unempfindliche Parodontitis
Unterstützende Therapie bei Vorliegen
spezifischer Keime
Parodontalabszess mit
Ausbreitungstendenz
Um einer Resistenzbildungen durch eine
ungeeignete Antibiotikaauswahl vorzubeugen, sollten nur bekannt wirksame
Medikamente eingesetzt bzw. vorher eine
Resistenzbestimmung durchgeführt werden.
Nach der Dt. Ges. f. Parodontologie (DGP)
und der Dt. Ges. f. Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (
DGZMK) liegen folgende
Antibiotikakonzentrationen in der Gingivalflüssigkeit bei
systemischer Verabreichung vor:
| A.a. | T.f. | E.c. | P.g. | P.i. | P.n. | |
| Amoxicillin | + | + | ++ | |||
| Metronidazol | ++ | + | + | ++ | ||
| Ciprofloxacin | + | + | ||||
| Doxycyclin | + | + | ||||
| Tetracylin | + | + | + | |||
| Clindamycin | ++ | |||||
| Metronidazol & Amoxicilin* | + | ++ | ++ | + | ++ | |
| Metronidazol & Ciprofloxacin* | + | ++ | + | + | + | ++ |
Legende: Antibiotikakonzentrationen in der Gingivalflüssigkeit bei
systemischer Verabreichung.
Ausgedrückt in Vielfachen der in vitro
minimalen Hemmkonzentration (MHK90):
+ = 101 fach, ++ = 102 fach, +++ = 103 fach
; * = von Einzelwerten abgeleitet
A.a.: Actinobacillus actinomycetemcomitans; T.f.:
Tanerella
forsythensis; E.c.: Eikenella corrodens; P.g.:
Porphyromonas
gingivalis; P.i.: Prevotella intermedia; P.n.:
Prevotella
nigrescens
Wie ersichtlich, sind besonders die Metronidazol-Kombinationspräparate für einen
derartigen Einsatz besonders geeignet.
Die Dosierung sollte nach der gleichen Quelle derart aussehen:
| Wirkstoff (per os) | Dosierung (Erwachsene) | Indikationen | klinische Diagnose |
| Tetracyclin 250 mg | 4 x 250 mg/die, 21 Tage | ||
| Doxycyclin 100 mg | 1 x 200 mg/die, 1 Tag 1 x 100 mg/die, 18 Tage |
nichtspez. Infektionen |
Refraktäre Parodontitis |
| Metronidazol 400 mg | 3 x 400 mg/die, 7 Tage | P. gingivalis B. forsythus Treponema ssp. |
Schwere Parodontitiden ANUG / ANUP |
| Metronidazol 400 mg und Amoxicillin 500 mg |
3 x 400 mg/die, 7 Tage und 3 x 500mg/die, 7 Tage |
Parodontitis assoz. mit A.a. Infektionen mit P.g. und hohen Konz. von gram-pos. Pathogenen |
juvenile Parodontitis aggressive Parodontitis |
| Metronidazol 500 mg und Ciprofloxacin 250 mg |
2 x 500 mg/die, 7 Tage und 2 x 250 mg/die, 7 Tage |
||
| Amoxicillin 500 mg | 3 x 500 mg/die, 14 Tage | ||
| Ciprofloxacin 250 mg | 2 x 250 mg/die, 10 Tage | ||
| Clindamycin 300 mg | 4 x 300 mg/die, 7 Tage | Infektionen ohne A.a., aber mit gram-pos. Pathogen |
Schwere Erkrankungen Unverträglichkeit gegen Metronidazol |
Eine weitere Standardtherapie bei akuten, aggressiven
Parodontalerkrankung stellt der sog.
Winkelhoff-Cocktail dar.
Da bei einer systemischen Zufuhr auch gesunde Körperregionen mit dem
Wirkstoff belastet werden, sollte auch immer geprüft werden, ob nicht geeignete
lokale Antibiotika
eingesetzt werden können. Zusätzlich ist eine begleitende antiseptische Therapie
(Mundspüllösungen, spez.
Mundduschen) mit Chlorhexidin
angeraten.
A. - egal ob systemisch oder
lokal zugeführt -
sollten nur dann eingesetzt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Nach der
restriktiven Stellungnahme der DGZMK dürfen A. bei der Behandlung von
Zahnfleischerkrankungen nur
bei bestimmten Formen und auch nur beim Nachweis relevanter
Markerkeime eingesetzt werden.
Vergleichsstudien (in vitro)
zwischen Penicillin vs. Amoxycillin/Clavulansäure,
Moxifloxacin sowie Levofloxacin ergaben eine wesentlich höhere Empfindlichkeit
gegenüber Mischinfektionen durch die nicht penicillinhaltigen
Antibiotika. Das getestete Erregermaterial stammte
aus von Zähnen ausgehenden Abszessen.
Die meisten der Erreger waren
Streptokokken oder gehörten zur anaeroben
Prevotella-Gattung. Die Tests fielen für drei A. besonders gut aus: 100%
der Kulturen reagierten empfindlich auf Amoxycillin/Clavulansäure und 98% der
Kulturen auf Moxifloxacin und Levofloxacin. Weniger gut reagierten die Erreger
auf Doxycilin (76%) und Clindamycin
(75%).
Oral eingenommene A. werden vor allem im oberen Bereich des Darms vom
Körper absorbiert. Ein kleiner Teil wandert jedoch bis ans Darmende und greift
auf seinem Weg auch Bakterien an, die für die Verdauung gebraucht werden. Die
Folge sind oft schmerzhafte Blähungen und andere Verdauungsstörungen.
Die Verwendung von Antibiotika - speziell von
Doxycyclin - bei der Behandlung
von Rauchern, insbesondere bei Vorliegen schwerer parodontaler Schäden, kann
die Erfolge deutlich steigern. Raucher sprechen im Gegensatz zu anderen
Patienten schlecht auf die alleinige mechanische Entfernung (
Scaling) der Zahnwurzelverunreinigungen
an.
In jüngerer Zeit (2013) wird bei der Einnahme von
Blutverdünnern und
Antibiotika zu besonders sorgfältigem Vorgehen bei
der Auswahl der Präparate geraten, da das Blutungsrisiko um das Fünffache bei
bestimmten Antibiotika erhöht sein kann (
http://dx.doi.org/10.1160/TH13-09-0723).
Antibiogramm,
Antibiotika,
Antibiotikaprophylaxe,
Antimykotika,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Behandlungsschema bei Zahnfleischerkrankungen,
lokale Antibiotikazufuhr,
Markerkeime,
Mundflora,
PCR, PMIK
("antiinfektiöse Therapie"),
Procalcitonin-Test,
Propolis,
Virustatika
Special:
Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen
Patienteninfo:
Mikrobiologische Diagnostik und Parodontitistherapie
©: BZAEK
Antiemetikum
Antemetikum, engl.: antiemetic; Mittel gegen Brech- und Würgereiz.
Von den zahlreichen existierenden,
systemisch wirkenden Mitteln werden z.B. eingesetzt: Antihistaminika, Neuroleptica, Anticholinergica und 5-HT3-Antagonisten.
Wirkung bei zahnärztlichen Maßnahmen (z.B.
Abdrucknahme im Oberkiefer) unsicher.
In der ZHK werden bei einem
Würgereiz u.a. eingesetzt:
Gingicain-Spray, Veratrum
album D4, Hypnose oder eine spezielle
Akupunktur.
Würgereiz
Antigen
engl.: do.; artfremder Eiweißstoff, der im Körper die Bildung von Abwehrstoffen
(
Antikörpern) bewirkt, die ihn dann selbst unschädlich
machen.
Allergie,
Allergietestung,
Immunisierung
Antikoagulanzien
engl.: anticoagulants; Stoffe, die die
Blutgerinnung
herabsetzen oder hemmen. Bei zahnmedizinischen Eingriffen unter oraler A.
stellt sich die Frage, ob man diese pausiert und ob sie durch eine andere A.
(in der Regel niedermolekulares, subkutan verabreichtes Heparin) ersetzt werden
muss. Hierbei muss das Risiko für perioperative Blutungen gegen das Risiko für
thrombembolische Ereignisse abgewogen werden.
Bekannte
Medikamente sind Heparin,
Kumarin, Hirudin und Antithrombin
Blutgerinnungsstörungen,
Quick-Wert,
Thrombozytenaggregationshemmer
Antikörper
engl.: antibody; Eiweiße, die sich im Körper an Eindringlinge hängen und
damit deren Zerstörung durch das
Immunsystem einleiten.
Allergie,
Antigen, ECC (frühe
Milchzahnkaries), Immunsystem,
Speichel
Antimonzähne
engl.: antimony teeth (?); Ausbildung von orange-roten bis gelblich-braunen,
nicht entfernbaren Verfärbungen der
Zähne und des Zahnfleischsaums durch eine chronische Vergiftung mit
Antimontrioxid (Antimonweiß, Sb2O3; z.B. als Flammenschutzmittel)
Schwermetallsaum
Antimykotika
Fungizide, Fungistatika, engl.: antimycotics;
Chemotherapeutika zur
Behandlung von Pilzerkrankungen, Herstellung z.T. aus Pilzkulturen o.
synthetisch. Wirkungsweise durch Angriff auf die Zytoplasmamembran oder durch
Störung biochemischer Vorgänge in der Zelle.
Medikamente: Polyen-Makrolide
wie Amphotericin B und Nystin (Ampho-Moronal™, Moronal™); als Synthetikum:
Micanozol (Daktar™) als Lutschtabletten oder Supensionen mit ausreichend langer
Therapie; strenge Indikation in der
Schwangerschaft.
Zur Behandlung der oralen
Candidiasis müssen möglichst lang anhaltend ausreichend hohe
Konzentrationen eines A. im Speichel erreicht werden. Dies kann durch die
intravenöse, perorale oder lokale Verabreichung der Wirkstoffe in Form von
Pastillen, Spüllösungen oder Gelen erreicht werden. Neuerdings sind
miconazolhaltige Kaugummis zur Behandlung der oralen Candidiasis auf dem Markt.
Im Vergleich mit Gel auf Miconazol-Basis erbrachte der
Kaugummi bei geringerer Dosierung
mindestens gleichwertige Ergebnisse bei sehr guter Akzeptanz durch die
Patienten.
Candida albicans, Chemotherapeutika,
Mykose
Antioxidantien
Radikalfänger, engl.: antioxidants; durch schädliche
Umwelteinflüsse, Rauchen, aber auch durch normale Stoffwechselprozesse entsteht
im Körper so genannter oxidativer Stress. Dabei werden den Molekülen in den
Zellen einzelne Elektronen entrissen. Durch diesen "Klau" gerät das Molekül aus
dem Gleichgewicht und wird zum freien Radikal. Um seine Balance wieder
herzustellen, entreißt das freie Radikal benachbarten Molekülen ein Elektron.
Dieser Vorgang führt zu einer Kettenreaktion, bei der letztlich auch wichtige
Zellstrukturen und Eiweißmoleküle angegriffen und geschädigt werden können. An
dieser Stelle kommen die A. zum Einsatz, denn sie sind in der Lage, ein
Elektron abzugeben, ohne dabei selbst zum freien Radikal zu werden. Auf diese
Weise bringen die A. die freien Radikale wieder ins Gleichgewicht und
bremsen ihre Angriffslust.
Antiphlogistikum
Entzündungen hemmendes Mittel, Adj.: antiphlogistisch, engl.:
anti-inflammatory drug;
wirkt u.a. durch Hemmung der Histaminbildung. Es bestehen fließende Übergänge
zwischen einem A. und einem Antirheumatikum.
Eine symptomatische Behandlung der
Entzündungssymptome (Schmerz,
Schwellung, Rötung, Fieber, eingeschränkte Funktion) werden nichtsteroidale A.
(NSA) eingesetzt. Die körpereigene Entzündungsreaktion (Freisetzung von
Entzündungsbotenstoffen) wird von langfristig wirksamen Antirheumatica (LWAR)
beeinflusst.
Man unterscheidet Medikamente, die neben
anderen Wirkungen auch eine entzündungshemmende haben, wie z.B.
Corticoide und nichtsteroidale
Antirheumatika, Ibuprofen; andererseits gibt es Arzneimittel, deren Hauptwirkung
die Entzündungshemmung selbst ist: Z.B. Dimethylsulfoxid (DMSO)
Cortison,
Entzündung,
Prednisolon
Antiplaquemittel, Zahnbelagverhinderer,
engl.: plaque inhibitors;
Plaquehemmung
Antisepsis
Keimarmut, engl.: do.; alle Maßnahmen im Zusammenhang mit einer relativen
("so gut wie möglichen") Keimfreiheit; dort, wo Maßnahme der
Sterilisation nicht durchführbar
sind (z.B. lebendes Körpergewebe). Angewandt werden Methoden der
Desinfektion unter Mitwirkung von
Antiseptika
Antiseptikum
"bakterienabtötendes Mittel", pl. Antiseptika, (auch:
Antisepticum, Antiseptica) engl.: antiseptic;
Bakterien abtötendes oder das Wachstum hemmende Mittel (
bakteriostatisch,
bakterizid). Das i.d.R. äußerlich aufgetragene Medikament soll Wunden
relativ keimfrei machen (
Antisepsis), um eine Wundinfektionen zu verhindern.
Angewandt werden meist chemische Substanzen wie Phenole, Halogene, Alkohole und
Detergenzien.
Bei Erkrankungen oder zur Prophylaxe werden in der Mundhöhle zahlreiche A. eingesetzt ("Mundspüllösungen"); Tabelle aus Saxer et al. "Einsatz von Antiseptika in der Parodontitisprävention und -therapie", 2004:
| Antiseptikum | Wirkstoff | Wirkung |
|
Jod
Povidone-Jod |
Betaisadonna Betadine® |
Povidon-Iod ist eine Verbindung aus der Gruppe der Iodophore (komplexe
organische Verbindungen, aus denen molekulares Iod freigesetzt wird) und
zeigt eine rasch einsetzende, breit mikrobiozide Wirkung (grampositive und
gramnegative Erreger, Pilze), bei längerer Einwirkzeit auch gegen Sporen und
eine Reihe von Virusarten. Hälftige Zugabe von 3%igem H202 erhöht Wirkung besser als CHX auf P. gingivalis und A. a. |
| Chloride | NaOCl 0,05% bis 0,5% Retardex® |
Mit einer 0,1 %igen Chlordioxid-Lösung wird Mundgeruch und Plaque reduziert |
|
Fluoride Zinnfluorid Aminfluorid |
meridol® | Beim Zinnfluorid hat das Zinn die bakterizide Wirkung Aminfluoride alleine schwach plaquehemmend meridol® ist Kombination aus beiden |
| Zink | In Kombination mit Hexetidin gute Plaquehemmung | |
|
Phenole Listerine |
Listerine® | Enthält Menthol, ätherische Öle Bei langfristiger Anwendung gute Plaquehemmung Wirkung auch auf gramnegative Bakterien (wirksam gegen Mundgeruch) |
| Hexetidin | Hextril® | Chemisch nicht mit Chlorhexidin verwandt schwacher plaquehemmender Effekt Gute Wirkung auf Streptokokken im Pharynx |
| Triclosan | Colgate total® | Lagert sich an Bakterienmembran an bakterizid |
| Chlorhexidin (CHX) | u.a. Chlorhexamed® | Hat den besten
plaquehemmenden Effekt Breites antibakterielles Spektrum, Verfärbungen, Geschmacksstörungen 0,2%ig auch Wirkung auf Candida, leichter Einfluss auf Fibroblasten, am effizientesten ist eine zweimalige Spülung pro Tag mit 0,2%igem CHX, 10 ml pro Spülung |
Bakterium,
ChKM,
Desinfektion,
Natriumhypochlorid,
Plaquehemmung,
Polihexanid,
Sterilisation
Antrumempyem ; Eiteransammlung in der
Kieferhöhle, engl.: oroantral
empyema;
Sinusitis
| Antrumfistel Kieferhöhlenfistel, engl.: oro-antral fistula; fistelartige zwischen Mund- und Kieferhöhle (oroantral), welche meist gut sondierbar ist und i.d.R. Folge einer unbehandelten Kieferhöhlenperforation ist. Therapie: i.d.R. plastischer Verschluss nach Exzision des Fistelgangs |
![]() |
Antrumperforation
Mund-Antrum-Perforation, Mund-Antrum-Verbindung,
engl.: oroantral / sinus perforation; krankhafte, oroantrale Verbindung
(Perforation) zwischen Mund- und
Kieferhöhle; meist als iatrogene Folge einer Entfernung von
Backenzähnen im Oberkiefer. Diagnose
entweder mit einer stumpfen Sonde ("Knopfsonde") oder dem Nasenblasversuch. Je
nach Größe der A. muss eine plastische Deckung ("Kieferhöhlenplastik") erfolgen,
meist nach Rehrmann (Mukoperiostlappen nach
Periostschlitzung)
Antrumfistel, Kieferhöhlenperforation,
Lappenoperation,
Mukoperiostlappen,
Periostschlitzung
ANUG ; engl.: acronym for acute
necrotizing, ulcerative gingivitis; Abk. von
Akute,
Nekrotisierende,
Ulzeröse
Gingivitis ;
eigene Seite
Anxiolyse
Angstlösung, Angstauflösung; engl.: anxiolysis; durch
chemische Stoffe (Medikamente,
Lachgas; = Anxiolytika)
ausgelöste verminderte Furcht vor Angstzuständen.
AOK , Abk. von
AllgemeineOrtsKrankenkasse;
Betriebskrankenkasse,
Gesetzliche
Krankenversicherung
AP ; (chronische) Adulte (Erwachsenen)
Parodontitis ,
eigene Seite
Apatit
engl.: apatite; sehr hartes Mineral aus Calcium und Phosphat mit der chem.
Formel: Ca5((F,OH)(PO4)3);
u.a. Grundsubstanz der harten Körpergewebe (Knochen, Zahn) in Form des
Hydroxylapatit (Ca5[OH|(PO4)3]);
so enthält Knochen etwa 50% Hydroxylapatit, das
Dentin 70%, und der
Schmelz besteht zu 97% aus diesem
Mineral. Die Formen des Hydroxylapatits sind empfindlich gegen Säuren, indem die
OH-Ionen neutralisiert werden - einzige Ausnahme sind die Fluorverbindungen des
H., insofern bewirkt der Einsatz von
Fluoriden an der Zahnoberfläche eine Stabilität der Kristallgitterstruktur
des A. (sog. "Schmelzhärtung").
Fluorapatit, Fluoride,
Hydroxylapatit
aPDT,
PDA
Apektomie , zusammengesetzt aus
Apex und Ektomie (operative Entfernung) ;
Wurzelspitzenresektion
Apernyl ®
von der Fa. Speiko
hergestelltes Präparat zur Wunddesinfektion auf der Basis von
Acetylsalicylsäure. Die
keilförmige Tablette, Alveolar Stylus genannt, passt sich der Form der
Alveole an und dient als Vorbeugung und
Verhinderung von Infektionen der Extraktionswunde.
Alveolitis,
Dolor Post,
Dry Socket,
Wundinfektion
Apert-Syndrom
engl.: Apert's syndrome; genetisch
bedingte kranofaziale Anomalie, welche schon in der 8.
SW feststellbar ist (im Fruchtwasser;
Sonographie ab 3. SM); 1896 erstmalig von dem französischen Arzt
Eugene-Apert mit einem Verhältnis von etwa 1:180.000 Geburten beschrieben. In
die gleiche Gruppe der Fehlbildungen wie das A.-S. gehören das
Crouzon-Syndrom, das Carpenter-Syndrom das Pfeiffer-Syndrom und das
Saethre-Chotzen-Syndrom.
Zahnärztlicherseits findet man eine extreme
Rücklage des Oberkiefers - u.U. ist
dieser auch noch zu klein (
Mikrognathie). Weitere Erscheinungsbilder sind ein
Offener Biss und eine
Pseudoprogenie. Daneben bestehen
allgemein schwere körperliche Behinderungen.
Franceschetti - Syndrom
http://www.apert-syndrom.de
| Apex lat. für Kuppe, Spitze, engl.: dito; gemeinhin in der ZHK Bezeichnung für die Wurzelspitze, gleichzeitig engste Stelle ("apicale Konstriktion") des Wurzelkanals, mit einer oder mehreren Öffnungen ("Foramen apicale") zum Durchlass der den Zahn versorgenden Gefäße (Zufluss- und Versorgungsöffnung des Zahnes für die Pulpa); Hauptverbindung zwischen Pulpa und Parodontium. Es wird unterschieden in:
|
|
Apexifikation
engl.: apexification, root-end closure; bewährtes
Vorgehen, um Teile des Parodontiums
der Zähne mit unvollständigem Wurzelwachstum (= weit offenes
Foramen apicale) und/oder fortgeschrittenen Pulpenerkrankungen dazu
anzuregen, den offenen Apex durch Hartsubstanzbildung
des umgebenden Bindegewebes oder durch Zellen der
Hertwigschen
Epithelscheide dicht zu verschließen (sog. Bridging). Erreicht wird
diese Stimulierung mittels Einlagen von
Calciumhydroxid-Paste,
welche in den
aufbereiteten und gereinigten Wurzelkanal eingebracht werden. Die A.
kann dann nach 3-6 Monaten eintreten. Jüngere Methoden verwenden wegen einer
kürzeren Behandlungsdauer
Mineral Trioxide Aggregate (MTA)
Apex-Lokalisation ; Apex-Locatoren ;
Endometrie
AP-Geschiebe , Abk. von aktivierbare Patrize; Gruppe von Geschieben, bei welchen der erhabene Teil (Patrize) aktivierbar oder austauschbar ist.
| Aphthe RBA, auch (nicht korrekt): Aphte, Afte; Mundschleimhautgeschwür, engl.: aphtha, aphthous ulceration; meist rundliche, äußerst schmerzliche Verletzung der Mundschleimhaut von hellgrau bis gelblicher Verfärbung (je nach Reifestadium) mit einem schmalen roten Rand (s. Abb.) und festhaftendem fibrinösem Belag (Pseudomembran); einzeln oder auch in Mehrzahl ( A. sind eine der häufigsten Mundschleimhauterkrankungen mit einer Prävalenz zwischen 10 u. 20 %. A. sind bei Frauen häufiger als bei Männern, bei Nichtrauchern mehr als bei Rauchern vorkommend. I.d.R. kommt es zu zwei bis vier Erscheinungen/Jahr, welche mit zunehmenden Alter abnehmen. Lokalisation in absteigender Reihenfolge: Lippen, Wangenschleimhaut, Zunge, Mundumschlagfalte, Mundboden, weicher Gaumen (alles Stellen, wo die nicht verhornte Schleimhaut nicht durch das Periost fixiert ist) Klinisch werden drei Erscheinungsformen der RBA unterschieden:
Die Entstehung ist
bisher unklar, jedoch wird ein gehäuftes Vorkommen im Frühjahr/Herbst, bei
Essen von saurem Obst, unter Stress
(Prüfungen), bei traumatischen Eingriffen (Zahnarztbesuch),
während der Menstruation, bei Verdauungsstörungen, Empfindlichkeit auf
bestimmte Nahrungsmittel, als Begleitsymptom bei
schweren (Viren-)Erkrankungen individuell sehr unterschiedlich beobachtet.
Wenn Eltern an RBA leiden, kommt es auch zu etwa 90% zu einem Auftreten bei
deren Kindern.
|
|
Aphthoid
Pospischill-Feyrter, engl.: do.; vagantes Aphthoid; aphthoide
Polypathie; selten auftretende, unter Bildung von zahlreichen
Aphthen ablaufende, schwere Verlaufsform einer
Gingivostomatitis herpetica bei
immungeschwächten Kindern, seltener bei Erwachsenen.
| Aphthosis Aphthose, Aphthenschübe, engl.: do. or recurrent aphthous ulceration; schmerzhafte Bläschenbildung der Mundschleimhaut; i.d.R. gutartig (benigne Aphthosis) in Form von rezidivierenden |
![]() M. Behçet |
API
engl.: do.; Approximalraum-Plaque-Index
(nach Lange); einfach zu bestimmende Messzahl
zur Kontrolle der Mundhygiene -
besonders im schwer erreichbaren
Zahnzwischenraum. Hierzu wird in regelmäßigen Zeitintervallen der nach
Einfärben sichtbare Plaquebefall
in den kritischen Zahnzwischenräumen erhoben - kritisch deshalb, weil hier
konventionelle Reinigungsmaßnahmen wenig greifen.
Die Beurteilung erfolgt rein visuell und ist somit stark subjektiv. Es gelten
folgende Werte:
API = 70-100% =
unzureichende Mundhygiene
API = 40-70%
= verbesserungsbedürftige, mäßige
Mundhygiene
API = 25-39%
= mäßige bis gute Mundhygiene;
bei Werten unter 30% ist i.d.R. ein Schutz vor
Karies und
Zahnfleischerkrankungen gegeben
API = 0-24%
= optimale Mundhygiene;
ausgezeichneter Schutz vor Karies und
Zahnfleischerkrankungen
Index,
Plaqueindex
©:
TU-Dresden (S. 5)
| apical apikal, apicalis, an der Spitze befindlich, engl.: do.; Lagebezeichnung für an der Wurzelspitze, zur Wurzelspitze hin |
![]() |
| apicale Basis apikale Basis, APB, Kieferbasis, engl.: apical basis; die Gesamtlänge des von den Wurzelspitzen eingenommenen Gebietes im Kiefer (Alveolarfortsatz). Diese ist im normalen Kiefer - bedingt durch die nach vorn gekippten Frontzähne - meist kleiner als die Zahnbasis (s. Abb.) Der apikale Basiswinkel - auch Kieferbasiswinkel - ist der Winkel zwischen apikaler Basis von Ober- und Unterkiefer. Dabei gilt: Ein großer Winkel ist meist mit einem offenen Biss, ein kleiner Winkel mit einem Tiefbiss assoziiert. |
|
apicale Lüftung , apikale Lüftung, engl.:
apical trephination, apical aeration;
Schrödersche Lüftung
apicale Parodontitis , apikale
Parodontitis, "Wurzelspitzenentzündung",
engl.: apical periodontitis;
Granulom, Parodontitis
apicalis
apikales Delta, apikales Dreieck ;
Ramifikation
Apikotomie ,
Apikoektomie, Wurzelspitzenresektion, engl.: apicoectomy, root resection;
chirurgische Entfernung einer (erkrankten) Wurzelspitze.
Wurzelspitzenresektion
Aplasie
Nichtanlage eines Organs, engl.: aplasia; im Gegensatz zur
Hypodontie in der ZHK meist für das Fehlen
eines einzelnen Zahnes gebräuchlich ("Aplasie des Zahnes...").
Das Fehlen einzelner Weisheitszähne
wird mit knapp 25% angegeben, gefolgt von den unteren 2.
Prämolaren (~ 5%), den oberen zweiten
Prämolaren (~ 2%), den oberen seitlichen
Schneidezähnen (~2%) und den
unteren Schneidezähnen (~1%).
Agenesie, Anodontie,
Ausgleichsextraktion,
Gebissreduktion, Hypodontie, unbezahnt
Apnoe
Atemstillstand, abgleitet vom griech. = Windstille, engl.: apnea; durch Anhalten des Luftstroms
(Atmung) von mehr als 10 Sek. . Je nachdem, ob diese Blockade vollständig oder nur
zum Teil ist, spricht man von A. (total) oder Hypopnoe (partiell).
Dabei kann es wegen Sauerstoffmangel zu
lebensbedrohlichen Zuständen und Gehirnschädigungen kommen. Ca. 4,2 Prozent der
deutschen Gesamtbevölkerung leiden unter schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS), insbesondere Männer mittleren Alters sind von
schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS), wie der obstruktiven Schlafapnoe (OSA)
betroffen. Allerdings sind weniger als 5 % der Betroffenen als solche überhaupt
diagnostiziert und in Behandlung. Die bekannten Geräusche entstehen bei dem Versuch, durch verengte
Atemwege Luft zu holen. Ein unbehandeltes Schlafapnoe-Syndrom führt häufig zu Bluthochdruck,
wodurch das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts deutlich erhöht wird.
Therapiebegleitend fällt die sog. Schlafapnoe
(engl.: sleep apnea;
http://www.schlafportaldeutschland.de ) mit in den Aufgabenbereich der
ZHK, wobei eine exakte Diagnose und die
versch. Therapiemöglichkeiten nur in einem Schlaflabor festgestellt werden
können. Laut neuerer Studien (2005) sind bis zu 4% der Männer und 2% der Frauen
von der Schlafapnoe betroffen.
In der Behandlung haben sich die intraoralen
Protrusionsgeräte (IPG)
durchgesetzt. Durch sie wird der Unterkiefer in eine leicht anteriore Position
gebracht, also nach vorn verlagert; so wird der Rachenraum erweitert und vor dem Kollabieren
des Rachenraumes geschützt. Wird die A. bspw. durch einen zungenbedingten Verschluss der
hinteren Atemwege verursacht, so kann mit speziellen,
aktivatorähnlichen Geräten (IST-Geräten
= Intraorale-Schnarch-Therapie), welche den Unterkiefer nach vorn verlagern,
eine Vergrößerung des Abstandes zwischen Ober- und Unterkiefer erreicht, und
nachts getragen, zahnärztlich unterstützend geholfen werden. Allerdings können
diese Geräte nur im bezahnten oder teilbezahnten Kiefer angewandt werden, da sie
zur Verankerung eigene Zähne benötigen. Der häufig bei
Beginn der Behandlung auftretende positive Effekt ist bislang in
Longitudinalstudien im
Schlaflabor nur wenig überprüft worden. Angezweifelt wird vor allem eine längere
Therapie-Compliance
dieser Geräte. Weiter verursachte die nächtliche Anwendung des
Aktivators deutliche Veränderungen in
der Schneidezahnstellung und der Okklusion.
Eine chirurgische Behandlung (Erweiterung des velo-orohypopharyngealen
Luftraums, Straffung der Gaumensegelmuskulatur) wird wegen der Schwere und des
Umfangs des Eingriffs nur selten durchgeführt.
Schnarchen
http://www.zm-online.de/ ;
http://www.atmungundschlaf.com/
|
A-Pog-Ebnene auch: A-Po-Ebene o. APO-Ebene, der Mundtangente ähnliche Ebene durch den Alveolarpunkt (im Oberkiefer) und dem Pogonion (Kinnspitze) bei der Fernröntgenanalyse nach Ricketts. Dient als Bezugsebene zur Position von Schneidezähnen des Ober- und Unterkiefer im Schädel. |
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| Apollonia Heilige, engl.: Saint Apollonia; Helferin gegen Zahnschmerzen; Schutzpatronin der Zahnärzte und der "Zahnleidenden". A. wurde Opfer der Christenverfolgung im Jahr 249: Um sie unter Druck zu setzen wurde ihr alle Zähne ausgezogen und der Kiefer gebrochen, damit sie ihr Christengelübde brechen sollte; A. wählte aber den Freitod und sprang in einen brennenden Scheiterhaufen. |
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Apoptose
genetisch programmierter Zelltod, engl.: apoptosis; abgeleitet aus
dem Griechischem für "das Fallen der Blätter im Herbst"; eine der Formen des
Absterbens einer Körperzelle: Während bei der
Nekrose durch äußere Einflüsse meist ein bestimmtes Zellgebiet/Organ
abstirbt, setzt die A. ein genetisch gesteuertes Programm für den
gezielten "Zell-Selbstmord" in Gang, der in aller Regel immer nur einzelne
Zellen betrifft. Die etwa 100 Billionen Zellen unseres Körper, welche einem
Alterungsprozess unterliegen werden durch mehrere Milliarden täglich neu
gebildet, um verbrauchte, funktionsunfähige oder beschädigte Zellen zu ersetzen.
Fehler in diesem Selbstmordprogramm, die entweder zu vermehrtem oder
vermindertem Zelltod führen, können Ursachen für Krankheiten wie Krebs, Rheuma,
Alzheimer oder Parkinson sein.
Da bei dieser Form des Zelltodes die Zellmembran intakt bleibt, kommt es durch
die sofortige Phagozytose nicht zu einer Ausschüttung von Zellinhalt in das
umliegende Gewebe, wodurch die Ausbildung einer Entzündungsreaktion vermieden
wird: Die sterbende Zellen senden ein Phospholipid (Lysophosphatidylcholin, LPC)
als lösliches Anziehungssignal aus (BIR-Repeat containing Ubiquitin-Conjugating
Enzyme (BRUCE)). Dieses dirigiert Phagozyten - so genannte
Fresszellen - chemotaktisch zu der sterbenden Zelle, ein Prozess, der die
rechtzeitige Beseitigung der apoptotischen Zelle vor dem Auftreten der
sekundären Nekrose einleitet. Wird die apoptotische Zelle jedoch nicht
rechtzeitig entsorgt, platzt sie auf und der freigesetzte Zellinhalt verursacht
eine allgemeine Entzündungsreaktion. Nach neueren Erkenntnissen kann dies mit
zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen
beitragen.
Nekrose
Apothekenspanne
engl.: pharmacy price margin; bedingt durch die
Gesundheitsreform (2004)
ist eine neue Arzneimittelpreisverordnung für
Gesetzlich
Versicherte in Kraft getreten. Bis Ende 2003 bestand die A. aus einem
prozentualen, degressiv gestaffelten Aufschlag auf den Herstellerabgabepreis.
Die Folge: Je höher der Herstellerpreis, desto besser der Apothekerverdienst.
Seit 1. Januar 2004 besteht die A. aus zwei Komponenten: Dem kleinen
prozentualen Aufschlag auf den Herstellerpreis von drei Prozent und einem
einheitlichen Aufschlag von 8,10 Euro je Packung. Die
gesetzlichen Kassen
erhalten dabei einen Rabatt von zwei Euro (Stand 2005, soll nach internen
Vereinbarungen bis 2008 Bestand haben). Was Apotheker bei
ärztlichen Verordnungen verdienen, hängt seit 2004 fast nur noch von der
Packungsmenge ab.
Aut-Idem-Regelung,
Pharmakon
Applikation , engl.: application; Anwendung, Verabreichung (z.B. eines Arzneimittels, Anwendung von Heilmitteln, -verfahren)
| Approbation Bestallung, engl.: medical license, licence to practise (medicine, dentistry o. pharmacology); staatliche Anerkennung als Arzt, Zahnarzt o. Apotheker nach vorherigem bestandenem Hochschulstudium ("Examen"); für die A. ist über den Abschluss des Studiums (Staatsexamen einer anerkannten Universität) hinaus, die persönliche und gesundheitliche Eignung zur Ausübung eines ärztlichen Berufs zu belegen. In D wird die A. auf Länderebene auf der Basis der Approbationsordnung für Zahnärzte (AO-Z) - ehemals: Prüfungsordnung für Zahnärzte - von einem Ministerium (Kultus- o. Sozialministerium) erteilt und gilt lebenslänglich, wenn nicht schwerwiegende Gründe (z.B. schwere fachliche Verfehlungen, schwere kriminelle Vergehen (z.B. Falschabrechnungen, betrügerische Bankgeschäfte, usw.), geistige Umnachtung, Drogenabhängigkeit, usw.) dagegen sprechen (= Approbationsentzug). Das Bundesverfassungsgericht hat 2003 einen weisenden Beschluss gefasst (Az.: 1 BvR 1594/03; http://www.bundesverfassungsgericht.de/), der strenge Maßstäbe an einen derartigen Entzug stellt und besonders auf die Abwehr zukünftiger Gefahren abhebt. Die A. berechtigt zur Ausübung des (zahn-)ärztlichen Berufs, aber nicht unbedingt zur Niederlassung: So ist in D bspw. zur Niederlassung als Vertragszahnarzt eine mindestens zweijährige Vorbereitungszeit - unter festgelegten Bedingungen - Pflicht ( Die aus dem Jahr 1955 stammende zahnärztliche Approbationsordnung muss dringend modernisiert werden. Das fordern der Medizinische Fakultätentag (MFT), die Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn,- Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK) und die Bundeszahnärztekammer 2009 in einem Statement. Als Haupthindernis für die überfällige Novelle werden die Bundesländer gesehen, welche eine Umsetzung nur durchführen wollen, wenn diese kosten- und kapazitätsneutral abläuft Der Werdegang bis zur A. sah 2011 in D folgendermaßen aus: |
|
approximal
benachbart, engl.: do. o. interproximal; Richtungsbezeichnung für
zum Nachbarzahn hin, dem Nachbarzahn zugewandt.
Approximalfläche,
Zahnflächen
| Approximalfläche Approximalbereich, engl.: approximal surface; Seiten- und Berührungsfläche eines Zahnes (zum Nachbarzahn hin), mit dem |
|
| Approximalkaries Zahnzwischenraumkaries, Interdentalkaries, engl.: approximal o. interproximal caries; neben der Fissurenkaries die am häufigsten auftretende Kariesform ( |
|
Approximalkontakt , engl.:
interproximal contact;
Kontaktpunkt
Approximalraum-Plaque-Index
(nach Lange);
API
Approximalwand , engl.: interproximal wall; Begriff aus der Präparationstechnik: der Teil der Zahnkrone, welcher sich zwischen der Präparation und dem Nachbarzahn befindet.
Aptal-Harz-Chloropercha ;
in Chloroform gelöstes
Wurzelkanalfüllmaterial
mit den Komponenten Guttapercha,
Zinkoxid und Bariumsulfat; in D wegen
des Lösungsmittels (Substanz mit begründetem Verdacht auf Krebserkrankungen)
nicht mehr zugelassen; zusätzlich schlechte Langzeitergebnisse
Aptyalismus ;
engl.: aptyalism, asialia, aptyalia;
Xerostomie
| A-Punkt Alveolarpunkt, engl.: A point; Messpunkt an der tiefsten Stelle der Einziehung zwischen Spina nasalis anterior und dem Alveolarfach des oberen mittleren Schneidezahns (sog. Subspinale). Gilt als vorderes Ende der apikalen Basis des Oberkiefers |
![]() |
APW , Akademie für Praxis und Wissenschaft; eine
Fortbildungs-Institution der
DGZMK;
http://www.apw-online.com/
APT , Abk. von; Antimikrobielle Photodynamische
Therapie;
PDT ;
http://www.helbo.de/
| Äquator 1.) anatomischer, engl.: anatomic equator; größter anatomischer Umfang einer Zahnkrone, bezogen auf die Zahnlängsachse. 2.) prothetischer Äquator, engl.: prosthetic equator; größter Umfang einer Zahnkrone, bezogen auf die Einschubrichtung bei einer Klammer-Prothese; unterteilt den Klammerzahn in die Infrawölbung und Suprawölbung. Gerade bei gekippten Zähnen (s. Abb.) ergeben sich u.U. erhebliche Differenzen zwischen anatomischen und prothetischem Ä. |
![]() |
|
Äquilibrierungsschiene engl.: stabilization splint, occlusal equilibration splint; auch bekannt unter: Michigan Schiene (Schiene nach ASH), Zentrikschiene, Stabilisierungsschiene, Relaxierungsschiene, DRUM-Schiene. Eine, die gesamten Okklusalflächen der Zähne überdeckender Aufbissbehelf bei der Behandlung von Kiefergelenkserkrankungen oder dem Formenkreis der Myoarthropathien. Sie wirkt nach dem Prinzip, die bestehende (schädliche) Okklusion aufzuheben und über die Ä. positive okklusale Verhältnisse herzustellen. Damit soll die Ursache für eine dysfunktionelle Erkrankung ausgeschaltet und während der weiteren Therapie erkannt und beseitigt werden können. Letztendlich soll durch Stabilisierung einer neuen habituellen Interkuspidation eine Optimierung und Harmonisierung des erkrankten Systems erreicht werden. |
©: Freesmeyer in http://www.zm-online.de/ |
Äquivalentdosis , engl.: equivalent
dose;
Personendosis
Äquivalenzwert ,
Gleichwert
Arbeitsgelenk
, Funktionsgelenk; Kiefergelenk der
Arbeitsseite ;
Bennet-Bewegung
Arbeitshöcker, Stützhöcker, engl.: working cusp;
Höcker,
Stampfhöcker
Arbeitskreis
für Geschichte der Zahnheilkunde, engl.: (study) working group for history of
dentistry; Zusammenschluss von engagierte Wissenschaftlern und Zahnärzten.
Kontaktadressen:
Dr. Wibke Knöner; wknoener@web.de
Sigrid Kuntz; sigridkuntz@aol.com
Geschichte der Zahnheilkunde
Interessante HP zum Thema:
http://www.zene-artzney.de/
Arbeitslänge , Aufbereitungslänge, Aufbereitungstiefe, engl.: working length;
Endometrie,
Röntgen-Messaufnahme,
Wurzelkanalbehandlung
Arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchung
engl.: no correlation; verpflichtende
Präventionsmaßnahmen in regelmäßigen
Abständen für alle Beschäftigte in einer Praxis, welche direkt in die
Patientenbehandlung eingebunden sind im Rahmen der
berufsgenossenschaftlichen
Grundlage G 42 "Infektionskrankheiten". Hierzu gehört auch zur
Minimierung eines spezifischen Infektionsrisikos eine
Impfprophylaxe, die sich an den
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am
Robert Koch-Institut orientiert.
Die Vorsorgeuntersuchungen können fakultativ auch bei Vorliegen eines
Expositionsereignisses zwischen den Fristen erforderlich werden. Personen, die
länger als 4 Std/Tag "Feuchtarbeit" (Definition
unter
http://www.lzkbw.de/PHB/PHB-CD/QM/Arbeitsmedizinische_Vorsorge.doc)
verrichten, unterliegen der G 24 "Hauterkrankungen".
Neben diesen Pflichtmaßnahmen sollten noch die "Angebotsunterswuchungen" G 24
Hauterkrankungen (bei Feuchtarbeit zwischen 2 u. 4 Std) und G 37
"Bildschirmarbeitsplätze" (mehr als 1 Std/Tag) dem Personal nahe gelegt werden.
BuS-Dienst,
Praxisbegehung
http://www.baua.de
Arbeitsmodell , engl.: working model;
Modell
Arbeitsplatzposition,
Arbeitsposition , engl.: working position;
Uhr-Position
Arbeitsseite
Laterotrusionsseite, Kauseite,
engl.: chewing o. working side,
laterotrusive side; die Seite eines Kiefers, zu welcher sich der
Unterkiefer hin bewegt, um die Nahrung zu zerkleinern. In einem
normal ausgebildeten Gebiss bewegt
sich der Unterkiefer dazu leicht nach außen (=
lateral); die andere Seite des
Unterkiefers hält mit dem Oberkiefer Kontakt, um so den Unterkiefer abstützen
und führen zu können. Man bezeichnet diese Seite als
Balanceseite.
Arbeitsgelenk, Balanceseite,
Bennet-Bewegung,
Eckzahnführung,
Gelenkbahn,
Okklusion,
Ruheposition,
Stampfhöcker,
Stops,
Vorkontakt
Arbeitsteil , engl.: working area; Schlagwortbezeichnung für den Teil eines Instrumentes oder Bohrers, der am Zahn eine Tätigkeit verrichtet
| Arbeitsunfähigkeit AU, engl.: unfitness for work; (arbeitsrechtliche) Schwere einer Erkrankung, bei der die bisherige Beschäftigung nicht mehr oder nur mit dem Risiko ausgeübt werden kann, dass sich der Krankheitszustand verschlimmert. Gemäß §3, Abs. I Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeldfortzahlung durch den Arbeitgeber, wenn er unverschuldet infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung gehindert ist. Zur Vorlage bei seinem Arbeitgeber und seiner gesetzlichen Krankenkasse benötigt der Versicherte eine, von einem Vertrags(zahn)arzt ausgestellte, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung, "gelber Zettel"). Diese Bescheinigung ist Voraussetzung für eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, so das "Krankengeld" aus der gesetzlichen Krankenversicherung und das "Verletztengeld" aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Nicht die Patienten sondern Vertragsärzte müssen eine A. den Krankenkassen melden. Dies entschied ein Urteil des Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG) in Essen (Az: L 16 KR 324/03). Ein medizinischer und ein arbeitsrechtlicher Krankheitsbegriff müssen nicht identisch sein:
Wenn Arbeitnehmer erkranken, müssen sie dies ihrem Betrieb
unverzüglich mitteilen. Sie sind verpflichtet, am ersten Fehltag anzurufen, zu
faxen oder eine E-Mail zu schicken - und das bis 11 Uhr, wie aus einem
Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervorgeht. Leichtere Erkrankungen können zu
Hause auskuriert werden. Ein Arztbesuch ist nicht unbedingt notwendig. Dauert
die Arbeitsunfähigkeit jedoch länger als drei Kalendertage, inklusive Wochenende
und Feiertage, muss der Beschäftigte zusätzlich ein ärztliches Attest vorlegen.
Eine Rückdatierung sollte nicht erfolgen. In Ausnahmefällen kann diese
auf einen Tag vor Behandlungsbeginn erfolgen.
|
|
arbiträr
nach Ermessen, willkürlich, beliebig, engl.: arbitrary;
dieser Begriff wird z.B. im Zusammenhang mit der
Scharnierachse gebraucht und
drückt aus, dass eine auf Grund von anatomischen Bezugspunkten bestimmte
Scharnierachse (virtuelle Rotationsachse der
Kiefergelenke bei Öffnungs- bzw.
Schließungsbewegungen) nicht der tatsächlichen Rotationsachse entsprechen muss.
Achspunkt, Scharnierachse,
Übertragungsbogen
| Arch Length
Discrepancy ALD; Unterschiede in den Längen der Bögen der Zahnreihe und Kieferbasis. Gibt Auskunft über einen bestehenden oder zu erwartenden Platzmangel oder ein entsprechendes Platzangebot; anwendbar, sobald die 1. Wechselgebissphase abgeschlossen ist (6er und die Schneidezähne sind durchgebrochen). Dabei gilt: Da derartige Berechnungen vor allem für die Diagnostik in der Kieferorthopädie bei Jugendlichen Anwendung finden, beziehen sich Messungen immer nur bis in das Gebiet der Sechsjahrmolaren |
|
| Arcon-Artikulator
, Abk. von Articulator condyle: anatomischer
Artikulator wie z.B. SAM 2.
Die heute gebräuchlichen Artikulatoren werden nach ihrer Funktionsweise in zwei Gruppen eingeteilt: Arcon-Artikulatoren und Non-Arcon-Artikulatoren, wobei bei den Arcon-Artikulatoren das natürliche Bewegungsprinzip übernommen wurde, indem sich die am Unterkieferteil des Artikulators befestigte Nachahmung des Kiefergelenks ("Kondylarkugel") in das "Kondylargehäuse" des oberen Teils greift und sich so gedanklich und praktisch natürliche Verhältnisse reproduzieren lassen. Nachteilig ist bei einer derartigen Konstruktion eine gewisse Instabilität ("fällt leicht auseinander") und ein versehentliches Abheben der Kondylarkugel bei der Schließ-Simulation, wenn im hinteren Bereich Vorkontakte vorhanden sind. Neuere Konstruktionen kompensieren derartige Mängel weitgehend. Non-Arcon-Artikulatoren sind "umgekehrt" konstruiert: Die Kondylarkugel ist am Oberteil befestigt und das für die Gelenkbahn-Simulation zuständige Kondylargehäuse ("Kugelkäfig") befindet sich am Unterkieferteil. Der Bewegungsablauf im Simulationsgelenk ist dadurch umgekehrt zum natürlichen Ablauf. Obwohl in der Konstruktion "stabiler" ist der umgekehrte Bewegungsablauf auch nach langjähriger Übung verwirrend - derartige Artikulatoren haben sich deshalb nicht bedeutend durchsetzen können. |
|
| Arcus alveolaris Alveolarbogen, Arcus = Bogen, engl.: alveolar arch (of mandible), alveolar limbus; der äußere bogenförmige Rand der Alveolen (Zahnfächer) eines Kiefers; früher auch als Limbus alveolaris bezeichnet. |
![]() |
Arcus dentalis;
Zahnbogen
ArGoMe-Winkel
Gonion-Winkel, Kieferwinkel, engl.: ArGoMe angle; Abk. von
Articulare,
Gonion und Menton.
Verbindet man diese drei Punkte miteinander, so entsteht am
Gonion ein Kieferwinkel, welcher einen
Normwert 130±7° hat.
Gelenkwinkel
Argyrie ;
Argyrose, "Silberkrankheit",
engl.: argyria; Silbereinlagerung in Haut- bzw. Schleimhaut;
Silbersaum
Ariston pHc™
zu den sog. "Smart restorative materials" gehörendes ehemaliges
Füllungsmaterial; wegen vielfältiger Unzulänglichkeiten im Sommer 2001 vom Markt
genommen. Mit entscheidend für diesen Schritt war ein Gutachten von Prof.
Dr. Reinhardt, Münster: "Rissbildung durch erhöhte Expansion".
© SSO
Arkansasstein
engl.: Arkansas stone; heller Quarz-Stein (benannt nach seinem
ursprünglichen Fundort), welcher zum Schleifen von
feinen Instrumenten besonders in der
Parodontalchirurgie
dient (sog. Ölstein). Ebenfalls Grundlage von rotierenden
Ausarbeitungsinstrumenten ("Schleifer"), welche besonders bei zahnfarbenen
Füllungsmaterialien eingesetzt werden.
Schleifmittel
Aerobier
Anaerobier, engl.: aerobe, anaerobe; Bezeichnung für ein
Lebewesen - meist Mikroorganismen
- welches unter bestimmten Sauerstoffbedingungen gut gedeiht:
Aerobier: können nur unter
Sauerstoffzufuhr auf Dauer existieren
Anaerobier: können nur ohne
Sauerstoff auf Dauer existieren
als Zwischenformen gelten sog. fakultative Aerobier bzw. Anaerobier,
d.h., derartige Lebewesen können sowohl mit als auch ohne Sauerstoff
existieren.
Vom Zahn ausgehenden Infektionen
beinhalten meist ein Keimgemische aus beiden Arten; dabei erreichen die
Anaerobier eine wesentlich größere Keimzahl als die Aerobier (
Abszess).
Antibiotika,
Gram Färbung,
Infektion
Aerosol ;
Spray
ARPA
Abk. von ARbeitsgemeinschaft für PArodontoseforschung; Gründung 1.
11.1924 in Berlin durch: O. Loos (Frankfurt/Main), O. Weski und Sachs (Berlin),
M.Karolyi (Wien), L. Widmann (Stockholm), als Zentralkomitee und R. Neumann,
B.Gottlieb, G. Rumpel, A. Kantorowicz, O. Lund, H. Sicher und Türkheim. Am
30.5.1932: Gründung der ARPA Internationale in Frankfurt/Main; 1970: die ARPA
International löst sich in Genf auf. Die deutschen Mitglieder gründen die
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DGP)
Arrosion
Annagen, engl.: do.; Begriff gebräuchlich für eine Zerstörung von Knochen
oder Blutgefäßen (sog. Arrosionsblutung). Derartige, plötzlich
auftretende Blutungen sind meist durch das Einwachsen eines bösartigen Tumors
bedingt.
Arsenik
Scherbenkobalt, As2O3, engl.: arsenic;
Gewebegift; früher gebräuchliche
medikamentöse Einlage zur Abtötung (
Devitalisation) eines
entzündeten, nicht mehr
erhaltungswürdigen Zahnnervs; die Anwendung von A. ist in D heute
obsolet, da neben der Abtötung der
Pulpa auch das umgebende Gewebe erheblich
in Mitleidenschaft gezogen wird (nekrotische
Zerstörung).
In der ZHK ist die besonders sog.
Arsennekrose bei unsachgemäßer Anwendung bekannt: Durch einen undichten
Kavitätenverschluss schädigt A.
irreversibel die Interdentalpapille und kann sogar den
Alveolarknochen in
Mitleidenschaft ziehen.
Amputationspaste,
Formaldehyd
ART , A.R.T. ; Atraumatic
Restorative Treatment;
A.R.T.-Technik
|
Arterienklemme Gefäßklemme, engl.: h(a)emostat, h(a)emostatic forceps (US Schreibweise); in versch. Ausführungen und unter versch. Namen (u.a. "Kocher-A.", "Moskitoklemme", "Péan-A.") bekannte, arretierbare Instrumente zum Abklemmen von Blutgefäßen oder dem Fassen von Gewebe während eines chirurgischen Eingriffs. |
![]() |
Arterienlappen , engl.: axial o.
arterial flap, axial (pattern) (flap); (Schleim-)Hautlappen, welcher im Stiel eine mitpräparierte
Schlagader enthält.
Stiellappen,
Lappenoperation
|
Arteriographie engl.: arteriography; Röntgenkontrastdarstellung von Schlagadern (Arterien) und deren feinsten Verzweigungen; häufig mit dem übergeordneten Begriff "Angiographie" gleichgesetzt. Das daraus resultierende Röntgenbild(er) wird als Arteriogramm (s. Abb.)bezeichnet. |
![]() Arteriogramm eines Haemangioms |
Artex®-Artikulator , zum Artex®-System gehörender, teiljustierbarer
Artikulator;
http://www.amanngirrbach.com
Artglas , Handelsname, engl.: Artglass;
Polyglas
Arthritis
Gelenkentzündung, engl.: do.; in der ZHK
von Bedeutung ist das Kiefergelenk,
an welchem als Folge von Verletzungen, Entzündungen oder falscher zahnärztlicher
Ausrichtung der Kiefer zueinander (
Okklusion) entsprechende Veränderungen
auftreten können. Zur Linderung der Beschwerden und Schmerzen (Arthrodynie) ist meist die
Öffnung des
Unterkiefers eingeschränkt; er nimmt die sog.
Bonnet-Stellung (Verschiebung der Kinnspitze beim Öffnen zur gesunden Seite hin) ein.
Funktionsanalyse,
Kiefergelenk,
Kiefergelenkbeschwerden
Arthrographie
Arthropneumographie, Röntgenkontrastdarstellung einer Gelenkhöhle, engl.: arthrography;
dabei wird u.a. folgendes Prinzip angewandt: Ein wasserlösliches Kontrastmittel wird
zusammen mit Luft (= Arthropneumographie) in ein Gelenk injiziert. Das Kontrastmittel verteilt sich an
der Oberfläche der einzelnen Gelenkstrukturen. Da es für
Röntgenstrahlen schlecht
durchlässig ist, ist in einer konventionellen Röntgenaufnahme so auch der
Gelenkinnenraum darstellbar. Die A. ist in letzter Zeit zunehmend durch
die Kernspintomographie
ersetzt worden, und wird häufig in Kombination mit dieser Methode benutzt.
A. haben möglicherweise eine positive Wirkung bei eingeschränkter
Mundöffnung, indem sie diese Beschwerden durch Diskusverlagerung während der
Untersuchung nachhaltig bessern.
Arteriographie, Sonographie
Arthrose
Arthrosis, chronisch-degenerative Gelenkveränderung, engl.: arthrosis;
oft gleichgesetzt mit Osteoarthrose. Eine Ursache sind Schäden durch
Überbeanspruchung, wie sie bei Sport, Schwerarbeit und hohem Körpergewicht
vorkommen können. Eine weitere wichtige Ursache ist die Alterung des
Gelenkknorpels mit reduzierten Durchlässigkeit für Nährstoffe. Folgen sind
Erweichung, Rissbildung und Erosion des Knorpels. Weiter wird eine A.
durch alle Form- oder Funktionsstörungen gefördert. Die häufigste klinische A.-Form
ist die Arthrosis deformans; sekundäre Formen entstehen aus angeborenen
Dysplasien.
Diese
häufig auch als "Abnutzungserscheinung" titulierte Erkrankung zeigt am
zahnmedizinisch bedeutenden Kiefergelenk als Symptome ein Knacken, eine
erschwerte Mundöffnung
und Kraftlosigkeit beim Kauen.
Eine Nearthrose oder
Pseudarthrose bezeichnet eine krankhafte Gelenkneubildung infolge
Störungen bei der primären Knochenheilung (der
Kallus wird nicht knöchern umgebaut),
wobei die "gelenkige Verbindung" kein echtes Gelenk darstellt. Ursachen dafür
können sein:
ungenügende Fixierung der
Knochenbruchstücke bzw. zu frühe Belastung
ein zu großer Bruchspalt bei
ungenügender Reponierung der Bruchstücke
Einklemmen von Gewebe in den
Frakturspalt
Spontanfraktur infolge starke
Alveolarkammatrophie, Tumore
oder Zysten
In seltenen Fällen wird eine derartige Nearthrose auch künstlich geschaffen,
wenn z.B. eine Ankylose besteht.
Hyaluronsäure,
Kiefergelenkarthrose,
Kieferbruch,
Kiefergelenkbeschwerden, Pseudoarthrose
http://www.arthrose.de
;
http://www.deutsches-arthrose-forum.de
Articain
Lokalanästhetikum,
Thiophenderivat (Handelsnamen: Ultracain®, Ubistesin® als 2-4%-ige Lösung), engl.: do.; eines
der gebräuchlichsten örtlichen Betäubungsmittel mit einer hohen Eiweißbindung
bei guter Allgemeinverträglichkeit; mittel der Wahl bei
Schwangeren.
Bei Verwendung von A. zeigen sich längere und tiefere analgetische
Effekte bei der Entfernung unterer Weisheitszähne als bei
Mepivacin (Oral Surg
Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod (2006); 102: 169 - 174).
Dosierung am Beispiel Ultracain®:
Patientin, 50 kg, operative Entfernung von 4 retinierten und verlagerten
Weisheitszähnen in Lokalanästhesie:
-- 1 ml Ultracain D-S/ D-S forte enthält 40 mg Articain
-- Höchstdosis:
7 mg Articain (Ultracain")/kg KG (Körpergewicht)
-- 50 kg (Körpergewicht) x 7 mg entspricht 350 mg Articain (Ultracain)
Die individuelle Grenzdosis beträgt 8.75 ml Ultracain D-S/ D-S forte
Behandlung in der
Schwangerschaft, Lokalanästhetika,
Risikopatient
Articulare
Ar, engl.: do.; virtueller röntgenologischer Schnittpunkt bei der
Schädelvermessung: Eine Gerade
verläuft am hinteren Rand des aufsteigenden Unterkieferastes (dorsale Kontur des
Collum mandibulae), die andere Gerade
wird durch den unteren Rand des Schläfenbeins bestimmt; Abb.
Gelenkwinkel
ArGoMe-Winkel
Articularewinkel ;
Gelenkwinkel
Artikulation
allgemein: eine gelenkige Verbindung, in der
ZHK
veralt. Begriff für dynamische Okklusion, engl.:
articulation; Verschiebung der unteren gegen die oberen Zahnreihen unter
Zahnkontakt. Dieser Begriff wird aktuell nicht mehr verwendet und wurde ersetzt
durch: Okklusion - dynamische.
Der Begriff ist in der Literatur vielfach
besetzt, verstanden wird darunter meist: jede statische und dynamische
Kontaktbeziehung der oberen und unteren Zahnreihen mit und ohne Nahrung.
Einschleifen, Funktionsanalyse,
Gelenkbahn,
Hackbiss,
Okklusion,
Schlittenartikulation,
Wachsaufstellung
Artikulationsausgleich
Vermeidung gleithindernisbedingter Kipp- und Schubmomente mit dem Ziel, ein
Artikulationsgleichgewicht (balanced articulation) herzustellen
("harmonische Okklusion") und auftretende Belastungen auf möglichst viele
Parodontien zu verteilen. Die früher
allgemein gültige Forderung wird heute nur noch aus statischen Gründen bei der
Anfertigung von Vollprothesen erhoben.
Okklusion,
Okklusionskonzepte
Artikulationspapier ,
engl.: articulating paper;
Okklusionsfolie
Artikulationsstörungen ,
Artikulationshindernisse,
Okklusionsstörungen
| Artikulator Kiefergelenksimulator, engl.: articulator; Gerät zur mechanischen Simulation von Bewegungen des Unterkiefers gegenüber dem Oberkiefer an eingespannten Modellen. Das auf dem Prinzip der natürlichen Kiefergelenke und Frontzahnabstützung ( Anwendung von A. vor allem beim Anfertigen von Zahnersatz im zahntechnischem Labor (Dentallabor) und während der Funktionsanalyse bzw. Modellanalyse. In beiden Fällen wird versucht, eine naturgetreue Übertragung der Mundsituation in den Simulator zu erreichen, um Okklusionsprobleme zu erkennen und dem Patienten darauf basierend eine störungsfreie Kieferfunktion zu ermöglichen. Zahnärztliche A. dienen der Nachahmung von Bewegungen des Unterkiefers. Sie sind seit etwa 130 Jahren ein Hilfsmittel bei der diagnostischen und therapeutischen Tätigkeit des Zahnarztes sowie in der Zahntechnik; historisch auf Bonwill (1887) zurückgehend. Ohne ihren Einsatz sind weder Okklusionsdiagnostik noch funktionsgerechte Zahnersatzgestaltung denkbar. Im Grunde gehen A. von folgendem Denkprinzip aus: Bei der Vielzahl der auf dem Markt angebotenen Artikulatoren sollte eine Gesichtsbogenübertragung möglich sein, ferner sollten die horizontale Kondylenbahnneigung (HCN) eingestellt werden können; eine Bennet-Winkel-Einstellung ist ebenso wünschenswert wie eine Side-shift Einstellmöglichkeit (zur Einstellung der Zentrikfreiheit). Die heute (2005) gebräuchliche Vorgehensweise (Gesichtsbogen und Mittelwert-Artikulator) ist nach wissenschaftlichen Kriterien zur Herstellung einer individuellen Okklusion nicht ausreichend, führt aber in der Praxis zu einem durchaus akzeptablen Ergebnis. Vom Aufbau, der Übertragung, der individuellen Einstellung und der Handhabung her lassen sich verschiedene Typen unterscheiden:
|
|
ART-Technik
auch A.R.T. ,
von "Atraumatic Restorative Treatment", weiter unter dem Namen
minimal
intervention dentistry (MI Dentistry;
http://www.midentistry.com/) bekannt;
minimal-invasive, ubiquitär
anwendbare Kariestherapie, ursprünglich für ländliche
Gebiete in der Dritten Welt für Community Oral Health Workers (COHWs) entwickelt (Mitte der 80er Jahre in
Tansania/Ostafrika;
A.R.T.-Projekt in Gambia), wo kein Strom und entsprechendes Fachpersonal zur
Verfügung steht, wird diese Technik gelegentlich auch bei sehr
ängstlichen und unkooperativen
Kindern unternormalen Praxisbedingungen genutzt. Mit Handinstrumenten (z.B. ART2 enamel
cutter und scharfe Löffel) wird nur die
erweichte ("faule") Zahnsubstanz
exkaviert, wenn möglich mit einem
Pulverstrahlgerät gereinigt und diese
"Kavität" dann -
ohne die klassischen Präparationsregeln -
mit Glasionomerzement (GIZ)
gefüllt. Dabei haben sich GIZs vom Typ ii in Verbindung mit einem
Adhäsivsystem am besten bewährt.
GIZs deshalb, weil diese im Gegensatz zu
Komposites weniger empfindlich auf Feuchtigkeit (Speichel) sind und ohne
Kofferdam gelegt werden können.
AFT,
Amalgamalternativen, Behandlung von
Milchzähnen, BRT (Basic Root Canal
Treatment)
ART-Füllungen genauso gut wie Amalgam ?
zm-online
http://www.hilfswerk-z.de/Proj_Gambia_art.htm
Ärzte-TÜV ,
Fortbildung
Arzneimittel , Medikament;
Pharmakon
Arzneimittelgesetz
AMG, engl.: pharmaceuticals law; vorgeschriebenes
Zulassungsverfahren für Arzneimittel
nach dem Arzneimittelgesetz (AMG); für Medizinprodukte erfolgt eine Zulassung
nach dem Medizinproduktegesetz (MPG).
Die klinische Prüfung nach dem
A. (AMG) unterscheidet sich wesentlich von der nach dem
Medizinproduktegesetz (MPG):
Während das Arzneimittelgesetz die Wirksamkeit überprüft, hebt das
Medizinproduktegesetz auf die Wirkungsweise ab. Daraus ergibt sich:
Während ein Arzneimittel vor der Zulassung grundsätzlich die Phasen I - III der
Arzneimittelprüfung durchlaufen muss, kann für ein Medizinprodukt mit geringem
Risikopotential oder einer unwesentlichen Modifikation eines bereits "in Verkehr
gebrachten" Produkts auch eine
Evidenz-basierte schriftliche Bewertung ohne
Überprüfung am Menschen ausreichen, um eine
CE-Zertifizierung des Produktes zu
erwirken - viele "neue" Komposites
machen sich diesen Umstand zu Nutze.
http://www.bfarm.de
Arzneimittelkommission,
Arzneimittel-Richtlinien,
klinische Studie,
Medizinproduktegesetz,
Pharmakon
AMG-Novelle - Arztwerbung: Jetzt gelten neue Regeln
Verbesserung der Betäubungsmittelversorgung
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz
AMNOG; zum Jahresbeginn 2011 in Kraft getretenes neues "Reformgesetz" im
Gesundheitswesen. Zwei der Kernpunkte sind die Schnellbewertung des Nutzens neu
zugelassener Arzneimittel durch den
Gemeinsamen
Bundessauschuss und die feste Verankerung der
unabhängigen
Patientenberatung in die
Gesetzliche
Krankenversicherung. Nach den Vorstellungen des
Patientenbeauftragten der
Bundesregierung soll die unabhängige Patientenberatung ab Januar im Rahmen einer
verankerten Berichtspflicht über die Anfragen und Beschwerden eine
patientenorientierte Rückmeldefunktion in das Gesundheitssystem gewährleisten.
Mit dem AMNOG müssen Pharmahersteller bereits in einem frühen Stadium den Nutzen
ihrer zugelassenen Produkte belegen, wenn sie von den Krankenkassen erstattet
werden sollen. Allerdings: Wissenschaftler betonen, dass der Zusatznutzen von
Medikamenten oft erst nach Jahren korrekt bestimmbar ist (
AMNOG - Stoppschild für viele neue Wirkstoffe).
Festbeträge,
Patientenberatungsstellen,
Pharmakon, ZESAR, Zuzahlung
Arzneimittel bei Gesetzlich Versicherten: Die wichtigsten Regelungen für
Zuzahlung und Erstattung
Arzneimittel-Richtlinien
engl.: pharmaceutical directive; vom
Gemeinsamen
Bundesausschuss aufgestellte, ständig fortentwickelte
Richtlinien, die das
Wirtschaftlichkeitsgebot
konkretisieren sollen und Ärzten Klarheit darüber geben, mit welchen
Medikamenten eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der
GKV-Versicherten sichergestellt werden kann. Der Inhalt der Richtlinien ist für
Vertragsärzte verbindlich. Sie
enthalten auch eine Liste über verordnungsfähige aber nicht
verschreibungspflichtige Pharmaka. In
der ZHK ohne Bedeutung, da nur die
Vertragsärzte betreffend (2006).
Arztbesuch
(Zahnarztbesuch) während der Arbeitszeit, engl.: physician
attendance (dentist attendance) during work time; § 616 des
BGB "Vergütungsanspruch bei kurzzeitiger Dienstverhinderung" sagt:
Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht
dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch
einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der
Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen,
welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher
Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt. ...
Arbeitnehmer können deshalb nicht davon ausgehen, grundsätzlich während der
Arbeitszeit zum Arzt gehen zu können. Demnach kann dem Mitarbeiter für die Zeit
des Arztbesuchs Lohn oder Geld gekürzt werden, wenn er nicht nachweisen kann,
dass ein anderer Termin unmöglich gewesen ist. So kann der Arbeitgeber von
seinem Angestellten eine entsprechende, vom Arzt ausgestellte, Bescheinigung
verlangen. Werden alle Mitarbeiter des Unternehmens auf diese Rechtslage
hingewiesen, kann bei Nichtvorlage der Bestätigung das Gehalt gekürzt werden.
Behandlung
Arztgeheimnis , medical non-disclosure
rule (?);
Schweigepflicht
AS-Akademie
Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement; versteht
sich "als postuniversitäres Forum für Zahnärzte und hauptamtliche Mitarbeiter
der zahnärztlichen Berufsvertretungen zur Erlangung politischer und sozialer
Kompetenzen für die Wahrnehmung von Selbstverwaltungsaufgaben und zur
Fortentwicklung freiberuflichen Praxismanagements. Der Schwerpunkt der
Akademiearbeit liegt in der gesundheitsökonomischen Qualifizierung von
Zahnärzten zur Übernahme von Leitungsfunktionen in Körperschaften, Verbänden und
Institutionen im Gesundheitswesen."
http://www.zahnaerzte-akademie-as.de/
Asepsis
engl.: do.; alle Maßnahmen, die zur Beseitigung von Krankheitserregern dienen
und im Idealfall zu einer Keimfreiheit führen. Derartige Maßnahmen sollen
dem Eindringen von Viren, Bakterien und Pilzen in den Organismus bei
chirurgischen Eingriffen vorbeugen bzw. ein Eindringen gänzlich verhindern.
Wegen der hohen Anzahl der Keime in der Mundhöhle ist hier eine Keimfreiheit bei
Eingriffen nie möglich. Derartige Vorkehrungen - aseptische Kautelen -
sind insbesondere:
Raumdesinfektion
Raumluftsterilisation
Sterilisation
(Keimfreimachung) der medizinischen Instrumente und der Operationskleidung ,
Verwendung steril verpackter Einmalinstrumente
Händedesinfektion, sterile Handschuhe
Vorkehrungen
gegen den Hospitalismus (
nosokomiale Infektion)
aseptisch (engl.: aseptic) =
keimfrei;
Asepsis, Desinfektion,
Hygiene,
Sterilisation,
Sterilität
Aseptik
engl.: aseptic precautions; Methoden bei der Wundbehandlung mit dem Ziel,
Krankheitserreger primär von der Wunde fern zu halten (durch sterile Instrumente
und Materialien, Händedesinfektion, Abtötung der Keime in der Raumluft usw.).
Die Mundhöhle beherbergt ca. 700
unterschiedliche Mikroorganismen, sodass eine Wunde in diesem Bereich immer als
infiziert gilt. Besonders für Eingriffe im Mund ist es kaum möglich, die
Asepsis, die in anderen chirurgischen Disziplinen
gefordert wird, zumindest für die in einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis
durchgeführten Eingriffe einzuhalten. Ohnehin ist die Heilungstendenz von Wunden
in der Mundhöhle gut.
Asepsis, Desinfektion,
Sterilisation
Asialie ; engl.:
aptyalia, asialia;
Xerostomie
| Äskulapstab engl.: Aesculapian staff; abgeleitet von einem griech. Gott der Heilkunst namens Asklepios ("as" = die Schlange und "klepi" = etwas umwinden; somit sinngemäß: "Asklepios" = die Schlange, die sich um etwas windet.). Dieser Sohn des Apollo wurde der Sage nach durch den Zentaur Cheiron so gut ausgebildet, dass er sämtliche Krankheiten heilen konnte. Selbst Tote soll er ins Leben zurück gerufen haben. Andere Deutungen gehen davon aus, dass die sagenhafte griechische Figur des Asklepios auf den ägyptischen Arzt Imhotep (um 2700 v. Chr.) zurückgeht. Symbol der Ärzteschaft und in Verbindung mit einer Schale das Standeszeichen der Apotheker. Details: Schlangen-Kopf nach rechts zeigend = Zeichen der Ärzte, Kopf nach links = Zeichen der Zahnärzte (s. Abb.), Kopf nach links über einer Schale = Apotheker. Nicht zu verwechseln mit dem Ä. ist der (kommerziell ausgerichtete) Hermesstab (engl.: Caduceus, Abb. rechts): Er ist ein Stab mit zwei Flügeln, der von zwei Schlangen umschlungen wird. |
|
![]() Hermesstab |
Aspergillose
"Schimmelpilzkrankheit", durch Schimmelpilze bedingte Infektion;
Verursacher meist der Schlauchpilz "Aspergillus fumigatus". Körperbefall durch
massive Einatmung von Pilzsporen oder auf dem Boden einer vorhanden Erkrankung.
Eine Wurzelkanalbehandlung
mit Zinkoxid-haltigen Materialien bzw.
deren Überstopfung in die Kieferhöhle
soll eine A. ("Kieferhöhlen-Aspergillose") bewirken/begünstigen.
Aspiration
Ansaugen von Gasen, Festkörpern oder Flüssigkeiten; engl.: do.; in der ZHK
unter mehreren Bedeutungen bekannt:
1.) vor der eigentlichen
Infiltrations- oder
(besonders) Leitungsanästhesie:
Nach dem Kanüleneinstich erfolgt ein leichtes Zurückziehen des Spritzenstempels.
Wird dabei Blut angesaugt, befindet sich die Kanülenspitze in einem Blutgefäß;
ein Injizieren würde zu körperlichen Komplikationen führen, zusätzlich würde der
vorgesehene Bereich nicht anästhesiert werden, da das
Lokalanästhetikum sofort durch
den Blutstrom abtransportiert wird.
2.) Eindringen von Flüssigkeiten bzw. festen Stoffen (z.B.
zahnärztliche Instrumente) in
die Luftröhre oder Lunge,
Fremdkörperaspiration,
Kehlkopfreflex,
Sicherungskettchen
3.) Absaugen von flüssigen oder festen Bestandteilen aus der Mundhöhle,
Absauganlage,
Speichelzieher
Assembling-Verfahren
engl.: assembling method; selten angewandte "Rationalisierungsmaßnahme"
bei der zahntechnischen Herstellung
von Kronen und
Brücken: Bei der
Wachsmodellation der
Rekonstruktion wird auf
industriegefertigte Wachsformen zurückgegriffen.
Assessment
Einschätzung, Selbstanalyse oder -beurteilung im Rahmen des
Qualitätsmanagements in
Verbindung mit bestimmten Kriterien; z.B.:
Evaluation, d.h.
Erhebung der qualitätsrelevanten Praxisroutinen
Prozessbeschreibung, d.h. Definition von Zielen und Prozessen
Feed-back, d.h.
Reflexion der Handlungsroutinen
Validierung, d.h. Zertifizierung und
Selbstverpflichtung
Benchmarking, Qualitätsmanagement,
Qualitätssicherung
Assistent ,
zahnärztlicher, engl.: dental assistant;
Vorbereitungszeit
ästhetische
Analyse
engl.: aesthetic analysis (US Schreibweise: esthetic); in der
ZHK zunehmend praktiziertes
Vorgehen bei der Rekonstruktion
komplexer ästhetisch unbefriedigender Fälle. Ein derartiges Vorgehen beinhaltet
ein fundiertes Grundwissen mehrerer zahnmedizinischer Fachdisziplinen aus den
Bereichen Parodontologie/Parodontalchirurugie, Kieferorthopädie, Implantologie,
Funktionslehre, konservierender Zahnheilkunde und Prothetik.
Im Rahmen der Befunderhebung wird auf folgende Einteilung zurückgegriffen ("Ästhetikklassen"),
welche das korrekturbedürftige Erscheinungsbild von Zähnen und Zahnfleisch beim
Lachen widerspiegelt:
| Klasse | Definition |
| 1 | Korrekturen nur in der weißen Ästhetik (an den Zähnen) erforderlich |
| 2 | Korrekturen in der Funktion und in der weißen Ästhetik erforderlich |
| 3 | Korrekturen in der roten (am Zahnfleisch) in der weißen Ästhetik erforderlich |
| 4 | Korrekturen in der Funktion, in der roten und in der weißen Ästhetik erforderlich |
| 5 | kieferorthopädische oder kieferchirurgische Vorbehandlung erforderlich |
Ästhetiklinie,
ästhetische Zahnmedizin,
Frontzahnlinie,
gummy smile,
kosmetische Zahnmedizin,
Mock-up,
Pink Esthetic Score,
rosa Ästhetik,
Wax-up
Ästhetik-Checkliste
Geschichte des Lächelns
| Ästhetiklinie nach Ricketts, Ricketts-Linie, engl.: (a)esthetics line, Rickett's aesthetic plane; gibt Auskunft über die Position der Lippen in sagittaler Richtung. Gesichtsprofillinie als wesentliches Charakteristikum zur Beurteilung eines Gesichtes, mit den Endpunkten Nasenspitze (Pronasale) und Weichteil-Kinnspitze (Weichteilpogonion). Auf dieser Linie befinden sich die Oberlippe (Labrale superius) und die Unterlippe (Labrale inferius) in einem bestimmte Abstand. Als Normwerte gelten: Oberlippe -1 bis -4 mm, Unterlippe 0 bis + 2mm zur Ä. In der Kieferorthopädie spielt die Ä. u.a. eine zusätzliche Entscheidungshilfe bei der Extraktionstherapie. |
|
| ästhetische Zahnmedizin engl.: estetic dentistry; aus den USA stammendes, nicht unumstrittenes, neues Gebiet innerhalb der Zahnmedizin; in Deutschland bisher ohne eindeutige Abgrenzung zur kosmetischen Zahnheilkunde (cosmetic dentistry). Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde versteht unter der kosmetischen Z. reine Kosmetik im Sinne einer Zahnverschönerung als Verkaufsprodukt zum Selbstzweck und definiert die ästhetische Zahnheilkunde als eine "erstklassige Zahnmedizin" nach dem Motto: "Erst kommt die Funktion, dann die Ästhetik". Ästhetisch erscheinende Zähne sind wichtig für soziale Kontakte. Ein Lächeln signalisiert Selbstsicherheit, Wohlbefinden und Jugendlichkeit. Die Menschen verknüpfen heute damit weitestgehend Erwartungen an eine hohe Lebensqualität. Makellose Zähne, ein gewinnendes Lächeln stehen in den Vorstellungen für körperliche Gesundheit, für soziale Kompetenz und beruflichen Erfolg – das sind wichtige Wertmarken unserer heutigen Gesellschaft. Subsumiert werden unter dem Begriff ä. Z. eine Vielzahl von Behandlungsangeboten/-wünschen ( Da rein kosmetische Eingriffe häufig nicht medizinisch notwendig sind, ergeben sich eine Reihe ethischer, wirtschaftlicher und juristischer Aspekte, besonders dann, wenn es sich um rein kosmetische Eingriffe handelt: So wird ein unvergleichbar höhere Aufklärungsbedarf gefordert - ebenso wie von dem Patienten eine erhöhte Nachfragepflicht verlangt wird. Klagen wegen "nicht gewünschtem Erfolg" sind keine Seltenheit. Ethische Bedenken von Seiten der Ärzteschaft sind in einem hohen Maß vorhanden. Viele der Behandlungen nach der ä. Z. sind nicht in einer zahnärztlichen Gebührenordnung zu finden; eine Erstattung derartiger Behandlungen findet auch bei Privatversicherungen meist nicht statt; ein vorherige Anfrage bei der Versicherung und ein Kostenvoranschlag seitens der Zahnarztpraxis wird dringend empfohlen! Ebenso können die Gebühren für derartige Leistungen von Praxis zu Praxis stark variieren und Preise sind durchaus verhandelbar. Unklar ist bisher (2008) noch, ob derartige Leistungen von der Umsatzsteuer befreit sind: Nach § 4,14 sind nur solche Leistungen steuerbefreit, die der Feststellung, Heilung, oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder oder Körperschäden bei Menschen dienen. In einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 2919.99 (Az: BvR 1264/90) wird ausgeführt, dass "erkennbarer Normzweck des §4,14 UStG allein die Entlastung der Sozialversicherungsträger von der Umsatzsteuer" ist. Die zahnärztlichen Mitteilungen (zm) melden zur Umsatzsteuerpflicht im September 2008: "Steht das therapeutische Ziel im Hintergrund, fällt Umsatzsteuer an. Heilberufliche Leistungen, in denen kein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht, sind nicht von der Umsatzsteuer befreit. Das geht aus einem Schreiben der Oberfinanzdirektion Hannover hervor. Dies gelte auch für die Sachverständigentätigkeit der Zahnärzte und Ärzte, wenn das Gutachten der Entscheidungsfindung eines Dritten dient, die gegenüber dem Betroffenen oder anderen Personen Rechtswirkung erzeugt. Auch Schönheitsleistungen von Zahnärzten unterliegen dem Umsatzsteuersatz von 19 Prozent, soweit kein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht, stellt die W+ST Wirtschaftsprüfung GmbH in einer Stellungnahme klar." |
|
| Ästhetikschablone Ästhetik-Kontrolschablone, Ästhetik-Funktionsschablone nach Gutowski, engl.: (a)esthetic plate; eine der Bei der ursprünglichen Bissnahme mittels alleiniger Bissschablone wurde i.d.R. auf eine Ä. verzichtet und die entsprechenden Markierungen direkt auf die Bissschablone aufgetragen. |
|
Astomie , "ohne Mund", engl.: astom(i)a; Missbildung, angeborenes Fehlen der von außen sichtbaren Mundöffnung
| Atherom Trichilemmalzyste, "Grützbeutel", "Balggeschwulst", engl.: epidermoid cyst; steatocystoma (falsches A.); mit Unterscheidung: |
|
Ätiologie
Krankheitsursache,
engl.: aetiology (US Schreibweise: etiology); Lehre von der Ursache; Auslösung/Ursache einer
Erkrankung.
Pathogenese
atraumatisch
gewebsschonend, engl.: atraumatic; meist im Zusammenhang mit
Wundnähten oder bei der Wundversorgung gebraucht. So ist bei einer
atraumatischen Naht der Faden mit dem Nadelöhr verschweißt, um die
Überdehnung des Gewebes durch die früher gebräuchliche Nadel mit dickem Nadelöhr
zu minimieren. In jüngerer Zeit auch Einsatz von
Wundklebern auf
Fibrin- oder
Kunststoffbasis.
Fibrinkleber,
Naht
atraumatische Naht
, engl.: atraumatic suture;
atraumatisch,
Naht
Atridox™
basierend auf ATRIGEL™, dem "drug delivery system" von ATRIX Laboratories Inc.
ATRIDOX® (in D: Fa. Curasan) setzt
Doxycyclin am
Ort der Infektion kontrolliert frei (
lokale Antibiotika); die
hohe lokale Doxycyclin-Konzentration wird über einen Zeitraum von 7 Tagen
aufrechterhalten. Zusammensetzung:
biologisch abbaubares Gel, 10 %
Doxycyclin, 33 % Poly-DL-Lactid,
57 % N-methyl-2-pyrrolidon. Ab 2006 in D keine Zulassung mehr; im Ausland (z.B.
per Internet) erhältlich.
lokale
Antibiotikazufuhr
| Atrisorb ™ (free flow) ein flüssig anwendbares Polyaktid im Rahmen der Gesteuerten Geweberegeneration, als vollständig abbaubare Membran. Es wird unter Verwendung von einem Knochenersatzmaterial zur Defektauffüllung mit einer Kanüle direkt am Defekt (Zahnwurzel) appliziert (sog. "in-situ Technik"). Durch das Besprühen mit sterilem Wasser verfestigt sich das Gel zur Barriere-Membran. Diese Barriere fungiert als "Schutzschild" gegen eine unerwünschte Binde- und Narbengewebe-Bildung und schafft so die Voraussetzung für die Gewinnung von neuem und physiologischem Zahnhalteapparat-Gewebe. Nach Herstellerangaben wurden weltweit über eine Millionen Patienten erfolgreich mit A. behandelt. |
|
| Atrophie engl.: atrophy; Rückbildung/Verkümmerung eines Organs oder Gewebes; meist bedingt durch Mangelernährung, Nichtgebrauch, Alterung, Krankheit |
Atropin
ein Alkaloid, engl.: atropine; hemmt u.a. die
Speichel- u. Schweißsekretion, führt zu
einer Pupillenweitstellung (Mydriasis) und Beschleunigung der Herzfrequenz
(Ausschaltung der Herzäste des Vagus).
In der ZHK als
Atropinsulfat (0,5 mg) vor allem zur Hemmung des
Speichelflusses (
Xerostomie) angewandt.
Trockenlegen
Attachment
Anheftung, epitheliale Haftung,
vom engl.: attached = anhaftend, befestigt; in der
ZHK von unterschiedlicher Bedeutung:
Alveolarknochen,
biologische Breite,
dentogingivaler
Verschluss,
Parodontalbehandlung,
Rezession
| Attachmentverlust engl.: attachment loss; meist in mm angegebene Zahl der Strecke zwischen Schmelz-Zement-Grenze und dem Boden der Zahnfleischtasche als Ausdruck der Schwere bzw. Folge einer Zahnfleischerkrankung. In der Literatur wird der A. in mm häufig mit dem Zusatz CAL angegeben. Dies ist die Abkürzung von clinical attachment level. |
![]() |
Attrition
glattflächiger Schmelzverlust, engl.: do.; bis hin zur
völligen Freilegung des Zahnbeins (Dentin), meist bedingt durch direkten
Zahnkontakt (ohne Nahrungsbeteiligung) mit dem Gegenbiss (sog. Antagonistenkontakt-A.
oder "2-Körper-Abrieb")
durch reflektorisches Berühren (Knirschen,
Pressen), z.B. an den
Außenflächen der unteren Schneidezähne beim
Deckbiss oder an sich benachbarten Zähnen (Übergang des
Kontaktpunkts in eine
Kontaktfläche = "interstitielle A.", auch als "interstitielle
Abrasion" bezeichnet), wobei die Zähne bei geschlossener
Zahnreihe horizontal nach vorn wandern (=
Mesialdrift; Abb.). Früher war auch
noch der Begriff Kontrition (lat. für Zerknirschung) für eine
okklusale A. gebräuchlich
Es wird unterschieden:
Wenn zwei Zähne beim Zubeißen oder Schlucken aufeinander
treffen, also zum Beispiel ein eigener, unbehandelter Zahn (Schmelz) auf eine
Keramikkrone, so spricht man von
Zweikörperverschleiß oder Attrition.
Wenn sich zwischen den Zähnen
Nahrungsstoffe befinden, oder wenn die Zahnbürste mit Zahnpaste über die Zähne
gleitet, so spricht man von Dreikörperverschleiß oder
Abrasion.
Während ein Aufeinandertreffen von "Keramik - eigener Zahn" zur A. am
Schmelz führt (Stärke abhängig von der
Keramikart), sind Kontakte durch "Kunststoffe - eigener Zahn" ohne
Schmelzverschleiß; moderne
Presskeramiken liefern ähnliche Werte wie natürlicher Zahnschmelz, hier sind
bei beiden Stoffen annähernd gleiche Werte zu erwarten.
Das unterschiedliche Abrasionsverhalten
dentaler Werkstoffe muss bei deren Anwendung, besonders in Bezug auf den
Antagonistenkontakt, beachtet werden: so weist Keramik
sehr unterschiedliche Werte (glasiert oder nicht glasiert), Kunststoff eine
mittlere und Gold eine höhere Abrasivität auf. Das zunächst nicht vermutete
Verhalten von Gold beruht auf seiner hohen
Duktilität.
Abrasion,
Demastikation,
Facette,
Frontzahnchips,
Kaukraft,
Usur
atypische Zahnschmerzen , atypische
Odontalgie;
Gesichtsschmerz
Ätzgel
"Ätzen",
Gel meist auf Phosphorsäure-Basis, engl.: etchant gel; im Rahmen der
"Säure-Ätz-Technik" (SÄT) eingesetztes Mittel zur Entkalkung (Entmineralisierung)
von Zahnharzsubstanzen. Nach erfolgreichem Ätzen entstehen auf der
Zahnoberfläche die typischen Ätzmuster, welches durch unterschiedliche
Säurelöslichkeit des Zahnaufbaus bedingt ist. Es dient als sog.
Mikrorentionsrelief für zahnärztliche Füllungsmaterialien oder
Befestigungszemente.
Die zusätzliche Anwendung von Er:YAG-Lasern zur
Konditionierung in der Adhäsivtechnik erbringt, verglichen mit der alleinigen
Konditionierung der Zahnhartsubstanz durch Phosphorsäure, keine Verbesserung der
Haftkraft.
Adhäsivtechnik
Audioanalgesie
engl.: audioanalgesia; Art der Schmerzausschaltung durch Geräusche
(Musik) über Kopfhörer während eines zahnärztlichen Eingriffs; Erfolg ist stark
von der Psyche der betr. Person abhängig, in der
ZHK selten angewandt. Nachteilig: Mangelnde Kommunikation zwischen Zahnarzt
und Patient.
Hypnose,
Lokalanästhesie
| Aufbaufüllung "Stumpfaufbau", "Aufbau", AF, engl.: etwa ((tooth) stump) mounting; 1.) Hinzufügen von verloren gegangener Zahnsubstanz ( durch Karies, Verletzung) vor der Anfertigung einer Krone, in/an einem Zahnstumpf mittels plastischer (i.d.R. Glasionomerzemente (wegen der Expansion durch Wasseraufnahme kein Einsatz bei vollkeramischen Restaurationen) oder adhäsive Befestigung mittels Kompomere bzw. Komposites) oder starrer Materialien ("gegossener Aufbau"). Hauptfunktionen der A. sind: Eine reine Befestigung der Restauration an der A. ist nicht anzuraten; empfohlen werden mindestens 1-2 mm eigene Zahnsubstanz nach apical hin als Retentionsfläche und als dauerhafter Übergang ( Bei tief zerstörten Zahnkronen zusätzlicher Einsatz von parapulpären Schrauben o. Stiften ("Aufbau"). Der "klassische" Amalgamaufbau hat heute - hauptsächlich wegen einer Korrosionsgefahr unter der Restauration und allgemeinen Vorbehalten gegen diesen Werkstoff - kaum noch Bedeutung, obwohl bei stark zerstörten Zähnen (Karies bis tief in die Tasche hinein) klinisch wegen der Probleme bei der Trockenlegung Kunststofftechniken kaum einsetzbar sind. Zemente sind wegen der geringen Bruchfestigkeit ebenfalls keine Alternative. 2.) Restauration der Zahnform nach einem Verlust größerer Anteile der Schneidekante ("Schneidekantenaufbau", "Kantenaufbau", "Konturaufbaufüllung") oder der Kaufläche (s. Abb. u.). |
|
Aufbereitung von
Wurzelkanälen, engl.: root canal preparation;
Wurzelkanalbehandlung
Aufbewahrungsfrist
engl.: retention period, storage time; zahlreiche Verpflichtungen
zur zeitlichen Aufbewahrung von Behandlungsunterlagen bzw. Praxisunterlagen
(z.B. Dokumentation, Belehrungen, Finanzunterlagen).
Checkliste Aufbewahrungs-
u. Dokumentationsfristen 2010 (©:
Handbuch der LZK-BW)
Aufbiss
Frontaufbiss, Seitenaufbiss, engl.: bite plane;
Schlagwortbez. für einen kieferorthopädischen oder prothetischen Behelf (Geräte
i.d.R. auf Kunststoffbasis) zur Entkopplung der bestehenden Verzahnung. Je
nachdem, über welche Zahngruppen der Aufbiss gelegt wird, gibt er anderen
Zähnen/Zahngruppen die Möglichkeit eines "Hochwachsens" zur
Okklusionsebene hin (Bisshebung). Weiter kann mit einem
entsprechend konstruierte A. eine Veränderung der Bisslage oder eine
Entlastung des Kiefergelenks
erreicht werden.
Aufbiss-Platte,
Aufbiss-Schiene, Beißblock,
Bisssperre,
Spatelübungen
| Aufbissaufnahme Aufbiss-Röntgenaufnahme, Okklusalaufnahme, engl.: occlusal radiograph(y); spezielle Projektionstechnik beim Röntgen von Zähnen. Die Strahlenrichtung verläuft nicht wie gewöhnlich quer, sondern längs zum Zahn; u.a. zur Darstellung von verlagerten Zähnen oder Fremdkörpern im Kieferbereich. Dabei wird der Zahnfilm waagerecht zwischen den Kauflächen eingeklemmt. Anwendung u.a. zur Darstellung von verlagerten Zähnen oder Fremdkörpern (z.B. Speichelstein) im Kieferbereich. Im Oberkiefer anatomisch schwer möglich ( |
|
![]() Speichelstein im Unterkiefer ©: Dr. Drüke, implantatzentrum |
| AufbissPlatte engl.: bite plane; relativ einfaches kieferorthopädisches Behandlungsgerät. Eingesetzt z.B. zur Bisshebung im Seitenzahngebiet, wenn - wie in der Abb. ersichtlich - nur die auf die Platte beißen, den Biss sperren und so den Backenzähnen die Möglichkeit des Herauswachsens aus dem Kiefer geben. Andere Modifikationen werden beim Kreuzbiss, offenem Biss oder sonstigen Okklusionsstörungen benutzt. |
|
![]() A. im Seitenzahnbereich (Gelb-Schiene) |
| AufbissSchiene Okklusionsschiene, Knirscherschiene, Entspannungsschiene, Aufbissbehelf, engl.: bite guard splint, occlusal appliance; eine die Aufbiss(Okklusions-)flächen der Zähne übergreifende, herausnehmbare, temporäre Kunststoffschiene mit einem "Einbissrelief" für die Zahnflächen des Gegenkiefers. Sofern es der Befund zulässt, werden A. im Unterkiefer eingegliedert, da erfahrungsgemäß dies vom Patienten besser akzeptiert wird. Als Ziel einer Schienentherapie sollte in der Mehrzahl der Fälle die Einstellung einer neuen Interkuspidationsposition (IKP, Zentrik) erfolgen. Diese Vorgabe wird durch die Oberfläche der A. beim Zusammenbiss (Okklusion) verwirklicht. Dadurch, dass so das gewohnte Okklusionsmuster unterbrochen wird (Entkopplung der bisherigen Verzahnung), kann es zu einer Entlastung von überbelasteten Zähnen, falschen Bissverhältnissen und parafunktionsbedingten Schäden kommen ( Im Prinzip gibt es drei versch. Angriffspunkte bei der Schienentherapie mittels Aufbiss: Besondere Formen oder Unterarten der A. sind: Für eine AufbissSchiene (Okklusionsschiene) nimmt der Zahnarzt einen Abdruck der oberen und unteren Zahnreihe des Patienten und stellt ein Modell sowie ein Registrat her, um den Zusammenbiss der Zahnreihen zu kennzeichnen. Das ist die Grundlage der Okklusionsschiene für eine der Zahnreihen, die genau an die 2. Zahnreihe angepasst sein muss. Die Schiene muss gut und fest sitzen (Retention) und darf sich während des Gebrauchs nicht verändern, damit die Anpassung an die 2. Zahnreihe (Okklusion) erhalten bleibt. Es stehen Schienen entweder aus Kunststoffpulver und -flüssigkeit her (Heiß- oder Kaltpolymerisation) oder aus erwärmter Kunststofffolie (thermoplastisches Verfahren) zur Verfügung. |
|
Aufbisstest
engl.: occlusal test; diagnostisches Verfahren bei Verdacht auf eine
Zahn-Infraktion: man lässt den Pat.
auf einen festen Gegenstand (Plastik. Watterollen, Holz, Gummi) beißen und
beobachtet etwaige Schmerzreaktionen.
Aufbisstupfer
engl.: bite or pressure sponge or swab; etwa
wallnussgroßer Gazetupfer, der nach einer Zahnentfernung auf die
Extraktionswunde gelegt wird, und man
anschließend den Patienten fest darauf für 30-60 Minuten beißen lässt. Dieser
schützt den lokalen Gerinnungsvorgang, die Ausbildung eines stabilen
Koagulum
und verhindert ein Eindringen von Speichel oder anderen Bestandteilen der
Mundhöhle.
Blutgerinnungsstörungen,
Drucktamponade,
Wundinfektion
Aufbrennen, engl.:
baking (on(to) metal);
Metallkeramik
|
Aufhellung engl.: (trans)lucency, translucence; Begriff aus der Röntgentechnik: Vom Namen her irreführend (stammt noch aus einer Zeit, wo die Röntgenbefunde als positive Bilder betrachtet wurden), ist dies auf einer Röntgenaufnahme ein Gebiet, welches dunkler ("belichteter") als die Umgebung erscheint. |
![]() |
|
Aufklappung engl.: (mucoperiosteal flap) operation o. reflection; Schlagwortbezeichnung für die kieferchirurgische Ablösung eines Muko-Periostlappens von seiner knöchernen Unterlage. Vorbereitende Maßnahme im Rahmen einer |
![]() |
Aufklärung
Aufklärungspflicht,
engl.: patient education, patient information; duty to inform patient;
rechtliche und auch ethische ärztliche Verpflichtung vor Beginn
einer Behandlung
("prätherapeutische Aufklärung"). Unterteilung in:
Selbstbestimmungsaufklärung - Eingriffsaufklärung: A. über den
vorgesehenen Eingriff mit den Vor- und Nachteilen bzw. Alternativen (sog.
"Eingriffsaufklärung"). Der Pat. entscheidet dann für sich, ob er diesen
Eingriff durchführen lassen will oder nicht.
An die Eingriffsaufklärung werden besonders bei kosmetischen Behandlungen
(z.B. Bleaching) strenge Maßstäbe
gesetzt nach dem Merksatz: "Über das "Für" und "Wider" ist schonungslos
(vorbehaltlos, mit all den damit verbundenen Nachteilen) sowie über die
entstehenden Kosten (wirtschaftliche Aufklärung) ausführlich aufzuklären"
Diagnoseaufklärung: verständliche A. über die vom Arzt gestellte
Diagnose und der sich daraus ergebenden
(Behandlungs-)Konsequenzen. Vorsicht bei unsicheren oder
infausten Diagnosen.
Verlaufsaufklärung: A. über Art, Umfang und Durchführung des
beabsichtigten Eingriffs mit Komplikationen ("Risikoaufklärung") und
Erfolgsaussichten; auf Folgen, die eintreten können, wenn der Eingriff nicht
durchgeführt wird
Wirtschaftliche Aufklärung (s.u.)
Sicherungsaufklärung - (post)therapeutische Aufklärung: Hinweise auf
entsprechendes Verhalten zur Unterstützung des Heilungsprozesses (z.B. richtige
Mundpflege); eingeschränkte
Verkehrsfähigkeit bei Einnahme bestimmter Medikamente.
telefonische
Aufklärung: diese sieht der BGH (BGH, Urt. vom 15. Juni 2010 – VI ZR 204/09)
unter gewissen Voraussetzungen für zulässig: so muss z.B. vorher diesem Weg von
Seiten des Pat. zugestimmt worden sein und es muss sich um einen "einfachen
Eingriff" handeln. Wegen der "schwammigen" Formulierung bleibt größte Vorsicht
bei einer ausschl. telef. Aufklärung bestehen (s.a.
http://www.zwp-online.info/) .
der deutschen
Sprache nicht mächtige Patienten:
Alles verstanden? Zur Aufklärung bei Verständigungsproblemen
Ohne entsprechende A. kommt kein rechtsverbindlicher
Behandlungsvertrag (
Dienstvertrag) zu Stande - Juristen sehen den Tatbestand der
Körperverletzung erfüllt;
ausgenommen davon sind dringende Notfälle. Obwohl juristisch vom Umfang und Grad nur
schwammig
formuliert, werden strenge Maßstäbe an eine A. gelegt. So muss vom Zahnarzt
"im Großen und Ganzen" über die wesentlichen Teile der vorgesehenen Behandlung
informiert werden und über typische Risiken (lässt sich häufig nicht definieren,
da Medizin keine Naturwissenschaft ist) aufgeklärt werden, ohne dabei zu
"dramatisieren". Weiter wird gesagt, dass das Maß der Genauigkeit, mit der
aufgeklärt werden muss, im umgekehrten Verhältnis zu dem Maß der Dringlichkeit
steht, mit der eine Behandlung indiziert ist. Dies gilt besonders für Eingriffe,
die in den kosmetisch/ästhetischen Bereich fallen.
Über den Zeitpunkt der A. gibt es keine verbindlichen Vorgaben.
Juristen fordern, dass diese rechtzeitig zu erfolgen habe, damit der Patient
Gelegenheit habe, für sich selbst in Ruhe die Vor- und Nachteile des geplanten
Eingriffs abzuwägen. Bei
normalen zahnärztlichen Eingriffen dürfte die A. am Tage des Eingriffs
grundsätzlich ausreichend sein. Bei größeren, risikobehafteten Eingriffen sollte
diese Zeit verlängert werden ("in Ruhe darüber schlafen").
Bei Minderjährigen ist die Einwilligung zum Eingriff im Regelfall - dies
besonders dann, wenn kein Notfall vorliegt - von den Eltern oder deren
Beauftragten einzuholen (
Geschäftsfähigkeit). Jugendliche haben ab einem gewissen Alter, je nach
Reife und Verständigungsgrad, eine eigene Befugnis zur Einwilligung, dann
nämlich, wenn sie "hinreichend gereift" sind, um die Bedeutung und Tragweite des
Eingriffes und seiner Gestattung selbst ermessen zu können. In jedem Fall sind
auch Kinder und Jugendliche in groben Zügen über den vorgesehen Eingriff und
dessen Verlauf zu informieren.
Bei jungen Patienten lauern juristische Fallstricke
Reine Formularaufklärungen - ohne ausführliches ärztliches Gespräch -
sind juristisch wertlos; allerdings wird andererseits auch dem Patienten
abverlangt, dass er seine Nachfragepflicht ausgeübt hat. Der
Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein persönliches Arzt-Patienten-Gespräch
zur A. nicht durch Merkblätter ersetzt werden kann (Urteil vom 15.02.2000
- Az.: VI ZR 48/99).
Eine weitere Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH; 15.2.2000; Az.: VI ZR 48/99)
besagt: Verwirklicht sich ein Risiko, über das der
Patient aufgeklärt worden ist, spielt es regelmäßig keine Rolle, ob daneben auch
andere Risiken, die nicht eingetreten sind, der A. bedürften. Verwirklicht sich
hingegen ein zweites aufklärungspflichtiges Risiko, über das der Patient nicht
aufgeklärt worden ist, haftet der Arzt für beide Risiken, also auch für das
Risiko, über das er aufgeklärt hat.
Weiter gelten seit 1. August 2002 verschärften Regeln für die
Haftung des Zahnarztes bei
Schmerzensgeldansprüchen. Bis dahin wurde in „deliktische Haftung“, „verschuldensabhängige
Gefährdungshaftung“ und „Vertragshaftung“ unterschieden.
Schmerzensgeld wurde meist nur im Rahmen der „deliktischen Haftung“
ausgesprochen. Der Zahnarzt musste schuldhaft - das heißt fahrlässig oder
vorsätzlich – einen Behandlungsfehler begangen haben, der zu einem Schaden beim
Patienten geführt hat. Bei der „verschuldensunabhängigen
Gefährdungshaftung“ kommt es jetzt nicht darauf an, ob ein Verschulden des
Zahnarztes vorliegt oder nicht. Der zusätzlichen „Vertragshaftung“ liegen
Sorgfaltspflichten zugrunde, die sich aus dem Behandlungsvertrag ergeben. Auch
hier gab es bisher in der Regel keinen gesetzlichen Anspruch auf Schmerzensgeld.
Das hat sich seit 2002 ebenfalls geändert.
Zur wirtschaftlichen Aufklärung erklärt das OLG Köln (5 U 144/04):
"Die Pflicht zu wirtschaftlicher Aufklärung umfasst nicht die Aufgabe, anstelle
des Patienten zu klären, ob und in welchem Umfang der Versicherer eintritt und
demnach Kosten beim Patienten verbleiben. Der Arzt bzw. Zahnarzt ist nicht
verpflichtet, von sich aus Details des Versicherungsschutzes eines Patienten zu
erfragen. Es ist auch nicht grundsätzlich Pflicht des Arztes abzuwarten, bis die
Frage der Kosten zwischen Patient und Versicherer geklärt ist. Aufklären muss
der Arzt bzw. Zahnarzt nur über die anfallenden Kosten, hier durch Erstellen
eines Heil- und Kostenplanes... . Wenn zu befürchten ist, dass der Patient selbst Kosten zu tragen
hat (was bei Implantatbehandlung regelmäßig der Fall sein dürfte), besteht
ferner eine entsprechende Hinweispflicht des Arztes jedenfalls dann, wenn
Fehlvorstellungen des Patienten erkennbar sind. Insgesamt beurteilt sich die
Pflicht zu wirtschaftlicher Aufklärung nach den Einzelfallumständen (so zuletzt
Senat im Urteil vom 17.11.2004 - 5 U 44/04). Allerdings verhält sich ein
Arzt/Zahnarzt fehlerhaft, wenn er quasi "ins Blaue hinein" Auskünfte zur Frage
der Erstattungsfähigkeit von bestimmten Kosten abgibt, ohne dass dies auf einer
sorgfältigen Abklärung der individuellen Situation des Patienten beruht. Der
Arzt/Zahnarzt ist aus Sicht des Patienten auch in versicherungstechnischen
Dingen (in Grenzen) Fachmann. Er wird häufig recht gut einschätzen können, ob
bestimmte Kosten von einer privaten Versicherung getragen werden oder nicht, und
zwar möglicherweise besser als der Patient selbst, der bestimmte kostenträchtige
Behandlungen nur einmal im Leben vornehmen wird. Gibt ein Arzt/Zahnarzt eine
persönliche Einschätzung zur Kostenerstattung ab, stellt er sie gar als
gesicherte Erfahrung oder Erkenntnis hin, muss er damit rechnen, dass der
Patient sich auf ihn verlässt. Eine Auskunft muss daher entweder richtig sein
oder unterbleiben..."
Nicht nur bei gesetzlich
versicherten Patienten ist auch über die Behandlungsmethoden (Behandlungsalternativen
mit vergleichbaren Erfolgsaussichten aber unterschiedlichen Risiken)
aufzuklären, welche nicht zum Leistungskatalog der Krankenkasse gehören (Alternativaufklärung).
Erfolgt dies nicht, liegt keine gültige Einwilligung der
Patienten in einen medizinischen Eingriff vor. Damit kommt grundsätzlich die
Haftung der Ärzte für den Eingriff und
seine Folgen in Betracht.
Richter stellen hohe Ansprüche an die A. . So kann die Verwendung einer
nickelhaltigen Brücke dann ein ärztlicher Kunstfehler sein, wenn der
Verdacht einer Nickelallergie vom Zahnarzt nicht abgeklärt wird (OLG Bremen,
2001, Az: 3 U 28/00). Der Zahnarzt sollte bei der Versorgung dem Patienten mit
Zahnersatz den sichersten Weg wählen und eine nickelfreie Brücke anraten, die
der Patient unter Umständen selbst zahlen muss. Der Patient kann dann immer noch
ablehnen, aber ansonsten verletzt der Zahnarzt seine therapeutischen
Aufklärungspflichten.
Die gerichtliche Unsicherheit bei der A. schlägt sich auch im
nachfolgenden Urteil wieder: Ein Schuldspruch des Oberlandesgerichts Koblenz besagt,
dass Zahnärzte ihre Patienten auch über äußerst seltene Behandlungsrisiken
aufklären müssen, wenn auf Dauer erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen
drohen. Der Patient wollte sich den Angaben zufolge in einem Backenzahn eine
Füllung erneuern lassen. Der behandelnde Zahnarzt gab ihm eine Spritze, ohne den
Patienten zuvor darüber aufzuklären, dass dadurch das geringe Risiko einer
taub
bleibenden Zunge bestehe. Im Fall des Klägers trat genau dies ein. Zu seiner
Rechtfertigung gab der Zahnarzt später an, er habe auf die Aufklärung
verzichtet, da dieses Risiko äußerst selten sei. Dem Oberlandesgericht genügte diese Entschuldigung nicht. Rechtlich betrachtet
sei wegen der unterbliebenen Aufklärung die Einwilligung des Patienten in die
Behandlung unwirksam, so das Oberlandesgericht Koblenz. Dies habe zur Folge,
dass die gesamte Behandlung rechtswidrig sei und der Zahnarzt daher außer dem
Schadenersatz auch zur Zahlung von Schmerzensgeld verpflichtet sei, heißt es zur
Begründung. Oberlandesgerichts Koblenz, Aktenzeichen: 5 U 41/03.
In einem Urteil mit Leitliniencharakter
entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass eine "Verletzung der Pflicht des
behandelnden Arztes zur therapeutischen Aufklärung (Sicherungsaufklärung),
die als grober Behandlungsfehler zu werten ist, regelmäßig zu einer Umkehr der
objektiven Beweislast führt" (Az.: VI ZR 328/03, Urteil vom 16.11.2004). Im
vorliegenden Fall hatte ein Patient den Bereitschaftsdienst einer Augenärztin
aufgesucht. Die durchgeführten Untersuchungen führten zu der Diagnose, dass eine
beginnende Glaskörper-Abhebung vorlag, was mit einem "vergleichsweise geringen
Risiko einer Netzhautablösung" (Gerichtssachverständiger) verbunden ist. Eine
Aufklärung über die Diagnose und über die Notwendigkeit von Nachuntersuchungen
erfolgte nicht. Genau diese Netzhautablösung trat aber bei dem Kläger ein,
obwohl sich die Symptomatik in der Zeit nach der Untersuchung im Notdienst weder
ausgeweitet noch verschlimmert hatte. Strittig war nun die Frage, ob dem
Patienten Schadensersatz und
Schmerzensgeld zusteht. Der VI.
Zivilsenat des BGH verpflichtete die Augenärztin, ihrem Notdienstpatienten alle
"bisher und künftig entstehenden materiellen und künftig entstehenden
immateriellen Schäden zu ersetzen". Die BGH-Richter werteten die fehlende
therapeutische Aufklärung darüber, dass der Patient bei fortschreitenden
Symptomen sofort hätte einen Augenarzt konsultieren müssen, als "groben
Behandlungsfehler". Dies
wiederum führe automatisch zur Umkehr der Beweislast. Unerheblich sei dabei die
Frage, ob das rechtzeitige Aufsuchen eines Facharztes überhaupt die aufgetretene
Netzhautablösung hätte verhindern können.
Ästhetische (kosmetische) Zahnmedizin, Behandlung,
Behandlungsfehler,
Beratung,
Beweislast,
Dokumentation,
Haftung,
Körperverletzung,
Leitungsanästhesie,
Patientenrechtegesetz (PatRG),
Therapiefreiheit
Patientenaufklärung und Patienteneinwilligung (zm, 2014)
Checkliste „Aufklärungsgespräch mit Formularen“
Alles verstanden? Zur Aufklärung bei Verständigungsproblemen
BGH-Urteil zur Aufklärungspflicht - Zwei Sätze weisen die Richtung
(2013)
Bei jungen Patienten lauern juristische Fallstricke
| Auflage Kauflächenauflage, Okklusalauflage, engl.: occlusal rest; zur Abstützung eines Zahnersatzes ("abgestützte Prothese") gebrauchter Teil einer Klammer, welcher der Kaufläche aufliegt. So ist eine direkte Kraftübertragung auf das Parodontium möglich, und die Teilprothese wird vor einem Absinken bewahrt. Befinden sich an der Klammer auch noch Halteelemente (Klammerarme), so spricht man von einer Auflageklammer. Um durch eine A. keine Störung in der Okklusion zu bewirken, ist meist das Präparieren einer Auflagemulde erforderlich. |
Stützfeld Stützlinie |
![]() |
Auflageachse ;
Stützfeld
Auflagerungsosteoplastik ; engl.: onlay block grafting
Einlagerungsosteoplastik
Aufsichtsbehörde engl.: regulatory body /
authority;
Körperschaft
| aufsteigender Ast aufsteigender Unterkieferast, Ramus mandibulae; Schlagwortbezeichnung für den hinteren, zur Schädelbasis hin "aufsteigenden" Teil des Unterkiefers; er beginnt am Kieferwinkel und endet mit dem Muskel- und Gelenkfortsatz (Processus coronoideus u. Processus condylaris. |
![]() |
Aufstellung , Zahnaufstellung;
engl.: arrangement (of prosthetic teeth),
Set-up; Jargonbezeichnung für eine
Wachsaufstellung
| Aufstiegsfortbildung engl.: advancement education (training); Eine bundesweite Übersicht über die einzelnen Aufstiegsfortbildungs-Möglichkeiten enthält nebenstehende Grafik © ZM; Quelle: Bundeszahnärztekammer, 2004) |
![]() |
| Aufwachstechnik "Aufwachsen", korrekt: sequentielle Aufwachstechnik zur Rehabilitation von Kauflächen, engl.: waxing-up technique; Beschreibung für den labormäßigen, systematischen Wiederaufbau der Kaufläche von präparierten Zähnen (Rekonstruktion) durch Inlays, Kronen o. Brückenzwischenglieder. Ziel ist die Wiederherstellung einer funktionell-anatomischen Zahnkronenform. Dabei baut die A. einzelne Teile der Kaufläche auf dem Modell in einem teil- oder volljustierbaren Artikulator durch Auftropfen von Wachs nach funktionalen Vorgaben in einer festgelegten Reihenfolge auf: Erst die zentralen Höckeranteile bis zur Höckerspitze (Höckerkegel), danach die Höckerabhänge und Randleisten mit ihren Okklusionskontakten. |
|
Aufzeichnungspflicht, engl.: record
keeping duty;
Dokumentation
Augenzahn
engl.: eye tooth; volkstümliche Bezeichnung für den oberen Eckzahn, da
die Länge der Wurzel zuweilen bis dicht unter den Augenboden reichen kann. Ein
sonstiger Bezug zum Auge besteht wissenschaftlich gesehen nicht, obwohl unter
http://www.komzaz.ch/ ein zusätzlicher Zusammenhang
behauptet wird.
Eckzahn
Augmentation
Augmentationsplastik, Auflagerungsplastik, Knochenaufbau, engl.: do.;
plastisch-operative Vergrößerung eines Körperorgans, z.B. des
Kieferknochens (= Knochenaugmentation); in der
ZHK gebräuchlich für die Schaffung neuer
oder die Wiederherstellung verloren gegangener Knochensubstanz. Einsatz im
Rahmen von prothetischen oder
implantologischen Maßnahmen.
Versch. Verfahren sind bei Augmentationsplastiken gebräuchlich:
Andere Einteilungen unterscheiden in:
Einlagerungsosteoplastik in einen Hohlraum (Alveole,
Sinus)
Interpositionsosteoplastik in einen Zwischenraum
Anlagerungsosteoplastik = horizontale Augmentation
Auflagerungsosteoplastik = vertikale Augmentation

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Kieferkammdefekte
werden wie folgt klassifiziert (s.a.
Alveolarkammatrophie):
Wird körpereigener (autologer) Knochen bei einer A. benötigt, so
entfernt man diesen heute wegen des Umfangs des Eingriffs nur noch selten
aus dem Beckenkamm, sondern versucht eine Gewinnung aus der Kinn- oder
Weisheitszahnregion.
Alveolarkammplastik,
Antibiotikaprophylaxe,
CCARD,
Distraktionsosteotomie,
Genioplastik,
Knochenersatzmaterialien,
Osteoplastik,
Periimplantitis,
präprothetische Chirurgie,
Prothesenunfähigkeit, PRP,
Sinuslift,
Tissue Engineering
aktueller Preisvergleich dentaler Knochenersatzmaterialien in Abhängigkeit von
einem definierten Volumen (Stand 2012)
Bone Splitting und Bone Spreading als minimalinvasives Verfahren
http://web.tu-dresden.de/sorg/mkg/Dys.pdf
Aurikulo-Temporal-Punkt
Aurikulotemporalpunkt, engl.: auriculotemporal point; vor dem Ohr,
in der Höhe des Jochbogens gelegener Druckpunkt, welcher bei Reizungen des
Trigeminusnervs schmerzt.
Trigeminusnerv
Ausarbeiten
engl.: working up; in der
ZHK Schlagwortbezeichnung für das finale, gröbere Bearbeiten eines
zahntechnischen Werkstückes bis zu dem Zustand, wo es
poliert werden kann ("Ausarbeiten" und
"Polieren") oder für die endgültige Formgebung einer
Zahnfüllung
Ausbetten, Ausküvettieren, engl.:
deflasking;
Einbetten
Ausbildung ,
engl.: training, education; Erwerb der für einen Beruf erforderlichen theoretischen
und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten.
Approbation,
Fortbildung, Fortgebildete Zahnmedizinische
Fachangestellte mit Qualitätsbezeichnung,
postgraduale Qualifizierung
(Master of ...),
Tätigkeitsschwerpunkt,
Weiterbildung
|
Ausblocken unter sich gehender Stellen, Auswachsen, engl.: block out, wax out; in der ZHK und Zahntechnik Schlagwortbezeichnung für das Auffüllen von Bezirken oder Defekten, die nicht direkt einsehbar oder zugänglich sind (unter sich gehende Stellen) mittels Wachs, Zementen oder knetbarer Massen; I.d.R. zur Parallelisierung bzw. konischen Gestaltung einer Präparation vor Abdrucknahme oder eines Werkstückes ("Arbeitsmodell ausblocken"). |
![]() |
Ausfallhonorar ,
engl.: loss fee;
Termin, nicht
eingehaltener
ausgelagerte
Praxisräume
engl.: paged out consulting rooms (?); durch das
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz neun in die
Zulassungsverordnung (§ 24, 5
Zahnärzte-ZV) aufgenommener Begriff:
Werden spezielle Untersuchungs- und Behandlungsleistungen an weiteren Orten in
räumlicher Nähe zum
Vertragszahnarztsitz erbracht, ist dies der KZV unverzüglich anzuzeigen. Der
Gesetzgeber geht davon aus, dass in ausgelagerten Praxisräumen keine
Sprechstunden abgehalten werden dürfen, woraus folgt, dass der Erstkontakt mit
dem Patienten am Vertragszahnarztsitz stattfinden muss.
Ausgießen
engl.: mold, mould; in der
ZHK und
Zahntechnik Schlagwortbezeichnung
für das (blasenfreie) Auffüllen eines
Abdrucks mit einem festen Material, i.d.R. mit einem
Gips oder
Kunststoff
Ausgleichselement
, engl.: balancing or compensating element;
Schubverteilungsarm,
Torsionsbügel
Ausgleichsextraktion
engl.: balancing or compensating extraction; Entfernung von
bleibenden Zähnen im Gegenkiefer als "Ausgleich" für das Fehlen einzelner Zähne,
i.d.R. durch Nichtanlage bedingt.
Wird im gleichen Kiefer ein "Ausgleich" durchgeführt, so spricht man von einer
symmetrischen Extraktion.
Extraktionstherapie,
Reihenextraktion
Ausgleichszeit
engl.: balancing period, compensation time; Zeitspanne vom
Erreichen der Arbeitstemperatur inm Innenraum eines
Autoklaven oder
Heißluftsterilisators außerhalb des Sterilisiergutes bis zum Erreichen der
Sterilisiertemperatur an allen Stellen im Sterilisiergut. Die Ausgleichszeit ist
abhängig von der gewählten Verpackung für das Sterilisiergut und der Art der
Sterilisation (Dampf, Luft).
Hygiene,
Sterilisation
Aushärten ;
Vergüten
Auskultation
Abhorchen, engl.: auscultation; Abhörung von Körpergeräuschen mit
dem Ohr oder einem Stethoskop. Auskultiert werden die physiologisch im Körper
entstehenden Geräusche (Herz, Lunge, Darm, Magen,
Kiefergelenk), um krankhafte
Veränderungen oder einen Ausfall der Geräusche zu ermitteln. In der ZHK
besonders zur Überprüfung des Kiefergelenks und zur (groben) Feststellung von
Frühkontakten angewandt.
Diagnose,
Funktionsanalyse,
klinische, Inspektion,
Untersuchung
Ausleitungstherapie nach Daunderer, "Amalgam-/Quecksilberausleitung";
Mobilisationstest
Auslenkung
engl.: (tooth) deflection; nicht lineare
Zahnbewegung beim
beim Einwirken einer definierten Kraft in eine der Kraft entgegengesetzte
Richtung. Die A. gibt den
Lockerungsgrad eines Zahnes an und kann (ungenau) manuell bestimmt oder mit
speziellen Geräten gemessen werden (Periodontometrie).
Bedingt durch eine andere Verankerung im Knochen als ein natürlicher Zahn (
Sharpey Fasern) ist das
Auslenkungsverhalten bei Implantaten (sog. Implantatkinematik)
geringer und linear.
Deflexion,
Periodontometrie,
Resonanzfrequenzanalyse,
Zahnbeweglichkeit
Außenbogen ,
Headgear
Außenstand , engl.: lateral position
(displacement);
Innenstand
Außenteleskop,
engl.: telescopic crown;
Teleskopkrone
Außenventil , engl.: external valve;
Anlagerung der Mundschleimhaut
an eine Prothese;
Innenventil,
Umschlagsfalte,
Ventilrand
australischer Draht
, engl.: Australian wire; kieferorthopädischer Edelstahldraht in
versch. Stärken mit einer sehr guten "Steifheit";
Multibandtechnik
Auszubildende
Zahnmedizinische Fachhelferin, AZUBI, engl.: trainee;
staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit einer i.d.R. dreijährigen
Ausbildungszeit; in D im sog. "Dualen System" mit Pflichtbesuch einer
Gewerbeschule und dem Führen eines Berichtsheftes; Zwischen- und
Abschlussprüfung durch die zuständige
Zahnärztekammer.
©
LZK-B.W.
Aut-Idem-Regelung
lat. "oder das Gleiche"; Begriff aus der
gesetzlichen
Krankenversicherung um die Ausgaben für Arzneimittel
(Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz (AABG), "Arzneimittelsparpaket").
Danach können Ärzte nicht mehr bestimmte Präparate (Handelsnamen), sondern nur
noch Wirkstoffe verschreiben; die Auswahl des jeweiligen Präparates bleibt dann
dem Apotheker unter finanziellen Aspekten vorbehalten. Die Präparate müssen
identisch sein, was den Wirkstoff, was die Wirkstärke, was die Darreichungsform
und was die Packungsgröße angeht. Als preisgünstig gilt ein Arzneimittel, dessen
Preis im unteren Drittel der Spanne zwischen dem Durchschnitt der drei
niedrigsten Preise und dem Durchschnitt der drei höchsten Preise liegt.
Apothekenspanne
Autoimmunerkrankungen
auch Autoagressionserkrankungen, engl.: autoimmune disease;
Angriff des Immunsystems auf
körpereigene Stoffe/Zellen (sog. Autoagression durch autoreaktive Zellen wie
z.B. B- und T-Zellen); das Immunsystem kann dabei "Eigen" von "Fremd" nicht mehr
unterscheiden und so u.U. schwere Selbstzerstörungsprozesse verursachen. Als
Ursache der fehlgerichteten Immunreaktion werden entsprechende genetische
Anlagen in Kombination mit Umweltfaktoren vermutet. Verantwortlich für den
Angriff sind dann in erster Linie für die Immunabwehr wichtige Abwehrfaktoren,
die T-Zellen. Im gesunden Körper werden sie, wenn sie auf körpereigene
Strukturen reagieren, in der Thymusdrüse vernichtet. Weiter findet im gesunden
Körper in den Lymphknoten und der Milz beständig eine Art Qualitätskontrolle
statt, die sicherstellt, dass keine Abwehrreaktion gegen körpereigene Strukturen
entsteht.
Man unterscheidet organspezifische A., bei denen nur die Zellen des
betreffenden Körperteils angegriffen werden (z.B.
Zahnhalteapparat,
Bauchspeicheldrüse, Nebenniere, Niere, Schilddrüse) von denen den gesamten
Organismus befallenden A. - bekanntester Formenkreis sind hier viele
rheumatische Erkrankungen.
Allergie, Immunsystem,
Lichen ruber planus,
Pemphigus,
Sialadenitis
Autoklav
Dampfsterilisator, engl.: do. or sterilizer; druckfester, heizbarer Behälter; der
Inhalt (Instrumente, Operationsmaterialien) wird durch Erhitzung unter Druck von
destilliertem Wasser auf eine Temperatur zwischen 120° und 140° C gebracht
(= gespannter Wasserdampf mit 1 oder 2,2 bar), z.B. 15 Minuten lang bei 121° C. Dadurch werden alle
medizinisch relevanten Keime
abgetötet (
Sterilisation) und
eine Keimfreiheit (auch von sehr resistenten Sporen) der darin enthaltenen
Instrumente bewirkt. Um einer Luftkontamination vorzubeugen, werden die
Instrumente i.d.R. vor dem Sterilisationsvorgang in eine luftdichte
Sterilisationsfolie (Papier-Plastik-Kombination) eingeschweißt ("eingesiegelt")
und darin bis zum Gebrauch aufbewahrt. A.
sind nach dem Medizinproduktegesetz
"medizinische Vorrichtungen" der Klasse 2a.
Ausgleichszeit,
Heißluftsterilisation,
Hygiene,
Kaltsterilisation, Sterilisation,
Sterilität,
Strahlensterilisation
19 verschiedene Autoklaven im Vergleich (2010)
MELAG -
Mustervalidierung
Automaton ™
Watterollenhalter, mechanisches Gerät zum automatischen Halten der zum
relativen Trockenlegen gebrauchten Watterollen im Unterkiefer und zum Abhalten der Zunge;
im Rahmen der "Vier-Hand-Technik"
nur noch wenig gebräuchlich.
Automatrix
™ , halterloses
Matrizensystem, welches mit einem
Spezialinstrument am Zahnbefestigt wird;
http://www.dentsply.com
Autoplastik
engl.: autoplasty; Ersetzen von fehlendem Gewebe (z.B. Kieferknochen,
Zahnfleisch) durch Entnahme ähnlichen Gewebes von einer anderen Körperstelle bei
der selben Person.
Autotransplantation,
Knochenersatzmaterialien
Autotransplantation
Autotransplantat, engl.: do., autoplastic graft; Verpflanzung von
körpereigenem Gewebe. In der ZHK im Gegensatz zur
Autoplastik gebraucht für das Verpflanzen eigener Zähne an die gleiche
Stelle (sehr selten, z.B. nach einer
Wurzelkanalbehandlung außerhalb des Mundes)
oder an eine andere Stelle. Typisches Beispiel ist der nicht erhaltungswürdige
Sechs-Jahr-Molar, welcher
entfernt und an seine Stelle ein intakter
Weisheitszahn gesetzt wird. Da
keine Revaskularisation der Pulpa zu
erwarten ist, muss im Anschluss an die Transplantation eine
Wurzelkanalbehandlung
erfolgen. Andere Methoden führen diese Behandlung vor dem Wiedereinsetzen
außerhalb des Mundes durch.
In der Literatur wird die durchschnittliche 4-Jahres-Überlebensrate mit 81,4%
angegeben. Ausschlaggebend für den Erfolg ist neben der Art der transplantierten
Zähne (Prämolaren erweisen sich
günstiger als Molaren) auch die
Wurzellänge zum Zeitpunkt der A.
Diese Zahlen sprechen dafür, eine A. als kostengünstige
Alternative zu prothetischer und
implantologischer Versorgung bei
Verlust einzelner Zähne, insbesondere wenn der Eingriff kurz nach Verlust
eines Zahnes durchgeführt wird, in Erwägung zu ziehen.
Ankylodontie, Autoplastik,
Knochenersatzmaterialien,
Replantation,
Trans-Replantation,
Zahnkeimtransplantation
Autovakzine
Totimpfstoff, engl.: autovaccine; vom erkrankten Individuum selbst
hergestellter Impfstoff, welcher - aus der Infektionsquelle stammend (z.B. einem
Eiterherd) und entsprechend aufbereitet -
wieder zur Bekämpfung der Erkrankung eingeimpft wird:
Der Erreger wird aus dem Infektionsherd
entnommen, angezüchtet und schonend abgetötet; der Totimpfstoff wird dem
erkrankten Patienten per Injektion wieder verabreicht.
Aus der
westlichen Humanmedizin hat sich die Autovakzinierung fast vollständig
verabschiedet. Regelmäßig wird sie nur noch in osteuropäischen Ländern
praktiziert, überwiegend zur Behandlung von Infektionen mit dem
Bakterium Staphylococcus aureus, das u.a. schwere chronische
Hautinfektionen hervorrufen kann, etwa eine Furunkulose.
Individuelle Autovakzinen kommen dann zum Einsatz, wenn eine chronische
Infektion nicht beherrschbar ist. Das
Immunsystem wird gezielt gegen den auslösenden Erreger sensibilisiert, und
kann
bestehenden Infektionen, z. B. als Furunkel, Abszesse oder eitrige Pickel,
positiv beeinflussen bzw. weitere Infektionen verhindern. Der genaue Mechanismus
dieser Immunreaktion ist unbekannt.
Unter dem Eindruck einer zunehmenden
Antibiotikaresistenz wird ein verstärkter Einsatz - so wie in der
Tiermedizin schon häufiger praktiziert - weiter erforscht.
Kariesimpfung
avital ,
ohne Leben, engl.: do.;
devital
| Avulsion vollständige Zahnluxation, Eluxation , engl.: do.; vollständige Herauslösung des Zahnes aus seinem Fach (Alveole), wenn nicht zahnärztlich veranlasst (= Extraktion), meist unfallbedingt. Die A. führt zu einer kompletten Durchtrennung der Fasern des Zahnhalteapparates und schließt eine knöcherne Schädigung des Zahnfachs und ein Abriss des Zahnnervs (Abriss des Pulpastrangs) am Apex ein. Durch Replantation des Zahnes kann versucht werden, den weiteren Zahnerhalt im Gebiss zu ermöglichen. Welche Langzeitprognosen dabei erzielt werden können, hängt von verschiedenen Parametern ab: Bei zunehmender Schädigung der Wurzelhaut ( Die Chancen für einen langfristigen Erfolg steigen mit kurzer Verweildauer des Zahnes in einem geeignetem Transportmedium, kurzer Schienungsphase und rechtzeitiger Wurzelkanalbehandlung. Bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum liegt die Überlebensrate für fünf Jahre bei 75%, für zehn Jahre bei 55%. Bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum liegen die Quoten rund 10% niedriger. Bis zu 35% aller Kinder und Jugendlichen erleiden in Europa ein traumatische Zahnverletzung im bleibenden Gebiss. Allerdings kommt es dabei nur in einigen Fällen zur vollständigen Herauslösung des Zahnes aus seiner Alveole. |
|
axial , engl.: do.; in Richtung der
(anatomischen) Zahnachse;
Zahnflächen
Axiographie ,
Achsiographie,
Pantographie
Axonotmesis
engl.: do.; traumatische, i.d.R. reversible Nervenquetschung mit
Degeneration
der Axone unter Beibehaltung der Kontinuität der Nervenhüllen. Führt zu lang
dauernden (über Wochen)
Leitfähigkeitsstörungen.
Nerv,
Nervenschädigung, Neurotmesis
Ayurveda
zu den alternativen Behandlungsmethoden gehörende Therapie. Kernpunkt der
A.-Lehre sind die drei Urkräfte - auch "Doshas" genannt - Vata, Pitta und Kapha.
Vata steht für Aktivität, Pitta für Kontrolle und Kapha für stabile Strukturen.
Für die Gesundheit der Menschen ist der Lehre nach wichtig, diese Kräfte in der
Balance zu halten.
Wenn auch von der Schulmedizin häufig angegriffen - keine Wirksamkeitsbelege,
zuviel Esoterik - so zeigen doch wissenschaftliche Untersuchungen
(Naturheilkunde-Abteilung der FU Berlin), dass sich die Dosha-Lehre durchaus mit
Erklärungsansätzen der modernen Psychosomatik verträgt. Man könne mit A., so die
Berliner Forscher, "zu sinnvollen Aussagen kommen", was die psychischen und
körperlichen Merkmale eines Menschen angeht.
alternative
Behandlungsmethoden, Schulmedizin
AZ , medizinische Kurzbezeichnung für Allgemeinzustand (engl.: general condition (of health); GC)
|
[
Autor:
Dr. Klaus de Cassan
]
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