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Zahnwissen-Lexikon
Da - Dm |
diese Übersetzung |
3D-Imaging-Verfahren,
optischer
Abdruck
3D-Printing
Begriff aus der Implantatherstellung
zum individuellen
Knochenersatz innerhalb weniger Stunden. Bei dieser noch jungen Technik
(2004) wird mit einem synthetischen Material (
Cerasorb®), welches bisher in den
Knochendefekt eingefüllt wurde, ein anders Verfahren beschritten: Ein Druckkopf
sprüht definiert flüssigen Binder auf ein Pulverbett auf, wodurch an den
entsprechenden Stellen ein festes Gemisch entsteht. Anschließend wird die
Bauplattform um eine Schichtdicke gesenkt. Aus einem Vorratsbehälter wird neues
Pulver durch eine Walze aufgetragen und die nächste Schicht "gedruckt". Nach der
Formgebung des Implantats wird es getrocknet und unter Hitzeeinwirkung
gesintert. Ziel ist es dabei, die Implantate aus
Cerasorb® patientenspezifisch und mit
hoher Passgenauigkeit direkt in einem Prozessschritt zu formen.
Weitere Infos: h.duerr@mb.tu-chemnitz.de
d
distal
D0 bis D4
Kariesklassifikation
D2D
Abk. von Doctor to Doctor; Schlagwortbez. für eine
Telematik-Technologie zur
Dokumentation und sicherem Austausch patientenbezogener Daten in der Medizin. So
können z.B. ärztliche Verrechnungsstellen dem Arzt die Möglichkeit einer
elektronischen Abrechnung (eAbrechnung), eines elektronischen Arztbriefs (eArztbrief)
oder einer elektronischen Überweisung (eÜberweisung) anbieten.
eHealth
DAC
Deutschen Arzneimittel-Codex; anerkannte Sammlung pharmazeutischer
Regeln. Zur Herstellung von Arzneimitteln erforderliche Ausgangsstoffe müssen
hinsichtlich ihrer Qualität strenge Normen erfüllen. Die Forderungen an
Identität, Reinheit und Gehalt sind für viele Ausgangsstoffe in amtlichen
Arzneibüchern enthalten - aber nicht für alle Stoffe. Deshalb gibt es seit 1972
den DAC als Ergänzungsbuch. Seine Inhalte werden von der DAC-Kommission, einem
Gremium aus 18 Wissenschaftlern erarbeitet. Der DAC enthält neben allgemeinen
Methoden und Anlagen Monographien für Wirkstoffe, Hilfsstoffe, pflanzliche
Drogen und Zubereitungen.
Pharmakon
http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/
Dachbiss ; wenig
gebräuchlicher Ausdruck für einen extrem ausgeprägten, kombinierten
Overbite- und
Overjet-Biss
Dahl-Prinzip ;
palatinale Plateaus
DAHZ
Deutscher Arbeitskreis für Hygiene in der Zahnmedizin, engl.: (sinngemäß):
German working group for hygiene in dentistry; bekannt vor allem durch die
periodische Herausgabe das sog.
DAHZ-Hygieneleitfadens. Besetzt mit Experten
aus Praxis, Wissenschaft und Industrie.
Hygiene
Desinfektionsmittelliste
DAJ
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (ehemals: Deutscher
Ausschuss für Jugendzahnpflege); Dachorganisation der an
der Jugendzahnpflege - mit besonderer Gewichtung der
Gruppenprophylaxe -
beteiligten Gruppierungen; 1949 gegründet als Deutscher Ausschuss für
Jugendzahnpflege e.V.; seit 1989 durch das
Gesundheitsreformgesetz (§21 SGB V) gesetzlich verankert. Die DAJ hat 50
Mitglieder:
Nach diesem Gesetz sollen
Krankenkassen und
Zahnärzte und die für die
Zahngesundheitspflege in den Ländern zuständigen Stellen (z.B. Schulzahnärzte,
Reihenuntersuchungen)
gemeinsam und einheitlich Maßnahmen zur Erkennung und Verhütung von
Zahnerkrankungen ihrer Versicherten bis zum 12. Lebensjahr fördern und sich an
den Kosten der Durchführung beteiligen. Sie haben dabei auf flächendeckende
Maßnahmen hinzuwirken. Die
Gruppenprophylaxe soll vorrangig in Gruppen, insbesondere in Kindergärten
und Schulen, durchgeführt werden; sie soll sich insbesondere auf die
Untersuchung der Mundhöhle, Erhebung des Zahnstatus, Zahnschmelzhärtung,
Ernährungsberatung und Mundhygiene erstrecken. Für Kinder mit besonders hohem
Kariesrisiko sind spezifische
Programme zu entwickeln. Zusätzlich gilt seit einer der Gesundheitsreformen ab
2000: In Schulen und Behinderteneinrichtungen, in denen das durchschnittliche
Kariesrisiko der Schüler überproportional hoch ist, sollen die Maßnahmen bis zum
16. Lebensjahr durchgeführt werden.
Aus den 16 Landesarbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege (LAG) wurden für das Schuljahr
2004/2005 berichtet: Von den etwa 7,5 Millionen in diesen Ländern lebenden
Kindern im Alter zwischen drei und zwölf Jahren wurden rund 67 Prozent in
Kindergärten und in Grundschulen (Klasse 1 bis 4), 31 Prozent in den 5.
und 6. Klassen und 46 Prozent in Sonderschulen und Behinderteneinrichtungen von
den Maßnahmen erreicht. Knapp 3,7 Mio. Kinder/Jugendliche nahmen an einer
Reihenuntersuchung teil; 7.500 Elterninformationsveranstaltungen und 19.000
Einzelberatungen fanden in diesem Zeitraum statt.
Der Vorstand besteht aus zehn Vertretern der Ordentlichen Mitglieder:
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deutscher u. europäischer Vergleich der
DMF-T-Werte
Der Verein hält u.a. rund 300 Aktionsvorschläge und Kopiervorlagen rund um
Mundgesundheit und Ernährung für die Altersstufen Kindergarten bis Sekundarstufe
II parat.
BZÖG, DMF-Index,
Mundgesundheit,
Gruppenprophylaxe,
Jugendzahnpflege,
Prävention, Tag der Zahngesundheit
http://www.daj.de
http://www.be-kuessed.de/
Dakin Lösung
Dakinsche Lösung, engl.: Dakin’s solution;
antiseptische Lösung auf der Basis
von
Natriumhypochlorid (0,45
% bis 0,5 %) und Borsäure (4 %). Im ersten Weltkrieg zur Wunddesinfektion
eingesetzt, diente sie auch zur spülenden Desinfektion infizierter
Wurzelkanäle
Dal Pont Osteotomie , Obwegeser-Dal-Pont
Spaltung; eine der chirurgischen Eingriffe zur Beseitigung der
Progenie;
sagittale Spaltung
Dappenglas

engl.: Dappen dish; ohne Deckel existierende kleine Glasgefäße (in
jüngerer Zeit auch aus Kunststoff) zum Anmischen oder Aufbewahren von
Substanzen; benannt nach dem Krefelder Zahnarzt Wilhelm Dapp. Befindet sich zur
Abdeckung auf dem D. noch ein exakt passender Deckel, so spricht man von
einem Kappenglas (Abb. re).
DAR ; Abk. von "D"entin
"A"dhäsive "R"estauration(en);
Dentinhaftung
Das Dental Vademekum
DDV, auch: IDZ-Dentalvademekum;
von der Bundeszahnärztekammer
und der Kassenzahnärztlichen
Bundesvereinigung unter Verantwortung des
IDZ herausgegebener komplexer Überblick
über die Arbeitsmittel und Werkstoffe für zahnärztliche und zahntechnische
Zwecke. 1989 erstmals publiziert,
erschien 2009 die
10. Auflage. Es beschreibt neutral (Prüfung durch eine wissenschaftliche
Kommission) über 7.600 Dentalprodukte von ca. 300 Dentalfirmen und gilt als
Standardnachschlagewerk für Produktinformationen aus dem zahnärztlichen Bereich.
Datenschutzbeauftragter
nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), engl.: data protection
official; §§ 4f, 4g BDSG sehen die Bestellung eines betrieblichen
Datenschutzbeauftragten in öffentlichen und nicht öffentlichen Stellen vor, die
personenbezogene Daten automatisiert verarbeiten und wo ständig >9 Personen mit
der Datenverarbeitung beschäftigt sind. Dieser soll das Unternehmen
in Datenschutz-Fragen zum einen beraten und zum anderen die Einhaltung der
Datenschutzbestimmungen überwachen. Die manchmal erhobene Forderung, dass eine
derartige Person auch in Arztpraxen vorhanden sein müsste, entspricht nicht dem
Gesetz ("... Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für die nichtöffentlichen Stellen,
die in der Regel höchstens neun Personen ständig mit der automatisierten
Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigen. ..."; § 4f Abs. 1 BDSG
)
EDV in der Zahnarztpraxis
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/
Dauerprovisorium ;
Langzeitprovisorium
Daumenlutschen ; engl.: thumb-sucking;
Lutschen
Davis Krone
Kernkrone, Dübelkrone,
engl.: Davis crown; historische (Ende des 19. Jhds), zweiteilige
Form einer Stiftkrone unter
Verwendung von Konfektionsteilen. Nach dem
Einzementieren eines
genormten Wurzelkanalstiftes wird auf dessen Stumpf eine vorgefertigte
Keramikkrone aufzementiert.
Fingerhutkrone,
Richmondkrone,
Stiftaufbau
Dawson Griff
Unterkiefer-Führungs-Griff, engl.: Dawson's handle, Dawson's
maneuvre ?; der Unterkiefer
wird mit beiden Händen am Kieferwinkel umfasst und mit den Daumen
schädelwärts geführt. Der Griff dient,
ebenso wie der
Lauritzen-Griff, einer Deprogrammierung des neuromuskulären Systems, um
eine zentrische Kondylenposition zu
ermitteln.
DAZ
Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde, engl.: German working group
for dentistry; der DAZ versteht sich als überregionaler zahnärztlicher
Berufsverband. Entstanden ist er als Zusammenschluss örtlicher Studiengruppen,
die - mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung - zu fachlicher Fortbildung,
Fall-Besprechungen, Praxisbesuchen und Erfahrungsaustausch zusammenkommen. Auf
Bundesebene existieren Referate und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen (z.B.
Jugendzahnheilkunde und Prophylaxe, Umwelt- und Arbeitsschutz, Studienreform,
Qualitätssicherung, Psychosomatik). Bei regelmäßigen, für Mitglieder offenen
Ratssitzungen wird die Linie des Verbandes diskutiert und festgelegt. Der DAZ
vertritt - nach eigen Angaben - zahnärztliche Interessen auf der politischen
Ebene. Die Mitgliederzahl ist nicht bekannt und wurde auch auf Anfrage hin nicht
mitgeteilt.
http://www.daz-web.de/
FVDZ,
VDZM, Zahnärztekammer
| Dazzler Zahn-Dekor von engl.: to dazzle = blenden, Twinkels; zahnmedizinisch unbedenkliche Modeerscheinung aus den USA. Grundlage dieser Tatoo-Nachfolger (Tatoo = Markierung) ist eine Goldfolie. Sie werden mittels Säure-Ätztechnik (SÄT) auf den Zahn geklebt und können problemlos - ohne bleibende Schäden an den Zähnen zu verursachen - wieder entfernt werden. |
|
DBA
Dentin Bonding Agent, engl.: Kurzbezeichnung für
Dentinhaftvermittler im Rahmen der Füllungstherapie
mit Materialien auf Kunststoffbasis (
Komposites) oder bei der Behandlung
überempfindlicher Zahnhälse.
Dentinhaftung
DDE-Index
Abk. von Developmental Defects of Enamel; vom
Zahnärzte-Weltverband modifizierter Index des
Fluorose-Index nach Dean zur
Beurteilung des Schweregrades einer entwicklungsbedingten Schmelzveränderung; er
hat den Al-Alousi Index abgelöst. Der als zeitaufwendig und kompliziert
geltende, beschreibende Index kennt vier Stufen, welche bei bleibenden Zähnen
mit einer Zahl (1-4) und bei Milchzähnen mit Buchstaben (A-D) angeführt werden:
Grad 1 (A) :
abgegrenzte Opazität
Grad 2 (B) :
nicht abgegrenzte, diffuse Opazität
Grad 3 (C) :
hypoplastische Veränderungen
Grad 4 (D) :
andere Schmelzveränderungen
Fluorose-Index
D.D.S.
Abk. für Doctor of Dental Science, oder - je nach Hochschule - auch
D.M.D. (Abk. für Doctor of Medical Dentistry). Ist kein akademischer Grad im
europäischen Sinn, sondern lediglich ein "Practitioner Title". Wer eine
wissenschaftliche Qualifikation erwerben möchte, kann nach erfolgreichem Studium
den "Philosophical Doctor (Ph.D.)
erwerben. Einem D.D.S. ist es nicht
erlaubt, chirurgische Behandlungen durchzuführen. Hierfür muss ein D.D.S. /
D.M.D. zusätzlich ein spezielles Studium absolvieren. Danach kann er das M.D.
(Medical Doctor) seinem D.D.S. oder D.M.D. anhängen und dies zeichnet ihn als
einen Spezialisten aus, z.B.:
Dr. Jens Prophymouse, D.D.S. (oder D.M.D), M.D.
D.D.S. steht auch für den US-amerikanischen Titel Doctor of Dental
Surgery (surgery = Chirurgie)
Approbation,
Doktor,
Zahnarzt
Debonding , Entfernung von
adhäsiv befestigten Materialien,
Bracket
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Débridement Säuberung einer Oberfläche von Rückständen, engl.: do.; abgeleitet vom franz. Débris = Überreste; Bezeichnung in der ZHK - besonders in der Endodontie u. Parodontologie (surgical débridement) - für die Reinigung von Wurzelkanälen und Zahnoberflächen ( Abb.: stark verunreinigte Zahnwurzel (hauptsächlich mit Detritus behaftet) |
|
deciduus = abfallend, ausfallend, nicht
bleibend; z.B.: Dens deciduus =
Milchzahn
| Deckbiss Angle Klasse II/2, Schlagwortbez. und Überbegriff für eine Zahnfehlstellung, welche sich klinisch durch verdeckte untere Schneidezähne auszeichnet, engl.: closed bite, Angle classifikation II/2; Biss-Fehlstellung auf überwiegend erblicher Grundlage: Die oberen (mittleren) Schneidezähne überdecken die unteren, der Unterkiefer liegt zurück (mandibuläre Retrusion) bzw. der Oberkiefer ist zu weit nach vorn verschoben (maxilläre Protrusion). Häufig mit einem "Tiefen Biss" ("Tiefbiss") mit Berührung der unteren Schneidezähne am Gaumen kombiniert. Bei vorhandenem D. sind Zahnfleischprobleme seltener, ohne bisher die Zusammenhänge zu kennen. Eine kieferorthopädische Behandlung ist langwierig und sehr häufig von Rezidiven begleitet. Obwohl der D. häufig nur der Angle Klasse II/2 zugerechnet wird, kann er auch bei anderen Bisslagen und Kieferfehlstellungen auftreten. |
![]() starke Abrasion durch einen Deckbiss und Frontzahn- kronen |
![]() |
Deckelung
Budget
Deckfüllung
engl.: cover filling; Bez. für die eigentliche
Füllung in einem Zahn mit welcher der
kariöse Defekt wieder so versorgt wird, dass eine normale Kaufunktion möglich
ist; im Gegensatz zum Begriff
"Unterfüllung"
gebräuchlich.
Deckgold
Blendgold, engl.: bonding gold, fuse-on gold paste; bräunlich-pastöses, in einem
Bindemittel befindliches kolloidales Gold, welches bei Hitze auf metallischen
Oberflächen durch Einbrennen eine goldfarbne Deckschicht bildet. Anwendung
vorwiegend in der Metallkeramik,
um der Aufbrenn-Keramik einen warmen Farbton zu verleihen.
Galvano-Technik,
Glanzgold
Deckprothese , engl.:
Cover denture
o. Overdenture
Dectaflur ,
engl.: do.;
Fluoride, Olaflur
| Deep Scaling subgingivale Konkremententfernung; Entfernung von Konkrementen und anderen Verunreinigungen auf der Wurzeloberfläche in der Tiefe einer Zahnfleischtasche. Eine der entscheidenden Maßnahmen unter örtlicher Betäubung bei der mechanischen Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Das D.-S. wird bei Anwendung modernerer Techniken (z.B. |
|
Defektfraktur
engl.: irreparable fracture; Knochenbruch mit Verlust oder starkem
Zusammenquetschen von Knochen (z.B. Teilen des
Alveolarfortsatzes), wie dies
etwa infolge einer Schussverletzung auftreten kann. Behandlung meist mit
Adaptionsplatten und/oder
Knochenersatzmaterialien
Impressionsfraktur,
Kieferbruch
| Defektprothese Prothesenart, die zwei Funktionen vereint: |
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Defensine
antimikrobielle Eiweiße, engl.: do.; vom Körper produzierte kleine
Eiweißverbindungen deren Körpergehalt bei der Abwehr von
Entzündungserregern ansteigt.
D. haben ein breites Wirkungsspektrum ("körpereignes
Breitbandantibiotikum"). Die
Kieferknochenzellen scheinen besonders viele D. zu produzieren.
Deflektion
Ablenkung von einer vorgegeben Richtung, engl.: deflection;
1.) Weggleiten des Unterkiefers beim
Zusammenbiss
2.) Verwindungsfestigkeit oder Verdrehwinkel bei
Wurzelkanalinstrumenten:
Bei der Überprüfung des Frakturverhaltens nach der ISO-Norm 3630-1 von 1992
werden die Wurzelkanalinstrumente an der Spitze über eine Länge von 3 mm sowie
am Schaft in einer Spannvorrichtung eingespannt. Die Wurzelkanalinstrumente
werden bis zum Brechen verdreht. Je größer der Messwert, um so sicherer ist das
Verhalten des Instrumentes innerhalb des Wurzelkanals (
Wurzelkanal-Instrumentenfraktur).
Deformation
http://miami.uni-muenster.de/
Deflexion
Ablenkung, engl.: deflection;
in der ZHK als Kurzbezeichnung für
Unterkieferdeflexion. Abweichung der Kinnspitze oder des
Inzisalpunktes in der
Frontalebene um mehr
als 2 mm zu einer Seite hin bei einer Unterkieferöffnungsbewegung ohne Rückkehr in die
Medianebene (= unkorrigierte
Seitabweichung). Sicheres Zeichen für eine Störung des Kausystems, i.d.R. einer Erkrankung
des Kiefergelenks.
Auslenkung, Deviation, Funktionsanalyse,
Unterkieferbewegung
Deformation
Formveränderung bzw. Verformung ohne Volumenänderung. Unterscheidung in:
elastische
Deformation: nach Eliminierung der Belastung stellt sich der Stoff wieder in
seine ursprüngliche Form zurück
plastische
Deformation: nach Biegung stellt sich das Werkstück nicht mehr in seine
Ursprungsform zurück (Biegemoment). Bei metallischen Werkstoffen (z.B. einem
Wurzelkanalinstrument)
führt diese Formveränderung u.a. zu einer Versprödung und erhöhter
Bruchanfälligkeit (
Wurzelkanalinstrumenten-Fraktur)
Deflektion
Degeneration ; engl.: do.; Rückbildung bzw. Verfall von Gewebe oder ganzer Organe
Degression
stufenweise Abnahme, Verminderung, engl.: do.; Begriff aus der
Gesetzlichen Krankenversicherung (von 1993-96 und ab 1999 bei der Vergütung von
Vertragszahnärzten): Die nach dem
Bewertungsmaßstab (BEMA) erwirtschafteten
Leistungen (Gesamtvergütung) werden einer Jahreshöchstgrenze unterworfen. Bei Überschreitung der z.Zt. (2006) gültigen Punktwertzahl von 350.000/Jahr erfolgt auf den Überhang ein Abzug
von 20%; bei über 450.000/Jahr beträgt der Abzug 30% und bei über 550.000
Punkten 40%. Ist ein weiterer Zahnarzt in der Praxis voll beschäftigt (sog.
Entlastungsassistent,
Vorbereitungszeit), erhöhen sich die Punktmengen um 70% (soweit dieser vor
dem 1.7.1997 genehmigt worden ist; danach genehmigte Entlastungsassistenten
haben keinen "Degressionsbonus"); nur um 25%, wenn in der Praxis ein
Entlastungs-, Vorbereitungs- oder Weiterbildungsassistent beschäftigt ist
Vorbereitungszeit.
So sagt § 85, 4b-f SGB V (Gesamtvergütung):
Ab einer Gesamtpunktmenge je Vertragszahnarzt aus vertragszahnärztlicher
Behandlung, einschließlich der kieferorthopädischen Behandlung, von 262.500
Punkten je Kalenderjahr verringert sich der Vergütungsanspruch für die weiteren
vertragszahnärztlichen Behandlungen im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 SGB V um 20
vom Hundert, ab einer Punktmenge von 337.500 je Kalenderjahr um 30 vom Hundert
und ab einer Punktmenge von 412.500 je Kalenderjahr um 40 vom Hundert; für
Kieferorthopäden verringert sich der Vergütungsanspruch für die weiteren
vertragszahnärztlichen Behandlungen ab einer Gesamtpunktmenge von 280 000
Punkten je Kalenderjahr um 20 vom Hundert, ab einer Punktmenge von 360 000
Punkten je Kalenderjahr um 30 vom Hundert und ab einer Punktmenge von 440 000
Punkten je Kalenderjahr um 40 vom Hundert. Satz 1 gilt für ermächtigte Zahnärzte
entsprechend. Die Punktmengengrenzen bei der Beschäftigung von ganztägig
angestellten Zahnärzten im Sinne des § 32b Abs. 1 der Zulassungsverordnung für
Vertragszahnärzte und bei
Gemeinschaftspraxen richten sich nach der Zahl der zahnärztlichen
Mitglieder. Bei der Beschäftigung von Entlastungs-, Weiterbildungs- und
Vorbereitungsassistenten erhöht sich die Gesamtpunktmenge um 25 vom Hundert der
für einen Zahnarzt maßgeblichen Punktmenge. Bei Teilzeit oder nicht ganzjähriger
Beschäftigung verringert sich die zusätzlich zu berücksichtigende Punktmenge
entsprechend der Beschäftigungsdauer. Der Degression ist die Punktmenge aus
allen abgerechneten vertragszahnärztlichen Leistungen im Sinne des § 73 Abs. 2
Nr. 2 SGB V unterworfen. In die Ermittlung der erbrachten Punktmenge sind die
Kostenerstattungen nach § 13 Abs. 2 SGB V einzubeziehen. Diese werden den
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen von den Krankenkassen mitgeteilt."
Die Zahlen sind willkürlich - mit dem Hintergrund einer umstrittenen
Qualitätssicherung
durch diese Festsetzung - festgelegt worden und beruhen auf der
Annahme/Unterstellung, dass bei Überschreitung der Punktmengengrenzen keine
sorgfältige Behandlung möglich sei.
Vergütungen für Zahnersatz
auch nach der
Regelversorgung
unterliegen ab 2005 nicht mehr der
Budgetierung/Degression.
Angestellter Zahnarzt,
Budget,
Gesamtvergütung,
Gesundheitsreform,
Punktwert
Festzuschüsse ab 2005
Dehiszenz
Aufklaffen, engl.: (wound) dehiscence; in der Medizin gebräuchlich
für eine:
1.) Nahtdehiszenz: ein
Auseinanderklaffen der Wundnaht ("Aufgehen der Naht"), nachdem die Wundränder
primär schon wieder vereinigt waren. Ursächlich ist meist eine zu starke
mechanische Beanspruchung (Kauen, Sprechen) des Nahtgebietes
2.) Wunddehiszenz, (auch
Wundruptur): Späteres Auseinanderklaffen einer primär verschlossenen Wunde.
Neben mechanischen Störungen können hierfür auch Prozesse in der Tiefe
(Blutungen, Eiterungen) verantwortlich sein.
In beiden Fällen erfolgt die Heilung dann i.d.R. nicht mehr als wünschenswerte
Primärheilung ("per primam"), sondern
in Form einer Sekundärheilung ("per
secundam") aus der Tiefe heraus.
Wundheilungsstörungen
| Dehnplatte Expansionsplatte, engl.: orthodontic expansion plate; herausnehmbares kieferorthopädisches Behandlungsmittel mit eingearbeitenden aktiven Elementen (z.B. Dehnschraube) zur Verbreiterung eines Kiefers (Ober- und/oder Unterkiefer) bei Zahnengstand. Meist kombiniert mit weiteren aktiven Elementen zur Bewegung von Einzelzähnen oder Zahngruppen. Spezielle Ausführungen können noch zusätzlich bewirken: * Distalisation und Mesialisation von Seitenzähnen * Osseodistraktion im UK * Aufrichten, Erweitern, Drehen und Torquen von Molaren * frühe Gaumennahterweiterung im OK |
|
Dehnschraube , Dehnungsschraube, Transversalschraube,
engl.: expansion screw, jackscrew;
Aktive Platte, Coffin Feder,
Dehnplatte,
Hyrax-Schraube,
Nord Schraube,
QuadHelix
Dekortikation
Dekortikalisierung, engl.: decortication; chirurgische Entfernung
der äußeren festen Knochenschicht (Kompakta, Kortikalis) und Freilegung der
darunter liegenden schwammigen Knochenstruktur (Spongiosa). Auf die
Spongiosa wird dann zur besseren Durchblutung des Knochens gut durchblutetes
Wangengewebe aufgelegt, um so eine bessere Durchblutung und damit Heilung des
erkrankten Kieferknochens zu erreichen; bei schweren Formen der
Kiefer-Osteomyelitis angewandt.
Kompakta, Osteomyelitis
Dekubitus ,
Decubitus, Druckgeschwür, engl.: decubital ulcer;
Druckstelle
Dekuspidation
"Enthöckerung", "Planschleifen", engl.: decuspidation;
Fachbezeichnung für eine historische Methode des radikalen Abschleifens der
Höcker an Molaren und Prämolaren.
Dadurch sollte eine Kariesprophylaxe erfolgen bzw. eine
Entlastung von Zähnen beim
Zusammenbiss erreicht werden. Heute werden
feinere Formen der Abtragung angewandt.
Einschleifen
| Delaire Maske engl.: Delaire mask; selten angewandtes extraorales kieferorthopädisches Behandlungsgerät zur Zurückschiebung eines vor dem Oberkiefer liegenden Unterkiefers (Behandlung der Angle Klasse III). Gummizügen übertragen die Kräfte auf einen Doppelmetallbogen, der an entsprechenden Bändern auf den großen Backenzähnen angelötet ist. Im Rahmen einer kieferorthopädischen Frühbehandlung eingesetzt, um das Unterkieferwachstum zu bremsen und den Oberkiefer zum Wachstum anzuregen. Erfolgt die Abstützung der Maske nicht an der Kinnspitze, sondern am Jochbein, so spricht man von einer "Grummons-Maske" |
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Delegation
von zahnärztlichen Tätigkeiten an das Fachpersonal einer Praxis, engl.: delegation of dental activities to
dental assistants, delegation guidelines; entscheidend für die
Verrichtung von Tätigkeiten am Patienten ist das
Zahnheilkundegesetz. Dieses
besagt im § 1 Abs. 5 u. 6 in der Fassung vom 4.12.2001:
Die Auslegungen hierzu sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich
(
Delegationsrahmen der ©
Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung).
Weitere Rechtsgrundlagen für eine D. sind:
Der Weltzahnärzteverband (
FDI)
sagt zum Einsatzrahmen aus:
1. Einführung
Der Zahnarzt trägt dem Patienten gegenüber die Verantwortung für die Diagnose
und Beratung sowie die Bereitstellung von Mundgesundheitsversorgung in
Übereinstimmung mit dem geltenden Gesetz. Daraus folgt, dass der Zahnarzt
ebenfalls für die Unterstützung, Führung und Beaufsichtigung der Hilfskräfte
innerhalb des Praxisteams verantwortlich ist.
2. Definitionen
2.1 Zahnärztliche Hilfskraft: Mitglied des Praxisteams, dem der Zahnarzt
in Einklang mit der aktuellen Gesetzgebung bestimmte Aufgaben im Rahmen der
Mundgesundheitsversorgung der Patienten übertragen kann.
2.2 Beaufsichtigung: Betreuung der Hilfskraft bei der Ausführung ihrer
Aufgaben und Pflichten.
3. Aufgaben und Pflichten
3.1 Der Zahnarzt ist verpflichtet:
Dafür zu sorgen, dass die berufliche Kompetenz aller Mitglieder des
zahn-ärztlichen Teams stets dem aktuellen Wissensstand entspricht und
Hilfskräfte Schulung in Bezug auf die ihnen übertragenen Aufgaben erhalten.
Die Hilfskräfte beruflich zu betreuen und ihre Leistungen zu überwachen, um
optimale Qualität der erbrachten Mundgesundheitsversorgung zu sichern.
3.2 Die Hilfskraft ist verpflichtet:
Von den Aufgaben, die an sie delegiert werden, nur diejenigen auszuführen, für
die sie im Rahmen der im jeweiligen Land zulässigen Berufspraxis angemessen
qualifiziert bzw. ausgebildet ist und alle Aufgaben abzulehnen, für die sie
nicht ausgebildet bzw. qualifiziert ist.
Den Zahnarzt darauf hinzuweisen, wenn eine Behandlungsmaßnahme ihre Ausbildung
bzw. Fachkompetenz als Hilfskraft überschreitet.
Delegationsrahmen der ©
Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung
Demastikation
Abkauung, engl.: demastication;
Abrasionen an den
Kauflächen der Zähne, welche durch
"abschleifende" Nahrungsmittel während des Kauvorgangs ausgelöst werden. Typisch
für eine D. sind abgerundete Höcker/Grübchen
(
Mörser-Pistill-Prinzip) ohne dass dabei ein
Antagonistenkontakt besteht.
Abrasion,
Abrasivität,
Attrition,
Usur
Demineralisation
engl.: demineralization; Verarmung eines Gewebes an Mineralien, Verlust
von Mineralien aus der Zahnhartsubstanz,
z.B. Entkalkung der Zahnoberfläche (Verlust von Calcium- und Phosphat-Ionen)
durch Säuren. Der Ursprung der Säure
kann in der Nahrung (z.B. saures Obst) oder in den organischen Stoffwechselprodukten von in
der Plaque lebenden Bakterien liegen.
Kavitation,
Mineralisation,
Remineralisation, White Spot,
Denker Operation
engl.: do.; radikale
Kieferhöhlenoperation (benannt nach Alfred D., 1863–1941, Münchner HNO-Arzt)
in mehreren Variationen; meist bei Kieferhöhlentumoren angewandt. Herstellung
eines dauerhaften Zugangs zum unteren Nasengang.
Dens
D.,
pl.: Dentes; engl.: do. or tooth (pl. teeth); lat. Bez. für
Zahn
Keinen zahnärztlichen Bezug haben z.B.: Dens axis = nach oben
gerichteter Zahnfortsatz des zweiten Halswirbels und Dens acusticus = Leiste im
Innenohr.
Zahn
| Dens in dente "Zahn im Zahn", Populärbezeichnung für einen Dens invaginatus, Invaginationsodontom, Salter Zahn, engl.: do. o. tooth within tooth; als sog. seltene Zahnanomalie, welche meist an den bleibenden seitlichen oberen Schneidezähnen auftritt. Die Bezeichnung bezieht sich nur auf die Form, ist aber sonst nicht korrekt, da das Gebilde zwar von der Form her zahnähnlich ist (s. Abb.; an der Wurzelspitze befindet sich eine zystische Veränderung), aber im Gegensatz zum normalen Zahn hier das Dentin außen liegt und so den Zahnschmelz umhüllt. Sonderformen können nur die Schneidekante des seitlichen Schneidezahns betreffen und zeigen auf dieser Höckerchen und Fissuren (s. Abb. unten). Wegen des meist beidseitigem Auftretens wird eine Erblichkeit angenommen, als Ausdruck eines Erbfaktors, der auch als Nichtanlage manifest werden kann. Als Therapie wird nach E. Sonnabend angegeben: Bei Kariesfreiheit wird das Versiegeln vorgeschlagen, sonst eine Kompositfüllung mit regelmäßigen Sensibilisierungsprüfungen. Es treten aber auch schon kurz nach dem Durchbruch Pulpanekrosen auf. Wurzelkanalaufbereitung und -füllung können erschwert sein, bis hin zur Unmöglichkeit, den Apex zu erreichen. Dieses Hindernis kann die Extraktion erforderlich machen.
|
|
Dens invaginatus ,
Dens in dente
|
Dens natalis Dens connatalis, engl.: do.; sehr selten vorkommendes Ereignis eines / mehrerer schon bei der Geburt vorhandener Zähne - meist Schneidezahn/-zähne in der Unterkieferfront - als Folge einer zu frühen Dentition. Die Wahrscheinlichkeit wird mit 1 : 2.000 angegeben. Als Dens neonatale wird ein bis zum 30.Tag nach der Geburt durchbrechender Zahn bezeichnet Da durch einen frühzeitigen Zahn i.d.R. der Stillakt für die Mutter äußerst schmerzhaft ist, wurde früher eine Entfernung dieser Zähne unmittelbar nach der Geburt/dem Erscheinen durchgeführt. Heute erfolgt, bedingt durch entsprechende Babynahrung, eine Umstellung auf künstliche Kost. |
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dental
engl.: do.; den Zahn, die Zähne betreffend, mit Hilfe der Zähne gebildet (Laute die mit
Zunge und Zähnen erzeugt werden,
Dentallaut), von
den Zähnen ausgehend (= odontogen),
zu den Zähnen gehörend.
addental, Dentallaut
Dentalberaterin
nicht anerkanntes, junges Berufsbild mit einem
dreimonatigen Intensivtraining oder 12 Intervalleinheiten von jeweils einem
halben Tag (ca. 4 Stunden) mit dazwischen liegenden Umsetzungsphasen von jeweils
einer Woche. Es sollen dabei die Fähigkeiten und Kenntnisse
erlernt werden, um die individuellen Bedürfnisse und Sorgen von Patienten vor
der Behandlung zu erfragen und die Untersuchungsergebnisse und
Therapievorschläge des Zahnarztes in laienverständliche Worte zu kleiden.
http://www.dentalberaterin.de/
Dental-CT
engl.: do.; CT-Untersuchungen
des Unterkiefers (Mandibula), sowie
des Oberkiefers (Maxilla) zählen zu den
seltenen Untersuchungen. Dabei werden Ober- und Unterkiefer mit dünnen Schichten
(1 bis 2 mm), meist mit sequentieller Schnittführung und Pitch 1 getrennt
voneinander gescannt. Seltenere Indikationen stellen die Klärung der Ausdehnung
von Zysten, Tumoren, die Lage von
retinierten Zähnen in Bezug zu ihrer
Nachbarschaft oder tiefe Paradontiden
dar. Die vielfach ins Feld geführte erhöhte
Strahlenbelastung konnte durch
moderne Untersuchungstechniken deutlich reduziert werden. Die Bildqualität ist
deutlich schlechter als die von DVT-Bildern.
DVT,
Positronen-Emissions-Tomographie,
Röntgendiagnostik,
Voxel
Dentaldepot
Dentalhandel, engl.: dental depot or dental shop (offering
dental supplies); Firmen, welche den zahnärztlichen Bedarf in Richtung Geräte,
Instrumente, technischer Service und Verbrauchsmaterialien abdecken. Für
zahnmedizinische Medikamente in der Praxis (z.B.
Lokalanästhetika) haben D.
einen apothekenähnlichen Status.
Ermächtigte Sicherheitstechniker der D. können z.B. Kontrollen nach der
Medizingeräteverordnung
durchführen.
http://www.bvdental.de/
dentale Nekrose ;
Rachitis
Dentalfluorose , Zahnfluorose,
engl.: dental fluorosis;
Fluorose
Dentalgia , Dentalgie; vom Zahn
ausgehende Schmerzen,
Zahnschmerz
| Dentalhygienikerin DH, engl.: Dental hygenist; speziell geschulte ("Aufstiegsfortbildung" gemäß § 46 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz) zahnärztliche Assistentin (Fachhelferin), welche in Deutschland gewisse zahnärztliche Dienstleistungen wie Zahnsteinentfernung (auch subgingival) Aufklärung in Mundhygiene und Prophylaxe ("professionelle Prophylaxe", professionelle Zahnreinigung), Herstellung von Provisorien usw. am Patienten in einer zahnärztlichen Praxis verrichten darf. Diese Tätigkeiten dürfen zwar ohne Aufsicht durch einen Zahnarzt, aber nur in einer Zahnarztpraxis erbracht werden. DHs gelten als zahnmedizinisch assoziierter Beruf ohne eigenes Berufsbild. DH's sind im Zahnheilkundegesetz im Zusammenhang mit der Gesundheitsstrukturreform 1993 erwähnt (s.u.). In Deutschland besteht bisher (2011) keine staatliche Anerkennung dieses Berufsbildes - trotzdem bieten einige Länderzahnärztekammern (Stuttgart, Hamburg, Münster) entsprechende Ausbildungen an, die zumindest in diesen Bereichen anerkannt sind. Nach Schätzungen gab es 2011 etwa 350 DHs in D (zum Vergleich: USA etwa 110.000, weltweit ca. 350.000). Eine alleinige Praxistätigkeit durch eine D. ("Dentalhygienepraxis" o. ähnliches) ist in Deutschland nach dem Zahnheilkundegesetz nicht erlaubt; ebenso dürfen keine örtliche Betäubungen oder vollständige Parodontalbehandlungen - auch unter Aufsicht - erbracht werden. In der Schweiz sieht z.B. die Regelung bezüglich Anästhesien anders aus ( In Amerika wurden erstmals 1913 in Bridgeport DHs ausgebildet. 1973 wurde in Zürich ( Das Zahnheilkundegesetz von Baden-Württemberg erwähnt in § 1, Abs. 5 u. 6 die DHs erstmals: " (5) Approbierte Zahnärzte können insbesondere folgende Tätigkeiten an dafür qualifiziertes Prophylaxe-Personal mit abgeschlossener Ausbildung wie zahnmedizinische Fachhelferin, weitergebildete Zahnarzthelferin, Prophylaxehelferin oder Dental-Hygienikerin delegieren: Herstellung von Röntgenaufnahmen, Entfernung von weichen und harten sowie klinisch erreichbaren subgingivalen Belägen, Füllungspolituren, Legen und Entfernen provisorischer Verschlüsse, Herstellung provisorischer Kronen und Brücken, Herstellung von Situationsabdrücken, Trockenlegen des Arbeitsfeldes relativ und absolut, Erklärung der Ursache von Karies und Parodontopathien, Hinweise zu zahngesunder Ernährung, Hinweise zu häuslichen Fluoridierungsmaßnahmen, Motivation zu zweckmäßiger Mundhygiene, Demonstration und praktische Übungen zur Mundhygiene, Remoti-vation, Einfärben der Zähne, Erstellen von Plaque-Indizes, Erstellung von Blutungs-Indizis, Kariesrisikobestimmung, lokale Fluoridierung z. B. mit Lack oder Gel, Versiegelung von kariesfreien Fissuren. (6) In der Kieferorthopädie können insbesondere folgende Tätigkeiten an zahnmedizinische Fachhelferinnen, weitergebildete Zahnarzthelferinnen oder Dental-Hygienikerinnen delegiert werden: Ausligieren von Bögen, Einligieren von Bögen im ausgeformten Zahnbogen, Auswahl und Anprobe von Bändern an Patienten, Entfernen von Kunststoffresten und Zahnpolitur auch mit rotierenden Instrumenten nach Bracketentfernung durch den Zahnarzt." Die Musterfortbildungsordnung DH ist auf den Internetseiten der Bundeszahnärztekammer abrufbar ( Ab 2013 existiert auch ein Bachelor-Studiengang "Dentalhygiene und Präventionsmanagement". Beschlusslage der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) dazu ist, dass die Kammern aufgefordert sind, sich nicht an der Einführung eines Studiengangs "Bachelor Dentalhygiene" zu beteiligen. |
|
| Dentalindex in der Literatur von unterschiedlicher Bedeutung; so z.B. als -- Der komparative Dentalindex (CDI) ergibt sich als Quotient aus den tatsächlich durchgetretenen zu den theoretisch zu erwartenden Zähnen -- Dentalindex nach Flower: Verhältnis der Dentallänge (s. Abb.) x 100 durch Schädelbasislänge (Basion-Nasion-Abstand). Werte unter 42 bezeichnen eine Mikrodontie, Werte zwischen 42 und 44 eine Mesodontie und Werte über 44 eine Makrodontie -- Erkrankungsindex als undifferenzierter "Sammelindex" bestehend aus Karies, Parodontalerkrankung, endodondischer und perikoronaler Läsionen |
![]() Dentallänge |
Dentalkeramik ,
Keramik
Dentalkunststoffe, engl.: dental
synthetic materials,
Kunststoffe
| Dentallabor engl.: dental laboratory; zahntechnische Betriebsstätte nach der Handwerksordnung zum Anfertigen von Zahnersatz und dessen Reparatur sowie andere zahntechnische Arbeiten (z.B. kieferorthopädische Behandlungsgeräte) durch speziell dafür ausgebildete Zahntechniker. Die Anfertigung von zahnärztlichen Arbeiten erfolgt ausschließlich auf Weisung des Zahnarztes im Rahmen eines Werkvertrags; eine behandelnde Tätigkeit der Zahntechniker am Patienten ist nach dem Zahnheilkundegesetz strafbar. Bei der Anfertigung und Reparatur von Zahnersatz für gesetzlich Versicherte unterliegen die Preise hierfür einem bundeseinheitlichen Leistungsverzeichnis ( Ab Mitte Juni 1998 muss nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) jedes Werkstück, welche aus einem gewerblichen Laboratorium an einen Zahnarzt geliefert wird, eine sog. Konformitätserklärung mit folgendem Inhalt beiliegen: Diese Bescheinigung muss vom Zahnarzt 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Ab dem 01.01.2012 müssen die Zahnarztpraxen die Abrechnungen der gesetzlich versicherten Patienten der KZV komplett elektronisch übermitteln. Dies bedeutet auch, dass die in den Laborrechnungen enthaltenen Material- und Laborkosten als Bestandteil der zahnärztlichen Abrechnung elektronisch an die KZV zu übermitteln sind. |
|
Dentallänge ,
geradlinige Entfernung zwischen vom vorderen Rand des 1.
Prämolaren bis zum hinteren Rand des
3. Molaren (Weisheitszahn)
Dentalindex
Dentallaser ,
Laser,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
Dentallaut , Zahnlaut, engl.: dental consonant; an den oberen Schneidezähnen
gebildeter Laut, z. B. "T",
addental, dental,
S-Kanal;
Dentallegierung
, engl.: dental alloy;
Legierung
Dental Liaison Committee (DLC)
Vertretung der Zahnärzteverbände aller EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel.
Bundeszahnärztekammer
Dentalmedizinischer Doktor (DMD),
Doktor,
Master,
Zahnarzt
Dentalplaque , dentale Plaque, engl.:
dental plaque;
Plaque
DentalReflex - Methode
zu den medizinischen Außenseitermethoden gehörende "Diagnostik" auf der
Grundlage, dass eine Beziehung zwischen den Zehen und den Zähnen bestehen soll,
wofür keine wissenschaftlichen Beweise angeführt werden: "Dieses Wissen ist so
detailliert, dass nicht nur bekannt ist, mit welcher Zehe welcher Zahn in
Verbindung steht, sondern sich sogar bestimmen lässt, welcher Bereich um die
Zahnwurzel herum beherdet ist. Selbst pathologisch veränderte Zahnfleischtaschen
können millimetergenau lokalisiert werden."
alternative
Behandlungsmethoden,
Wechselbeziehungen
http://www.zhkplus.de/
Dentaltechnologie
engl.: dental technology; Ingenieurstudium, welches insgesamt acht
Semester dauert. Es vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse in
Material, Verarbeitung, Forschung und Arbeitsprozesse in der Zahntechnik. Die
Kenntnisse, über die der zukünftige Dipl.-Ing. für Dentaltechnologie verfügen
wird, ermöglichen ihm den Einstieg in die verschiedensten u.a. sehr
anspruchsvollen Tätigkeitsbereiche, sowohl in der Industrie als auch im Handel
und öffentlichem Dienst, oder auch als Berater, Gutachter oder Lehrer in der
Berufsschule. Am 1. April 2005 schlossen die ersten 13 Absolventinnen und
Absolventen erfolgreich ihren Studiengang "Dentaltechnologie" an der
Fachhochschule Osnabrück ab.
Dentatus™ Artikulator
ehemals bekannter, individueller Non-Arcon
Artikulator. Haupteigenschaften
sind:
gerade Gelenkbahn
drehbare Gelenksäulen
veränderbarer Inzisaltisch
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/
Dentes , Plural von Dens (Zahn),
Dens, Zahn
Dentes confusi, Dentes concreti ,
Gemination,
Zahnverschmelzung,
Zwillingszahn
DentHelp
EUS-DentHelp; Entscheidungsunterstützungssystem (EUS); von der
Akademie für Zahnärztliche
Fortbildung Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen
entwickeltes "Haltbarkeits-Vorhersage-System" bei neu zu planenden prothetischen
Restaurationen.
| Dentikel Dentinkörnchen, Pulpastein, engl.: pulp stone; zahnbeinähnliches abgerundetes Hartgebilde innerhalb der Nervhöhle eines Zahnes. Es sorgt hin u. wieder für neuralgiforme Schmerzen und kann zu Erschwernissen bei der Wurzelkanalaufbereitung führen. Einteilung in: » adhärenter Dentikel: dem Dentin aufsitzende D. » echter Dentikel: während der Zahnentwicklung gebildeter D. aus irregulärem Dentin » falscher (unechter) Dentikel: erst nach Abschluss der Zahnentwicklung entstehender D. aus geschichteten Lagen verkalkten Gewebes » interstitieller Dentikel: D. innerhalb des normalen Dentins |
|
![]() |
Dentiküre , an "Maniküre" angelehntes Modeschlagwort für eine "besondere" Professionelle Zahnreinigung
Dentimeter
engl.: Buxbaum Dentimeter, dental depth gauges; historische, im Umfang
veränderbare Drahtschlinge zur Messung des Kronenumfangs eines Zahnstumpfes am
zervikalen Rand; entwickelt Ende des
19. Jhds. von Dr. Buxbaum, Dental Department of the Cincinnati College of
Medicine
Ringmaß
| Dentin Zahnbein, Dentinum, ungew.: Ebur (= Elfenbein), engl.: dentin(e); die (von außen her) dem Zahnschmelz folgende Zahnhartsubstanz. (nach Bibliothek Uni-Halle): "D. ist ein vitales, mineralisiertes Hartgewebe. Es bildet die Hauptmasse des Zahnes und verleiht ihm seine spezifische Gestalt. Das D. umschließt die Pulpa, wird koronal von Schmelz und im Wurzelbereich von Zement überzogen. Entwicklungsgeschichtlich ist das Dentin ektomesenchymaler Herkunft, es entsteht aus der Zahnpapille. In seiner chemischen Zusammensetzung ist das D. mit dem Wurzelzement und Knochen vergleichbar, es unterscheidet sich aber vom Schmelz. Das D. besteht zu 70 Gew.% aus anorganischen Bestandteilen, vor allem Hydroxylapatit, zu etwa 20 Gew.% aus organischen Bestandteilen und zu etwa 10 Gew.% aus Wasser. Der mineralisierte Anteil enthält dabei im wesentlichen Kalzium und Phosphor (Gewichtsverhältnis 1:2,13). Daneben sind variable Konzentrationen an Fluorid, geringe Mengen an Karbonaten und Magnesium sowie eine Reihe von Spurenelementen (Al, Br, Cl, Cr, Fe, K, Mn, Na, S, Si, Zn) zu finden. Die organische Matrix besteht zu 91-92% aus Kollagen, fast ausschließlich Typ I, und zu 8-9% aus nicht kollagener Grundsubstanz (Chondroitinsulfat, Muko-und Sialoproteine, Lipide, Zitrat, Laktat). Morphologisch gesehen setzt sich das mineralisierte Zahnhartgewebe D. aus folgenden Bausteinen zusammen: Den Dentinkanälchen samt periodontoblastischem Raum, den Odontoblasten mit ihren Fortsätzen, dem peritubulären Dentin, dem intertubulären Dentin und dem Manteldentin. Das gesamte Dentin wird von Dentinkanälchen ("Tubuli dentinales") durchzogen. Die Zahl und der Durchmesser der Dentinkanälchen nehmen von der Pulpa zur Schmelz-Dentin- Grenze ab. Sind an der Pulpa-Dentin-Grenze im Durchschnitt 45000/mm² (30000- 52000/mm²) vorzufinden, reduziert sich diese Zahl bei 3mm Abstand von der Pulpa schon auf 20000/mm² (7000-40000/mm²). Der Durchmesser vermindert sich von 3-4µm an der Pulpa auf 0,5-0,9µm an der Schmelz-Dentin-Grenze; er nimmt altersbedingt durch Obliteration ab. Die Härte des menschlichen Dentins ist bedeutend geringer als die des Schmelzes, jedoch größer als die des Wurzelzementes oder des Knochens. Sie ist relativ konstant in allen Bereichen des Zahnes und wird mit einer Vickers-Härte von 82,5 kp/mm² bei 25 p Belastung angegeben. Lediglich pulpanah und in peripheren Bereichen ist die Härte mit 50-60 kp/mm² etwas reduziert" (nach Bibliothek Uni-Halle) Im Gegensatz zum Schmelz (knapp 90 Volumenprozent) besitzt D. nur einen anorganischen Anteil von etwa 45%. Die flüssigkeitsgefüllten Dentinkanälchen (s.o.) stehen unter einem nach außen gerichteten Druck (~ 25 - 30 mm Hg). Die Fläche, welche die flüssigkeitsgefüllten Kanälchen einnehmen, werden an der der Pulpa mit 22 - 28 % angegeben und nehmen zur Dentin-Schmelzgrenze hin auf 1- 4% ab. Diese Zahlen sind für die Die kritische Grenze für die
Kariesentstehung liegt für Schmelz
bei pH 5,5–5,7 und
Dentin bei pH
6,3–6,5 - Schmelz ist also widerstandsfähiger als D. gegen
äußere Einflüsse. D. reagiert äußerst empfindlich (mit Deformierungen und Schmerzen)
auf mechanische Reize. So konnte gezeigt werden, dass bereits geringe Kräfte
von 30 cN - so wie sie beim Darüberstreichen mit einer
Sonde auftreten
können - zu einer Verformung mit oberflächlichem Verschluss der Kanälchen
und zu Schmerzempfindungen führt. |
|
Dentinadhäsive ;
Dentinhaftung
dentin-blush ,
Präparationstrauma,
Pulpenhämatom
Dentinfärbung ; engl.: dentin staining;
Kariesdetektor
Dentinhaftung
Dentinadhäsion, Dentinhaftvermittler, DAR, "Dentinkleber", engl.:
adhesive dentin bonding; historische
Weiterentwicklung der Schmelz-Ätz-Technik (
Adhäsivtechnik)
unter Einbeziehung eines weitaus größeren Zahnhartsubstanz-Anteils.
Historie: Seit über 100 Jahren gibt es unzählige Versuche und
Empfehlungen zur Bearbeitung und Benetzung von Schmelz- und Dentinoberflächen
mit dem Ziel, eine innige und dichte Verbindung zu Restaurationsmaterialien mit
dem Zahn zu erhalten (
Randschluss).
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde versucht, erste "Dentinklebungen" zu
realisieren. Erst seit Anfang bis Mitte der 90er Jahre des letzten Jhds. liegen
neue wissenschaftliche Erkenntnisse vor, um ein Totalbonding (einschließlich
Dentin,
Adhäsivtechnik) in
der klinischen Anwendung ("Praxisreife") empfehlen und einsetzen zu können.
Bei konventioneller Vorgehensweise (ohne D. oder
SÄT) werden nach der
Präparation
einfache
Füllungen als plastische Masse in die
aufgebohrten Zähne gestopft, wo sie erhärten und unter den Überhängen des
Füllungsrandes ("unter sich gehende Stellen") Halt finden. Eine andere Methode
ist das Einzementieren
laborgefertigter Füllungen (Inlays). In
beiden Fällen kommt es zu keinem innigen Verbund der Füllung mit dem Zahn. Mit Hilfe
moderner Adhäsivtechniken
gelingt es heute, Füllungen mit entsprechenden Klebern nicht nur am
Schmelz, sondern auch an den tieferen
Zahnschichten (Dentin) "fugenlos" anzukleben, so dass kein
(Rand-)Spalt mehr verbleibt. Durch diese so genannten Dentinadhäsive können
Füllungen,
Veneers,
Teilkronen oder
Kronen aus
Metall,
Kunststoff oder
Keramik am Zahn befestigt werden. Dabei
wird nicht nur ein Herauslösen verhindert, sondern auch der behandelte Zahn
insgesamt stabilisiert.
Anatomisch ist grundsätzlich zu beachten:
Im Gegensatz zum Schmelz (knapp 90 Volumenprozent) besitzt D. nur einen
anorganischen Anteil von etwa 45%. Die flüssigkeitsgefüllten
Dentinkanälchen stehen unter einem nach außen gerichteten Druck (~ 25 - 30
mm Hg). Die Fläche, welche die flüssigkeitsgefüllten Kanälchen einnehmen, werden
an der der Pulpa mit 22 - 28 % angegeben
und nehmen zur Dentin-Schmelzgrenze hin
auf 1- 4% ab. Diese Zahlen sind für die Anwendung von
Adhäsiven von Bedeutung: tiefere
Schichten des Dentins verhalten sich ausgesprochen
hydrophil; dies wirkt den
hydrophoben Eigenschaften
der Adhäsive entgegen.
Bedingt durch die Präparation eines Zahnes mit
Bohrinstrumenten verbleibt anschließend
auf der Oberfläche des Dentins eine sog. "Schmierschicht" welche aus
Kollagen- u. Hydroxylapatittrümmern, Dentinliquor u. Odontoblastenfortsätzen,
Blut-, Speichel- u. Kühlspraybestandteilen besteht; sie ist mit etwa 2 bis
6 µm langen "Schmierpfropfen" ausgebildet, welche die angeschnittenen
Dentinkanälchen verschließen.
Prinzipiell lassen sich zwei Arten der chemomikromechanischen Dentinhaftung
unterscheiden, basierend auf chemischen und morphologischen Oberflächenanalysen:
Erhaltung der Schmierschicht und
Imprägnation mit Kunststoff oder
Auflösung der Schmierschicht mit
vollständiger Entfernung durch Konditionierung oder
Wiederausfällung der gelösten Schmierschicht
Je nachdem, wie Adhäsivsysteme
diese Schmierschicht behandeln, unterscheidet man:
Bisher sind nur wenige Untersuchungen darüber vorhanden, wie sich die D.
auf den Zahnnerv auswirkt. Bisherige
Untersuchungen bestätigen die Vermutung, dass bei direktem Kontakt der
Adhäsiv-Materialien mit dem Zahnnerv
Pulpenschädigungen auftreten können; eine Verwendung als
direktes Überkappungsmaterial wird - bevor
größere Langzeitstudien vorliegen - deshalb nicht empfohlen. Da das
Standardpräparat bei Überkappungen
des Zahnnervs -
Calciumhydroxid - säurelöslich ist, muss es
immer durch eine Unterfüllung
abgedeckt werden.
Bisherige Chromosomen-Aberrationsanalysen lassen vermuten, dass
Dentinhaftvermittler mit einem gewissen genotoxischen Risiko verbunden sein
könnten. Bestimmte Bestandteile der Substanzen wie Acrylate scheinen dafür
verantwortlich zu sein.
Eine nach dem Legen der Füllung
auftretende
Überempfindlichkeit des Zahnes, bedingt dadurch, dass die
Dentinkanälchen vor dem Einbringen der eigentlichen Füllung nicht richtig
verschlossen wurden, klingt meist nach 6 Wochen von selbst ab, da bis dann das
Dentin soviel Proteine selbst ausgefällt hat um die
Überempfindlichkeit "von innen" heilen zu können.
Adhäsivtechnik,
C-Faktor, Conditioner,
Füllungsmaterialien,
Leakage,
Liner,
Randschluss,
Überempfindlichkeit
Dentinimplantat
autogenes, engl.: dentin implant; Abdecken der bei einer
Vitalamputation frei liegenden
Stümpfe der Wurzelpulpa mit kariesfreien Dentinspänchen, die aus dem selben Zahn
gewonnen werden. Bei dieser wohl mehr theoretisch wirkenden Methode sollen die
kleinen Teilchen als Keimzentren für die Ausbildung einer
Hartsubstanzbarriere dienen.
Dentinkanälchen
; Tubuli (dentinales);
Abrasion, Dentin
| Dentinogenesis imperfecta DI, Glaszähne, unvollständige Zahnbildung, engl.: do. o. dark teeth; genetisch bedingte Dysplasien des Zahnbeins (Häufigkeit etwa 1:8.000). Oft gleichzeitiges Vorkommen einer Zahnunterzahl und Störungen des gesamten Skelettsystems (Osteogenesis imperfecta). Unterscheidung in zwei Hauptgruppen:
|
|
Dentinoid , die noch unverkalkte Grundsubstanz des Dentins
Dentinom
engl.: dentinoma; seltener, gutartiger
odontogener Tumor im oder am Kiefer; auch
als Abart eines
ameloblastischen Fibroms oder
Odontoms angesehen.
Dentinoblasten ;
Odontoblasten
Dentinplastik , Wurzelkanalverbolzung,
Begriff aus der Endodontie beim
Verschluss des Apex;
Patency-Feile
Dentinscherbe , Zahnscherbe,
Zahnscherbchen, erstes Sichtbarwerden von Teilen der Krone eines Zahnes auf
dem Röntgenbild; Abb.
Weisheitszahn
Dentist
Zahnmediziner, engl.: do.; in D (West) bis 1952 existierende Berufsbezeichnung
für Zahnheilkundige ohne akademische Ausbildung (
Approbation); staatlich anerkannte
aber nicht bestallte Zahnmediziner, dieses waren i.d.R.
Zahntechniker, welche
nach erfolgreichem Besuch einer Dentistenschule am Pat. behandeln
durften (s.u.). In vielen anderen Ländern/Sprachen Bezeichnung für einen Zahnarzt (dental
surgeon = Zahnarzt, Kieferchirurg). In D heute eher als abfällige
Titulierung gebraucht.
Historie:
1851 wird in Preußen eine
Kurierverbot erlassen; allerdings: mit dem Erlass der "Neuen Gewerbeordnung
für den Norddeutschen Bund" wurde 1869 die sog.
Kurierfreiheit dort eingeführt,
die übrigen deutschen Länder folgten bis 1873 (eine
Approbation benötigte nur, wer sich
als "Arzt" bezeichnen wollte). Für die zunächst unter vielen Begriffen
bezeichneten "Zahnheilkundigen" setzte sich ab 1900 der Begriff "Dentist"
durch. 1939 wird das Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne
Bestallung (Heilpraktikergesetz) erlassen, die
Zahnheilkunde ist diesem
Personenkreis nicht zugänglich. Erst mit dem
Zahnheilkundegesetz (1952) wurde die Kurierfreiheit in der
ZHK in D (West) endgültig
abgeschafft und auch der Dualismus mit dem Dentistenstand durch das "Bonner
Abkommen" (manchmal auch als "Allensbacher Abkommen" bezeichnet) beendet. Bis Ende 1953 erbrachten die 15.000 damals
tätigen deutschen D. durch einen 60stündigen Fortbildungskurs den
entsprechenden Qualifikationsnachweis und erhielten daraufhin die
Bestallung als Zahnarzt. Parallel
dazu trat diese Einigung des Berufstands in der Sowjetischen Besatzungs-Zone (SBZ,
später: DDR) schon 1949 durch das sog. "Leipziger Abkommen" ein (
ZP-aktuell).
1910 wurden die D. in die
Reichsversicherungsordnung aufgenommen, ab 1920 erfolgte eine staatliche
Prüfung ("Dentistenbestallung") nach zweijähriger praxisorientierter
Fachschullehre auf einer Dentistenschule. Um diese Zeit gab es etwa doppelt so
viel D. wie Zahnärzte in D. Die mit Beginn des 20. Jhds. verstärkt
wissenschaftliche Ausrichtung der ZHK
und die zunehmende Erfordernis allgemeinmedizinischer Zusammenhänge führte zu
einer immer stärkeren Kluft zwischen den
approbierten Zahnärzten einerseits und dem Dentistenstand auf der anderen
Seite.
Kurierfreiheit,
Stomatologie, Zahnarzt,
ZahnProthetiker
Dentista Club
Buena Vista Dentista Club e.V., Verband der Zahnärztinnen; der
Dentista Club, wie er seit seinem Start im November 2007 kurz genannt wird, ist
von Zahnärztinnen gegründet worden. Ziel war und ist, die Veränderungen im
zahnärztlichen Berufsstand, die sich durch einen rasch steigenden Anteil an
Zahnärztinnen an der Gesamtzahnärzteschaft ergeben, aktiv zu begleiten.
Einerseits wird – auch in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft – beobachtet,
welche Veränderungen sich in Wissenschaft und Praxis ankündigen, andererseits
werden Themen bearbeitet und Materialien entwickelt, die die Berufsausübung der
Zahnärztinnen in bestimmten Lebens- oder Berufsphasen unterstützen (Beispiel:
Ratgeber Schwangerschaft). Der Dentista Club kommuniziert als Berufsverband der
Zahnärztinnen über die Website (www.dentista-club.de),
über das vierteljährliche Journal für Zahnärztinnen und Fachzahnärztinnen, die
DENTISTA, und veranstaltet jährlich das Hirschfeld-Tiburtius-Symposium, das der
ersten approbierten Zahnärztin in Deutschland gewidmet ist. Ziel ist die aktive
Mitgestaltung der Zukunft des zahnärztlichen Berufsstandes durch fundierte
Darstellung sowie kontinuierliche Vertretung der Interessen der Zahnärztinnen.
| Dentitio difficilis (Zahn-)Durchbruchsstörung, difficilis = schwierig, erschwert; veralteter Ausdruck für einen mit Komplikationen verbundenen Zahndurchbruch, heute: Perikoronitis, engl.: difficult dentition, pericoronitis; erschwerter Zahndurchbruch mit teils ausgeprägter Zahnfleischentzündung. Bekannt bei den Milchzähnen unter dem Begriff "Zahnen"; bei den Weisheitszähnen auf Grund von Platzmangel eines durch Gebissreduktion bedingten zu kleinen Kiefers. Kann teilweise erhebliche Schmerzen mit starker Entzündung, Fieber und eine eingeschränkte Mundöffnung verursachen. Nicht vollständig durchgebrochene oder eingestellte Weisheitszähne sind manchmal die einzigen Gebiete von Zahnfleischentzündungen im ansonsten gesunden Gebiss. Besonders die hinteren Flächen der dritten Molaren weisen dabei häufig eine stark erhöhte Sondierungstiefe mit entsprechendem Befall pathogener Mikroorganismen in den Taschen auf. Vor allem für junge Patienten ist eine solche Situation eine Quelle chronischer Entzündung im Mund, die eine Entfernung raten lassen. |
|
![]() erschwerter Weisheitszahn- durchbruch |
| Dentition Dentitio, Zahndurchbruch, Zahnung, "Zahnen", engl.: do. o. tooth eruption, toothing or teething, beginnt etwa mit dem 5. - 7. Säuglingsmonat und endet i.d.R. zwischen 17 u. 24 Jahren (Durchbruch der Weisheitszähne). Die D. laufen in Etappen, sog. Zahnetappen, ab. Näheres unter Neben dem augenscheinlichen Durchbruch besteht zeitlebens ein "kontinuierlicher Durchbruch der Zähne": Dieser beträgt in der aktiven Wachstumsphase 1,2 bis 1,5 mm/Jahr und später ca. 0,1mm/Jahr. So kann z.B. ein mittlerer Schneidezahn zwischen dem 9. u. 25. Lj. 6mm nach kaudal und 2,5 mm nach labial "wachsen". Die D. sind häufig bei Fluoridzugabe um 1 Jahr verzögert, ohne von negativen Auswirkungen begleitet zu sein. Bis auf die Weisheitszähne im bleibenden Gebiss meist ohne Probleme, im Milchzahngebiss gern mit Komplikationen ("Zahnen") auftretend. |
|
|
Dentitionsreihenfolge
Dentitionssequenz, engl.: dentition sequence; Reihenfolge der
Zeitpunkte des Auftretens der Zähne in der kindlichen/jugendlichen Mundhöhle;
z.B. wichtig für die Bestimmung des günstigsten Zeitpunktes von
kieferorthopädischen
Behandlungsmaßnahmen (Einschätzung der Wachstumsbereitschaft des
Kiefer-Gesichts-Komplexes).
im
Milchzahngebiss verläuft die D.
- für Ober- und Unterkiefer identisch :
Zahn 1, 2, 4, 3, 5
im bleibenden
Gebiss verläuft die D. - für Ober- und Unterkiefer verschieden - derart:
Oberkiefer: Zahn 6, 1,
2, 4, 5, 3, 7, 8
Unterkiefer: Zahn 6, 1, 2, 3,
4, 5, 7, 8
Dentition,
Wechselgebiss,
Zahndurchbruch,
Zahndurchbruchszeiten
| Dentitionszyste Eruptionszyste, (Zahn-) Durchbruchszyste, engl.: eruption cyst; der follikulären Zyste ähnliche Flüssigkeitsansammlung im Hohlraum zwischen dem inneren und äußeren Schmelzepithel ( |
|
Dentitio tarda
verzögerter Zahndurchbruch, "Spätzahner", engl.: do. o.
retarded dentition; erheblich (mehr als 2 Jahre) von der physiologischen
Durchbruchszeit (
Dentition) und/oder den
übrigen Körperwachstumsmerkmalen abweichendes Erscheinen eines Zahnes. Neben
genetischen Faktoren (
erbliche
primäre Zahndurchbruchstörung) werden Stoffwechselstörungen (Vitamin D-Mangel), hormonelle
Störungen der Hypophyse oder Schilddrüse, Begleitsymptom bei Syndromen, Folgen
erhöhter ionisierender
Strahlung, usw.
Betroffen ist sowohl das Milch- wie auch das
bleibende Gebiss. Im bleibenden
Gebiss wird der Ausdruck auch noch für den verspäteten Durchbruch infolge
Verlagerung der Zahnkeime oder
mangelndem Platz in der
Zahnreihe gebraucht.
erbliche
primäre Zahndurchbruchstörung,
Eruption,
Zahndurchbruch
dent-Nosode
auf dem Prinzip von Autonosoden (
http://www.autonosode.de/index.asp) beruhende, unterstützende,
homöopathische Therapie zur
Behandlung von entzündlichen
Zahnfleischerkrankungen. Autonosoden sind aus patienteneigenen Materialien
hergestellte homöopathische Vaccine und sollen einen individuellen Bezug zur
Krankheitsgeschichte des Patienten haben.
Bei der dent-Nosode-Methode werden z.B. die
Parodontalkeime aus der
Zahnfleischtasche entnommen,
speziell aufbereitet und dann dem Körper in einer homöopathisch verdünnten Form
(D6 - D30) präsentiert. Über die Erkennung keimspezifischer
Oberflächenstrukturen soll eine spezifische Immunantwort hervorgerufen und somit
die Erreger auf immunologischer Ebene bekämpft werden.
Die Anwendung erfolgt in die mechanisch
oder chirurgisch vorbehandelte Zahntasche. Eine alleinige Nosodentherapie
ohne mechanische/chirurgische Vorbehandlung ist zwecklos, da die entzündeten
Oberflächen eine viel zu große Oberfläche aufweisen. Langzeituntersuchungen
stehen bisher aus.
dentoalveoläre Kompensation
engl.: dentoalveolar compensatory mechanism; Eigenschaft des Körpers,
eine skelettale Dysgnathie (z.B. eine
Progenie) durch Anpassen der
Zahnstellung zu kaschieren ("kompensieren"). Mit Hilfe dieses Mechanismus werden
Zähne und Alveolarbögen an unterschiedliche Lagebeziehungen zwischen Ober- und
Unterkiefer angepasst.
dentogen , engl.: odontogenic, odontogenous; vom Zahn(-system) ausgehend,
oder zur Zahnentwicklung bzw. zum Zahn(-system) gehörend.
dental
| dentogingivaler Verschluss dentogingivale Verbindung (Komplex), Epithelansatz, engl.: dentogingival seal; biologisch "dichte Verbindung" (für Mikroorganismen undurchlässig) zwischen der Mundhöhle und dem im Kiefer liegenden Teil des Zahnes durch das sog. Verbindungsepithel, welches am Zahnschmelz in Höhe des Zahnhalses mit dem Epithelansatz verbunden ist, und einer Verbindung von kollagenen Fasern ( |
|
Dentoklasten
Zementoklasten, engl.: dentoclasts, cementoclasts;
vielkernige Riesenzellen, welche das
Wurzelzement abbauen. Sie sind von Osteoklasten nicht zu unterscheiden.
Dentometer™ ;
Prepometer
Dentoprog-Methode
Kariesrisikobestimmung; die Kariesrisikobestimmung nach diesem Verfahren
eignet sich für Kinder der Altersgruppen 6,5 - 10 Jahre und 10 - 11,5 Jahre. Sie
basiert auf den Daten einer 4-jährigen Untersuchung an fast 500 Kindern. Aus den
Erkenntnissen dieser Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Zimmer
der interaktive Karies-Risikotest entwickelt. Nach der
Diagnose und Eingabe drei klinisch rasch bestimmbaren Parameter kann das
individuelle Karies-Risiko abgeschätzt werden. Folgende Formeln kommen zum
Einsatz:
6- bis 8-Jährige: Anzahl gesunder Milchmolaren (MM, 0 – 8), Anzahl verfärbter
Fissuren und Grübchen an ersten Molaren (0 – 8):
DPW = -0.34 x ges. MM + 0.18 x verfärbter Fissuren/Grübchen
bei 9- bis 12-Jährige zusätzlich erfasst: Anzahl
White spots an den Außen- und
Innenflächen der Zähne (0 – 8)
DPW = -0.27 x ges. MM + 0.24 x verfärbter Fissuren/Grübchen + 0.34 x
White spots
Als zweckmäßig hat sich hierbei der "Kariesrisikoschieber" nach Professor
Marthaler (Zürich) erwiesen.
Cariogram, Kariesrisiko
http://www.gaba-dent.de/
| DentoSafe™ Zahnrettungsbox, engl.: tooth rescue box; (Fa. MEDICE, www.medice.de/); rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Der pH-Wert des in der Rettungsbox enthaltenen Nährmediums wird vom Hersteller mit 7,2 bis 7,3 angegeben, die Osmolarität mit 335 mmol/ kg. Ein Antibiotikum ist nicht enthalten. Das Zell-Nährmedium enthält ein Puffersystem zur Stabilisierung des pH-Werts sowie einen Farbindikator, der ein gefährliches Absinken des pH-Wertes durch einen Farbumschlag von rosa nach gelb signalisiert. Der Hersteller gibt an, dass die Nährlösung die wichtigen Wurzelhautzellen für 25 Stunden vital erhält; danach kann der Zahn noch einmal in frische Lösung gelegt und so bis zu 50 Stunden gelagert werden. D. wird bei Raumtemperatur gelagert und ist dann drei Jahre haltbar. |
|
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Denture-Hygiene-Index nach Wefers, DHI, Messzahl zur Einschätzung des Verschmutzungsgrades von herausnehmbaren Zahnersatz; von Wefers 1999 beschrieben. Es werden die basalen, vestibulären und oralen Prothesenflächen inspiziert und bewertet. Die Prothese (Ober- und Unterseite) wird in 10 Areale aufgeteilt (s. Abb.). Diese Bezirke werden nach dem Ja/Nein Prinzip auf das Vorhandensein von Belägen inspiziert. Harte und weiche Beläge werden bei der Auszählung gleich behandelt. Somit ergeben sich pro Prothese Indexpunkte zwischen 0 und 10. Der Gesamtwert wird auf Prozente umgerechnet. Fakultativ können zur besseren Sichtbarmachung Plaquerelevatoren eingesetzt werden. Neben der Überprüfung der Reinigungsqualität durch den Patienten dient der DHI auch dazu, die Eigenschaften verschiedener Prothesenbasismaterialien zu überprüfen (Hygienisierbarkeit der verwendeten Materialien). Naturgemäß schneiden hierbei weichbleibende Unterfütterungsmaterialien sehr schlecht ab. Weiter ist noch der PHI (Prothesen Hygiene Index) nach Schubert und Schubert seit 1979 bekannt. |
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Depotphorese ,
Iontophorese,
wissenschaftliche Stellungnahme der DGZMK
zur D.:
http://www.dgzmk.de/
Depression
Infraokklusion
Deprogrammierer
Kois Deprogrammer, Vorrichtung zur
Kaumuskelentspannung durch Entfernen aller
okklusalen Interferenzen und aller habituellen
Bewegungsabläufe des Unterkiefers. Der hauptsächlich nachts getragene D.
beseitig nach Tagen/Wochen Muskelverspannungen und dynamische Fehlokklusionen,
welche der Patient einnimmt, um Schmerzen zu vermeiden. Eine Rückführung in eine
zentrische Relation kann dadurch bewirkt
werden.
http://www.gak-stuttgart.de/download.php?id=42 ;
https://www.dentalaegis.com/cced/2012/12/transitional-bonding-with-the-kois-deprogrammer-a-conservative-treatment-approach
Depuration
engl.: do.: lat. = Reinigung, Entfernung von schädlichen
Belägen/Verunreinigungen. In der ZHK
vereinzelt gebraucht für eine Zahnbelagsentfernung (Konkremente,
Plaque,
Zahnstein) bzw.
Wundtoilette;
http://www.zmk-aktuell.de/
Dermatom , Hauthobel;
Mukotom ("Schleimhauthobel")
Dermoidzyste , "Haargeschwulst", engl.:
dermoid cyst;
Weichteilzyste
Desensibilisierung ,
Desensitizer,
engl.: desensitization;
überempfindliche Zähne, Allergie,
Gluma,
Kaliumnitrat
Desinfektion
Entkeimung, Entseuchung, engl.: disinfection; mit dem Ziel
der Keimverminderung durch Abtötung oder Inaktivierung.
Unterscheidung zwischen physikalischer D. (Hitze o.
Strahlen), und
chemischer D. (mit Desinfizienzien wie Alkohole, Formaldehyd, Ozon, Peressigsäure,
Wasserstoffperoxid usw.). Für die
Händedesinfektion werden zahnärztlicherseits
überwiegend 60 - 80 %ige Alkohole nach einer vorherigen Seifenreinigung
verwandt. Nicht wirksam sind Desinfektionsmaßnahmen gegen Bazillensporen;
deshalb müssen chirurgische Instrumente durch entsprechende Verfahren
sterilisiert werden.
Asepsis,
Aseptik,
Biostoffverordnung,
Full Mouth Desinfection,
Formalin,
Glutaraldehyd,
Grobdesinfektion,
Heißluftsterilisation,
Hygiene,
Instrumentendesinfektion,
Kaltsterilisation,
Kavitätendesinfektion, PDT,
Sprühdesinfektion,
Sterilisation,
Sterilität,
Thermodesinfektion,
Wasserentkeimung,
Wischdesinfektion
"Infektionsprävention
in der Zahnheilkunde - Anforderungen an die Hygiene" ; sog. Hygienerichtlinien
des RKI, 2006 o.
©: RKI-2006
Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel
und -verfahren (31.5.2007) ,
©: RKI-2007
| Desmodont Wurzelhaut, Periodontium, (Paro-) o. Periodontalligament, engl.: periodontal ligament (PDL); bestehend aus feinen kollagenen Faserbündeln (sog. Sharpey-Fasern), welche einerseits im Wurzelzement des Zahnes, zum anderen im Alveolarknochen befestigt sind und so den Zahn federnd abstützen ( |
|
Desmodontalspalt , Alveolarspalt;
Parodontalspalt
Desmodontitis ,
engl.: periodontitis; wenig gebräuchlicher Ausdruck für eine
Entzündung der
Wurzelhaut;
Parodontitis
| desolat , trostlos, traurig; in der
ZHK gebräuchlich für stark
vernachlässigte, meist nicht mehr reparable Gebisszustände ("desolates Gebiss"). |
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Desquamation ,
Ablösung, Abschuppung, engl.: do., der der obersten
Epithelschichten von (Schleim)Häuten.
desquamative Gingivitis,
Landkartenzunge
Detritus , engl.: do.; Überreste zerfallener
Zellen oder Gewebe im oder am Zahn
Debridement
Deviation
Abweichung, Ablenkung, engl.: do. o. mandibular skewing;
in der ZHK als Kurzbezeichnung für
Unterkieferdeviation. Abweichung der Kinnspitze oder des
Inzisalpunktes bei
der Öffnungsbewegung um mehr als 2
mm zu einer Seite
hin, mit Rückkehr in die
Medianebene (= korrigierte Seitabweichung). Sicheres Zeichen für eine Störung des
Kausystems, i.d.R. einer Erkrankung
des Kiefergelenks.
Abweichung, Deflexion, Funktionsanalyse,
Unterkieferbewegung
devital
korrekter: avital, engl.: do.; abgestorben, leblos; in der
ZHK Bezeichnung für einen Zahn, dessen
Zahnnerv abgestorben ist ("pulpatot", "marktot")
und so keine Reaktion mehr zeigt.
Devitalisation,
Vitalitätsprüfung
| Devitalisation devitalisieren; medikamentöse Abtötung (eines Zahnnervs), engl.: devitalization; durch chem. Mittel auf Paraformaldehydbasis (z.B. Toxavit®) oder arsenhaltige Substanzen (sog. Amputationspasten). Chemische Mittel zur D. sind nur noch in Ausnahmefällen in der Notfallsprechstunde gebräuchlich; eine Verwendung von arsenhaltigen Substanzen ist obsolet, die von (Para-)Formaldehyd umstritten. Standard ist heute die sofortige Entfernung ( |
|
|
DGAZ
Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (ehemals Arbeitskreis für
Gerostomatologie, AKG). Gemeinnütziger Verein mit ua. folgenden Zielen:
Förderung einer wissenschaftlichen
Gerostomatologie, Förderung der
gerostomatologischen Fort- und Weiterbildung, Vertretung der wissenschaftlichen
Gerostomatologie in den Organen und Strukturen der anderen medizinischen
Fachgebiete und ihrer Nebengebiete.
http://www.dgaz.org
DGÄZ ; Deutsche Gesellschaft für
Ästhetische Zahnheilkunde,
http://www.dgaez.de/
DGFDT ;
Deutsche
Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie in der Zahn-, Mund und
Kieferheilkunde;
http://www.dgfdt.de
DGGZ ;
Deutsche Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde; erforscht und kommuniziert Unterschiede in der Biologie (Sexus)
und in der soziokulturellen Geschlechterrolle (Gender) mit dem Ziel, Prävention
und Therapie in der Zahnheilkunde gezielter auf die unterschiedlichen
Bedürfnisse der Patienten auszurichten, hormonelle Unterschiede zu beachten sowie Information und Aufklärung der
Patienten entsprechend zu optimieren.
http://www.dggz-online.de/
DGI ;
Deutsche Gesellschaft für Implantologie;
http://www.dgi-ev.de ;
implantologische Fachgesellschaften
DGK , Deutsche Gesellschaft für
Kinderzahnheilkunde ;
http://www.kinderzahnheilkunde-online.de/
DGP
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. ; die DGP hat sich 2006 mit ihren
über 3300 Mitglieder zur mitgliederstärksten wissenschaftlichen Fachgesellschaft
in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde entwickelt.
ARPA ,
http://www.dgparo.de
DGPro;
DGZPW
DGZS ; Deutschen Gesellschaft für
Zahnärztliche Schlafmedizin ;
www.dgzs.de
DGUZ
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-Zahnmedizin, engl.: German
Association of Environmental Dentistry; die Gesellschaft schreibt zu ihrem
Zweck u.a.: "Zahnmediziner sind gezwungen, Fremdmaterialien in den Körper ihrer
Patienten dauerhaft einzubringen. Jedes Material kann aber einen Trigger für
chronische Entzündungen darstellen denn es geht Wechselwirkungen mit dem
Organismus ein. Andererseits werden Zahnärzte aber auch mit der Situation
konfrontiert, dass immer mehr ihrer Patienten schon an chronisch entzündlichen
Erkrankungen leiden. Bei ihnen müssen sie gezielt nach unverträglichen
Materialien oder Störfaktoren suchen und zusätzliche entzündliche Reize
vermeiden, um den bestehenden Erkrankungsprozess nicht zu beschleunigen."
http://www.dguz.de/
| DGZ Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung; "... sie wurde im Rahmen einer Gründungsversammlung am 14.11.1986 ins Leben gerufen. Sie entstand aus der Arbeitsgemeinschaft für Zahnerhaltung (AfZ), die die Belange der Zahnerhaltung innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mundund Kieferheilkunde (DGZMK) vertreten hatte. In der ehemaligen DDR bestand bereits seit 1966 die Gesellschaft für Konservierende Stomatologie. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde von den Vorständen beider Gesellschaften die Zusammenführung zu einer gemeinsamen Fachgesellschaft zum 01.01.1991 beschlossen. ..." (nach DZZ 2009; 64) Bekannte Auszeichnungen: "Adolph-Witzel-Medaille" u. "Walkhoff-Preis". Ende 2010 erfolgte eine Ausweitung dieser Gesellschaft als Dachgesellschaft-Zahnerhaltung für andere Gruppierungen (nachfolgend aus ZPWonline; s. Schema): |
DGZI
Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie e. V., engl.:
German Association of Dental Implantology; Der weltweit vertretenen DGZI gehören
in D mehr als 350 (Stand 3/2009)
geprüfte Spezialisten der
Implantologie mit der geschützten Bezeichnung "Spezialist Implantologie"
an. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist eine zertifizierte
Weiterbildung wie das Curriculum
Implantologie der DGZI, eine mindestens vierjährige
implantologische Erfahrung und der Nachweis von 400 gesetzten Implantaten bzw.
von 250 implantologisch versorgten Fällen. Außerdem erhalten
die Spezialisten den "Tätigkeitsschwerpunkt
Implantologie".
Partnergesellschaften sind in den USA, die
AO Academy of Osseointegration,
die über 6000 Mitglieder hat und die
AAID, die mehr als 3500
Zahnärzte als implantologische Mitglieder hat. Beide Gesellschaften agieren
ebenfalls weltweit.
implantologische Fachgesellschaften
http://www.dgzi.de
| DGZMK Deutsche Gesellschaft für Zahn- , Mund- und Kieferheilkunde (Centralverein), engl: sinngemäß: German Academic Association of Dentistry; über 13.000 Mitglieder starke, älteste wissenschaftliche Dachorganisation der wissenschaftlichen Gruppierungen der deutschen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. In dieser Funktion koordiniert sie die Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen aus Politik und Gesellschaft und die Erarbeitung von Leitlinien für die zahnmedizinische Behandlung. Wissenschaftsförderung und Wissenstransfer gehören zu ihren Kernkompetenzen. Wichtigste wissenschaftliche Auszeichnung: "Miller-Preis". Es besteht eine "enge Kooperation" mit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) - innerhalb derer beide Organisationen ihre volle Eigenständigkeit bewahren. So erarbeiten bspw. BZÄK und DGZMK zusammen die verbindlichen Vorgaben auf dem Gebiet der Fortbildung. |
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DGZPW ; ehemals "Deutsche
Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde e.V." ; seit 2009
umfirmiert in "Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und
Biomaterialien e.V." (DGPro);
http://www.dgpro.de/
DHI ,
Denture-Hygiene-Index
DI-S
, Abk. von Debris Index Simplified, dt.: vereinfachter Belags-Index;
Belagsindex
Diabetes
Diabetes mellitus, "Zuckerkrankheit", engl.: do.; Störung des
Kohlenhydratstoffwechsels
verbunden mit einem anomal hohen Zuckerspiegel in Blut und Harn. Es gilt als
gesichert, dass aufgrund der sekundären Organveränderungen bei dieser
Stoffwechselerkrankung, wenn sie nicht ärztlich behandelt ("eingestellt") ist,
die Anfälligkeit für systemische
Infektionen aller Art stark erhöht ist.
Die Prävalenz ist in den vergangenen
Jahren in Deutschland kontinuierlich angestiegen.
Aus zahnärztlicher Sicht
sind Diabetiker als "immunschwache" Gruppe besonders häufig von
gestörter Wundheilung und lokaler
Infektion betroffen, was z.B. den prophylaktischen Einsatz von
Antibiotika vor operativen
Eingriffen anraten lässt. Das
Risiko, eine
Zahnfleischentzündung (Parodontitis)
zu bekommen, ist etwa dreimal so hoch wie das eines Nichtdiabetikers. Dazu kommt, dass eine
Parodontitis sich ungünstig auf die Blutzuckereinstellung auswirken kann.
Zweierlei belastet das Immunsystem
von Diabetikern: Bei hohen Blutzuckerwerten bindet sich überschüssige Glukose an
Immunglobuline - wichtige Bestandteile des Abwehrsystems - und mindert dadurch
deren Leistung. Auch spezielle weiße Blutkörperchen, die
Granulozyten, büßen an
Wirkung ein. Zudem bedingt eine im Vergleich zu Nichtdiabetikern oft schlechtere
Durchblutung der kleinsten Blutgefäße, dass diese nicht ausreichend mit
Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und so anfälliger für Keime werden.
Weiter gibt es klare Zusammenhänge zwischen
Zahnfleischerkrankungen und
einem schlecht eingestellten D.:
Untersuchungen ergaben: 66% aller Diabetes-Patienten zeigen Anzeichen
parodontaler Zerstörung, 43% weisen eine starke Parodontitis auf. Dabei zeigte
sich: Je schlechter der Diabetes eingestellt war, je höher die
Prävalenz einer starken parodontalen
Erkrankung. Damit ist eine klare Assoziation zwischen schlecht eingestelltem
Diabetes und Parodontitis gegeben. Weiter wird vermutet, dass Diabetiker mit
bestimmten IL-1 Genotypen ein erhöhtes Risiko für eine schwere parodontale
Erkrankung haben, vermutlich sind dies Träger von IL-1 B (-511) und IL-1B
(+3954).
Im Umgang mit D. tauchen besonders folgende Abkürzungen auf:
Antibiotikaprophylaxe,
Bakteriämie,
Implantat: Risikofaktoren, Mundgeruch (Halitosis),
Parodontitis-Risiko,
Periimplantitis,
Schleimhautbrennen
Broschüre:
Diabetes und Mundgesundheit, © Bundeszahnärztekammer;
"Wie
Diabetes mellitus und Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen", © Bundesärztekammer
Gut gepflegt
bei Diabetes
Diacrylate
engl.: do.; Verknüpfung von zwei
Acrylsäuregruppen. In der ZHK
meist Verwendung bei den Kompositen, sog. Diacrylat-Komposite. Als organische
Matrix werden dazu die Monomere
Bisphenol-A-Glyzidyl-Methacrylat (Bis-GMA), Urethandimethacrylat (UDMA),
Triethylenglycoldimethacrylat (TEGDMA) und ähnliche verwandt. Die Grundformel
für die unpolymerisierte Form der D. lautet M-R-M. "M" steht für die
Methacrylatgruppe CH2=C(CH3)-CO-O- ; "R" steht für das Molekülskelett. D.
haben im Gegensatz zu herkömmlichen
Polymethylmethacrylaten
eine höhere Materialfestigkeit und eine bessere Farbbeständigkeit. Hinzu kommen
eine geringere Wärmeentwicklung, Polymerisationsschrumpfung und thermische
Expansion bei der Polymerisation.
Kunststoffe,
Methacrylate
| Diagnodent
™ Handelsname, Kariesdiagnostikgerät auf Laserbasis, sog. Laserfluoreszenzsytem. Die Fluoreszenz-Anregung findet im Bereich des roten Farbspektrums bei einer Wellenlänge von 655 nm statt.: Eine Laserdiode erzeugt gepulstes Licht mit einer definierten Wellenlänge, das auf den Zahn trifft. Sobald veränderte Zahnsubstanzen von dem ausgesandten Licht angeregt werden, fluoreszieren sie mit dem Licht einer anderen Wellenlänge. Es erfolgt ein akustisches Signal. Die Wellenlänge wird im KaVo DIAGNOdent™ durch eine entsprechende Elektronik ausgewertet. D. zeigt bei der Diagnostik der Fissurenkaries eine hohe Sensitivität. Das Gerät eignet sich vor allem bei Zähnen mit einer scheinbar intakten Oberfläche, die für den Zahnarzt schwierig zu diagnostizieren sind und zum Kariesmonitoring (Verlauskontrolle einer Karies über Monate/Jahre). Während die Inspektion solcher Oberflächen eine Sensitivität von unter 20% zeigt, erreicht der D. Werte von über 80%. (Quelle: PD Dr. A. Lussi, Uni Bern). Die Nutzung der Laserfluoreszenz zur Kariesdiagnostik hat sich als sinnvolle Ergänzung der konventionellen klinischen Karies-Untersuchung bewährt. Die Anwendung von D. kann diese jedoch nicht ersetzen und sollte daher stets unterstützend erfolgen. Ein Breiteneinsatz in zahnärztlichen Praxen besteht zur Zeit (2004) aus vielschichtigen Gründen nicht. Neuerdings wird die Laserfluoreszenz auch zur Diagnostik auf Restkaries nach Kariesentfernung im Dentin propagiert. Als Richtwert für eine ausreichende Exkavation gilt ein DIAGNOdent®-Wert von 11-20; insbesondere bei Pulpanähe sind derartige Methoden allerdings nicht aussagekräftig. |
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|
Diagnose
Feststellung und Benennung einer Krankheit,
engl.: diagnosis; Benennen oder Erkennen eines Krankheitsbilds nach
medizinisch anerkannten Methoden. Grundlage für eine erfolgreiche
Behandlung einer Krankheit.
Unter
Diagnostik versteht man alle Maßnahmen, die auf die Erkennung eines
bestimmten Krankheitsbildes gerichtet sind (z.B.
Kariesdiagnostik). Ein
Diagnose-Irrtum ist nur unter bestimmten Bedingungen als
Behandlungsfehler zu werten. Eine
Haftung des Arztes ist mit ihm nicht zwingend verbunden. Das hat der
Bundesgerichtshof (BGH) 2002 entschieden. Zwar sei das Nichterkennen einer
erkennbaren Erkrankung und der für sie kennzeichnenden
Symptome grundsätzlich
als Behandlungsfehler zu werten. "Irrtümer bei der Diagnosestellung, die in der
Praxis nicht selten vorkommen, sind jedoch oft nicht die Folge eines
vorwerfbaren Versehens des Arztes", entschieden sie. Krankheitssymptome seien
nicht immer eindeutig und könnten auf verschiedenste Ursachen hinweisen.
Aufgrund der Unterschiedlichkeiten des menschlichen Organismus wiesen Patienten
Anzeichen derselben Krankheit in verschiedener Ausprägung auf, so der BGH.
"Diagnose-Irrtümer, die objektiv auf eine Fehlinterpretation der Befunde
zurückzuführen sind, können deshalb nur mit Zurückhaltung als Behandlungsfehler
gewertet werden." Ein Fehlverhalten liege etwa vor, wenn der Arzt Symptome einer
Erkrankung nicht ausreichend berücksichtigt oder eine unrichtige Diagnose
stellt, weil er eine notwendige Befunderhebung unterlassen hat. Urteil des
Bundesgerichtshofs, Aktenzeichen.: VI ZR 304/02
Befund,
Beratung,
Berufshaftpflicht,
Differentialdiagnose,
Dokumentation, Funktionsanalyse-klinische,
Gebissanalyse,
Haftung,
ICD, ICDAS, IGel-Leistungen, Inspektion,
Konsilium,
Palpation,
Orphan Diseases,
Perkussion,
Reaktionsdiagnostik,
Untersuchung
Diagnostische und therapeutische Verfahren
ICD-10-WHO (deutschsprachige Ausgabe, Version 2013)
diagnostische Lokalanästhesie
selektive Anästhesie, örtliche
Betäubung bestimmter Zähne/Kieferabschnitte zur Eingrenzung eines unklaren
Schmerzgeschehens bzw. zum Ausschluss/zur Bestätigung von einem vom Pat. vorgegeben Schmerzes an
einem bestimmten Zahn/Kieferabschnitt.
diagnostisches Aufwachsen
engl.: diagnostic wax(ing)-up; künstliche Schaffung von
Kauflächenstrukturen aus Wachs auf einem
Modell zur vorausschauenden Analyse von Maßnahmen, welche innerhalb einer
Restauration durchgeführt werden
Aufwachstechnik
diagnostisches Einschleifen ,
engl.: diagnostic grinding;
Einschleifen von Zähnen
Diaket ™
root canal sealer, wenig gebräuchliches
Wurzelfüllungsmaterial auf
Kunststoffbasis, bestehend aus Zinkoxid
und Wismutphosphat (Pulver), Phenylpentadion, Dichlorophen und Triethanolamin.
Schlechte Entfernbarkeit und Auslösung entzündlicher Reaktionen beim
Überstopfen. Produktion wurde 2007 eingestellt.
Wurzelkanalfüllung
Diamant
engl.: diamond; härtester bisher bekannter Stoff; vielfältige Verwendung
in der ZHK meist zur Bearbeitung von Zähnen (
Präparation): Diamantstaub in
unterschiedlicher Körnungsgröße (Angaben erfolgen in ISO-Nummern) wird auf galvanischem Wege auf die Oberfläche
von Schleifkörpern (auch von Zahnzangen) gebracht.
Bohrer,
Karborund,
Schleifmittel
Diaphanoskopie
,
Kariesdiagnostik
Diaskopie ; Röntgendurchleuchtung;
Röntgendiagnostik
| Diastema Zwischenraum zwischen den Zähnen, "Affenlücke", "Zahnlücke ohne Zahnverlust", engl.: do.; Zahnlücke - meist zwischen den oberen mittleren Schneidezähnen, wird dann auch als Trema bezeichnet - mit unterschiedlichem Ursprung:
|
|
|
Diathermie ; engl.:
electrosurgery;
Elektrochirurgie,
HF-Chirurgie,
Mikrodiathermie
Dichotomer Index , "JA-NEIN-Entscheid" , einfacher Index, welche auf der Anwesenheit oder Abwesenheit eines Merkmals beruht (vorhanden o. nicht vorhanden).
| Dicke Backe Parulis; Anschwellung/Auftreibung der Wange, engl.: parulis; |
|
Dieck Einstellung o.
Technik ; Isometrieregel;
Cieszynski-Dieck-Technik
Dienstleistung
, engl.: medical care, (medical) service) ,
Dienstvertrag
Dienstvertrag
engl.: service contract, contract of employment; jeder
zahnärztliche Behandlungsvertrag -
welcher keiner Schriftform bedarf (durch Betreten des Behandlungszimmers und
Öffnen des Mundes erklärt der Patient seine Behandlungswilligkeit) - hat
normalerweise den Rechtscharakter eines D., d.h. es besteht die
vertragliche Verpflichtung des Zahnarztes zur Erbringung einer
Heilbehandlung
nach den heute gültigen Regeln der medizinischen Kunst (
Fortbildung,
Fortbildungssiegel) zu
therapieren; er garantiert keine Heilung ("Erfolgsgarantie"), sondern nur, alles zu unternehmen,
damit ein Heilungserfolg eintritt. Im Gegenzug verpflichtet sich der Patient
dazu, das vereinbarte Honorar zu zahlen.
Der (Zahn-)Arzt erlangt seinen Honoraranspruch nicht erst dann, wenn er
erfolgreich tätig geworden ist, sondern er verdient - wie jeder
Dienstverpflichtete - sein Honorar bereits durch sein Tätigwerden als solches.
Bei versch. zahnärztlichen Behandlungen (z.B. Anfertigung von
Zahnersatz) erfolgt eine vertragliche
Durchführung nach dem Dienst- und
Werkvertrag.
Eine Kündigung des D. ist zu jeder Zeit ohne Angabe von Gründen
von beiden Seiten möglich. Was sonst sonst in unserem Recht nicht vorgesehen
ist, bietet der §627 BGB, nämlich die fristlose Kündigung des
Behandlungsvertrages ohne jegliche Begründung zu jeder Zeit; meist geschieht
dies aus einem Vertrauensverlust heraus. Patienten pflegen das häufig auf recht
einfache Art auszudrücken: Sie bleiben einfach weg! Dieses Verhalten stellt
stillschweigend eine Kündigung des Behandlungsvertrages dar. Allerdings darf
dies beiderseitig nicht zur "Unzeit" - d.h. zahnärztlicherseits z.B. nicht
mitten in einer Wurzelkanalbehandlung oder während einer Zahnentfernung; von
Seiten des Patienten z.B. nicht kurz vor Fertigstellung des Zahnersatzes -
erfolgen. Ebenso ist in einer
Bestellpraxis - dies ist in D heute die Regel - eine rechtzeitige
Vertragskündigung mitzuteilen, will man sich nicht wegen eines "nichteingehaltenen
Termins" dem Behandler gegenüber Schadenersatzpflichtig machen.
Bei zahnärztlichen Arbeiten - hier speziell beim Legen einer
Füllung oder Anfertigen von
Zahnersatz - kann es vorkommen, dass
diese nicht auf Anhieb passen oder in der ersten Zeit noch Schmerzen (z.B.
Druckstellen oder eine
Empfindlichkeit auf Warm und
Kalt) verursachen. In diesen Fällen muss dem Behandler in zumutbarer Weise
die Gelegenheit zu einer Nachbesserung (u.U. auch mehrmals) gegeben
werden. Der Patient kann den eingegangenen
Behandlungsvertrag (und damit auch
die Zahlung eines Honorars) wegen Mängeln nur kündigen, wenn der Zahnarzt
weitere Eingriffe und Maßnahmen an Zähnen und Zahnersatz ablehnt, oder wenn der
Zahnersatz infolge einer der anerkannten Regeln der Zahnmedizin widersprechenden
Planung oder Ausführung völlig unbrauchbar ist (
Gutachter).
Verjährungsfristen:
-- aus Fehlbehandlung: 30 Jahre
-- Verjährung der Honorarforderung:
nach 2 Jahren (zum Jahresende)
Behandlung,
Behandlungspflicht,
Dienstleistung,
Honorar,
Mängelgutachten ("Mängelrüge"),
Nachbesserung,
Prothese,
Werkvertrag
Differentialdiagnose
DD, engl.: differential diagnosis, Unterscheidung von
symptomatisch ähnlichen oder gleichen Krankheitsbildern bei der Stellung einer
Diagnose; sollte immer die gestellte Diagnose kritisch
begleiten.
Diagnose
Diffusionsvergoldung
engl.: diffusion gilding ?; nur selten angewandte thermische Methode des
"Veredelns" von nicht edlen Werkstoffen: nach einer galvanischen Vergoldung
erfolgt eine Wärmebehandlung über 8 Std. bei 500° C;
Galvanostegie
DIFOTI , engl.: digital fiber optic transillumination,
Kariesdiagnostik
digitale Abformung ;
optischer Abdruck
digitales Röntgen , engl.: digital radiodiagnostics;
Röntgendiagnostik,
digitale
digitale Volumentomographie,
DVT
Dignathie , Dignathia , sehr seltene Form einer Mehrfachanlage von Kiefern oder Zähnen
Dilazeration
Zerfetzung, Zerreißung engl.: dilaceration; Bezeichnung für
Zahnkeimschädigungen der bleibenden
Zähne durch ein Trauma
(meist durch einen darüber liegenden
Milchzahn verursacht); verantwortlich sind i.d.R.
zentral luxierte
Oberkiefer-Milch-Schneidezähne, welche bei den bleibenden Zähnen
Formveränderungen bewirken.
traumatische
Zahnverletzungen
DIMDI
Deutsches
Institut für Medizinische Dokumentation und Information; 1969 gegründet ist
es eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale
Sicherung (BMGS) und stellt eine Vielzahl von Datenbanken und Infos aus dem
medizinischen Bereich zur Verfügung.
http://www.dimdi.de/
Diphyodontie , einmaliger Zahnwechsel im
Leben, zweifache Zahnbildung;
Polyphyodontie
Direkte Überkappung des Zahnnervs, engl.: direct
pulp capping;
Calciumhydroxid,
Tertiärdentin,
Überkappung
| Discus Diskus, discus articularis (discus = Scheibe), Gelenkzwischenscheibe, Kiefergelenkscheibe, engl.: articular disc; aus Knorpel bestehende Scheibe zwischen zwei Gelenkflächen (Fossa articularis und Condylus). Gehalten wird der D. durch Bänder der Kiefergelenkskapsel. Jedes Gelenk, welches eine hohe Inkongruenz (= Nichtübereinstimmung, Nichtdeckung) aufweist, ist mit einem D. oder Meniskus ausgestattet. Hauptaufgabe dieses Knorpelgebildes ist eine Gelenkflächenanpassung und eine Pufferung von Kräften, die auf die Gelenkflächen einwirken. Der D. trennt die obere und untere Gelenkkammer des Kiefergelenks voneinander. |
|
Diskusprolaps ; veraltete Bez. für eine totale, anterior-mediale Diskusverlagerung in habitueller Interkuspidation ohne Reposition
Diskussubluxation ; veraltete Bez. für eine totale, anterior-mediale Diskusverlagerung in habitueller Interkuspidation mit Reposition
| Discusverlagerung Diskusverlagerung, alt: Discusluxation o. Diskusluxation, engl.: disc displacement; unphysiologische Lagebeziehung des Discus in Relation zum Kondylus. Diese können sein: partiell oder total, mit und ohne Reposition, in maximaler Interkuspidation oder bei excursiven Unterkieferbewegungen Die Lage des Discus articularis kann sich zum Condylus hin unphysiologisch mit (engl.: disk displacement with reduction) oder ohne (engl.: disk displacement without reduction) Reposition verändern. Dabei wird unterschieden:
|
|
Disease-Management
engl.: "disease" = Krankheit;
Modewort etwa für "Verwaltung" von Krankheitsbildern und/oder
Krankheitsverläufen" mit dem Ziel, die zur Verfügung stehenden Ressourcen im
Sinne einer qualitativ hochwertigen und zugleich kostengünstigen
medizinischen Versorgung möglichst effektiv einzusetzen. Die Kassenärztliche
Bundesvereinigung (KBV)
definiert: "Durchführung von strukturierten Behandlungsprogrammen. Der Begriff
steht für eine indikationsbezogene Optimierung standardisierbarer
Versorgungsabläufe."
Disease-Management-Programme sind systematische Behandlungsprogramme, die auf
Erkenntnisse der
evidenzbasierten Medizin zurückgreifen: Therapeutische Entscheidungen müssen
dabei immer auf Grundlage einer nachgewiesenen Wirksamkeit der Behandlungsform
getroffen werden. Sie sind ein wichtiger Bestandteil von
Managed-Care-Versorgungsformen. Dabei steht nicht der einzelne Patient,
sondern eine Gruppe von Patienten mit ähnlichen/gleichen Erkrankungen im Ziel
der Untersuchungen/Behandlungen. Beispielsweise kann mit einem D.-M.
festgestellt und entsprechende Konsequenzen daraus gezogen werden, dass die Gabe
von fluoridhaltigen Medikamenten den Kariesbefall der Bevölkerung nachhaltig
senkt und es so anzuraten ist, generell Fluoride zu verordnen.
Case Management,
Gesundheitsmanagement,
Integrierte Versorgung,
Managed-Care,
Qualitätsmanagement,
Telematik
Unterausschuss Disease-Management-Programme
Disk-Implantat ;
http://www.boi.ch;
http://www.diskimplant.de/
Disklusion ,
engl.: disclusion; "Auseinanderklaffen", "Kontaktlosigkeit" von Zähnen
oder Zahngruppen im Bezug auf den Gegenkiefer;
Okklusion,
Okklusionsstörung
Diskus ,
Discus
Dislokation
, engl.: dislocation; Verlagerung bzw. Verschiebung von
Knochenbruchstücken bei einer Fraktur.
Kieferbruch,
Luxationsfraktur
Disparallelität
divergierender ("auseinander strebender") Verlauf von zwei Achsen. In der
ZHK z.B. bei der Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz von Bedeutung: bei
einer Brücke müssen die
Pfeilerzahnpräparationen parallel zu einander sein, da sich sonst die Brücke
nicht einsetzen lässt. Sollte diese Parallelität aus anatomischen Gründen (z.B.
Kippung der
Pfeilerzähne in die Lücke hinein) nicht möglich sein - man spricht
von "Disparallelität" -, so wird die Brücke mit einem Geschiebe in einem der
Pfeilerzähne versehen, in welches dann das speziell gearbeitete
Brückenzwischenglied fest eingreift.
Präparation
Display ; Schlagwortbez. für die sichtbaren
Zahn- und Zahnfleischanteile beim Lachen;
ästhetische Analyse,
Lachlinie
Disposition
"besondere Anfälligkeit", engl.: disposition; vererbte oder erworbene
Neigung eines Organismus auf bestimmte Einflüsse (meist) mit einer Erkrankung zu
reagieren.
Prädisposition
Disstress
Stress mit negativen Auswirkungen, engl.: dystress; welcher je nach
individueller Prädisposition und Länge der Einwirkung dauerhaft negative
Auswirkungen auf den Organismus haben kann. Gegenteil: Eustress ;
Stress
http://www.atnet.ch/
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distal d, distalis, engl.: do.; weiter von der Kiefer-Mittellinie entfernt (nach hinten hin gerichtet), d.h. von zwei Zähnen ist derjenige der distale, welcher vom mittleren Schneidezahn aus gesehen der hintere der Beiden ist. |
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| Distalbiss Distalokklusion, Rückbiss, Retrokklusion, engl.: disto-occlusion; Fehlstellung des Gebisses, bei welcher der Unterkiefer weiter als normal zurückliegt (= distal) zum Oberkiefer. Im ersten Lebensjahr normal, sonst als Fehlstellung bezeichnet. |
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distalexzentrisch ;
exzentrische Projektion
Distalfeder ;
Mesialfeder
Distal-Mesial-Plaque-Index
nach Fischman (1986/1987); Variation des Navy-Plaque-Index; vierstufiger
Belagsindex, bei welchem auf die schwer mit der Zahnbürste erreichbaren
gingivalen und zervikalen Anteile eines Zahnes, besonders im
Interdentalraum, der Schwerpunkt
gelegt wird.
Plaqueindex
Distalstand ;
Mesialstand
Distomie , engl.: distomia; (stoma =
Mund) Missbildung in Form einer doppelten Mundspalte;
Gesichtsspalten
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Distomolar Retromolar, überzähliger Backenzahn, engl.: do. or fourth molar, supernumerary or fourth molar; hinter dem Weisheitszahn gelegener überzähliger Zahn, meist im Oberkiefer anzutreffen (nach dem Zahnschema die Zähne 19 u.29 - s. Abb. - bzw. 39 u. 49 im UK). Selten anzutreffen, bei Naturvölkern häufiger verbreitet. Als Paramolaren (engl.: paramolar) werden überzählige Zähne bezeichnet, welche sich wangenwärts der regulären Backenzähne als eine Art "Überproduktion" der Zahnleiste befinden und häufig mit dem eigentlichen Backenzahn verwachsen sind. Fließender Übergang zum Tuberculum distomolare. |
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| Distraktionsosteotomie Kallusdistraktion, Knocheninduktion durch Osteodistraktion, Osteodistraktion, von Distraktion = Auseinanderziehen o. Strecken, engl.: distraction osteotomy, (callus) o. (bone) distraction; Methode zur Verlängerung des Knochens im Sinne einer Knochenneugewinnung; vornehmlich heute in der ZHK in der Implantologie angewandt (= Distraktionsimplantat). Wegen der Tragedauer der Apparatur im Mund (auch nach der Distraktion noch ca. 3 Monate) nur selten angewandt und auf spezielle Fälle beschränkt. Während eines längeren Zeitraums (Wochen bis Monate) werden - nach chirurg. Trennung - die beiden entstanden Knochenstücke (Knochensegmente) mittels Schraubapparatur unter Spannung langsam und kontinuierlich voneinander "wegbewegt". So wird im Unterkiefer ein Wert von max. 1 mm/Tag angegeben. Der sich im Spalt befindliche Kallus verknöchert mit der Zeit - neuer Knochen ist entstanden. Die D. ermöglicht es auch, effektive Veränderungen des Gesichtsprofils in Weichteil schonender Weise - z.B. Korrektur eines zurückverlagerten Kinns ("Vogelgesicht") - vorzunehmen. "Bis Ende der 80er Jahre wurden zu kurze Kieferknochen durch Knochenstücke aus der Hüfte oder einer Rippe verlängert. Da bei diesem Verfahren das Wachstumsverhalten des neuen Knochenstückes nie vorausgesehen werden konnte, griffen die Kieferchirurgen, wie einige Jahre zuvor bereits Unfallchirurgen und Orthopäden, auf die Arbeiten des Russen Ilisarov zurück. Er hatte entdeckt, dass sich der Kallus, der sich bei einem Bruch bildet, durch entsprechende Apparaturen dehnen lässt. Dazu wird der Abstand der beiden Knochenbruchstücke von einem Edelstahlgerüst, das auf die jeweiligen Knochenstücke aufgeschraubt ist, schrittweise vergrößert. Nach abgeschlossener Dehnungsphase bleibt das neue Knochenstück noch einige Zeit fixiert, um zu verknöchern. Mit dieser Kallus-Distraktion ist ein nahezu unbegrenztes Knochenwachstum möglich. Die Bonner Kieferchirurgen haben die bisher äußerlich angebrachte Vorrichtung zur Knochenfixierung und Kallusdehnung weiterentwickelt und für eine rein intraorale Anwendung angepasst. Zunächst wird der Kiefer an einer bestimmten Stelle während einer Operation gebrochen, um dann die zahnbrückenartige Klammer aufzusetzen und zu befestigen. Nach Kallusbildung wird der Knochen täglich mit einer Schraube um 1 mm gedehnt. Durch das neue Verfahren werden die Weichteile im Gesicht nicht mehr verletzt und deshalb entstehen keine Narben. Gleichzeitig ist der Tragekomfort für den Patienten erheblich angenehmer. Erste Testuntersuchungen an Schweinen waren so erfolgreich, dass im Frühjahr diesen Jahres erstmals ein Patient mit diesem Gerät erfolgreich behandelt wurde. (aus einer Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)" In der ZHK bestehen für die D. vor allem als Einsatzmöglichkeiten Gesichtsfehlbildungen u. -assymetrien im jugendlichen Alter, sowie Gewebsdefizite im Alveolarfortsatzbereich ("Alveolarfortsatzdistraktion") im Rahmen prä-implantologischer Versorgungen. Von der Technik her existieren intra- und extraorale Apparaturen: Intraorale Apparaturen führen zu weniger Einschränkungen bei Schlaf und der Freizeitaktivität, erschweren allerdings Nahrungsaufnahme und Mundhygiene. Als Nachteil der extraoralen Technik gilt zudem eine mögliche Narbenbildung. |
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Disziplinarausschuss
engl.: etwa: disciplinary committee; paritätisch besetztes Gremium innerhalb
der Selbstverwaltung (bei der
KZV angesiedelt), welches dann auf Antrag
tätig wird, wenn gegen Vorschriften, Rechte und Pflichten der
vertragszahnärztlichen Pflichten
verstoßen wird. Näheres regeln die Satzungen und Geschäftsordnungen der
KZVen,
welche nach Maßgabe des SGB V
(§ 81, 5) aufgestellt werden. Maßnahmen sind je nach der Schwere der Verfehlung
Verwarnung, Verweis, Geldbuße oder die Anordnung des Ruhens der
Zulassung oder der vertragsärztlichen
Beteiligung bis zu zwei Jahren. Das Höchstmaß der Geldbußen kann bis zu
zehntausend Euro betragen. Ein Vorverfahren (§ 78 des Sozialgerichtsgesetzes)
findet nicht statt.
Nur ein verschwindend geringer Teil der niedergelassenen Vertragsärzte verstößt
gegen die vertragsärztlichen Pflichten. Nach einer Auswertung der
Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) müssen sich im
Jahresdurchschnitt 25 Ärzte vor dem D. verantworten. Bei einer
Gesamtzahl von 13 000 im KV-Bezirk sind das gerade einmal 0,2 Prozent.
Berufsverbot, KZV,
Vertragszahnarzt,
Zulassung
DLS-Syndrom
Ektodermaldysplasie, engl.: ectodermal dysplasia; genetische Fehlbildung
von Organen, die sich aus dem Ektoderm (äußeres Keimblatt des Embryos)
entwickeln, Die Abkürzung steht für
Dysodontie = Fehlentwicklung
der Zahnanlage mit daraus resultierenden fehlgebildeten Zähnen, überschüssigen
Zähnen, Verkalkungsstörungen usw.
Leukotrichosis
= „Weißhaarigkeit“, „weiße Haarlocke"
Sanguinatio
= Blutungen im Verdauungstrakt
| DMF-Index Kariesindex, engl.: caries index, DMF-rate, CER-Index; statistischer Gradmesser für die Schwere bzw. Auswirkung einer Karieserkrankung (sog. "Karieslast"). Weltweit gebräuchlich, dient er besonders bei Bevölkerungsuntersuchungen zur Dokumentation der Ausprägung des Kariesbefalls bei einer Person und der Prävalenz von Bevölkerungsgruppen. DMF wird abgeleitet von: D=decayed=(kariös) zerstört; M=missing=fehlend; F=filled=mit einer Füllung o. Krone versehen. Eine weitere Unterteilung erfolgt in den DMF-T-Index (T für tooth/teeth = auf den ganzen Zahn/Zähne bezogen; auch als DMFT abgekürzt) und den DMF-S-Index (S für surfaces; bezieht sich auf eine einzelne Zahnfläche; da jeder Zahn mehrere Flächen (i.d.R. 5) hat, fällt die Messzahl höher aus und ist aufwendiger zu ermitteln, dafür aber exakter; auch als DMFS abgekürzt). In Deutschland ist noch gelegentlich der EKF-Index (Extraktion, Karies, Füllung) anzutreffen. Für das Milchzahngebiss gilt, dass alle Indices klein geschrieben werden (z.B. dmf-Index) Auf nebenstehender Abb. haben 5 Zähne
Karies (D), 7 Zähne eine behandelte Karies = Füllungen (F)
(die beiden überkronten Zähne = ganzer Zahn ist blau
eingefärbt, werden den Füllungen zugerechnet), an 3 Zähnen befindet sich
eine Kombination aus Füllungen und Karies (D + F) und 3 Zähne fehlen
(M). Da bei dem DMF-T-Index der gesamte Zahn zählt, ist es
gleichgültig, ob sich mehrere Defekte oder Füllungen oder Kombinationen an
einem Zahn befinden, der Zahn wird stets nur einmal mit seinem Zustand in
dem Index aufgeführt. Die Weisheitszähne - da nicht bei jedem von Natur aus
vollzählig vorhanden - werden vom Index nicht erfasst (auf der Abb. mit (
) versehen); somit kann der DMF-T Index des menschlichen Gebisses
höchstens "28" betragen. Die mittlere
dmf-t-Werte (Milchgebiss) bei 6-7-Jährigen betrugen in D: |
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| DMPS - Test engl.: do.; Abk. für Natrium-2,3-Dimercaptopropan-1-sulfonat, Gegenmittel bei Schwermetallvergiftungen. Als Mobilisationstest dient dieses diagnostisch umstrittene Verfahren zur Freisetzung von Metallen (z.B. Kupfer, Quecksilber, Zink) aus dem menschl. Organismus: Der "Chelatbildner" Dimercaptopropansulfonsäure mobilisiert derartige Stoffe und macht sie z.B. im menschl. Urin messbar. Von den meisten Wissenschaftlern wird dieser Test als diagnostische Methode bei sog. "Quecksilbervergiftungen" aus Amalgamfüllungen - dem Haupteinsatzgebiet dieses "Tests" - bezweifelt: In einer wissenschaftlichen Untersuchung (Vamnes J.S. et al. Diagnostic value of a chelating agent in patients with symptoms allegedly caused by amalgam fillings J. Dent Res 79 868 2000) wurden 80 Studienteilnehmer untersucht. Aufgeteilt in vier Gruppen (gesund und ohne Amalgam-Füllung, gesund und mit Amalgam-Füllung, Patienten mit Beschwerden und Amalgam-Füllungen, Patienten mit Beschwerden und daraufhin entfernten Amalgam-Füllungen). Von jedem Studienteilnehmer wurde nach intravenöser Gabe von DMPS jeweils 30 und 120 Minuten und 22 Stunden danach Urin gesammelt. Die Gesamtmenge des ausgeschiedenen Quecksilbers (23,7-25,5µg Hg) unterschied sich nicht zwischen den gesunden Probanden mit Amalgam-Füllung und den beschwerdebehafteten Probanden mit Amalgam-Füllungen. Die Gesamtmengen des ausgeschiedenen Quecksilbers bei Patienten ohne Amalgam-Füllungen betrug 7,2-8,5µg Hg. Nach Ansicht der Autoren hat der Quecksilber-Mobilisationstest mit DMPS keinen diagnostischen Wert. Es ist keine Differenzierung möglich zwischen Personen, die ihre Beschwerden auf Amalgam-Füllungen zurückführen und denen die gesund mit ihren Füllungen leben. Es kann lediglich eine höhere Quecksilberausscheidung bei Patienten mit Amalgam-Füllungen bestätigt werden. Des Weiteren ist dieser "Test" auch nicht ungefährlich:
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Autor:
Dr. Klaus de Cassan
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