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Zahnwissen-Lexikon
En - Ez |
diese Übersetzung |
Enamelom ,
gutartige,
klinisch unbedeutende
Schmelzperle am Zahnhals oder
der Bifurkation
Enamelum ,
substantia adamantina, der
(Zahn-)Schmelz
Enanthem
engl.: enanthema, Schleimhautausschlag, welcher zusätzlich zu
einem Exanthem als fleckige Mund- u. Racheneffloreszenz
bei Masern, Röteln und Scharlach vorkommen kann
Urticaria
Endlosklammer , wenig gebräuchliche Bezeichnung für eine Klammerart, die sich über mehrere Zähne
erstreckt; bekannt unter dem Ausdruck
fortlaufende
Klammer.
Endodontie
Endodontologie, laienhaft:
"Wurzelkanalbehandlung",
engl.: endodontia, endodontics; bedeutendes
Teilgebiet der
Zahnheilkunde, welches sich mit der
Diagnose und Therapie von
Zahnnerverkrankungen (
Pulpitis)
und deren Folgen befasst. Definitionen:
So definiert die Europäische Gesellschaft für Endodontologie (ESE): " Endodontologie ist die Wissenschaft, die sich mit
Gestalt, Funktion, Gesundheit, Verletzungen und Erkrankungen der
Pulpa und der
periradikulären Strukturen sowie
mit der Ätiologie und
Diagnose des Zahnschmerzes und dentaler
Erkrankungen befasst."
Hülsmann definiert (1993) "... der Teil der
Zahnheilkunde, der sich mit der Anatomie, Histologie und Physiologie des Endodontiums (Pulpa-Dentin-Organ) und mit der Ätiologie, Epidemiologie,
Pathologie, Prävention, Diagnostik, Therapie und Prognose von Erkrankungen des
Endodonts und der dem Endodont benachbarten periradikulären Gewebe befasst.“.
Traditionell wird die E. neben
Kariologie, Parodontologie
und Kinder-/Jugendzahnheilkunde der
Zahnerhaltung zugerechnet.
Die E. gilt als eine bewährte Methode der Zahnerhaltung, besonders dann,
wenn große Teile der Zahnkrone zerstört sind und/oder der
Zahnnerv entzündet ist. Ziele einer endodontischen
Behandlung sind die Entfernung von Geweberesten der
infizierten
Pulpa aus dem
Wurzelkanalsystem, eine
Freiheit von aktiven Keimen im Wurzelkanal und dem angrenzenden Dentin sowie der
dichte apikale und
koronale Verschluss des
Wurzelkanalsystems. Um einen dreidimensionalen Verschluss des Kanals (der
Kanäle) zu erreichen, werden neben
Guttaperchastiften zusätzlich
Sealerpasten eingesetzt.
Mehr als 13 Millionen Zähne werden jedes Jahr in Deutschland gezogen. Mehrere
hunderttausend ließen sich nach Angaben der
Deutschen Gesellschaft für
Endodontie (DG Endo, 2007) durch eine professionelle Wurzelkanalbehandlung
retten.
Endodontische Behandlungen weisen bei richtiger Diagnose und Therapie eine
hohe Erfolgsrate auf; lediglich
Implantate sind heute mit ähnlicher Erfolgswahrscheinlichkeit anzusehen,
allerdings bei einem vielfach höheren Preis und individuell größeren
Langzeitrisiken.
AGET,
Antibiotikaprophylaxe,
Behandlung von Milchzähnen,
Endodontium, Fachgebiete,
Gangränbehandlung,
Operationsmikroskop,
Periapical Probability Index,
Preflaring,
Pulpitis,
Wurzelkanalbehandlung,
einige
engl. Sprachausdrücke im Rahmen einer
endodontischen Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung):
backfill,
binding point,
cone fit,
downpack,
heat carrier,
heat source,
masterpoint,
obturator,
plugger,
taper,
tug back
http://www.endodontie.de/
klassische und neue Methoden in der Endodontie (2012)
Überblick über den aktuellen Stand in der Endodontie (2010)
Milchzahnendodontie: „State of the Art“ (2013)
Endodontie-Protokoll ist gescheitert
Grenzen der endodontischen Zahnerhaltung
endodontale
Schienung, engl.:
intra-radicular
splinting;
Transfixation
endodontisches Implantat ,
Transfixation
Endodontium
, auch "Pulpa-Dentin-Organ", engl.: do.; funktionelle Einheit von
Zahnnerv (Pulpa) und Zahnbein (Dentin
mit Odontoblastenfortsätzen);
Endodontie
Endodontologie
, Wissenschaft von den Erkrankungen des Zahninneren (Pulpa) und den
daraus entstehenden entzündlichen Veränderungen des Zahnhalteapparates
Endodontie
endogen
engl.: endogenic; vom Inneren (des Körpers) kommend oder im Inneren
entstehend. Im Zusammenhang mit Krankheitsursachen gebraucht. So gibt es z.B.
bei der Parodontitis neben den
äußeren (exogenen) Ursachen wie mangelnde
Zahnpflege, endogene (innere) Faktoren wie z.B. ein geschwächtes
Immunsystem oder andere
Parodontitisrisikofaktoren
Endo-Instrumente , Schlagwortbezeichnung für
die feinen Instrumente im Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung
,
Wurzelkanalinstrumente
Endokarditis
engl.: endocarditis; Entzündung der
Herzinnenhaut, besonders an den Herzklappen; führt unbehandelt fast immer zum
Tode; behandelt weist die "klassische " E. (E. lenta, durch
Streptokokken verursacht) immer
noch eine Letalität von 5-10 %, die
durch aggressive Staphylokokken
hervorgerufene E. bis zu 75 % auf. Für die bakterielle E. wird
eine Inzidenz von 20 - 60 Fällen/1 Mio.
Einwohnern angegeben.
Voraussetzung für eine Entstehung der E. ist ein Eindringen von Keimen in die Blutbahn
(
Bakteriämie): So tritt z.B.
schon beim Zähneputzen ein Eindringen mit 40-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein.
Allerdings sind diese Belastungen nur kurzfristig und von geringer Keimanzahl.
Im Gegensatz dazu sind von den Zähnen und dem Zahnfleisch ausgehende
Erkrankungen (infizierte Zahnwurzeln,
Zahnfleischentzündungen)
echte Risikofaktoren. Eine Untersuchung von 1998 zeigt, dass:
15,1% durch orale Erkrankungen bzw.
deren Therapie ausgelöst wurden,
15,5% wurden durch Bakterien
verursacht, die nicht aus der Mundhöhle stammen,
14,5% durch (allgemein-)medizinische
Eingriffe bedingt sind,
5,5% auf Drogenkonsum
zurückzuführen sind
und dass bei 52,5% der Fälle
nicht bekannt ist, wodurch die E. ausgelöst wurde.
Bei Vorliegen einer E. werden zahnärztlich-chirurgische Eingriffe aus
forensischen Gründen unter hohem Antibiotikaschutz durchgeführt (
Endokarditisprophylaxe),
obwohl hierbei in jüngerer Zeit ein Umdenkungsprozess stattfindet.
Das Endokarditis-Risiko wird in 3 Gruppen eingeteilt:
hohes Risiko z.B. beim Tragen
von künstlichen Herzklappen, nach überstandener E., zyanotisch, angeborene
Herzfehler, Gefäßendprothesen,
erhöhtes Risiko z.B. bei
angeborenen Herzklappenfehlern und Herzmissbildungen, alle erworbenen
rheumatischen und nichtrheumatischen Herzklappenfehler, nach Herztransplantation
nicht gesichertes
bzw. ohne Risiko z.B. bei Herzschrittmachern, Bypassoperation, operierte
Herzfehler ohne Restbefund.
Antibiotikaprophylaxe,
Bakteriämie,
Endokarditisprophylaxe,
intraligamentäre
Anästhesie
Endokarditisprophylaxe
antibiotische Abschirmung bei einer
Endokarditis;
hierbei ist ab 2007 ein grundsätzlicher Wandel zu beobachten (s.u.). Man
unterscheidet grundsätzlich zwei Arten der
Prophylaxe, welche i.d.R. kombiniert
angewandt werden:
lokale Keimarmut (Antiseptik)
durch Chlorhexidin-Mundspülungen
in Verbindung mit einer sanierten
Mundhöhle
Antibiotikaschutz ("systemische
Antibiose") zur Abtötung der in die Blutbahn eingedrungenen Keime. Der
Einsatz von Antibiotika reduziert zwar das Risiko, kann aber eine
Bakteriämie nicht
vollständig verhindern. Einsatz bei Patienten mit hohem Risiko obligatorisch
(
Antibiotikaschutz,
Endokarditis)
Zur Durchführung der E. gibt es versch. Empfehlungen, die sich jedoch nur
geringfügig unterscheiden: Es werden
Penicilline (Penicillin V oder Amoxycillin) - bei
Penicillin-Unverträglichkeit - Lincosamine (Clindamycin)
oder Makrolide empfohlen. Bei
Patienten mit mäßig erhöhtem Risiko ist eine einmalige orale Gabe 1 Std. vor dem
Eingriff ausreichend; bei hohem Risiko wird eine weitere Gabe nach dem Eingriff
empfohlen.
| Art | Präparat | Dosis (Erwachsene) | Dosis (Kinder) |
| Standard- prophylaxe |
Penicillin V z.B. Isocillin oder Amoxicillin |
2 mal 1,2 Isocillin-Mega 1 Stunde vor dem Eingriff 3 Gramm > 70 kg; 2 Gramm < 70 kg 1 Stunde vor dem Eingriff |
50.000 I.E./kg 50mg/kg |
|
bei Penicillin- unverträglich- keit |
Roxithromycin z.B.
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1 Tablette 1 Stunde vor dem Eingriff 600 mg 1 Stunde vor dem Eingriff 1 Gramm 2 Stunden vor dem Eingriff |
15mg/kg |
|
Prophylaxe bei hohem Risiko |
Penicillin V z.B. Isocillin oder Amoxicillin |
2 mal 1,2
Isocillin-Mega 1 Stunde vor dem Eingriff und je 1,2 Mega 8 u. 16 Std. nach dem Eingriff 3 Gramm 1 Stunde vor dem Eingriff und je 1 Gramm 8 u. 16 Std. nach dem Eingriff |
50.000 I.E./kg 1 Stunde vor dem Eingriff und je 15.000 I.E./kg 8 u. 16 Std. nach dem Eingriff 50 mg/kg 1 Std. vor und je 15 mg/kg 8 und 16 Std. nach dem Eingriff |
| bei Penicillin- unverträglich- keit |
Clindamycin | 600 mg 1 Std. vor und je 300 mg 8 u. 16 Std. nach dem Eingriff |
15 mg/kg 1 Std. vor und je 7,5 mg/kg 8 u. 16 Std. nach dem Eingriff |
| Für Schwangere mit Penicillinallergie enthalten die offiziellen Schemata (bisher, 2006) keine Empfehlungen. Es könnte z.B. Roxithromycin gegeben werden. |
In neuerer Zeit (2007) ist von US-amerikanischer Seite ein Umdenken in der
E. zu beobachten: Mangels fehlender
Evidence wird eine E. nur noch bei schweren
Endokarditis-Fällen ("Hochrisiko-Patienten") empfohlen;
http://www.medscape.com/ (kostenlose Registrierung nötig)
Zahn-online entnehmen wir im Oktober
2007:
"Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
verabschiedete jetzt das Positionspapier "Prophylaxe der infektiösen
Endokarditis", das gemeinsam mit der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und in
Kooperation mit 16 weiteren medizinischen Fachgesellschaften aus Deutschland,
Österreich und der Schweiz sowie der Deutschen Herzstiftung erarbeitet wurde.
Grundlage waren neue Leitlinien der American Heart Association, die im April
2007 für Aufsehen gesorgt hatten. Das deutsche Positionspapier entspricht den
Qualitätskriterien einer S2-Leitlinie, ersetzt die bisherige Stellung der
beteiligten Fachgesellschaften und trägt somit zu einer internationalen
Harmonisierung bei.
Bisher gehörte es zum medizinischen
Goldstandard, einer großen Zahl von Patienten vor allem bei zahnärztlichen -
aber auch bei urologischen, gynäkologischen, internistischen, dermatologischen,
orthopädischen oder herzchirurgischen - Eingriffen 30 bis 60 Minuten zuvor
Antibiotika zu verabreichen. Damit sollte einer Endokarditis vorgebeugt werden,
die bei Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren dadurch entsteht, dass
Bakterien in das Blut eindringen. Nicht rechtzeitig behandelt, verläuft eine
Endokarditis meist tödlich.
Das neue Positionspapier empfiehlt eine E.-Prophylaxe nur noch bei
Hochrisiko-Patienten, das heißt bei Patienten mit künstlichen Herzklappen oder
mit einer Endokarditis in der Vorgeschichte, bei Patienten mit bestimmten
angeborenen Herzfehlern oder bei Patienten nach einer Herztransplantation, die
Klappenfehler entwickeln.
Der Bedeutung der Mundhygiene
zur Vorbeugung einer infektiösen Endokarditis kommt im neuen Positionspapier
eine besondere Bedeutung zu. "Aus unseren Registern wissen wir, dass 80 Prozent
der Patienten mit einer Endokarditis keinen Eingriff vor dem Auftreten der
Erkrankung haben. Die Bakterien müssen also auf andere Weise ins Blut gelangt
sein", erläutert Naber. "Eine Möglichkeit ist, dass die Bakterien aufgrund eines
schlechten Zahnstatus bereits bei alltäglichen Aktivitäten wie dem Kauen ins
Blut gelangen. Davor können wir nicht mit Medikamenten schützen. Es macht daher
Sinn, kranke Zähne rechtzeitig solide zu sanieren und Karies und Parodontose
effektiv zu behandeln." Den vollständigen Text des Positionspapiers "Prophylaxe
der infektiösen Endokarditis" finden Sie im Internet auf der Homepage der DGK
http://leitlinien.dgk.org/ ."
Antibiotika,
Antibiotikaprophylaxe,
Bakteriämie, Endokarditis
Bei Parodontose-Behandlung droht Gefahr fürs Herz
http://leitlinien.dgk.org/
Endomethasone ™
eine der meist benutzten cortisonhaltige
Wurzelfüllpaste mit den
Bestandteilen Hydrocortisonacetat, Dijod-Thymol,
Bariumsulfat, Magnesiumstearat
und als Flüssigkeit zu über 90 % Eugenol. Wissenschaftlich im Sinne einer
biologischen Wurzelfüllung kontrovers diskutiert, da
histologisch Gewebsnekrosen um die Wurzelspitze registriert werden.
Wurzelfüllpaste, Wurzelkanalfüllung
| Endometrie elektrische Wurzelkanallängenbestimmung; engl.: endometry; Messung des elektrischen Widerstands (in Ohm) im aufbereiteten Wurzelkanal (in Rahmen einer ![]() Die 1962 entwickelten "Apex-Locatoren" ("Odontometer", nach Sunada; reines Widerstandsmessgerät mit Gleichstrom), liegen inzwischen (2006) in der 4. Generation vor, welche nach der sog. relativen Impedanzquotient-Methode mit zwei Frequenzen arbeiten: Es wird der elektrische Widerstand im Wurzelkanal gegenüber einem Wechselstrom von 400 und 8000 Hz verglichen. Eine absolute Trockenheit ist nicht mehr erforderlich; für den Stromfluss ist sogar eine Feuchte notwendig. Da ein Kurzschluss unbedingt vermieden werden muss, ist die Verwendung von Kofferdam erforderlich. In einer vergleichenden Untersuchung (2005) werden den Geräten Justy II™ (Hager & Werken) und Root ZX™ (Morita) die besten Ergebnisse bescheinigt. Als optimal wird heute eine Kombination aus Röntgen-Messaufnahme und E. angesehen. Mit einem derartigen Verfahren kann präzise - wenn auch aufwendig - die Arbeitslänge bestimmt werden; die besten Ergebnisse werden bei Verwendung des vom Hersteller angegebenen Bezugspunktes erreicht. Bedenken wegen Interferenzen mit Herzschrittmachern moderner Bauart oder Defibrillatoren bestehen nicht mehr. © der Produktgrafik: www.vdw-dental.com/ |
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| Endomolare engl.: do.; kephalometrischer Messpunkt auf der Mitte des Innenrandes des Alveolarlimbus des zweiten oberen Molaren, bei Affenschädeln des dritten Molaren. Die Entfernung der beiden gegenüberliegenden Punkte wird auch als (innere) Gaumenbreite bezeichnet; Werte um die 35 mm gelten als Normwerte. |
![]() |
Endotom
nach Dr. El - Kabarity und Dr. Stolpe; mit Akkubetrieb arbeitendes kleines
Instrument zur lokalen Hitzeentwicklung in der Mundhöhle. Vornehmlich eingesetzt
im Rahmen der
Wurzelkanalbehandlung/Wurzelspitzenresektion
zum Abtrennen und "Verschweißen" von
Guttapercha-Stiften
Endotoxin , engl.: do.; wärmeunempfindliches Bakteriengift, welches erst bei Zellauflösung frei wird
Endpfeilerbrücke
engl.: terminal bridge, - bridgework, - fixed partial denture;
als Standard geltende Brückenform, bei welcher das Brückenglied beidseitig
("endständig") auf je einer Krone ("Brückenpfeiler", "Ankerzahn") ruht.
Brücke
endständig
Endstand, engl.: terminal; bezeichnet in der
ZHK den nach hinten (distal)
betrachtet letzten Zahn einer Zahnreihe. Dieser befindet sich im "Endstand". Im
vollbezahnten Gebiss sind somit die Weisheitszähne "endständig".
Zahnflächen
| en face en-face-Analyse, franz.: en face = im Gesicht, engl.: do.; Ansicht auf das Gesicht, Ansicht von vorn; im Gegensatz zur Ansicht von der Seite (en profil) in der ZHK gebräuchlich bei der Analyse von Gesichtsaufnahmen und Schädelröntgenaufnahmen (Fernröntgenbild). So erfasst die en-face-Analyse, Asymmetrien und fehlerhafte Proportionen des Gesichtes in den versch. Ebenen und orientiert sich dabei an Bezugspunkten bzw. -linien (siehe Abb.). Bestimmend für die Analyse sind die Kollmannschen Proportionen, welche das Gesicht in Ober-, Mittel- und Untergesicht aufteilen und diesen Teilen eine etwa gleiche Größe zuweisen ( |
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Englische Krankheit ,
Rachitis
Engelsgesicht
Cherubismus
| Engstand der Zähne, Zahnengstand, Schmalstand, "Platzmangel", engl.: crowded teeth, crowding (crowding = Zusammendrängen); lack of alveolar space; Missverhältnis zwischen der Länge des knöchernen Zahnbogens ( Man unterscheidet nach der Historie: Man unterscheidet nach dem Vorkommen: Der E. und seine Folgen ist die häufigste kieferorthopädische Behandlungsart. Engstände müssen unbedingt behandelt werden (notfalls ausschließlich durch einfaches Ziehen von Zähnen), weil sich sonst im Kiefer der natürlichen und künstlichen Reinigung nur schwer zugängliche Zahnstellungen bilden ("Schmutznischen"), welche eine Karies ( Zur Behandlung des E. können u.a. im Jugendlichenalter - je nach Platzangebot und Lage des E. - einer oder beide kleinen Backenzähne (Prämolaren) gezogen werden. |
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enoral ,
intraoral
enossal
enostal, intraossal, intraossär, engl.: do.; im Inneren des (Kiefer-)Knochens befindlich,
in den Knochen hineinragend;
Begriff gebräuchlich im Zusammenhang mit den versch.
Implantatverfahren
Entfernung
von festsitzendem Zahnersatz, Kronenentfernung, engl.: crown removal;
Abnahme einer definitiv
fest zementierten Zahnersatzarbeit,
meist zur Erneuerung derselben oder vor Entfernung des Pfeilerzahnes. Hierbei
sind zwei versch. Möglichkeiten vorhanden:
Entkalkung ,
Initialkaries,
Demineralisation
Entkeimung , "Entseuchung", engl.:
disinfection; Oberbegriff für eine Vernichtung von Krankheitserregern;
Desinfektion,
Hygiene,
Sterilisation
Entlastungsabdruck ,
Entlastungsabformung; engl.: relief impression;
Kompressionsabdruck,
Muco-Seal® Abformung
Entlastungsbügel , engl.: relief connector;
Palatinalbügel,
Transversalbügel
Entscheidungsunterstützungssystem (EUS)
;
DentHelp
Entspannungsschiene , engl.:
relaxation splint;
AufbissSchiene
Entwicklerbad
engl.: developing bath; Flüssigkeit aus einem Gemisch chemischer
Substanzen, die das belichtete "Bild" einer Filmemulsion sichtbar machen. Neben
den eigentlichen Entwicklersubstanzen (wie z.B.
Hydrochinon, Metol oder Phenidon)
enthält ein Entwickler noch verschiedene Hilfsmittel, welche die Autooxidation
und die Schleierbildung verhindern, sowie Beschleunigungs- und Kalkschutzmittel.
Fixierbad,
Röntgenfilm,
Röntgenverordnung
(Konstanzprüfung)
Entzündung
Inflammation,
engl.: inflammation; als E. bezeichnet wird die Ansammlung von
weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Gewebe und die damit verbundenen Zeichen
(nach Galen)
wie Rötung, Überwärmung,
Schwellung,
Schmerz (Das Hormon Bradykinin
aktiviert bein einer E. M-Typ-Kaliumkanäle in schmerzsensiblen Nerven) und
eine gestörte Funktion (Erstbeschreibung durch den Römer Aulus Cornelius
Celsus als: rubor,
calor, tumor,
dolor u. funktio laesa), als
als eine körpereigene Abwehrreaktion auf
bakterielle, chemische oder
thermische Reize. Das menschliche Immunsystem reagiert auf Verletzungen und
Infektionen des Körpers mit E.. Sie sind für den Heilungsprozess wichtig,
können aber selbst schädlich wirken, wenn sie chronisch werden. Ausgelöst werden
Entzündungen durch Botenstoffe wie das Zytokin Interleukin-6 (IL-6). Dieses
Peptidhormon dockt an spezielle Rezeptormoleküle auf Zellen an und treibt so die
Entzündung. Ein anderes Zytokin, Interleukin-27, kann diese Wirkung aufheben.
Entzündliche Reaktionen lassen sich nicht nur bei
Infektionen oder den sog. Autoimmunerkrankungen (z.B. bei Gelenkrheuma oder
Multipler Sklerose) finden, sondern auch bei Krebs, Arteriosklerose und
Diabetes. Dennoch wird das Wesen der E., ob
akut oder
chronisch, trotz
intensiver Forschungen bis heute nicht vollständig verstanden:
Die Steuerung einer E. erfolgt hauptsächlich durch (neutrophile)
weiße Blutkörperchen. Diese "Gesundheitspolizisten" eilen zum Ort einer
Verletzung und sondern dort Stoffe ab, die Entzündungsreaktionen fördern und
zudem antibakteriell wirken. An ihrer Oberfläche tragen sie das
"Adhäsionsmolekül L-Selectin", das ihnen wie ein Navigationssystem den Weg zur
Unfallstelle zeigt.
Bakterien stimulieren im entzündeten Gewebe die Einwanderung weißer
Blutkörperchen. Zusammen mit Botenstoffen aus dem Blutkreislauf und aus
Nervenfasern können diese Zellen Entzündungsschmerz verursachen. Untergruppen
der weißen Blutkörperchen, unter anderem die so genannten Neutrophilen, können
jedoch auch schmerzlindernd wirken. Sie setzen Opioidpeptide frei, die sich an
die sogenannten Opioidrezeptoren auf den schmerzleitenden Nervenfasern im
entzündeten Gewebe binden und so den Entzündungsschmerz hemmen.
Bei der Beendigung der Entzündungsreaktion wird vermutet, dass das Nukleosid "Adenosin"
als Signalgeber fungiert, indem es sich an entsprechende Rezeptoren der Zelle
bindet und dadurch eine Kettenreaktion auslöst, welche die Entzündung
verlangsamt und schließlich ganz stoppt.
Das Anfangsstadium einer Entzündung (etwa bei Wunden oder Eiterungen) ist durch
massive Einwanderung bestimmter Immunzellen (neutrophile
Granulozyten und
Makrophagen) gekennzeichnet. Diese Zellen, die normalerweise im strömenden Blut
und damit in einer sauerstoffreichen Umgebung leben, müssen sich nun an eine
sauerstoff- und nahrungsarme Situation anpassen und ihren Energiestoffwechsel
auf dieses ungünstige Milieu umstellen. Man fand nun diejenige Substanz, HIF-1a,
die diese Umstellung reguliert. HIF-1a wird nur unter Sauerstoffmangel aktiv.
Unter dem Einfluss von HIF-1a gewinnen die Immunzellen ihre Energie durch
anaerobe Glykolyse, das heißt aus dem Abbau von Kohlenhydraten unabhängig von
Sauerstoff. Ohne diese Umschaltung auf anaerobe Glykolyse können die Immunzellen
in dem sauerstoffarmen Gebiet der Entzündung nicht überleben und ihrer Funktion,
der Beseitigung von Schadstoffen nicht nachkommen.
Auf Grund der mangelhaften Energieproduktion der Zellen verlieren sie ihre
Fähigkeit, Schadstoffe zu neutralisieren oder Mikroben abzutöten. Bei Mäusen, so
konnte gezeigt werden, bleiben die typischen Zeichen der Entzündung aus, wenn
HIF-1a *) fehlt: So kam es an der Haut der Tiere nach Auftragen einer Lösung, die
normalerweise eine heftige akute entzündliche Reaktion hervorruft, nicht zu der
üblichen Rötung, Schwellung und Zellvermehrung. Auch der Versuch, eine
chronische rheumatoide Gelenkentzündung künstlich auszulösen, gelang nicht, wenn
das HIF-1a -Gen ausgeschaltet war. Weder infiltrierten die Zellen die
Gelenkkapsel, noch entwickelte sich entzündliches Bindegewebe mit nachfolgender
Knorpelzerstörung. Die nun erkannte Bedeutung von HIF-1a für die Funktion von
Immunzellen dürfte auf die praktische Medizin große Auswirkungen haben: Die
Hemmung von HIF-1a könnte bei schweren Infektionen die Entwicklung zur
Blutvergiftung ("Sepsis") aufhalten, oder bei Gelenkrheuma die entzündlichen
Veränderungen hintanhalten. Eine komplette Blockierung dürfte indessen eher
schädlich sein, weil damit die Immunbarriere aufgehoben würde.
*) HIF-1a ist ein Teilmolekül von HIF-1 (hypoxia inducible factor-1) und wird nur
unter Sauerstoffmangelbedingungen aktiviert. Substanzen, die HIF-1a
hemmen, werden die Bekämpfung schwerer Entzündungen erleichtern. Das
Gesamtmolekül HIF-1 ist schon länger bekannt. Es regt die Gefäßneubildung (Angiogenese)
in Tumoren aber auch in gesunden Geweben an. Deshalb sucht die Pharmaforschung
nach Stoffen, die HIF-1 und damit die Angiogenese bei Krebs hemmen.
Antibiotika,
Bromelain, Cortison,
Gingivitis,
Hyperämie,
Kataplasma,
Keratinisationsindex,
Ödem,
Periimplantitis
gute graphische Darstellung des Entzündungsvorgangs
Enula
Enulis, engl.: do.; heute nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für eine
Geschwulst, welche sich - im Gegensatz zur Epulis -
zentral im Kiefer entwickelt.
Enzym
griech.: en zyme = in der Hefe, früher: Ferment, engl.: enzyme;
unentbehrliche organische Eiweiß-Verbindungen, welche den Körperstoffwechsel
katalysatorartig beeinflussen ("Biokatalysator") ohne dabei selbst
verändert zu werden. Werden in Körperzellen gebildet, können aber auch außerhalb
dieser wirken.
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Ballaststoffe,
Kauakt, Kollagenase,
Saccharase
EOA
Abk. von Elastisch-offener Aktivator, entwickelt von G. Klammt (Görlitz);
bei diesem elastisch offenen Aktivator wurde zur Erhöhung der Trage- und
Sprechkomforts die Kunststoffbasis auf ein Minimum reduziert und durch stärkere
Verbindungsdrähte im Frontbereich ersetzt.
Aktivator,
Klammt Aktivator
Eosin
engl.: do.; Tetrabromfluoreszein-Natrium, vo griech. "Eos" = "Morgenröte";
roter, Triphenylmethan-Farbstoff aus der Gruppe der Teerfarben (aromatischer
Halogenkohlenwasserstoff), der in der
Medizin (Histologie) zum Färben von
Zellen dient (Hämatoxylin-Eosin-Färbung oder HE-Färbung). Durch ihn werden
Zellbestandteile wie z. B. das Zytoplasma oder die
dentale Plaque rötlich angefärbt (sog. "Eosinophlie").
Auch zum Abtöten von Keimen verwendet (Wunddesinfektion/Wundheilung).
Auf Grund der Anfärbbarkeit leiten sich auch differenzierende Namen, wie z.B.
eosinophile Granulozyten, eosinophile Plaque oder
eosinophiles Granulom ab
eosinophiles Granulom
Granulom
Epidemie
Seuche, Massenerkrankung, griech. epi = über, demos = Volk, engl.:
epidemic; ansteckende Massenerkrankung in einem begrenzten, größerem
Gebiet. Ist das Gebiet kleiner (lokal), so spricht man von einer Endemie
(engl.: endemic).
Epidemiologie ist die Wissenschaft von der Bestimmung und Verteilung der
Krankheiten.
Pandemie,
Tröpfcheninfektion
Skript_Epidemiologie-TUDresden.pdf
Epikrise
griech. für "Nachbeurteilung",
engl.: epicrisis; abschließende Beurteilung einer überstandenen Krankheit auf
deren Ursache und Verlauf hin durch einen Arzt; evtl. verbunden mit einer
Prognose.
Auch für: die nach einer Krise
(Wendepunkt einer Krankheit) auftretenden Krankheitserscheinungen.
Epikutantest
Provokationstest, Läppchentest,
Patch-Test,
"Pflastertest", engl.: patch test, epimucosal test; fachärztlicher Test beim Verdacht auf eine
Allergie oder zur Erkennung einer
derartigen Erscheinung. Es werden auf die Haut die auszutestenden Allergene (z.
B. Nickel, Farbstoffe) für ungefähr 48 Stunden mit einem undurchlässigen
Pflasterfixiert. Nach dieser Zeit kommt es nach Pflasterentfernung zur ersten
Ablesung. Eine zweiten Ablesung erfolgt wiederum ca. 48 Stunden später, um in
diesem Vergleich allergische Reaktionen von toxikologischen unterscheiden zu
können.
Eine echte Entscheidungshilfe bieten E. nur dann, wenn die Tests von
erfahrenen, dermatologisch versierten Allergologen gemäß den Leitlinien der
Deutschen Dermatologischen
Gesellschaft (DDG) durchgeführt werden. So fordern z.B. die
Gesetzlichen
Krankenkassen einen E. zur medizinischen Bestätigung oder Erforschung
einer vermeintlichen
Amalgamallergie; pauschale Aussagen von Pseudomedizinern ohne entsprechende
seriöse Testung (
EAV)
werden nicht anerkannt.
Analog zur Hauttestung können auch Provokationstests auf der
Wangenschleimhaut vorgenommen werden (sog. Epimukosatest, engl.:
epimucosa-test). Da generell auf der Mundschleimhaut eine geringere
Allergiebereitschaft als auf der Haut besteht, können derartige Tests negativ
ausfallen, obwohl der E. positive Werte anzeigte.
Allergiepass,
Allergietestung,
Schleimhautprobe
http://www.allergie.medhost.de/epukutantest.html
| Epilepsie Fallsucht, epileptischer Anfall, engl.: epilepsy, falling sickness; Oberbegriff für Anfallserkrankungen versch. Ursache. Für die zahnärztliche Behandlung ergeben sich folgende Besonderheiten: Durch die Anamnese muss zunächst das individuelle Risiko des Patienten ermittelt werden. Grundsätzlich sind Epileptiker durch eine medikamentöse Behandlung entweder weitgehend anfallsfrei, oder die Medikation ist uneffektiv. Im ersteren Fall stellt die zahnärztliche Behandlung für den Patienten kein wesentliches Risiko dar, insbesondere dann, wenn der letzte Anfall bereits lange zurückliegt. Bei instabiler Situation sollte vor der Behandlung in jedem Fall der behandelnde Neurologe befragt werden, ob eine Prämedikation (z. B. Diazepam) erforderlich ist oder ggf. die Dosierung der üblichen Medikamente erhöht werden soll. In jedem Fall sollten alle Faktoren vermieden oder reduziert werden, die einen Anfall auslösen können, z. B. starke Schmerzen, helles Licht, ungewohnte Geräusche. Zu beachten ist, dass Lokalanästhetika dosisabhängig die Krampfbereitschaft erhöhen können. Daher sollten Lokalanästhetika vorsichtig dosiert und mit Unterbrechungen gegeben werden. Das Einlegen eines Gummikeiles zwischen die Zähne zur Vermeidung von Bissverletzungen ist heute nicht mehr zeitgemäß, da hierbei die Gefahr des Erstickens besteht. Ein typisches Zeichen für eine unter medikamentöser
Behandlung (Hydantoin, Phenytoin) stehende Anfallserkrankung ist eine
Wucherung (Hyperplasie) des Zahnfleischs
(s. Abb. |
|
Epinephrin , engl.: epinephrine;
Adrenalin
Epithel
Deckgewebe, engl.: epithelium, epithelial layer; oberste,
gefäßlose Körperzellschicht. Man unterscheidet zwischen verhorntem (äußere
Körperhaut) und unverhorntem (Schleimhaut)
E. . Es umkleidet den gesamten
äußeren u. inneren Körper als abdeckendes und somit schützendes Gewebe.
Unter einer Epithelialisierung - auch Epithelisierung - versteht
man eine Epithel-Neubildung, so wie diese z.B. bei der
Wundheilung im Sinne einer
Reparation von Körperdeckgewebe auftritt.
Cuticula, Gingiva, Mukosa
Epithelansatz
dentogingivale
Verbindung,
engl.: epithelial attachment; biologische Verbindung des inneren
Saumepithels der Zahnfleischtasche
mit dem Zahnschmelz;
bei einem intakten E. wird auch von einer Epithelbarriere
gesprochen.
Attachment,
dentogingivaler
Verschluss, Pseudotasche
Epithelgranulom , engl.: epithelial
granuloma;
Pseudozyste
| Epithese Defektprothese, Gesichtsprothese, Körperersatzstück, engl.: epithesis; nach Defektverlusten (z.B. Tumoroperationen, schweren Unfällen/Verbrennungen) im Gesichtsbereich o. sichtbarem Kieferbereich angefertigte und vom Patient i.d.R. entfernbare Gesichtsprothese, welche in Form und Farbe der Umgebung angepasst ist. Bevorzugte Materialien sind heute Kunststoffe (Silikone), Keramik und Glas. Eine Sonderform der E. stellt die |
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| Epulis dem Zahnfleisch aufsitzende Geschwulst, griech. Wortkombination: epi = auf, ulon = Zahnfleisch; meist im bezahnten Oberkiefer auftretend; bestehend aus einem gefäßreichen Granulationsgewebe (leichte Blutungen bei Reizung), welches sich später u.U. in Bindegewebe umwandeln kann. Die in Deutschland gängige Unterscheidung in die Formen E. granulomatosa, E. fibromatosa, E. gigantocellularis, E. sarcomatodes, E. gravidarum oder E. angiomatosa (sog. "Schwangerschaftsepulis"); E. congenita ("Neumann Syndrom") und E. fissurata wird von der internationalen Nomenklatur der WHO nicht unterstützt. Die Behandlung besteht i.d.R. in einer chirurgischen Entfernung (Exzision) der E. nach vorheriger Ausschaltung etwaiger Reize (Füllungs-, Kronen-, Prothesenrändern) und histologischer Abklärung. Gelegentlich ist die Entfernung des betroffenen Zahnes bei häufigen Rezidiven erforderlich. |
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E. gravidarum |
| Equipoise System von engl.: equipoise = Gleichgewicht; spezielles, wenig bekanntes Design für Teilprothesen. Nach Herstellerangaben wird besonders auf eine ideale Kraftverteilung (precision C&L Attachment) und an eine ästhetische Unauffälligkeit der Halteelemente (esthetic “hidden clasp”) geachtet. |
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Eradikation
lat. "ex" = „heraus“ , "radix" = „Wurzel“; vollständige Eliminierung eines Krankheitserregers aus dem Körper. I.d.R. als sog. "pharmakologische Eradikation" mittels
Antibiotika oder
Chemotherapeutika.
erbliche primäre
Zahndurchbruchstörung
seltene Fehlentwicklung des Durchbruchs bleibender Zähne. Nach dem Ausfallen der
Milchzähne schafft es bei den betroffenen Kindern ein Teil der neuen Zähne
nicht, durch den Ober- und Unterkiefer durchzubrechen. Aus diesem Grund kann es
zu einem seitlich "offenen Biss"
kommen, d.h. die Backenzähne des Ober- und Unterkiefers haben keinen Kontakt
zueinander. Dadurch kann es zu Einschränkungen der Kaufunktion und zur
Überlastung einzelner Zähne kommen.
Ursache sind genetische (autosomal-dominanter Erbgang) Veränderungen
(Mutationen) im so genannten PTHR1-Gen, das im Stoffwechsel der Knochen eine
wichtige Rolle spielt. Trotz dieser Bedeutung des Gens zeigen die Personen
jedoch keine weiteren Symptome am Skelett.
Dentitio tarda,
Zahndurchbruch
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Erdbeerzunge Himbeerzunge, engl.: strawberry tongue; Schwellung der Zungenpapillen bei (Infektions-)Erkrankungen, z. B. beim Scharlach |
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Erfolgsgarantie , auf (zahn-)ärztliche Behandlungen, engl.:
guaranteed success rate;
Behandlung,
Dienstleistung,
Gewährleistung
Ergonomie
(griechisch ergos: Werk; nomos: Gesetz), engl.: ergonomics; Lehre von den
Belastungen der Arbeit. Die E. ist ein Teilgebiet der
Arbeitswissenschaft. Sie versucht durch Analyse und Gestaltung der technischen,
organisatorischen und sozialen Bedingungen von Arbeitsprozessen, die Arbeit des
Menschen an dessen physische und psychische Möglichkeiten anzupassen.
In der ZHK Anfang der 70er Jahre des letzten Jhds. vor allem durch Professor
Schön in D geprägt. Er legte vor allem auf eine optimale Behandlungsposition,
eine effektive Beleuchtung, sowie einem einfachen Zugriff auf das benötigte
Instrumentarium und Materialien für die unterschiedlichen Arbeitsweisen wert.
| Erhaltung von
Milchzähnen engl.: preservation of milk teeth; unter dem Gesichtspunkt einer optimalen Ausbildung des bleibenden Gebisses eine der wichtigsten zahnärztlichen Maßnahmen im Milchzahngebiss. Weltweite Untersuchungen belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Karies im Milch- und bleibenden Gebiss: Finden sich mehr als zwei kariöse Stellen an den zweiten Backenzähnen des Milchgebisses, erhöht sich die Kariesgefahr für die bleibenden Zähne der Betroffenen beträchtlich. Frühzeitiger Milchzahnverlust - fast immer durch mangelnde Mundhygiene und falsche Ernährung bzw. Essgewohnheiten bedingt - führt zu vielfältigen Schädigungen im bleibenden Gebiss:
Die Erhaltung von Milchzähnen spielt in D nach Meinung von Experten noch
immer (2007) eine untergeordnete Rolle: Obwohl ein allgemeiner Kariesrückgang bei
Kindern und Erwachsenen zu beobachten ist, bleibt der
Sanierungsgrad im Milchgebiss
unbefriedigend. Dabei liegt der Anteil unversorgter Karieserkrankungen umso
höher, je jünger die kleinen Patienten sind. |
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| erhaltungsfähig ,
erhaltungswürdig engl.: preservable, worthy of preservation; Begriffe, die im Zusammenhang mit tief zerstörten oder stark gelockerten Zähnen auftauchen, wobei der Begriff "Erhaltungsfähigkeit" der übergeordnete ist: Er bezeichnet die Tatsache, dass ein bestimmter Zahn mit den Mitteln der zahnärztlichen Kunst - u. U. sehr aufwendig - noch zu erhalten ist. Der Begriff "Erhaltungswürdigkeit" bezieht sich auf eine individuelle Betrachtung des gesamten Gebisses und beurteilt, ob durch eine Erhaltung dieses Zahnes (der Zähne) ein Gewinn für die Mundgesundheit erzielt werden kann: Beispiel: So kann ein tief von Karies befallener Weisheitszahn in einem vollständigen Gebiss häufig noch durch aufwendige Maßnahmen (z.B. Wurzelkanalbehandlung, Überkronung) durchaus erhalten werden (= erhaltungsfähig), eine Erhaltungswürdigkeit besteht aber nicht, da dieser Zahn funktionell nicht benötigt wird. Völlig anders liegt der Fall, wenn sich nur noch wenige Zähne im Mund befinden, hier kann der gleiche Zahn aus funktionellen Gründen erhaltungswürdig sein - wenn er überhaupt erhaltungsfähig ist. Ebenso muss in einem stark vernachlässigtem Gebiss (s. Abb.) die Erhaltungswürdigkeit anders gesehen werden, als in einer gepflegten Mundhöhle. Gleiches gilt für einen erhaltungsfähigen Milchzahn, der, bedingt durch einen baldigen Zahnwechsel, nicht mehr erhaltungswürdig ist. Auch die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses beschreiben: "... Die konservierende Behandlung sollte ursachengerecht, zahnsubstanzschonend und präventionsorientiert erfolgen. Jeder Zahn, der erhaltungsfähig und erhaltungswürdig ist, soll erhalten werden." ... "In der Regel ist die Entfernung eines Zahnes angezeigt, wenn er nach den in diesen Richtlinien beschriebenen Kriterien nicht erhaltungsfähig ist. Ein Zahn, der nach diesen Richtlinien nicht erhaltungswürdig ist, soll entfernt werden. Eine andere Behandlung von nicht erhaltungswürdigen Zähnen ist kein Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung." |
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| Erhaltungstherapie parodontale; engl.: (periodontal) maintenance therapy; Oberbegriff für eine Vielzahl von Maßnahmen zur Erhaltung der parodontalen Strukturen. Hierzu zählen primär eine regelmäßige und intensive Nachsorge ("Parodontalsprechstunde", "Recallstunde", s. Abb.) in einer zahnärztlichen Praxis sowie eine intensive und korrekte Mundhygiene seitens des Patienten. Im weiteren Sinne werden darunter auch Maßnahmen verstanden, die zahnärztlicherseits in der Mundhöhle Verhältnisse schaffen, die einer erneuten Erkrankung vorbeugen (z.B. Verkleinerung der Zahnfleischtaschen, gesteuerte Geweberegeneration usw.) |
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Erkennungsmerkmale von Zähnen ; engl.:
characteristic dental features;
Zahnmerkmale
Ermächtigung
von (Zahn-)Ärzten, Teilnahme an der vertrags(zahn-)ärztlichen Versorgung,
engl.: authorization of doctors/dentists; Begriff aus dem
Sozialgesetzbuch V (SGB V).
Primär bleibt die ambulante Behandlung von
gesetzlich
Versicherten den niedergelassenen
(Zahn-)Ärzten mit einer Zulassung
vorbehalten. In Ausnahmefällen gilt nach SGB V, dass eine zulassungsähnliche
E. für Andere (i.d.R. Krankenhausärzte mit Fachqualifizierung) erteilt wird,
soweit und solange eine vertragsärztliche Versorgung der Versicherten ohne die
besonderen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden oder die Kenntnisse der
hierfür geeigneten Krankenhaus- oder Universitätsklinikärzte oder anderer
Personengruppen (z.B. Psychotherapeuten) nicht sichergestellt werden kann
("Unterversorgung"). Die E. wird i.d.R. für einen befristeten Zeitraum (z.B. 5
Jahre) ausgesprochen.
Mit Urteil aus 2004 (Az.: 1 BvR 378/00, Urteil vom 17.08.04) stellt das
Bundesverfassungsgericht u.a. fest, dass den niedergelassenen
Vertragsärzten
ausdrücklich das Recht zugebilligt wird, die E. eines Krankenhausarztes
gerichtlich überprüfen zu lassen. Die E. sei eine "nachrangige Form der
Teilnahme" an der Versorgung und dürfe nur erteilt werden, "soweit und solange
eine ausreichende Versorgung der Versicherten ohne die besonderen Untersuchungs-
und Behandlungsmethoden oder die Kenntnisse" des ermächtigten Arztes nicht
sichergestellt sei.
Altersgrenze,
Sicherstellungsauftrag,
Zahnarztregister,
Zulassung
Ernährungsempfehlungen
engl.: dietary recommendations; unter zahnärztlichen und ernährungsphysiologischen
Aspekten (nach Staehle, Strippel in zm
17/2004):
Weiter hat die WHO 2003 folgende
Ernährungsempfehlung zur Vorbeugung vor chronischen Erkrankungen
herausgegebnen:
Gesamtfett:
15 - 30 % der Energieaufnahme
gesättigtes Fett:
unter 10 % der Energieaufnahme
Kohlenhydrate:
45 - 55 % der Energieaufnahme
Freie Zucker:
unter 10 % der Energieaufnahme
Eiweiß:
10 - 15 % der Energieaufnahme
Cholesterin:
unter 300 mg/Tag
Speisesalz:
unter 5 g/Tag
Obst und Gemüse:
über 400 g/Tag
Stärkefrei Polysaccharide: über 20
g/Tag in Form von Obst/Gemüse
Ballaststoffe:
mindestens 35 g/Tag; vor allem durch den Konsum von Vollkornprodukten
Die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt, zur Unterstützung der Darmgesundheit
täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu verzehren. Nahrungsmittel
Ballaststoffgehalt:
1 Scheibe Vollkornbrot (50g) 8,1g
1 Portion Müsli mit Nüssen (50g) 6,6g
1 EL Leinsamen (10g) 3,9g
1 mittelgroße Salzkartoffel (100g) 1,2g
1 Portion Vollkornreis (50g) 1,1g
1 Portion Feldsalat (50g) 0,75g
1 mittelgroße Karotte (100g) 3,6g
1 Apfel mit Schale (125g) 2,5g
1 Portion Erdbeeren (250g) 5,0g
10 Haselnusskerne (10g) 0,8g
Quelle: Heseker, B. u. H. (1999): Nährstoffe in Lebensmitteln,
Frankfurt
http://www.netzwerk-gesunde-ernaehrung.de/ ,
http://www.was-wir-essen.de/
Functional Food,
Malnutrition
Isomaltulose sorgt für zahnfreundliche Kindertees
Zahngesunde Ernährung - die 10 häufigsten Irrtümer
Ernst Häkchen
Ernst Ligatur, engl.: Ernst ligature (internal wire ligature);
nach dem Berliner Kieferchirurgen (1887-1947) benannte einfache Achterligatur (figur-of-eight
ligature wire) um zwei benachbarte Zähne, wobei die Ligaturenden häckchenförmig
abgebogen werden und als Halteelemente für eine
intermaxilläre
Verschnürung dienen. Anwendung hauptsächlich in der Notfallmedizin bei
Kieferbrüchen.
ERO
Europäische Regionale Organisation der
Fédération Dentaire International (FDI). Zusammenschluss europäischer
Staaten (mit Israel) zur Abstimmung einer gemeinsamen zahnärztlichen
Gesundheitspolitik und Außendarstellung
Council of European
Dentists
| Erosion Erosions-bedingte Zahnschäden, "Säureschäden", engl.: erosion-related enamel defects; mechanische Abnutzung von durch Säureeinwirkung erweichter Zahnhartsubstanz ohne Beteiligung von Bakterien, bevor diese in ausreichendem Maße durch die im Speichel vorhandenen Mineralien remineralisiert werden konnte. Verursacht i.d.R. durch Säuren aus Nahrungsmitteln: Saure Getränke, Soft- bzw. Erfrischungsgetränke, Früchte, Essig, Sauermilchprodukte, Acetylsalicylsäure, Eisenpräparate - = extrinsische Erosion - oder Bulimie, Sodbrennen (Reflux) usw. - = intrinsische Erosion. Das durch eine E. freiwerdende Dentin ist i.d.R. leicht bis stark empfindlich, da durch den chemischen Prozess im Gegensatz zur Abrasion keine Schmierschicht erzeugt wird, die die empfindlichen Dentinkanälchen verschließen könnte. Zur Beurteilung der E. schlagen Lussi et al. (Bern) den BEWE (auch: "Lussi-Index") vor:
Durch die Säureeinwirkung kommt es zu einer Zerstörung
des kristallinen Gefüges der äußeren Schichten von säureexponiertem
Zahnschmelz und Dentin, so dass die
obersten Schichten der Zahnhartsubstanzen teilweise direkt in Lösung gehen. Diese demineralisierten Zahnoberflächen können dann beim Zähnebürsten
(s.u.) oder beim Kauen von abrasiven Nahrungsbestandteilen noch verstärkt abgetragen werden.
Zur Früherkennung der Zahnschmelzerweichung wenden Wissenschaftler
die hochempfindliche Messmethode der "Nanoindentation" an. Dabei wird eine
extrem feine Spitze, deren Radius etwa eintausendmal dünner als ein
Haar
ist, in die Oberfläche des Zahnschmelzes gedrückt. Dann wird die Kraft
gemessen, die der Schmelz der Spitze entgegensetzt. Mit der Methode
gelingt es die Erweichung zu messen, die nach nur zwei Minuten
Einwirkzeit von z.B. Soft-Drinks eintritt. So erkennen die Forscher
Zahnerosionen lange bevor sie für den Zahnarzt sichtbar werden. |
|
Ersatzdentin , engl.: irregular (secondary)
dentine;
Sekundärdentin,
Tertiärdentin
Ersatzkassen
Ersatzkrankenkassen, engl.: etwa: substitutional social health insurance
funds; Krankenversicherungen mit dem Status einer
Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Sie standen über viele Jahrzehnte nur Angestellten und freiwilligen Mitgliedern
offen ("gesetzliche Privatversicherung"). Organisation der Ersatzkassen für
Angestellte sind seit 1912 im Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), die
Arbeiter-Ersatzkassen seit 1938 im Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV; Auflösung 2009,
seither Bez. VdEK = Verband der Ersatzkassen). 1996 wurde die historische Trennung
in Arbeiterkassen und Angestellten-Ersatzkassen abgeschafft, somit stehen heute
(2009) die E. allen Versicherten der
gesetzlichen
Krankenversicherung über die freie Kassenwahl offen.
Primärkrankenkassen
Ersatzkassenvertrag ,
Bundesmantelvertrag
Ersatzzahn
Ersatzzähne, engl.: succedaneous tooth o. teeth;
verwirrende Bez. für die Zähne, welche die Milchzähne ersetzen (hat nichts mit
Zahnersatz zu tun). Es sind dies die
bleibenden Zähne 1 bis 5, da die
Zähne 6 - 8 im Milchgebiss nicht vorhanden sind. Die E. werden aus der
Ersatzzahnleiste (engl.: successional lamina) gebildet, welche sich
oral hinter den Milchzahnkeimen entwickelt.
Dentition,
Milchzahn,
Zahn,
Zuwachszähne
Erstabdruck ;
Situationsabdruck
Eruption
Zahneruption, Eruptio dentis, engl.:
tooth eruption; entwicklungsbedingter dynamischer Prozess, der den Zahn
aus seiner Keimlage im
Alveolarfortsatz in die
Mundhöhle bis zu seiner endgültigen Position in eine
Antagonistenokklusion bewegt. Dieser,
auch als biologische Eruption bezeichneter Prozess, wird durch das eruptive
Potential der Zahnwurzel gesteuert. Der eigentliche
Zahndurchbruch, d.h. das
Sichtbarwerden der Zahnkrone, beginnt i.d.R. dann, wenn die Wurzellänge erreicht
ist. Erfolgt dieser Durchbruch vor dem normalen Stadium, spricht man von einem
unreifen Zahndurchbruch (Dentitio präcox); erfolgt er später, von einem
verspäteten Zahndurchbruch (Dentitio tarda).
Dentition,
Dentitionsreihenfolge,
erbliche primäre Zahndurchbruchstörung,
Gebiss, Mineralisationszeiten,
Retention
Eruptionszyste , engl.: eruption cyst;
Dentitionszyste
erschwerter Zahndurchbruch , engl.:
difficult dentition;
Dentitio difficilis,
Weisheitszahn, Zahnen
Erwachsenenparodontitis , AP von
engl.: adult periodontitis;
Parodontitis marginalis,
Zahnfleischerkrankungen
erweiterte Fissurenversiegelung , engl.: extended fissure sealing;
Fissurenversiegelung
Erweiterter Bewertungsausschuss
Paritätisch besetztes Gremium (Zahnärzte, Krankenkassenvertreter und
Unparteiische) zur Festsetzung des einheitlichen Bewertungsmassstabs (
BEMA). So beschreibt er die
abrechenbaren Leistungen und deren Bewertung nach Punkten. Enge Verzahnung mit
dem
Bundesausschuss
Zahnärzte und Krankenkassen, welcher ab 2004 nicht mehr existiert
Gemeinsamer
Bundesausschuss.
BEMA,
Bundesausschuss Zahnärzte
und Krankenkassen
| Erysipel Wundrose, Gesichtsrose, engl.: (traumatic) erysipelas, facial erysipelas; hochinfektiöse, durch Bakterien (Streptokokken) verursachte schmerzhafte und häufig gefährliche Erkrankung der Gesichtshaut oder der Mundschleimhäute |
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Erythem
engl.: erythema; entzündungsbedingte, flächenhafte Hautrötung infolge
Mehrdurchblutung durch Gefäßerweiterung. Nach der Ursache Unterscheidung in
aktives und passives E.
Röntgendermatitis
Erythrodontie
"Blutzähne", "Vampirzähne", engl.: erythrodontia, not correctly: "pink
teeth"; Rot-Braun-Verfärbung der Zahnsubstanz bei familiärer Porphyrinurie.
Grafik
Erythromycin ,
Makroloide
| Erythroplakie orale Erythroplasia, "rote Läsion", engl.: erythroplasia; seltene, zu den Präkanzerosen zählende rötliche Flecken der Mundschleimhaut. Auch als "rote Komponente" einer inhomogenen oralen Leukoplakie bezeichnet, verbunden mit einem hohen Potential zur Entartung. Lokalisation vorwiegend im Bereich von Mundboden, Zunge und Unterlippe. |
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| Erythrosin engl.: erythrosine; synthetisches Bi-Natriumsalz von 2,4,5,7 - Tetrajodofluoreszin; Hauptbestandteil der gängigen Plaquefärbetabletten (sog. Plaqueindikatoren, Plaquerevelatoren). E. besteht zu mehr als 50% aus Jod. In Deutschland als Lebensmittelfarbstoff zugelassen, attestiert auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie diesem Stoff eine gesundheitliche Unbedenklichkeit. Allerdings kann man im gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitsdatenblatt nachlesen, dass E. beim Verschlucken als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Möglicherweise Auslöser für Hyperaktivität bei Kindern. Im Bakterienversuch wurden Erbgutveränderungen beobachtet. Im Tierversuch liegt die LD50 (= 50% der Tiere sterben daran) bei Ratten bei 1840 mg/kg. Hochgerechnet müsste ein Kleinkind von den Standardtabletten (5 mg) 3.000 Stück schlucken, um gefährdet zu sein - eine Vergiftung kann demnach bei sachgemäßer Anwendung ausgeschlossen werden. Vorsicht ist bei Personen mit einer Jodallergie angebracht, da E. Jod enthält und (seltenen) allergische Reaktionen auslösen kann. |
|
Esmarch Handgriff
Esmarch-Heiberg Handgriff; engl.: Esmarch maneuver; in
der Notfallmedizin angewandter beidseitiger Kiefergriff zum Freihalten der
Atemwege bei Bewusstlosigkeit. Durch Vorschieben und Herunterdrücken des Unterkiefers bei einem
überstreckten Kopf wird der Rachen vor der zurücksinkenden Zunge frei gehalten.
http://erste-hilfe-infos-de.server11129.isdg.de/index.php?id=762 (mit Abb.)
http://www.aerztezeitung.de/
Essstörung
engl.: eating disorder; von der normalen Nahrungsmenge abweichende
Quantität der Nahrungsmittel; Ausdruck vorwiegend bei einem Zuwenig (Bulimie,
Magersucht) dieser Stoffe gebraucht.
Etch-and-Rinse-Technik
,
Adhäsivtechnik
Etching
,
Adhäsivtechnik
Ethylendiamintetraacetat , EDTA;
EDTA,
Wurzelkanalbehandlung
Eufunktion , engl.: normal function; normale Funktion; die Silbe "eu-" bedeutet das Gegenteil von "dys-"; daher Dysfunktion für eine Fehlfunktion
Eugenol
eng.: do.; Hauptinhaltsstoff des Nelkenöls (Gewürznelke), außerdem vorkommend in Muskat, Lorbeer,
Piment, Zimt; eines der Phenol-Derivate
mit einer ausgezeichneten bakteriostatischen und betäubenden Wirkung. Bekannt
aus der Notfallmedizin ("bei Zahnschmerzen eine Nelke zerkauen"); Haupteinsatz
in der ZHK - meist in Kombination mit
Zinkoxid - als
indirektes
Überkappungsmaterial (
Caries
profunda), provisorischer
Befestigungszement
("Eugenolzement"), zur Behandlung infizierter
Zahnwunden und als Zusatz von
Wurzelfüllmaterialien.
E. gilt als "Kunststoff-Weichmacher" und ist daher nicht als
Befestigungszement oder
Unterfüllungsmaterial für
Kunststoff-Füllungen geeignet.
Bei der Gewürznelke handelt es sich um die Blütenknospe des
Gewürznelkenbaumes (Myrtengewächs), der von den indonesischen Molukken stammt.
Noch hellrot, wird sie in geschlossenem Zustand gepflückt und getrocknet. Ganz
oder gemahlen sowie als Öl sind die Blütenknospen im Handel erhältlich. Im
Mittelalter taufte man das vielseitige Gewürz, das der Form nach an kleine Nägel
erinnert, "negellin" und später "Nelke", ohne dass es mit der gleichnamigen
Blumengattung (Dianthus) verwandt ist.
In jüngerer Zeit wird auch der Einsatz von E. bei der
Oberflächen-Schmerzausschaltung
diskutiert: Ein Gel, hergestellt aus Gewürznelken, ist als
topisches
Anästhetikum
genauso wirksam wie Benzocain,
in der Herstellung und Verfügbarkeit jedoch bedeutend günstiger.
Studien belegen bei bestimmten Patienten eine
Allergie auslösende Wirkung.
Zinkoxid-Eugenol, Zahnschmerz
| Eugnathie Orthognathie, fehlerfreies, harmonisches Gebiss, engl.: orthognathia, eugnathia; ein nach den anatomischen Regeln ausgebildetes und geformtes natürliches Gebiss; regelrechter Zahnzusammenbiss mit Neutralbiss. Geringes Hervorragen des Mittelgesichts; gekennzeichnet u.a. durch den Profilwinkel (Winkel zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie der Nasenwurzel mit dem Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene). Bei Profilwinkeln von 85° und mehr spricht man von E., bei solchen unter 80° von Prognathie (Vorstand des Oberkieferkörpers) und bei Winkeln zwischen 80°-85° von Mesognathie. Eine geringfügige Protrusion der OK-Frontzähne wird im Vergleich zu anderen Stellungen der Schneidezähne von Vielen als ästhetisch ansprechender beurteilt. Ein anatomisch korrektes Gebiss ist eine Seltenheit. Über 90% aller Teilnehmer einer großen regionalen Kohortenstudie wiesen Dysgnathiesymptome auf. Am häufigsten lag ein frontaler Engstand (siehe Abb.) oder ein vergrößerter Overjet vor. Die Autoren werteten die kieferorthopädischen Befunde von 1.777 Teilnehmern der Study of Health in Pomerania (SHIP) im Alter zwischen 20-49 Jahren aus. Bei 92,2% der Teilnehmer wurden Dysgnathiesymptome festgestellt, über 90% verfügten über mehr als ein Merkmal und damit über eine komplexe Dysgnathiesymptomatik. Häufigste Prävalenz hatten der frontale Engstand im Unterkiefer (62,9%), gefolgt vom frontalen Engstand im Oberkiefer (41,9%) und einem vergrößerten Overjet (< 4 mm, 36,8%). Die Prävalenz weiterer Merkmale lag dahinter deutlich zurück. Eine schwere Dysgnathie wurde 32,8% der Studienteilnehmer bescheinigt. Ein anatomisch korrektes Gebiss lag lediglich bei 7,8% der Probanden vor. Definiert war ein korrektes Gebiss auch noch bei geringen Normabweichungen, wie beispielsweise dem ausschließlichen Vorliegen eines Engstandes Grad 1. Erfasst wurden 14 definierte Symptome einer Dysgnathie. Die Untersuchungen wurden von zuvor zusätzlich geschulten Zahnärzten in Stralsund und Greifswald anhand eines Untersucherhandbuchs durchgeführt. Die Erhebung der Daten umfasste den Zeitraum Oktober 1997 bis Mai 2001. Durch Interviews ermittelten Forscher zudem, ob die Patienten bereits eine kieferorthopädische Therapie erhalten hatten. Dies war bei 26,7% aller Probanden der Fall.
|
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| EVA System INTRA LUX EVA Prophylactic®; auf der Basis von niederfrequentoszillierenden Instrumenten (Hub ~ 1,5 mm) beruhendes Prinzip der Zahnreinigung und Beseitigung überstehender Füllungsränder sowie dem Finieren, vornehmlich im Zahnzwischenraum und zugänglichem Zahnwurzelbereich. Mit reduzierten Hubbewegungen (Hub ~ 0,4 - 0,8 mm) auch zu Präparationszwecken in diesem Raum eingesetzt ( |
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Evidenzbasierte Medizin
EBM, nachweisgestützte (belegestütze) Medizin, nach
dem lateinischen Wortstamm bedeutet "Evidenz" etwa "anschauende Gewissheit"; engl.:
evidence-based medicine. Im Gegensatz zu der deutschen Bedeutung von
Evidenz = "Deutlichkeit", "Klarheit", "Augenscheinlichkeit",
"Offensichtlichkeit", "vollständige, überwiegende Gewissheit", hat sich weltweit
die englische Bedeutung für Evidenz = "Nachweis", "Beleg" durchsetzen
können und sich auch im deutschsprachigen Bereich als Terminus technicus
etabliert. So definiert man damit eine gewissenhafte, explizite und vernünftige
Anwendung der besten medizinischen Informationen in der täglichen klinischen
Entscheidungsfindung. Sinn der evidenzbasierten Medizin ist es, patientenorientierten
Entscheidungen eine wissenschaftlichere Grundlage zu geben, als dies oft der
Fall ist - allerdings: Die Medizin ist eine Erfahrungswissenschaft, die sich
unter anderem naturwissenschaftlicher Methoden bedient (sog. "individualisierte
Medizin"). Insofern ist der Ausdruck "evidenzbasiert" kein
Qualitätssiegel.
Nach Schätzungen können momentan (2007) nur ca. 10 Prozent des Spektrums der
Zahnmedizin durch Evidenz-basierte hochwertige klinische Studien abgedeckt
werden. Auf einem Workshop wurde festgestellt (Evidenzbasierte Zahnmedizin im
Deutschen Cochrane Zentrum (Böning, Hugger, Türp); zm 91, Nr. 18, 16.9.2001)
"... Obwohl prospektive Therapiestudien auch in der Zahnmedizin den
Goldstandard
darstellen, wird sich die Gewinnung von zahnmedizinischer Evidenz auch in
Zukunft auf Kohortenstudien,
retrospektive Studien und
Fall-Kontrollstudien
stützen müssen. In der Zahnmedizin sind Verblindungen oder
Randomisierungen
häufig nicht möglich, und prospektive Therapiestudien erweisen sich oftmals auf
Grund der langen Überlebenszeiten zahnärztlicher
Restaurationen als
undurchführbar. ..."
Da in der Medizin - im Gegensatz zu den Naturwissenschaften - viele
Grundlagen nicht auf festen Gesetzen beruhen, sondern eine Patienten- und Behandlerorientierten "Individualisierung" unterliegen, steht die EBM
z.Zt. auf drei Säulen (Definition
nach Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.):
der individuellen klinischen
Erfahrung des (Zahn-)Arztes (= interne Evidenz)
den Werten und Wünschen des Patienten
dem aktuellen Stand der
wissenschaftlich fundierten klinischen (Zahn-)Medizin (= externe Evidenz)"
und weiter wird die Integration der EBM in die (zahn-)medizinische
Praxis, Lehre und Forschung gefordert, um:
wissenschaftlich untermauerte
Verfahren bekannt zu machen und in die Praxis einzuführen
veraltete, überflüssige und ggf.
schädliche Maßnahmen zu identifizieren
Lücken in der Gesundheitsversorgung
erkennbar zu machen
Hinweise für sinnvolle klinische, vor
allem patientenorientierte Forschung zu geben"
Die U.S. Agency for Health Care Policy and Research (AHCPR) teilt die EBM
nach Evidenz-Typen graduell ein, wobei die Stufen III und IV eine gute
Aussagekraft besitzen:
Ia Evidenz auf Grund von
Metaanalysen
randomisierter, kontrollierter
Studien
Ib Evidenz auf Grund mindestens einer
randomisierten, kontrollierten
Studie
IIa Evidenz auf Grund mindestens
einer gut angelegten, kontrollierten Studie ohne
Randomisierung
IIb Evidenz auf Grund mindestens
einer gut angelegten, quasi-experimentellen Studie
III Evidenz auf Grund gut angelegter,
nicht experimenteller deskriptiver Studien (z.B. Vergleichsstudien,
Fall-Kontrollstudien)
IV Evidenz auf Grund von
Berichten/Meinungen von Expertenkreisen, Konsensuskonferenzen (
http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/083-001m.htm) und / oder klinischer
Erfahrungen anerkannter Autoritäten.
Darauf aufbauend leitet sich eine "Stärke der Empfehlung" (Empfehlungsstärke)
ab:
Klasse A: Basiert direkt auf einer Grad-I-Evidenz = starke
Empfehlung
Klasse B: Basiert direkt auf einer Grad-II-Evidenz oder einer
extrapolierten Grad-I-Evidenz = Empfehlung
Klasse C: Basiert direkt auf einer Grad-III-Evidenz oder einer
extrapolierten Grad-I-Evidenz bzw. Grad-II-Evidenz
Klasse D: Basiert direkt auf einer Grad-IV-Evidenz oder einer
extrapolierten Grad-I-Evidenz bis Grad-III-Evidenz
alternative
Behandlungsmethoden, Blindversuch, Fortbildungssiegel,
klinische Studie,
Leitlinie,
Odds,
Querschnittsstudie,
Richtlinie,
systematische Übersicht,
Validität,
wissenschaftlich
anerkannt
Wo ist
der Beweis (ausführliche Online-Darstellung, 2013,
empfehlenswert!)
Leitlinien in der Zahnmedizin - Evidenz statt Eminenz (zm, 2013)
Glossary:
http://www.cebm.net/?o=1116 (in engl.)
http://www.patientenleitlinien.de/
http://www.ebm-netzwerk.de/
http://www.imbi.uni-freiburg.de/biblio/cochrane.htm
http://metaanalyse.online-forschung.info/
Exanthem
engl.: exanthema; Hautausschlag , z.B. bei Infektionskrankheiten oder als
Reaktion allergischer bzw. toxischer Erkrankungen ("Arzneimittelexanthem");
großflächig auf der Haut auftretend.
Enanthem,
Urticaria
Exazerbation
Exacerbation, engl.: do.; Verschlechterung, Verschlimmerung einer
bestehenden Krankheit oder deren Verlauf; "Aufflammen (flare up)" einer chronischen
Entzündung (z.B. einer Parodontitis).
In der Zahntechnik auch gebräuchlich für das Radieren von Zähnen auf einem
Gipsmodell (z.B. zum Anfertigen einer
Immediatprothese).
Parodontitis apicalis, Parulis
Exhärese
Exhairese, engl.: exeresis; operatives "Herausziehen" eines Gefäß-
oder Nervabschnittes;
Neurexhärese,
Neurotomie,
Trigeminusneuralgie
Exkavation
Exkavieren, engl.: excavation; Ausbuchten, Aushöhlen.
Zahnmedizinisch ist damit das Entfernen von
kariösem Dentin mit langsam
rotierenden Bohrern oder entsprechenden Handinstrumenten (
Exkavator) gemeint. In kariösem Dentin ist die
Kollagenmatrix derart geschädigt, dass eine
Remineralisation nicht mehr
möglich ist. Darunter befindet sich eine Schicht, in der zwar der Mineralanteil
aufgelöst, die Kollagenstruktur jedoch erhalten ist. Diese innere
Dentinkariesschicht muss daher nicht unbedingt exkaviert
werden.
Behandlung von Milchzähnen,
Exkavator, Füllungstherapie,
Kavität
| Exkavator engl.: (dental) excavator; versch. gebogene und unterschiedlich große, "löffelartige", scharfe Handinstrumente zur Entfernung von Karies aus dem Zahnbein; Haupteinsatzgebiete sind die Behandlung ängstlicher Kinder und ein Entfernen der Karies in der Nähe des Zahnnervs. Große Rosenbohrer nehmen bei sehr langsamer maschineller Umdrehung in einem Winkelstück und entsprechendem Geschick auch die Funktion eines E. war. |
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Exkochleation
Auskratzung, engl.: excochleation; chirurgisches Auskratzen von Gewebe in
einer Knochenhöhlung mit einem "scharfen Löffel".
Granulom,
Zyste
exogen
engl.: exogen(e)ous; außerhalb des Körpers entstehend; von außen her in den
Organismus eindringend (z.B. Krankheitserreger oder Krankheiten);
endogen
| Exostose Exostosis, Torus mandibulae, Epostoma, Osteophyt, Tuberculum mandibulae, Unterkieferwulst, "Überbein am Kiefer", Knochenhypertrophie, spez. Form einer sich nach außen entwickelnden Hyperostose, gutartiger Knochentumor, engl.: exostosis, poroma; zu den gutartigen Knochengewächsen gehörende, langsam wachsende überschüssige Knochenbildung, besonders an der Innenseite des Unterkiefer-Alveolarfortsatzes (s. Abb.); seltener im Gaumenbereich ( Eine erbliche Komponente scheint beim Auftreten wahrscheinlich. |
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Expansionseinbettung ;
Einbettmasse
Expasyl ®
patenförmiges Mittel (Zusammensetzung:
Aluminiumchlorid und
Kaolin, welche die
adstringierenden und hämostatischen Eigenschaften bewirken) zur temporären
Verdrängung der marginale Gingiva sowie
der Trocknung der Zahnfleischtasche (Sulkus)
bei der zahnärztlichen Abdrucknahme: Hierzu wird die Masse in den Sulkus
eingebracht, die dann expandiert und so die Abformung nach Aussage vieler
Anwender deutlich erleichtert und verbessert soll. Relativ hoher Preis.
Abdruck,
Retraktionsfaden
Expertensysteme
engl.: expert systems; unter Medizinern umstrittene Computerprogramme,
die Ärzten bei Diagnose- oder Therapieentscheidungen helfen sollen ("Diagnose
per Computer"). Von der Struktur her sollen derartige Systeme
Untersuchungsbefunde dokumentieren und Veränderungen aufzeigen (Monitoring).
Darüber hinaus erfolgt eine (softwaremäßig vorgegebene) kritische Bewertung der
Befunde. Z.B. widmet sich ein Computerprogramm (nach Bratthall) der Bestimmung
des Kariesrisikos: Es werden die schon bestehende Karies, die Ernährung,
Bakterienvorkommen in der Mundhöhle und die Anfälligkeit des Patienten
gewichtet, um daraus Vorhersagen zur Höhe des Kariesrisikos zu machen.
E. befinden sich in der ZHK noch in der Entwicklung und liefern bisher kaum
brauchbare Ergebnisse in Richtung von Therapieempfehlungen.
Dentoprog-Methode
Explantation
Gegenteil von Implantation,
engl.: do.; mit unterschiedlicher Bedeutung:
1.) Gewebe- oder Organentnahme bei einem Verstorbenen zum Zweck der
Gewebekultur
oder Transplantation des betreffenden Organs. Neben der Feststellung des
Hirntods des Verstorbenen bedarf es einer testamentarische Einwilligung des
Verstorbenen oder des schriftlichen Einverständnis der nächsten Angehörigen.
2.) Entfernung von
Knochenersatzmaterialien (Transplantaten) oder im Kiefer liegenden (enossalen)
Implantaten. Ist z.B. ein Implantat auch nach mehreren Monaten immer noch nicht
fest im Knochen verankert oder tritt eine spätere Lockerung auf, muss es i.d.R. explantiert, d.h. entfernt, werden.
Diese seltene Komplikation bedingt
u.U. (abhängig von der Implantatkonstruktion und der
Ausprägung der Entzündung) einen erheblichen Verlust des umgebenden
Kieferknochens.
Autotransplantation,
Explantationsbohrer, Implantat,
Implantatverlust,
Knochenersatzmaterialien,
Osseointegration,
Periimplantitis
Explantationsbohrer![]()
Explantationsfräse, engl.: explantation drill; feines Instrument,
welches zur Entfernung eines Implantates dient,
sofern dies noch relativ fest im Knochen verankert ist. Das einem
Schaftlochbohrer ähnliche
Instrument legt das Implantat im oberen Teil derart frei, dass es mit einem
Spezialinstrument entfernt werden kann.
exspektative Diagnostik ;
Reaktionsdiagnostik
Exstirpation
"Ausrottung", engl.: do.; totale chirurgische Entfernung von erkranktem
Körpergewebe oder eines Organs. Begriff in der
ZHK gebräuchlich als Pulpenexstirpation = totale Entfernung der
Zahnpulpa mittels einer sog.
Exstirpationsnadel ("Nervnadel", dünne, in den Wurzelkanal passende Nadel mit Widerhaken
zum Entfernen des erkrankten Zahnnervs).
Pulpektomie
Exsudat
Ausschwitzung, engl.: exudate; entzündliche
Ausschwitzung (eiweißhaltige Flüssigkeit, die bei Entzündungen aus den
Blut-/Lymphgefäßen austritt; Eiter) oder
eine Drüsenabsonderung
Abstrich,
Abszess, Eiter,
Infiltrat
Extensionsabdruck
Extensionsabformung, engl.: extension impression; Variante des
sog. Funktionsabdruck im
zahnlosen Unterkiefer, wobei zur Optimierung des Sitzes von Prothesen der
retromolare und sublinguale Raum mit abgeformt wird (sog. Extensionsprothese). Individuelle
Gewöhnungsfähigkeit bei nach diesem Verfahren hergestellten Unterkiefer-Vollprothesen
Abdruck,
Muco-Seal® Abformung,
Sublingualrolle,
Überextension,
Unterzungenflügel
Extensionsbrücke ,
Freiendbrücke, engl.:
cantilever bridge, extension bridge;
Brücke,
Freiendbrücke
Extensionsklammer , Sonderform einer
fortlaufenden Klammer,
indem die E. nur zwei Zähne umfasst
extrakoronal ,
interkoronal
| Extraktion Zahnextraktion, Zahnentfernung, Extrahieren, "Ex", "Zahn ziehen", engl.: (tooth) extraction; Entfernung eines Zahnes mit speziell dafür geformten Zahnzangen und/oder Hebeln, Krallen, Wurzelzangen aus seinem Zahnfach unter örtlicher Betäubung; häufigster kieferchirurgischer Eingriff in einer Zahnarztpraxis. Zur E. werden - nach Lösen der Verbindung Zahn-Kieferknochen ( Bei tief zerstörten ( E. sollten immer erst nach der Anfertigung von Röntgenaufnahmen der Zahnwurzel und Umgebung erfolgen, um anatomisch bedingte Komplikationen bei einer E. (z.B. abgekrümmte Wurzeln, Nachbarschaft zu einer Kieferhöhle oder einem Nerv) zu minimieren. Indikationen zu einer E. sind vielfältig und unterscheiden sich im Milch- und bleibendem Gebiss: Indikationen zur Extraktion im Milchgebiss (1. Dentition):
Indikationen zur Extraktion im bleibenden Gebiss (2. Dentition):
Eine vorübergehende Kontraindikation besteht bei akuten
Entzündungen (schlechtere Wundheilung, Probleme mit der örtlichen
Betäubung), akute Phase eines Herzinfarkts und während einer Chemo- bzw.
Strahlentherapie. Für die Knochenregeneration ("Abheilung") spielt es offenbar keine
entscheidende Rolle, ob man die Extraktionswunde mit
künstlichem Knochen
oder ähnlichen Materialien (z.B. Gelantineschwamm) nach der Zahnentfernung
auffüllt. Wichtiger für den Heilungsprozess ist eine sorgfältige Entfernung
eitriger Prozesse und ein stabiles
Blutkoagulum - hier sollte ggf. eine Annäherung der Wundränder mittels
Situationsnaht
oder zumindest die Applikation eines
Aufbisstupfers erfolgen. Diese Maßnahmen vermeiden
zusätzlich, dass es zu
Wundheilungsstörungen (dolor post,
dry socket) kommen kann. In 2011 schreiben BZÄK/KZBV
in einer |
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| Extraktionstherapie Entfernung bleibender Zähne bei geringen Platzverhältnissen, Ausgleichsextraktion, Reihenextraktion, gesteuerte Extraktion, engl.: serial extraction; erprobte Maßnahme zur Behebung von Zahnengständen (mit oder ohne zusätzliche kieferorthopädische Behandlung). Wird häufig von Laien (Eltern) kritisch gesehen: "Warum muss ein gesunder Zahn entfernt werden?", aber ohne eine derartige Maßnahme ist keine regelrechte Einordnung bei einem viel zu kleinen Kiefer zu erwarten. Als Indikationen gelten: Vorzeitige Extraktion von Milchzähnen Vorzeitige Extraktion von bleibenden Zähnen |
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| Extraktionszange Zahnzange, engl.: dental o. extracting forceps; in Form und Größe unterschiedliche Instrumente zur Entfernung von Zähnen. Die Form der Zangenbacken (auch Branchen) entspricht der anatomischen Form des auf den Zahnhals folgenden Wurzelbereiches, dadurch ist ein sicheres Umfassen des jeweiligen Zahnes mit dem Zangenmaul bei seiner Extraktion gewährleistet; häufig sind zu einem noch festeren Umgreifen des Zahnes die Innenseiten der Backen diamantiert. Der Zangengriff ist je nach anatomischer Lage des Zahnes gerade oder versch. stark abgewinkelt, um den Zahn in seiner Achsrichtung exakt greifen zu können. Die beiden Zangenbacken sind über ein Schloss (auch: englisches Schloss) miteinander verbunden. |
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extraoral ,
engl.: do.; außerhalb des Mundes (gelegen oder stattfindend);
intraoral,
Zahnflächen
extrinsisch
engl.: extrinsic; von außen her angeregt, durch äußere Zwänge; Gegenteil:
intrinsisch.
Bleichen,
Erosion,
Verfärbung von Zähnen
| Extrusion engl.: extrusion; 1.) Überstehen eines Zahnes über die Okklusionsebene ( 2.) (erwünschte) Folge einer kieferorthopädischen Behandlung: Mittels einer Extrusionskraft, die von einer entsprechenden Apparatur ausgeht (z.B. einer Extrusionsfeder), wird der Zahn aus seinem Zahnfach langsam soweit herausgezogen, bis er die Okklusionsebene erreicht |
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exzentrisch
exzentrische Projektion; engl.: excentric projection; außerhalb
des Mittelpunktes liegend. Begriff in der ZHK
bei einer speziellen Röntgentechnik
(exzentrische Projektion),
um einen Zahn "dreidimensional" darzustellen: Der
Zentralstrahl weicht von der
normalen orthoradialen Projektion (senkrecht auf eine gedachte Tangente am
Zahnbogen) entweder nach vorn ("mesialexzentrisch") oder hinten ("distalexzentrisch")
ab. So können Objekte, die bei einer orthoradialen Projektion übereinander
liegen würden (Zahnwurzeln, verlagerte Zähne) getrennt dargestellt werden.
laterale Zahnaufnahme,
parallaktisch verschobene Projektion,
Röntgendiagnostik,
Summationseffekt,
Winkelhalbierungstechnik
Exzision
Excisio(n),
Aus-/Herausschneiden von Gewebe, engl.: excision; eine
Probeexzision, engl.: sample excision, mit anschließender
histologischer Untersuchung dient zu diagnostischen Zwecken (z.B. Verdacht auf
Mundhöhlenkrebs).
Gingivektomie,
Keilexzision,
Linguotomie,
VY-Plastik,
Z-Plastik
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Autor:
Dr. Klaus de Cassan
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