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Zahnwissen-Lexikon
Ha - Hm |
diese Übersetzung |
Haarzunge
Lingua
(villosa, pilosa) nigra,
Glossophytie,
Melanoglossie, Trichoglossie, engl.: black hairy tongue;
Lingua nigra
Habilitation
Dr. habil. , engl.: postdoctoral lecturing qualification; höchste
akademische Prüfung mit der anschließenden Genehmigung einer Fakultät, eigene
Vorlesungen abzuhalten (venia legendi = Erlaubnis
zum Lesen); in den meisten akademischen Fächern Voraussetzung zur Berufung
zum Universitätsprofessor. Die Voraussetzungen zur H. sind neben einer
Promotion in der Regel eine
Habilitationsschrift (opus magnum) und ein wissenschaftlicher Vortrag des
Habilitanden mit anschließender Aussprache vor der Fakultät. Weiter muss die
Qualifikation in der universitären Lehre nachgewiesen werden.
Doktor
| Habits "dumme Angewohnheiten", engl.: do.; meist unbewusst ablaufende destruktive Tätigkeiten, welche bestimmte Kiefer-/Zahnabschnitte besonders belasten und zu Lockerungen/Schäden an den Zähnen oder zu Verformungen des Kiefers bzw. der Bisslage führen können. Bekannte H. sind: Hauptgruppe von H. sind Babys/Kinder, aber ebenso können Erwachsene damit behaftet sein (z.B. Beißen auf Büroklammern, Halten von Nägeln oder Nadeln). Ob Daumen, Sauger oder Nuckel: Jeder Fremdkörper zwischen den Zähnen stört und beeinflusst das Gleichgewicht des Kausystems. Ob es dabei zu Kieferdeformierungen oder Zahnschäden kommt, hängt von der Disposition, der Intensität - von der Zeit- und Krafteinwirkung - und vom Lutschgegenstand ab. H. sind stark im Zunehmen begriffen - schon allein deshalb sollte das Augenmerk vermehrt auf sie gelenkt werden. Nur etwa 50 Prozent aller Anomalien der Kiefer- und Zahnstellung sind angeboren oder vererbt. In zehn Prozent der Fälle ist die Ursache nicht eindeutig zuzuordnen. Dagegen sind 40 Prozent der Anomalien erworben, das heißt, sie sind durch Fehlverhalten entstanden und können durch Aufklärung und Verhaltensänderung beeinflusst werden. |
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habituell
engl.: habitual, regelmäßig, gewohnheitsmäßig. So bezeichnet der
Ausdruck "habituelle Krankheit" eine ständig vorkommende oder häufig
wiederkehrende Erkrankung; "habituelle Okklusion" bezeichnet den
gewohnheitsmäßig bestehenden Zusammenbiss der Zähne.
Habitus
Aussehen,
engl.: do.; medizinisch mit der Bedeutung: Besonderheiten im Gesamteindruck
einer Person, der einen gewissen Rückschluss auf Krankheitsanlagen zulässt.
Habsburger Lippe , Habsburger Kinn,
engl.: Hapsburg lip o. chin; volksmundartl. Bez. für eine
Progenie
Hackbiss
Masseterkauer,
Temporaliskauer (wenn dieser dominant ist),
engl.: chop-bit; Störung in der
Okklusion und Artikulation
bzw. Habit mit der Folge,
dass die typisch mahlenden Bewegungen beim Zerkauen der Nahrung (sog.
Rundbiss) nicht möglich
sind. Meist bedingt durch
Kiefergelenkserkrankungen und/oder
Zahnfehlstellungen. Bei
Vollprothesenträgern aus statischen
Gründen als "normal" anzusehen. Da beim H. vor allem der Masseter-Kaumuskel
beansprucht wird, spricht man auch von einem "Masseterkauer".
Artikulation,
Kaubewegung,
Kaumuskulatur,
Malokklusion,
Okklusion,
Rundbiss,
Schlittenartikulation
| Haderup System Haderup-Dental-Steno-Nomenklatur, engl.: Haderup's system; nach Victor Haderup (Zahnarzt, Kopenhagen, 1845 - 1913), historisch gebräuchliches Kennzeichnungssystem der Zähne durch Voran- oder Nachstellen der Zeichen + und - vor/nach die jeweilige Zahnzahl (vor = linke Kieferhälften); Milchzähne erhalten eine Null vorangestellt oder werden mit römischen Zahlen markiert ( "05-" = "V-" = rechter unterer letzter Milchbackenzahn). (s. Abb.) |
Haftmittel
engl.: adhesive, bonding agent; mit der Unterscheidung in Stoffe
im Zusammenhang mit:
der
Adhäsivtechnik
(sog. Haftvermittler)
zur Erhöhung der
Adhäsionskräfte ("Halt") von herausnehmbaren
Zahnersatz, sog. Haftcremes
oder Haftpulver. Wichtigste Kraft beim Halt (Saugwirkung) einer
Vollprothese ist das Druckgefälle unter
der Prothesenbasis (
Ventilrand).
Durch das Anpressen dieser Basis an das Schleimhautlager verkleinert sich dieser
Spaltraum, der Speichel wird herausgepresst. Der dadurch erzeugte Unterdruck
hält die Prothese, er bleibt aufrechterhalten, bis die kapillaren Kräfte des
Mediums im Spalt überwunden werden. Dieses Medium ist natürlicherweise ein
Gemisch aus Schleim und Speichel. Eingebrachte H. vergrößern nun dessen
Viskosität, durch Quellvorgänge gleichen sie kleinste Hohlräume im Spalt aus und
wirken als Adhäsiv sowohl gegenüber dem Prothesenmaterial als auch der
Schleimhaut. Dadurch können Haftmittel den Prothesenhalt beträchtlich steigern.
H. befinden sich zahlreich auf dem Markt in Form von
Pulvern, Gelen, Cremes oder Flüssigkeiten und sollten nur nach vorheriger
zahnärztlicher Absprache Verwendung finden, da vor Anwendung derartiger Mittel
unbedingt überprüft werden muss, ob der unbefriedigende Sitz nicht seine Ursache
in einer mangelnden Passung des Zahnersatzes hat (
Unterfütterung) oder
sonstige Störungen vorliegen. Ausnahmsweise und
unter zahnärztlicher Aufsicht können H. bei folgenden Fällen auch über
längere Zeit und unter regelmäßiger zahnärztlicher Kontrolle benutzt werden:
H. sollten in möglichst dünner Schicht auf den vorher gründlich
gesäuberten und trockenen Zahnersatz aufgetragen werden. Ebenso muss eine besonders
intensive Mundhygiene erfolgen
(Entfernung von Resten auf der Mundschleimhaut, regelmäßige Spülungen z.B. mit
Kamille), um Mundschleimhautentzündungen (Stomatitiden)
vorzubeugen.
Die Zusammensetzung von H. kann je nach Hersteller sehr
unterschiedlich sein. Folgende Stoffe können darin enthalten sein:
Calcium/ZinK PVM/MA Copolymer, Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Cellulose Gum,
Silica. In jüngerer Zeit (2010) werden Gesundheitsrisiken bei einem längeren
Gebrauch zinkhaltiger Haftcremes diskutiert (Anreicherung größerer Zinkmengen im
Körper verbunden mit neurologischen Symptomen, wie zum Beispiel Taubheitsgefühl,
Kribbeln oder Schwäche der Extremitäten, Schwierigkeiten beim Gehen und
Gleichgewichtsstörungen sowie Anämie).
Adhäsion, Implantat,
Prothesenhalt,
Prothesenreinigung,
Sauger
Haftoxid
engl.: oxide to facilitate the adherence, oxid adhesive;
Oxidschicht auf einer Legierung ("Aufbrennlegierung") zur chemischen
Verbindung ("Anhaftung") mit einer keramischen Masse. Die Sauerstoffbrücken der
Haftoxide werden meist durch Legierungszusätze von In, Zn und Sn gebildet; bei
unedlen Metallen langt meist die sich nach dem Guss bildende natürlich
Oxidschicht.
Nach Eichner beruht der Haftmechanismus von Porzellan auf Metall auf folgenden
Faktoren (in Klammern: Gewichtung in %):
1. Chemische Bindung (50%): Sauerstoffbrücken durch Haftoxide der
Legierungszusätze In, Zn, Sn.
2. Mechanische Haftung (22%) durch Abstrahlen zur Erlangung einer mikroskopisch
retentiven Oberfläche,
3. Schrumpfhaftung (27%) durch eine geringe Differenz der thermischen
Expansionskoeffizienten beider Werkstoffe.
4. Assoziationskräfte (Van-der-Waals-Kräfte, 1%) durch elektrostatische
Anziehungskräfte zwischen Metall und Silikatgitter.
Legierung,
Metallkeramik
Haftung
Haftpflicht,
engl.: liability; grundsätzlich haftet jeder (Zahn-)Arzt für
durch ihn
herbeigeführte
Behandlungsfehler (sog. "Kunstfehler" oder nach
neuerer Diktion
Behandlungsfehler) bei
Verletzung der erforderlichen Sorgfalt und bei Unterlassung einer medizinisch
notwendigen Maßnahme. Da es sich bei einer ärztlichen Leistung i.d.R. um eine
Dienstleistung handelt,
besteht keine H. für den gewünschten Behandlungserfolg bei sachgemäßer
Behandlung (
Dienstvertrag)!
Haftungsinhalte sind ein Schadensersatz für Nachteile, die einer Person
an Gesundheit und Vermögen entstehen, zum anderen ein
Schmerzensgeld (für
immaterielle Schäden) bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Handlungsweise.
Daneben besteht eine H. aus
unerlaubter Behandlung, z.B. bei mangelhafter oder fehlender
Aufklärung,
der Patient somit das Risiko des Eingriffs nicht richtig einschätzen konnte.
Zu dem Haftungstatbestand gehören die folgenden 4 Voraussetzung:
In deutschen Arztpraxen und Krankenhäusern nimmt die Zahl an registrierten
Vorwürfen wegen ärztlicher
Behandlungsfehler (malpractice) zu. Schätzungen zufolge machen
jährlich etwa 2000 Patienten vor Gericht Haftungsansprüche gegen ihren Zahnarzt
geltend – im Vergleich zur Zahl der Behandlungen eine verschwindend geringe
Zahl. Gleichwohl beobachten Juristen, dass die Haftungsfälle spürbar steigen,
auch und gerade im Bereich der
Zahnimplantologie. Der Grund: Angesichts steigender Implantationszahlen und
komplexer werdender Eingriffe steigt auch die absolute Zahl von Misserfolgen –
wobei Misserfolg nicht automatisch „Fehlbehandlung“ bedeutet.
Die Ausdehnung der Ansprüche eines Patienten gegen einen (Zahn-)Arzt wegen
"unerlaubter Handlung" wurde ab 1.1.2002 auf 30 Jahre erhöht (alt: drei Jahre)
mit einer Verjährungsfrist von 3 Jahren, nachdem der Patient davon Kenntnis
erlangt hat.
Die Rechtsprechung erkennt an, dass es ein Arzt, "anders als zum Beispiel ein
Handwerker", nicht mit toter Materie, sondern mit einem lebenden Organismus zu
tun hat. Hierzu die Vorsitzende des Arzthaftungssenats beim Bundesgerichtshof,
Dr. Gerda Müller: ". . . der Arzt (kann) nicht für Besonderheiten und
unberechenbare Entwicklungen einstehen ( . . . ), die sich aus dem Eingriff in
einen lebenden Organismus ergeben. Ein Misserfolg der Behandlung weist deshalb
(noch) nicht auf einen ärztlichen Fehler hin".
Durch die Schadenersatzreform in 2002 wurde die H. des Zahnarztes
zugunsten des Patienten erweitert:
Mit dem "Zweiten Schadenersatz-Änderungsgesetz" wurde ein einheitlicher und
übergreifender Anspruch auf Schmerzensgeld bei Verletzungen von Körper und
Gesundheit festgeschrieben, der nicht mehr nach dem Rechtsgrund für die Haftung
fragt. Patienten können danach auch Schmerzensgeldansprüche geltend machen, ohne
dass es dabei auf eine konkrete Rechtsgrundlage ("Vertragshaftung",
"Gefährdungshaftung" oder "deliktische Haftung") ankommt. Konnte sich früher
z.B. der Zahnarzt in Fällen, in denen der Patient durch Hilfspersonal zu Schaden
kam, von der "deliktischen Haftung" dadurch entlasten, indem er nachwies, dass
er das Personal ordnungsgemäß ausgewählt habe, hilft ihm dies nach der neuen
Regelung nicht mehr weiter, da er bereits aus "vertraglicher Haftung" zur
Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt werden kann.
Die regelmäßige Verjährungsfrist bei Schmerzensgeldansprüchen beginnt mit
dem Schluss des Jahres, in dem der Schadenersatz- bzw. Schmerzensgeldanspruch
entstanden ist und der Patient von dem Behandlungsfehler Kenntnis erlangt hat.
Unabhängig von dieser Kenntnis verjähren Schadenersatzansprüche aus der
Verletzung der Gesundheit bzw. des Körpers spätestens nach 30 Jahren, gerechnet
ab dem schadenauslösenden Ereignis bzw. der Pflichtverletzung.
Kurios, was alles vor deutsche Gerichte gelangt, aber wahr:
"Wer sich in zahnärztliche Behandlung begibt, muss generell mit
Schmerzen rechnen und hat deshalb
keinen Anspruch auf Schmerzensgeld gegen den
Zahnarzt. Solche Schmerzen sind nämlich
von der Einwilligung des Patienten in die Behandlung gedeckt. Damit wurde die
Klage einer Patientin abgewiesen, die über Schmerzen beim Einsetzen von
Kronen geklagt hatte. Dem Zahnarzt konnte
kein Kunstfehler nachgewiesen werden. Es handelte sich vielmehr um Schmerzen,
die häufig mit einer solchen Behandlung verbunden sind. (Amtsgericht Daun, Az.:
3 C 332/02)"
Juristisch besteht schon seit vielen Jahren folgende Problematik:
Jeder Gesetzlich
Versicherte hat stets Anspruch auf eine angemessene Behandlung, die
Honorare der Ärzte sind aber begrenzt
(
Budget). Weiter muss das
Wirtschaftlichkeitsgebot
beachtet werden. Haftungsrechtlich besteht aber nur dann eine Sicherheit, wenn
stets das Optimale angeboten wird.
Haftungsrechtlich gibt es in den
Staaten der EU kein
gemeinsames Recht. Die gesetzlichen Grundlagen sind in den meisten dieser
Staaten zwar mit D vergleichbar, aber die Regelungen (Schadenersatz,
Schmerzensgeld) können
individuell sehr verschieden sein. Wenn auch nach der Verbraucherrichtlinie ein
Haftungsfall bei einem deutschen Patienten vor einem deutschen Gericht zu
beurteilen ist, so lässt sich diese Zuständigkeit durch geschickte
Vertragsgestaltung umgehen und die Ansprüche müssen im jeweiligen EU-Land
geltend gemacht werden. Außerhalb der EU besteht weder diese
Schutzfunktion noch sind die gesetzlichen Grundlagen ähnlich. Ärzte haften dann
nur nach dem Recht des Praxissitzes - und diese können nach deutscher Auffassung
völlig unzureichend sein!
Aufklärung,
Behandlungsfehler,
Behandlung innerhalb der EU,
Berufshaftpflicht,
Beweislast,
CIRS (Fehler-Melde-Systemen),
Diagnose-Irrtum, Dokumentation, Fortbildungspflicht,
Gewährleistung,
Gutachterkommission für Fragen
zahnärztlicher Haftung,
klinische Studie,
Komplikationen,
Mängelgutachten ("Mängelrüge"),
Medizinprodukte,
Patientenberatungsstellen,
Richtlinien,
Verjährung,
Weisheitszahn
umfangreiche Sammlung von Urteilen zum Arzthaftungsrecht
Unerwünschte Ereignisse und Behandlungsfehler ("wenn Ärzte irren")
Behandlungsfehler: Schlichtungsstellen sind forscher als Gerichte
Das Bürgerliche Gesetzbuch ( BGB ) im Internet:
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgb/index.html
"Schreckgespenster" der Zahnarzthaftung
Bund für soziales und
ziviles Rechtsbewußtsein e.V. (BSZ e.V.): „Patientenschutz- und Patientenrechte“
Haftvermittler
engl.: primer; Stoffe, welche die
Adhäsion versch. Stoffe verbessern oder überhaupt erst ermöglichen. Von
Bedeutung sind in der ZHK besonders solche
H., welche Haftungen an Schmelz oder Dentin ermöglichen oder/und
verbessern, bzw. die Silane,
welche als H. zwischen Kunststoff
und Legierungen bzw. Keramik dienen
Adhäsivtechnik
halbaxiale Projektion ,
engl.: semiaxial projection;
Okklusalaufnahme
Halbbandmatrize ,
Ivory Matrizenspanner
| Halbkrone Fensterkrone, engl.: half-cap crown, open-face crown; historische Teilkronenart, die ähnlich der Dreiviertelkrone in einem kariesarmen Gebiss vereinzelt Verwendung fand. Es wird nicht der gesamte sichtbare Zahn zur Aufnahme einer Krone beschliffen, sondern im sichtbaren Bereich eigene Zahnsubstanz fensterartig unversehrt gelassen. |
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| Halbwinkeltechnik Halbwinkelprojektion, Winkelhalbierungstechnik, Cieszynski-Dieck-Technik, engl.: bisection angle technic; in der zahnärztlichen Röntgenologie noch im Oberkiefer angewandte spezielle Technik, da der Zahnfilm aus anatomischen Gründen nicht immer parallel zur Objektachse (Zahnachse) angeordnet werden kann. Ein Zahn wird dann gleich groß (isometrisch) abgebildet, wenn der Zentralstrahl durch den Wurzelbereich (Apex) des Zahnes senkrecht zu einer Winkelhalbierende fällt, die den Winkel zwischen Zahnachse und Filmebene teilt (= "Halbwinkel"). Diese Technik ist relativ schwierig; das 1907 eingeführte Verfahren gilt wegen seiner Ungenauigkeit bei der Einstellung exakt auf eine imaginäre Ebene als überholt. Bei zu steiler Projektion wird der Zahn zu kurz, bei zu flacher zu lang auf dem belichteten Röntgenfilm wiedergegeben. Im Bereich des Arcus alveolaris wird ein Zuviel an Alveolarknochen dargestellt, Approximalflächen werden überlagert wiedergegeben. Diese Schwächen werden bei der (technisch-anatomisch nicht immer durchführbaren) Rechtwinkel- oder Parallel-Technik vermieden. |
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| Halimeter Halitometer, Sulfid-Monitor, engl.: do.; Messgerät zur objektiven Bestimmung von Mundgeruch: Eine spezielle Sonde misst die Zerfallsproduktgase (VSC, Weitere Möglichkeiten der Mundgeruchsmessung sind:
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Halitophobie ,
Halitosis
Halitosis
Mundgeruch, engl.: do.; früher
als Ausdruck für Mundgeruch,
der nicht seine Ursache im Mundhöhlenbereich hat, verwendet, heute zunehmend als
Oberbegriff für Mundgeruch jeglicher Ursache gebraucht. Innerhalb des
Mundbereiches sind fast immer Stoffwechselprodukte von bestimmten
gram-negativen
Bakterien die eigentliche
Geruchsursache, da diese Speisereste, Blut, Zellen und einige chemischen
Komponenten des Speichels abbauen. Dieser als bakterielle Aminolyse bezeichneter
Vorgang (Zersetzung von Peptiden und Proteinen) führt zur Entstehung und
Freisetzung so genannter VSC (volatile sulfur compounds), welche vom
Geruch her von vielen Menschen als unangenehm empfunden werden. Derartige
geruchsproduzierende Bakterien finden sich - da besonders ohne Sauerstoff gut
gedeihend - in versteckten Höhlungen, wie
tiefen kariösen Defekten,
Zahnzwischenräumen, tiefen
Zahnfleischtaschen und dem
hinteren Drittel des Zungenrückens.
Nach unterschiedlichen Literaturangaben klagen etwa 20-35% über gelegentlichen Mundgeruch; ca.
6 % leiden dauernd darunter. Die Ursachen sind etwa zu 85 % in der Mundhöhle zu
suchen.
Nach der klassischen Definition wird nach dem Entstehungsort unterschieden in:
Die Diagnose der H. erfolgt entweder subjektiv durch ein
"Erschnüffeln" (sog. organoleptische Messung; Abstand zwischen
10 und 100 cm vom Mund des Patienten, s. Abb., wobei Grad 3 den intensivsten
Mundgeruch beschreibt) mit dem Nachteil einer sehr individuellen und nicht
reproduzierbaren Empfindlichkeit oder neuerdings durch
Messgeräte (
Halimeter)
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Schweregrade nach Seemann (2001)
Eine Behandlung des von der Mundhöhle ausgehenden Mundgeruchs (Foetor
ex ore, s.o.) erfolgt ausschließlich durch die Beseitigung der verursachenden
Bakterien bzw. indirekt durch eine
Sanierung des Gebisses um hygienisch saubere Zustände zu schaffen. Daneben
ist das hintere Drittel der Zunge unbedingt in die
Mundhygienemaßnahmen mit
einzubeziehen. Zusätzlich werden
Mundspüllösungen
empfohlen; Chlorhexidin,
Zinkchlorid, Cetyl-Pyridin-Chlorid (CPC),
Wasserstoffperoxid,
Triclosan,
Aminfluorid,
Zinnfluorid und das ölige
Listerine® werden bisher als positiv
bewertet. Zahncremes haben eine
geringere Wirkung als Spülungen, Lutschpastillen und Kaugummis ohne spezielle
Wirkstoffe sind ohne längere Wirkung - dagegen zeigen Zusätze von Zn2+ eine
sofortige Reduktion von VSC. Polyphenole im Schwarztee stören unter
anderem das Wachstum von Bakterien, die für Mundgeruch zuständig sind und können
zu hilfreich sein.
Stark im Zunehmen begriffen ist in jüngster Zeit ein vom Patienten geäußerter,
aber subjektiv nicht feststellbarer Mundgeruch. Dieses Phänomen wird als
Pseudo-Halitosis (Beschwerden bessern sich, nachdem der Patient entsprechend
aufgeklärt wurde) oder in schweren Fällen als
Halitophobie (auch eine noch so gründliche Aufklärung kann den Patienten
nicht von seiner Fehleinschätzung abbringen) bezeichnet. Die Ursachen sind im psychischen Bereich und Umfeld
des Patienten zu suchen (falsche Interpretationen von Abwehrreaktion von
Mitmenschen gegenüber dem Betroffenen usw.;
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/22_10/pages2/titel5.htm).
Obwohl Menschen mit H. sozial und psychisch stark unter dem Mundgeruch
leiden können, werden in Deutschland - im Gegensatz zu den USA - von Ärzten und
Zahnärzten nur selten adäquate Therapien angeboten.
Behandlungskonzept der Universität Basel (©: Professor Filippi):

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Bacteroides forsythus,
Foetor ex ore, Halimeter,
Prevotella intermedia,
Treponema denticola,
Zungenbelag,
Zungenbelagsindex
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/22_10/pages2/titel1.htm ;
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/22_10/pages2/titel2.htm ;
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/22_10/pages2/titel3.htm ;
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/22_10/pages2/titel4.htm
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Haller Klammer Haller-Papillen-Klammer, engl.: Haller's (interdental retained) clasp; ähnlich einer Kofferdamklammer konstruierter Behelf zum Verdrängen der Interdentalpapille oder zum Fixieren von Watterollen bei der Trockenlegung. |
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Hallermann-Syndrom
Hallermann-Steiff-Syndrom, okulo-mandibulo-faziales Syndrom; sehr seltene
(weltweit 150 Fälle bekannt), erbliche u. komplexe Missbildungen im Bereich des
Kopfes. Zahnärztlicherseits besteht eine
Zahnunterzahl und ein
zurückgebildeter Unterkiefer.
Halo Effekt
gr. "Halo" für Rand oder Hof; Lichteffekt, der durch die Brechung und Spiegelung
des Lichts an Kristallen entsteht. In der Füllungstherapie mit
Komposites verleiht dieser rundliche,
durchscheinend-bläuliche Effekt (
Transluzenz) ein natürliches Aussehen, wie z.B. der restaurierten
Schneidekante. Daneben entsteht
diese Erscheinung ungewollt an Komposite-Füllungsrändern durch ein fehlendes
Finieren der aufgelockerten
Schmelzprismen nach hochtouriger
Präparation.
Halogenkohlenwasserstoff
engl.: halogenated hydrocarbon;
Kohlenwasserstoffe, deren Moleküle Halogene (Fluor, Chlor, Brom oder Jod)
enthalten. Verwendung als Lösungsmittel für Fette, Weichmacher, Flammschutz-, Feuerlösch-,
Kälte- und Treibmittel. Hochtoxisch für die Leber und das ZNS. Weiter wirken
viele H. als ozonabbauende Verbindungen
(Ozonschicht) oder als Treibhausgase.
Halothan
Inhalationsnarkotikum, halogenierter (fluorierter) Kohlenwasserstoff:
2-Brom-2-chlor-1,1,1-trifluorethan; flutet verhältnismäßig rasch an und ab und
ist somit gut steuerbar. Heute weitgehend von den Fluranen (Isofluran,
Sevofluran und Desfluran) abgelöst.
Inhalationsnarkose,
Narkose
Haltbarkeit
Langlebigkeit, verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im
Seitenzahnbereich, engl.: longevity (durability) of different
filling materials and techniques within the posterior tooth area;
wichtiges Kriterium für den Einsatz eines bestimmten Füllungsmaterials oder -
technik. Untersuchungen gehen davon aus, dass ca. 60% der zahnärztlichen
Behandlungszeit für die Erneuerung zahnärztlicher Arbeiten aufgebracht werden
müssen.
Die größten Probleme bei derartigen Untersuchungen bzw. Einschätzungen
sind einmal, dass es keine klinisch objektivierbaren Untersuchungsmethoden gibt.
Jeder Behandler legt andere Maßstäbe an, wobei das Vertrauen in die eigen Arbeit
höher einzustufen ist, als wenn Fremdarbeiten beurteilt werden müssen. Zum
anderen klafft häufig eine große Lücke zwischen einer offensichtlich nicht mehr
tauglichen Versorgung und dem subjektiven Empfinden des Patienten. Insofern sind
in der Literatur auch eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Zahlen zu finden.
Die nachfolgende Übersicht von R. Hickel u.a. (2008) gibt die jährliche
Verlustquote (in %) für Füllungen im Seitenzahnbereich (Klasse
I u. II) wieder:
| Restaurationsart (Klasse I u. II) |
Mittelwert (SD) jährliche Verlustquote (%) |
Median jährliche Verlustquote (%) |
| Amalgam | 1,5 | 1,2 |
| Glasionomerzement | 6,7 | 6,7 |
| Komposite | 2,2 | 1,9 |
| Kompomere | 1,9 | 1,6 |
| Kompositinlay | 2,1 | 2,2 |
| Keramikinlay | 1,9 | 1,6 |
| CAD/CAM (Cerec) | 1,8 | 1,5 |
| Goldinlay /-onlay Teilkrone |
0,8 | 0,5 |
http://www.york.ac.uk/inst/crd/ehc52.pdf (Vergleich der Haltbarkeit u.
Kosten versch. Füllungsmaterialien, engl.)
Haltbarkeit
von Füllungen (Amalgam
vs. Komposite), engl.:
longevity (durability) of expanded fillings, (amalgam vs. composite).
In den letzten Jahren (Stand 2009) sind in den USA und
Portugal herausragende Studien an jeweils ca. 500 Kindern zu dieser Frage
durchgeführt worden, deren voller Text von der ADA frei angeboten wird.
Auszugsweise (nach M. Logies): in bleibenden Zähnen
mussten innerhalb von nur 5 Jahren 14,9% der Kompositefüllungen, aber nur 10,8%
der Amalgamfüllungen ersetzt werden (P=0,45), die Reparaturrate betrug 2,8% vs.
0,4% (P=0,02) zuungunsten von Komposite. In der Beobachtung von bis zu 7 Jahren
betrug die Überlebensrate für Amalgam 94,4%, die für Komposite 85,5%. Die
Sekundärkariesrate, vor
Frakturen Hauptgrund für Füllungsverlust, war für Komposite 3,5fach gegenüber
Amalgam erhöht. In einer Nachanalyse zu konnte kein kariesprotektiver Effekt des
Fluorids in
Kompomer gegenüber Amalgam
festgestellt werden.
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von zahnfarbenen Füllungen,
Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten,
Kariesaktivität
Haltbarkeit von Implantaten
; engl.:
longevity (durability) of dental
implants;
Implantaterfolg
Haltbarkeit
von Inlays vs.
Teilkronen, engl.:
longevity (durability) of dental
restorations (inlays vs.
partial crowns); in 2005 kommen
Dr. Haberkorn u. Professor Dr. Thomas Kerschbaum (Zentrum für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde der Universität zu Köln) zu folgenden Ergebnissen:
Teilkronen erzielen aufgrund der längeren Verweildauer und geringeren
Verlustquote bessere Ergebnisse als Goldinlays, doch haben auch letztere sehr
gute Überlebenschancen. Prinzipiell stellen beide Arten des Zahnersatzes
zuverlässige und dauerhafte Restaurationsarten dar. Deswegen sollte sich die
Auswahl danach richten, wie groß der Schaden am Zahn ist.
15 Jahre nach der zahnärztlichen Behandlung sind noch achtzig Prozent dieses
Zahnersatzes funktionsfähig, nach weiteren fünf Jahren verringert sich diese
Zahl um sieben Prozent. Dabei schneiden Teilkronen wesentlich besser ab als
Inlays. Die Verweilwahrscheinlichkeit einer Teilkrone liegt nach 15 Jahren
zwanzig Prozent über der einer großen Goldfüllung.
Gründe für den Verlust von Inlays und Teilkronen sind vor allem neue Karies und
mangelnde Befestigung. Behandlungen der Pulpa eines Zahnes, beispielsweise an
der Zahnwurzel, stellen eine weitere Ursache dar. Gelegentlich sind Brüche der
Zähne oder Risse, bzw. Löcher in der Kaufläche Gründe für den Wegfall des
Zahnersatzes. Insgesamt gehen auf diese Weise rund zehn Prozent des Zahnersatzes
verloren, dabei sind Teilkronen und Inlays gleichermaßen betroffen. Nach ihrem
Verlust können sie jedoch beide Füllungsarten in den meisten Fällen erneuert
werden. Die Fälle, bei denen die Zähne gezogen werden müssen, liegen bei
Teilkronen und Inlays jeweils unter einem Prozent.
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit
von zahnärztlichen Arbeiten, Haltbarkeit von
Zahnersatz
Haltbarkeit
von natürlichen Zähnen, engl.: life of natural teeth; diese
individuell sehr schwierig zu beantwortende Frage hat Prof. St. Zimmer aufgrund
der Mundgesundheitsstudie von 2006
versucht zu beantworten. Er schreibt dazu u.a. (ZPW 7+8/2007):
"Nach den neuesten bundesrepräsentativen Daten des Institutes der Deutschen
Zahnärzte (IDZ) aus dem Jahre 2006 sind in der Kohorte der 65- bis 74-Jährigen
Deutschen noch 13,9 natürliche Zähne vorhanden. Wenn man davon ausgeht, dass
sich diese Zähne im Durchschnitt seit rund 60 Jahren in der Mundhöhle befinden,
gelangt man zu einer Zehnjahres-Überlebensrate von 91,6% und einer jährlichen
Verlustrate von 0,84%. Demnach gehen pro Jahr im Durchschnitt 0,24 Zähne
verloren. Die Weisheitszähne finden bei dieser Berechnung keine
Berücksichtigung. Der Mittelwert von 14,1 fehlenden Zähnen bei 65- bis
74-jährigen umfasst natürlich eine große Spanne von Individuen mit
unterschiedlichsten oralen Gegebenheiten. Dementsprechend zeigt dieser Wert auch
auf eine breite Streuung. So sind einerseits 22,1% der Population komplett
zahnlos, während exakt der gleiche Prozentsatz noch mindestens 24 eigene Zähne
im Mund hat. Es lohnt sich daher, einen Blick darauf zu werfen, wie viele Zähne
unter optimaler Prophylaxe bis ins hohe Alter erhalten werden könnten. Axelsson
und Lindhe (2004) haben nach 30 Jahren Individualprophylaxe bei 50- bis
65-Jährigen durchschnittlich noch 26,3 eigene Zähne vorgefunden. Bei der
Alterskohorte der 66- bis 80-Jährigen waren es noch 25,1 und bei den 81- bis
95-Jährigen immerhin noch 18,3 Zähne. Unter den Bedingungen optimaler Prophylaxe
ergeben sich demnach eine Zehnjahres-Überlebensrate von 98,5% und eine jährliche
Verlustrate von 0,15%. Das bedeutet, dass im jährlichen Durchschnitt nur 0,04
Zähne verloren gehen."
Zahnverlust
Haltbarkeit
von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen, engl.:
longevity (durability)
of plastic (tooth colored) fillings, im
Seitenzahnbereich (posterior tooth area). In
Anbetracht der hohen Kosten, die für die konservierende Versorgung anfallen, ist
es von großem Interesse zu wissen, welche durchschnittliche Überlebenszeit für
die verschiedenen Restaurationsformen erwartet werden kann. Allerdings
differiert die klinische Einschätzung, ob eine Restauration erneuerungsbedürftig
ist oft zwischen den verschiedenen Nachuntersuchern, und reflektiert die
Aussagekraft, die derartigen Bewertungen zugrunde liegen kann: So zeigt die
Befunderhebung bei Patienten oft Füllungen, die eigentlich den strengen
Anforderungen/Kriterien an klinisch einwandfreie Füllungen nicht mehr
entsprechen, die aber durchaus noch weiter ihren Zweck erfüllen können und nicht
unbedingt sofort ausgetauscht werden müssen. Hinzu kommt die Tatsache, dass in
den versch. Untersuchungen nichts über die
Füllungsgröße/-umfang ausgesagt wird und dass die Untersuchungen sich auf
versch. Handelspräparate beziehen, die untereinander nicht vergleichbar sein
können.
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von
ausgedehnten Füllungen, Haltbarkeit
von zahnärztlichen Arbeiten,
Kariesaktivität
http://www.york.ac.uk (Vergleich der Haltbarkeit u.
Kosten versch. Füllungsmaterialien, engl.)
Haltbarkeit
von zahnärztlichen Arbeiten, engl.: longevity (durability) of dental
restorations; nachfolgende Zusammenstellung gibt Durchschnittswerte
für versch. zahnärztliche Versorgungen wieder - individuelle Gegebenheiten
können u.U. sehr davon abweichen. Wie bei allen Dingen des Lebens gilt: Ohne
gute Mundhygiene sind bei allen Materialien die Zeiten kürzer, wobei metallische
Werkstoffe wegen ihrer "Bakterienfeindlichkeit" diese Nachlässigkeit mehr
"verzeihen".
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von natürlichen Zähnen, Kariesaktivität
http://www.york.ac.uk/inst/crd/ehc52.pdf (Vergleich der Haltbarkeit u.
Kosten versch. Füllungsmaterialien, engl.)
Haltbarkeit
von Zahnersatz, engl.:longevity (durability) of denture; es gibt keine
allgemeingültigen Regeln zur Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten, da viele
Faktoren die Verweildauer im Mund bestimmen. Im Gegensatz zu früher spielen
dabei die materialbedingten Ausfälle beim Einsatz bewährter Verfahren nur noch
eine untergeordnete Rolle. Neben einer individuellen, biologischen Komponente
sind eine korrekte Planung, (technische) Ausführung und Eingliederung des
Zahnersatzes ebenso entscheidend wie eine regelmäßige fachmännische Kontrolle
und eine sorgsame häusliche Pflege.
Gesetzliche
Versicherer bezuschussen (Stand 2003) i.d.R. eine Neuanfertigung von
Zahnersatz nach 5 Jahren H. In den Lehrbüchern sind Spannen zwischen 8
und 10 Jahren - gemessen an wissenschaftlichen Kriterien und nicht unter einer
Patientenzufriedenheit - zu finden.
Wissenschaftliche Studien - besonders untereinander vergleichbare - sind dem
Autor nicht bekannt; Standards in der Beurteilung existieren nicht. Einen
Anhaltspunkt für Deutschland liefert eine umfangreiche Studie bei
festsitzendem Zahnersatz (Kronen,
Brücken) von Prof. Kerschbaum (Köln,
2000), welcher 34.000 Rechnung einer privaten deutschen Krankenversicherung
(DKV) in einer repräsentativen Stichprobe über 25 Jahre (1974-1999)
auswertete. Pro Patient wurde dabei nur eine Brücke/Krone analysiert, um die
Unabhängigkeit der Auswertung zu gewährleisten. Insgesamt wurden 4.363 Kronen
und 1.664 Brücken analysiert. Als Zielkriterium galt: Erneuerung der Kronen und
Brücken bzw. der Verlust des Pfeilerzahns = Misserfolg in dieser Zeit. Die
Studie sagt nichts darüber aus, ob der Zahnersatz nach fachlichen Kriterien
(welchen?) noch in Ordnung ist:
| Zeit nach Eingliederung | in Funktion (%) | 95 % Konfidenz-Intervall | ||
| Kronen | Brücken | Kronen | Brücken | |
| 1 Jahr | 99,8 | 99,7 | 99,6 - 100,0 | 99,4 - 100,0 |
| 5 Jahre | 94,1 | 97,5 | 92,7 - 95,5 | 96,6 - 98,5 |
| 10 Jahre | 83,3 | 86,6 | 80,9 - 85,6 | 84,3 - 88,9 |
| 15 Jahre | 68,3 | 72,2 | 65,3 - 71,3 | 69,1 - 75,3 |
| 20 Jahre | 48,4 | 50,2 | 45,0 - 51,9 | 46,6 - 53,9 |
| 25 Jahre | 28,6 | 27,7 | 25,0 - 32,1 | 24,0 - 31,4 |
Eine neuere Studie aus Schweden (Eriksson et al., 2004)
kommt zu ähnlichen Ergebnissen, wobei kleinere
Restaurationen schlechter
abschneiden (Vermutung: Überbelastung der
Pfeilerzähne). Als Hauptgründe für
einen Verlust werden Sekundärkaries
und Wurzelfrakturen angegeben.
Eine weitere Studie (Dietze, S., Kerschbaum, Th., Teeuwen, R.; DZZ 58, 2003)
beschäftigt sich mit der Haltbarkeit von herausnehmbaren Zahnersatz ("Langzeitschicksal"
von klammerverankerten
Modellgussprothesen):
In einer retrospektiven
Analyse des Patientengutes einer Kassenpraxis (1225 Patienten) wurden
Verweildauer von Modellgussprothesen und Überlebensrate der Restzähne
untersucht.
Die Prothesen waren nach parodontalhygienischen Prinzipien gestaltet, Auflagen
in der Zahnhartsubstanz wurden nicht eingeschliffen. Ein Recall-System
existierte in der Praxis nicht.
Nach 5 Jahren waren noch 84% der Prothesen in Funktion, nach 10 Jahren 59% (15
Jahre: 38,8 %, 20 Jahre: 23,5 %, 30 Jahre: 14,5% ). Die durchschnittliche
Nutzungsrate lag bei 11,7 Jahren.
Im Beobachtungszeitraum ergab sich, bezogen auf die erfassten 10.035 Restzähne,
eine Extraktionshäufigkeit von 29,2 %. Innerhalb von 14 Jahren waren etwa 50 %
der Restzähne verloren gegangen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass
Vollprothesen oftmals länger
getragen werden, als dies medizinisch vertretbar wäre: Besonders die
Abrasion der heute gängigen
Kunststoff-Ersatzzähne und der altersbedingte Kieferschwund lasen es als geboten
erscheinen, nach spätestens 10 Jahren eine Erneuerung oder eine
labormäßige Anpassung (Unterfütterung,
Erneuerung der Zähne) vorzunehmen.
Gewährleistung,
GoldenGate System,
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von natürlichen Zähnen,
Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen,
Haltbarkeit ("Langzeitbewährung") von
Teilprothesen,
Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten,
Kariesaktivität
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/22_00/pages2/bpol3.htm (©
der Tabelle)
Haltedorn
Abstandshalter, engl.: retaining spike;
kieferorthopädisches
Fixationselement bei herausnehmbaren
Apparaturen, um das Wandern von Zähnen in bestehende Lücken zu verhindern;
zuweilen auch als aktives Element eingesetzt.
Halteelemente
Retentionselemente, Haltefunktion,
engl.: retaining element; vielfältige Konstruktionen in der
Teilprothetik, um den
herausnehmbaren Zahnersatz
gegen funktionell auftretende, "abziehende" Kräfte zu sichern. H. ohne spezielle Abstützung ("einfache
Klammern") verhindern zwar das Lösen, aber nicht das Absinken der Prothese.
In der Kieferorthopädie als Befestigungselemente eingesetzt, um u.a. auch aktive Kräfte durch Apparaturen (
aktive Platte) auf die Zähne und
den Kiefer zu übertragen.
Die einfachste Form von H. sind
Klammern versch. Konstruktion
ohne Abstützung (=
Halteklammern).
Zum Einsatz kommen weiter Klammern mit
Abstützung (=
Halte-Stütz-Klammer),
Teleskopkronen, Geschiebe,
Riegel und
Stege.
Unterteilung in:
Die Kraft der H. ("Haltekraft") sollte Werte von 8-10 N nicht übersteigen, da sonst mit einer dauerhaften Schädigung des Zahnhalteapparates zu rechnen ist.
Bei Vollprothesen - hier sind
mangels Zähnen keine klassischen Halteelemente einsetzbar - übernehmen andere
Kräfte bzw. Gegebenheiten die Haltefunktion: Saughaftung durch Erzeugung eines
Unterdrucks an der Prothesenbasis,
funktionelle Einbindung in die Muskulatur (
Funktionsabdruck),
Adhäsionskräfte des Speichels
und eine (Re-)Stabilisierung beim Zusammenbiss;
Prothesenhalt.
Abstützelemente,
Adams Klammer,
Doppelarmklammer, Geschiebe,
Gilmore Reiter,
Klammer,
Magnetkräfte,
Ösenklammer,
Prothesenhalt,
Resilienzteleskop,
Stützelement,
Verbindungselement,
Zahnfleischklammer
Haltekraft
, engl.: contact retention;
Halteelement
| Hämangiom "Blutschwamm", engl.: haemangioma; gutartiges Blutgefäß-Geschwulst, in der Mundhöhle bevorzugt an den Innenseiten der Lippen, Zunge und Wangen vorkommend mit knötchenförmigen Ausbuchtungen im Alter. Ursache unbekannt; häufig sind die H. schon bei der Geburt vorhanden oder treten in den ersten Lebensjahren auf; Behandlung durch Exzision. Vor allem im Kieferseitenzahnbereich kann vereinzelt auch
ein Knochenhämangiom - intraossäres Hämangiom - auftreten,
welches röntgenologisch mit einer dentogenen Entzündung verwechselt werden
kann. Derartige Veränderungen sind gutartige, langsam wachsende Knochenläsionen
ohne bekannte Ursache und betreffen die ersten drei Lebensjahrzehnte
häufiger. Werden diese vor einer
Zahnentfernung in diesem Gebiet nicht diagnostiziert, so kann es zu
schweren, mitunter lebensbedrohlichen Blutungen kommen. |
|
|
|
Hamartom
engl.: hamartoma, geschwulstähnliche Neubildung, welche im Gegensatz
zu echten Tumoren keine primäre Wachstumsautonomie besitzt. Es handelt sich
dabei um eine während der Embryonalentwicklung entstehende, gutartige
tumorartige Fehlbildung aus atypisch differenziertem Keimgewebe.
Cowden-Krankheit, Odontom
hämatogen , engl.: hematogenic; aus dem Blut stammend bzw. durch das Blut transportiert oder auch: Blut bildend
| Hämatom Haematoma, Bluterguss, Blutfleck, engl.: hematoma, black eye; in der ZHK meist als subkutanes Hämatom als Folge von Kieferoperationen (postoperativ) oder nach Unfällen (posttraumatisch) vorkommend. Das in das Unterhaugewebe austretende Blut zeigt anfangs bei leichter Schwellung eine blaurote, später durch Abbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin, einen gelblich-bläulichen und dann grünen Blutfleck bzw. eine entsprechende "Blutbeule". "Künstliche Bluter" und andere Störungen in der Blutgerinnung begünstigen ein H. |
|
|
hämorrhagisch , engl.: h(a)emorrhagic; zu Blutungen neigend/führend, mit Blutungen zusammenhängend
Hämostyptika
Hämostatika, engl.: hemostyptic, haemostatic agent;
blutstillende Mittel. Sammelbezeichnung für entsprechende Medikamente,
welche lokal oder systemisch
angewandt werden (
Blutgerinnungsstörungen). Die in der ZHK
gebräuchlichen lokalen H. nach chirurgischen Maßnahmen sind meist auf
Basis von Fibrin und/oder Gelantine (Biopolymere wie Gelatine, Fibrinschwamm,
Fibrinkleber); bei prothetischen
Maßnahmen kommen meist Gefäß-Adstringenzien
oder ausfällende Stoffe (Eisen-Metallsalze bzw.
Adrenalin) zur Blutstillung vor
Abdrucknahme zum Einsatz.
Aluminiumchlorid,
Blutgerinnungsstörungen,
Kollagenschwamm, Nachblutung
Handbissnahme
geführte, engl.: hand guided bite-taking (with the hands of the
dentist); ohne großen instrumentellen
Aufwand durchgeführte, horizontale
Kieferrelationsbestimmung
unter Zuhilfenahme von Biss-Schablonen;
angewandt i.d.R. im zahnlosen Kiefer als eine der
möglichen
Kieferrelationsbestimmungen. Dabei erfolgt die Positionierung des
Unterkiefers bei entspannter Patientenhaltung durch die "führende Hand des
Zahnarztes". Eine derartige Bestimmung der
Zentrik (maximale Interkuspidation) setzt vom Behandler viel Erfahrung und
Übung voraus und bedingt eine entspannte
Kiefermuskulatur des Patienten.
Bissnahme
Händedesinfektion
engl.: hand disinfection; Anwendungen zur Reduzierung der Keimzahlen auf
der Handoberfläche mit Hilfe von Händedesinfektionsmitteln, dies besonders dann,
wenn auf die Anwendung von Einmalhandschuhen verzichtet wird. Vorgebeugt werden
soll dadurch der Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern (Bakterien und
Viren) von einem Patienten zum folgenden; weiter als eigener Schutz für die
behandelnden Personen selbst.
Unterscheidung in hygienische und chirurgische H.. Die Einwirkzeit
beträgt mindestens 30 sec.; bei erhöhtem Risiko und bei chirurgischen Maßnahmen
bis zu 5 Minuten.
Zum Einsatz kommen meist alkoholische Präparate (Ethanol, n- und iso-Propanol),
welche in den trockenen Händen verrieben werden; hingegen erreichen hygienische
Händewaschungen mit antimikrobiellen Waschpräparaten oder die
Seifenwaschung nicht so gute Resultate.
Desinfektion
http://www.medizin.uni-greifswald.de/
Handinstrument
engl.: hand instrument; Schlagwortbezeichnung für eine Vielzahl
zahnärztlicher Werkzeuge, welche im Gegensatz zu rotierenden Instrumenten (
Bohrer) durch die zahnärztliche Hand in
Funktion gesetzt wird.
Heidemann-Spatel
Hand-Fuß-Mund-Exanthem (Krankheit)
falsche Maul- und Klauenseuche, engl.: hand-foot-mouth disease; durch
das Coxsackie-Virus ausgelöste gutartige, fieberhafte, meist epidemische
Erkrankung. Der aphthenartige bis
großblasiger Hautausschlag tritt an Händen, Füßen sowie der Mundschleimhaut auf;
die Lippen bleiben davon ausgespart. Die äußerst hartnäckige Infektion (Schmier-
oder Tröpfcheninfektion) befällt in den meisten Fällen Kinder unter 10 Jahren.
Nach einer Inkubationszeit von 3-6 Tagen treten Fieber, Übelkeit, Halsschmerzen
und Bauchschmerzen auf, wobei die Mundschleimhaut zuerst befallen wird. Eine
antibiotische Abschirmung
ist nur in besonders schweren Fällen bei der von allein ausheilen Krankheit (~
10 Tage) erforderlich.
| Hand-Röntgenaufnahme "Handaufnahme", engl.: hand radiograph; diagnostisches Hilfsmittel in der Kieferorthopädie zur Bestimmung der individuellen Wachstumssituation ("skelettale Reife") und somit zur Festlegung des günstigsten Behandlungszeitpunktes und/oder, ob bei einer geplanten Maßnahme noch mit entscheidenden Wachstumskräften zu rechnen ist. Dieses Wissen ist besonders bei Bisskorrekturen (Lage des Unterkiefers, Bisshebung) von Bedeutung. Nach Björk werden dabei 8 Reifestadien unterschieden; nach Grave und Brown sind 6 Verknöcherungsstadien zu beobachten, wobei die größte Wachstumsgeschwindigkeit bei weibl. Jugendlichen zwischen 11 u. 13 Jahren, bei männl. zwischen 13 u. 15 Jahren liegt. Fishman unterscheidet bei der radiologischen Bewertung der Hand insgesamt elf verschiedene Reifestadien. Die Verknöcherung der Handknochen steht in Relation zum gesamten Wachstum des menschlichen Skeletts. Daher kann mit Hilfe der Handröntgenaufnahme bestimmt werden, in welchem "Wachstumsstadium" sich der Körper befindet. |
Handstück
engl.: handpiece; im Gegensatz zum im Mund fast ausschließlich
gebräuchlichen Winkelstück
stimmt die Längsachse des H. mit dem des
Bohrers überein; es
handelt sich um ein gerades Übertragungsinstrument. Einsatz vornehmlich in
der Zahntechnik ("Technikhandstück")
Doriot Gestänge
Handzahnbürste ,
Zahnbürste
,
Special:
Mundhygiene
Hansa-Platte
"elastischer Aktivator", engl.:
Hansa plate;
funktionskieferorthopädischen Gerät, bei welchem die Oberkieferplatte
anhand von Spezialfedern mit der Unterkieferplatte verbunden ist.
Harmoniebox
nach Segner und Hasund; Normogramm mit den Variablen
SNA-Winkel,
SNB-Winkel, ML/NSL-Winkel,
NL/NSL-Winkel, NSBa-Winkel;
Bergen-Analyse ,
http://www.kieferorthopaedie.med.uni-erlangen.de/
| Harmonielinie von ANGLE beschriebener Verlauf eines harmonischen vertikalen Profils: Nasion, Subnasale und Pogonion liegen idealerweise auf einer Linie
|
|
Härtefall
Härtefallklausel, engl.: hardship case (clause); um
Gesetzlich Versicherte
vor finanziellen Überforderungen durch Zuzahlungen für medizinische Leistungen
zu bewahren, sieht das
Sozialgesetzbuch eine sog. Härtefallklausel ("Sozialklausel")
sowie eine Überforderungsklausel vor. Über die Härtefallklausel werden
bestimmte Personengruppen komplett von der Zuzahlung befreit. Die "gleitende
Härtefallklausel" vermeidet Ungerechtigkeiten bei den Höchstsätzen nach der
Sozialklausel. Dagegen gilt die Überforderungsklausel grundsätzlich für alle
Versicherten und befreit teilweise von den
Zuzahlungen.
Für das Jahr 2010 gelten folgende monatliche Einkommensgrenzen für eine
vollständige Kostenübernahme bei der Regelversorgung:
Alleinstehende:
1022 €
mit einem
Angehörigen: 1405,22 €
jeder weitere
Angehörige zusätzlich: 255.50 €.
Die Voraussetzungen für einen H. werden von der zuständigen Krankenkasse
geprüft.
ausführlich
Beispielrechnung der TK.![]()
Für Zahnersatz gelten die Härtefallregelungen ab 2005 auf Basis der neuen
Festzuschussregelung - hier zu 100 % auf
die
Regelversorgung
= doppelter Festzuschuss.
Der monatlich anfallende Beitrag für die Zahnersatz-Versicherung (ab 1.7.2005) muss allerdings
von allen Versicherten geleistet werden. Dies gilt auch für
Sozialhilfeempfänger, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung
versichert sind. Sie wurden im Zuge der
Gesundheitsreform mit GKV-Versicherten
gleichbehandelt und zahlen deshalb auch den Beitrag für die
Zahnersatz-Versicherung. Zusätzlich heißt es im
Sozialgesetzbuch (§ 55
Leistungsanspruch) zu den sog. "Gleitenden Härtefällen"
(=unzumutbare Belastung): „Versicherte haben bei der Versorgung mit
Zahnersatz zusätzlich zu den Festzuschüssen nach Absatz 1 Satz 2 Anspruch auf
einen weiteren Betrag. Die Krankenkasse erstattet den Versicherten den Betrag,
um den die Festzuschüsse nach Absatz 1 Satz 2 das Dreifache der Differenz
zwischen den monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt und der zur
Gewährung eines zweifachen Festzuschusses nach Absatz 2 Satz 2 Nr. 1 maßgebenden
Einnahmegrenze übersteigen. Die Beteiligung an den Kosten umfasst höchstens
einen Betrag in Höhe der zweifachen Festzuschüsse nach Absatz 1 Satz 2, jedoch
nicht mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten."
Beispiel:
Monatliches Bruttoeinkommen (MB), Festzuschuss nach der Härtefallregelung (FZH;
dies entspricht dem doppelten "normalen" Festzuschuss), Betrag über der
Härtefallgrenze (üH), dreifache Überschreitung (3üFZ), Gesamtfestzuschuss auf
die beabsichtigte Konstruktion nach der Härtefallregelung (GFZ):
1. Betrag „MB“ – Betrag „FZH“ = Betrag „üH“
2. „üH“ x 3 = Betrag „3üFZ“
3. Betrag „GFZ“ – Betrag „3üFZ“ = zusätzlicher Betrag der Krankenkasse
nach der gleitenden Härtefallregelung
weitere Beispielrechnung
Bis Ende 2003 galt:
Neue Zuzahlungsbeträge für Arzneien, Heilmittel und Fahrkosten gelten seit
Jahresbeginn 2002 in der gesetzlichen Krankenversicherung - eine Folge der
Euro-Einführung. Für die, die Medikamente benötigen, wurden die Eigenanteile
nach Silvester ein wenig herabgesetzt, denn die Beträge von 8, 9 und 10 Mark (je
nach Packungsgröße) werden auf 4, 4,50 und 5 Euro halbiert (= 7,82, 8,80 und
9,78 Mark). Bei chronisch Kranken bleibt es dabei: Sie sind generell davon
ausgenommen, Zuzahlungen zu leisten.
Dies gilt in den Fällen, in denen sich gesetzlich Krankenversicherte wegen eines
Leidens "in Dauerbehandlung" befinden und bereits seit einem Jahr mit
Zuzahlungen in Höhe von mindestens 1 Prozent ihres Jahres- Bruttoeinkommens
belastet sind. Das bedeutet: Zunächst ist grundsätzlich ein Eigenanteil bis zu 2
Prozent des jährlichen "Brutto " zu entrichten. Nach einem Jahr
"Dauerbehandlung" ist der Befreiungstatbestand gegeben, der für die Dauer der
chronischen Krankheit gilt.
Diese Versicherten sollten sich so schnell wie möglich mit Ihrer Krankenkasse in
Verbindung setzen und sich eine Bescheinigung ausstellen lassen, die sie in der
Apotheke, beim Masseur oder dem Taxifahrer vorlegen und damit von Zuzahlungen
ausnimmt. Allerdings: Die Befreiung gilt nur für den chronisch Kranken - egal,
ob es sich dabei um das Mitglied oder einen mitversicherten Angehörigen handelt.
Die bisherigen Zuzahlungen können durch Vorlage des speziellen
"Quittungsheftes", aber auch durch Einzelquittungen der Lieferanten nachgewiesen
werden. Für die Ermittlung des Brutto-Jahreseinkommens werden die Einnahmen
(neben Lohn und Gehalt beispielsweise auch Mieten und Zinsen) eines Jahres aller
im Haushalt lebenden Angehörigen zusammengezählt. Davon werden
heruntergerechnet: für den ersten Angehörigen: 4221 Euro, für jeden weiteren
2814 Euro im Jahr.
Beispiel: Ein Ehepaar, zwei Kinder, hat Bruttoeinnahmen von 40 000 Euro im Jahr.
Der Mann ist Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Für seine drei
Angehörigen werden von den 40 000 Euro 9849 Euro abgezogen. Es verbleiben 30.151
Euro.
Die Befreiung von den Zuzahlungen muss das chronisch kranke Mitglied "spätestens
alle zwei Jahre" nachweisen. Im übrigen gilt nach wie vor eine generelle
Befreiung von Zuzahlungen für alle Versicherten, die nur über geringe Einkünfte
verfügen. Die Einkommensgrenze 2002 beträgt 938 Euro für Alleinstehende.
chronisch krank,
Festzuschüsse, Gesundheitsreform
(ab 2004), Zuzahlungen
Festzuschüsse ab 2005
Beispielrechnung der
TK u. Online-Rechner,
Versicherungsnetz
Härteprüfung
engl.: hardness test; Methode zur Bestimmung und Klassifizierung der
Härte von verschiedenen Werkstoffe, wobei Härte ein Maß für den Widerstand, den
ein Körper dem Eindringen eines (härteren) Körpers entgegenstellt, ist. Abhängig
von den zu untersuchenden Materialien und bestmöglichen
Differenzierungseigenschaften haben sich mehrere, i.d.R. zerstörungsfreien
DIN-Prüfverfahren, herausgebildet:
Nach der Art des Aufbringens der
Prüfkraft
-- statisches Aufbringen der Prüfkraft mit Vorkraft: z.B. Rockwell
Nach der Art des Eindringkörpers
-- Kugeldruckhärteprüfung (Brinell, Janka)
-- Pyramidenhärteprüfung (Vickers, Knoop)
-- Shore Härteprüfung
-- Kegeldruckhärteprüfung (Ludwik, Rockwell)
Nach der Größe der Prüfkraft
Oberflächenhärte
http://www.mpa.uni-stuttgart.de/
Hartgips
engl.: hard stone plaster; im
Autoklav gewonnene Halbhydrat-Gipse
versch. Härtegruppen und Typenbezeichnungen (Typ III, Typ IV) und einer
Unterteilung in Super-Hartgips, kunststoff-vergüteter Super-Hartgips,
Sockel-Gips, Artikulations-Gips, usw. Einsatz vornehmlich bei der Präzisions-Modellherstellung
Gips
http://www.albaum.de/
Hartmetallbohrer
engl.: (tungsten-)carbide bur; spezielle zahnärztliche/zahntechnische Bohrer,
bei welchen die Bohrschneide aus Hartmetall gearbeitet ist. Hartmetalle sind
Sinterwerkstoffe aus verschiedenen Bestandteilen wie Wolfram,
Titan, Tantal, Cobalt und Karbiden. Sie sind äußerst druck- und verschleißfest, aber spröde. In
der ZHK im Einsatz in Form von Hartmetallfräsen und -finierern.
Bohrer
Harvard Zement
Handelsname für einen Befestigungs- und Unterfüllungszement auf
Zinkoxid-Phosphatzement
Basis (Harvard ist eine eingetragene Marke der Richter&Hoffmann
Harvard Dental Gesellschaft mbH & CoKG)
Befestigungszement,
Unterfüllung,
Steinzement
http://www.harvard-dental-international.de/
Harvest BMAC™
(Bone Marrow Aspirate Concentrate); von der Arbeitsgruppe Prof. Dr. Dr.
Gutwald/Dr. Sauerbier (Universitätsklinikum Freiburg) entwickeltes, patentiertes
Verfahren auf dem Prinzip der Konzentrierung von patienteneigenen
Knochenmarkaspiraten. Dieses
minimal-invasive Verfahren konzentriert durch Punktion (etwa 60ml
Knochenmark) gewonnene autologe regenerative Zellen (ARC) aus dem Knochenmark,
um damit die Beschleunigung des natürlichen Heilungsprozesses erheblich zu
verbessern und die Entnahmerisiken für den Patienten zu minimieren. Im
eigentlichen, ca. 15-minütigem Herstellungsprozess werden ca. 3–7ml
Zellkonzentrat mit einem Konzentrierungsfaktor zwischen 4 und 5 gewonnen. Dieses
Konzentrat wird zur Beimpfung von Geistlich
Bio-Oss® verwendet, um so die Selbstheilungsfähigkeit im Defektbereich
deutlich zu steigern. Zusammen mit dem Trägermaterial Geistlich Bio-Oss® werden
die aufkonzentrierten Zellen in den Patienten zurücktransferiert.
http://www.zwp-online
Hasenscharte
, Bec de lièvre; engl.: hare-lip; volksmundartl. Bezeichnung für eine
Lippenspalte
Hasund-Analyse ;
Bergen-Analyse, Harmoniebox
Hatchcock Zeichen
engl.: Hatchcock's sign; Berührungsschmerzhaftigkeit der
Kieferwinkel beim Druck nach oben als frühes Begleitsymptom
(noch vor der Drüsenschwellung auftretend) einer
Parotitis. Entsprechende
Druckschmerzpunkte am Kiefergelenk,
hinter dem Kieferwinkel, unterhalb
des Warzenfortsatzes (Teil des
Schläfenbeins hinter dem Ohr) und im
Submandibular-Drüsen-Bereich
werden als Rilliet Punkte bezeichnet.
Mumps
Hauer Parodontometer
engl.: Hauer's periodontal pocket marker; heute nicht mehr
gebräuchliches Instrument zur Messung von Zahnfleischtaschen-Tiefen. Die Messung
beruht auf aneinander gereihten, versch. großen Drahtösen, welche in die
Zahnfleischtasche eingeführt
werden.
Parodontalsonde, Parodontometer
| Hauptfissur Hauptfurche, engl.: main fissure (groove); die die Kaufläche prägende Fissur der großen und kleinen Backenzähne. So ist die anatomische Kreuzform typisch für untere, die H-Form typisch für obere Backenzähne und die gestreckte X-Form bezeichnend für untere Prämolaren |
|
Hautoberflächendosis, HOD, Hautdosis, engl.: skin dose;
Oberflächendosis
Hautporion ,
Porion
Hautzahn
engl.: polyphyodont; Zähne der Knorpelfische; sie gelten als die
Vorläufer der Mundzähne. H. sind Plakoidschuppen mit Zähnchen aus
Zahnbein (Dentin) besetzt, welche dann
verkalken. Die H. liegen in mehreren Reihen schuppenartig angeordnet und
können so ausfallende Zähne ersetzen. Diesen ständigen "Zahnwechsel"
bezeichnet man als Polyphyodontie
Evolution der Zähne
Hauzahn
Stoßzahn, engl. tusk; bei Tieren (z.B. Elefant, Walross)
vorkommende, prominente zahnartige Gebilde, entsprechen einem Teil der
Schneidezähne anderer Säugetiere; besitzt beim ausgewachsenen Tier keinen
Zahnschmelzmantel, da dieser beim Gebrauch des Zahnes abgerieben wird, so dass
der Stosszahn zum größten Teil aus Dentin
besteht; besitzen eine Pulpa. Aus diesem
Grunde sind die Stosszähne auf Druck und Schläge empfindlich.
Hawley Aufbissbehelf
Hawley Bissplatte, engl.: Hawley's bite plane; herausnehmbare
Platte im Oberkiefer, welche so gestaltet ist, dass nur die
Unterkiefer-Schneidezähne in der Zentrik
Kontakt mit dieser Platte haben. Dadurch ist keine
Okklusion der Seitenzähne möglich.
AufbissSchiene, palatinale Plateaus
HCSC-Amalgam
auch HCD-Amalgam,
abgekürzt vom engl.: High Copper Single Composition
oder High Copper Dispersant; steht der Name für
eine Gruppe von Amalgamen mit einem hohen Kupferanteil
Kupferamalgam
| Headgear Kopfgestell, "Außenspange", "Außenbogen", "Gesichtsbogen", orthodontic headgear, night brace, extraorale Abstützung für ein kieferorthopädisches Behandlungsgerät, welches außerhalb des Mundes am Kopf befestigt und mit einer Zugvorrichtung (herausnehmbar, festsitzend) versehen ist, die an den zu bewegenden Zähne im Mund angreift. Sehr wirkungsvolles Hilfsmittel bei schwierigen Zahn- und Knochenbewegungen - z. B. ein Verschieben der Oberkieferzähne mitsamt Alveolarfortsatz nach hinten; für den Patienten sehr hinderlich. Je nach Zugrichtung gibt es vom H. unterschiedliche Grundtypen
|
|
| HealOzone ™ "Kariesbehandlung ohne Bohren"; 2003 von der Fa. KaVo Dental und dem USA-Unternehmen CurOzone gemeinsam vorgestelltes Gerät zu einer behaupteten "schmerzfreien, nicht-invasiven Kariesentfernung" auf Ozon-Basis - Langzeituntersuchungen stehen aus; erste Berichte von Praktikern sprechen von guten Ergebnissen; wissenschaftliche Langzeituntersuchungen fehlen bisher (2005) - vor allem erscheint es fraglich, dass Ozon durch Diffusion am Schmelz überhaupt eine Wirkung entfalten kann. Obwohl die desinfizierende Wirkung von Ozon (viruzid, bakterizid und fungizid) bereits seit längerem in der Medizin (Wundheilungsstörungen, Rheuma-Therapie) genutzt wird, ist dessen Einsatz in der Zahnheilkunde neu (2003). Das Gerät besteht aus einem Ozongenerator, einer Vakuumpumpe und einer Neutralisationseinheit. Bei der Behandlung wird die kariöse Veränderung in einem Vakuum eingeschlossen, das Ozon appliziert und wieder abgesaugt. Kann kein Vakuum hergestellt werden - sorgt eine Rückkopplung dafür, dass kein Ozon ausströmt. An die Ozonbehandlung schließt sich dann der intensive Gebrauch von Zahnpasta, Spüllösungen und Sprays an, die die Remineralisation der Läsionen nachhaltig fördern. Dabei soll innerhalb weniger Minuten nach Herstellerangaben in etwa (Näheres auf der Web-Site) folgendes Wirkungsprinzip stattfinden:
Als Indikationen werden angegeben:
|
|
Heat Carrier
engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer
endodontischen Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung):
gemeint ist der Hitzeträger im Rahmen der
thermischen Kondensation. Dieser kann
eine stumpfe, dicke Sonde oder ein entsprechendes Spezialinstrument sein.
Erwärmung über der Alkoholflamme bis zur "Kirschrotglut"
Heatless-Stein
Schleifkörper zum hitzeabgeschwächten Beschleifen von Metallen, Porzellan und
Kunststoff. Erreicht wird diese Eigenschaft durch grobe und harte
Schleifpartikel, welche in eine "weiche" Bindemasse eingelagert sind. Bedingt
dadurch relativ hoher Verbrauch.
Heat Source
engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer
endodontischen Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung):
Wärmequelle zur kontrollierten Plastifizierung der
Guttapercha: eingesetzt werden meist
regelbare elektrische Geräte
Heavy-Body-Wash Technik ,
Abdruckverfahren;
Doppelmischabdruck
| Hebel Elevator, engl.: (root) elevator; Instrument im Zusammenhang mit der Entfernung eines Zahnes: Entweder zum Lösen des Periodontalligamentes vom Zahn vor der eigentlichen Extraktion mit einer Zange (s.a. Periotom), oder zum Entfernen von Wurzelteilen bei abgebrochenen Zähnen aus der Alveole (engl.: root elevator). Unterschieden werden gerade von abgekrümmten H., abgerundete und scharf auslaufende Arbeitsflächen, sowie muldenförmige wie auch krallenartige Arbeitsteile. Bekannte H. sind:
|
![]() ![]() Bilder-Klick! |
![]() Hebel nach Lecluse |
|
Heck Krankheit
Morbus Heck, engl.: Heck's Disease, fokal epithelial hyperplasia,
FEH; Mundschleimhauthyperplasien hauptsächlich an Lippen und Zunge, mit
weichen und schmerzlosen rund-ovalen Papillen. Auftreten (über Monate bis Jahre)
im Kind- und Jugendalter mit familiärer Disposition. Eine virale Komponente wird
diskutiert. In Europa äußerst selten; eher in Südamerika anzutreffen.
Abb.:
http://www.dermis.net
| Hedström Feile engl.: Hedström's file, H-type file; raspelartiges Wurzelkanal-Aufbereitungs-Instrument; zuweilen fälschlicherweise wegen der schuppenartigen Oberfläche auch als Rattenschwanzfeile (rat-tail file) bezeichnet. |
|
Heidemann Spatel
Williams Spatel, engl.: Heidemann's (Williams') spatula;
gebräuchliches zahnärztliches doppelendiges Handinstrument, welches einmal über
die Kante (in Abb. linke Seite) und am anderen Ende über die Fläche abgewinkelt
ist. Haupteinsatzgebiet sind das Ausarbeiten ("Modellieren") von Füllungen
und die Applikation von Füllungsmaterialien.
©:
http://www.dcv-instrumente.de
Handinstrument
Heilanästhesie
Heilinjektion, Infiltrationstherapie, "therapeutische
Lokalanästhesie", engl.: salutary injektion, therapeutic regional
anesthesia; wissenschaftlich umstrittene Methode zur Behandlung von
Erkrankungen des Zahnnervs (
Pulpitis)
mittels Lokalanästhetika,
meist ohne
gefäßverengenden Zusatz. Diese wird in
der Höhe der Wurzelspitze des erkrankten Zahnes unter die Mundschleimhaut
injiziert und soll Schmerzleitungsbahnen bzw. Reflexbögen unterbrechen. Man geht
dabei von der Tatsache aus, dass
Lokalanästhetika nicht nur die
Natriumkanäle bei der Reizleitung, sondern eine Reihe von spezifischen
G-Protein-gekoppelten Rezeptormoleküle blockieren und somit einen
entzündungshemmenden Effekt auslösen.
Weitere
sehr umstrittene Einsatzgebiete sind u.a.
Trigeminusneuralgien,
Kiefergelenkserkrankungen,
unklare Nervenschmerzen
Bupivacain, Fokus,
Huneke-Sekundenphänomen,
Hyperämie,
Neuraltherapie,
Novocain
Heilberufeausweis
elektronischer, HBA, engl.: Health Professional Card, HPC;
Chip-Karte, elektronische
Gesundheitskarte, ZOD
Heilberufsgesetz
HeilBerG, engl.: "The Health Personnel Act", Kurzbezeichnung
für: Gesetz über die Berufsvertretungen, die Berufsausübung, die Weiterbildung
und die Berufsgerichtsbarkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker,
Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Gemäß Artikel 30 Grundgesetz obliegt den Ländern die Ausübung der staatlichen
Befugnisse und die Erfüllung der staatlichen Aufgaben.
Fachzahnarzt für ...
, Zahnheilkundegesetz
http://rlp.juris.de/rlp/HeilBerG_RP_rahmen.htm
Heilmittelwerbegesetz ,
HWG
Werbung
Heilpraktiker
engl.: non-medical practitioner, naturopath; geschützte
Bezeichnung für Personen, die nach dem deutschen Heilpraktikergesetz eine
staatliche Erlaubnis besitzen, an Personen heilend tätig zu werden, ohne eine
ärztliche Approbation zu besitzen
(„Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“). In D
sind etwa 20.000 H. bekannt; sie zählen zu den "Freien
Berufen", eine Ausbildungs- und bundesweite Prüfungsordnung bestehen nicht.
http://www.heilpraktiker.org/
Der Zahnarzt als Heilpraktiker
| Heil- und Kostenplan HKP, engl.: therapeutic and cost schedule; schriftliche Aufstellung von geplanten Zahnersatzmaßnahmen zur Vorlage bei einer Gesetzlichen Krankenkasse (Pflicht - bis auf wenige Ausnahmen - vor dem Beginn der Behandlung!) oder zur Abklärung des Erstattungsbetrages bei einer Privaten Krankenkasse (vor einer Behandlung empfohlen!). Bei den Gesetzlichen KK ist die Verwendung eines Vertragsformulars erforderlich. Der von der KK übernommene Anteil wird nach der Fertigstellung der Arbeit i.d.R. über die kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) verrechnet; der Eigenanteil wird dem Patienten direkt in Rechnung gestellt. Nach den Regelungen des Bundesmantelvertrags für Zahnärzte ist die Bewilligung eines HKPs nur sechs Monate lang rechtswirksam. Das Bundessozialgericht hat 2009 festgestellt, dass gesetzlich Krankenversicherte auch vor einer Zahnersatzbehandlung im Ausland einen HKP bei ihrer Krankenkasse einreichen müssen. Ansonsten entfällt der Kassenzuschuss. |
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Heißluftsterilisation
Trockensterilisation, Heißluftdesinfektion, engl.: hot-air sterilization,
dry sterilization; Sterilisation
von hitzestabilen zahnärztlichen Gebrauchsgegenständen in zirkulierender trocken-heißer Luft
(180-200° C) in einem entsprechenden Sterilisator. Bei 180° C beträgt die
Einwirkungszeit mindestens 30 Minuten bei einer Betriebszeit von mehr als 60
Minuten; vernichtet werden dann Testkeime der
Resistenzstufe III. Wegen der
Luftzirkulation darf keine Überfüllung der Sterilisationsgeräte erfolgen
(Vermeidung von "Kaltluftinseln"). Wegen der hohen Temperatur nur für
hitzebeständige Gegenstände geeignet, wegen der kürzeren Dauer meist durch einen
Autoklaven ersetzt.
Als Vorteile gelten niedrige Anschaffungskosten und -unterhalt. Als Nachteil
gelten neben der langen
Sterilisationszeit ein stumpf und brüchig werden schneidender Instrumente.
Bei der Heißluftdesinfektion ("Heißluftbad") wird bei niederer
Temperatur (140°C bis über 160°C bei Einwirkungszeiten von mindestens 30
Minuten) eine Keimabtötung nach Resistentstufe I erreicht.
Ausgleichszeit, Autoklav,
Hygiene,
Kaltsterilisation,
Sterilisation
www.baisch.de/download/Hygieneleitfaden.pdf
Helferin , engl.: dental auxiliary;
Zahnarzthelferin,
Zahnmedizinische
Fachangestellte (ZFA)
Helicobacter pylori
Magenbakterium, engl.: do.; das erst 1983 im menschlichen Magen "wiederendeckte" Bakterium Helicobacter
pylori (die Australier Barry Marshall and Robin Warren gelten als Entdecker des
H. p. ; sie erhielten dafür 2005 den Medizin-Nobelpreis) wird gegenwärtig als wichtigste Ursache der Magenschleimhautentzündung
und des Magengeschwürs sowie als Mitursache bei der Entwicklung von Magenkrebs
angesehen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
ist ca. die Hälfte der Weltbevölkerung infiziert; die
Prävalenz von Infektionen mit H.
p. in der deutschen Bevölkerung wird auf etwa 30 Prozent geschätzt. Dabei
sind die Infektionsraten bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Neuere Studien zeigen, dass
der Zusammenhang zwischen der Infektion und dem Auftreten von Magenkrebs sehr
viel stärker ist als bisher angenommen. Für die im mittleren und unteren Bereich
des Magens gelegenen Krebserkrankungen, die den größten Teil aller
Magenkrebserkrankungen ausmachen, ergab sich eine Risikoerhöhung um das ca.
20-fache, bei der Infektion mit bestimmten Stämmen sogar um das ca. 30fache.
Bevor sich H. p. in der Magenschleimhaut ansiedelt, kann der Keim
bereits in der Mundhöhle vorkommen. Bei über 90% der Patienten mit chronisch
aktiver Gastritis fanden Wissenschaftler das Bakterium im
Zahnbelag.
Nach Erkenntnissen des RKI (2004)
haben bereits 28 Prozent der deutschen Patienten vor einer Behandlung gegen H.
p. eine Resistenz gegen das
Antibiotikum
Metronidazol entwickelt. Bei vier
Prozent der Erkrankten schlägt eine Behandlung mit Clarithromycin nicht mehr an.
Am zuverlässigsten ist deshalb die Kombination aus Protonenpumpenhemmer (PPI),
Clarithromycin und Amoxicillin (z.B. ZacPac®-Kombination).
Das Heliprobe
™ System ist ein neuer Atemtest (nuklearmedizinische
Methode) zur Erkennung des H.p.: Nach der Einnahme einer mit einem
Kohlenstoffisotop markierten Kapsel muss der Patient in eine Atemkarte pusten.
Der Arzt stellt dann innerhalb weniger Minuten fest, ob sich das Bakterium in
seinem Körper befindet.
Plaque
Leitlinie der DGVS
Helkimo-Index
Mobilitätsindex, engl.: Index of Helkimo; Messzahl für die
Unterkieferbeweglichkeit. Gemessen werden: A) Maximale
Mundöffnung (vertikaler
Abstand der Schneidekanten + Überbiss), B) Maximale Seitwärtsbewegung nach
links, C) Maximale Seitwärtsbewegung nach rechts, D) Maximale Vorschubbewegung.
Aus der Summe von A+B+C+D ergibt sich ein Code, resultierend aus den einzelnen
Bewegungsmessungen, wobei "0" mit uneingeschränkt und "5" mit einer starken
Bewegungseinschränkung einhergehen. Aus dieser Summe errechnet sich der Helkimo-
oder auch Mobilitätsindex von 0 - 5.
Die Indexbestimmung ist stark vom Untersucher abhängig
Bennet-Bewegung, Funktionsanalyse-
klinische, Index,
Spatelübungen
HEMA
2-HydroxyEthyl-MethAcrylat, 2-HEMA,
Glycolmethacrylat; gut wasserlösliches
Methacrylsäurederivat mit
vergleichsweise geringer Zelltoxität; allerdings kann HEMA in genügender
Konzentration auch durch sklerosiertes Dentin hindurch diffundieren, und u.U.
eine Pulpareaktion auslösen. Weiter
wird HEMA eine erhöhte Allergierate
nachgesagt. In der ZHK eingesetzt
als Co-Monomer von Komposites und
Dentinadhäsiven, deshalb, weil
HEMA die Kollagenstrukturen an den Kavitätenwänden auflockert und so zu einer
Oberflächenvergrößerung führt.
Komposites-Toxizität
| Hemiatrophie Hemiatrophia; Rückgang, Schwund (Atrophie) von Organen, Geweben oder Zellen einer Körperhälfte. In der ZHK von Bedeutung sind: -- H. facei , Atrophia hemifacialis, H. facialis progressiva, der auch unter dem Begriff Romberg Syndrom bekannt einseitige Gesichtsgewebsschwund unbekannter Ursache -- H. linguae als halbseitige Rückbildung der Zunge bedingt durch eine Zungennervschädigung ("Hypoglossus-Parese") |
![]() Bild-Klick! Atrophia hemifacialis |
| Hemisektion resektive Furkationstherapie, engl.: (tooth) hemisection; chirurgische Entfernung einer beherdeten oder nicht erhaltungswürdigen Zahnwurzel bei mehrwurzligen (Backen-)Zähnen, um den Verlust des gesamten Zahnes zu vermeiden. Nach einer Wurzelkanalbehandlung der erhaltungsfähigen Wurzel(n), wird die kranke Wurzel(n) entfernt. Der Restzahn dient dann i.d.R. als Stützpfeiler für eine prothetische Arbeit (z.B. eine Brücke, siehe Abb.). Die H. stellt eine anerkannte Erhaltungstherapie mit guten Langzeiterfolgen dar.
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![]() Mundsituation: oben: links der hemisektionierte Zahn; rechts ein kleiner Backenzahn als vorderer Brückenpfeiler unten: die fertige Keramik-Brücke |
Henkeltopf-Aufnahme
Korbhenkel-Aufnahme, "Jochbögen nach Pannewitz", Jochbogenaufnahme im
Seitenvergleich, engl.: pitcher appearance of zygomatic arches; bucket
handle effect radiograph; im Rahmen einer Frakturdiagnostik angewandte
axiale Röntgentechnik zur Abklärung einer Jochbogenfraktur. Für die H.
wird der Patient in Rückenlage mit überhängenden Kopf positioniert, so dass die
Medianebene senkrecht zur Filmebene verläuft (ausführlich unter
www.wienkav.at/).
LeFort
Heparin
engl.: do.; die Blutgerinnung hemmender und die
Fibrinolyse fördernder Stoff, der in der Leber, Lunge und den
Mastzellen vorkommt. Im Blutplasma bindet sich H. an Antithrombin III an
und bewirkt so, dass dieser langsam wirkenden Hemmer in einen "Soforthemmer"
umgewandelt wird. Eingesetzt als rasch wirkendes Medikament zur Vorbeugung und
Behandlung von Embolien und Thrombosen.
Antikoagulanzien, Blutgerinnungsstörungen,
Kumarin,
Oxalatblut,
Quick-Wert
http://www.dgzmk.de/
Hepatitis
Leberentzündung, engl.: do.; i.d.R. durch einen Virus hervorgerufene
Leberentzündung; klinisch wird nach dem Verlauf eine akute von einer chronischen
H. unterschieden. Etwa 500 Millionen Menschen sind mit H.
infiziert; das ist weltweit jeder Zwölfte. Die „klassischen“ Virushepatitiden werden unterteilt
in:
* Hepatitis A
* Hepatitis B
* Hepatitis C (hieß bis 1988 Non-A-Non-B-Hepatitis)
* Hepatitis D (nur in Verbindung mit Hepatitis B)
* Hepatitis E
Weltweit sterben etwa eine Million Menschen
pro Jahr an schweren Leberschäden als Folge einer chronischen Hepatitis-B-Erkrankung.
Nach Schätzungen von Experten tragen in Deutschland zwischen 400.000 und 500.000
chronisch infizierte Menschen das Hepatitis B-Virus in sich. Hunderte sterben
jedes Jahr an den Folgen.
Das Hepatitis C Virus (HCV; ist ein einzelsträngiges RNA-Virus und
gehört zur Gruppe der Flaviviren, die auch die Erreger von Gelbfieber,
Dengue-Fieber, FSME beinhaltet) ist einer der wichtigsten Erreger der infektiösen
Leberentzündung in der Medizin. Meist gelangt das Virus über einen Nadelstich in
den Körper oder über Blut-Blut Kontakt. Alle Alkohole und
Desinfektionsmittel wirken bei
einer Beseitigung des Virus. Allerdings ist das Virus bei Raumtemperatur relativ
stabil. Es hält sich z.B. drei Wochen lang in einer Flüssigkeit.
Obwohl die akute Infektion meist gar nicht bemerkt wird,
entwickeln 50 % bis 80 % der Infizierten eine chronische Erkrankung.
Zur Bekämpfung von Virusinfektionen verfügt der Körper u. a. über eine
ganz spezielle Polizeitruppe: Die so genannten "NK-Zellen" (natural
killer cells) sind in der Lage, virusbefallene Zellen zu erkennen und
abzutöten. In der Leber sind die NK-Zellen normalerweise reichlich
vorhanden. Das Hepatitis C Virus kann jedoch diese erste Abwehrfront
des Immunsystems gegen Virusinfektionen gezielt ausschalten.
Wissenschafter haben herausgefunden (2003), dass Hepatitis C durch Küssen oder
die gemeinsame Benutzung einer
Zahnbürste übertragen werden kann. Die Forscher konnten im
Speichel von Patienten Spuren des Virus
nachweisen. Es wird angenommen, dass dieser Speichel ansteckend sein kann, wobei
Menschen mit Zahnfleischerkrankungen am meisten gefährdet seien. Zusätzlich
konnte das Virus im Speichel eher bei Personen mit
Zahnfleischproblemen
nachgewiesen werden. Blutet das Zahnfleisch
nach dem Zähneputzen, können
kleine Bluttropfen im Speichel zurückbleiben.
Gegen einen Zahnarzt, bei dem ein chronischer Hepatitis-C-Trägerstatus besteht,
kann ein berufliches Tätigkeitsverbot ausgesprochen werden, da von einem
Verletzungsrisiko bei invasiv-operativen zahnärztlichen Tätigkeiten und
dentalchirurgischen Eingriffen ausgegangen werden muss. Auch wenn das
Verletzungsrisiko als eher gering einzustufen ist, so ist es gleichwohl
vorhanden und kann somit nicht gänzlich, auch nicht durch Tragen doppelter
Schutzhandschuhe, ausgeschlossen werden, so das Verwaltungsgericht Berlin, Az.:
14 A 66/02.
Immunisierung
http://www.kompetenznetz-hepatitis.de/ ;
https://www.hepatitis-b-am-besten-testen.de/hepatitis_b-viruserkrankung.html
Herbst-Apparatur
"Herbstscharnier"; von HERBST 1905 entwickelte intraorale, festsitzende
kieferorthopädische Apparatur zur Beseitigung von
Distalbisslagen ("Rückbiss").
http://geb.uni-giessen.de/ ;
http://www.dr-doerfer.de/herbst-scharnier-fuer-erwachsene
Herbst Ringmaß
Ringmaß
Herderkrankung
Herdinfektion, "Herd", engl.: focal infection;
Überbegriff für versch. Krankheitsbilder, die nach einer Hypothese gemeinsam
haben, dass eine krankhafte Veränderung im Körper ("Herd") Erkrankungen in
anderen Bereichen auslöst ("Fernwirkung"). In Mundbereich werden hierfür "vereiterte Zähne",
"tote Zähne", Amalgamfüllungen, Wurzelfüllungen, verlagerte
Weisheitszähne, Ostitiden usw. verantwortlich gemacht.
Der frühere medizinische Begriff "Herdinfektion" für eine
Bakteriämie ist heute nicht mehr
gebräuchlich.
Akupunktur,
Fokalinfektion,
Fokus,
Odonton, Restostitis,
Sanierung
http://www.dr-tilch.de/leistungen/zahnorganbez.htm
Video
| Herpes virusbedingter Bläschenausschlag, "Fieberbläschen", Herpesläsion, engl.: do.; Oberbegriff/Schlagwortbezeichnung für eine Vielzahl von Infektionen mit versch. Typen des Herpes-Virus. Zur Familie der Herpesviren gehören über 90 verschiedene Virentypen; allerdings werden die meisten davon nur bei Tieren negativ wirksam und sind für den Menschen ungefährlich. Für den Menschen führen hauptsächlich folgende vier Herpesviren-Typen zu Erkrankungen:
Von Laien wird häufig eine Herpes-Simplex-Erkrankung (HSV-1) mit dem Vorkommen von
Aphthen gleichgesetzt, obwohl die
Erkrankungen - bis auf z.T. ähnliche Symptome - nichts miteinander zu tun
haben.
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| Herpes Zoster Zoster, Gürtelrose, engl.: do. or shingles; virusbedingte Haut- oder Schleimhauterkrankung im Versorgungsgebiet eines sensorischen Nervengebiets. Der durch das Varicella-Zoster-Virus hervorgerufene Hautausschlag in Form von Bläschen mit späterer Schorfbildung ist häufig von stark schmerzhaften Neuralgien begleitet. Das meist über Jahrzehnte in bestimmten Arealen des Nervensystem (Ganglien) schlummernde Virus, welches beim Erstkontakt Windpocken auslöst, wird meist erst bei älteren oder immungeschwächten (Stress, schwere Grippe, intensive Sonneneinstrahlung) Patienten wieder aktiv. Es wandert dann an den Nervenbahnen entlang bis hin zur Körperoberfläche und ruft die oben beschriebenen Hauterscheinungen hervor. Bei normalem Krankheitsverlauf gilt die Gürtelrose nach einem Monat als "ausgeheilt". Im Kopfbereich sind der Befall des 1. (Zoster ophthalmicus) oder 2. Trigeminusastes (Zoster oticus) und des Fazialisnerv überwiegend (s. Abb.). |
![]() Bild-Klick! H. Z. im Gebiet des Trigeminus II |
Hertwig Epithelscheide
Hertwigsche Epithelscheide, Bruhn Epithelscheide,
Huxley-Epithelscheide, (epitheliale) Wurzelscheide, engl.:
Hertwig's o. Huxley's (epithelial root) sheath; (Oskar Hertwig, Anatom in Berlin
1849-1919); doppelte Epithelschicht, welche durch ihr schlauchartiges
Tiefenwachstum die Zahnwurzelentwicklung einleitet. Mit der Anlagerung von
Wurzelzement in einem späteren Stadium zerfällt die Wurzelscheide. Die
zurückbleibenden Epithelreste werden als Malassez’schen Epithelreste
bezeichnet. Diese wiederum können später bei Erkrankungen der Zahnwurzel
Ausgangspunkt für epitheliale Neubildungen (z.B.
Zysten) sein.
Apexifikation
Heryng Zeichen
engl.: Heryng's sign; nach Theodor Heryng, 1847–1925, Hals-Nasen-Ohren-Arzt,
Warschau benanntes Phänomen, welches bei Durchleuchtung (Transillumination) der
Mundhöhlenwandungen auftritt und zur
Kieferhöhlendiagnostik dienen kann. Dabei leuchtet nur die Mundhöhlenwandung
der gesunden Seite sichtbar auf - die erkrankte Seite mit einer
Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis)
erscheint "verschattet.
Herzschrittmacher
engl.: pacemaker, pacer; eingepflanzter, elektronischer
Impulsgeber zur elektrischen Reizung des Herzmuskels (Sinusknoten). Zahnärztlicherseits gibt
es bei Trägern derartiger Apparate folgendes zu beachten:
HF- Verfahren ("Elektrochirurgie") können zu
Interferenzen mit dem Frequenzspektrum des H. führen, welche im
Extremfall zum Kammerflimmern und einem dauerhaften Ausfall des Impulsgebers
führen können. Deshalb sollten solche Eingriffe nur unter Monitorkontrolle und
Bereitschaft eines Defibrillators (z.B. in einer Klinik) durchgeführt werden.
Funktionsstörungen des H. können auch von Elektromotoren ausgehen,
die mit Kollektoren ausgestattet sind und magnetische bzw. elektrische Felder
aufbauen; allerdings muss hier eine direkte Nähe bestehen, welche bei einer
normalen Präparation nicht gegeben
ist.
Ultraschallverfahren bei
der Zahnsteinentfernung
(mit Ausnahme von magnetostriktiven Ultraschallscalern) und
Vitalitätsprüfungen
gelten als bedenkenlos; generell wird aber auch hier empfohlen, dass unter
Pulskontrolle gearbeitet und die Behandlung bei dem geringsten Zeichen einer
Störanfälligkeit abgebrochen werden sollte.
Die
Patienten sind fast immer im Besitz eines H.-Ausweises, der Auskunft über
die Art des Gerätes, die Funktionsweise, die Schrittmacherfrequenz und den
Elektrodentyp gibt.
Zusätzlich wird
eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem behandelnden Arzt empfohlen.
Die
zahnärztliche Behandlung von Patienten mit Herzschrittmachern (Eine
Stellungnahme der DGZMK, PDF-File)
Heterodontie
Anisodontie, engl.: heterodontia; wissenschaftliche Bezeichnung
für das Vorhandensein verschiedenartig ausgebildeter
Zahngruppen (Schneidezähne,
Eckzähne,
Prämolaren,
Molaren) bei einem Individuum - typisch
für die Menschen/Säugetiere. Das Gegenteil von H. ist Homodontie
(= Vorhandensein von gleich gestalteten Zähnen),
welche z.B. für viele Reptilien und die Zahnwale typisch ist: Die Nahrung wird nicht in der
Mundhöhle zerkaut, sondern sofort verschluckt.
Hexachlorophen
einer der chlorierten Kohlenwasserstoffe (Phenolderivat), der in hoher
Verdünnung als Desinfektionszusatz (Verwendung als Mikrobizid in Kosmetika,
Wasch- und Reinigungsmitteln) mit stark bakteriziden Eigenschaften Anwendung
findet. Wegen der guten Fettgängigkeit durchdringt H. leicht Haut und
Schleimhäute. In D Verwendung bei
Herstellung und Behandlung von Kosmetika verboten (nach der
Kosmetika-Verordnung).
Hexenzahn, Hexenzähne, Hexenzähnchen,
prälaktaler Zahn
Hexetidin
desinfizierender Wirkstoff (Pyrimidinderivat)
mit geringer Substantivität und nur mäßiger Wirkung auf eine vorhandene
Plaque, da seine Eindringtiefe nur gering ist; in der
ZHK von untergeordneter Bedeutung. Von Laien gern mit der
klassischen Mundspüllösung
Chlorhexidin verwechselt.
Antiseptikum,
Candida
HF-Chirurgie
Hochfrequenzchirurgie, Elektrodesiccation, Elektrofulguration,
Elektrokoagulation, engl.: HF (high-frequency) - electrosurgery;
Einsatz von hochfrequenten Strömen zur gezielten
Gewebedurchtrennung und Entfernung. Dabei führt der HF-Strom beim Fluss durch
menschliches Gewebe in der Umgebung der Aktivelektrode durch Widerstandswärme
u.a. zum Sieden dr Zellflüssigkeit und einem dadurch bedingten Platzen der
Zellen, zu einem "Zusammenbacken" des Gewebe (= Hitzekoagulation) und zum
Verschluss von kleinen Blutgefäßen. Je nach Anwendungszweck wird dabei mit
versch. modulierten Strömen gearbeitet:
Danach unterscheiden sich die versch. Verfahren:
Die HF-Chirurgie - hier speziell die Elektrotomie - findet in der
ZHK vielfältige Anwendung, wie z.B:
Freilegung der Präparationsgrenze,
Kronenverlängerung,
Parodontalchirurgie,
Durchtrennung von Lippenbändern,
Verödung von Fisteln und
Zystenresten, Freilegung
teilretinierter Zähne.
Elektrochirurgie,
Elektrokauter,
Gingivektomie,
Herzschrittmacher,
Ignipunktur
H-Fissur ;
Hauptfissur
Hiatodontie , ungebräuchliche Bezeichnung für einen Offenen Biss
Hidden caries
"versteckte Karies"; bei dieser besonderen Form der
Karies sieht der Zahn von außen intakt
aus - der Schmelz weißt keine sichtbaren
Beschädigungen auf. Die tieferen Zahnschichten (Dentin)
zeigen dagegen mit speziellen Diagnostik-Methoden (z.B.
Röntgen,
Laseruntersuchung) kariöse
Zerstörungen auf. So weisen bspw. nach Literaturangaben 50 % der Backenzähne in
den Fissuren eine H. c. auf.
Erklärt wird die H. c. u.a. mit einer wiederholten prophylaktische
Fluoridzufuhr, welche die äußeren
Zahnschichten wieder regeneriert,
während sich die "Kariesbakterien"
im Inneren des Zahnes weiterhin vermehren können.
Approximalkaries, Fluoride,
Karies,
sonoabrasive Systeme
Highmore Höhle
,
nach dem Engländer H. (1613-1685) benannte Nasennebenhöhle;
Kieferhöhle
Hilfeleistung
unterlassene, engl.: omitted assistance; § 323c Strafgesetzbuch
besagt: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe
leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten,
insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger
Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit
Geldstrafe bestraft." Hierzu zählt auch das Abweisen von Patienten in einer
zahnärztlichen Praxis, obwohl diese dringend einer ärztlichen Hilfe bedürfen
(z.B. akute Schmerzen, Nachblutung;
Behandlungspflicht,
Notfall)
Himbeerzunge
Erdbeerzunge
HIP
Abk. von heiß-isostatisches Pressen; Begriff u.a. aus der
Sinterung bei Industrieblöcken aus
Zirkoniumoxidkeramik. Durch dieses technische Verfahren weisen diese
Werkstücke eine derartige Dichtigkeit auf, dass bei einem späteren Keramikbrand
keine Schrumpfung mehr eintritt. Man spricht auch von "durchgehip(p)ten" Blöcken.
Diese Keramik ist durch eine Biegefestigkeit von 1.200 MPa, annähernde Poren-
und Defektfreiheit, sehr gute Transluzenz und
optimale Gefügequalität charakterisiert. Vertreter hierfür sind DCS
Precident" (Fa. DCS Dental, Allschwil, Schweiz), Digident (Fa. Girrbach
Dental, Pforzheim) und Everest`" (Fa. KaVo, Leutkirch). Die hervorragenden
physikalischen Eigenschaften der HIP-Keramik lassen den Fräsprozess
sehr zeitaufwändig und geräteintensiv werden, was sich in einem
entsprechenden Preis niederschlägt.
Hippokrates
engl.: Hippocrates; griech. Arzt (Kos) von 460 - 366 v. Chr.; gilt als
der Gründer einer wissenschaftlichen Medizin in der Antike. In der
ZHK bekannt durch die nach ihm bekannte
Methode zum Einrenken der Kiefergelenke (
Hippokrates-Handgriff).
Die von ihm
verfasste Eidesformel ("Hippokratischer Eid") ist auch heute noch Grundlage medizinischer Ethik,
allerdings in zeitgemäßer Fassung
Genfer Gelöbnis. Dieser
Eid ist etwa um 400 v.Chr. entstanden, wobei H. vermutlich nicht selbst
der Autor ist; er spiegelt die geistige Haltung und hohe Moralvorstellung des
H. wieder:
"Ich schwöre bei Apollon, dem Arzt, und bei Asklepios, bei Hygieia und
Panakeia und bei allen Göttern und Göttinnen, die ich zu Zeugen anrufe, dass ich
nach meinen Kräften und meiner Urteilskraft diesen Eid und seine Verpflichtungen
halten will.
Ich werde den, der mich diese Kunst lehrte, meinen Eltern gleich achten, meine
Mittel mit ihm teilen und ihm beistehen, wenn er Hilfe braucht, und seine Söhne
halten wie meine eigenen Brüder, und sie dieselbe Kunst lehren, wenn sie sie
lernen wollen, ohne Lohn und Verpflichtung.
Ich will durch Vorschriften, Vorlesungen und jede andere Art von Unterricht die
Kenntnis von dieser Kunst meinen eigenen Söhnen übermitteln und jene meiner
Lehrer und jedem Schüler, der durch Verpflichtung und Eid gemäß den Gesetzen der
Medizin eingeschworen ist, aber sonst keinem anderen. Ich will mich nach dem
System der Diätetik und der Lebensregeln richten, gemäß meinen Fähigkeiten und
meiner Urteilskraft und ich will mich enthalten von allem, was gefährlich oder
schädlich ist. Ich werde keine Arznei irgend jemand geben, auch nicht, wenn er
darum bittet, noch werde ich einen solchen Rat dazu geben.
In Reinheit und Heiligkeit will ich mein Leben verbringen und meine Kunst
ausüben. Ich werde keinen Menschen, der an einem Stein leidet, schneiden,
sondern will das den Männern überlassen, die in dieser Tätigkeit erfahren sind.
In welches Haus ich auch immer eintrete, werde ich es tun zu Wohle der Kranken.
Ich werde mich von jedem freiwilligen Akt der Bosheit oder der Bestechung
enthalten und ebenso von jeder Verführung der Frauen oder Männer, seien sie
freie Bürger oder Sklaven.
Was immer ich sehe oder höre in Ausübung meine beruflichen Tätigkeit oder auch
ohne sie, was die Lebensweise eines Menschen angeht, Dinge, über die man nicht
außer Hauses sprechen sollte, will ich nicht ausplaudern und wohl beachten, daß
alle diese Dinge gehalten werden müssen.
Wenn ich stets diesen Eid unverletzlich halte, so möge mir ein glückliches Leben
gewährt sei und die Ausübung meiner Kunst geachtet bei allen Menschen zu allen
Zeiten. Sollte ich aber diesen Eid übertreten und verletzen, möge das Gegenteil
mein Schicksal werden."
Die Anhänger H. (Hippokratiker) übten eine Heilkunde aus, die auf
Beobachtung und langjährige Erfahrung begründet war. Wer Arzt werden wollte,
ging zunächst bei einem anerkannten Hippokratiker-Meister in die Lehre, der den
jungen Mann theoretisch und praktisch ausbildete. Daher enthielt der
Hippokratische Eid (s.o.) nach der Anrufung der Götter auch einen Vertrag, der
die Rechtsbeziehung zwischen Lehrer und Schüler regelte:
(1) Apollinem medicum et Aesculapium Hygeamque ac Panaceam iuro deosque omnes
itemque deas testes facio me hoc ius iurandum et hanc contestationem pro viribus
et iudicio meo integre servaturum esse:
(2) Praeceptorem, qui me hanc edocuit artem, parentum loco habiturum, vitam
communicaturum eaque, quibus opus habuerit, impertiturum; eos hanc item, qui ex
eo nati sunt, pro fratribus masculis iudicaturum artemque hanc, si discere
voluerit, absque mercede et pacto edocturum, praeceptionum ac auditionum
reliquaeque totius disciplinae participes facturum, tum meos, tum praeceptoris
mei filios, immo et discipulos, qui mihi scripto caverint et medico iure iurando
addicti fuerint, alium vero praeter hos nullum. (3) Ceterum quod ad aegros
attinet sanandos, diaetam ipsis constitutam pro facultate et iudicio meo
commodam, omneque detrimentum et iniuriam ab eis prohibebo.
(4) Neque vero ullius preces apud me adeo validae erunt, ut cuipiam venenum sim
propinaturus neque etiam ad hanc rem consilium dabo. Similiter autem neque
mulieri talum vulvae subditicium ad corrumpendum conceptum vel fetum dabo. Porro
caste et sancte vitam et artem meam conservabo.
(5) Nec vero calculo laborantes secabo, sed viris chirurgiae operariis eius rei
faciendae locum dabo.
(6) In quascumque autem domus ingrediar, ob utilitatem aegrotantium intrabo, ab
omnique iniuria voluntaria inferenda et corruptione cum alia, tum praesertim
operum veneriorum abstinebo, sive muliebria sive virilia, liberorumve hominum
aut servorum corpora mihi contigerint curanda.
(7) Quaecumqeu vero inter curandum videro aut audivero, immo etiam ad medicandum
non adhibitus in communi hominum vita cognovero, ea, siquidem efferre non
contulerit, tacebo et tamquam arcana apud me continebo.
(8) Hoc igitur ius iurandum mihi integre servanti et non confundenti contingat
et vita et arte feliciter frui et apud omnes homines in perpetuum gloriam meam
celebrari. Transgredienti autem et peieranti his contraria eveniant.
Ins Lateinische übersetzt aus dem Griechischen von Janus Cornarius (Johann
Hagebut), 1500-1558
Genfer Gelöbnis,
ubi pus ...,
| Hippokrates-Handgriff engl.: hippocratic handle; Methode zum Reponieren ("Einrenken") eines Unterkiefers. Dabei wird ein drehender Druck nach unten-hinten auf die Zahnreihen der hinteren Backenzähne des Unterkiefers ausgeübt. Nur so kann der luxierte Unterkiefer mit den Kiefergelenksköpfchen über das Tuberculum articulare geführt und in die ursprüngliche Position (Gelenkpfanne) gebracht werden (s. Abb.) |
|
| Hirschfeld Feile Parodontal-Feile nach Hirschfeld, engl.: Hirschfeld (-Dunlop) file; graziles, scalerartiges Instrument mit nur wenigen Riefen an der Instrumentenspitze zum Wurzelglätten und Entfernen von fest haftenden Konkrementen in tiefen Zahnfleischtaschen. |
![]() |
Hirschgeweih
engl: "deer antler"; Jargonbez. für ein heute nicht mehr gebräuchliches
Hilfsmittel (extraorale Bügel, welche
an einem Schienenverband starr befestigt sind) zur Fixierung eines
frakturierten Oberkiefers am Schädeldach.
| Hirtenstab nach Treymann, Kronenentferner, engl.: shepherd's crook; U-förmiges, versch. langes Instrument zum Entfernung von festsitzendem (provisorisch, definitiv) Zahnersatz durch dosierten Schlag mit einem Bleihammer. Diese vom Patienten als äußerst unangenehm empfunden Prozedur birgt zusätzlich die Gefahr einer Fraktur des Zahnstumpfes. |
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Histamin
Ergamin, Gewebshormon, engl.: histamine; biogenes Amin
(organischer Abkömmling des Ammoniaks), welches sich im Körper in Mastzellen und
Schleimhäuten findet. H. ist
eine Mediatorsubstanzen bei Entzündungen
und Verbrennungen und wirkt auf die Histaminrezeptoren: H1 und H2. Wird bei
allergischen Reaktionen vom
Soforttyp in schädlicher Menge freigesetzt und kann unterschiedliche Reaktionen
auslösen. Hemmung durch Antihistaminika
Informationsblatt zur Histaminintoleranz
(Angelika Bräunlein Labor PROBIOS GmbH)
| Histologie histologisch; engl.: histology, histological; Lehre von den Geweben des Körpers; untersucht und erforscht den mikroskopischen und elektronenmikroskopischen Feinaufbau und spezielle Funktionen der Gewebe von Organen. Dabei bedient sich die H. mikroskopischer Gewebsschnitte mittels besonderer Färbetechniken. In der Medizin gilt das Prinzip, das jeder operativ entfernte Teil bei der geringsten diagnostischen Unsicherheit histologisch untersucht werden sollte. Vor/während dem eigentlichen Eingriff kann durch Untersuchung eines kleinen Teiles des erkrankten Gewebes (möglichst mit klinisch gesunden Randanteilen) - einer sog. |
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Hitzeschädigung ;
Polymerisationswärme
HIV
Viruserkrankung, AIDS, engl.:
Abk. von Human Immunodeficiency Virus; mit zwei bisher bekannten Stämmen
(HIV-1 u. HIV-2). Zahnärztlicherseits ist eine bedingte Früherkennung bzw.
Verdachtsdiagnose durch eine Vielzahl in der Mundhöhle sich zeigenden
Erkrankungen eines HIV-infizierte Patienten möglich; eine diagnostische
Absicherung muss unbedingt internistisch (Blutserumuntersuchung) erfolgen.
Folgende
Symptome können in der Mundhöhle auftreten:
Pilzerkrankungen wie
Candida albicans (Soor)
Herpes-simplex
Infektionen
Eiterungen in der Mundhöhle und
schwer behandelbare
Zahnfleischerkrankungen, sowie spontane
Zahnfleischblutungen (
Parodontitis-Risiko)
Leukoplakien
Verminderter Speichelfluss durch Befall der Speicheldrüsen
seltene Erkrankungen im Kopf- und
Mundbereich wie Kaposi-Sarkom, humanes Papillomavirus, und
maligne Lymphome.
Im zahnärztlichen Bereich kann der HIV-infizierte Patient eine mögliche
Infektionsquelle für das zahnärztliche Team und für nachfolgend behandelte
Patienten sein, wie auch von einem HIV-positiven Zahnarzt eine Übertragung auf
die Patienten erfolgen könnte. Dabei wäre der Übertragungsweg nach
bisherigen Erkenntnissen einzig der direkte Blut-Blut Kontakt;
Speichelübertragungen wurden bisher nicht beobachtet: Beispielsweise konnten in
Haushalten mit nur einer Zahnbürste bisher keine Querinfektionen beobachtet
werden.
Wenn auch ein theoretisches Infektionsrisiko besteht, so sind bisher
(2010) - bedingt durch die in jeder Praxis üblichen sorgfältigen
Hygienemaßnahmen (Desinfektion,
Schutzkleidung, usw.) - weltweit noch keine Fälle bekannt geworden, in welchen
eine derartige Infektion in einer Zahnarztpraxis erfolgte. Auch der 1990
weltweit medienwirksam hochgespielte Fall eines HIV-positiven Zahnarztes, der
während seiner Tätigkeit 5 Patienten infiziert haben soll, lässt sich
wissenschaftlich nicht nachvollziehen, sondern dürfte im Privatbereich des
Dentisten zu suchen sein: So zeigt eine an 19.000 Patienten
durchgeführte Studie bei Patienten, welche von 57 HIV-positiven Ärzten behandelt
wurden, keine auffälligen Werte.
Das weltweite Ansteigen einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten, der
Tuberkulose, wird indirekt mit AIDS in Zusammenhang gebracht. Jedes Jahr
werden mehr als acht Millionen Neuinfektionen gezählt, weltweit sterben jährlich
zwei Millionen Menschen an der Infektionskrankheit. Eine Infektion mit
Tuberkulose tritt i.d.R. nur dann auf, wenn das körpereigene
Immunsystem geschwächt ist. So
sterben denn auch die meisten HIV-positiven Patienten an den Folgen einer
Tuberkulose.
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in Berlin lebten in D 2008 rund
63.500 Menschen mit HIV/Aids, darunter fast 12.000 Frauen und etwa 200 Kinder.
Bundesweit rund 3.000 Menschen haben sich 2008 neu mit HIV infiziert. Etwa 650
HIV-Infizierte starben bundesweit ii 2008. Das höchste Infektionsrisiko haben
Männer, die mit Männern Sex haben. Seit Beginn der Aids-Welle in den 1980er
Jahren sind in der Bundesrepublik fast 28.000 Menschen an Aids gestorben.
Weltweit ist die die Zahl der Menschen, die mit dem Virus leben,
gestiegen: Von 26,2 Millionen im Jahr 1999 auf 33,3 Millionen 2009. Allerdings
sehen die Vereinten Nationen eine anhaltende Trendwende. Vor allem in den
Ländern südlich der Sahara hätten sich in den vergangenen Jahren weniger
Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert.
AIDS,
Gingivitis,
Herpes, Viren,
Zahnfleischerkrankungen
http://www.aidshilfe.de/
HMO
Health Maintenance Organisatoins; in den USA existierende Organisationen,
die die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder teilweise mit eigenen
Einrichtungen und Ärzten bewerkstelligen. Die Ärzte erhalten meist eine
Jahrespauschale, die alle Ausgaben, die sie für einen Versicherten veranlassen
abdecken muss.
Managed Care
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Autor:
Dr. Klaus de Cassan
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