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Zahnwissen-Lexikon
Mn - Mz |
diese Übersetzung |
Mobilisationsplatte
engl.: mobilization plate; herausnehmbares kieferorthopädisches
Gerät, um einen retinierten Zahn auf
nahezu Okklusionsebene zu bringen.
Dies hat den Vorteil, dass die reziproken "Herauszugskräfte" nicht unmittelbar
auf einen Zahn, sondern auf die ganze Zahnreihe und den Gaumen übertragen
werden.
Mobilisationstest
Mobilisationstherapie, "Amalgam-/Quecksilberausleitung",
Schwermetallausleitung, engl.:
mobilization test o. therapy; umstrittenes Verfahren zum Ausleiten von
Schwermetalldepots aus dem menschl. Organismus; hauptsächlich in
ganzheitlich orientierten
Zahnarztpraxen durchgeführt. In der
ZHK von gewissen Gruppierungen ("Ausleitungstherapie
nach Daunderer"; verstorben) dazu gebraucht, um behauptete
Schäden durch das
Quecksilber in
Amalgamfüllungen zu kurieren.
Wenig tauglich ist der bei Amalgamgegner beliebte
DMPS-Test. Naturheilkundliche
Verfahren (z.B. Selen D6; Derivato H, Süßwasseralge Chlorella) sollen den Organismus weniger belasten,
dauern aber länger (bis zu einem Monat) und sind wissenschaftlich wenig
dokumentiert.
Neuerdings werden auch "Optimierungen" der Ausleitung durch einen
Softlaser (Cepes
Laser) angeboten. Hierbei sollen die "Kopfganglien" "entblockiert" werden.
Amalgamentfernung,
Amalgamunverträglichkeit,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Quecksilberallergie,
Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen,
Quecksilber-Exposition beim Entfernen von Amalgamfüllungen
Mock-up
Attrappe; Schlagwortbez. für eine (meist) auf Kunststoffbasis
hergestellte zahntechnische Arbeit, um im Mund des Patienten das angestrebte
Ergebnis zu visualisieren, und ihm gleichzeitig die Möglichkeit zu geben,
Ästhetik, Phonetik und Wirkung auf seine Umwelt zu testen.
Wax-up
mod ; Abk. von
mesial-okklusal-distal;
gängige Bezeichnung in der
Füllungstherapie für große Kavitäten;
MOD-Füllung
| Modell auch: Gipsmodell, engl.: dental cast, model; durch eine Abformung und nach Ausgießen gewonnene (positive) Form eines Kiefers (außerhalb des Mundes) oder einer Zahnreihe bzw. Teilen davon. M. bestehen i.d.R. aus speziellen Hartgipsen ("Stone"), gelegentlich sind auch Kunststoffe und Metalle im Einsatz. M. finden Verwendung bei der Herstellung von Zahnersatz (sog. "Arbeitsmodell", "Meistermodell") und kieferorthopädischen Apparaturen, sowie bei der diagnostischen Auswertung und Dokumentation der Mundsituation (Modellanalyse). |
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Modellanalyse
Auswertung von Kiefermodellen,
engl.: dental cast analysis; hauptsächlich in der
Kieferorthopädie angewandtes
dreidimensionales Analyse-/Messverfahren außerhalb des Mundes auf der Basis von
Modellen der Kiefer und ihrer Lage zueinander. Aufgrund
der festgestellten Werte werden die Fehlstellungen (Dysgnathien)
beschrieben und eine entsprechende Therapie eingeleitet.
Angle-Klassen, Eismann Index, Gebissanalyse,
Messpunkte,
Raphe-Median-Ebene,
Tuberebene,
Sockeln
| Modellguss Modellgussprothese, "MoGu", Einstückguss-Prothese, "Stahlgerüst, Stahlprothese", engl.: model casting; zahntechnische Bezeichnung für aus Edelmetall (selten) oder aus einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung (standard) hergestellte Teilprothese "in einem Guss" (Prothesenbasis incl. Halte- und Stützelementen). In einem aufwendigen Laborverfahren wird die Einschubrichtung der Klammern vermessen, das gesamte Werkstück in Wachs modelliert und daraus ein Gussobjekt hergestellt ("Einstückguss"). Nach Ausarbeitung wird der M. mit Prothesenkunststoff im Bereich der Prothesensättel versehen, auf welche die Ersatzzähne eingearbeitet werden. M. gilt heute als Standardversorgung ( Als Vorteile des M. gelten: Nachteile sind: |
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Modellmontage
engl.: mount, mounting; Einsetzen von
Gipsmodellen in einen Artikulator/Fixator/Okkludator.
Neben einer "einfachen Montage" der Modelle, so wie sie auch als Kiefer im Mund
zueinander stehen (
Bissnahme),
stellt die schädelbezügliche Montage nach entsprechender
Registrierung der
Schädelbezugsebenen eine gute Kopie der individuellen Gebissbewegungen dar, wenn
die M. in einem entsprechend
adjustierbaren Artikulator erfolgt. Eine weitere Montage-Technik ist die
gelenkbezogene Montage.
Ästhetikschablone,
Artikulator,
Gesichtsbogen,
Montageplatte,
Remontage,
Sockeln,
Übertragungsbogen
Modellstumpf ; engl.: die;
Sägemodell
Modellvermessung
, engl.: (dental) cast measuring;
Äquator,
Klammer, Modellanalyse,
Ney-Klammersystem,
Parallelometer
| MOD-Füllung engl. mod-filling; gängige Kurzbezeichnung für eine größere Füllung, welche im Zahn die beiden Approximalkavitäten und die Kaufläche einschließt (MesialOkklusalDistal). Zu achten ist bei derartigen Füllungen auf eine möglichst schmale okklusale Fläche, da sonst die Gefahr einer Höcker- oder Zahnlängsfraktur besteht. Als Richtwert gilt: Breite der okklusalen Füllungsfläche = Hälfte der Distanz zwischen den oralen und vestibulären Höckerspitzen
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![]() Füllungs-Flächen |
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Mörser-Pistill-Prinzip engl.: mortar-pestle-principle; auf Prof. Gerber zurückgehendes und durch die Condyloformzähne verwirklichtes Prinzip bei der Aufstellung von Kunstzähnen in der Vollprothetik im Seitenzahnbereich für eine bilateral balancierte Okklusion: anlehnend an den Aufbau des Kiefergelenks greifen die palatinalen Höcker des Oberkiefers (Pistill) in die zentralen Gruben (Mörser) der Antagonisten im Unterkiefer. |
![]() |
| Molar Molaren, Dentes molares, M, hinterer Backenzahn, Mahlzahn, Multicuspidatus, engl.: molar (tooth); lat. Bezeichnung für die Mahlzähne des menschl. Ober- und Unterkiefers. Diese sind die am weitesten hinten (distal) stehenden Zähne im Kiefer und weisen - funktionsbedingt - die größten Kau(Mahl-)flächen auf. Sie sind im Milchgebiss 8mal und im bleibenden Gebiss 12mal (incl. Weisheitszähnen) vorhanden. Sie sind i.d.R. im Oberkiefer 3-wurzlig (s. Abb.), im Unterkiefer 2-wurzlig; die Kaufläche wird meist durch vier (seltener 5) Höcker gebildet. Der erste Molar der bleibenden Gebisses trägt auch die Bezeichnung |
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Molare
Molarpunkt, kephalometrischer
Begrenzungspunkt mit Unterteilung in:
Molare superior, Ms =
laterale Begrenzung des endständigen Oberkiefermolaren
Molare inferior, Mi =
laterale Begrenzung des endständigen Unterkiefermolaren
Molarendistanz
1.) sagittaler Abstand des
ersten Oberkiefermolaren ("6er")
und der Pterygoidvertikalen.
2.) transversaler
Abstand der ersten Molaren ("6er")
eines Kiefers zueinander
| Molarenfeld engl.: first molar area; durch Knochenumbau- und Wachstumsvorgänge der Kiefer hinter den letzten Milchmolaren (Zähne 54, 65, 74, 84) entstehender Längen- u. Breitenzuwachs des Alveolarfortsatzes vor dem Durchbruch der ersten bleibenden Backenzähne ( |
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Molarenindex , engl.: molar index;
Pont Index
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Molarenrelation von Andrews 1972 beschriebene Okklusionsverhältnisse für den Seitenzahnbereich im Sinne einer "okklusalen Stabilität": |
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Monat der Zahngesundheit ;
Tag der Zahngesundheit
Mongolismus ; veraltet für
Down Syndrom
| Monoblock Robin-Gerät, engl.: monobloc(k); 1902 von P. Robin erstmals vorgestelltes Gerät zur Übertragung von funktionellen Reizen; wird als Vorläufer des Aktivators bezeichnet. Eingesetzt wurde er damals zur Sagittalverlagerung des Unterkiefers, zur Kieferdehnung und zur Bisshebung. Obwohl von Robin erstmals angewandt, wird die Funktionskieferorthopädie Andresen zugeschrieben, welcher allerdings erst 20 Jahre später diesen Grundgedanken umsetzte. |
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Monokelhämatom
engl.: monocular periorbital hematoma;
Brillenhämatom
Monoliasis ; veraltete Bez. für
Soor
Monomere
engl.: do.; niedermolekulare Verbindungen, die sich durch Polyaddition,
Polykondensation oder Polymerisation in hochmolekulare Verbindungen - sog.
Polymere - überführen lassen.
Langzeitpolymerisation,
Polymerisation,
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren
Monophyodontie ; einmalige Zahnung; Bez.
für die nur einmal im Leben (bei einem Teil der Tiere) vorkommende Zahnung;
Diphyodontie
| Monoreduktor engl.: do.; einseitige |
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Monson ; George S. ,
DDS;
Kalottenartikulation,
Spee Kurve
Montageplatte
engl.: mounting plate o. ring; Hilfswerkzeug aus Kunststoff
oder Metall, welches mittels verstellbarer Schrauben an einem Artikulator
befestigt wird. Dient als Unterlage/Bezugsfläche für die einzubringenden
Modelle, welche mit der M. reversibel verbunden sind. Man unterscheidet
die obere M. von der unteren M.
Artikulator,
Modellmontage
Morbidität
Erkrankungsrate,
engl.: morbidity; Maß für die Häufigkeit von Erkrankungen in der
Bevölkerung ohne dabei zwischen Inzidenz
und Prävalenz zu unterscheiden.
Morbus
Krankheit, engl.: do.; Erkrankung mit einheitlichen, bekannten Symptomen
und abschätzbarem Krankheitsverlauf. Im Gegensatz zum M. steht das
Syndrom, welches aus einer Vielzahl bekannter oder vermuteter
Krankheitsbilder bestehen und einen vielfältigen Krankheitsverlauf nehmen kann
("multifaktorielles Geschehen").
| Morbus Crohn Crohn Krankheit, Enteritis regionalis Crohn, engl.: Crohn's disease; chronische entzündliche Erkrankung des Verdauungstrakts, die hauptsächlich den unteren Dünndarm (Ileum) und den Dickdarm betrifft. Symptome sind anhaltender Durchfall, zum Teil mit Blut, und Bauchschmerzen. Die Ursachen der Erkrankung sind nicht bekannt; man nimmt an, dass genetische und Umweltfaktoren beteiligt sind. Vermutet wird weiter ein Fehlen von Bakterien der Species Faecalibacterium prausnitzii, welche Substanzen ausscheiden, die auf Darmzellen anti-entzündlich wirken. 2008 ergibt sich folgender Wissensstand: "Genetisch bedingter Stress im Epithel, jener dünnen Zellschicht, die die Grenze darstellt zwischen Darmbakterien und dem Immunsystem, ist als eine Ursache für die entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bekannt. Danach sind Veränderungen im Gen XBP1 Grund für den Zellstress. Veränderungen im XBP1-Gen führen zu Stress in der Eiweiß-Produktionsstelle der Zelle, dem so genannten endoplasmatischen Retikulum. Die Schleimhaut kann dann nicht mehr richtig mit Darmbakterien und entzündlichen Signalen umgehen." Das stellten Teams um Professor Arthur Kaser von der Harvard Universität Boston und um Professor Stefan Schreiber aus Kiel fest. (aus Ärztezeitung) Im Mund kann sich der Morbus Crohn in ca. 8 % der Fälle als orofaziale Granulomatose (OFG) mit Ulzerationen und aphthoiden Läsionen (s. Abb.) manifestieren. Weiter treten meist eine Schwellung der Lippen und der unteren Gesichtshälfte mit einer Lymphadenitis sowie einer hyperplastischen Gingivitis auf. An der schubweise verlaufenden Erkrankung, die nach dem amerikanischen Arzt Dr. Burrill Bernhard Crohn benannt ist, leiden in Deutschland schätzungsweise 150.000 Menschen, die Neuerkrankungsrate liegt bei rund 5 pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Die Erkrankungshäufigkeit ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Patienten haben auch ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. |
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Morbus Menière
Menière-Krankheit, "Drehschwindel", engl.: Meniere's disease;
Erkrankung des Innenohrs unbekannter Genese. Als Symptome gelten: schubweise
Anfälle von Drehschwindel, einseitigem Hörverlust und
Tinnitus (Ohrensausen). Die meist
zwischen dem 40. u. 60. LJ auftretende Erkrankung betrifft Männer häufiger als
Frauen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Meni%C3%A8re
Morelli Index
engl.: Morelli's (caries) index; einfacher, ältester (1924)
Kariesindex: Die Summe der vorhandenen
Zähne wird durch die Summe gefüllter und/oder kariöser Zähne geteilt.
DMF-Index,
Index
Morquio Syndrom
erbliche Mukopolysaccharidose, von Dr. Morquio, einem Kinderarzt aus Uruguay,
1929 erstmals beschrieben. Kinder mit M. haben häufig kleine und spitze
Zähne, der Zahnschmelz ist weniger widerstandsfähig. So kann es sehr schnell zu
Kariesbefall der Zähne kommen. (aus:
www.mps-ev.de/pdf/broschuere_typ_IV.pdf
)
| Morsus Morsicatio, engl.: morsication, cheek (lip) biting; unbeabsichtigte Schleimhautverletzungen durch versehentliches Beißen auf Lippe oder Wangenweichteile (Morsus buccarum) oder Verbrennungen durch heiße Getränke während der Wirkungsdauer einer örtlichen Betäubung; besonders nach Leitungsanästhesie im Unterkiefer (Lippe, lip biting) auftretend. Kinder haben gern die Angewohnheit, auf der "tauben Lippe" herumzukauen und können dabei - mangels vorhandener Empfindung - die Lippe regelrecht zerbeißen. Es empfiehlt sich bei entsprechenden Personen für die Dauer der Begleitwirkung (~3 Stunden) eine eindringliche Aufklärung über die Folgen und/oder einen feuchten Mulltupfer in dieses Gebiet zu legen. |
![]() drei Tage alte Aufbissverletzung im Lippenbereich |
| Mortalamputation MoA, engl.: mortal amputation; bis auf wenige Ausnahmefälle obsolete, gelegentlich angewandte chemische Abtötung ( Indikation: Milchzahnbehandlung bei schwer zugänglichen Kindern, um bei einer allfälligen Wurzelkanalbehandlung der möglichen Gefährdung der Zahnkeime der bleibenden Zähne vorzubeugen. Wenn möglich, sollte besser eine Vitalamputation unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. |
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mortale Dosis
engl.: mortal dose; die Menge eines Stoffes (Pharmakons),
welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Tod führt. Ausdruck
wenig gebräuchlich, dafür besser Dosis letalis (DL) oder letale Dosis (LD)
letale Dosis,
PTD
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Mortalexstirpation engl.: mortal extirpation; gelegentlich angewandte chemische Abtötung ( Abb.: links: normaler Zahn rechts:vollständige Entfernung der Pulpa und Versorgung mit einer Wurzelfüllung (blau); darüber normale Kaufüllung (grau) |
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Mortalität
Sterblichkeitsziffer, (-rate), engl.: death rate,
mortality; Verhältnis der Zahl der Todesfälle innerhalb eines bestimmten
Zeitraums zur Gesamtheit der berücksichtigten Personen (Gesamtbevölkerung,
Population).
Letalität,
Toxizität
Morton
William Thomas Green, Zahnarzt und Anästhesist (1819-1868), gilt als einer der Vorbereiter
der schmerzfreien Zahnbehandlung heutiger Prägung. Er eröffnete am 30. September
1846 das Zeitalter der modernen
Anästhesie. Der Zahnmediziner entfernte zum ersten Mal einen Backenzahn,
ohne dass der Patient starke Schmerzen hatte. Morton hatte ihn mit
äthergetränkten Tüchern betäubt - eine Methode, die er in Selbstversuchen
getestet hatte. Dennoch dauerte es einige Jahre, bis sich derartige Betäubungen
etablierten. William T. G. Morton wurde in Charlton/USA geboren und studierte
Zahnmedizin in Baltimore, wo er zudem Wissen im Bereich Chemie erwarb. Dieses
brachte ihn auf die Spur des Schwefeläthers, den er 1846 als Betäubungsmittel
zum Patent anmeldete. Viele waren damit nicht einverstanden - der Streit um die
Urheberrechte dauerte bis zu Mortons Tod. Der mehrfach international
ausgezeichnete Mediziner starb verarmt in den Slums von New York.
Anästhesie,
Geschichte der
Lokalanästhesie, Lachgas
Mottling
,
Fluorose
Mottling-Index nach Dean ,
Fluorose-Index
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Moyers-Analyse engl.: Moyers analysis; nach Untersuchungen von Moyers ergibt sich, dass die Summe der mesiodistalen Durchmesser der bleibenden unteren Schneidezähne zu dem Platzbedarf in den Stützzonen (das heißt zu der Summe der mesiodistalen Durchmesser der Zähne 3, 4, 5) in einer festen Beziehung steht. Diese Relation kann anhand einer Tabelle (Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle; s. Abb.) abgelesen werden. Der Vorhersagewert der Tabelle von M. liegt nach Baugut auf einem 75%-Niveau. |
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Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle ,
engl.: Moyers probability
table
;
Moyers-Analyse, Zahnbreite
MRT ;
Magnetfeldresonanztomographie
MTAD
engl.: mixture of a tetracycline, an acid and a detergent (Tetrazyclin-isomer (Doxycyclin),
Zitronensäure, Detergentium (Tween 80) und Phosphorsäure); Verwendung als
Spüllösung eines infizierten
Wurzelkanals oder zur Entfernung des sog. "smear
layers" nach Füllungspräparation. Noch keine Langzeiterfahrungen (2007)
EDTA, Schmierschicht,
Wurzelkanalbehandlung
MT-Komponente ;
Karieslast
| Muco-Seal®
Abformung Extensionsabformung, mukostatische Abformung, engl.: muco-seal impression; im zahnlosen Unterkiefer selten angewandtes Abdruckverfahren. Dieses fast drucklose Verfahren (Entlastungsabformung) mit einem Methacrylat-Material extendiert besonders in die vordere Unterzungentasche hinein. |
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Müller Zeichen
engl.: Müller's sign; rhythmische pulssynchrone Bewegung (Kapillarpuls) der
Uvula und Teilen des weichen Gaumens als
Begleiterscheinung bei einer Aorteninsuffizienz.
Muffel
Gussmuffel, Gießküvette, engl.: muffle; in
unterschiedlicher Größe vorgeformte, feuerfeste Stahlringe zur Aufnahme von aus
Wachs modellierten Gussobjekten und deren
Einbettmasse in der Zahntechnik im Rahmen des sog.
"Einbettens".
mukodynamische Abformung ;
Abformung,
Funktionsabdruck
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Mukogingivalgrenze Linea girlandiformis, engl.: mucogingival junction; Übergangsgebiet zwischen befestigter und unbefestigter Mundschleimhaut; häufig mit der Umschlagsfalte gleich gesetzt. |
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| Mukoperiostlappen Schleimhaut-Periost-Lappen, engl.: mucoperiosteal flap; Mundschleimhautlappen, welcher mit dem darunter liegenden Periost (Knochenhaut) fest verbunden ist. Wird gewöhnlich bei kieferchirurgischen Eingriffen im Rahmen der sog. "Aufklappung" mittels Skalpell und Raspatorium von der knöchernen Unterlage abpräpariert und dient nach dem eigentlichen Eingriff zum Wundverschluss ("Deckung") mittels Nähten oder anderen Fixationsmitteln. Im Gegensatz dazu wird beim sog. Der Mukoperiostlappen nach Rehrmann (engl.: Rehrmann's mucoperiosteal flap) ist ein zur Umschlagfalte hin breit gestielter M. ( |
mukös , muzinös, engl.: mucous; schleimig, Schleim absondernd, von schleimartiger Beschaffenheit
Mukosa
Mucosa, Schleimhaut, engl.: mucosa; Schleimabsondernde innere Auskleidung
von Hohlorganen mit einer der jeweiligen Funktion angepassten Deckschicht. Die
Deckschicht (
Epithel) der M.
ist unverhornt. Das sich häufig unter der M. befindliche lockere
Bindegewebe (
Mundschleimhaut) wird als
Submukosa bezeichnet.
In der Mundhöhle wird die Feuchtigkeit ("Schleimigkeit") der
Mundschleimhaut durch Sekretion der in ihr
eingelagerten kleinsten Speicheldrüsen oder durch die großen
Speicheldrüsen erreicht.
Alveolarmukosa,
Katarrh, Mukositis, Mundschleimhaut,
Polyp
Mukosatransplantat , engl.:
mucosal, perodontal graft, "freies Schleimhauttransplantat",
Schleimhauttransplantat
Mukositis
Schleimhautentzündung, engl.: do.; im Gegensatz zur um den Zahn
beschränkten Gingivitis, drückt die
M. eine generell Entzündung
der Mundschleimhaut aus. Begriff hauptsächlich
gebraucht für entzündliche Schleimhautreaktionen nach
Strahlentherapie und bei der
Periimplantitis
Gingivitis,
Katarrh,
Mukosa, Mundschleimhaut,
Strahlentherapie
| Mukotom "Schleimhauthobel", engl.: mucotome; hobelartiges Gerät zur Gewinnung von Schleimhauttransplantaten. Vom Prinzip her manuell oder angetrieben-mechanisch wirkende Modelle auf dem Markt. |
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| Mukozele Schleimzyste, Mukoidzyste, engl.: mucoceleon; zu den Weichgewebszysten zählendes gutartiges Gewächs. Lokalisation vornehmlich in der Kieferhöhle, ausgehend von der Antrumschleimhaut, aber auch auf der Mundschleimhaut (Mundschleimhautzyste) vorkommend. |
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| Multiband - Apparatur MB - Apparatur, Multibandtechnik, engl.: multibanded appliance; (bedingt) festsitzende kieferorthopädische Behandlungsapparatur, welche die durch versch. geformte, aktive Drähte entstehenden Kräfte mittels Bändern oder Brackets auf die Zähne überträgt und so vornehmlich gesteuerte Zahnbewegungen bewirkt ( Nach den Entwicklern versch. Verfahren wird unterschieden in: Die Entwicklung der festsitzenden Apparaturen geht auf den historischen französischen "Universal-Zahnarzt" Fauchard zurück, welcher in seinem Werk "Le chirurgien Dentiste ou traité des dents" das sog. "Fauchard-Band" vorstellte. Eine gute Mundhygiene ist bei einer M. unabdingbar, da die natürliche Selbstreinigung durch Mastkation erheblich eingeschränkt ist. Weiter entstehen durch das Bebändern schwer zugängliche Räume - durch Plaque in den Nischen kommt es rasch zu Karies und Zahnfleischentzündungen ( Gut bewährt haben sich - neben der peniblen häuslichen Pflege - regelmäßige gründliche Reinigungen mit Pulverstrahlgeräten in der Zahnarztpraxis. Empfehlungen nach sollte der routinemäßigen Einsatz von Fluoridlacken begleitend zur Multibandtherapie vor allem bei Patienten mit dürftiger Mundhygiene und mangelnder Compliance erwogen werden. |
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Mumps
Parotitis epidemica, Ziegenpeter, engl.: do.; virusbedingte
Infektionskrankheit, welche sich äußerlich z.B. in einer Entzündung (Parotitis
epidemica; meist
einseitig beginnend) der Ohrspeicheldrüsen (
Parotis)
zeigt. Wird im Anfangsstadium u.U. mit einer
odontogenen Ursache ("Dicken
Backe") verwechselt.
Hatchcock Zeichen,
Sialadenitis
| Mund besser: Mundhöhle, Mundraum, engl.: mouth, oral cavity; mit der Hauptfunktion der Nahrungsaufnahme und der Herstellung von Lauten. Durch Muskeln (Lippen) verschließbar. Unterscheidung in cavum oris proprium (Mundhöhle im eigentlichen Sinn) und Vestibulum oris (Mundvorhof). Beide sind durch die Zahnreihen voneinander getrennt. Die Mundhöhle wird durch die Lippen, Wangen, Gaumen, Mundboden (Diaphragma oris) und Gaumenbögen begrenzt. Die Mundhöhle beherbergt ca. 700 unterschiedliche Mikroorganismen, sodass eine Wunde in diesem Bereich immer als infiziert gilt. Besonders für Eingriffe im Mund ist es kaum möglich, die Asepsis, die in anderen chirurgischen Disziplinen gefordert wird, zumindest für die in einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis durchgeführten Eingriffe einzuhalten. Ohnehin ist die Heilungstendenz von Wunden in der Mundhöhle sehr gut. |
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Mund-Antrum-Verbindung ,
MAV , Mund-Antrum-Perforation , MAP
Kieferhöhlenperforation
Mundarzt
engl.: literal "mouth doctor"; 1994 eingeführter Sprachgebrauch an der
Universität Witten/Herdecke für einen
Zahnarzt (
www.openpr.de/pdf/78806/Aus-Zahnarzt-wird-Mundarzt.pdf
). Diese Bezeichnung wird dort als ein Wandel des "Berufbildes
Zahnarzt" verstanden und soll dem Aspekt der Vernetzung mit anderen
medizinischen Disziplinen - besonders in den Bereichen Innere Medizin,
Rehabilitationsmedizin, Dermatologie, Chirurgie sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
- Rechnung tragen.
Mundatmung
engl.: mouth or oral breathing; Weg des Atemstroms mit Unterscheidung in eine anatomische
und habituelle Mundatmung.
Typische Folgen einer chronischen M.
sind ein Offner Biss und eine Hemmung
des Oberkieferwachstums in transversaler
Richtung ("Schmalkiefer").
Adenoidenkiefer, Lippenkompetenz
Mundbehandlung
engl.: etwa oral mucosa treatment; schlagwortartige, im
BEMA verankerte Bezeichnung für das
Aufbringen von heilenden oder schmerzlindernden Medikamenten auf die erkrankte
Mundschleimhaut.
Mundboden
Diaphragma oris, engl.: floor of the mouth; mehrschichtiger
unterer Abschluss der Mundhöhle mit den Weichteilen
zwischen Unterkieferkörper und
Zungenbein:
Mundschleimhaut und beidseitige
Unterzungendrüse
Zungenbeinmuskeln
bestehend aus den Muskeln Genioglossus, Geniohyoideus, Mylohyoideus, Digastricus
Alveolarmukosa
Mundbodenaufnahme
engl.: floor of the mouth radiogram; eine der
Okklusalaufnahme ähnliche
Röntgentechnik zur Darstellung von Erkrankungen des Mundbodens (z.B.
Fremdkörper, Speichelsteine)
| Mundbodenphlegmone Angina Ludovici, engl.: Ludwig's angina; gefürchtete, diffus und sich "schrankenlos" ausbreitende eitrig-phlegmonöse Entzündung im Mundboden und der vorderen bzw. seitlichen Halsregion (die Bez. Angina Ludovici bezog sich ursprünglich nur auf den Halsbereich) - auch heute noch, trotz Antibiotika, mit der Gefahr eines tödlichen Verlaufs. Ursächlich sind meist Vereiterungen von Zähnen im hinteren Unterkieferbereich ausgehend, unbehandelte Kieferfrakturen und chronische Knochenvereiterungen. Die rasche Eröffnung des Abszesses erfolgt von außerhalb des Mundes (extraorale Inzidierung mit Einlage einer Drainage). |
![]() |
Mundbodenplastik ,
Vestibulumplastik
Mundbodenzyste, engl.: floor of the
mouth cyst;
Ranula
Mundbrennen
,
Burning Mouth
Syndrome
Munddusche
Wasserstrahlgerät, engl.: jet irrigator, water jet;
Hilfsmittel zur Grobhygiene der Mundhöhle, besonders der Zähne; erstmals 1962
von Moyér u. Mattingly vorgestellt. Dabei entfernt
ein pulsierender Wasserstrahl Speisereste oder durch andere
Zahnreinigungstechniken teilweise abgelöste Plaque
(Materia alba) aus den Zahnzwischenräumen
oder unter festsitzendem Zahnersatz/kieferorthopädischen Geräten. Es wird
berichtet, dass bei unsachgemäßer Anwendung durch den Wasserstrahl Erreger in
die Tiefe der Zahnfleischtasche und in den Blutkreislauf gespült werden sollen
(
Bakteriämie)
ohne bisher einen wissenschaftlichen Beweis zu erbringen. Keinesfalls kann
eine M. eine Erstreinigung der
Zahnzwischenräume bewirken; hier muss auf
geeignete Hilfsmittel (Zahnseide,
Interdentalraumbürstchen)
zurückgegriffen werden. Neuere Systeme sollen in Untersuchungen eine deutlich
bessere Reinigungskraft in den problematischen
Zahnzwischenräumen aufweisen -
Langzeitstudien bleiben abzuwarten.
Mundhygiene,
Weissenfluh
Mundfäule , Mundentzündung, engl.:
(necrotizing) stomatitis;
Stomatitis
Mundflora
engl.: mouth o. oral flora; natürliche Ansiedlung vielzähliger (106/ml
Speichel)
und -fältiger Mikroorganismen
(oftmals ausschließlicher Standort zahlreicher spezifisch angepasster
Bakterienarten) auf den Zähnen, in der
Mund- und vorderen Rachenhöhle. Sie weist
eine sehr große Artenvielfalt auf, die mindestens 500 - nach neusten Schätzungen
sogar 700 - verschiedene Bakterienarten umfasst. Der
Speichel enthält etwa 108 Bakterien pro
Milliliter, der dentale Biofilm zwischen
108 und 1011 Bakterien pro Milligramm.
Hauptfunktion der M.
ist der Schutz des Körper vor Krankheitserregern. Zwischen den einzelnen Keimen
der Mundflora herrscht in einer gesunden Mundhöhle ein biologisches
Gleichgewicht. Häufig haben die Bakterien der M. an ihrer Oberfläche
Strukturen, die sie befähigen, sich einerseits mit Rezeptoren an Zellen und
Zähnen festzuheften (
Streptococcus mutans) oder andererseits mit Oberflächenstrukturen von
diversen Bakterien zu interagieren (Zucker-Protein- oder Protein-Protein-
Interaktion). Auf diese Weise werden sie immobilisiert und können als
Mischpopulation Biofilme und Mikrokolonien bilden.
Eine sorgfältige Kontrolle der M. ist eine wichtige Grundlage für
Prophylaxe und Behandlung von
Karies und
Zahnfleischerkrankungen. Am Zahn
selbst werden hierfür im Wesentlichen mechanische Mittel eingesetzt, die auf die
Beseitigung der Bakterien von der Zahnoberfläche abzielen. Die Tatsache, dass
Schleimhäute und
Zunge, die rund 80% der Oberfläche der
Mundhöhle ausmachen, damit nicht erfasst werden und so
potenzielle Quellen von Krankheitskeimen darstellen, muss deshalb chemisch
behandelt werden. In diesem Zusammenhang sind
Mundspüllösungen ein ideales Mittel zur lokalen Applikation von Wirkstoffen
und aktiven Substanzen, die in der Lage sind, die Zusammensetzung der M.
zu kontrollieren und positiv zu verändern.
Die M. dient u. a. zur Verdauung, dem Gewebeschutz sowie der Stimulierung
unspezifischer Abwehrfaktoren (
Immunsystem). Die normalerweise nicht krankheitserregenden
Mikroorganismen können bei
Störungen des biologischen Gleichgewichts, z. B. bei
Antibiotikazufuhr, übertriebenen
Mundhygienemaßnahmen oder
Schwächung des Organismus
durch Krankheit, Erkrankungen hervorrufen, welche ihren Verlauf meist in der
Mundhöhle nehmen.
Mikroorganismen
| Mundflüssigkeit engl.: oral fluid; in der Hauptsache von den großen, paarig angeordneten Kopfspeicheldrüsen Glandula parotis, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis, sowie von vielen Tausend kleinen Speicheldrüsen gebildetes Sekret in der Mundhöhle mit vielfältigen Funktionen. Die M. setzt sich zusammen aus dem Gesamtspeichel und abgeschilferten Epithelresten, Leukozyten, Speise- und Getränkeresten, sowie geringen Mengen Sulkusflüssigkeit und Bronchialsekret. |
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Mundgeruch
engl.: u.a. bad breath, halitosis, stomatodysodia ;
zahnmedizinische Unterteilung in "Foetor ex ore" für mundhöhlenbedingten
und "Halitosis" für anderweitig verursachten M.
Zunehmend wird der Begriff "Halitosis" übergreifend für jede Art von M.
gebraucht.
Obwohl Menschen mit Halitosis sozial
und psychisch stark unter dem M. leiden können, werden in Deutschland -
im Gegensatz zu den USA - von Ärzten und Zahnärzten nur selten adäquate
Therapien angeboten.
M. kann auch - bedingt durch eine spezielle Bakterienzusammensetzung in
der Mundhöhle - vererbt sein (
http://aem.asm.org/cgi/content/abstract/76/9/2806).
Bacteroides forsythus,
Foetor ex ore,
Gingivitis,
Halitosis (ausführliche
Darstellung), Prevotella intermedia,
Treponema denticola, Zungenschaber
Video
mundgeschlossene Abformung; maxillomandibuläre Abformung, bimaxillärer Abdruck,
Abdruckarten
| Mundgesundheit Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ), engl.: oral health, Zahngesundheit; Oberbegriff für eine Kombination von physischen, psychischen und sozialen Aspekten im Bereich der Mundhöhle ohne eine klare internationale Definition. Dem Autor erscheint die Erklärung der Engländer Sheiham, A. und Spencer, J. (1997) am treffendsten: "Mundgesundheit ist die Fähigkeit, ein breites Spektrum an Nahrungsmitteln zu kauen und zu essen, deutlich zu sprechen, ein sozial akzeptables Lächeln sowie ein entsprechendes dentofaziales Profil zu besitzen, sich im Mundbereich wohl zu fühlen, frei von Schmerzen zu sein und einen frischen Atem zu haben." ( Man unterscheidet:
Als die 5 Zeichen für gesunde Zähne gelten: Die 5. Mundgesundheitsstudie des IDZ
(DMS V): |
|
Mundhöhle
, engl.: oral cavity;
Mund
Mundhöhlenkarzinom
Mundhöhlenkrebs, engl.: oral cancer; das M.
zeichnet sich durch eine hohe Mortalität und eine
schlechte Prognose aus. Zudem wird die Diagnose in vielen Fällen zu spät
gestellt. Besonders die endophytischen (nach innen wachsend) Karzinome können lange
unauffällig
sein. Nach dem gegenwärtigen
Stand (2013) der Forschung dürfte es sich bei der Entstehung der
Plattenepithelkarzinome (engl.: squamous cell carcinoma, SCC) um ein multifaktorielles Geschehen handeln. Verschiedene
Risikofaktoren für ein M. werden beschrieben, im Vordergrund stehen dabei
der chronische Tabak- und Alkoholkonsum (Maligne Trias: "Rauchen, Saufen
und nicht Putzen"). Die
Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen
bei jüngeren Patienten (Bevölkerungsschicht der unter 45-Jährigen) ist deutlich
gestiegen. Dabei scheinen Alkohol- und Tabakkonsum keine so dominante
ätiologische Rolle zu
spielen wie bei älteren Patienten. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 10.000
Menschen an einem M.

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Zahl der Neuerkrankungen 2012

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Wirkung des Tabakrauchs auf Mundhöhle und Zähne
Wegen der guten Durchblutung innerhalb der Mundhöhle tritt sehr früh eine
Metastasenbildung in den regionären Lymphknoten auf. Deshalb sollten alle
atypischen, innerhalb von 14 Tagen bestehen bleibende Veränderungen der
Mundhöhle durch eine Probeexzission
histologisch abgeklärt werden, da bei frühzeitiger Therapie und konsequenter
Lymphknotenausräumung - sog.
neck
dissection - durchaus gute Erfolgsaussichten bestehen.

squamous cell carcinoma
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Sarkome (
Osteosarkom,
mit Abb.) in der Mund- und Kieferregion haben eine sehr niedrige
Prävalenz. Die Weichgewebssarkome
sind seltene maligne Neoplasien, die von Zellen des Mesenchyms ausgehen und rund
1 bis 2 % aller Tumorpatienten im Erwachsenenalter betreffen. Noch seltner ist
der Anteil von Sarkomen im Mund- und Kieferbereich: Intraorale Sarkome haben in
Bezug auf das Gesamtauftreten dieser Tumorart nur einen Anteil von 0,14 %.
Etwa 5% aller Krebserkrankungen entfallen auf die Mundhöhle. Das M. steht
damit weltweit an 6.Stelle der am stärksten verbreiteten, bösartigen
Erkrankungen. Die Entstehung erfolgt in 80 bis 90 % der Fälle aus einer vorher
intakten Schleimhaut (ohne sog.
Präkanzerosen). Das häufigste in der Mundhöhle vorkommende Karzinom ist das
besonders bösartige verhornte Plattenepithelkarzinom. Die geschätzte Zahl der
jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland ist bei Männern mit etwa 7.800 mehr
als doppelt so hoch wie bei Frauen (etwa 3.000). Damit stehen Krebserkrankungen
der Mundhöhle und des Rachens für die Männer hinsichtlich der
Erkrankungshäufigkeit an achter Stelle. Ihr Anteil an krebsbedingten
Sterbefällen beträgt 3,5%. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei
vergleichsweise niedrigen 58, für Frauen bei 63 Jahren. Diese auf früheren
Datenbasen beruhenden Zahlen dürften sich nach Schätzungen des Autors in den
nächsten Jahren nach unten angleichen (starke Zunahme des Tabakkonsums beim
weiblichen Geschlecht). Neuere Untersuchungen aus 2003 zeigen für D einen
anderen Trend: Die Mortalitätsrate durch orale Tumore
ist in den meisten europäischen Ländern besonders bei Männern beachtlich
gestiegen. In Deutschland sind hingegen nur die Frauen von wachsender
Sterblichkeit betroffen. Den ersten Platz im europäischen Vergleich sowohl bei
den Männern als auch bei den Frauen nimmt Ungarn ein, mit einer
durchschnittlichen Oralkrebs-Sterblichkeit von 20,2 pro 100.000 männlicher
Einwohner (51,4 in der Altergruppe der 35- bis 64-Jährigen) und 2,58 bei den
Frauen. Bei den Männern folgt hinter der Slowakei und Kroatien an vierter Stelle
Frankreich mit einer Rate von 10,2 pro 100.000 Einwohner.

WHO-Klassifikation
der Mundhöhlentumore

Mundhöhlen- und
Rachenkrebs 1984-2004
Studien zur Mortalität von M.
beschreiben, dass neben der Haupttodesursache
Rezidiv auch die Komorbidität (von
mehreren Krankheiten gleichzeitig befallen) auf das Überleben eine wesentlichen
Einfluss hat. Die Inzidenz von
Zweittumoren von Patienten mit Karzinomen liegt zwischen 7 und 15%. Einer Studie
der Wiener Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (A Wutzl,
C Klug, D Bezaczy et al.) stellt fest: Bei insgesamt 222 Patienten mit primären
Plattenepithelkarzinomen, die an der Klinik behandelt worden waren, wurde das
Überleben mittels Abfrage der Bevölkerungsregister überprüft und die
Todesursachen retrospektiv ermittelt. Der mittlere Beobachtungszeitraum nach der
Operation war 75,3 Monate. Die 2-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug 75,8% und
die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate 62,1%. An einem
Rezidiv (lokal, regionär oder
Fernmetastase) verstarben 44 (19,4%), an einem Bronchialkarzinom 9 (4,1%), an
einem Zweitkarzinom des Kopfes oder des Halses 8 (3,6%), an einem Karzinom des
oberen Verdauungstraktes 5 (2,2%), perioperativ (um den Operationszeitpunkt
herum) 10 (4,5%) und an anderen Ursachen 16 (7,2%). Von allen Rezidivpatienten
verstarben 93% innerhalb von 36 Monaten nach Therapie.
Zur Behandlung des Plattenepithelkarzinoms gibt es zwei versch.
Therapieansätze:
-- adjuvanter Ansatz: primär chirurgische Entfernung und dann eine
postoperativ Bestrahlung
-- neoadjuvanter Ansatz: primär eine kombinierte Radio-Chemo-Therapie,
dann erfolgte die eigentliche Tumorresektion
Das Risiko an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, ist im hohen Maße vom sozialen
Status der Menschen und seinen Lebensgewohnheiten abhängig: Patienten
mit Tumor im Mundraum haben im Vergleich zu Durchschnittsbürgern ein deutlich
niedrigeres Bildungsniveau, waren längere Zeit arbeitslos und sind in größerer
Zahl allein stehend. 90% der Tumorpatienten haben nur eine niedrige Schulbildung
(Hauptschulabschluss oder ähnliches). Einen Abschluss mit Abitur können dagegen
nur weniger als sechs Prozent der Untersuchungsteilnehmer vorweisen. Ebenfalls
auffällig ist die im Vergleich zur Durchschnittsquote doppelt so hohe
Arbeitslosigkeit bei den betroffenen Patienten sowie der mit einem Fünftel
bemessene Anteil an Personen im Vorruhestand.
Menschen mit Parodontitis
entwickeln doppelt so häufig
Präkanzerosen und viermal so oft
Mundhöhlenkarzinome wie Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen.
Zum Screening breiter
Bevölkerungskreise empfiehlt der zahnärztliche Weltverband (FDI) die
Anfärbemethode mit Toluidinblau
In jüngster Zeit stellt die
Photodynamische Therapie (PDT) eine viel
versprechende Option auch bei der Behandlung von Tumoren der Mundhöhle dar. Vor
allem bei Karzinomen im Frühstadium erzielte die PDT Erfolge von rund 88% nach
einmaliger Anwendung. Besonders geeignet zur PDT sind oberflächlich gelegene
Tumore, da der Laserstrahl nur etwa einen halben Zentimeter in die Tiefe
eindringt. Nebenwirkungen reichen von Schmerzen bis zur Rötung der bestrahlten
Hautabschnitte. Auch die Sensitivität gegenüber direkter Sonneneinstrahlung ist
erhöht. Die Betroffenen müssen etwa sechs Wochen nach der Therapie das
Sonnenlicht meiden. Bevor die eigentliche Lasertherapie beginnt, wird dem
Patienten intravenös ein lichtsensibler Wirkstoff injiziert. Dieser passiert die
gesunden Zellen und reichert sich in den kanzerösen sowie präkanzerösen Zellen
an. Zwei bis drei Tage nach Injektion werden die betroffenen Stellen mit
Laserlicht bestrahlt. Dabei bilden sich
Sauerstoffradikale, die den Zelltod herbeiführen. Zur Durchführung des
Eingriffs, der etwa neun Minuten dauert, erhalten die Patienten eine
Anästhesie.
Tumore in Mund und Rachen können zunehmend mit einem einfachen
Abstrichverfahren
(
"Bürstenabstrich"
oder Bürstenbiopsie,
auch: "Bürstentest"),
engl.: brush biopsy; s.a.:
www.buerstenbiopsie.de)
frühzeitig erkannt werden. Die "gewöhnliche" Zytologie mit Auswertung
nach Papanicolau, wie sie in der Gynäkologie zu großen Erfolgen in der
Frühbehandlung von Zervixkarzinomen geführt hat, gelingt in der Mundhöhle nicht
mit gleicher Aussagekraft, da das Mundhöhlenepithel verhornt und die
entscheidenden Zellen mit einem einfachen Wattestab-Abstrich nicht gewonnen
werden können. Hier hilft die Verwendung von relativ harten Bürstchen weiter. Nach Angabe deutscher
Zahnmediziner der Abteilung für Oralchirurgie an der Universität Leipzig (T. Remmerbach et al.) seien operative Eingriffe zur Probeentnahme bei Verdacht auf
das Vorliegen eines Karzinoms im Mund oder Rachen nicht mehr nötig. Das
Verfahren könne auch von Zahnärzten angewandt werden. Bei richtiger Handhabung
sei es ein sicheres Mittel zur Erkennung bösartiger Tumoren. Die Abstriche werden mit
einer DNA-Analyse im Labor untersucht. Die Methode weise eine Treffsicherheit
von 98 Prozent auf, so die Wissenschafter.
Neuerdings (2005) sollen auch Speichelbakterien
für einen einfachen Test zur Erkennung von Mundkrebs eingesetzt werden können.
Wissenschafter identifizierten drei Bakterientypen, die bei mehr als 80 Prozent
der Erkrankungen mit OSCC (Oral Squamous Cell Carcinoma) auftraten:
Capnocytophaga gingivalis, Prevotella melaninogenica und Strepococcus mitis
sagten bei mehr als 80 Prozent der Fälle eine Erkrankung korrekt voraus. Es ist
zusätzlich derzeit nicht ausgeschlossen, dass diese Bakterien die
Krebserkrankung selbst verursachen könnten.
Weiter (2006) soll sich M. auch zuverlässig und in einem
frühen Stadium durch einen Speicheltest
entdecken lassen (im Frühstadium liegen die Heilungschancen bei 80 bis 90
Prozent, im Gegensatz zu ca. 50 % bei konventioneller Diagnostik). Vier Moleküle der Erbsubstanz RNA wurden ausfindig gemacht, die eine
genaue Diagnose ermöglichen. Nach entsprechenden klinischen Erprobungen soll ein
praktischer Einsatz erfolgen.
Metastasen von Primärtumoren in anderen
Körperregionen sind selten und betreffen vor allem ältere Patienten. Die
bevorzugte Lokalisation ist der Molarenbereich des Unterkiefers; der größte
Anteil geht dabei von von Nierenzellkarzinomen aus. Bei rund einem Drittel der
Patienten ist die Metastase der Kiefer-Gesichtsregion das erste klinische
Symptom der Tumorerkrankung.
Adenom,
Bisphosphonate,
CUP-Syndrom, Epithese,
Ernährungsempfehlungen,
Kaposi-Sarkom,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Melanomalignom,
Neck dissection,
Neoplasma,
PDT,
Positronen-Emissions-Tomographie,
Resektionsprothese,
Speicheldrüsentumoren,
Spontanfraktur,
Strahlentherapie,
Toluidinblau,
Zahntumoren,
Zungenkarzinom
Leitlinie (2010)
zur Früherkennung des Mundhöhlenkrebses:
Patienteninformation ;
Langfassung
http://www.iarc.fr/en/publications/pdfs-online/pat-gen//bb9/index.php (sehr
ausführlich + Bilder, engl.)
Patientenratgeber
der BZÄK
Übersichtsarbeit:
http://www.sikalive.de/examen/vorlesungen/zmkchir.doc
Erkennung oraler Risikoläsionen in der zahnärztlichen Praxis
Download der Broschüre
http://www.krebs-kompass.de (Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.)
Rauchen und Mundgesundheit oder
©:
Bundeszahnärztekammer
Mundhygiene
Mundpflege, Zahnhygiene, engl.: oral hygiene; Oberbegriff
und Sammelbezeichnung für alle hygienischen Maßnahmen innerhalb
der Mundhöhle: Das tägliche
Reinigen und Pflegen der Zähne, der
Zahnzwischenräume, des
Zahnfleisches und ggf. der Zunge.
Diese Tätigkeiten dienen zur Vorbeugung
von Erkrankungen innerhalb der Mundhöhle sowie der Unterstützung des
Therapieerfolges zahnärztlicher Behandlungsmaßnahmen. Dabei ist die mechanische
Reinigung ("Belagskontrolle") mit entsprechenden Hilfsmitteln durch keine
andere Maßnahme zu ersetzen.
Frühmenschen nutzten vermutlich Grashalme zur Zahnpflege. Einer US-Forscherin
zufolge polierten unsere Vorfahren damit ihre Zähne und säuberten vor allem die
Zwischenräume von Essensresten.
Der älteste aufgefundene Mundhygieneartikel - ein Zahnstocher - stammt aus der
Zeit um 3.500 vor Christi. Die Mundhygiene ist damit älter als die Schrift und
sehr viel älter als die Zahnmedizin. Meist waren es Laien, die mit den
eigentümlichsten Begründungen für diese Form der Reinlichkeit warben. Mohammed
betrachtete einen sauberen Mund als Voraussetzung für das Gebet und soll noch in
der Sterbestunde nach seinem Kauholz verlangt haben. Und Schiller fand, wer sich
nicht die Zähne putzt, "der gleicht in der Tat einem Tiere".
Zahnreinigungen sollen nach aktuellem Wissensstand hinsichtlich ihrer Häufigkeit
und der eingesetzten Hilfsmittel risikoorientiert erfolgen. Für einen großen
Teil der Bevölkerung gilt eine zweimal tägliche vorgenommene effektive Reinigung
(jeweils ca. 2-3 Minuten)
unter Verwendung fluoridhaltiger
Zahnpasta als ausreichend. Vergessen
wird häufig, dass eine harte, nicht zuckerhaltige Kost den größten Teil der M.
übernimmt: Die mechanische Reinigung durch ein kräftiges Kauen reinigt die Zähne
beständig während der Nahrungsaufnahme und der Organismus selbst ist in der
Lage, durch im Speichel enthaltene
Mineralstoffe Schäden am
Zahnschmelz zu reparieren.
Auch unter Experten ist die "richtige Mundhygiene" umstritten. Derzeit
herrscht diese Auffassung vor: Man nehme eine
Zahnbürste mit gerundeten, nicht zu
harten Kunststoffborsten und eine Zahncreme ohne
Weißmacher, aber mit
Fluoridzusatz. Die verteile man in
sanften Kreisbewegungen auf den Zähnen. Dann spucke man aus, unterlasse jedoch
das Spülen, damit die Fluoride nachwirken können. Ergänzend ist
Zahnseide oder
Zahnzwischenraumbürstchen vor dem eigentlichen Zähneputzen sehr zu empfehlen, da
von diesen Stellen aus viele Zahnfleischerkrankungen ihren Ursprung nehmen und
dieser Bereich besonders kariesanfällig ist. Dieser
Vorgang sollte zweimal am Tag für jeweils 2-3 (je nach Technik und Effektivität) Minuten erfolgen.
69 Prozent der Bundesbürger putzen nach eigener Auskunft wenigstens zweimal am
Tag die Zähne, weitere 25 immerhin einmal. Trotzdem leiden fast alle, 98 Prozent
nämlich, an Karies. Dies erlaubt den
Schluss, dass entweder die Selbsteinschätzungen nicht stimmen oder eine falsche
Putztechnik ausgeübt wird oder das Ernährungsverhalten nicht stimmen kann.
Ein zu
häufiges, aggressives Zähneputzen kann das Auftreten von nicht-kariesbedingten
Zahnschäden, z. B. in Form von Abrasionen
oder Erosionen,
begünstigen. Auch die American Dental
Association (ADA) empfiehlt lediglich eine zweimalige tägliche Zahnpflege
mit einer weichen Zahnbürste.
Weiter wird ein zweiminütiges Bürsten mit einem
Druck von 150 Gramm, was dem Gewicht einer Orange entspricht (Anpressdruck auf
einer Küchenwaage testen), angeraten. Bestehender
Zahnbelag wird nach mehr als zwei Minuten Putzen und/oder einem Druck von mehr als
150 Gramm nicht mehr geringer; dafür treten u.U. Schäden am Zahnschmelz und an
freiliegenden Zahnhälsen auf.
Veraltete Ratschläge und Behauptungen, die in unseren Regionen noch weit
verbreitet sind (z. B. „nach jedem Essen Zähneputzen nicht vergessen“) sind in diesen Empfehlungen nicht zu finden.
Nachfolgende Grafiken zeigen die Ergebnisse zweier Colgate-Studien (2004 u. 2009) zum Mundhygieneverhalten der Deutschen:
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Special:
Mundhygiene
auf www.Zahnwissen.de
Erhaltungstherapie,
Gingivitis,
Kariesprädilektionsstellen,
Kariesprophylaxe, Munddusche,
OHIP,
Periimplantitis,
Plaque,
Plaquehemmung,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Prophylaxeshop,
Zahnbürste,
Zahnbürstmethoden, Zahnbürstenbaum,
Zahnhölzchen,
Zahnpflegekaugummi,
Zahnseide,
Zahnstein,
Zungenbelag,
Zungenschaber
Glossar der Grundbegriffe
Tipps für Ihr schönstes Lächeln (Women's Health, 2011)
European Platform
| Mundhygiene - Status
Mundhygiene-Index, Oraler Hygiene-Index (OHI), engl.: oral hygiene index; zusammengesetzt aus dem Zahnsteinindex (CI-S) und dem Belagsindex (DI-S): Man unterteilt das Gebiss in 6 Regionen (Backenzähne rechts, Frontzähne, Backenzähne links; jeweils getrennt nach Ober- und Unterkiefer) und sucht sich davon jeweils den Zahn mit der stärksten Belagsbildung, unterteilt nach harten und weichen Belägen, aus. Dieser wird dann wiederum an 6 Messpunkten untersucht. Dieses wissenschaftlich zwar sehr exakte aber aufwendige Verfahren wird meist durch den OHI-S Index ("S" steht für "Simplified" = vereinfacht; nach Greene and Vermillion, 1964) ersetzt, welcher mit einem Messpunkt pro Zahn auskommt. Eine Einteilung erfolgt derart: |
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| Mundkeil Mundsperrer, Mundfinger, engl.: mouth gag, oral screw, tooth wedge, jaw brace; aus versch. Materialien und Formen bestehende Hilfsmittel zum Offenhalten des Mundes, z.B. während einer Vollnarkose, bei behandlungsunwilligen Personen, bei vorliegender Kieferklemme, oder bei lang dauernden zahnärztlichen Eingriffen zur Entlastung der Kiefer(öffner)muskulatur. Die früher aus Metall bestehenden Hilfsmittel (s. Abb.) sind heute weitgehend durch Kunststoffmaterialien - teils individuell angepasst - ersetzt worden. |
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Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
MKG, MuKi, engl.: oral and maxillofacial surgery; gilt als
ein medizinisches Fachgebiet, welches die Diagnostik, Therapie, Prävention,
funktionelle Rehabilitationen (Kauen, Schlucken, Sprechen) und ästhetische
Behandlungen von Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen der Zähne, der
Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes beinhaltet.
"Die Mund.- Kiefer- und Gesichtschirurgie ist eine vorwiegend chirurgische
Fachdisziplin, die durch eine hochspezialisierte Ausbildung der anatomischen und
funktionellen Komplexizität des Gesichtes und der Kiefer Rechnung trägt. Deshalb
basiert die Facharztausbildung nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin und
Zahnmedizin auf einer mindestens vierjährigen Weiterbildungszeit. In drei
weiteren Jahren kann die Spezialisierung für plastisch- rekonstruktive
Massnahmen im Kiefer- Gesichtsbereich erfolgen. Die Mund,- Kiefer- und
Gesichtschirurgie umfaßt die Erkennung, Behandlung, Prävention und
Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Frakturen, Fehlbildungen und
Formveränderungen der Zähne, der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes. Einen
besonderen Schwerpunkt bildet dabei die funktionelle (Kauen, Schlucken,
Sprechen) und ästhetische Rehabilitation des Patienten.." ...
weiter:
http://www.mkg-chirurgie.de/
BVAZ, Oralchirurgie
mundoffene Abformung ;
Abdruck
Mundöffnung
Auseinanderdriften der Zähne des Unter- gegen den Oberkiefer und Lippen in
unterschiedlich starkem Ausmaß.
Störungen der M. können Folge von zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen
(z.B. Weisheitszahnoperation),
Kiefergelenkserkrankungen
oder Kieferbrüchen sein. Eine
eingeschränkte M. oder Bewegungsstörungen bei der M.
(Seitenabweichungen) oder beim Mundschluss fallen häufig erst beim
Gähnen, Kauen eines Brötchens oder beim
Beißen in einen Apfel auf. Werte zwischen 40 u. 50 mm zählen als normale M.
(
Schneidekantendistanz),
können aber individuell erheblich schwanken (es werden Werte zwischen 31 u. 76
mm angegeben).
Beißblock,
Bisssperre,
Deviation, Helkimo-Index,
Kaumuskulatur,
Kieferklemme,
Kiefergelenksgeräusche
("Knacken"),
Limitation,
Spatelübungen,
Unterkieferbewegung,
Unterkiefergrenzbewegungen,
Unterkieferreflex
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/habil-online/03/04H016/t8.pdf
| Mundschleimhaut engl.: oral mucosa; die gesamte Mundhöhle (von den Lippen bis zu den Gaumenbögen reichend) auskleidende Schleimhaut ( Zahnärztlicherseits erfolgt noch eine Unterteilung in die Gingiva, welche durch die Mukogingivalgrenze (der Übergang der befestigten "attached" Gingiva zur beweglichen, nicht verhornten M.; Allgemeinerkrankungen zeigen sich häufig durch frühzeitige und teilweise alleinige Veränderungen der M. : z.B. die belegte Zunge bei einer Blinddarmentzündung oder Pilzerkrankungen des Mundes (Candidiasis) bei Diabetes oder Formen einer Immunschwäche z.B. bei HIV. Ebenso gibt es eigenständige Erkrankungen der M., wie der Lichen ruber planus oder die Leukoplakie. US-Forschern ist es 2009 gelungen, aus humanen embryonalen Stammzellen Gewebe zu züchten, das dem der Mundschleimhaut ähnelt. Für ihre erfolgreichen Versuche nutzten sie die etablierte Zelllinie H9. Zum einen entwickelten sie daraus Epithelzellen, zum anderen mesenchymale Zellen, also die Zellschicht unter dem Epithel. |
|
Mundschleimhauterkrankung
engl.: sore mouth; Oberbegriff für alle Erkrankungen der
Mundschleimhaut - aber ohne Erkrankungen
des Zahnfleischs (Gingivitis,
Parodontitis);
Zungenerkrankungen
werden nur bedingt zu den M. gerechnet. Typische M. sind
Aphthen,
Herpes, Noma,
Soor, Stomatitiden,
Leukoplakien,
Lichen, geschwürige
Veränderungen.
Mundschutz
als hygienische Maßnahme, auch chirurgischer Mundschutz; engl.: mask; Einmalmasken aus Vlies oder
Zellstoff zur Vermeidung einer gegenseitigen Kontaminationsgefährdung durch
Aerosole, Blut und Speichel, besonders bei
invasiven Eingriffen. Der Begriff M. ist insofern nicht korrekt, als
er auch die Nasenöffnung mit einschließt.
| Mundschutz bei sportlichen Aktivitäten, auch Zahnschutz, "Boxerschutz", engl.: mouth guard, gumshield; im Sport seit 1913 bekanntes herausnehmbares Gerät - meist aus Kunststoff - zum Schützen der Zähne, Lippen, Zunge und Kiefer bei verletzungs-/unfallträchtigen Sportarten. Hierbei kann die Zahn- und Kieferbruchgefahr bis zu 60 mal höher sein. Wegen der Unbequemlichkeit beim Tragen häufig von mangelnder Compliance begleitet. Etwa jedes dritte Kind erleidet beim Sport eine Zahnverletzung; in drei von vier Fällen sind dann die kosmetisch markanten oberen mittleren Schneidezähne betroffen. Beschädigte Zähne führen oft zu lebenslangen Folgekosten, die sehr weit über den Kosten eines M. liegen. Zusätzlich werden durch Dämpfung und Kraftverteilung Kiefer- und Kiefergelenksbrüche verhindert; Gehirnerschütterungen treten 16mal seltener auf. Ein M. muss elastisch sein, um Schläge zu dämpfen und gleichzeitig starr genug, um Energie abzuleiten und diese auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Das Dämpfungsverhalten eines M. steht in direkter Beziehung mit der Materialstärke. Die Kraftverteilung wird durch die Härte und Elastizität des Mundschutzbehelfs bestimmt. Als Material wird derzeit (2008) Ethylen-Vinyl-Acetat in einer zweilagigen Pressung (ggf. mit einem schwammartigen Mittel dazwischen) bevorzugt. Als optimales Maß werden 4 mm Stärke empfohlen. Zusätzlich sollte er ein unbehindertes Atmen ermöglichen und weder spannen noch drücken, also einen akzeptablen Tragekomfort aufweisen. All diese Forderungen können nur durch einen individuell angefertigten M. (s.u.) erfüllt werden. Von der Herstellung/Konstruktion her, werden versch. Arten unterschieden:
|
|
Mundsperrer ; Bisssperre, engl.:
mouth prop;
Mundkeil
Mundspiegel
Zahnspiegel, engl.: dental o. mouth mirror; zusammen mit
Sonde und
Pinzette die meist verwendeten Instrumente in einer Zahnarztpraxis.
Neben der Hauptbestimmung als diagnostisches Instrument bei der Untersuchung
wird er vor allem noch zum Abhalten von Zunge und Wange eingesetzt. Die - nach
Möglichkeit beschlagfreie - Oberfläche ist plan oder zur Vergrößerung leicht
konkav gestaltet und zwischen 22 u. 26 mm im Durchmesser.
Mundspüllösungen
orale Chemoprophylaktika, engl.: mouthwash-solutions; meist bei
der Plaque-Bekämpfung (Plaquekontrolle,
Kariesprophylaxe)
und zur Behandlung bei
Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Eine sorgfältige Kontrolle der
Mundflora ist eine wichtige Grundlage für
Prophylaxe und Behandlung von
Karies und
Zahnfleischerkrankungen. Am Zahn
selbst werden hierfür im Wesentlichen mechanische Mittel eingesetzt, die auf die
Beseitigung der Bakterien von der Zahnoberfläche abzielen. Die Tatsache, dass
Schleimhäute und
Zunge, die rund 80% der Oberfläche der
Mundhöhle ausmachen, damit nicht erfasst werden und so
potenzielle Quellen von Krankheitskeimen darstellen, muss deshalb chemisch
behandelt werden. In diesem Zusammenhang sind medizinische M. ein ideales
Mittel zur lokalen Applikation von Wirkstoffen und aktiven Substanzen, die in
der Lage sind, die Zusammensetzung der Mundflora zu kontrollieren und positiv zu
verändern.
Die Ansammlung von
Plaque führt, wenn keine Gegenmaßnahmen
erfolgen, zur Entzündung des Zahnfleisches (
Gingivitis). Neben der mechanischen
Plaqueentfernung (tägliche Mundhygiene,
Professionelle
Zahnreinigung) können Substanzen eingesetzt werden, welche die
Mikroorganismen chemisch bekämpfen ("Chemische Zahnbürste";
Plaquehemmung,
Plaquekontrolle
(chemische)). Es sind
jedoch nur wenige Stoffe bekannt, die klinisch angewendet werden können, unter
anderem Chlorhexidin,
Zinnfluorid und
Triclosan. Probleme ergeben sich
hierbei häufig durch die Färbewirkung und den Geschmack der Lösungen. Bekannte
Vertreter antiseptisch wirkender
M. sind Chlorhexidingluconat (CHX)
(z. B. Corsodyl®, Oral B®, Hexoral®, Nur 1 Tropfen Chlorhexidin®, Curasept®),
ätherische Öle (Listerine®),
Triclosan (Colgate Total Plax®),
Cetylpyridiumchlorid (CPC)
(z.B. Periogard ® Plus), jodhaltige Verbindungen und die Kombination von
Amin- und Zinnfluoriden (meridol®).
Die Plaque-reduzierende und
antibakterielle Wirkung von M.,
die Triclosan und
Amin-Fluoride enthalten, scheint in
erster Linie durch den Amin-Fluorid-Bestandteil gewährleistet zu werden. Als
Standardpräparat hat sich Chlorhexidin in vielen
Untersuchungen bewährt. Allerdings entfalten derartige Lösungen nur bei
entsprechender Konzentration und Spülmenge (z.B. 2 x 10 ml 0,2-prozentig = 40 mg
Tagesdosis) ihre echte "Anti-Plaque-Wirkung". In geringeren Konzentrationen
(z.B. 2 x 10 ml 0,06-prozentig = 12 mg Tagesdosis) wirken derartige Lösungen nur
Plaque-vermindernd und sind dann höchstens als wertvolle Unterstützung der
täglichen mechanischen Zahnpflege anzusehen.
Fluorwasserstoffperoxide (0,05%
Natriumfluorid, 1.5%
Wasserstoffperoxid) in Lösung haben eine positive Wirkung auf das
Zahnfleisch bei gleichzeitiger
Bleichaktivität, ohne dass bisher
Nebenwirkungen bekannt sind. Wissenschaftler empfehlen deshalb die Anwendung von
Fluorwasserstoffperoxiden als Zusatz zur täglichen
Mundhygiene.
In M. enthaltener Alkohol kann im Mund enzymatisch zu der
toxischen Verbindung Acetaldehyd abgebaut werden.
In vitro zeigt diese Substanz einen
negativen Effekt auf Fibroblasten, die eine Schlüsselrolle beim Aufbau und bei
der Vernetzung des Bindegewebes spielen; es wird deshalb vor einem nicht
sachgemäßem Gebrauch alkoholhaltiger M. gewarnt; aus wissenschaftlicher
Sicht ist der "Lösungsvermittler" Alkohol überflüssig.
Ohne eine (vorherige!) mechanische Reinigung (Zähneputzen,
professionelle
Zahnreinigung usw.) ist die Wirkung von M. stark eingeschränkt bzw. nutzlos.
Weiter ist zu beachten, dass in der Mundhöhle eine ausreichende Verfügbarkeit
(
Substantivität) über den
Tag vorhanden sein muss, da ihre eigentliche Einbringzeit relativ kurz ist. Eine
hohe Substantivität weisen vor allem Chlorhexidin
und AZF-Verbindungen auf.
Auf bestehende Biofilme haben die
geläufigen M. nur einen geringen Einfluss; antibakterielle
Mundspüllösungen auf der Basis ätherischer Öle (z.B.
Listerine™) können dagegen
in der Lage sein, den B. zu durchdringen und die
Bakterien abzutöten.
Ein direkter Vergleich zwischen Chlorhexidin und
Listerine™erbrachte in einer
Studie (Charles, C H et al.: Comparative antiplaque and
antigingivitis effectiveness of a chlorhexidine and an essential oil mouthrinse:
6-month clinical trial. J Clin Periodontol 2004; 31) etwa ebenbürtige
Resultate mit einem leichten Vorteil für Chlorhexidin,
sodass die Empfehlung ausgesprochen wird, bei einem Langzeitgebrauch auf
ätherische Öle zurückzugreifen, um den bekannten Nachteilen des Chlorhexidin
(bei längerem Gebrauch: Geschmacksveränderungen, Verfärbungen) zu begegnen.
Von den medizinischen und meist ärztlich verordneten M. zu unterscheiden
sind die Mundwässer und Mundsprays, die in einer Vielzahl
angeboten werden. Diese Präparate zum Verbessern des Atems
sind nicht mehr als eine kosmetische Überdeckung mangelnder Mundhygiene und mit
einem Körper-Parfüm zu vergleichen. Von einem regelmäßigen Gebrauch ist eher
abzuraten, da eine tägliche ungezielte "Desinfektion" der Mundhöhle mehr Schaden als
Nutzen bringt: Die Qualität und die Enzyme des Speichels werden negativ verändert; durchaus sehr nützliche Bakterien werden ebenfalls abgetötet.
Antiseptikum,
Cetyl-Pyridin-Chlorid (CPC), Chlorhexidin,
desquamative Gingivitis,
Fluoride: Wirksamkeit
verschiedener Applikationsformen,
Hexetidin,
Kamille,
Kavosan,
Kosmetika,
Natriumperborat,
Polyhexanid (PHX),
Plaque,
Teebaumöl,
Thymol,
Zahnstein,
Zinkoxid
http://www.dental-education.ch/opl/
| Mundtangente Lippen-Kinn-Tangente, engl.: labia-mentum-tangent; kieferorthopädische Hilfslinie zur Beurteilung des Lippenprofils mit den Bezugspunkten Subnasale und Hauptpogonion. Die von A.M. Schwarz eingeführte Definition der Weichteilverhältnisse der Unterlippe zum Kinn dient vor allem der Lippenanalyse ( |
![]() |
Mundtrockenheit , engl.: mouth dryness;
Oligosialie,
Xerostomie
|
Mundvorhof
Vestibulum oris, engl.: vestibule; Raum zwischen Lippen bzw. Wange und dem Alveolarfortsatz. Im Übergang dieser beiden Gebiete liegt die Umschlagfalte. Entwickelt sich embryonal aus der sog. Labiogingivalfurche, einer Einsenkung zwischen Alveolarwall und Lippe. |
![]() |
Mundvorhofplastik ,
Vestibulumplastik
| Mundvorhofplatte MVP, Lippenformer, Mundschild, Vestibularschild, Propulsor, engl. oral o. vestibular screen; zahnärztliches Behandlungsmittel aus Kunststoff mit gewisser Ähnlichkeit zu einem "Schnuller"; verwendet zur Vorbeugung und Frühbehandlung ( Eine Abwandlung stellt die Mundvorhofplatte nach Dr. Berndsen ("Face-Former") dar, die durch eine aktive Komponente ergänzt wurde und individuell anpassungsfähig ist. Die M. zählt als ein zahnärztliches Behandlungsgerät und ist deshalb nicht frei verkäuflich |
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Mundwasser , engl.: mouth wash;
Mundspüllösungen
Mundwinkelfurche , Mundwinkelrhagade,
engl.: angular cheilitis;
Rhagade
Mundwinkelpunkt ;
Cheilion
Murray Syndrom
seltenes Krankheitsbild (autosomal-rezessive), bei welchem schon in den
ersten Lebensjahren überall vorkommende fibröse, hyaline Tumore in Erscheinung
treten - im Kopfbereich bekannt als Turbantumor (Abb.:
http://www.nature.com/jid/journal/v119/n2/images/5601584f2.gif). Diese
können später verkalken und dann Ähnlichkeit mit Osteomen haben. Im Mundbereich
wird eine Zahnfleischfibromatose
beobachtet.
Musterberufsordnung ,
Berufsordnung
mutagen
Mutationen auslösend, engl.: mutagenic;
d.h., es können Veränderungen im Erbgefüge der Zelle auftreten. Bekannte
Mutagene sind z.B. ionisierende Strahlungen, best. chemische Substanzen (z.B.
Zytostatika), Viren.
Muzin
auch Mucin, sog. "Schleimstoff" als Bestandteil des
Speichels; der an Eiweiß gebundene
Zucker als Hauptbestandteil des M. macht vor allem die zerkaute Nahrung
schlüpfrig für den Schluckakt. Ebenso trägt der M.-Gehalt des Speichels
bei Vollprothesenträger zur Saugkraft
dieses Ersatzes bei.
Schleim, Speichel,
Speichelstein,
Xerostomie
MVZ ,
Medizinische
Versorgungszentren
Myalgie , Myago, engl.: myalgia; örtlicher oder diffuser (Kau-)Muskelschmerz
Mykose
(Mycosis) [griech.], engl.: mycosis; eine durch Pilze (Fungi)
hervorgerufene Infektionskrankheit,
Antimykotika, Candida albicans,
Gram Färbung,
Sinusitis
Myloptosis , engl.: myloptosia; Herabsinken des Unterkiefers
Myoarthropathien
MAP; engl.: myoarthropathy; Oberbegriff für eine Vielzahl von
komplexen (meist schmerzhaften) Krankheitsbildern (Syndromen) mit besonderem
Bezug zu Muskeln und Gelenken, 1934 erstmals von dem HNO-Arzt Costen (
Costen-Syndrom)
beschrieben. Als lokalisierte rheumatische Erkrankungsformen angesehen, ohne
dass bis heute (2008) ein allgemein angewandtes Diagnostik- und
Klassifikationssystem existiert.
Die Ursachen für M. sind multifaktoriell und lassen sich von der
Ätiologie her unterteilen in:
In der ZHK bezeichnen M. Erkrankungen des
Kiefergelenkes und seine begleitende (Kau-)Muskulatur.
In der zahnärztlichen Fachliteratur wird okklusalen Faktoren (z.B. vorzeitigen Zahnkontakten, Diskrepanz zwischen der
Okklusion bei retraler Unterkieferposition und der maximalen
Interkuspidation,
Balance-Interferenzen) ein entscheidender Einfluss für die
Ätiologie und
Pathogenese der MAP des Kausystems -
insbesondere der myofaszialen Schmerzen der
Kaumuskulatur - zugeschrieben. Vor allem die
Okklusion scheint nach neusten
Erkenntnissen nicht nicht die bedeutende Rolle zu spielen, wie ihr bisher immer
nachgesagt wurde, da Abweichungen von einer wie auch immer definierten "idealen"
oder "optimalen" Okklusion praktisch in jedem natürlichen Gebiss vorhanden sind
(= "Anpassungsfähigkeit des menschlichen Kausystems"). So führen denn auch
therapeutische Veränderungen der Okklusion (Einschleifmaßnahmen,
Schienentherapie) durch eine Lageveränderung des Unterkiefers zu einer diskreten
Entlastung schmerzhafter Muskelregionen und damit zu einer Linderung der
Beschwerden, und nicht unbedingt das Einstellen des Unterkiefers in eine Art
"Idealposition".
Zu der schmerzhaften Problematik von M. schreiben Türk u. Hugger
(Zahnärztliche
Mitteilungen) in ihrer Schlussbemerkung:
"Im anbrechenden Zeitalter der evidenzbasierten (Zahn-)Medizin wird immer
häufiger gefordert, dass klinische Entscheidungen, egal ob diagnostischer oder
therapeutischer Art, durch wissenschaftlich abgesicherte Nachweise begründet
sein müssen. Für viele Fragen auf dem Gebiet des chronischen Schmerzes
beziehungsweise der Myoarthropathien des Kausystems stehen zum jetzigen
Zeitpunkt aber noch keine wissenschaftlich untermauerten Antworten zur
Verfügung. In diesen Fällen sollte man besonders vorsichtig vorgehen und immer
das Wohl des Kranken - "solus aegroti salus"- im Auge haben. Unnötiges
Generieren von diagnostischen Daten muss ebenso vermieden werden wie die
Durchführung von Therapiemaßnahmen, die mit unkalkulierbaren Risiken verbunden
sind. Die Tatsache, dass wir Zahnärzte täglich mit Zähnen zu tun haben, sollte
uns nicht den Blick dafür verstellen, dass es sich bei schmerzhaften
Myoarthropathien in den meisten Fällen nicht um eine okklusale, sondern um eine
muskuloskelettale Schmerzproblematik handelt, die mehr Gemeinsamkeiten mit in
anderen Körperbereichen lokalisierten Muskel-Gelenk-Schmerzen als mit dentalen
Problemen aufweist."
Äquilibrierungsschiene,
Arthrographie,
CMD,
Costen-Syndrom,
Deviation,
Eminektomie, Funktionsanalyse,
Helkimo-Index (Mobilitätsindex),
Kiefergelenkarthrose,
Kiefergelenkbeschwerden,
Michigan-Schiene,
Okklusion,
Stabilisierungsschiene,
TMD
| Myxom Myxoma, engl.: myxoma; odontogenes: aus der Zahnleiste oder aus Knochenvorläufergewebe entstehender gutartiger Knochentumor, welcher aber lokal äußerst aggressiv ist und zu ausgedehnten Knochenzerstörungen im Bereich des Alveolarfortsatzes führt. Langsames und symptomloses Wachstum; röntgenologisch unsicher, histologisch gut zu diagnostizieren. |
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Autor:
Dr. Klaus de Cassan
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