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Zahnwissen-Lexikon
Pa - Pm |
diese Übersetzung |
P , u.a. Kurzschreibweise für Prämolar ; p für die Zahnfläche palatinal
PA, PAR,
Pa ; Kurzbezeichnungen für Parodontal...: z.B.
PA-Plan = parodontaler Heil- und
Kostenplan,
Parodontalbehandlung
Pachycheilie
engl.: pachycheilia; angeborene Vergrößerung der
Lippen; gelegentlich auch mit einer
Makrocheilie gleichgesetzt:
Labium,
Procheilie
| Paddelfeder engl.: paddle spring; zu den Protrusionsfedern gehörende, gebogene Drahtkonstruktion bei kieferorthopädischen Geräten zum bewegen (meist) einzelner Zähne. Im Gegensatz zu einer normalen Protrusionsfeder hat die P. einen flächigeren Ansatz an der oralen Seite des Zahnes; dies besonders dann, wenn die Innenflächen der Zähne dreieckig geformt sind. |
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| Paget Syndrom Paget Krankheit, Morbus Paget, Knochenverdickung, Ostitis deformans, Osteodystrophia deformans, engl.: Paget's disease (of bone); zu den gutartigen Osteopathien (Knochenerkrankungen) gehörende, meist schmerzlose Knochenverdickungen und -verkrümmungen, bedingt durch einen lokalen Knochenumbau, besonders bei Männern jenseits des 4. Lebensjahrzehnts auftretend. Die Krankheit befällt beim Menschen hauptsächlich den Schädel, die Wirbelsäule und die Beckenknochen. Vermutet wird eine genetische bedingte Prädisposition in Kombination mit masernähnliche Viren als Ursache. Das neugebildete Knochengewebe ist funktionell minderwertig. Da keine kausale Therapie möglich ist, symptomatische Behandlung durch modellierende Eingriffe an den betroffenen Knochen, Calcitonin und Vitamin-D-Gabe. Seltene Entartung zu einem |
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PAI-Index
periapical index, engl.: do.; Messzahl - von 1 bis 5 reichend - für das
röntgenologisch-histologische Ausmaß einer
periapikalen Läsion (
Granulom). Meist angewandt zur
(Folge-)Qualität einer Wurzelkanalbehandlung. PAI-Werte von 1 oder von 2
(Normalbefund bzw. geringgradige Veränderung der Knochenstruktur) gelten als
"gut", während 3 (Knochenstrukturveränderung mit geringer
Dichteverminderung), 4 (gut abgegrenzte periapikale
Osteolyse) oder 5 (schwere
apicale Parodontitis mit Zeichen der
Exazerbation) einen "schlechten" Erfolg widerspiegeln.
Der P.-Index gilt im Gegensatz zum
PRI Index als genauer, da eine
röntgenologisch-apikale Aufhellung keine sichere Aussage darüber zulässt, ob es
sich um ein Granulom oder eine
Zyste handelt.
Granulom,
Index,
PRI Index,
Wurzelkanalbehandlung
Paladon®
Verfahren
von der Fa. Kulzer 1936 auf den Markt gebrachtes Verfahren zur Herstellung von
Prothesen aus
Polymethylmethacrylat (PMMA).
Sog. 2-K-Prothesenwerkstoffe (K = Komponenten = Pulver und Flüssigkeit) werden
im Wasserbad bei 100° C polymerisiert
("gekocht").
http://www.heraeus-dental.de/de/service/download/download.aspx
Paladur® ; Kaltpolymerisat; Autopolymerisat auf Amin-Peroxid Basis; schnelle Aushärtung auch ohne Polymerisationsgefäß
palatinal ,
engl.: palatal or do.; Innenseite der Zähne im Oberkiefer / zum
Gaumen
hinweisend / den Gaumen betreffend;
Zahnflächen
| Palatinalbügel Gaumenbügel, Transversalbügel, Entlastungsbügel, engl.: palatal bar; gegossenes Verbindungselement, zwischen zwei Prothesensatteln im Oberkiefer bei einer Teilprothese von verschiedener Form und Größe. Neben der Verbindungsfunktion dient er der Versteifung und Lagestabilität der Konstruktion und bewirkt eine gleichmäßigere Verteilung der Kaukräfte auf den Kieferknochen. |
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| palatinale Plateaus engl.: Dahl concept; Schlagwortbez. u.a. für das Auftragen von Komposite-Material auf die Rückseite (Palatinalfläche) der Oberkiefer-Schneidezähne (meist nur der mittleren). Als Folge werden die Seitenzähne außer Kontakt gestellt. Da jeder Zahn die Eigenschaft hat, sich zu seinem Antagonisten hin zu verlängern, soll dadurch nach einer gewissen Zeit eine Bisshebung erfolgen. Das Verfahren ist in der Praxis wenig bekannt; einer der Anwender schreibt dazu in einer Mail u.a. "Ich schlage diese Plateaus ja nicht als als Nti-tss oder Interzeptorersatz für CMD Patienten vor, sondern viel mehr auch und vor allem als Behandlungsmittel für prothetische Fälle mit tiefem Biss. Hier z.Bsp. um mit einfachsten Mitteln von der Ausgangslage zu einer hinnehmbaren Lösung zu kommen.". Kritiker dieser Methode bezweifeln, dass sich die außer Kontakt gestellten Seitenzähne "therapiegewünscht" gleichmäßig in überschaubaren Zeiträumen aufeinander zu bewegen und die Gefahr einer dorso-kranialen Verlagerung des Condylus besteht. |
![]() Prinzip eines p.P. |
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| Palatogramm engl.: palatogram; Aufzeichnungs-/Messverfahren der Gaumenfläche, die während einer Lautbildung von der Zunge berührt wird. Veränderungen (meist vorübergehend) des natürlichen P. besonders nach Eingliederung von Zahnersatz ( |
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| Palatoskopie Gaumenfaltenaufzeichnung, engl.: palatoscopia; Indentifizierungsverfahren bei Leichen auf Grund der individuellen Faltenbildung im harten Gaumen (rugae palatina). Ähnlich den Fingerbeeren haben auch die Gaumenfalten charakteristische Züge, die in 4 Gruppen eingeteilt werden können (s. Abb.). Dieses genaue, aber sehr aufwendige Identifizierungsverfahren wird in D kriminalistisch wenig eingesetzt. |
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Palatum, engl.: do. or
palate;
Gaumen
Palladium
Pd, vom lat. pallidus = blass; sehr hartes, silbrig-weißes
Edelmetall aus der Gruppe der
Platin-Elemente. Wegen
einer Steigerung der Korrosions-, Anlauf- und Mundbeständigkeit häufiger
(mengenmäßig geringer) Bestandteil von Legierungen,
so auch für Zahnersatz.
Eine gemeinsame Stellungnahme zu P. als Legierungsbestandteil haben
(2001) die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde (DGZMK) und
die Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW)
durch Herrn Prof. Dr. Heinrich F. Kappert, Freiburg, abgegeben:
"... Der frühere Preisvorteil palladiumhaltiger Legierungen (mehr als 90 Prozent
aller Dentallegierungen enthalten P.) sei durch die drastische Preissteigerung
für P. entfallen. Palladiumlegierungen seien im Allgemeinen weiterhin als nicht
toxisch anzusehen und könnten bei sachgerechter Verarbeitung verwendet werden,
hier sei insbesondere auf das Problem der verminderten Korrosionsfestigkeit an
überbrannten Kronenrändern und anderen nicht keramisch verblendeten Kronen- und
Brückenbereichen zu achten. Generelle Allergietests seien nicht zu empfehlen.
Bei einer bekannten Sensibilisierung auf
P. sollte auf eine andere Legierung
ausgewichen werden. Wegen der günstigeren Gefügestruktur sollten
Palladium-Silber-Legierungen bevorzugt werden. ..."
Legierung,
Palliag
Palliag ®
Handelsname; für festsitzenden Zahnersatz gebrauchte
Silber-Palladium-Legierung ('Sparmetall'); die Verwendung ist heute wegen
möglicher Gesundheitsrisiken umstritten.
Legierung, Randolf,
Wiegold
palliativ
engl.: palliative (treatment); die Beschwerden einer Erkrankung lindernd;
symptomatische Therapie (meist) bei infausten Erkrankungen.
Als Palliativa (engl.: palliatives) werden
symptomatisch wirkende
Arzneimittel bezeichnet, die einen Krankheitsverlauf
nicht ändern, aber lindern können.
Palpation
Untersuchung mittels Abtasten, Fühlen, Palpieren, engl.: palpation; in
der ZHK vielfältig eingesetzte Methode um
Veränderungen an den Zähnen (z.B. Beweglichkeit bei
Zahnbetterkrankungen), am umliegenden Gewebe (z.B. Ertasten der Größe und
"Reife" (Fluktuation) eines Abszesses), am
Kieferknochen (z.B. um einen Kieferbruch
zu diagnostizieren), an der Kaumuskulatur, den abführenden Lymphgefäßen und
-knoten (ergibt Rückschlüsse auf
Vereiterungen) und am Kiefergelenk
festzustellen.
Diagnose,
Emphysem,
Funktionsanalyse,
klinische, Inspektion,
Perkussion, Perkussionstest,
Untersuchung
Panaritium
Fingerentzündung, Zehenentzündung, engl.: panaris; sich
phlegmonös ausbreitende eitrige
Entzündung der Finger oder Zehen,
verbunden mit starken, klopfenden Schmerzen; Entstehung häufig aus einer
Bagatellverletzung
Panazee
die, nach der griech. Göttin Panakeia gebrauchter Ausdruck für ein angebliches Allheil- oder
Wundermittel,
alternative Behandlungsmethoden
Pandemie
"Weltvolksseuche", engl.: pandemia;
Epidemie, die sich über große Gebiete -
u.U. die ganze Welt -ausbreitet und große Bevölkerungsteile betrifft.
Karies und
Parodontitis zählt zu dieser Epidemieart.
Tröpfcheninfektion
Panorama-Aufnahme
Panorama-Röntgengerät; Schlagwortbezeichnungen für Röntgenverfahren, bei
welchen ein gesamter Kiefer (
Panorama-Vergrößerungsaufnahme) oder beide Kiefer (
Panorama-Schichtaufnahme)
dargestellt werden; erstere Aufnahmetechnik ist heute aus Strahlenschutzgründen
obsolet.
bildgebende Verfahren
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Panoramaröntgenaufnahme Panoramaschichtaufnahme , PSA, "Panorama Tomographie", "Verwischungstomographie", "Übersichtsaufnahme"; nach einem der ersten Gerätehersteller auch als "Orthopan" bezeichnet; engl.: (dental) panoramic o. panoral radiograph; Oberbegriff für versch. diagnostische Röntgenverfahren, bei welchem neben den Zähnen auch die gesamten Kieferbezirke (einschl. Kiefergelenk) auf einem Bild ("Panorama") dargestellt werden. Das Verfahren wurde erstmals 1946 vorgestellt und ist seit 1961 im klinischen Einsatz; es gilt heute (2009) in D als das am häufigsten angewandte Verfahren bei der Röntgendiagnostik. Die Aufnahme (Röntgenquelle und Film) befinden sich bei dieser Technik außerhalb des Mundes; Schädelbezugslinien sind die Eckzahnlinie und die Frankfurter Horizontale. Von der Projektion her handelt es sich um eine angenäherte Paralleltechnik. Durch eine koordinierte Bewegung von Röntgenröhre und Bildempfänger (Filmkassette) um den Kopf des Patienten wird eine dem Zahnbogen entsprechende gekrümmte Schicht als Fläche (2D) abgebildet. Die Objekte, die hinter oder vor dieser Schicht liegen, werden verwischt und damit unscharf dargestellt. Das Ergebnis liefert eine "Schicht" als gute Übersicht (sog. "Groborientierung") zum Erkennen krankhafter Prozesse (tiefe Karies, Vereiterungen im Kiefer, verlagerte oder nicht angelegte Zähne) ohne dabei allerdings die Detailgenauigkeit einzelner, direkt von den Zähnen genommener Röntgenaufnahmen (sog. Einzelaufnahmen oder Zahnfilme) zu erreichen. Vorteile der P. sind der geringere Zeitaufwand, die standardisierte Projektion, das größere Aufnahmegebiet und ein geringeres Strahlendosisrisiko. Im Dosisrisiko entspricht eine P. mit 400er Film-Folien-System vier E-speed-Zahnfilm-Einzelaufnahmen; das bedeutet: Die Ganzkörper-Strahlenbelastung ist bei der P. - bedingt durch technisch mögliche effektivere Verstärkerfolien - nur etwa ein Drittel so hoch, wie bei einzelnen kleinen Zahnfilmaufnahmen und liegt etwa bei 7 µSv effektive Dosis oder der natürlichen Strahlenbelastung in Meereshöhe an einem Tag. Bei der Einstellung (Position des Kopfes im Röntgengerät) und der Verwendung einer Filmkassette ergeben sich hauptsächlich 3 Fehlerquellen: besonders die Schneidezähne sind verschmälert; die Zahnreihen wirken "zusammen geschoben" besonders die Schneidezähne sind verbreitert; die Zahnreihen wirken "auseinander gezogen" Der Film liegt in der Kassette der Verstärkerfolie nicht fest an |
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| Panoramavergrößerungsaufnahme PVA, "Status-X™-Gerät", STATUS X (Siemens), engl.: intraoral source of panoramic radiography; wegen der hohen Strahlenbelastung seit 1980 nicht mehr hergestellte Geräte; ab 2004 nicht mehr zugelassen (Altgeräte können umgerüstet werden). Der Strahler, eine Weitwinkel-Hohlanodenröhre, liegt im Mund; der Strahlengang verläuft von intra- nach extraoral. Der Film, welcher sich extraoral in einer flexiblen Filmtasche befindet, wird direkt dem Gesicht des Patienten aufgelegt. Das Untersuchungsgebiet wird dadurch vergrößert dargestellt. Weiter verbessert wurde das Verfahren durch die Einführung eines Aluminiummantels. Durch Reduktion des Röhrenstroms und Einsatz empfindlicherer Film-Folien-Kombinationen konnte die PVA weiter aufgewertet werden. Es handelt es sich bei der PVA nicht um eine Schicht-, sondern um eine vergrößernde Summationsaufnahme. Vorteil: ideale, überlagerungsfreie (keine Wirbelsäule!) Darstellung der Frontbereiche von OK und UK. |
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Pansinusitis ; engl.: do.;
Sinusitis
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Pantographie engl.: pan to graphy; dreidimensionale, extraorale Registrierung der horizontalen und vertikalen Grenzbewegungen des Kiefergelenks unter Einbeziehung der Eckzahnbewegungen (mit und ohne Zahnführung) mittels eines Gesichtsbogens. Diese Aufzeichnung dient später zur Reproduktion und Justierung ("Programmierung") der Unterkieferbewegungen in einem Artikulator. Neuere Systeme zeichnen elektronisch oder per Ultraschall auf. |
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Papierspitze ; engl.: (absorbent) point; im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung eingesetztes Hilfsmittel zur "löschpapierartigen" Trocknung der Wurzelkanäle; gelegentlich auch als Abstrichträger benutzt.
| Papilla Papille, rundliche Erhebung, engl.: papilla; in der ZHK ist mit diesem Ausdruck meist die Interdentalpapille gemeint. Weiter von Bedeutung ist die Schneidezahnpapille (Papilla incisiva, s. Abb.) und die vielfältigen Zungenpapillae |
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| Papillameter engl.: do.; Hilfsmittel zur Bestimmung der Länge der Oberlippe und der Lippenschlusslinie. Einsatz vor allem im zahnlosen Kiefer bei der Anfertigung einer Vollprothese. Kieferbezugspunkt ist die Papilla incisiva (Strecke Papilla incisiva bis zur Lippenlinie). |
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| Papillenblutungsindex Papillen-Blutungs-Index, PBI, nach Saxer u. Mühlemann (1975) engl.: papillas bleeding index; Weiterentwicklung des Sulkus-Blutungs-Index (SBI) als Messzahl für den Verlauf einer entzündlichen Zahnfleischerkrankung. Gemessen und beurteilt werden das Auftreten einer Reizblutung im Zahnzwischenraum (Interdentalraum) nach vorsichtigem(!) Sondieren im Bereich der Interdentalpapille: Dieser Index ist leicht zu erheben und eine gute Demonstration für den Patienten über seine Mundhygiene; im Rahmen der IP-Positionen u.a. empfohlen. |
Papillenklammer
, engl.: interdental retained clasp;
Haller-Papillenklammer
Papillennaht
engl.: interdental ligation; Nahttechnik durch die
Interdentalpapillen nach
chirurgischen Eingriffen;
Video .
Die gekreuzte Papillennaht (nach Schuchardt; Schuchardt-Naht) ist eine spezielle Nahttechnik, besonders nach
Reihenextraktionen im Frontzahnbereich: die Nähte
werden so gelegt, dass jeweils eine ehemalige
Interdentalpapille die
benachbarte Alveole überdeckt.
| Papillenverlust
- Klassifikation engl.: papilla presence index, PI; mach Tarnow ist das Vorhandensein der interdentalen Papille von der vertikalen Entfernung zwischen dem Kontaktpunkt und dem darunter liegenden Knochenrand ( |
![]() Anatomie / Begriffe des Zahnhalte-apparates |
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Papillom Zottengewächs, fibroepithelialer Tumor, "Feigwarze", engl.: papilloma, papillary tumor; meist gutartige Schleimhautwucherung, die vom Epithel der Schleimhaut ausgeht; kann breitbasig oder gestielt der Oberfläche aufsitzen. Z.T. durch Papova-Viren ausgelöst. |
![]() Plattenepithel P. |
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Papillon-Léage-Psaume Syndrom orofaziodigitale Dysostose, OFD-Syndrom, Mohr-Syndrom, engl.: orofaciodigital syndrome, Papillon-Léage and Psaume syndrome; seltene genetische Fehlbildungserkrankung; in der Erscheinung multiples Krankheitsbild, u.a. mit verengter Nase, in der Mitte verkürzter Oberlippe, Lappenzunge (s. Abb.), Gaumenspalte, Einkerbungen im Ober- und Unterkiefer. |
![]() ©: http://ndt.oupjournals.org |
| Papillon-Lefèvre
Syndrom engl.: Papillon-Lefevre disease; seltene, erbliche, autosomal-rezessive Fehlbildung, u.a. mit aggressiver Gingivitis, aggressiver Parodontitis und umfangreicher Gingivahyperplasie, sich ausbildend zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr. Typisch sind die flächigen Verhornungsstörungen (Keratose) an Füßen und Händen. |
![]() ©: http://medweb.uni-muenster.de |
![]() ©: http://medweb.uni-muenster.de |
PAR ; Abk. für Parodontal...; z.B. PAR-Behandlung = Parodontalbehandlung
Parabene
Umgangsbezeichnung für "para-Benzoesäureester"; Konservierungsmittelzusatz für
Lokalanästhetika in sog. Durchstechflaschen (Ampullen sind heute "Parabene-frei").
Können bei entsprechend empfindlichen Patienten
allergische Reaktionen auslösen. P.-ähnliche
Stoffe kommen in der Natur u.a. in fast allen Gewürzen vor.
Lokalanästhetika
Paracetamol (Acetaminophen) ;
Analgetika
Paraformaldehyd , Paraformal,
Formaldehyd
| Parafunktion "unnatürliche Funktion", engl.: parafunction; Fehlfunktionen des Kausystems wie z.B. Pressen, Knirschen, Lippen- u. Wangenbeißen, Bleistift- u. Nägelkauen meist als Folge psychischer Belastung. Diese auch Habits genannten und dem Patienten oft nicht bewusst werdenden "Unarten" können im parodontal vorgeschädigtem Gebiss schwere Schäden bis hin zum Zahnverlust anrichten oder sind für eine Parodontalerkrankung mit verantwortlich. Direkte Kontakte zwischen Zähnen des Ober- und Unterkiefers sind normalerweise auf den Schluckakt beschränkt (~ 2 Min./Tag) und werden mit geringer Kraft ausgeführt; beim Kauen (~ 45 Min./Tag) sind die Kräfte etwa bei 20-30 Newton. Bei P. können diese Kräfte wesentlich höher sein und bis zu 950 Newton betragen. Im Gebiss sind P. deutlich durch Abrasionen der Okklusalflächen der Zähne ( |
Parageusie ;
Geschmacksstörung
Parakonus ;
Metakonus
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parallaktisch verschobene Projektion parallaktisch verschobener Strahlengang, "Röntgenstereographie", engl.: two film procedure, "stereoradiography"; Methode, um auf einem (zweidimensionalen) Röntgenbild dreidimensionale Zusammenhänge darstellen zu können. So ergibt sich z.B. bei einem verlagerten Zahn die Frage, ob er im Kiefer vor oder hinter den Wurzeln der normal stehenden Zähne liegt, da ein einzelnes Röntgenbild alle Strukturen auf eine Ebene (2D) projiziert. Mit nur zwei entsprechend eingestellten Röntgenaufnahmen (Zahnfilm, exzentrische Projektion) kann man sich nach dem Prinzip der Parallaxe einen groben Überblick über die Lage "oral oder vestibulär" machen (s. Abb.). Dabei gilt: Wandert der verlagerte Zahn in gleicher Weise wie die regulären Zahnwurzeln mit (nach mesial bzw. distal), so liegt er oral; ist die Wanderung relativ verschieden, so befindet er sich vestibulär. |
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| Parallelometer engl.: do. o. allg.: surveyor; sowohl in der Zahntechnik, wie auch im Mund ("Mundparallelometer") bei der Präparation gebrauchtes Hilfsmittel: Während im Mund angewandte Verfahren dazu dienen, bei der Präparation mehrerer Pfeiler aus Gründen der Einschubrichtung parallel zueinander gestalten, werden in der Zahntechnik Modellvermessungen zur Bestimmung des prothetischen Während die zahntechnischen Geräte ("Klammerzeichner") aus einem schwenkbaren Modelltisch mit einem nur parallel verschiebbaren Gestänge arbeiten, bestehen P. im Mund im Prinzip aus einem Spiegel, in welchen parallele Linien markiert sind. Aufwendige Verfahren spannen das Präparationswinkelstück in ein P. ein und befestigen dieses an einem nicht zu präparierenden Kieferabschnitt. Als Pontostruktor wird ein Gerät bezeichnet, welches im Mund parallele Bohrungen in die Zahnkronen erlaubt. |
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| Paralleltechnik engl.: parallel angle technic; röntgenologische Untersuchungsmethode, bei der Zahn- wie auch Filmebene parallel zueinander stehen. Bei der Le Master Aufnahme wird noch zusätzlich eine Watterolle zwischen Zahnkrone und Film gelegt, um diesen im Gaumenbereich noch weiter aufzurichten. Dadurch können störende Einflüsse des Jochbogens auf die Wurzelspitzen oberer Molaren vermieden werden. |
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Paramedizin ;
Komplementärmedizin
Paramolar
, engl.: do. or supernumerary molar;
Distomolar
Parant Skala
Parant Index, eine von mehreren Beschreibungen über die operative
Vorgehensweise im Zusammenhang mit einer
Weisheitszahnentfernung; i.d.R.
auf die Entfernung unterer Weisheitszähne bezogen. Wegen der Komplexität der
Skala kommt heute meist die modifizierte Parant Skala zum Einsatz. Sie
unterscheidet vier mögliche Situationen: die einfache Zangenextraktion, die
Osteotomie, die Osteotomie mit
Kronenabtrennung und die komplexe Osteotomie.
Pederson Skala
Paraplasie ,
Missbildung;
Schmelzperle
parapulpär
; engl.: parapulpar; Lagebezeichnung für neben der
Pulpa (Zahnnerv) gelegen;
Zahnflächen
| parapulpäre
Schrauben parapulpäre Stifte, "Stiftverankerung", engl.: parapulpal pin (anchorage); kleine Stifte oder selbstschneidende Schrauben aus Titan oder korrosionsfreien Nichtedelmetallen, die bei einer zerstörten natürlichen Zahnkrone - nach entsprechender Vorbehandlung - im Dentin (parapulpär) verankert werden und so als Retention für einen Stumpfaufbau aus Komposite oder ähnlichen Materialien bzw. Amalgam dienen; bekannter Vertreter: TMS-System (thread made system). Einsatz vor allem bei festsitzendem Zahnersatz (Vorbereitung des Zahnstumpfs für eine Krone) an lebenden Zähne; wegen des Durchschimmern des Metalls für Schneidekantenaufbauten weniger geeignet. Wegen einer iatrogenen Perforation - sowohl in das Pulpencavum als auch in den Parodontalspalt hinein - ist die Anwendung einer strengen Indikation und einem sehr sorgfältigen Arbeiten unterzogen. Bei Verwendung von Kunststoffen (Kompomere, Komposite) ist wegen der Möglichkeit der adhäsiven Befestigung der Einsatz i.d.R. obsolet. |
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Parästhesie
engl.: paresthesia; anormale sensible Empfindung, "Pelzigsein" wie z.B. Kribbeln,
Einschlafen der Arme/Beine; in der ZHK
hauptsächlich gebraucht für das gelegentliche Auftreten von Missempfindungen
nach kieferchirurgischen Eingriffen,
Auswirkung von Entzündungen (Neuritis) oder
Folgen einer Lokalanästhesie,
hier spez. der
Leitungsanästhesie. Die durch eine Irritation des
N. trigeminus hervorgerufene
Störungen äußern sich meist in einer teilweisen Taubheit oder Kribbeln bzw.
"Nadelstichen" in diesem Gebiet. Eine Regeneration kommt i.d.R. von allein
zustande; systemisch verabreichten Steroiden (z.B.
Prednisolon) wird ein hohes
Potenzial zur Beschleunigung der nervalen Regeneration zugesprochen.
Akanthästhesie,
Axonotmesis,
Hypästhesie,
Lingualis-Nerv,
Neurapraxie,
Neurotmesis,
Normästhesie,
Nervenschädigung,
Vincent-Symptom
Parasympathikus
, engl.: parasympathicus;
Sympathikus
Parazentese ;engl.:
paracentesis; Stichinzision; kleiner Schnitt in die Wand eines Hohlorganes
zur entlastenden Drainage
Stichinzision
Pareitis, engl.: do.; Wangenentzündung
parenteral
"am Darm vorbei"; Begriff hauptsächlich bei der Verabreichung von
Medikamenten gebraucht: diese werden unter Umgehung des
Magen-Darm-Traktes dem Körper zugeführt (z.B. in die Muskulatur = i.m., in die
Blutvene = i.v.)
Parese
engl.: paresis, incomplete paralysis; teilweise Lähmung bestimmter
Muskelgruppen durch Ausfall der sie versorgenden (motorischen) Nerven;
Fazialisparese. Im Gegensatz dazu
besagt die Paralyse den vollständigen Ausfall der Muskelgruppen.
PAR-Index
Peer Assessment Rating Index; Messzahl, welche von einer Gruppe
erfahrener Kieferorthopäden um Dr. Richmond (Manchester, 1992) in 6
Arbeitssitzungen formuliert wurde. Nach verschiedenen Kriterien werden
Punktzahlen vergeben, deren Summe den Grad einer
Dysgnathie beschreibt. Je höher diese
Punkzahl, desto stärker ist die Ausprägung der
Malokklusion.
Punktzahl '0' orthognathe Situation; Punktzahl 50 (selten über 50) hoher Grad
der Dysgnathie.
Die Differenz zwischen den Punktzahlen vor und nach der Behandlung zeigt den
Grad der Verbesserung durch die kieferorthopädische Behandlung an. Komponenten
des PAR-Index sind:
1. Oberes- und unteres anteriores Segment
2. Linke und rechte bukkale
Okklusion
3. Sagittaler Überbiss (overjet)
4. Vertikaler Überbiss (overbite)
5. Mittellinie
Auswertung dieser Werte mit einer Rechenhilfe ("PAR-Calculator")
Pariser Rot ,
Hochglanz-Polierpaste, neben speziellen Wachsen enthält die Paste Eisenoxide; Einsatz zur
Hochglanzpolitur bei Metallarbeiten.
Politur
Parma - Röntgenaufnahme
;
Kiefergelenkaufnahme
ParoCheck ™
DNA-Chip zur mikrobiologischen Diagnostik von Parodontitis assoziierten Keimen.
Dabei handelt sich um einen DNS-Sondentest zum Nachweis des
keim-spezifischen 16S rRNA Gens (Schlüssel-Schloß-Prinzip), wobei die Verwendung
von Biochips eine extrem sensitive und schnelle Hybridisierung ermöglicht. Die
Analyse der Biochips erfolgt in Computer gesteuerten optisch hochauflösenden
Biochip-Scannern, die eine objektive Messung der Proben gewährleisten.
Der Einsatz von ParoCheck für die
mikrobiologische Diagnostik als Grundlage für den Einsatz von
Antibiotika
wird bei besonders aggressiven Verlaufsformen der
marginalen Parodontiden und bei schweren
systemischen Grundkrankheiten empfohlen. Der Test bietet eine Analyse der
bakteriellen Flora in der subgingivalen
Zahnfleischtasche über die
klassischen 4 Leitkeime hinaus
(je nach Testdurchführung werden 10 oder 20 Keimarten bestimmt).
Mit diesen Leitkeimen sind oft Gruppen weiterer Bakterienspezies assoziiert, die
ein kompliziertes Netzwerk von Stoffwechselprodukten miteinander verbindet und
erst im Zusammenspiel zu einer Erhöhung der Pathogenität führen. Die Erfassung
eines breiteren Spektrums parodontalpathogener Bakterien ermöglicht den Einsatz
von Antibiotika gezielt
auf das individuelle Keimspektrum des Patienten abzustimmen.
Der hochspezifische Nachweis von Markerkeimen
mittels des P. erlaubt es weiter, alternative Therapiemethoden wie z.B.
eine individuelle Vaccine herzustellen.
Antibiotika,
lokale Antibiotikazufuhr,
Markerkeime
http://www.lcl-biokey.de/
parodontal ,
den Zahnhalteapparat (
Parodontium)
betreffend, engl.: parodontal, periodontal;
| Parodontalabszess Taschenabszess, marginaler Abszess, "Zahnfleischtaschenvereiterung", engl.: peridontal abscess; als Folge einer infizierten, vertieften Zahnfleischtasche. Da die Gingiva in diesem Bereich dem Knochen eng anliegt und so eine Spontanentleerung über die Tasche selten möglich ist, kann ein P. bis zu seinem Durchbruch in die Mundhöhle äußerst schmerzhaft sein. Therapie mittels Inzision; später Säuberung der Tasche und evtl. Parodontalbehandlung |
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Parodontalanästhesie ,
intraligamentäre
Anästhesie
| Parodontalbehandlung "Zahnfleischbehandlung", Parodontaltherapie, "Parodontosebehandlung", engl.: periodontal treatment; komplexe Maßnahmen zur Behandlung des erkrankten Zahnhalteapparates. Im Vordergrund steht dabei die Schaffung einer biologisch akzeptablen Wurzeloberfläche (Zerstörung des Biofilms in der Zahnfleischtasche und Wurzeloberfläche) bei Erhaltung der gesunden Anteile des Wurzelzements, da aus diesem regenerative Prozesse ausgehen können. Die Verursacher parodontaler Erkrankungen sind neben den Markerkeimen wie z.B. Bacteroides, Prevotella, Porphyromonas und Actinobacillus auch Pilze (z.B. Hefen wie Candida), atypische Keime wie Enterokokken und pyogene Keime bei Superinfektionen. Hauptsächlich zwei Prädiktoren bestimmen Prävention und Krankheitsverlauf bei Patienten mit chronischer Parodontitis: Die Immunantwort des Patienten sowie die begleitende antimikrobielle Therapie. Von der Nomenklatur her wird unterschieden in:
Die Behandlung selbst wird unterschieden in:
Als Erfolgskriterien (sog "Surrogatvariablen") gelten: Die Resultate der
derzeit angewandten Behandlungsmethoden sind nicht verlässlich vorhersagbar
und daher zuweilen enttäuschend. Grund dafür ist zum einen die große
individuelle Varianz der Regenerationsfähigkeit des parodontalen Gewebes und
die häusliche Durchführung von optimalen
Mundhygienemaßnahmen, zum
anderen die Vielzahl der am Heilungsprozess beteiligten Zellen und Moleküle
(z.B. Amelogenine,
bone morphogenetic proteins, Phosphate
als Signalmoleküle). P. bei normalen Krankheitsbildern sind in der
zahnärztlichen Praxis bei guter
Compliance des Patienten ( |
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Parodontalchirurgie
engl.: periodontal surgery; Oberbegriff für eine Vielzahl von Maßnahmen -
besonders bei einer Parodontitis marginalis
-,
die dann zum Einsatz kommen, wenn - bedingt durch die Schwere der Erkrankung -
mit konventionellen Methoden (
Leichttherapie, Parodontalbehandlung)
keine erfolgsversprechende Behandlung möglich ist.
Edlan-Mejchar Operation, Gesteuerte
Geweberegeneration, Gingivektomie,
Knochendefektfüllung,
offene Kürettage,
Lappenoperation,
plastische Parodontalchirurgie
Parodontalchirurgie ,
plastische, engl.: (plastic) periodontal surgery; meist
eingesetzt zur Deckung von Gingivarezessionen (
"freiliegende
Zahnhälse") mittels
gesteuerter
Geweberegeneration (GTR),
Bindegewebstransplantat, freiem
Schleimhauttransplantat oder Verschiebelappentechniken. Dabei scheinen das
Bindegewebstransplantat und die Verschiebelappentechniken auf Dauer die besten
Ergebnisse zu bringen.
Eine Rekonstruktion von verloren gegangenen Zahnfleischpapillen in den
Interdentalräumen im Sinne einer
"roten Ästhetik" erscheint bisher auf Dauer problematisch; hier könnte das sog.
"Papillenlifting" mittels Bindegewebstransplantat einen therapeutischen
Ansatz darstellen.
Emdogain, gesteuerte
Geweberegeneration,
Gingivektomie,
Gingivoplastik,
Gummy smile,
HF-Chirurgie,
Keilexzision,
Kirkland,
Knochentasche,
Kürettage,
Lappenoperation,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
new attachment, Parodontitis,
Parodontalbehandlung, Parodontalverband, VY-Plastik,
Z-Plastik,
Zahnfleischverband
http://www.dgparo.de/content07/pdf/glossar/29.pdf
parodontale Abstützung , engl.:
periodontal or tooth supported;
Abstützung
parodontale Indizes
Messzahlen zur Bestimmung des Schweregrades eines Zahnfleischerkrankung. Neben
der Art und Stärke der Entzündung sollte auch durch einen derartigen
Index der Schweregrad des
Attachmentverlustes bestimmt werden können. Weltweit durchgesetzt hat sich der
von Ramfjord entwickelte
Periodontal Disease Index.
Community Periodontal Index of Treatment Needs
(CPITN), Index,
PMA-Index
parodontaler Biotyp
gingivaler Biotyp, Dicke und Erscheinungsbild der
marginalen Gingiva mit grober
Unterteilung in (Mischformen vorhanden, aus
http://www.zahnaerzteblatt.de/):
http://www.zahnaerzteblatt.de/
parodontale Regeneration
regenerative Parodontaltherapie; (teilweise) Wiederherstellung des Aufbaus und der Funktion des
Zahnhalteapparates, engl.: parodontal
regeneration; durch vielfältige Methoden, so z.B. durch chirurgisches
Einbringen von
Knochenersatzmaterialien oder Flüssigkeiten bzw. Gelen und/oder
gesteuerter
Geweberegeneration (GTR /
GBR) mittels
Membranen (resorbierbar / nicht resorbierbar) zur Beseitigung von tiefen
Zahnfleisch- und Knochentaschen (
new
attachment).
Wenn auch bisher ermutigende Einzelergebnisse vorliegen, so bleibt bisher die
chte Regeneration ein Wunschtraum. Eine erfolgreiche
systematische Parodontalbehandlung bewirkt
aber eine relative p. R. , d.h. sie erreicht wieder gesunde parodontale
Verhältnisse auf einem niedrigerem Niveau, welche bei einer guten
Mundhygiene des Patienten über viele
Jahre/Jahrzehnte Bestand haben können.
Es können zur Anwendung (einzeln oder in Kombination) kommen, wobei keine
individuelle Vorhersage der Wirkung möglich ist:
regenerative Medizin,
Parodontalbehandlung
Parodontalerkrankung
engl.: periodontal disease; zunächst
nicht näher bezeichnete Erkrankung des Zahnhalteapparates.
Im Sprachgebrauch wird meist darunter eine "chronisch-entzündliche Erkrankung
von Zahnfleisch und Kieferknochen" verstanden. In der Gruppe der 35 –
44-Jährigen sind in 2010 ca. 20 Prozent, in der Gruppe der 65 – 74-Jährigen ca.
40 Prozent von einer schwereren, behandlungsbedürftigen Form der Erkrankung an
mindestens einem Zahn betroffen.
Parodontitis, Parodontitis marginalis
Parodontalligament
Desmodont,
engl.: (periodontal) ligament;
spezialisiertes Bindegewebe, welches den Zahn im
Knochenfach des
Alveolarknochens federnd
aufhängt
Wurzelhaut
|
Parodontalschiene "Parodontoseschiene", Stabilisierungsschiene, engl.: periodontal splint; mit dem Ziel einer Verblockung von gelockerten Zähnen. Unterscheidung in:
Über den Erfolg derartiger Therapien als alleinige Maßnahme wird unterschiedlich diskutiert, da es zwar durch Verblockung zu einem scheinbaren Verfestigen der Zähne untereinander kommt, aber i.d.R. keine parodontale Regeneration eintritt. |
|
Parodontalsonde
Parodontometer, engl.: periodontal probe; an der Spitze stumpfe, mit
einer Mess-Skala versehene Sonde zur Messung der
Taschentiefe ("Sondierungstiefe")
in Millimetern. Bekanntestes Instrument ist die
WHO-Sonde.
Zum exakten Krafteinsatz bei der Messung (jeder Untersucher misst mit einer
anderen Kraft) gibt es druckkalibrierte Parodontalsonden (TPS-Sonde
= True Pressure Sensitive (periodontal probe)) oder elektronische Parodontalsonden (z.B.
Peri-Probe®,
PerioControl™ ; Ergebnisse werden auf einem Drucker ausgegeben).
In jüngerer Zeit wird eine Messung der Taschentiefe erst nach einer parodontalen Vorbehandlung (Initialtherapie:
symptomatische Therapie,
Mundhygiene, Ultraschall)
empfohlen, da sonst die Ergebnisse verfälscht sein könnten: Entweder stößt
die Sonde in der
Zahnfleischtasche auf
Konkremente, oder sie touchiert entzündetes Gewebe und verletzt dieses.
Dadurch sind Fehlmessungen bis zu 2 mm nicht ausgeschlossen.
FloridaProbe, Hauer Parodontometer,
Kryptometer,
Rolltest,
PerioControl,
Taschenboden,
Taschentiefe
http://crobm.iadrjournals.org/cgi/reprint/8/3/336.pdf
| Parodontalspalt Desmodontalspalt, Periodontalspalt, engl.: periodontal space; gelenkartiger Spalt zwischen der knöchernen Alveole und der Zahnwurzel. Dadurch, dass die Zahnwurzel nicht mit dem Kieferknochen fest verwachsen ist, sondern im Knochenfach an Fasern ( |
|
Parodontalsprechstunde, "Recallstunde",
engl.: periodontal consultation hour;
parodontale Erhaltungstherapie
| Parodontalstatus PA - Status, engl.: periodontal chart (portrait); vor Beginn einer systematischen Parodontalbehandlung vorgeschriebene Befunderhebung (klinisch u. röntgenologisch) des gesamten Zahnhalteapparates kombiniert mit der geplanten Therapie bei den Gesetzlichen Krankenkassen. Aus Dokumentationsgründen auch bei privat Versicherten empfohlen. Die Dokumentation des klinischen Befunds ("Parodontalstatus") umfasst: - Taschentiefen und Blutung der Zahnfleischtaschen auf Sondieren - parodontale Rezessionen, um einen Ausgangswert für die Beurteilung einer möglichen Progression der Parodontitis zu erheben; fakultativ und alternativ kann auch der klinische Attachmentverlust aufgezeichnet werden. - Furkationsbefall: Grad 1 = bis 3 mm in horizontaler Richtung; Grad 2 = mehr als 3 mm in horizontaler Richtung; Grad 3 = durchgängig - Zahnlockerung (Lockerungsgrad): Grad I = gering horizontal (0,2 mm – 1 mm); Grad II = moderat horizontal (mehr als 1 mm); Grad III = ausgeprägt horizontal (mehr als 2 mm) und in vertikaler Richtung |
|
Parodontaltherapie ,
Parodontalbehandlung
| Parodontalverband Zahnfleischverband, engl.: periodontal dressing; als Verband und Fixation anhaftender Wundverband bei Gingivektomien und Papillektomien, tiefer Kürettage, offenen Lappen-Operationen, Gingivarepositionen, Kronenverlängerungen, zur provisorischen Unterfütterung von Sofortprothesen in der Parodontalchirurgie. Neben den "klassischen" Verbänden auf Zinkoxid-Eugenolbasis ("Kirkland-Verband"), kommen Verbände auf Kunststoffbasis (z.B. Peripac®) zum Einsatz; u.U. Beimischung von antibakteriellen Substanzen wie z.B. CHX |
![]() |
| Parodontitis Zahnbettentzündung, Periodontitis, griech. Kunstwort, umgangsspr. "Parodontose" engl.: periodontitis, paradentitis, parodontitis; mit (historischer) Unterscheidung in Für die P. ist noch eine andere Klassifizierung von Bedeutung und in der Praxis üblich ( Es handelt sich bei allen entzündlichen Formen der P. um eine chronisch bakterielle Entzündung (biofilminduzierte entzündliche Erkrankung), die Zahnfleisch und Stützgewebe ( Die P. ist Ausdruck einer gestörten Wechselbeziehung zwischen der natürlichen Keimbesiedlung der Mundhöhle ("orale Flora") und der angeborenen (unspezifischen) Immunität des Organismus, da bekannt ist, dass z.B. auch bei gesunden Patienten (fast) alle eine P. verursachenden Keime vorhanden sein können, ohne dass eine Zahnbettentzündung entsteht. Äußere Einflüsse - z.B. Stress, Nikotinabusus, Medikamente - verstärken die Möglichkeit der Verschlimmerung ( Über die Ursachen und den Verlauf der P. ist bis heute noch vieles unbekannt: Bekannt ist, dass Zahnbetterkrankungen unterschiedlich schnell verlaufen, auch der Zahnverlust ist individuell verschieden - okklusale Störungen scheinen für eine P. so gut wie keine Bedeutung zu haben - lediglich kann eine Progression verstärkt werden. Nicht bekannt sind die exakten Gründe dafür, obwohl einige biologische Zusammenhänge bereits festgestellt wurden und weiter erforscht werden. Ein weiteres Risiko neben fehlendem Wissen um Ursachen und Entwicklungen ist der versteckte Verlauf parodontaler Erkrankungen: Viele Entzündungen entziehen sich der visuellen Betrachtung. Eine immer wieder behauptete Beziehung zwischen Herz/Gefäß-Erkrankungen und einer P. konnte bisher nicht bestätigt werden: Eine exakte und sichere parodontale Untersuchung muss mit einer Sonde erfolgen und gegebenenfalls durch eine Röntgenaufnahme unterstützt werden. Die früher vertretene These, dass Mundhygiene und Plaque entscheidend für eine P. sind ("einsauberer Zahn wird nicht krank"), wird heute nicht mehr bejaht. Derartige Faktoren haben lediglich einen Einfluss auf die Ausprägung einer Gingivitis. Die P.-Infektion betrifft alle Gewebe des Zahnhalteapparates: Die Gingiva, das Wurzelzement, das Desmodont und den Alveolarknochen. Zur Feststellung der Erkrankung wird eine visuelle Untersuchung durchgeführt, welche normalerweise durch eine radiologische ergänzt wird. Dabei ist festzuhalten, dass die Untersuchung der Sondierungswerte und des Attachmentniveaus empfindliche und verlässliche Parameter für die Diagnostik darstellen, während die konventionelle radiologische Beurteilung des Knochenniveaus mehr einen verifizierenden Charakter hat. Bei Patienten mit aggressiver P. ist eine mikrobiologische Untersuchung (z.B. Supragingivaler Zahnstein spielt im Rahmen der Ätiologie einer Parodontitis eine entscheidende Rolle. Probleme verursacht er hauptsächlich als Hygienehindernis aufgrund seiner plaque-retentiven porösen Oberfläche und der Verblockung interdentaler Schmutznischen. Sein direkter Kontakt mit dem Zahnfleischsaum scheint Entzündung und gingivale Rezession zu fördern. Supragingivaler Zahnstein ist aber auch von Lakunen und Kanälen durchzogen. In diesen unmineralisierten Bereichen besteht ein großes Reservoir für Bakterien, welche darin ideale Wachstumsbedingungen finden: feucht, warm und Nahrung im Überfluss. Durch gute Mundhygiene, insbesondere den häufigen Einsatz von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen zur Reinigung der Zahnzwischenräume, lässt sich das Risiko einer Parodontitis deutlich verringern. Bei Grunderkrankungen wie Diabetes, aber auch in Phasen reduzierter Immunabwehr, etwa bei einem Schnupfen, ist das Risiko, dass sich einige der rund 500 bisher identifizierten Bakterienarten der Mundhöhle massiv vermehren, besonders groß. Rauchen begünstigt ebenfalls den Plaquebefall und damit eine Parodontitis ( Der Zustand des Parodontiums verändert sich unter dem Regelzyklus der Frau. So ist z.B. der Gingiva-Index zum Zeitpunkt der Ovulation signifikant erhöht. Viele Frauen berichten auch von Beschwerden und Reizzuständen des Parodonts innerhalb des Menstruationszyklus. Zur Dokumentation - vor allem der klinischen Untersuchungsbefunde - wird eine Indizierung vorgenommen, wobei der abgewandelte CPITN -Index - der PSI-Index (Parodontale Screening-Index; PSI) - heute weltweit am meisten angewandt wird. In Deutschland gebräuchlich ist nachfolgende grobe Klassifizierung:
International ab 1999 eingeführt ist eine wesentlich differenziertere
Klassifikation, welche auch von der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie
anerkannt ist. Näheres durch Anklicken dieses Textes
Die Grundlagenforschung hat in den vergangenen Jahren auch in der Zahnmedizin erstaunliche Einblicke geliefert. Besonders anschaulich zeigt sich dies im Bereich der Parodontologie. Neue Forschungsergebnisse haben die Relevanz genetischer Faktoren belegt, die Prognose des Krankheitsverlaufs präzisiert und Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen aufgezeigt. Bei der Parodontitis regt die Plaque mit zunehmender Verweildauer die Zellen des Immunsystems zur Produktion von Entzündungsmediatoren an. Dabei spielt das Cytokin Interleukin-1 (IL-1, "Polymorphismus") eine zentrale Rolle für den weiteren Verlauf der Parodontitis. US-amerikanischen Forschern gelang es, verschiedene Variationen des Gens auszumachen, das die Expressionsmuster des Parodontitis-spezifischen IL-1 beeinflusst. Eine dieser Variationen verursacht die starke, Plaque-induzierte IL-1 Expression. So wundert man sich nun nicht mehr, warum einige Patienten auf wenig Plaque mit heftigen Entzündungen reagieren, während andere von ihren dicken Plaqueschichten nahezu unberührt bleiben. Neben den Erkenntnissen um die Zusammenhänge erblicher Faktoren mit schweren Verläufen einer Parodontitis hat die Interleukin-Forschung auch den Blick für Assoziationen zwischen chronischen parodontalen Entzündungen und allgemeinen Erkrankungen geschärft. So können Bakteriämien vor allem bei Patienten mit einer geschwächten Abwehrlage, vorgeschädigtem Myokard oder Klappenersatz schwerwiegende Komplikationen verursachen. Diesen Erkenntnissen wird schon seit vielen Jahren durch prophylaktische Maßnahmen im Rahmen zahnärztlicher Eingriffe Rechnung getragen. Neben einem erhöhten Parodontitis-Risiko bei schlecht eingestelltem Diabetes, beeinflusst umgekehrt auch eine unbehandelte Parodontitis den Glukosemetabolismus. So wird vermutlich aufgrund von Interaktionen zwischen Entzündungsmediatoren und Insulinrezeptoren eine Erhöhung des glykolysierten Hämoglobins ausgelöst. Interventionsstudien konnten die Zusammenhänge eindrücklich bestätigen: Geht man erfolgreich gegen die Parodontitis vor, sinken die Werte des glykolysierten Hämoglobins ebenso wie der Insulinbedarf. Auch bei schwangeren Frauen können Entzündungsmediatoren, die durch eine marginale Parodontitis freigesetzt werden, nachteilige Wirkung erzielen. Erreichen die Mediatoren die Plazenta, kann sich das für andere Faktoren adjustierte Risiko einer Frühgeburt mit niedrigem Geburtsgewicht fast um ein Achtfaches erhöhen. Nach diesen Erkenntnissen sollen rund 18 Prozent aller untergewichtigen Frühgeburten auf eine Parodontalerkrankung der Mutter zurückzuführen sein. Die Therapie der Parodontitis bei einer schwangeren Patientin sollte demnach bestenfalls in Absprache mit dem Gynäkologen erfolgen. Menschen mit P. entwickeln doppelt so häufig
Präkanzerosen und viermal so oft
Mundhöhlenkarzinome wie
Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen. |
|
| Parodontitis apicalis apikale Parodontitis, apicale Ostitis, Wurzelspitzenentzündung, engl.: apical periodontitis; mit einer akuten oder chronischen Entzündung des Desmodonts und umgebenden Knochens um die Wurzelspitze eines Zahnes herum, i.d.R. als Folge einer Gangrän oder eines nicht durch eine fachgerechte Wurzelkanalbehandlung versorgten nervtoten Zahnes. Unterteilung in:
Veränderungen der Knochendichte im Zahnwurzelbereich ("dunkle Stellen", s. Abb.)
sind im 2D Röntgenbild erst erkennbar, wenn mindesten 30% der anorganischen
Knochenstrukturen abgebaut sind. Derartige Resorptionen dauern i.d.R. einige
Wochen. |
|
Parodontitisdiagnose
Verfahren zur Parodontitiserkennung, engl.. periodontal diagnosis;
vielfältige Möglichkeiten der (Früh-)Erkennung einer Parodontitis sind vorhanden
und werden unterschieden in:
Als neuere Methoden gelten:
Special:
Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen
Patienteninfo:
Mikrobiologische Diagnostik und Parodontitistherapie
©: BZAEK
Patientenmerkblatt "Markerkeimanalyse"
| Parodontitis marginalis Zahnbettentzündung, früher: Alveolarpyorrhö, laienhaft (und falsch) "Parodontose", engl.: primary periodontitis, pyorrhoea alveolaris; bakteriell hervorgerufene Entzündung der marginalen Bereiche des Zahnbettes, die unbehandelt zu einer progressiven, irreversiblen Destruktion des Zahnhalteapparates führt. Ursache für eine P. m. sind bakterielle Beläge (
Als häufigste Symptome sind zu beobachten: |
|
![]() ![]() obige Bilder: Endstadium einer Parod. marg. profunda. Die Zähne werden nur noch durch den Zahnersatz im Kiefer gehalten. Auch unter dem Begriff "eliminatio dentis" (völlige Umfließung der Wurzel mit Taschenepithel) bekannt |
Parodontitis marginalis
progressiva,
Parodontitis
Parodontitisrisikofaktor
engl.: periodontitis risk factor; das früher vertretene Dogma, dass ein
gesunder Zahn nicht an einer Parodontitis erkranken kann ("ein gesunder Zahn
wird niemals krank") hat heute keine Gültigkeit mehr, da selbst bei bester
Mundhygiene Erkrankungen auftreten
können, wie umgekehrt ungepflegte Gebissverhältnisse nicht automatisch zu einer
Erkrankung führen müssen. So schreibt U. Schlagenhauf (in
Parodontologie 2007; 18(2):119-127; aus Wissenschaftlicher Infodienst 4/2007)
u.a.:
"Heutiges Modell für die Entstehung parodontaler Erkrankung:
Normalerweise wird der bakterielle Mikrofilm im Bereich des gingivalen
Sulkus durch die neutrophilen
Granulozyten, Antikörper der
Sulkusflüssigkeit
und andere lokale Maßnahmen kontrolliert. Gelangen dennoch Bakterien in das
darunter gelegene Bindegewebe, so kommt es infolge der lokalisierten Entzündung
zu einer Elimination der bakteriellen Antigene durch die Zellen des
Immunsystems. Das geht bei den meisten Menschen mit einer (reversiblen)
Gingivitis einher.
Dagegen kommt es bei Patienten mit ausgeprägtem Risiko für parodontale
Erkrankungen durch die bakteriellen Antigene im subepithelialen Bindegewebe zu
einer übersteigerten, nicht entzündigungsadäquaten Entzündungsreaktion mit der
Freisetzung von gewebeauflösenden Entzündungsmediatoren. Die Summation vieler
solcher Entzündungsereignisse führt zu irreversiblen Schäden am
Parodont. Diese Fehlregulation kann angeboren sein
oder durch externe Faktoren wie Rauchen, psychosozialen Stress oder
Allgemeinerkrankungen modifiziert werden.
Die Stärke des parodontalen Entzündungsprozesses wird nicht primär durch die
bakterielle Plaque, sondern von systemisch determinierten Einflussgrößen auf das
orale Immunsystem beeinflusst."
zur Bestimmung des individuellen Parodontitisrisikos hat sich der von
Lang u. Tonetti stammende Parodontitisrisikobogen (
http://www.dental-education.ch/risikobeurteilung/ ) als einfaches und
brauchbares
Hilfsmittel erwiesen.
Gewerbliche Parodontitisrisikotests können eine Bereicherung der diagnostischen
Möglichkeiten darstellen, wenn sie im Rahmen einer erweiterten Diagnostik
sinnvoll angewendet, kombiniert und interpretiert werden. Allein sind sie
wenig aussagekräftig und individuell sehr unterschiedlich zu werten.
ohne eine gute Mundhygiene
und dem Vorhandensein von einer gut
sanierten Mundhöhle (einwandfreie zahnärztliche Arbeiten, keine
hygienisch nur schwer zu erreichende Stellen, ist das Risiko, an einer
infektiösen parodontalen Veränderung zu erkranken, groß. Allerdings werden bei
diesem Risikofaktor starke individuelle Unterschiede beobachtet, die sicherlich
mit einer genetischen Disposition (s.o. und s.u.) um Zusammenhang stehen.
bekannt ist, dass Raucher
eine wesentlich höhere Erkrankungsrate haben - der Gesundheitszustand der
Mundhöhle eines Rauchers ist vergleichbar mit dem eines zehn Jahre älteren
Nichtrauchers. Unklar ist allerdings bisher, weshalb dies so ist.
Schlecht eingestellte Blutzuckerwerte
führen bei Typ-II-Diabetikern zu erhöhten
Interleukin-1ß-Werten in der
Sulkusflüssigkeit. Als Folge besteht ein
erhöhtes Risiko, an Parodontitiden zu erkranken.
Genetische Disposition:
neben den bekannten Risikofaktoren, wie dem Vorhandensein einer spezifischen
parodontopathogenen Flora, Rauchen oder Stress, bestimmt die genetische
Disposition zu einem großen Teil die Wirtsreaktion und damit die
Erkrankungsanfälligkeit des Patienten. So ist erwiesen, dass das Risiko einer
parodontalen Erkrankung eng an das Auftreten einer bestimmten genetischen
Konstellation (Interleukin-Gencluster, sog. Interleukin-1-Polymorphismus) gekoppelt ist (bei ca. 30% der
Erkrankten). Dieses genetische Geschehen bewirkt eine Überproduktion von
Interleukin-1 (alpha, beta) und hat damit eine extreme Immunreaktion
(Entzündung) zur Folge. Dabei scheint dieser Einfluss i.d.R. nur bei Rauchern
relevant anzutreffen zu sein. Ebenso ist erwiesen, dass z.B. Stress die
Interleukin-Produktion signifikant ansteigen lässt. Durch seine knochenresorbierende Wirkung kommt dem Interleukin-1 eine zentrale Rolle im
Verlauf einer Parodontitis zu; man bezeichnet es als einen genetischen
Risikomarker oder als einen wenig beeinflussbaren Hintergrundfaktor.
Die chronische Parodontitis als komplexe
Erkrankung wird nicht durch ein einzelnes Gen beeinflusst, sondern durch eine
Vielzahl verschiedener Gene, die Erkrankungsschwere und Verlauf modifizieren.
Derzeit (2004) gibt es dabei zwei Strategien zur Identifizierung dieser Gene: Es
sollen die Zusammenhänge zwischen potenziellen Kandidatengenen und dem
Parodontitisrisiko ermittelt werden, zum anderen wird eine genomweite Suche
mittels Linkage-Analysen bei bestimmten Phänotypen, wie der aggressiven
Parodontitis, durchgeführt. Als potenziell mit der Parodontitis assoziierte
Kandidatengene kommen all jene in Betracht, die Proteine codieren, die in die
parodontitispathogenese involviert sind oder für die eine Assoziation mit
anderen entzündlichen Erkrankungen bekannt sind.
Bei Vorliegen eines positiven Genotyps ist das Risiko - trotz entsprechender
Zahnfleischbehandlung - die Erkrankung nicht
zum Stillstand zu bringen, um das 2,7fache erhöht. Zusammen mit einem weiteren
Risikofaktor (besonders Nikotingenuss) steigt dieser Wert sogar auf das 7,7fache
an. Gerade bei umfangreichen Sanierungen des Gebisses mit festsitzendem
Zahnersatz oder vor einer Implantation können entsprechende Testverfahren in
Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren eine Einschätzung des
Behandlungsergebnisses vorhersagen bzw. bei der Indikation zu derartigen
Behandlungen Vorsicht walten lassen oder u.U. diese ganz in Frage stellen.
Eine immer wieder
behauptete Beziehung zwischen Herz/Gefäß-Erkrankungen und einer P. konnte
bisher (2013) nicht schlüssig bestätigt werden.
Patienten mit einer
profunden Parodontitis, die auch unter
Osteoporose leiden, haben ein
zusätzliches Risiko bei der Beurteilung von Verläufen des Knochenabbaus, sowohl
allgemein, wie auch am
Alveolarfortsatz.
Schwere und Ausmaß der
Parodontitits hängen auch vom Versorgungsgrad mit Magnesium ab. Eine
mangelnde Magnesium-Versorgung geht mit schwereren Symptomen von
Zahnfleischerkrankungen einher. Daher könnte eine langfristige nahrungsbasierte
Verbesserung der Magnesiumzufuhr das Auftreten dieser Volkskrankheit senken, so
das Ergebnis einer Studie an der Uni Greifswald auf Grund einer
Zufallsstichprobe der Allgemeinbevölkerung, in der nach Risikofaktoren für
Parodontitis gesucht wurde.
Kardiovaskuläre Erkrankungen und Parodontitis (2013)
Alkohol-Abusus fördert Parodontitis
Alkoholismus per se beeinflusst nicht zwangsläufig die Schwere einer
Parodontitis. Doch chronischer Alkohol-Missbrauch wirkt sich negativ auf das
Attachment Level aus. Bei Alkoholikern besteht eine Korrelation zwischen dem
Grad des Missbrauchs, gemessen anhand der Konzentration des Leberenzyms Gamma
Glutamyl Transpeptidase (GGTP), und dem Attachment Verlust (p<0,05). Alkoholiker
weisen im Vergleich zu Nicht-Alkoholikern zudem stärkere Rezessionen der
marginalen Gingiva (p<0,07) auf. Schwerer Alkohol-Missbrauch (GGTP>51 iu/l)
wirkt sich zudem negativ auf den Plaque-Index aus (p<0,07) und damit auch auf
den Gingivalen Index (GI), die Taschentiefe (PD). Bei Kokain-Abhängigen konnte
kein entsprechender Einfluss auf das Attachment Level beobachtet werden. An der
Studie nahmen 40 Alkoholiker teil, von denen 30 zusätzlich Kokain-abhängig
waren. Alle Probanden wiesen daneben keine weiteren Erkrankungen auf. Als
Kontroll-Gruppe dienten 25 hinsichtlich Alter, Geschlecht und sozialem Status
gematchte Probanden, von denen 14 Kokain nahmen. Als Mass für einen chronischen
Alkohol-Missbrauch bestimmten die Forscher die Menge des Leberenzyms Gamma
Glutamyl Transpeptidase (GGTP) im Blut. Eine vergleichende Analyse des Parodonts
wurde an sechs Stellen pro Zahn durchgeführt. Die Wissenschaftler erhoben Daten
zum Gingivalen Index (GI), Plaque-Index (PI). Die Atachment Level (AL)
errechneten sich aus der Taschentiefe (PD) und dem Level der marginalen Gingiva
(GM). Zwischen den beiden Gruppen gab es keine statistisch signifikanten
Unterschiede hinsichtlich der durchschnittlichen Werte für AL, PD, GM, GI und
PI. Dennoch zeigt eine Reihe von Regressionsanalysen einen eindeutigen Einfluss
von chronischem Alkohol-Missbrauch auf den parodontalen Status. So gehen hohe
GGTP-Level mit einem Attachment-Verlust einher.
Quelle: Khocht A. et al.: The Influence of Gingival Margin Resession on Loss of
Clinical Attachment in Alcohol-Dependent Patients without Medical Disorders.
Journal of Periodontology 2003; 74(4):485-493.
Die Wirkung wird zurückgeführt auf eine Funktionsbeeinträchtigung der
Neutrophilen, Makrophagen und der T-Zellen - mit der Folge einer höheren
Infektionsneigung. Die Ergebnisse legen nahe, dass Alkoholkonsum ein
unabhängiger variabler Risikofaktor für Parodontitis sein könnte
Was bereits für die japanische Bevölkerung festgestellt werden konnte, hat sich
auch für die US-amerikanische Bevölkerung bestätigt: Junge Menschen mit starkem
Übergewicht haben eine höhere Prävalenz für parodontale Erkrankungen. Die
signifikante Korrelation zwischen Adipositas und parodontaler Erkrankungen
zeigte sich in der Auswertung der 3. National Health and Nutrition Examination
Survey (NHANES III). Über 13.600 Teilnehmer im Alter über 18 Jahren wurden im
Rahmen der Studie auf ihre parodontale Gesundheit untersucht. Als Parameter
dienten Taschentiefe (>4 mm) und Attachment-Verlust (>3 mm). Parallel erfassten
die Forscher Daten zum Taillenumfang und zum Body Mass Index (BMI). Als
übergewichtig wurden Teilnehmer mit einem BMI zwischen 25 und 29.9 kg/m²
eingestuft, adipös galten Teilnehmer mit einem BMI über 30 kg/m². Die
Auswertungen zeigten eine signifikante positive Korrelation zwischen Adipositas
und parodontaler Erkrankung, allerdings nur in der Gruppe der 18- bis
34-jährigen. Die Prävalenz für parodontale Erkrankungen liegt bei jungen
adipösen Menschen rund 76% höher als bei Normalgewichtigen ihrer Altersklasse.
Allein ein bereits großer Taillenumfang (>102 cm Männer; >88 cm Frauen) ging mit
einer 2,27-fach größeren Odds-Ratio für eine parodontale Erkrankung einher.
Gleichzeitig nahm die Prävalenz einer PA-Erkrankung in der Gruppe der
untergewichtigen Teilnehmer (BMI <18,5 kg/m²) ab. Für höhere Altergruppen (über
35 Jahre) konnte keine signifikante Korrelation zwischen einem deutlichen
Übergewicht und dem verstärkten Auftreten einer PA-Erkrankung festgestellt
werden. Die Autoren diskutieren verschiedene Erklärungen für diesen
Zusammenhang, der per se ja keine Kausalität aufzeigt. Sie vermuten einerseits,
das Ernährungsverhalten übergewichtiger Jugendlicher stünde für eine Kalzium-
und Vitamin-C-arme Kost, die bekanntlich die Entstehung einer Parodontitis
begünstigt. Zudem könne Übergewicht in jungen Jahren zu einer stärkeren
Stigmatisierung als im Alter führen. Die Folge seien chronische Stresszustände,
die ebenfalls die Genese einer Parodontitis förderten. "Parodontitis ist lange
Zeit als eine "Alte-Leute-Krankheit" betrachtet worden", so Studienleiter
Al-Zahrani der Case Western Reserve University. "Nun wissen wir, dass
weitverbreitete Risikofaktoren wie Adipositas die parodontale Gesundheit in der
jungen Bevölkerungsschicht gefährden können."
Quelle: Al-Zahrani M.S. et al.:Obesity and Periodontal Disease in Young,
Middle-Aged, and Older Adults. Journal of Periodontolgy 2003;74:610-615 und
EurekAltert! (Zitat)
Attachmentverlust,
Diabetes,
Gingivitis
(Parodontitis) als Begleitsymptom,
HIV,
Implantat: Risikofaktoren,
Implantatverlust,
Matrix-Metalloproteinasen
- MMP, Nikotingenuss,
Parodontitis,
Parodontitisdiagnose,
Parodontitis und Schwangerschaft,
unterstützende
Parodontitistherapie
Tool zur Ermittlung
des individuellen Erkrankungsrisikos (für Zahnarztpraxen)
Parodontitistherapie ,
unterstützende
UPT, "parodontologisches Recall" engl.: supportive periodontal therapy
(periodontal maintenance), SPT; beruhend auf der Tatsache, dass jeder
Dauererfolg einer Parodontalbehandlung
weniger von der im Einzelfall angewendeten parodontalchirugischen Maßnahme oder
den eingesetzten Hilfsmitteln abhängt, sondern vielmehr von der Sorgfalt der
häuslichen und zahnärztlichen
Nachsorge und dem exakten Einhalten der
Recall-Termine, welche bei Parodontitis-anfälligen
Patienten praktisch lebenslang besteht (Kontrolle und Remotivation). Die Recallintervalle werden entsprechend
einer individuellen
Parodontitisrisikoabschätzung festgelegt.
parodontale
Erhaltungstherapie ("Parodontal-Recall")
| Parodontitis und Schwangerschaft; engl.: parodontitis and pregnancy; es gibt zunehmend Hinweise, dass eine orale Infektion und Entzündungen im Mundbereich körperlichen Stress auslösen und damit den Fetus bedrohen können. Der mütterliche Stress scheint einherzugehen mit der Verbreitung von oralen Mikroben und mit der Auslösung von Gefäß- und Leberentzündungen. Der Mechanismus, durch welchen eine orale Infektion mütterlicher- und kindlicherseits Stress hervorruft, scheint ein völlig anderer zu sein als der, der bei der lokalen Parodontalgewebszerstörung abläuft - genauere Zusammenhänge sind aber (noch) nicht bekannt. Darüber hinaus scheint sich bei vielen Schwangeren der Zustand des Zahnfleisches zu verschlechtern. Das macht sich bemerkbar als Veränderungen in oralen Entzündungen, insbesondere einem Anstieg in der Tendenz zu Zahnfleischbluten und Taschenbildung. Es kommt zu einem Überwuchern von Mikroorganismen und diese können auf dem Blutweg transuteral in den Fetus gelangen. Daher glauben die Wissenschafter mittlerweile, dass orale Infektionen der Mutter und speziell die Verschlechterung einer Parodontalerkrankung während der Schwangerschaft direkt den Fetus bedrohen. |
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Parodontium Parodont; Zahnhalteapparat, Zahnbett, engl.: do., paradentium, periodontic apparatus; Oberbegriff für ein funktionelles Zusammenspielen der Elemente (Gewebestrukturen, die den Zahn ernähren, im Kiefer (Alveole) halten und bei Belastung abfedern) des Zahnhalteapparates. Es sind dies im wesentlichen:
Erkrankungen des P. werden unter dem Oberbegriff
Parodontitis zusammengefasst, welcher sich
häufig auf den Begriff Parodontitis
marginals bezieht. Altersbedingte Abbauvorgänge des P. haben die
Bezeichnung Parodontose. |
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![]() Anatomie / Begriffe des Zahnhalte-apparates |
| Parodontologie Lehre von der Funktionsweise (Physiologie) und den Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontium), engl.: periodontology. Relativ junge zahnärztliche Fachrichtung mit einer starken Vernetzung in alle übrigen zahnärztlichen Fachbereiche - traditionell als Untergruppierung ("Sektion") in der konservierenden Zahnheilkunde angesiedelt, werden zusehends für dieses zentrale Fach eigene Lehrstühle eingerichtet. Der "Fachzahnarzt für Parodontologie" ist nur im Kammerbereich Westfalen/Lippe (Münster) nach der Weiterbildungsordnung gültig. |
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Parodontolyse ; nicht mehr gebr. Bez. für
eine
Parodontitis
Parodontometer
; engl.: periodontal pocket marker; Zahnfleischtaschen-Tiefen-Messgerät;
Parodontalsonde, Hauer Parodontometer
Parodontopathien
Zahnbetterkrankungen, engl.: periodontal diseases;
Sammelbezeichnung für jegliche Erkrankungen des
Parodontium
Special:
internationale Einteilung
Special: Zahnfleischerkrankungen
Behandlungsschema bei
Zahnfleischerkrankungen,
Markerkeime ,
Parodontalbehandlung
Attachmentverlust,
Parodontitisdiagnose
Parodontose
auch: Paradentose (Begriff veraltet, 1921 von Weski eingeführt), Zahnbettschwund, "Zahnausfall", engl.:
periodontosis; entzündungsfreier Rückgang des
Zahnhalteapparates, ohne
Zahnfleischtaschenbildung, mit oder ohne
Lockerung der Zähne, meist altersbedingt
durch Abbau des Kieferknochens.
Begriff wird von Laien (fachlich falsch!) häufig für jegliche Formen der
Zahnfleischerkrankungen - vornehmlich der
entzündlichen
Parodontitis - gebraucht.
Wie sehr sich die medizinische Vorstellung von parodontalen Erkrankungen bereits
in den letzten Jahrzehnten verändert hat, zeigt sich an der heute gültigen
Krankheitsbezeichnung "Parodontitis": Das Suffix "-itis" bezeichnet in der
Medizin allgemein Entzündungen. Verschleißerscheinungen enden dagegen auf "-ose"
- Beispiel Arthrose. P. galt bis Mitte des letzten Jahrhunderts als ganz
normale Alterserscheinung. Erst später erkannte man, dass der Zahnverlust durch
chronische Entzündungen hervorgerufen wird, die sich durchaus behandeln lassen.
Höhenabbau,
Parodontium, Parodontopathien
"Parodontosebehandlung" ,
Parodontalbehandlung
| Parotis Ohrspeicheldrüse, engl: parotis(c); von par = neben, otis = Ohr; größte der Speicheldrüsen; ihr Ausführungsgang mündet etwa in der Höhe zwischen dem 1. und 2. oberen Backenzahn in die Mundhöhle. Eine ihrer Entzündungen (virale Parotitis) wird im Volksmund Mögliche Differenzialdiagnosen bei Schwellungen der P. sind z.B. Speicheldrüsensteine, eine Speicheldrüsenentzündung sowie gut- oder bösartige Tumore. Strahlenschäden nach Bestrahlung maligner Tumoren, verbunden mit einer Speichelminderproduktion, werden als Strahlenparotitis bezeichnet. |
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Parotismischtumor , pleomorphes Adenom,
Adenom
Parrot Furchen ;
Lues connata
Partnerschaft
Sozietät, engl.: cooperation;
zur gemeinschaftlichen Berufsausübung gebildete Gesellschaft vor allem bei den
Freien Berufen. In der
ZHK
gebräuchlich als Gemeinschaftspraxis,
Praxisgemeinschaft und
Partnerschaftsgesellschaft.
Nach dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz neuerdings als
Berufsausübungsgemeinschaft tituliert.
Kooperationsarten in
einer Zahnarztpraxis
Partnerschaftsgesellschaftsgesetz
(PartGG); § 1 des Gesetzes sagt: "Die Partnerschaft ist eine
Gesellschaft, in der sich Angehörige
Freier Berufe zur Ausübung ihrer Berufe zusammenschließen. Sie übt kein
Handelsgewerbe aus. Angehörige einer Partnerschaft können nur natürliche
Personen sein".
Am 1.Juli 1995 trat für Freiberufler eine neue Rechtsform, das
P. (PartGG) in Kraft. Sie ist eine neue
Alternative zur weniger flexiblen Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Durch
die Möglichkeit zur Haftungsbeschränkung auf den behandelnden Zahnarzt, die
Zulassung interdisziplinärer Partnerschaften (Ärzte, Juristen...) sowie die
erweiterte Rechtsklarheit ist die PartGG eine geeignete Koorperationsform,
sie hat sich jedoch bislang (2005) noch nicht durchgesetzt. Allerdings gilt bei
der Partnerschaft: „Berufsrecht geht vor Gesellschaftsrecht“. 2005 hat der
Vorstand der Bundeszahnärztekammer in einer für die Länder unverbindlichen
Musterberufsordnung
(als
PDF oder ©:
BZÄK) im §17
festgelegt:
"(1) Zahnärzte können sich auch mit selbstständig tätigen und zur
eigenverantwortlichen Berufsausübung berechtigten Angehörigen anderer Heilberufe
oder staatlicher Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen in den rechtlich
zulässigen Gesellschaftsformen zusammenschließen, wenn ihre
eigenverantwortliche, medizinisch unabhängige sowie nicht gewerbliche
Berufsausübung gewährleistet ist. Die Regelung in § 9 Abs. 4 gilt entsprechend.
(2) Einem Zahnarzt ist gestattet, in Partnerschaften gemäß §1 Abs. 1 und 2
PartGG mit Angehörigen anderer Berufe als den in Abs. 1 beschriebenen zusammen
zu arbeiten, wenn er in der Partnerschaft nicht die Zahnheilkunde am Menschen
ausübt."
Berufsausübungsgemeinschaft,
Gemeinschaftspraxis,
Kooperationsarten in
einer Zahnarztpraxis, Partnerschaften
http://dejure.org/gesetze/PartGG/1.html
Partsch
bekannter
Breslauer Kieferchirurg (1855-1932), welcher u.a. zwei versch. Methoden der
Zystenoperation beschrieben hat:
Bogenschnitt,
Obturator, Osteotomie,
Zyste
| Parulis Schwellung, "Dicke Backe", engl.: gumboil; Bez. für eine entzündungsbedingte Schwellung im Wangen-/Kieferbereich, meist durch Zahnwurzelvereiterungen verursacht (z.B. akute Exazerbation einer Par. apicalis. |
![]() P. mit begleitendem Lidödem |
|
Passavant-Ringwulst , engl.:
Passavant's pad;
Schluckreflex
Passgenauigkeit , engl.:
accuracy of fit;
Randschluss
Passivschicht
engl.: passive layer; eine die
Korrosion behindernde Deckschicht bei Metallen oder
Legierungen. Meist handelt es sich
dabei um Sauerstoff (Luft), welcher eine Passivierung (passivation)
der oberflächlichen Metallteile bewirkt und - je nach Metall/Legierung - die
Oberfläche schützt (z.B. Chrom) oder das weitere Fortschreiten der Korrosion
nicht aufhalten kann (z.B. Eisen)
Passung
engl.: fit; Beziehung zwischen zwei zusammengefügten Formelementen, z.B.
zwischen einer künstlichen Krone und dem
Zahnstumpf, einer Innen- und
Außenteleskopkrone und der Matrize und
Patrize eines
Geschiebes. Durch die Wahl der
Toleranzklassen von dem einen Teil zum Anderen ergeben sich beim Zusammenbau
entweder Spiel, Übereinstimmung oder Übermaß. Man unterscheidet:
Pa-Status ;
Parodontalstatus
Patency-Feile
engl.: patency = Durchgängigkeit; sehr feines Wurzelkanalinstrument (z.B.
Hedström-Feile), welches
zwischen den einzelnen Wurzelkanalaufbereitungsgängen bis zum
Apex in den Kanal geschoben wird, um ein
Zusetzen am Kanalende mit Dentinspänen (sog. "Verbolzung") zu verhindern.
Im Gegensatz dazu verwenden andere Techniken den Effekt der Verbolzung mittels
Wurzeldentin ("Dentinplastik)
zum Verschluss des Apex.
Wurzelkanalbehandlung,
Wurzelkanalinstrumente
Patentgeschiebe ;
Geschiebe
pathogen
engl.: pathogen(et)ic; Krankheiten erregend o.
verursachend. So spricht man von "pathogenen
Bakterien", wenn diese eine
Infektionserkrankung auslösen;
Pathogenese
Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit, engl.:
pathogenesis; im Gegensatz zur
Ätiologie (= Ursache) bezeichnet die P. die Gesamtheit der an der
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit beteiligten Faktoren, wobei die
kausale Pathogenese die Ursachen zwischen auslösenden Faktoren bzw.
individueller Bereitschaft zur Erkrankung für die Entstehung der Erkrankung
untersucht, während die formale Pathogenese die Veränderungen beschreibt,
die während des Verlaufs der Erkrankung auftreten.
Ätiologie,
Salutogenese
pathognomonisch ; engl.: pathognomonic, für die Diagnose einer Krankheit richtungweisend bzw. typisch für eine Krankheit.
pathologisch ; krank, krankhaft,
krankheitsbezogen,
physiologisch
Patientenbeauftragter
Patientenbeauftragte, "Patientenvertreter", engl.: patients mandatory; durch das
GKV-Modernisierungs-Gesetz
(GMG) 2004 neu geschaffene Institution. Damit verfügen Patienten neben den
Behinderten über einen eigenen Ansprechpartner im Bundesgesundheitsministerium.
Ein P. soll helfen, Rechte der Patienten auf
Information und Beteiligung an Entscheidungen der gesetzlichen
Krankenversicherung (
Gemeinsamer Bundesausschuss) durchzusetzen.
Die Folgen einer Beteiligung von Patienten an Entscheidungsprozessen in der
GKV ist derzeit
(2009) nur zum Teil absehbar. Auf jeden Fall gewinnt der
Gemeinsame
Bundesausschuss an Erfahrungskompetenz, die durch eine professionelle
Expertise allein bisher nicht ausreichend berücksichtigt worden ist. Wie sich
das auf Kosten, Qualität und Strukturen im Gesundheitswesen auswirken wird,
bleibt abzuwarten.
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, Gemeinsamer
Bundesausschuss, Patientenberatungsstellen
Patientenberatungsstellen
engl.: patient advisories; Einrichtungen, um
Patienten zusätzliche (meist kostenlose) Informationen und Entscheidungshilfen
im Rahmen einer Behandlung zu geben. Im zahnärztlichen Bereich hauptsächlich angesiedelt bei den
Zahnärztekammern
/ KZVen, aber auch bei
Krankenkassen und Verbraucherschutzverbänden zu finden (2011). Bei den P.
der KZVen haben im ersten Halbjahr 2010
annähernd 20.000 Patienten Rat zu zahnmedizinischen Fragen gesucht.
Von 2006-2010 lief ein vom
GKV Spitzenverband
geförderter Modellversuch, welcher ab 2011 gesetzlich durch das
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz verankert wurde. Diese Stelle hat eine
Mittlerfunktion zwischen den vielfältigen Beratungsangeboten von Körperschaften,
Selbsthilfeorganisationen und Verbraucherverbänden. Im Januar 2011 wurde
entschieden, welcher die
Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)
zum regulären Träger für die Zukunft macht; ab dem 15. 2.2011 wurde eine
kostenlose Beratungshotline freigeschaltet, die unter 0800 011 77 22 zu
erreichen ist. Weiter bietet in 21 über das Bundesgebiet verteilten Filialen die
UPD Hilfe zu allen Fragen der Gesundheitsversorgung an.

![]()
Zahnärztliche Patientenberatung - auch bei Problemen (2012)
oder ©:
BZÄK/KZBV
Patientenbeauftragter,
Zweitmeinung
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de
Flyer:
Patientenberatung in Baden-Württemberg
Bund für soziales und
ziviles Rechtsbewußtsein e.V. (BSZ e.V.): „Patientenschutz- und Patientenrechte“
Patientenquittung
engl.: etwa patient's receipt;
Schlagwortbezeichnung im Zusammenhang mit der Behandlung
Gesetzlich
Versicherter. Die Patientenquittung soll nach den Vorstellungen des
Gesetzgebers für mehr Kostentransparenz sorgen und das Abrechnungsgebaren von (Zahn-)Ärzten
kontrollieren helfen. Allerdings: Solange eine
Budgetierung besteht, kann dem Patienten
nichts Definitives zu den Kosten mitgeteilt werden, da die tatsächliche
Abrechnung nicht zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme bekannt ist - lediglich die
Nennung der BEMA-Punkte ist möglich, nicht
aber deren Wert. In der Praxis bisher (2009) ohne wesentliche Inanspruchnahme.
Das
GMG sagt zur P. aus:
Versicherte können ab 01.01.2004 vom Vertragsarzt (zugelassene Ärzte und
Zahnärzte, ermächtigte Ärzte und ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen,
medizinische Versorgungszentren) und Krankenhäusern eine schriftliche, in
verständlicher Form abgefasste Aufstellung über die erbrachten Leistungen und
deren vorläufige Kosten verlangen (sog. Patientenquittung, § 305 Abs. 2
SGB V). Dies hat direkt im
Anschluss an die Behandlung, mindestens Quartalsweise spätestens vier Wochen
nach Ablauf des Quartals zu erfolgen. Für die Krankenhäuser gilt dies
entsprechend, allerdings innerhalb von vier Wochen nach Abschluss der
Krankenhausbehandlung. Der Versicherte hat hierfür eine Aufwandspauschale von
EUR 1,-- zuzüglich Versandkosten zu zahlen. Wenn dennoch Fragen auftreten, können die Patienten
ihren Arzt ansprechen oder eine kostenlose KV-Hotline anrufen. Bei Zweifeln an
der Richtigkeit der Quittung prüfe die Kassenärztliche Vereinigung (KV) diese
auf ihre Korrektheit.
Chip-Karte,
Gesetzliche
Krankenversicherung,
Kostenerstattung, Sachleistung
Patientenrechtegesetz
(PatRG), engl.: Patient Rights Act; 2013 in Kraft getretenes Gesetz,
welches überwiegend bisher entwickelte richterliche Grundsätze des
Arzthaftungs- und
Behandlungsrecht in den neu
geschaffenen §§ 630a – 630h BGB kodifiziert (Rechte von Patienten werden
transparenter, der Aufklärung kommt
eine zentrale Bedeutung zu), sowie eine patientenfreundliche
Änderung in Teilen des
Sozialgesetzbuches (SGB V) beinhaltet. Wegen einer neu geschaffenen
Beweislastumkehr bei groben fachlichen Verstößen (schwere
Behandlungsfehler wie z.B. Hygienemängel, erhebliche
Organisationsfehler) kommt einer lückenlosen
Dokumentation eine noch größere
Bedeutung zu.
Rechtsanwältin Martina Winkhart-Martis legt diese Änderungen ausführlich dar und
nimmt besonders zu folgenden Kernpunkten Stellung:
1. Der
Behandlungsvertrag als Dienstvertrag
2.
Informationspflichten
3. Aufklärung und
Einwilligung
4. Dokumentation
5. Einsichtnahme
in die Patientenakte
6.
Beweislastumkehr und Beweiserleichterungen
7. Änderungen im
5. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V)
Kommentar
der LZK-BW
ZPW-Online
Patientenrechtegesetz – Alles wird Neu und bleibt doch beim Alten
Das
müssen Ärzte nun beachten
Praxisbroschüre "Patientenrechtegesetz"
Patientenrechterichtlinie
vormals „Gesundheitsdienstleistungsrichtlinie“; vom EU-Parlament 2009
eingebrachte Richtlinie zur
Behandlung von Erkrankungen und deren
Kostenerstattung bei EU-Bürgern
in einem außerhalb des Heimatlandes liegenden EU-Landes. Intention dieser
parlarmentarischen Initiative ist die Verstärkung der grenzüberschreitenden
Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen innerhalb der Europäischen
Union, z. B. durch eine europaweite Sicherstellung der Kostenerstattung für
Patienten und die freie Wahl der Gesundheitsdienstleister im europäischen
Gesundheitsmarkt. Danach unterliegt künftig der Patient dem Recht des Landes, in
dem er behandelt wird (sog. Behandlungsmitgliedstaatsprinzip). Zu den
wichtigsten Neuerungen gehört, dass Patienten im Grundsatz künftig ambulante und
auch stationäre Leistungen im EU-Ausland ohne vorherige Genehmigung ihrer
Krankenkasse in Höhe der Inlandssätze erstattet bekommen sollen. Die
Mitgliedstaaten können aber von den Patienten verlangen, sich eine
Vorabgenehmigung für die Rückerstattung der Kosten von Krankenhausleistungen und
Spezialbehandlungen einzuholen.
Behandlung im EU-Ausland
Bund für soziales und
ziviles Rechtsbewußtsein e.V. (BSZ e.V.): „Patientenschutz- und Patientenrechte“
Patientensicherheit
"Abwesenheit unerwünschter Ereignisse", engl.: patient safety;
"... Gesamtheit aller Maßnahmen in Klinik und Praxis, die darauf gerichtet
sind, Patienten vor vermeidbaren Fehlern und Schäden in Zusammenhang mit der
Heilbehandlung zu bewahren. Vor diesem Hintergrund findet sich verschiedentlich
auch eine zweite, besonders kurzgefasste und pointierte Definition von
Patientensicherheit als „Abwesenheit unerwünschter Ereignisse“ [Groß, 2012]."
aus
zm Nr.3/2014 (hier ausführliche Darstellung)
Behandlungsfehler,
Komplikationen
Patientenunterlagen
; engl.: patient records, medical data;
Dokumentation
| Patrize Geschiebeteil, Verbindungselemente-Teil, engl.: male part (of attachment); der Teil eines Geschiebes, welcher erhaben ist und in eine entsprechende Hohlform (Matrize) passt; meist am herausnehmbaren Teil des Zahnersatzes befindlich. |
|
Pauschalhonorar ,
engl.: flat-rate fee, overall fee;
GOZ
Pay-for-Performance
,
Managed care
Pb = Prämolarenbreite
PBI ,
Papillenblutungsindex
PCCS-System
Abk. von Platelet Concentrate Collection System; neue Technik in der
Implantologie und bei der
Erneuerung von körpereigenem Knochen, basierend auf der
PRP- Methode;
PRP,
P.R.G.F - System
PCP-Sonde
engl.: color-calibrated periodontal probe; farbcodierte
parodontologische Mess-Sonde;
mittels farbiger Markierungen kann die
Taschentiefe leichter bestimmt werden.
Die farbcodierten Millimeterangaben entsprechen den Farben einer Verkehrsampel:
grün - gelb - rot.
PCR
mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Polymerase-Ketten-Reaktion,
vom engl.: polymerase chain reaction, Methode zum Nachweis von sog.
Markerkeimen. PCR ist eine
molekularbiologische Untersuchungsmethode, bei der kleinste DNA-Mengen aus einer
oder mehreren Zahnfleischtaschen
durch Vervielfältigung nachgewiesen werden. Dabei multipliziert ein spezielles
Enzym (Taq-Polymerase) die artspezifischen Genfragmente der gesuchten
Parodontitiserreger, die so genannten Zielsequenzen. Für jede Zielsequenz werden
2 spezifische Primer, kurze DNA-Fragmente, verwendet. Zusätzlich zur Bestimmung
der Art und Anzahl der Zahnfleischerkrankungen auslösenden Keime lässt sich die
Gesamtkeimzahl der entnommenen Probe ermitteln. Diese Bestimmung erlaubt eine
Einschätzung der mikrobiologischen Gesamtbelastung in der Zahnfleischtasche und
dient so als Entscheidungshilfe für die
Therapieplanung und zur Wahl geeigneter
Antibiotika.
Der neu entwickelte (2003) Test "meridol Paro Diagnostik™" verwendet
erstmals in der zahnmedizinischen Diagnostik die neue Real-Time-PCR-Technologie.
Ein Verfahren, bei dem zusätzlich ein weiteres spezies-spezifisches DNA-Fragment
(TaqMan-Sonde) eingesetzt wird. Während der Vervielfältigung der Zielsequenz
wird dieses Fragment abgespalten und zerstört. Zugleich wird ein
Fluoreszenzsignal freigesetzt, das durch automatische Laserdetektion online
gemessen und direkt aufgezeichnet wird. Die Intensität des Fluoreszenzsignals
ist ein Maß für die Menge des gebildeten Produktes und direkt proportional zur
Ausgangsmenge des gesuchten Erregers in den Patientenproben. Das Verfahren
reagiert auf die 6 Markerkeime Actinobacillus actinomycetemcomitans,
Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythensis, Treponema denticola,
Fusobacterium nucleatum ssp., Prevotella intermedia.
Antibiotika bei
Zahnfleischerkrankungen,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Markerkeime
http://www.hain-lifescience.de/
PCR-Wert (Abk. von Pellicle Cleaning
Ratio);
RDA-Wert
PDA,
PDT
, aPDT
(antimikrobielle) photodynamische Therapie, photoaktivierte
Desinfektion (PDA), auch: photodynamisch-aktivierte
antibakterielle Therapie (PACT),
engl.: PhotoDynamic Therapy; lichtinduzierte Inaktivierung
von Zellen, Mikroorganismen oder Molekülen. Junges Verfahren, dass in der
Lage sein kann, u.a. entsprechend abgeschirmte Zahnflächen im Mund bis hin zur
Sterilität zu
desinfizieren. Das Prinzip beruht
auf der Tatsache, dass Bakterien dann abgetötet werden können, wenn sie vorher
eine gewisse Zeit einer photosensiblen Flüssigkeit ausgesetzt wurden und
anschließend mit einem Licht bestimmter Wellenlänge (
(Soft-)Laser)
bestrahlt werden. Die antibakterielle
Wirkung einer photodynamischen Therapie auf
Zahnplaque-Biofilme ist dagegen nur gering.
Im Gegensatz zu bisher bekannten Laser-Methoden tritt bei
diesem Verfahren nur eine sehr geringe Hitzeentwicklung auf. Allein entfaltet weder die
Flüssigkeit, noch der Laser eine
bakterizide Wirkung. Bei der Desinfektion von Zahnoberflächen kommt nach
heutigem Stand (2010) z.B. ein Softlaser mit einer Wellenlänge von ~
λ = 633-635 nm über 60 Sek. zum Einsatz, der auf die zuvor mit Toloniumchlorid (12,7 µg/ml/60s) behandelten
Zahnflächen gerichtet ist. Mit Hilfe des an die Bakterienmembran gebundenen
Photosensitizers "Phenothiazinchlorid" wird atomarer Sauerstoff frei gesetzt,
welcher Bakterien um zwei bis drei 10er-Potenzen reduziert. Als Nebenwirkung
wird eine temporäre Blauverfärbung der bestrahlten Strukturen angegeben.
Dokumentiert sind bisher (2009) Anwendungen auf durch
Kariesbakterien infiziertes
Dentin,
Wurzelkanaldesinfektionen, parodontale Eingriffe (siehe Abb.) und die
Unterstützung bei
einer Periimplantitis-Behandlung.

![]()
Auf dem deutschen Markt ist z.B. ein kleines Gerät (PACT™
cumdente) mit vielfältiger
Indikationsstellung (bei Kariesentfernung, Wurzelkanalbehandlung, PA-Therapie)
:
http://www.cumdentepact.com/
Bisherige chem. Techniken
(Carisolv,
Wasserstoffperoxid,
Natriumhyperchlorid usw.) könnten dadurch abgelöst werden, ersetzen aber
keinesfalls ein vorheriges konventionelles
Präparieren mit entsprechenden
Instrumenten.
Größere Praxiserfahrungen des 2004 in D eingeführten Systems (Fa. HELBO,
Grieskirchen, A) liegen bisher (2009) nicht vor.
PDT im Rahmen der "Photodynamischen Diagnostik" mittels
5-Aminolävulinsäure (5-ALA) stellt eine viel versprechende Option auch bei der
Erkennung und Behandlung von
Tumoren der Mundhöhle
dar, ist aber wegen des hohen Zeitaufwandes (noch,
2008) nicht Screening-tauglich.
Ein bekanntes Einsatzgebiet von PDT ist die Augenheilkunde: Bei
der photodynamischen Therapie wird das Medikament Verteporfin durch Laserlicht
bestimmter Wellenlänge am zentralen Augenhintergrund aktiviert, um so krankhafte
Gefäßneubildungen zu zerstören und einer weiteren Verschlechterung der
Sehfähigkeit entgegen zu wirken.
Auch bei Karzinomen im Frühstadium erzielte PDT Erfolge. Besonders geeignet sind
dafür oberflächlich
gelegene Tumore, da der Laserstrahl nur etwa einen halben Zentimeter in die
Tiefe eindringt. Nebenwirkungen reichen von Schmerzen bis zur Rötung der
bestrahlten Hautabschnitte. Auch die Sensitivität gegenüber direkter
Sonneneinstrahlung ist erhöht. Die Betroffenen müssen etwa sechs Wochen nach der
Therapie das Sonnenlicht meiden. Bevor die eigentliche Lasertherapie beginnt,
wird dem Patienten intravenös ein lichtsensibler Wirkstoff injiziert. Dieser
passiert die gesunden Zellen und reichert sich in den kanzerösen sowie präkanzerösen Zellen an. Zwei bis drei Tage nach Injektion werden die
betroffenen Stellen mit Laserlicht
bestrahlt. Dabei bilden sich Sauerstoffradikale, die den Zelltod herbeiführen.
Zur Durchführung des Eingriffs, der etwa neun Minuten dauert, erhalten die
Patienten eine Anästhesie.
APT,
Desinfektion,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Präkanzerose,
Sterilisation,
Strahlentherapie
http://www.helbo.de/
http://www.zwp-online.info/fachgebiete/
PDI ,
Periodontal-Disease-Index (nach Ramfjord),
parodontale
Indices
PDT, aPDT,
PDA
| Pederson Skala engl.: Pederson scale; "Einschätzungsskala" über zu erwartende Schwierigkeiten ( |
![]() |
Peeso Krone
historischer Vorläufer der heute gängigen
Teleskopkrone nach dem amerik.
Zahnarzt Frederic Peeso (1853 - 1929). Da zu dieser Zeit noch keine
Gusskronen üblich waren, bestanden
Innen- und Außenteleskop aus zwei aufeinander passend gearbeiteten
Bandkronen ("Ring-Deckel-Kronen")
| Pelikan engl.: pelican; eines der ältesten "Kralleninstrumente" zur Entfernung von tief zerstörten Zähnen oder Wurzelresten. Obwohl er in sehr unterschiedlichen Formen vorliegt, geht sein Name auf die Ähnlichkeit der Extraktionsklaue mit dem Schnabel des Vogels gleichen Namens zurück. Der P. wurde benutzt, um einen Zahn seitwärts mit großer Kraft zu entfernen. Dabei verkrallte sich die Klaue am Zahn, eine Abstützung erfolgte am Kieferknochen. Bei unsachgemäßer Anwendung waren Kieferbrüche oder eine Abriss von Kieferknochen nicht selten. Im Verlauf des 19. Jhds wurde der P. bedeutungslos; er besitzt heute nur noch einen bedeutenden Sammlerwert. |
Pellet , engl. für Kügelchen: meist im Zusammenhang mit kleinen "Wattekügelchen" zur Reinigung von Kavitäten gebraucht
Pell-Gregory Klassifikation
engl.: Pell-Gregory classification, "difficulty prediction scales"
; Einteilung von im Mund/Kiefer befindlichen
Weisheitszähne vor deren
Entfernung hinsichtlich zu erwartender Schwierigkeiten/Komplikationen vor
deren Entfernung; aufgestellt 1933. Es existieren 2 Skalen: Werte von A-C
beziehen sich auf die Lage der Kaufläche
zur Okklusionsebene; Skala 1-3 auf
die Lage des gesamten Zahnes im Kiefer (aufsteigender Ast). Der Aussagewert
dieser Einteilung ist wissenschaftlich umstritten.
Pederson Skala
Pellicle
Pellikel, Pellicula, engl.: pellicle; sog. "erworbenes
Schmelzoberhäutchen".
Ca. 1µ starkes Häutchen aus organischen Bestandteilen auf der Zahnkrone
("erworben" deshalb, weil es zu dem während des Zahnbildungsprozesses
bestehendem primären Schmelzoberhäutchen keine Verbindung hat). Sie
stellt eine gewissen Schutzfunktion für den Zahn ("vom Speichel gebildeter
Bioschutzfilm") dar. So ist die P. ein Schutz vor Säureangriffen auf den
Zahn und ein Reservoir für speichelbedingte Reparaturfunktionen. Durch zu
starkes Zähneputzen oder Zufuhr von Säuren (vornehmlich aus der Nahrung) wird
dieses Häutchen rasch zerstört. Bei einer Produktion von zuwenig Speichel (Xerostomie)
bildet sich nur eine unvollständige P.. Besonders empfindlich reagieren
freiliegende Zahnhälse auf
ein Fehlen der P., da ohne diesen schützenden Film die Dentinkanälchen
offen liegen und die sich in ihnen befindlichen feinen Nervenendigungen des
Zahnnervs chemischen und thermischen Einflüssen schutzlos ausgeliefert sind.
Eine (eher negative) Eigenschaft der P. ist die Tatsache, dass Bakterien
darauf einen guten Nährboden finden; ebenso ist der P. durch Einlagerung
von Farbstoffen für viele extrinsische
Zahnverfärbungen verantwortlich.
PCR-Wert, Plaque, Schmelzoberhäutchen
| Pelotte franz.: pelote = Knäuel; in der ZHK von 2-facher Bedeutung: 1.) Schutzschild an herausnehmbaren kieferorthopädischen Geräten (Aktive Platte, Aktivator), um störende Einflüsse der Lippe/Wange abzufangen. 2.) eine Art Zahnfleischklammer aus Kunststoff an Teilprothesen, welche unter Wölbungen des Alveolarfortsatzes greift. |
![]() |
| Pemphigus Blasenausschlag, Pemphix: griech. = Blase, engl.: do.; Sammelbezeichnung für eine sehr seltene (~ 2:1.000.000) (Schleim-)Hauterkrankungen mit Blasenbildung bei meist unbekannter Ursache, eine Veranlagung zu dieser Erkrankung ist wahrscheinlich vererbbar; Auftreten bevorzugt zwischen dem 40. u. 70. Lebensjahr. Sie wird in den Formenkreis der Autoimmunerkrankungen eingeordnet und beginnt - bei jahrelangem Fortbestehen - häufig im Mund ( Beim Pemphigus vulgaris richtet sich die Autoimmunreaktion gegen Zellstrukturen (Desmoglein III auf Keratinozyten) in der obersten Hautschicht (Epidermis). Der normalerweise feste Verbund der Zellen in der Epidermis untereinander wird gelöst (Akantholyse). Sie wird leicht zerreißbar. Es können sich dabei Blasen ( In der Schwangerschaft können Antikörper auf das Ungeborene übertragen werden, so dass dieses ebenfalls erkrankt. "Die von Tzanck (1947) beschriebene akantholytische Pemphiguszelle (Tzanck-Zelle) ist typisch (aber nicht spezifisch) für den Pemphigus vulgaris. Im Ausstrichpräparat finden sich charakteristische, plaqueförmig gruppierte, rundlich aufgeblähte, akantholytische Epithelzellen mit Degenerationszeichen wie basophilem, strukturlosem Kern, perinukleärer Plasmaaufhellung, die sich deutlich von dem peripheren basophilen Zytoplasma abhebt, und wenigen oder vollständig fehlenden interzellulären Verbindungen. Der Nachweis von Tzanck-Zellen kann histologische, immunhistologische und immunologische Untersuchungen nicht ersetzen." nach Labor Prof. Seelig |
|
Penicillin
Penizillin, klassisches Antibiotikum,
Betalaktamantibiotikum, engl.: do.; 1942 Einführung in die Medizin,
heute therapeutisch in versch. Formen (Derivate) vorliegend. Wurde früher in der
ZHK meist die sog.
Schmalspektrum-Oral-Penicilline wie Penicillin V (z.B. Isocillin™) oder
Propicillin (z.B. Baycillin™) eingesetzt, treten heute aus Gründen der
Resistenz Breispektrumantibiotika
- wie die Aminopenicilline (Ampicillin, typischer Vertreter: Binotal™) oder
Amoxicillin (typischer Vertreter: Amoxypen™, Clamoxyl™) in den Vordergrund. Zur
empfohlenen Anwendung/Dosierung siehe unter
Antibiotika; zur
Antibiotikaprophylaxe
Endokarditisprophylaxe.
Seit der Entdeckung des P. durch Alexander Fleming im Jahr 1928 wurde
eine Vielzahl weiterer Antibiotika entdeckt. Dabei sind Naturstoffe aus
Mikroorganismen die wichtigste Quelle für die therapeutische Anwendung am
Menschen.
Allen P.-Derivaten ist gemeinsam:
bakterizide Wirkung durch
Veränderung (Destruktion) der Bakterienzellwand
Wirkung besonders auf
Gram-positive Keime
rascher Wirkungseintritt bei
guter Verteilung im gesamten Körper
geringe Giftigkeit (Toxizität),
deshalb breiter Dosierungsspielraum
Empfindlich gegen die von
Bakterien gebildete Penicillinase.
relativ langsame
Resistenz-Entwicklung
Nebenwirkung:
Penicillinallergie; so wird für
Penicillin V eine Inzidenz von 4,3 % angegeben, allerdings sind schwere
Verlaufsformen selten. Untersuchungen aus dem Jahr 2004 geben ein neues Bild
zur Penicillinallergie: Wer einmal überempfindlich auf P. reagiert,
verträgt das Antibiotikum bei einer
späteren, erneuten Einnahme meist gut. Eine Penicillinallergie ist damit weit
seltener als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Ärzten
aus den USA. Es wurden Daten von 6.000 Patienten analysiert, die bereits einmal
mit allergischen Symptomen auf eine P.-Therapie reagiert hatten. 48
Prozent der Patienten erhielten bei einer später auftretenden
Infektionskrankheit erneut P.. Nur bei zwei Prozent traten dabei
allergische Reaktionen auf.
in bis zu 15 % der Verordnungen
Auftreten eines masernartigen Exanthems auf der Haut
Wechselwirkungen
(Interaktionen) mit anderen Medikamenten (z.B.
Acetylsalicylsäure,
Marcumar, best. Kontrazeptiva ("Pille").
Aerob-anaerobe
Mischinfektionen sind die häufigste Ursache
odontogener Infektionen,
allerdings steigt die Zahl reiner anaerober Entzündungen an, worauf jüngere
Studienergebnisse hindeuten. Die
Resistenzrate gegenüber P. ist dabei eher niedrig, Ausnahme stellen
anaerobe gramnegative Erreger dar.
Das klassische Antibiotikum P. erweist sich wegen einer weltweit zu
beobachteten Resistenz zunehmend als
wirkungslos. Schätzungen gehen davon aus, dass bei
Infektionen im Kiefer-Gesichts-Bereich
nur noch 44% der festgestellten Keime auf die klassischen P. ansprechen.
Hauptgründe für eine Resistenz sind ungenügende Dosierung und Medizin-fremde
Verwendung (z.B. Futtermittel).
In 2005 wurde bekannt, dass Amoxicillin - Kleinkindern verabreicht - vielleicht zu einer
Schädigung des Zahnschmelzes im Sinne einer
Fluorose führen kann (
http://www.medpagetoday.com/Pediatrics/GeneralPediatrics/tb/1862)
Antibiotika,
Antibiotikaprophylaxe,
Clindamycin,
MHK,
Resistenz
http://www.infektionsnetz.at/TabelleEinteilungAntibiotika.phtml
perakut
engl.: peracute; Bez. für eine Erkrankung, welche durch einen besonders
heftigen Beginn und auch Verlauf gekennzeichnet ist (z.B. Herzinfarkt).
akut,
subakut
| Perforation Durchlöcherung, Durchbohrung, engl.: do.; bei der zahnärztlichen Behandlung hauptsächlich auftretend im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung |
![]() |
Perfusion
Durchströmung, Umspülung, engl.: do.; z.B. mit einer Nährlösung
oder Antibiotika. Im weiteren Sinne auch für "Durchblutung" in geschlossenen
Höhlen gebraucht.
Pergamentknistern
Pergamentknittern,
auch: Schneeballknirschen, engl.: parchment crackling, "snowball
crunching"; Beschreibung eines
Geräusches, welches durch Palpation an sehr dünnen Knochenstrukturen entsteht.
Typisches Zeichen für eine größere Kieferzyste
bzw. eines Emphysems, so wie es z.B.
beim Einblasen von Luft oder extensiven Spülungen des
aufbereitenden Wurzelkanals
mit Wasserstoffperoxid
entstehen kann.
peri ; Vorsilbe mit der Bedeutung "um etwas herum"; z.B. periapikal = um eine Wurzelspitze herum (befindlich, gelegen)
periapikal
periapical, Periapex; engl.: do.; Lage-, Gebietsbezeichnung für
"die Wurzelspitze umgebend", "um die Wurzelspitze herum". Dieses Gebiet besteht
aus dem Ligament,
Wurzelzement und
Alveolarknochen.
periapikale Läsionen
engl.: periapical lesion; Oberbegriff für knochenauflösende Veränderungen
"um die Wurzelspitze herum"; i.d.R. zuerst als
radiologische Transluzenzen
erkennbar. Hierzu gehören apicale
Parodontitiden (
Granulom),
radikuläre Zysten und osteolytische Tumore
PRI Index
| Periimplantitis Peri-Implantitis, Implantatentzündung, engl.: do.; Bezeichnung für krankhafte Veränderungen des Implantat-umgebenden Gewebes, mit Unterteilung in:
Die Fortschritte in der Entwicklung enossaler
Implantate haben lange
Überlebenszeiten der Implantatversorgungen möglich gemacht. Dennoch führen
entzündliche Veränderung des umgebenden Gewebes und Knochenabbau bei der
marginalen P. zum Verlust dieser künstlichen Zahnwurzeln. Unbehandelt führt die P. zum Verlust des Implantats; die dadurch
entstandenen Knochendefekte (manchmal erheblich) machen eine Neu-Implantation
ohne knochenaufbauende Maßnahmen ( |
|
Perikoronitis , Pericoronitis;
Dentitio difficilis
Perikymatien , Preiswerk Linien,
engl.: perikymata;
Imbrikationslinien
| perimandibulär um den Unterkiefer herum, engl.: perimandibular; In der ZHK hauptsächlich bei der Bezeichnung von einem perimandibulären Abszess gebraucht: Dieser liegt um den Unterkieferrand herum, der knöcherne Rand ist nicht tastbar. Neben einem reduzierten Allgemeinzustand sind Fieber, eine ausgeprägte Schwellung und Kieferklemme mit Schluckbeschwerden das prägende Krankheitsbild. Ursachen sind entzündliche apicale oder parodontale Erkrankungen ( Neben der Beseitigung des Krankheitsherdes, Inzision und antibiotischer Abschirmung ist u.U. eine extraorale Inzision und Einlage einer Drainage zur Behandlung erforderlich. |
![]() |
| Periochip ™ Chlorhexidin-Chip; kleiner rechteckiger und an einer Seite abgerundeter resorbierbarer Medikamententräger für die Platzierung in Zahnfleischtaschen. P. enthält 2,5 mg Chlorhexidinbis (D-gluconat) in einer biologisch abbaubaren Matrix aus hydrolysierter Gelatine. Diese Gelatine-Matrix ist mit Glutaraldehyd unter Einschluss von Glyzerin und gereinigtem Wasser vernetzt. Die Abmessungen des P. betragen 4 mm x 5 mm x 0,35 mm. Chlorhexidin, der wirksame Bestandteil des P., liegt als Bisbiguanidin vor und wirkt als kationisches Detergens. Das sich nach 7-10 Tagen vollständig auflösende Präparat soll nach Herstellerangaben eine Keimfreiheit der Zahnfleischtasche bis zu 11 Wochen gewährleisten. |
|
PerioControl ™ ;
"elektronische PA-Sonde";
elektronische, druckkontrollierte Parodontalsonde
zur Zahnfleischtaschen-Tiefenmessung.
http://www.prophy-ware.de/periocontrol.htm
Periodontal Disease Index
PDI, engl.: do.; 1959 von Ramfjord vorgestellte Messzahl zur Bestimmung der Schwere
einer Zahnbetterkrankung (Parodontitis).
Dabei werden 6 definierte Zähne - sog. Ramfjord-Zähne - , dies sind die Zähne
16, 21, 24, 36, 41, 44 (
Zahnschema)
ausgewählt und auf Entzündungen (
Gingivitis) wie auch eine Erkrankung des
Zahnhalteapparates (Attachment-Verlust) untersucht. Zusätzlich kann der
Index noch ein Vorkommen von Plaque und
Zahnstein an diesen Zähnen darstellen:
Die versch. Ramfjord-Indices
| PDI-Index | 0 | 1 | 2 | 3 |
| Gingivitis | ohne | moderate Entzündung; nicht den ganze Zahn betreffend |
moderate bis schwere Entzündung am ganzen Zahn |
schwere Erkrankung mit deutlicher Rötung, erkennbarer Schwellung, spontanen Blutungen, Ulzerationen |
| Zahnstein | ohne | supragingivaler Zahnstein, der höchstens 1mm in die Zahnfleischtasche ragt |
moderater Befall sowohl supra-
wie auch subgingival oder subgingival allein |
reichlicher Befall supra- wie auch subgingival |
| Plaque | ohne | Vorkommen an einzelnen bukkalen, lingualen o. approximalen Zahnflächen |
weniger als die Hälfte der bukkalen, lingualen o. approximalen Zahnflächen sind bedeckt | mehr als die Hälfte der bukkalen, lingualen o. approximalen Zahnflächen sind bedeckt |
Community Periodontal Index of Treatment Needs
(CPITN),
Russel Parodontalindex
www.tu-dresden.de/
,
©:
TU-Dresden
Periodontitis
Begriff mit unterschiedlicher Bedeutung:
Wurzelhautentzündung mit parodontalen Folgeerscheinungen bis hin zu einer
Parulis
andere (überholte) Bezeichnung für
Parodontitis
eine Periodontitis luxurians
bezeichnet Wurzelresorptionen,
welche ohne erkennbaren Grund vom Zahnhalteapparat
ausgehen
Periodontium ; im engl. Sprachgebrauch hauptsächlich verwendete Bezeichnung für die Wurzelhaut.
PerioGlas ®
resorbierbares, synthetisches
Knochenersatzmaterial
aus SiO2, CaO, Na2O, P2O5 auf Granulatbasis ("bioaktives Glas"). Zusätzlich
werden dem P. eine Anregung der natürlichen Knochenneubildung und eine
bakterienhemmende Wirkung zugeschrieben.
http://www.novabone.com/NB/perioglas.html
Periodontometrie
Desmodontometrie, Messung der Zahnbeweglichkeit, engl.: tooth mobility test; in den
50er Jahren des letzten Jhds. von Mühlemann eingeführte Methode zur Messung
einer statischen Zahnbeweglichkeit bei konstanter Kraft. Jeder gesunde Zahn hat
aufgrund seiner "federnden Aufhängung"
eine fühlbare Eigenbeweglichkeit von ca. 0,5 mm.
Heute auch Anwendung in der Implantologie
Auslenkung,
Lockerungsgrad, Ostel mentor, Parodontitisdiagnose,
Periotest, Resonanzfrequenzanalyse
Perio-Pack ®, Handelsname für einen
gängigen
Zahnfleischverband auf
Zinkoxid-Eugenol-Basis;
Peripac
Perioprophylaxe
Wortschöpfung aus dem Bereich der
Ganzheitlichen Zahnmedizin;
gemeint ist damit: "... eine Vernetzung mit anderen zahnärztlichen Fachgebieten,
gekoppelt mit ganzheitlichen Auffassungen"
Perioprothetik
Perio-Prothetik;
Schlagwortbezeichnung für prothetische
Maßnahmen in einem parodontal geschädigtem Gebiss
nach einer Parodontalbehandlung;
so z.B. zur Stabilisierung parodontal vorgeschädigter Zähne mittels Zahnersatz. Auch
gebraucht für
provisorische prothetische
Maßnahmen während einer Parodontalbehandlung.
| PerioScan ® 2005 vorgestelltes, neuartiges Ultraschallgerät für "Diagnose und Therapie" (Herstellerangabe) von Konkrementen auf der Wurzeloberfläche. Sobald die Ultraschallspitze (30.000 Schwingungen pro Sekunde) bei der Behandlung in der Zahnfleischtasche auf Konkremente stößt, wird dieser Befund durch die Farbveränderung der integrierten Handstückbeleuchtung signalisiert, da spezielle Sensoren auf Grund des Schwingungsmusters zwischen Konkrementen und gesunder Wurzeloberfläche unterscheiden können. Zusätzlich wird die Farbveränderung des Lichtes auch noch optisch anhand einer farbigen Zahnillustration auf dem P.-Display angezeigt: grünes Licht bedeutet „gesunde Wurzeloberfläche“, blaues Licht signalisiert „Konkremente“. Zudem ertönt optional ein akustischer Signalton. An der Entwicklung dieser auf der sog. "Fuzzy-Logik" beruhenden Technik waren die TU Clausthal und die Uni Greifswald beteiligt. |
![]() ©: der Grafik: www.sirona.de |
| Periost Knochenhaut, Beinhaut, engl.: do.; als äußeres, den Knochen umkleidendes, stark durchblutete und mit Nerven versehene Gewebe, versorgt es große Teile davon mit Nährstoffen. Da im Inneren des Knochens selten spezifische Knochennerven und wenig Blutgefäße anzutreffen sind, bereiten z.B. eitrige Kieferknochenprozesse (Granulom) erst dann Schmerzen, wenn sie zum P. hin durchbrechen und dieses entzünden (= Periostitis) |
Periostar ® ,
motorgetriebenes Gerät zum Schleifen von Parodontalinstrumenten, wie
Scalern und
Küretten;
Grafik
Periostat® ,
Doxycyclin,
Kollagenase;
http://www.sciencedirect.com/ ,
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/ ;
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=periostat
| Periostschlitzung "Rehrmann-Lappen", engl.: periost-slitting; chirurgischer "Trick" zur Verlängerung eines Schleimhaut-Periost-Lappens: Während das Periost als straffe, wenig dehnbare Unterlage dieses Lappens eine Vergrößerung durch Zug kaum zulässt, verhält es sich mit der Mundschleimhaut gegenteilig. Es wird daher dieser Lappen an der Unterseite im Periost eingeschlitzt (nicht durchtrennt!); eine Vergrößerung durch Zug ist nun bis zu einem gewissen Grad möglich. Der derartig vergrößerte Lappen dient zur plastischen Deckung von Wunddefekten (große Extraktionswunden, Kieferhöhlenperforation usw.) |
![]() |
Periotest ®
Spitzname: "Tübinger Specht"; Gerät zum Messen der Festigkeit von Zähnen im
Alveolarknochen ("dynamische Beweglichkeit"). Es werden kurze, dosierte Schläge
auf die Zahnkrone abgegeben und deren Zurückweichen elektronisch
registriert. Einsatz in der Parodontologie (
Zahnlockerung); hier reagiert das
Gerät empfindlicher, als es mit röntgenologischen Methoden möglich ist. Weiter zur
Überprüfung des Heilungserfolgs nach periradikulären Eingriffen (z.B.
Wurzelspitzenresektion)
oder als Vorhersaginstrument der
Osseointegration anhand der gewonnenen Werte für die Einheilung eines
Implantates angewandt.
Lockerungsgrad, Parodontitisdiagnose,
Periodontometrie
http://www.med-gulden.com/
Periotom ; chirurgisches Instrument zur Trennung der Wurzelhaut (Sharpey'schen Fasern) vor einer gewebeschonenden Zahnextraktion
Peripac ® ;
Eugenol-freier
Zahnfleischverband,
welcher unter Speichelzutritt aushärtet.
Perio-Pack
Peripilastrium
engl.: do.; Weichgewebe, welches ein Implantat umgibt und bei idealer
Einheilung des Implantates vom P. bewachsen o. durchwachsen wird. Eine
Entzündung dieses Gewebes als Folge einer Infektion durch die Mundhöhle, wird in
Anlehnung an die Erkrankung des Zahnhalteapparates eines eigenen Zahnes (=
Parodontitis) mit Periimplantitis bezeichnet
Implantat,
Knochenlager,
Osseointegration
Peri-Probe ® ;
elektronische, druckkontrollierte Parodontalsonde
zur Zahnfleischtaschen-Tiefenmessung;
PerioControl
periradikulär ; engl.: periradicular; die Zahnwurzel umgebend, um die Zahnwurzel herum.
Perkussion
engl.: percussion; Untersuchung durch Beklopfen der Körper- o.
Zahnoberfläche und anschließender Deutung des Klopfschalls. In der
ZHK in waagerechter und senkrechter Richtung
angewandetes Abklopfen mit einem stumpfen Gegenstand (z.B. Handgriff einer
Sonde,
Perkussionstest"). Unterschiedliche Schallerlebnisse
lassen Rückschlüsse über das Zahnbett zu, bzw. deuten
Schmerzempfindungen auf entzündliche Prozesse (Parodontitis
apicalis; Parodontitis marginalis) an
der Zahnwurzel hin. Neben der Inspektion,
Palpation,
Sensibilitätsprobe, und
radiologischer Untersuchung gehört die P. mit Auswertung des
Klopfschalls und dabei evtl. auftretender Schmerzen zu den Grundlagen einer
ausführlichen Untersuchung.
Konkussion, Palpation,
Perkussionstest,
Resonanzfrequenzanalyse
Perkussionstest
Perkussionsempfindlichkeit, Perkussionsschmerz,
Perkussionsprobe, engl.: percussion test; diagnostisches Verfahren:
Beklopfen (Perkussion) mit einem zahnärztlichen
Instrument - gewöhnlich mit dem Handgriff einer Sonde.
Treten an einem im Wurzelbereich erkrankten Zahn Schmerzen oder andersartige
Schallgeräusche als an den Nachbarzähnen auf, können Rückschlüsse über die Art
einer etwaigen Erkrankung gezogen werden. Dabei spricht ein "heller" Klopfschall
meist für einen gesunden, ein "dumpfer" Schall eher für einen erkrankten Zahn.
Besonders klopfempfindlich sind Zähne mit einem
(sub-)akuten Eiterherd an der Wurzelspitze oder von einer akuten
Zahnfleischerkrankung befallene Zähne; gelegentlich lassen sich auch
Rückschlüsse auf defekte Füllungen oder Risse im Zahn ziehen. Ist der P.
in axialer Richtung (von oben auf die Zahnkrone) positiv, so deutet dies eher
auf ein Geschehen an der Wurzelspitze hin, während Reaktionen auf horizontale
Kräfte (Perkussion von der Seite her) meist auf eine
Zahnbettentzündungen oder einen Bruch des
Zahnes (
traumatische Zahnverletzungen) hindeuten. Zur weiteren Differenzierung kann
noch eine Vitalitätsprüfung durchgeführt werden, welche beispielsweise bei
Zahnbettentzündungen positiv, bei Geschehen an der Wurzelspitze negativ
ausfällt.
Reagiert der Zahn schon auf eine Berührung (Palpation),
so wird von einer Berührungsempfindlichkeit gesprochen.
perkutan
engl.: trough the skin; im Zusammenhang mit
Injektionen von Medikamenten
oder bei Punktionen gebrauchter Ausdruck: durch die Haut hindurch; im
Gegensatz zu "subkutan" = direkt
unter die Haut (in die der Haut folgende Bindegewebsschicht). Bei der
Mundschleimhaut spricht man von
permukös und submukös
Perlèche , Faulecke, Angulus
infectiosus, engl.: do. or putrid corner;
Rhagade
perlingual
engl.: do.; über die Zunge. Gemeint ist damit i.d.R. eine
Medikamentenaufnahme direkt über die Zunge. Nicht zu verwechseln mit
peroral, wo die Aufnahme auch über den Mund erfolgt, die
Resorption aber im Verdauungstrakt stattfindet
permanent
dauernd, ständig, engl.: do.; z.B. gebraucht im Zusammenhang mit dem
Gebiss oder Zähnen. Im Gegensatz zum
Milchgebiss bezeichnet man das
"bleibende Gebiss" auch als permanente
Dentition (permanent dentition)
permukös ;
perkutan
Permutatio dentium
seltene Platzvertauschung (topographische Lage) zweier Zähne: Anstelle
des Eckzahns steht ein Prämolar und umgekehrt in der Zahnreihe.
perniziös ; bösartig, gefährlich, vernichtend
peroral , engl.: do. or trough the mouth;
durch/über die Mundhöhle;
perlingual
Peroxyd
Peroxid, "-Superoxyd" engl.: peroxide; Bezeichnung für
chem. Verbindungen, welche unter Sauerstoffabspaltung zerfallen (sog. Oxidantien).
Einsatz hauptsächlich zur Desinfektion
oder als Bleichmittel. Hauptvertreter
in der ZHK ist das
Wasserstoffperoxid
("Wasserstoffsuperoxyd"). Eine ähnliche Wirkung wird durch
Percarbonate und
Perborate erzielt.
per primam , per
secundam
Begriffe aus dem Gebiet der chirurgischen Wundheilung:
per primam (p. p.)
auch: per primam intentionem: "Primärheilung"; direkte, glatte,
komplikationslose Wundheilung (z.B. normales Abheilen von Extraktionswunden; nach
chirurgischen Eingriffen durch exaktes Vernähen der Wundränder erreichbar),
per secundam (p. s.)
auch: per secundam intentionem: "Sekundärheilung"; die Wunde heilt
über die Bildung von Granulationsgewebe aus der Tiefe heraus.
Dehiszenz,
Extraktion,
Primärheilung,
Wundheilung,
Wundheilungsstörung
Persistenz
Beharrlichkeit, Ausdauer, engl.: persistence; Bestehen bleiben
eines Zustandes über einen längeren Zeitraum
Milchzahnpersistenz
("persistierender Milchzahn")
| Personendosis Äquivalentdosis, gemessen an einer für die Strahlenexposition repräsentativen Stelle der Körperoberfläche, engl.: personal dose, (bodily dose); Messgröße für strahlenexponierte Personen nach DIN 6814 (die an der Körperoberfläche gemessene Betastrahlung und niederenergetische Photonenstrahlung). Im Gegensatz zur Ortsdosis (Messung in der Luft) wird diese am Körper gemessen. Während Ortsdosismessgrößen geeignet sind, die zu erwartende Strahlenexposition zu ermitteln, haben Personendosismessgrößen den Zweck, diese Schätzung zu verifizieren. Messgröße ist die Äquivalentdosis (als Einheit für die Äquivalentdosis wird das Sievert, 1 Sv = 1 J/kg verwendet) HP(d) in d mm Tiefe an der Tragestelle des Personendosimeters. Im Zusammenhang mit der P. taucht auch der Begriff "Effektive Dosis" auf. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Äquivalentdosis, welche ein Maß für die biologische Strahlenauswirkung ("stochastische Strahlenschädigung", "Strahlenrisiko"; Im Gegensatz dazu bezieht sich der Begriff "Bildempfängerdosis" auf die Strahlenmenge, welche am Bildempfänger (z.B. Röntgenfilm) auftritt. Sie ist eine "technische Dosisgröße" und wird in der Einheit Gray (Gy) gemessen. |
Perubalsam
engl.: Balsamum Peruvianum; Pflanzenextrakt, der aus den geschwelten Stämmen von Myroxylon balsamum gewonnen
wird. Er besitzt antibakterielle und granulationsfördernde Eigenschaften; gehört zu den häufigsten Auslösern von
Kontaktallergien, die sich
allerdings selten klinisch zeigen. In der ZHK
gelegentlicher Einsatz als Beimischung zu
Wurzelkanalfüllmaterialien. Eine
Allergie konnte in dieser Anwendungsform bisher nicht nachgewiesen werden.
Wurzelkanalfüllung
http://de.wikipedia.org/wiki/Perubalsam
PET ;
Positronen-Emissions-Tomographie
Petechien
Vielzahl von kleinen, punktförmigen Blutungen aus den Kapillaren in die Haut
oder Schleimhäute (sog. "Einblutungen"). Sie erscheinen i.d.R. an solchen
Körperstellen, die längere Zeit stark gedrückt wurden oder wenn eine
Thrombopenie vorliegt.
http://www.ttp-world.at/bilder/petechien.gif
Petrik Sporn
engl.: Petrik spur; an einem
Aktivator angebrachter kurzer Führungssporn aus festem Draht zur Bewegung
einzelner Frontzähne
PEX-DMAE (Phenolic Epoxine Monomer
DimethAcrylic Ester; cross-linkable polyethylene);
Bisphenol A, Komposit
Pexie ; chirurgische Fixierung bzw. Anheftung mittels Naht eines Organs an anderen Körperstrukturen
| Pfahlwurzel engl.: tap root; Schlagwortbez. für Wurzeln von großen Backenzähnen (Molaren), bei welchen einzelne Wurzeln zu einer Hauptwurzel zusammengewachsen sind bzw. nur eine, stark ausgeprägte Wurzel besitzen. Dieses äußere Erscheinungsbild sagt nichts darüber aus, ob die betreffenden Zähne nur einen oder mehrere Wurzelkanäle aufweisen, P. sind besonders bei oberen Weisheitszähnen anzutreffen. |
|
Pfeilerzahn
Brückenpfeiler, Pfeilerkrone, Ankerzahn, Pfeiler, engl.: tooth abutment; einer
der Zähne, an welchem ein (festsitzender)
Zahnersatz befestigt ist, wobei der Begriff "Pfeilerkrone" für eine der
prothetischen Kronen einer
Brücke steht. Im weiteren Sinn auch für
die Zähne in Zusammenhang mit einem
herausnehmbaren Zahnersatz gebraucht, die eine
Halte-/Stützfunktion (
Klammerzahn) für eine
Teilprothese haben.
Von der Verankerung im Kiefer und der Zahngröße her spricht man auch von einer
Pfeilerzahnwertigkeit (engl.: tooth abutment significance o.
importance) der
einzelnen Zähne (= anatomische Pfeilerwertigkeit). Diese sind in absteigender Reihenfolge die Zähne (
Zahnschema):
Oberkiefer:
6, 3, 7, 5, 4, 1, 2
Unterkiefer: 6,
7, 3, 5, 4, 1, 2
Ebenso spielt für
die Wertigkeit auch das
Kronen-Wurzelverhältnis
eine bedeutende Rolle, das Verhältnis "Zahnanteil im Kieferknochen" zu
"Zahnanteil ohne Kieferknochen" sollte nicht kleiner als 1 sein.
Weitere klinische
Faktoren der Wertigkeit sind parodontaler Zustand,
Vitalität, Zahnbeweglichkeit,
Wurzelkonfiguration (Länge,
Anzahl der Wurzeln),
Okklusion,
Kippungsgrad,
Klopfschall und
funktionelle
Gegebenheiten.
Ankerelement, Brücke,
erhaltungsfähig vs.
erhaltungswürdig,
Festzuschüsse ab 2005,
kombiniert
festsitzende Versorgung,
Krone,
Modellguss
Special
auf
Zahnwissen.de
http://books.google.de/
Pfeilerzahnwertigkeit ,
Pfeilerwertigkeit;
Pfeilerzahn
| Pfeilklammer Interdentalklammer, Lanzenklammer, engl.: arrow-head clasp; kieferorthopädische Klammerart, welche zum Halten eines herausnehmbaren Behandlungsapparates dient und durch ihre Lage die Okklusion nicht stört; diese pfeilförmig gebogene Klammer greift zum Halten in die Zahnzwischenräume. Wegen einer möglichen Schädigung der Interdentalpapille nicht als Dauerklammer geeignet. Der Biegevorgang erfolgt mit einer speziellen Zange (sog. Pfeilknickzange) |
![]() |
| Pflugscharstellung Schlagwortbez. für die Stellung der mittleren Schneidezähne bei einem Engstand (Angle-Klasse I). Die bleibenden Zähne brechen in der Stellung in die Mundhöhle durch, wie sie sich als Keime im Kiefer befinden. |
|
Pfeilwinkel-Aufzeichnung,
Pfeilwinkel-Registrat ;
Registrat,
Unterkiefergrenzbewegungen
PFRI , Plaquebildungsindex;
Plaqueindex
pH
pH-Wert,
Wasserstoffkraft, engl.: pH-factor; abgeleitet von dem
französischen Ausdruck pouvoir hydrogène. Er wird als der
negative, dekadische Logarithmus der Konzentration an H+-Ionen in
einer Lösung definiert. Fügt man dem Wasser eine Säure hinzu, dann sind mehr H+-Ionen
als Hydroxidionen OH- in der Lösung vorhanden. Je nach der
Konzentration der Säure liegt die H+-Ionenkonzentration meist
zwischen 10-6 und 0,10 mol pro Liter, entsprechend einem
pH-Wert-Bereich von 6 bis 1. Wird dem Wasser eine Base zugegeben, dann ist die
Konzentration an H+-Ionen geringer als die an OH--Ionen,
und der pH-Wert liegt etwa zwischen 8 und 14. (Definition auszugsweise nach
Microsoft Encarta 2003).

Der Delta-pH Sättigungsindex (eine der Messgrößen bei
Trinkwasseruntersuchungen) definiert die Differenz des gemessenen pH-Werts zu
dem bei der vorhandenen Härte und Hydrogencarbonatgehalt im
Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht zu erwartendem pH-Wert, der berechnet oder
über das Calcitlösevermögen (Marmorlöseversuch) experimentell bestimmt werden
kann. Der Delta-pH eines Wassers im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht ist
dementsprechend gleich 0; aggressives Wasser (kalkauflösend) ergibt
negative Werte.
Nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) soll der pH-Wert nicht unter 6,5
und nicht über 9,5 (Grenzwerte) liegen.
Die kritische Grenze für die Kariesentstehung
liegt für Schmelz bei pH 5,5–5,7 und
Dentin pH 6,3–6,5 - Schmelz ist also
widerstandsfähiger als Dentin.
Erosion, Karies,
Plaque,
Stephan-Kurve,
Speichel (pH-Wert),
Speicheltest,
Streptococcus mutans
| Phantomkopf Nachbildung eines menschlichen Kopfes einschließlich Mundhöhle und voll-bezahntem Kiefer zur praxisähnlichen Aus- und Weiterbildung von angehenden Zahnmedizinern, Zahntechnikern und Zahnarzthelferinnen in Universitäten, Schulen und Instituten. |
Phantommetall, Sparlegierung;
Legierung
Phantomschmerz
Deafferenzierungsschmerz,
Amputationstäuschung, auch: atypische Odontalgie, engl.:
ghost pain,
phantom limb pain; Schmerzen (messerstichartige, elektrisierende
Wahrnehmungen oder Kribbeln) in nicht mehr vorhandenen Körperorganen als
Folge einer Durchtrennung von peripheren Nerven oder Nervenwurzeln, mit
unklarer Entstehung: diskutiert wird ein Modell, wonach der den P.
zeigende Zahn bei seinem früheren Vorhandensein schon starke Schmerzen
verursacht hat, bevor er entfernt wurde. Dieses Schmerzmuster wurde dann im
Gehirn nicht vollständig gelöscht. So soll z.B. bei
Amputationen irgendwelcher
Körperteile in Intubationsnarkose (ITN)
zusätzlich eine
Leitungsanästhesie gelegt werden, damit ein möglicher P. wesentlich
geringer ausfällt.
Andere wissenschaftliche Untersuchungen haben
gezeigt, dass ein bestimmtes Molekül in den Nervenzellen des Rückenmarks, der
sogenannte AMPA-Rezeptor, wesentlich zur Entwicklung chronischer Schmerzen durch
Aktivierung des Schmerzgedächtnisses beiträgt.
Projektionsschmerz, Schmerz,
Tinnitus
Pharmakologie
Arzneimittellehre, engl.: pharmacology; Lehre von der Wirkung
chemischer Substanzen auf Lebewesen.
Arzneimittel spielen in der ZHK - sieht man
einmal von den Stoffen zur
örtlichen Betäubung ab - im Gegensatz zur Allgemeinmedizin nur eine
untergeordnete Rolle:
Fluoride zur Kariesprophylaxe
Chlorhexidin und ähnliche Präparate
in der Parodontitisprophylaxe (
Mundspüllösungen)
Antibiotika bei
eitrigen Entzündungen (odontogenen Infektionen und bei
entzündlichen Formen von Zahnfleischerkrankungen
Schmerzmittel bei akuten
Zuständen, nach operativen Eingriffen
Pharmakon
Pharmakon
Arzneimittel, Medikament, engl.: drug, pharmacon;
unterscheiden sich grundsätzlich in verschreibungspflichtige (prescription-only)
und solche ohne diese Einschränkung ("Rezept-frei").
Im Arzneimittelgesetz (§ 48,
http://www.agrar.de/ ) heißt es sinngemäß, dass die Arzneimittel unter
Verschreibungspflicht gesetzt werden, die als gefährlich eingestuft worden sind,
weil sie die Gesundheit auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch unmittelbar oder
mittelbar gefährden können.
Verschrieben wird dabei auf einem Rezept
(engl.: prescription). Versicherungstechnisch ist ein Rezept eine Urkunde
mit beschränkter Gültigkeit. Unterschiede gibt es dabei zwischen gesetzlich und
privat Versicherten:
Gesetzlich Versicherte haben nur einen Monat lang Anspruch auf Übernahme der
Kosten. Privatkassen lassen ihren
Mitgliedern ein halbes Jahr lang Zeit. Eine Einschränkung gilt für alle: Rezepte
für Betäubungsmittel, z.B. starke Schmerzmedikamente wie
Opiate, haben grundsätzlich eine
Gültigkeit von nur sieben Tagen. Der Arzt muss dafür ein gesondertes
Rezeptformular benutzen.
Auf dem
deutschen Pharmamarkt tauchen - meist im Zusammenhang mit der
GKV - folgende
Begriffe auf:
Für jedes neu entwickelte Medikament forschen die Unternehmen im Schnitt
zwölf Jahre und wenden rund 800 Millionen US-Dollar (etwa 556 Millionen Euro)
für die Entwicklung auf (2009). Der
Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG),
Jürgen Windeler, hält einen Großteil der auf dem deutschen Markt erhältlichen
Medikamente (~90%) für überflüssig.
Tabletteneinnahme:
Die meisten Fehler werden bei der Wahl der Flüssigkeit gemacht, mit der
beispielsweise Tabletten eingenommen werden. So vertragen sich viele
Medikamente, wie etwa Antibiotika, nicht mit Fruchtsaft
(s. z.B.:
Grapefruit - Saft mit Wechselwirkung).
Darüber hinaus verstärkt die Grapefruit bei vielen Medikamenten deren
Wirkung. Auch Milch ist denkbar ungeeignet. Denn manche Arzneien (z.B.
Doxycyclin) bilden mit
dem Kalzium der Milch unlösliche Salze. Eisenhaltige Medikamente sollten nie
gleichzeitig mit Tee oder Kaffee eingenommen werden - solche Getränke behindern
die Aufnahme des Eisens aus dem Darm. Dasselbe gilt auch für
Fertigsuppen, Marmelade, Pudding oder Eis. Der Grund: Diese Produkte enthalten
meist Eindickungsmittel (Pektine), die mit dem Eisen im Darm eine feste
chemische Verbindung eingehen können. Arzneimittel, die gegen Depressionen und
psychische Erkrankungen verordnet werden, sollten nicht mit schwarzem Tee
eingenommen werden. Die Gerbstoffe des Tees binden die Medikamente, so dass sie
schlecht aus dem Darm aufgenommen werden können. Dies kann die Wirksamkeit um
bis zu 50 Prozent verringern.
Daher sollten Tabletten nur mit Wasser
oder Mineralwasser hinuntergeschluckt werden. Je mehr Flüssigkeit, desto besser.
Denn so wird das Medikament leichter gelöst und bleibt beim Schlucken nicht in
der Speiseröhre stecken. Sehr oft wird auch die Empfehlung, ein Mittel "vor dem
Essen" oder "auf nüchternen Magen" zu nehmen, missverstanden. Denn gemeint ist
nicht die Einnahme unmittelbar vor der Mahlzeit, sondern 30 bis 60 Minuten
vorher. Das gilt primär für Medikamente, die schnell und konzentriert wirken
müssen, wie Antibiotika oder Schmerzmittel. Dabei sind Fette, heiße Speisen
sowie eiskalte Getränke auf dem Weg vom Magen zum Darm besonders hinderlich.
Umgekehrt sieht es mit Arzneimitteln aus, bei denen eine langsame Aufnahme
erwünscht ist. Sie sollten zum oder direkt nach dem Essen eingenommen werden.
Hierzu gehören Mittel gegen Gicht, zur Durchblutungsförderung, viele
Herzmedikamente, Blutdruck- und Rheumamittel sowie Psychopharmaka.
Bei der Einnahme von pulver- oder flüssigförmigen Medikamenten kommt es
besonders auf die exakte Dosis an. Zum Dosieren dieser Arzneimittel sollten
deshalb keine Tee- oder Esslöffel verwendet werden (Norm:
"ein Teelöffel" = 5 Milliliter, "ein Esslöffel" = 15 Milliliter). Diese sind oft
unterschiedlich groß und damit ungeeignet. Bei Tests wurde festgestellt, dass es
zu Unterdosierungen bis zu 40 Prozent und Überdosierungen bis zu 67 Prozent
kommen kann. Stark wirksamen Medikamenten in Saftform liegt deshalb immer eine
Dosierhilfe bei, meistens ein Messlöffel oder -becher.
Arzneimittelunverträglichkeiten stehen an fünfter Stelle der häufigsten
Todesursachen in Industrieländern. Verantwortlich sind oft Varianten in Genen,
die an der Umsetzung eines Medikaments beteiligt sind. Besonders bei
Medikamenten mit geringer therapeutischer Breite
(z. B. Chemotherapeutika) haben Varianten in diesen Genen gravierende
Auswirkungen. Die DrugProfiler(TM)-Datenbank gibt Ärzten und Apothekern sowie
Pharma- und Biotechunternehmen die Möglichkeit, Informationen über die am
Stoffwechsel von Medikamenten beteiligten Genen zu erhalten. Dadurch kann
bereits vor Verabreichung eines Medikaments mittels einer Laboruntersuchung
geklärt werden, ob Nebenwirkungen zu erwarten sind, ob das Präparat gewechselt
werden sollte und wie die Dosierung angepasst werden kann.
Studien haben ergeben (2008), dass pro Jahr deutschlandweit rund 15 000
Patienten an unerwünschten Medikamentenwirkungen sterben - dabei sei jede zweite
Nebenwirkung vermeidbar, da 50 Prozent der Nebenwirkungen auf Verordnungs- oder
Anwendungsfehler zurückzuführen sind.
Kritische Wissenschaftler vermuten, dass etwa die Hälfte der Daten aus
Medikamenten-Studien nicht veröffentlicht werden. Dies kann im
schlimmsten Fall zur Folge haben, dass schwerwiegende Mängel eines Präparates
nicht bekannt werden. In den USA gilt seit 2008 ein Gesetz, nach dem alle
Medikamentenstudien auf der Internetseite http://clinicaltrials.gov/ registriert
werden müssen.
Medikamente (allgemein):
www.rote-liste.de,
www.ifap-index.de,
www.ratiopharm.de,
http://www.pharmnet-bund.de/
Arzneimittel bei Gesetzlich Versicherten: Die wichtigsten Regelungen für
Zuzahlung und Erstattung
Richtlinie über die Verordnung von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen
Versorgung ("Arzneimittelrichtlinie")
Alle Zahlen, Daten, Fakten
zu Apotheken (2011)
Medikamente - Facharztwissen
http://www.dr-menges.de/fk1722.html
Expertenrat neue Medikamente:
http://www.medknowledge.de/
Von AutIdem bis Zuzahlung, ein ABC der Ärztezeitung
Arzneimittelatlas
Analgetika,
Apothekenspanne,
Arzneimittelgesetz,
Arzneimittelkommission
(AKZ), Aut-Idem-Regelung,
Behandlung in der
Schwangerschaft, Deutschen
Arzneimittel-Codex, Doxycyclin,
Festbeträge von Arzneimittelpreisen,
Galenik,
Good Clinical Practice (GCP), Grünes Rezept,
letale Dosis,
Medizinproduktegesetz,
N,
Nocebo-Effekt, OTC-Präparate,
Panazee, perlingual,
peroral, Pharmakologie,
Placebo,
Postmedikation,
Psychopharmaka,
Rabattverträge,
Rezept,
Rp. - Rx,
Sprechstundenbedarf,
Stomatikum,
Tagesdosis,
Verkehrsfähigkeit
PHC-Syndrom ,
Abk. von Prämolarenunterzahl (Unterzahl der
kleinen Backenzähne), Hyperhidrosis
(übermäßige Schweißproduktion), Canites praematura (vorzeitiger
Pigmentschwund in den Haaren)
Böök-Syndrom
Phenazetin
Phenacetin; historisches, 1887 auf den Markt gekommenes
Schmerzmittel mit starken
Nebenwirkungen (bes. Nierenschädigungen). Dadurch seit 1986 in D verboten und
durch den Metaboliten Paracetamol
ersetzt.
Phenol
Karbolsäure, Phenolderivate, engl: dito o. carbolic acid;
stark ätzende Säure; durch Substitution ("Phenole") mit Methylgruppen
entsteht Kresol, durch Substitution mit Halogenen Chlorphenol
(sog. Phenolderivate). In
der ZHK gelegentlich zur
Desinfektion von infizierten
Wurzelkanälen benutzt ("Einlage").
Phenole sind sehr flüchtig, diffundieren sehr gut auch in feinste Spalten und
bergen am Zahn die Gefahr einer Zahnbettschädigung.
Formokresole (Kresolformalin)
gelten als kanzerogen und haben ein hohes
Allergisierungspotential
ChKM,
TDI,
Thymol,
Trikresol
| Philtrum Grübchen in der Mitte der Oberlippe, vom griech. phíltron = „Liebeszauber“, „Liebesmittel“, „Liebestrank“ engl.: do. or infranasal depression o. Cupid’s bow. Amorbogen o. Kupidobogen ist eine Bezeichnung des individuell sehr unterschiedlich ausgeprägten, doppelt geschwungenen P. und seiner „bogenförmigen“ Grenzlinie. Astrologen sehen einen schwellenden und sinnlich geformten Amorbogen gerne als oberen Teil des „Lippenherzens“; die kosmetische Industrie empfiehlt, den Konturen des Kupidobogens beim Schminken allerhöchste Aufmerksamkeit zuzuwenden, um dadurch dem herrschenden Schönheitsideal zu genügen. |
![]() |
Phlebitis ; Bez. für eine - meist schmerzhafte - Entzündung von venösen Gefäßen.
| Phlegmone engl.: phlegmon; eitrige Gewebsentzündung mit Tendenz zu einer flächenhaften, "schrankenlosen" Ausbreitung. In der ZHK war - vor der Entdeckung der Antibiotika - die Mundbodenphlegmone (s. Abb.) als eine häufig tödlich verlaufende Komplikation gefürchtet. |
![]() |
Phobie
krankhafte Angst, engl.: phobia;
Neurose mit unangemessener Furcht vor spezifischen Situationen oder Objekten
(z.B. einer Zahnbehandlung, Injektionsspritze, Blut;
Iatrophobie). Nach psychoanalytischer
Auffassung liegt eine innere Angst vor verdrängten Wünschen zugrunde, die mit
dem Inhalt der P. oft symbolhaft assoziiert werden; andere Theorien gehen
von fehlerhaften Lernprozessen des die P. auslösenden Umstandes aus.
Angst
Phoenix-Abszess
, wieder aufbrechender
Abszess
Phosphatzement
Zinkoxid-Phosphatzement; eine der Handelnamen: "Harvard
Zement™", "Fleck's Zement™",
engl.: phosphate cement; Einsatz für
Unterfüllungen, als
Befestigungsmaterial für
Kronen, Brücken und Inlays, als Deckfüllung
(bedingt) und als provisorischer
Kavitätenverschluss.
Pulver: |
Flüssigkeit: |
||
ZnO |
80-90 % |
H3PO4 |
52-56 % |
MgO |
10 % |
Al (Puffer) |
2 % |
CaF2 |
6 % |
Zn (Puffer) |
7-10 % |
SiO2 |
4 % |
H2O |
32-36 % |
Al2O3 |
1 % |
Je dünner angemischt wird, desto länger dauert die Neutralisierung der
nervschädigenden Säure.
Ein niedriger pH-Wert kann zu
Pulpenschädigung führen.
Die Abbindezeit liegt zwischen 5-9 Minuten; es wird aber noch über Stunden in
geringen Mengen Phosphorsäure abgegeben, was ebenfalls zu
Nervirritationen führen kann. Die Löslichkeit der P. ist
sehr hoch, als Dauerfüllung sind sie ungeeignet. Eine leichte Abbindeschrumpfung
ist zu verzeichnen (erst bei größerer Schichtdicke bemerkbar). Die thermische
Isolation ist schlecht, die chemische Isolation gut.
Befestigungszement,
Harvard Zement, Phosphorsäure,
Steinzement
Phosphorsäure
H3PO4, Acidum phosphoricum, normale oder Ortho-Phosphorsäure, engl.: phosphoric
acid; ist die wichtigste, dreibasige, schwache Säure des Phosphors, von der sich die Diphosphorsäuren und die kondensierten Meta- und Polyphosphorsäuren ableiten.
Hauptbestandteil des flüssigen Anteils von
Phosphatzementen und als Ätzgel
(30-40%ig) in der Adhäsivtechnik
photoaktivierte
Desinfektion (PDA), photodynamische Therapie
,
PDT
Photoanalyse ;
Profilanalyse
Photo-Polymerisation ,
Polymerisation mit Licht
Phylogenese
Stammesentwicklung, engl.: phylogeny; Lehre von der
Weiterentwicklung und Anpassung der Arten im Laufe der Evolution. Ein Beispiel
dafür ist in der ZHK die
Gebissreduktion als
Anpassung an veränderte Kau- und Lebensgewohnheiten.
Physiologie
Wissenschaft und Lehre von den normalen bzw. den krankheitsbedingten (Pathophysiologie)
Lebensvorgängen und Lebensäußerungen der Menschen, Tiere und Pflanzen.
physiologisch ; die Lebensvorgänge im (gesunden) Organismus betreffend; "normal" im Gegensatz zu "krankhaft" = pathologisch
physiologische Kochsalzlösung, engl.:
physiological saline solution;
Natriumchlorid
Physiotherapie
physikalische Therapie, Oberbegriff für eine Vielzahl von Therapiemaßnahmen
mittels "physikalischer Elemente". Hierzu zählen z.B. die
Wärme- und Kältetherapie, aber
auch Bewegungstherapien ("Krankengymnastik").
http://www.zvk.org/
Phytotherapie
engl.: phytotherapy; Wissenschaft von der Heilbehandlung mit
Substanzen, die aus Pflanzen gewonnen werden (sog. Phytopharmaka).
Pharmakon
http://www.phytodoc.de/
Pica
lat. für Elster; schlagwortartiger Oberbegriff für Essstörungen,
besonders dem regelmäßigem Verzehr von ungenießbaren Substanzen. Betroffen
können alle Bevölkerungsschichten (geistig normal oder geistig behindert) sein.
Zu den Hochrisikogruppen gehören Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter
ebenso wie hirngeschädigte Personen. Dabei zählen zu den P.-Vorlieben
u.a. Aas, Erde, Haare, Würmer, Zahnpasta bis hin zu Exkrementen; Unterteilung in
"Food-Pica" und "Non-Food-Pica". Von P. spricht man, wenn eines der folgenden
Symptome vorliegt:
Mindestens einen Monat lang ständig
eine ungenießbare Substanz verzehrt wird,
Dieses Verhalten nicht altersgemäß ist
(Kleinkinder probieren oft kurzfristig ungenießbare Gegenstände);
Im Rahmen einer anderen psychischen
Störung dieses abartige Essverhalten eine herausragende Stellung einnimmt.
Bulimie
Pichler Schnittführung ;
Bogenschnitt
Pieper-Sonde
engl.: Pieper's probe; von Piper 1987 vorgestellte Apparatur zur
Kariesdiagnostik (http://dentalforschung.de).
Sie basiert nach dem
FOTI-Prinzip auf
der Tatsache, dass kariöse Bereiche vergrößerte Poren in der Zahnhartsubstanz
aufweisen. Dadurch wirken entkalkte und/oder kariöse Areale bei der
Durchleuchtung mit Kaltlicht durch Streuung dunkler als gesunde Bezirke.
Kariesdiagnostik
| Piercing "Durchstechung, Durchbohrung"; schon aus alten Kulturen bekannt, hat sich P. heute wieder zum Trendsetter entwickelt und wird an vielen Körperstellen eingesetzt. Der zahnärztlich interessante Teil beim P. - die Mundhöhle - ist reichlich mit Bakterien versehen und stark durchblutet; Tatsachen, die gerade in diesem Bereich das P. nicht ungefährlich machen. So wird von starken Schwellungen bis hin zur akuten Atemnot und erheblichen Nachblutungen unmittelbar nach dem P. der Zunge ("Der Erotik-Kick - Besonders beim Küssen", "Werbeslogan") berichtet. P. im Mundbereich, mit der dort natürlicherweise zahlreichen und zum Teil infektiösen Mikroflora, können demnach nicht als harmlos betrachtet werden; Komplikationsraten liegen in der Literatur zwischen 17 und 70% und reichen bis zu lebensbedrohlichen Erstickungsanfällen. In Einzelfällen ist es durch schwere Entzündungen von Gesichts-Piercings sogar zu Todesfällen gekommen, nachdem sich Infektionen bis ins Gehirn des Patienten ausgebreitet hatten. Auch beim späteren Tragen kann der Schmuck durch das ständige Anschlagen an die Zähne beim Sprechen und beim Kau-/Schluckakt die Zähne durch feine Mikrofrakturen schädigen - so können Kälte, Hitze oder auch Nahrungsbestandteile den Zahnnerv reizen. Zahnersatz aus Keramik ("Jacketkronen") kann leicht dauerhaft beschädigt werden und ist bei gepiercten Patienten nicht indiziert. Ein Piercen der Lippe oder des Lippenbändchens (s. Abb. unten) kann durch den ständigen Zug am Zahnfleisch bei den Frontzähnen zu erheblichen Zahnfleischverletzungen und -rückgängen ( Ein Rückgang des Zahnfleischs wurde auch bei mehreren Patienten nachgewiesen, die sich die Unterlippe mit einem Metallstift piercen ließen. Die Läsionen traten dort auf, wo das Metall auf das Zahnfleisch traf. P. birgt nicht nur Infektionsgefahren. Bei einer Kernspintomographie sind Magnetfelder so groß, dass sie magnetische Metallteile aus der Haut reißen können. Da nicht immer der Metallanteil in den Schmuckstücken bekannt ist, sollten Patienten alle Piercingteile sicherheitshalber vor der Untersuchung entfernen. Das gilt auch vor der Nutzung von Hochfrequenzgeräten in der Chirurgie und bei Kurzwellenbehandlungen. In jüngerer Zeit werden auch P. aus
Kunststoff angeboten (s. Abb. re.). Hierdurch sollen sich Zahnschäden
vermeiden lassen. Ungeklärt ist bisher, inwieweit derartige Materialien
Allergien auslösen können, bzw.
wie hoch die Plaquebesiedlungsrate ist. Auf rechtsfreiem Raum bewegen sich in Deutschland "behandelnde" Personen" nicht. Anbieter von Piercings müssen sich hinsichtlich der Materialien an EU-Richtlinien orientieren. Zudem gelten das Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände-Gesetz (LMBG) sowie zum Schutz von Minderjährigen die Paragraphen 106, 107 und 113 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Um im Notfall ein gepierctes Stück rasch entfernen zu können, sind Kenntnisse der 3 Hauptverschlussvarianten hilfreich:
|
|
|
Pietrantoni Syndrom
engl.: Pietrantoni's syndrome; im Oberkiefer auftretende
Trigeminusneuralgie-ähnliche
Beschwerden und Hypästhesien,
welche durch chronischen Druck eines Oberkiefertumors auf diesen
Nerv ausgelöst werden
Nervschädigung,
Vincent-Symptom
Piezochirurgie
engl.: piezo-based (bone) surgery; welche das Bearbeiten von
Knochen auf schonende Art und Weise ermöglichen soll (z.B. durch
Piezosurgery®, Mectron).
Der piezoelektrische Effekt beruht auf Oszillationen, die in Kristallen und
keramischen Materialien nach Anlegen einer Spannung (Wechelspannung höherer
Frequenz) hervorgerufen werden. Das
Gerät besteht aus einem Handstück mit mehreren diamantierten oder
titanbeschichteten Aufsätzen sowie einer Peristaltikpumpe für Kühlflüssigkeit
und kann in verschiedenen Frequenzbereichen (die P. arbeitet mit
Frequenzen von 25-32,5 kHz und einer Schwingungsamplitude von 60-200µm) betrieben werden. Vorteile sollen
die äußerst schonende und "dünne" Knochenbearbeitung ohne Verletzung von
Weichgeweben sein.
Ultraschallgeräte
Pilotbohrer
Primärbohrer,
engl.: pilot drill; an der Stirnseite und seitlich schneidender
Knochenbohrer (Knochenfräse) für die initiale Präparation im Rahmen einer
zahnärztlichen Implantation. Der P. hat einen kleineren Durchmesser als
das spätere Implantat und soll primär (evtl. unter Röntgenkontrolle) den Winkel
und die Tiefe für das zu inserierende Implantat festlegen. Eine
Führungsschablone kann dabei hilfreich sein, die gewünschte
Implantatposition während des Eingriffs auf das Operationsgebiet zu übertragen.
Pilotbohrung
Pilotbohrung
Primärbohrung, Markierungsbohrung, engl.: pilot hole preparation; Begriff im
Zusammenhang mit dem Setzen eines
enossalen Implantats: unter Anwendung
einer im Labor hergestellten
Führungsschablone (guide template) zur Festlegung der Position
und
Achsrichtung wird mittels eines Vorbohrers ein Führungskanal ("Pilotkanal") für die spätere Implantatbohrung geschaffen,
welcher nach Röntgenbildkontrolle noch ggfs. korrigiert werden kann.
Implantat,
Pilotbohrer
Pilotstudie
Machbarkeitsstudie, engl.: pilot study; vorbereitende Studie; u.a.
zur Klärung weiterer Details für eine sich anschließende Regelstudie, vor allem,
ob und unter welchen Bedingungen eine geplante aufwändige Erhebung
erfolgreich sein kann.
|
Pink Esthetic Score PES; von österreichischen Wissenschaftlern (Fürhauser et al., 2005) entwickelte reproduzierbare Methode, um das Zahnfleisch an Kronen auf Einzelzahnimplantaten beurteilen zu können. Da die Erfolgsrate von Implantaten in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen hat, wird heute zusätzlich besonderer Wert im sichtbaren Bereich auf die Ästhetik gelegt und beurteilt, wie sich die Suprakonstruktion in das umgebende Weichgewebe einfügt. Grundlage für diesen Index sind sieben Variablen gegenüber einem natürlichen Referenzzahn: mesiale und distale Interdentalpapille, Niveau, Form, Farbe und Struktur der Weichgewebe sowie ein Defizit an Alveolarkamm. Man definiert die PES-Bewertungsskala mit 0 - 1 - 2, wobei 0 für den schlechtesten ästhetischen Eindruck und 2 für den besten steht. Bei optimaler Ästhetik könnte so maximal ein PES von 14 erreicht werden. |
|
| pink spot pink spot disease, Rosa-Flecken-Krankheit; in Bezirken rosa schimmernde Zahnkrone, bedingt durch ein größeres internes Granulom der Zahnpulpa. Gelegentlich auch bei pulpennaher Präparation am Zahnstumpf und bei Wurzelresorptionen beobachtet. |
| Pinlay vom engl.: pin = Stift abgeleitete Sonderform einer Gussfüllung (Inlay); sie trägt an ihrer Unterseite zum besseren Halt parapulpäre Verankerungsstiftchen, welche in vorher in die Zahnhartsubstanz der Kavität präparierte Kanäle exakt hineinpassen (sog. intrakoronale Retention); seltene, historische zahnärztliche Versorgung, vor allem wegen der Gefahr einer Zahn-Nervverletzung durch den Stift. |
![]() |
| Pinledge pin-ledge; engl.: pin = Stift, ledge = Leiste, Sims; spezielle Verankerungsform für Kronen zu einer Optimierung der Retention, besonders bei Teilkronen: in den Zahn werden 3 oder mehr parallel angeordnete Bohrungen gesetzt (s. Abb.), in welche entsprechende Stifte der Krone eingreifen. Heute nur noch selten angewandt. |
Pinzette
engl.: cotton forceps, tweezer; leicht federndes
Behandlungsinstrument/Werkzeug zum Greifen feiner Gegenstände oder Festhalten
von Gewebeteilen in verschiedenen Ausführungen.
In der ZHK Einsatz einer an der
Spitze sehr feinen, abgebogenen P. (sog. College-Pinzette,
"verlängerter Finger des Zahnarztes") als Standardinstrument bei der
Untersuchung und diversen Verrichtungen. Weiter werden noch verwendet:
anatomische
Pinzette: flaches, quer-geriffeltes Maul
chirurgische
Pinzette: drei ineinander greifende Zähnchen (eine Branche mit einem, die
andere mit zwei spitzen Zähnchen) zum minimal-traumatischen
Ergreifen von Körpergewebe
Pitting ,
Korrosion, Lochfraß;
Fluorose
Pivotierungsschiene
Pivotschiene, Distraktionsschiene, engl.: occlusal distraction
splint (dorsal pivot); Unterkiefer-Aufbiss-Schiene, welche ein- oder beidseitig im Molarenbereich eine
Erhöhung besitzt, welche beim Zubeißen als
Hypomochlion wirkt. Das Hauptziel
dieses Schienentyps liegt in der Vergrößerung des Gelenkspaltes und somit des
vertikalen Abstandes zwischen Condylus
und Tuberkulum bzw.
Gelenkfossa. Erreicht wird dadurch eine Dekompression der Gelenkflächen als auch
des Discus.
www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_3459.pdf (mit
Abbildungen)
PKT-Instrument
Abkürzungsbez. für ein im Rahmen der
Aufwachstechnik eingesetztes Modellierinstrument, welche von dem bekannten
Gnathologen Peter K.
Thomas entwickelt wurden
Placebo
Scheinarznei, Leerpräparat,
vom lat.: "ich werde gefallen", nachgebildete Pseudo-Arzneimittel,
welche in Form, Farbe und
Geschmack dem echten (wirkenden)
Pharmakon
entsprechen, jedoch keine pharmakologisch wirksamen Stoffe enthalten, um die
Unterscheidung zwischen subjektiver (Einbildung) und objektiver Wirksamkeit zu
bestimmen.
Unter einem Placebo-Effekt versteht man die Erfüllung einer
Erwartung.
Dabei treten zuweilen erstaunliche Effekte auf:
Sehr kleine und sehr große Tabletten wirken besser als mittelgroße. Rote
Tabletten helfen besser als weiße. Spritzen wirken besser als Tabletten. Wenn
die Spritzen von Ärzten gesetzt sind, zeigen sie zudem mehr Wirkung als die von
Krankenschwestern verabreichten. Je wichtiger der Name des Präparats klingt und
je komplizierter die Anweisungen sind, desto größer ist der "Heilerfolg". Die
Ansprechrate lässt sich dadurch von 20 % bis auf 70 % steigern. Auch
Nebenwirkungen treten unter der Einnahme von P. auf, darunter
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit, Verstopfungen, Erbrechen und
Hautausschläge. Durch P.-Experimente weiß man auch, dass die
Beziehung des Arztes zu seinen Patienten
die Genesung stark beeinflussen kann.
Forschungen zum Placebo-Effekt haben gezeigt, dass dieser durch aktive Prozesse
im zentralen Nervensystem (ZNS) gesteuert wird. Dabei sind die Erwartungshaltung und Lernprozesse
wesentlich.
Jüngste Forschungen deuten darauf hin, dass P. biochemische Reaktionen in
Gang setzen können, die bestimmte Gehirnareale (Hirnstamm, anteriorem cingulären
Cortex (ACC)), welche besonders mit "Opioidrezeptoren" ausgestattet sind,
stärker durchbluten lassen. Nach dieser Spekulation verfügen Personen, die
besonders auf den P.-Effekt ansprechen, über ein effizienteres "Opioid-System".
Andere Forschungen lassen vermuten, dass der Placebo-Effekt durch das Freisetzen
von körpereigenen Endorphinen erfolgt.
Die "Konditionierung" spielt wahrscheinlich weiterhin beim P.-Effekt eine
wichtige Rolle. Damit ist gemeint, dass der Körper selbstständig bestimmte
Funktionen ausführt, die vorher gelernt und mit einem Reiz, der Verabreichung
eines Medikaments zum Beispiel, verbunden wurden.
Bei Schmerzmittel-Placebos liegen inzwischen folgende Erkenntnisse vor:
Grundvoraussetzung für den Effekt ist, dass einmal die Erwartung einer
Schmerzlinderung besteht und dass zum anderen schon eine gewisse Verarbeitung
des Schmerzerlebnisses stattgefunden hat. So haben etwa plötzlich auftretende
Schmerzen wie der Clusterkopfschmerz eine nur geringe Placebowirksamkeit.
Blindversuch, Homöopathie,
Kinesiologie,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Nocebo-Effekt,
Panazee
Placebo- und Noceboeffekte in der Zahnmedizin
Aktueller Stand der
Placeboforschung - veröffentlicht in Nature Reviews Drug Discovery
(2013)
Placebo-Studie: Schon Beipackzettel machen Patienten krank
Imagination - Mit Placebovergiftung in die Notaufnahme
Plafond ,
Budget
Plak-Lite® System
Plak-Lite® disclosing system;
aus Speziallampe (UV-Bereich) und einer fluoreszierenden Lösung (ACIDE(HYDROXY-6
OXO-3 XANTHENYL-9)-2 BENZOIQUE DERIVE DISODIQUE) bestehendes System zur
Sichtbarmachung von Zahnbelägen. Nach Anfärbung mit dem Natriumfluorescin
ist der Belag nur unter der speziellen Lampe sichtbar; bei normalem Licht
behalten die verunreinigten Zähne ihre natürliche Farbe. In D seit 2009 nicht
mehr auf dem
Markt.
Färbetabletten
Planstopfer ; engl.: flat packer,
finishing or plane-shaped plugger;
Amalgamstopfer
| Plaque dentale, "Zahnbelag", Plak, aus dem Französischen für Fleck, engl.: (dental) plaque; als Bezeichnung für einen primär fast unsichtbaren Zahnbelag, auf/in welchen sich die verschiedenartigen Ansammlungen von Mikroorganismen und anderen Verunreinigungen ansammeln. In der jüngeren Nomenklatur präziser mit oraler Biofilm bezeichnet. Die P. gehört primär zur natürlichen Mikroflora der Mundhöhle und ist Teil der Immunabwehr, indem sie die Kolonisation besonders von pathogenen Keimen verhindert. Die Zusammensetzung der P. kann wegen unterschiedlicher biologischer und ökologischer Voraussetzungen sehr verschieden sein, ebenfalls treten bei einer Verminderung des Immunsystems Veränderungen auf. Eine der wichtigsten Stoffwechselaktivitäten der Bakterien in der P. ist die Fermentation von Zuckern; daraus folgert ein Absinken des pH-Wertes verbunden mit einer Demineralisation (Entkalkung) der Zahnoberfläche ( Die P.-Entwicklung erfolgt in mehreren Stufen (frische P., junge P., ausgereifte P., alte P.): Bleibt diese P. unbehandelt durch fehlende Mundhygienemaßnahmen, entwickelt sich relativ rasch eine girlandenförmige Gingivitis am Übergang Zahn zum Zahnfleisch ("Schmutzgingivitis") mit der Tendenz zum Übergang in eine Parodontitis Folgende Faktoren begünstigen die Anlagerung von
P. auf den Zähnen: |
|
Plaquehemmung
Antiplaquemittel, "Anti-Plaque-Wirkung" engl.: plaque
inhibiting (agents); Medikamente oder Stoffe (meist auf pflanzlicher
Basis), die eine übermäßige Plaquebildung unterdrücken
sollen (sog.
Plaquekontrolle
(chemische)); mitunter auch als "chemische Zahnbürste" bezeichnet. Da mit derartigen
chemischen Maßnahmen auch die gesunde, für die Körperabwehr wichtige
Plaque zerstört wird, gelten solche Mittel nur als
vorübergehende Notfallmaßnahme, wenn eine mechanische
Mundhygiene mit der
Zahnbürste nicht möglich ist (z.B.
nach Zahnfleischbehandlungen). Als
Goldstandard gilt (2011) die
Anwendung von Chlorhexidin
(z.B. 2 x 10 ml 0,2-prozentig = 40 mg Tagesdosis); daneben kommen noch
Zinnfluorid und
Triclosan in Betracht.
Naturheilkundliche Verfahren setzen auf Gallotannine (enthalten z.B. im
Nelkenwurz (geum urbanum) oder der Virginischen Zaubernuss (hamamelis virginiana)),
wie auch die Verwendung von Triterpensaponinen aus der Wurzel des Süßholzes (gycyrrhiza
glabra) oder den Blättern des Grünen (Schwarzen) Tees (camellia sinensis).
Ausblick: beim Andocken an den Zahnschmelz nutzen die
Kariesbakterien sogenannte
Alpha-Glucane. Schaltet man diese Substanzen aus, verhindert man auch deren
Anlagerung. Ein Teil der Glucane gleicht einem Verdauungsenzym des Speichels,
das Stärke zersetzt. Wird der Hilfsstoff der Plaquebakterien blockiert, wäre
auch die Stärkezersetzung gestoppt. Deshalb versuchen die Forscher vermehrt, nur
die Alpha-Glucane zu hemmen.
Antiseptikum,
Full
Mouth Disinfection,
Mundspüllösungen,
Plaque,
Plaquekontrolle (chemische)
| Plaqueindex PI, engl.: plaque index; Angabe der Menge an Plaque (Zahnbelag), welche sich auf vorher gründlich gereinigten Zähnen innerhalb von 24 Stunden ohne Mundhygienemaßnahmen wieder neu bildet. PI = (Anzahl der plaquebelegten Flächen) : (Anzahl der gesamten Flächen) x 100% |
|
Plaqueindikatoren ; Plaquerevelatoren, engl.: plaque indikators; Farbstoffe zur
Sichtbarmachung von Verunreinigungen auf der Zahnoberfläche.
Färbetabletten
Plaquekontrolle , chemische
engl.: chemical plaque
control; Schlagwortbezeichnung im Zusammenhang nach
parodontalchirurgischen Maßnahmen, welche
eine schnelle Wiederbesiedlung von gereinigten Zahnfleischtaschen und
Wurzeloberflächen durch in der Mundhöhle verbliebene parodontalschädigende
Bakterien verhindern. Dadurch soll eine normale, mit einer "parodontalen
Gesundheit" vereinbare Bakterienflora als Neubesiedlung in den
subgingivalen
Bezirken erreicht werden. Als
Goldstandard gilt heute nach derartigen Eingriffen, dass der Patient
angewiesen wird, für 2-6 Wochen den Zungenrücken und die Zähne mit einem
Chlohexidin-Gel zu reinigen und
zusätzlich 2mal täglich eine 0,1-0,2%ige
Chlorhexidin-Spüllösung zu
verwenden.
Full Mouth
Disinfection, Plaquehemmung
plastische Deckung
"Plastik", Begriff für einen (vollständigen) chirurgischen Verschluss einer Wunde durch
spezielle Techniken;
Lappenoperation,
Mukoperiostlappen,
Trapezlappen,
Zungenlappenplastik
Plasma
"Plasmamedizin", Plasmatechnik in der Medizin, engl.: plasma
technology in medicine; noch junge medizinische Therapierichtung mittels
Niedertemperaturplasmen bzw. sogenannter TTPs (= Tissue Tolerables
Plasma) zur Abtötung von
Mikroorganismen.
"Plasma" ist eine Bez. für den 4. Aggregatzustand (fest, flüssig, gasförmig)
einer Materie und ist ein leuchtendes Konglomerat aus angeregten Teilchen:
Ionen, freie Elektronen, Radikalen, Atomen und Molekülen. Ohne die genauen
Wirkungsmechanismen und Nebenwirkungen sicher zu kennen, hat ein derartiges
Plasma bei körperverträglichen Temperaturen ("tissue tolerable") durch seine
hochenergetischen Bestandteile (z.B. freie Radikale) die Eigenschaft, u.a. sonst
resistente Bakterien abzutöten bei gleichzeitiger Schonung des gesunden Gewebes.
Weiter sollen dadurch Wachstums- und Regenerationsprozesse angeregt werden.
Noch forschender Einsatz in der ZHK (2010) zur Zerstörung von
Biofilmen, in der
Parodontologie und zur Oberflächenbehandlung
von Implantaten.
Sterilisation
Kaltes Plasma soll Wunden heilen
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/zundspannung/physik/2009-12-19/plasma-medizin
plastische Füllungen
Zahnfüllungen aus Werkstoffen, welche zum Zeitpunkt des Einbringens in die
Kavität noch verformbar sind und erst nach einer bestimmten Dauer in dieser
erhärten; im Gegensatz zu den schon beim Einbringen festen Füllungen (z.B.
Gussfüllungen,
Keramik-Inlay), welche nach einem
Abdruck der Kavität außerhalb des Mundes hergestellt werden. Die p. F. stellen
den Hauptanteil an den gelegten Füllungen im Mund; typische Vertreter sind die
Amalgame und
Komposites.
Füllung
Platin ;
Legierung
Platte, Plattenbehelf, Plattengerät,
engl.: plate; einfachste Form des herausnehmbaren Zahnersatzes, meist nur
als Provisorium in Gebrauch. Eine Abstützung der
Halteklammern erfolgt nicht; u.U. wird auf jegliche
Halteelemente verzichtet ("Plattenprothese"); die
Kaukräfte werden ausschließlich auf die Kieferschleimhaut übertragen (tegumentale
Lagerung). Auch gebraucht für ein kieferorthopädisches Behandlungsgerät
aktive Platte
Provisorium
Plattenepithelkarzinom ;
Mundhöhlenkarzinom
Plattenosteosynthese
engl.: plate fixation, plating; Versorgung von
Knochenbrüchen mittel speziell
ausgebildeter (metallischer) "Platten" (Kompressionsplatten, Rekonstruktionsplatten). In der
ZHK meist mit Miniplatten (
Osteosynthese) durchgeführt.
Nachteilig können hierbei eine Behinderung des Wachstums,
Temperaturempfindlichkeit, Wanderung der Platten, sowie die Notwendigkeit eines
zweiten Eingriffs sein.
In jüngerer Zeit auch mittels resorbierbaren Materialien auf Polylactidbasis
(BiosorbFX®, Bionx Implants®), die diese Nachteile nicht mehr aufweisen
sollen.
Obwohl Titan-Miniplatten seit über 40 Jahren in der Osteosynthesetechnik
eingesetzt werden, besteht nach wie vor Uneinigkeit darüber, ob diese
postoperativ routinemäßig entfernt werden sollten oder im komplikationslos
abgeheilten Kiefer belassen werden können.
Champy-Platte,
Kompressionsosteosynthese,
Osteosynthese, Zuggurtung
Platzbedarfsanalyse
kieferorthopädische; Analyse des Platzbedarfs in den Stützzonen oder im
Frontzahngebiet im Zusammenhang mit kieferorthopädischen Maßnahmen, besonders
bei Fällen mit einem Engstand bzw. bei
der Entscheidung zur Behandlung mittels
Extraktionstherapie. Die
bekannteste Methode stellt die P. nach
Moyers dar.
Abweichung,
Bolton Analyse,
Engstand,
Fehlstellung von Zähnen,
Mesialdrift,
Moyers Analyse,
Neff-Verhältnis,
Platzhalter,
Stützzone,
Tonn-Index,
Zahnbreite
| Platzhalter Lückenhalter, Platzhalterfunktion, engl.: space maintainer (funktion), spacer; Maßnahmen zur Offenhaltung eines entstandenen Zahnlücke durch vorzeitigen Milchzahnverlust, um dem bleibenden Zahn genügend Raum zum Durchbrechen zu lassen. Da sich durch einen Milchzahnverlust - besonders im Backenzahnbereich - ein Verfall der Stützzone ergibt, ist das Eingliedern eines P. unabdingbar, sollen nicht im bleibenden Gebiss nur schwer zu korrigierende (und teure) Schäden entstehen. Prophylaktisch sollte auf einen möglichst langen Milchzahnerhalt geachtet werden. Beim Verlust von Milchfrontzähnen ist ein P. aus Platzgründen selten indiziert. Auch wenn bei fehlenden Milchfrontzähnen eine Umverteilung der Platzverhältnisse bei den verbleibenden Frontzähnen zu beobachten ist, kommt es meistens nicht zu einem echten Platzverlust. Jedoch können hier andere Überlegungen (Ästhetik, Sprache) den Wunsch nach einem prothetischen Ersatz aufkommen lassen. Der beste P. ist der natürliche Zahn selbst. Es sollen daher alle endodontischen und konservierenden Maßnahmen zu seiner Erhaltung gegen einen künstlichen P. abgewogen werden. |
|
![]() zwei Kinderkronen als P. |
Platzmangel
Platzdiskrepanz, engl.: shortage of space (in the dental arch);
Missverhältnis zwischen der Größe eines
Zahnbogens und dem Platzbedarf für einen oder mehrere Zähne.
Abweichung,
Bolton Analyse,
Engstand,
Fehlstellung von Zähnen,
Mesialdrift,
Moyers Analyse,
Neff-Verhältnis,
Platzbedarfsanalyse,
Staffelstellung,
Stützzone,
Tonn-Index,
Zahnbreite
Plausibilitätsprüfung ; engl.:
plausibility check;
Tagesprofile,
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz
| Plaut-Vincent Angina engl.: Vincent's angina, trench mouth; pseudomembranöse Racheninfektion, (meist) begleitet von einer eitrigen Gingivitis; hervorgerufen durch Borrelia vincentii (Spirochäte) oder Fusiformis fusiformis (Gram- Bakterium). Besonderes Auftreten bei Jugendlichen mit reduziertem Allgemeinzustand, Raucher, schlechter Mundhygiene. Symptome sind schmerzhafte eitrige Zahnfleischentzündungen, "fauler" metallischer Geschmack, Mundgeruch, vergrößerte Halslymphknoten |
![]() |
Plazebo ,
Placebo
| Plica Falte, engl.: do.; Ausdruck u.a. für die Schleimhautfaltungen des harten Gaumens: Plicae palatinae transversus. Die ähnlich dem Fingerabdruck äußerst individuelle Faltung des Gaumens kann in der Kriminologie Anwendung zur Identifizierung ( |
![]() |
Plombe
Plombieren, engl.: filling, restoration; laienhafter,
falscher
Ausdruck für eine Füllung bzw. "eine Füllung legen"; der Ausdruck leitet sich von
der französischen Bezeichnung plomb = Blei ab, ein früher gebräuchliches
Füllungsmaterial.
Füllung
| Plugger Wurzelkanalstopfer, endodontischer Planstopfer, eng.: = Stopfer; glattes, leicht konisches Wurzelkanalinstrument mit planer Arbeitsspitze. Einsatz hauptsächlich bei der Verdichtung (Kondensation) der Wurzelkanalfüllung mittels Guttapercha-Spitzen. |
![]() |
PMA-Index
engl.: PMA of Schour-Massler; in D wenig gebräuchlicher
Parodontalindex. Gemessen werden die
Entzündungsgrade der Interdentalpapillen (P),
der marginalen (M) und der atteched (A)
Gingiva.
Parodontale Indizes
PMIK
Pharmakomechanische Infektionskontrolle; relativ junges Konzept als
antiinfektiöse Therapie bei der Behandlung von Zahnfleischentzündungen (
Parodontitis) als Kombination von mechanischer
Instrumentierung (Reinigung,
Politur) der Wurzeloberflächen und
anschließender lokaler, subgingivaler
Applikation eines Doxycyclin-Gels.
Die Behandlung erfolgt in 2 Phasen:
lokale
Antibiotikazufuhr,
Matrix-Metalloproteinasen - MMP, Parodontalbehandlung
| PM-Punkt , Wendepunkt an der Kinnkontur zwischen B-Punkt und Pogonion als sog. Übergangspunkt von der Konkavität zur Konvexität des Kinnbereichs |
![]() |
|
[
Autor:
Dr. Klaus de Cassan
]
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