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Zahnwissen-Lexikon
Pn - Pz |
diese Übersetzung |
PNF
Abk. für: Propriozeptive
Neuromuskuläre Fazilitation,
physiotherapeutische Behandlungsmethode; bedeutet frei übersetzt das "Zusammenspiel
von Nerven und Muskulatur". Gemeint ist damit in der Physiologie die Reizbildung
und -leitung im nervalen und muskulären System für ein sinnvolles Zusammenspiel
aller Muskeln und Gelenke des Körpers.
alternative
Behandlungsmethoden
| Pogonion Pog; Kinnhöcker, Kinnvorsprung, Mentalpunkt, engl.: do.; vorderster (ventralste) Punkt des Kinns in der Median-Sagittal-Ebene; mit Unterteilung in Knochenpogonion und Hautpogonion ("Weichteilkinn"). |
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Point ; von engl. = Spitze; Schlagwortbezeichnung für eine Guttaperchaspitze oder einen Stift im Rahmen einer Wurzelkanalfüllung
Point Konzept ,
im Sinne einer Qualitätssicherung
neu eingeführtes Praxiskonzept von privater Anbieterseite.
www.point-world.de
point centric ;
Zentrik
Polihexanid
PHMB (Polyhexamethylenbiguanid),
kationisches Diguanidin, Handelsname Lavasept®; in der Medizin vielseitig
eingesetztes Antiseptikum
(wirkt nicht gegen Viren u. Pilze);
als plaquehemmende Lösung (Mundspülung;
0,12 prozentig) Verwendung in der ZHK
(z.B. Peri
Care™). Wegen der guten Gewebeverträglichkeit ist P.
ein Wirkstoff erster Wahl bei empfindlichen und schlecht heilenden chronischen
Wunden. Für die Mundhöhle liegen noch keine Langzeitergebnisse vor.
Chlorhexidin
http://deposit.ddb.de/
Poliklinik
engl.: outpatients' department ; an ein Krankenhaus oder eine Klinik
angeschlossene Abteilung zur ambulanten Untersuchung und Krankenbehandlung. Als
Ambulatorium ("Ambulanz") bezeichnet man eine P. kleinerer
Größe.
Politur
Polieren,
Oberflächenglättung, engl.: polish, finish; (meist)
mechanisches (maschinelles) Verfahren zum Vergüten einer Füllungsoberfläche oder
eines Zahnersatzstückes mit möglichst geringer Rauhtiefe (im
µ-Bereich; Ergebnis ist ein Glanz der Oberfläche
durch Lichtreflexion auf glatter Fläche); ebenso zur Glättung der natürlichen
Zahnoberfläche nach Konkremententfernung.
Mit aufeinander abgestuften Polierinstrumenten wird die Oberfläche von
Unebenheiten bereinigt und bietet so der Plaque weniger Gelegenheit zur
Anhaftung. Besonders bei Gussfüllungen
ist durch eine spezielle Poliertechnik mit sog.
Schlagpolierern ein "Überdecken"
des kritischen Füllungsrandes zum
Kavitätenrand hin möglich; Bakterien
können so kaum noch unter die Füllung wandern. Gut polierte
Amalgamfüllungen (P. frühestens
nach 24 Std. möglich) behalten über viele Jahre ihren silbrigen Glanz;
Komposites verfärben sich nach einer guten Oberflächenglättung durch
Nahrungsfarbstoffe weniger; auf gut polierten Zahnoberflächen setzen sich
weniger Beläge und
Konkremente an. Die P. von
Kunststofffüllungen bewirkt
zusätzlich eine signifikante Reduktion von
Spalträumen zwischen Zahn und Füllung. Dabei zeigt eine P. nach 24
Stunden den größeren Effekt als eine sofortige P.
Karbidbohrer und Polierscheiben können ohne
Kühlung sicher und ohne Pulparisiko verwendet
werden. Gummipolierer hingegen führen ohne Kühlung zu einem starken
intrapulpalen Temperaturanstieg und zu einer möglichen Schädigung des Zahnnervs.
In der ZHK werden als Poliermittel
eingesetzt (Größe der Partikel zwischen 2 u. 100 µm;
absteigend nach ihrer Härte geordnet):
Aluminiumoxid, Siliziumcarbid
Bimsstein
Kieselgur
Schlämmkreide (Calciumcarbonat)
Poliergrün (Chromdioxid, Cr2O3)
Polierrot (auch:
Pariser Rot;
Eisenoxid, Fe2O3)
Zinkoxid (ZnO)
Gummipolierer
Anfinieren,
Ausarbeiten,
Brünieren,
Finieren, Hochglanz, Mikroabrasion,
Pariser Rot,
Retentionsstellen,
Schlagpolierer,
Schleifen,
Schwabbel,
Stainbuster
Dissertation:
Oberflächeneigenschaften von Zahnrestaurationen
Politzer-Dusche
Politzer-Luftdusche, engl.: Politzer's treatment, tympanic
inflation; diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der
Ohrtrompetenfunktion: mittels eines birnenförmigen Ballons wird Luft in ein
Nasenloch hineingepresst (das andere Nasenloch wird dabei zugedrückt). Dies
erfolgt entweder simultan beim Schlucken oder beim Sprechen eines phonetischen
Lautes ("Kuckkuck"). Dadurch strömt die Luft durch die Tuba Eustachii zum
Mittelohr. Es besteht bei dieser Methode die Gefahr der Keimverschleppung in das
Mittelohr (Cave: Erkältung).
Abb.:
http://katalog.eisenhut.de/katalog/pd1033931032.shtml
Polyalveolyse , ungewöhnliche Bezeichnung
für eine schwere Form der
Parodontitis marginalis
profunda
Osteolyse
Polyamid
engl.: polyamide; vielseitiger, thermoplastischer
Kunststoff. Grundstoffe sind
Polymere, deren Monomer-Einheiten durch Polykondensation zwischen einer
Carboxylgruppe und einer Aminogruppe verknüpft werden (Peptidbindung). Einsatz
in der ZHK u.a. als Prothesenbasismaterial oder
als chirurgisches Nahtmaterial
Polyether
Polyäther engl.: polyether (impression material); Oberbegriff für
versch. organische Verbindungen, deren Monomere über eine Sauerstoffbrücke
("Etherbindung") miteinander verbunden sind; zu den
Elastomeren gehörende chem.
Verbindungen.
In der ZHK als
Abformmaterialien eingesetzt, sind
sie - ähnlich wie die A-Silikone -
äußerst präzis und bei trockener Lagerung volumenstabil (über mehrere Tage). Als Vorteil
gegenüber den Silikonen wird ihre
relative "Wasserfreundlichkeit" gewertet - eine Eigenschaft, die im feuchten
Mundhöhlenmilieu von Bedeutung ist.
Den Silikonen ähnlich, reagieren P. empfindlich gegen Stoffe aus
Lokalanästhetika und
eisensulfathaltigen Mitteln (z.B. in das
Zahnfleisch zurückdrängenden Mitteln
enthalten). Die Lagerung des Abdrucks sollte bis zur Verarbeitung trocken und
dunkel (UV-Licht zersetzt die Masse) erfolgen.
Bekannte Handelsmarken sind im zahnärztlichen Bereich Impregum® und Permadyne®
Abdruck,
Elastomere
Video
Polyethylenglykol
PEG; Formel: H-[-O-CH2-CH2-]n-OH, flüssige bzw. wachsartige bis feste
Kunststoffe; sie sind ungiftig, können aber die Haut reizen und sie
durchlässiger für Schadstoffe machen. Verwendung als Bindemittel, Emulgatoren,
Weichmacher oder Trennmittel. Gelegentlicher Einsatz in
Zahnpasten um das
Feststoff-Wasser-Öl-Gemisch der Cremes zu stabilisieren. Trotz gegenteiliger
pauschalierter Behauptungen über die Gefährlichkeit von P., ist das
vielfach in Zahnpasten eingesetzte PEG-40 Hydrogenated Castor Oil (hydriertes,
mit PEG-40 umgesetztes Riziniusöl) einer der am besten schleimhautverträglichen
und toxikologisch geprüften Inhaltsstoffe.
Polyglas
auch Polyglass,
engl.: do.; zu den zahnfarbenen Werkstoffen gehörendes Füllungsmaterial. Im
Gegensatz zu den gebräuchlichen Komposites
weist P. keine keramischen Füllkörper auf, sondern besitzt solche auf
Glasbasis (leicht modifizierte Feinstpartikelhybrid-Kompositmaterialien). Nach
Herstellerangaben soll dieser Werkstoffe (Handelsnamen z.B. Solitaire®,
Artglass®) bessere Härte- und Schrumpfungseigenschaften besitzen. Untersuchungen
an 430 Seitenzahnfüllungen zeigen gegenüber den Kompositen zwar verbesserte
Verarbeitungseigenschaften, aber keine grundsätzlich besseren
Materialeigenschaften.
Komposite
Polygnathie
äußerst seltene Missbildung in Form einer Vermehrung der Unter- oder
Oberkieferanzahl bei einem Individuum (Di- und Polygnathie bzw. Digenie).
Dadurch bedingt auch erhebliche Erhöhung der Zahnanzahl in beiden
Dentitionen.
Polyhexanid
PHX, zur Gruppe der Biguanide gehörendes kettenförmiges Polymer
mit ausgezeichneter antimikrobieller
Wirkung; in der Mitte des letzten Jhds. zusammen mit
Chlorhexidin (CHX) von ICI im
Rahmen der Suche nach einem Malariawirkstoff entwickelt. Während CHX - gilt
heute (2010) als Standard in der
Mundhöhle - hauptsächlich
bakteriostatisch (= wachstumshemmend) wirkt, ist PHX schon in geringen
Konzentrationen bakerizid (=
abtötend), dafür aber als Reinsubstanz weniger lagerstabil. In der Mundhöhle
meist in Kombination mit Betainen (= hochwirksame waschaktive Substanzen)
angewandt (z.B. ProntoCare™).
Resistenzen sind bisher nicht bekannt;
eine Beschränkung der Anwendungsdauer bei
Mundspülungen besteht nicht.
http://www.dzw.de/zahnmedizin/
Polymere
engl.:
do.; aus vielen Monomeren aufgebaute, meist organische Verbindungen mit einer Molekülmasse über
10.000. Diese Verknüpfungen können durch Polymerisation, Polyaddition oder
Polykondensation entstehen.
Monomere,
Polymerisation
Polymerisation
engl.: do.; chemisches Verfahren zur Herstellung von
Kunststoffen: Zusammenschluss
ungesättigter Monomere oder von
Monomeren mit instabilen Ringsystemen zu Polymerisaten. Im Gegensatz zur
Polykondensation werden hierbei keine Spaltprodukte wie Wasser frei.
Dentale Kunststoffe für Zahnersatz (
Prothesenbasis) werden überwiegend durch eine Heißpolymerisation
verarbeitet. Hierbei werden 3 versch. Techniken im Druckkessel unterschieden:
Kurzzeitverfahren: erfolgt im Druckkessel ("Druckpolymerisation", "Kurzzeitpolymerisation"),
wo das Werkstück innerhalb 20 min auf 100° gebracht wird; diese Temperatur wird
für weitere 30 min beibehalten
Mittelzeitverfahren: Startpolymerisation für 60 min bei 75°, dann 30 min bei
100°
Langzeitverfahren: über 12 Std bei 50°, dann für 2 Std bei 120° ("Langzeitpolymerisation")
als historisch
gilt inzwischen das Kochen im Wasser über 8-12 Std ("Nasspolymerisation")
Die bei der P. auftretende Temperatur - Polymerisationswärme -
infolge der Kettenwachstumsreaktion ist bei einer direkten Verarbeitung im Mund
nicht unproblematisch; man geht davon aus, dass ein Anstieg um maximal 5,5°C die
Grenze darstellt, die noch eine Erholung der Zahnpulpa von derartigen Schäden erlaubt.
Konversionsrate,
Polymerisationswärme, Prothesenbasis,
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren,
Restmonomer
| Polymerisation , lichtinduzierte "Lichthärtung", Lichtpolymerisation, Photopolymerisation, engl.: light-cured polymerization; u.a. in der ZHK angewandtes Verfahren zur Aushärtung von Füllungskunststoffen ( Die Qualität von Füllungen mittels L. wird neben einer korrekten Verarbeitung ganz wesentlich von der Lichtintensität - vor allem der Konzentration beim Beginn ("Initiatorkonzentration") - und der Lichtdauer beeinflusst. Dabei gilt folgende Abhängigkeit: Eine hohe Lichtintensität wirkt sich negativ auf den Randschluss ( Die konventionelle Lichthärtung erfolgt mit 400 mW/cm2 für 20-40 Sek (Materialabhängig). Neuere Verfahren, z.B. mittels Soft-Start ansteigend von 100-600 mW/cm2 oder mit Unterbrechungsmodus, d.h. beginnend mit 100 mW/cm2 für 3 Sek., anschließend eine dreiminütige Pause und ansteigend auf 600 mW/min für 37 Sek. bewirken keine Verbesserung der Verbundfestigkeit. Noch nicht vorhanden ist bisher eine sog. Lichtsignatur von Seiten der Hersteller der jeweiligen Kunststoff-Füllungsmaterialien (Komposites), welche ausdrückt, dass nach entsprechenden Testungen das jeweilige Material mit einem bestimmten Lampentyp (s.u.) oder mit allen Geräten ausgehärtet werden kann, da die Dauer und Art der Lichtaktivierung entscheidend für die Materialqualität, Langlebigkeit und Kosmetik der Füllung ist. Bei den Lichtquellen (Polymerisationslampen) werden versch. Systeme voneinander unterschieden:
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Polymerisationslampe ;
lichtinduzierte Polymerisation
| Polymerisationsschrumpfung engl.: polymerization shrinkage; beim Verarbeiten von kunststoffhaltigen Füllungswerkstoffen ("weißen", stopfbaren Füllungen wie z.B. Komposite) auftretende negative Eigenschaft. Dabei erfolgt die P. zum Massenzentrum des eingebrachten Füllmaterials und nicht zum Zahn hin und beträgt - je nach eingesetztem Material zwischen 2 und 4 %. Die dadurch verschlechterte Randdichtigkeit der Füllung kann durch geeignete Maßnahmen (Sandwich-Technik, adhäsive Befestigung) entgegengewirkt werden. Auch den neuartigen Kunststoffen fehlt noch immer das von der Wissenschaft gesteckte Ziel einer P. von unter einem Prozent. Seit jeher bestand die Hauptstrategie zur Reduzierung der P. darin, den Anteil der Füllstoffe zu erhöhen. Der Grund der P. liegt aber in der Harzmatrix: Da sie während der Polymerisation unweigerlich schrumpft, kann nur ein Wechsel dieses Materials zu einer durchgreifenden Lösung führen ( Eine Schichttechnik und/oder das Einbringen einer ersten Lage fließfähigen Komposits ("bond-to-flowable"-Technik) werden häufig empfohlen, um die Auswirkungen der P. möglichst gering zu halten. Die P. kann zu postoperativen Missempfindungen, Spaltbildung und Schmelzrissen führen. Bei Kavitäten der Klasse I und Klasse V werden meist keine messbaren Abweichungen der Höckerspitzen festgestellt. Bei ausgedehnten Restaurationen der Klasse II MO und MOD finden sich deutliche Veränderungen in der Lagebeziehung der Höckerspitzen, indem sich diese zueinander bewegen. Diese nach innen gerichtete Bewegung der Höcker nimmt analog zur Größe der Kavitäten zu, was bedeutet, dass die bei Aushärtung von Komposite auftretenden Kräfte ( |
Polymerisationsschrumpfungskraft
engl.: polymerization shrinkage force; Produkt aus
Polymerisationsschrumpfung und
Elastizitätsmodul (hoher E-Modul = starres Material) des jeweiligen
Kunststoffes. So schreibt
Prof. Dr. Claus-Peter Ernst dazu:
"Ein hoher Elastizitätsmodul beschreibt ein starres Material, ein niedriger ein
eher elastisches. Reduziert man jetzt einseitig die Polymerisationsschrumpfung
über eine Erhöhung des Füllergehaltes, bleibt logischerweise ein geringerer
prozentualer Matrixanteil zurück. Da die Matrix die einzige schrumpfende
Komponente im Komposit ist, reduziert sich damit automatisch die
Polymerisationsschrumpfung. Da die Matrix aber auch die einzige elastische
Komponente darstellt, reduziert sich im gleichen Ausmaß die Elastizität – was
einen höheren E-Modul bedingt (hoher E-Modul = starres Material). Das Produkt
aus E-Modul und Polymerisationsschrumpfung bleibt demzufolge nahezu unverändert.
Da aber nicht die Polymerisationsschrumpfung, sondern die
Polymerisationsschrumpfungskraft verantwortlich für Abrisse an den
Kavitätenwänden ist, bleibt die Randintegrität entsprechend unbeeinflusst. Also
muss die Polymerisationsschrumpfungskraft reduziert werden und nicht lediglich
die Polymerisationsschrumpfung! Ein Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Ein
Mikrofüllerkomposit hat aufgrund seines reduzierten Füllergehaltes eine deutlich
höhere Polymerisationsschrumpfung als ein Hybridkomposit, weist aber eine nicht
im selben Ausmaß höhere Polymerisationsschrumpfungskraft auf, da durch den
höheren Matrixanteil natürlich auch ein stärkeres elastisches Potenzial gegeben
ist, das die höhere Schrumpfung in Hinblick auf die effektive
Polymerisationsschrumpfungskraft reduziert. Dasselbe Phänomen ist bei
Flowkompositen gegeben: Auch hier kann über die erhöhte Elastizität die höhere
Schrumpfung in gewissen Grenzen kompensiert werden."
Komposite,
Polymerisationsschrumpfung
Polymerisationswärme
engl.: heat of polymerisation; die bei einer
Polymerisationsreaktion entstehende Wärme wird an die Umgebung abgegeben,
d.h. beim Legen einer Kunststoff-Füllung
oder Herstellung eines Kronenprovisoriums
hauptsächlich auf das angrenzende Dentin,
welches ein schlechter Wärmeleiter ist. Diese Eigenschaft bedeutet für die
Zahnpulpa einen gewissen Schutz, welcher ausreicht, die
natürlicherweise auftretenden Temperaturmaxima in der Mundhöhle (~ 60 °C bei
heißen Speisen und schützendem Schmelzmantel)
abzufangen. Die Zahnpulpa selbst reagiert sehr empfindlich
auf direkte Temperaturerhöhungen. So werden 42 °C als biologischer Grenzwert
angegeben.
Bei der Füllungspolymerisation sind die Zeitdauer der Temperatureinwirkung, die
Dicke der Dentinschicht und die Höhe der auftretenden Temperatur entscheidend.
So können schon Temperaturen von 46 °C während des chemischen Vorgangs bei
entsprechender Höhe und Dauer zu irreversiblen Schäden am
Zahnnerv führen. So geht man davon aus, dass bei einer Dentindicke von 2 mm
eine Temperaturreduktion von etwa 44–50 % erreicht wird.
www.diss.fu-berlin.de/
Polymethylmethacrylat
PMMA, "Plexiglas", engl.: PMMA, Acrylic; seit den 30er Jahren des
letzten Jhds. bekannter, kratzfester, durchsichtiger Kunststoff von hoher
Steifig- und Mundbeständigkeit, empfindlich gegen Schlag und Spannung.
In der ZHK beliebt wegen guter
Mundbeständigkeit und sehr guter Verträglichkeit bei einfacher Verarbeitung.
Grundstoffe sind Aceton, Blausäure, Methanol und Schwefelsäure. Als
Prothesenbasismaterial wird P. mit
Metallsalzen zu einer zahnfleischähnlichen Farbe eingefärbt. Weitere Einsätze in
der ZHK sind Aufbiss-Schienen
und Kieferorthopädische
Behandlungsgeräte.
Diacrylate, Kunststoff,
Methacrylate,
Paladon® Verfahren,
Prothesenbasis
Polyp
meist gutartiges Schleimhautgeschwulst in Form einer Vorwölbung,
häufig auf der Basis einer chronischen Entzündung; umgangssprachlich für die
Wucherungen der Rachenmandeln oder Nasenschleimhaut gebraucht.
Adenom,
Pulpapolyp
Polyphyodontie
dauernder Zahnwechsel,
engl.: polyphyodontia; ständig dauernder oder möglicher Zahnwechsel. Mit
Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen Wirbeltieren die Zähne ständig
ersetzt. Bei den meisten Säugetieren und beim Menschen werden die Zähne einmal
im Leben gewechselt (Diphyodontie), wenn das sog.
Milchgebiss gegen das bleibende Gebiss
ausgewechselt wird (
Wechselgebiss).
Hautzähne,
Heterodontie,
Zahn
Evolution der Zähne
Polysialie , erhöhter Speichelfluss ;
Ptyalismus,
Xerostomie
Polysiloxane ;
Silikone
Polysulfide
engl.: polysulfide (impression material); in der
ZHK kaum noch
gebräuchliche elastisch-irreversible
Abdruckmaterialien. Gründe sind vor allem die beim Abbindungsprozess
stattfindende Verdunstung des Kondensats, welches zu nicht mehr tolerablen
Volumenveränderungen bei einer Präzionsabformung führt.
Abdruck,
Elastomere,
Lagerzeitkontraktion
Polyzythämie
Polycythaemia vera, engl.: do.; erblich bedingte Vermehrung der roten
Blutkörperchen im peripheren Gewebe. Symptome u.a. starke Gesichts- u.
Zungenrötung
Pontic
von pons = Brücke; andere Bezeichnung für ein
Brückenzwischenglied.
Historisch auch als Bezeichnung für
Langstift-Facetten-Zähne, welche in ein
Brückenzwischenglied eingenietet (
Schlagpolierer) werden.
| Pont Index Molarenindex, Prämolarenindex, engl.: do., nach dem franz. Zahnarzt Albéric P., 1870-1960 benannt; heute nur noch selten benutzte Messzahl; sie gibt die Beziehung zwischen der Breite der vier oberen Schneidezähne (SIOK) entweder zu der vorderen Zahnbogenbreite oder zu der hinteren Zahnbogenbreite an (s. Abb.). Dabei bestehen folgende Zusammenhänge (aufgestellt für Südfrankreich, Werte für Mitteleuropa zu groß): (SIOK x 100) : vordere Zahnbogenbreite = 80 (SIOK x 100) : hintere Zahnbogenbreite = 64 Will man nun die Zahnbogenbreiten berechnen, so gilt: vordere Zahnbogenbreite = (SIOK x 100) : 80 = Prämolarenindex hintere Zahnbogenbreite = (SIOK x 100) : 64 = Molarenindex Fehlen eine oder mehrere obere Schneidezähne, so kann der Tonn-Index herangezogen werden, der die unteren Schneidezähne mit einbezieht. Für Mitteleuropa wurden die Werte nach Korkhaus/Schmuth modifiziert. Zusätzlich hat Korkhaus Werte für die Zahnbogenlänge (Lo u. Lu auf Abb.) aufgestellt. |
![]() ![]() Zahnbogen: Längen, Breiten, Tiefen |
Pontostruktor ;
Parallelometer
Porion
Po, engl.: do.; kraniometrischer Messpunkt: höchster Punkt des
knöchernen Gehöreingangs (porus acusticus); nicht deckungsgleich mit dem
tastbaren Hautporion (dem obersten Punkt des Gehöreingangs am Lebenden).
Frankfurter Horizontale,
Gebisswinkel,
Profilanalyse
Porphyromonas gingivalis
P.g., obligat anaerober,
Gram-negativer
Keim, gilt als einer der Haupterreger für eine
Parodontitis. Er verfügt über
sehr viele Proteasen und baut daher stark körpereigenes Kollagen und Antikörper
ab. Der gramnegative Erreger P.g. gilt als sog.
Leitkeim, da er häufig in
bestehenden parodontalen Läsionen, selten aber in gesundem Gewebe vorgefunden
wird. Sein Auftreten korreliert mit Alter, Mundhygiene und Schweregrad der
parodontalen Schädigung.
Markerkeime
Porzellan
engl.: (dental) porcelain; hochwertige Keramikwerkstoffe mit hoher
Dichte aus kaolinitischem Ton, Feldspat und Quarz; weiß, sehr hart und von
geringer Porosität. In der ZHK kommen die sog. "harten"
P. (hoher
Feldspatanteil) für Zahnersatzarbeiten
und Implantate zur Anwendung. Über eingelagerte
Metalloxide lässt sich die Farbe variieren.
Die erste dokumentierte Anwendung von P. in der europäischen
ZHK wird Nicolas Dubois de Chémant
(1753-1824) zugeschrieben, der die Entdeckung des Apothekers Alexis Duchateau
aufgriff.
Keramik
Keramikhandbuch
Positioner
engl.: do.;
kieferorthopädisches Behandlungsgerät aus weichbleibendem Kunststoff.
Zweck des P. ist die Fixierung eines regulierten Gebisszustandes ("in
Position zu halten"; u.U.
können noch kleinere Korrekturen der Okklusion
durchgeführt werden), besonders in der Wachstumsphase, um Rückstellungen der
regulierten Kiefersituation zu vermeiden.
Aligner,
Behandlungszeitraum,
Retainer,
Retentionsphase, Rezidiv
Positionierungsschiene;
Repositionsschiene
Positivkinn
positives Kinnprofil, engl.: positive chin; normale
Kinnstellung
und - ausprägung des heutigen Menschen; im Gegensatz zum Negativkinn ("fliehendes Kinn") der
Frühmenschen. Das P. gilt beim Europäer als am besten ausgebildet.
Davon abzugrenzen ist das vorstehende Kinn
beim zahnlosen Unterkiefer: durch Inaktivitätsatrophie schwindet der
Alveolarfortsatz; das Kinn
erscheint dann weiter vorstehend, wenn kein Zahnersatz getragen wird.
Positronen-Emissions-Tomographie
PET; engl.: positron emission tomography; junge Untersuchungsmethode in der
Tumordiagnostik, besonders
im Kopf-Hals-Bereich. Bei einer geringeren
Strahlenbelastung als eine
Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MR) ermöglicht PET,
eine Aussage über die Stoffwechsel-Aktivität von Geweben und Organen zu treffen.
Eine besondere Sensitivität und
Spezifität ergibt sich bei der
Verlaufs-/Rezidivkontrolle von Tumoren. Eine abschließende Bewertung dieser
Methode besteht noch nicht (2011).
bildgebende Verfahren,
SPECT, Tomographie
Ermittlung des patientenrelevanten Nutzens und Schadens der PET bzw. PET/CT /
Bewertung der diagnostischen und prognostischen Güte der PET bzw. PET/CT
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Posselt Diagramm Posselt Ppyramide; nach Ulf Posselt (skandinavischer Pionier der Funktionslehre) benanntes sagittales Diagramm der Unterkiefer-Grenzbewegungen am Inzisalpunkt. Das geometrische Gebilde wird auch wegen seiner Form als "Posselt-Pyramide" bezeichnet. |
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postgraduierte Fortbildung , postgraduale
Qualifikation;
Fortbildung (postgraduierte),
Master ;
zum Stand der
Postgradualen Qualifikationen (Prof. Heidemann in Spectator
Dentistry, 11/2007)
| Postlaktealebene engl.: postlacteal plane; hintere Abschlussebene in vertikaler Richtung der Ober- u. Unterkieferzahnreihen im Milchgebiss, welche vorbestimmend für die Bisslage im bleibenden Gebiss sein kann. So erlaubt eine mesiale Abschlussstufe im Milchgebiss den unmittelbaren Durchbruch in die Neutralposition der Sechsjahrmolaren; bei gerader P. und existierender Primatenlücke im Unterkiefer kann es durch Mesialbewegung der Milchmolaren unter dem Wachstumsdruck der Sechsjahrmolaren zur Neutralverzahnung dieser ersten bleibenden Backenzähne kommen. Fehlt die Primatenlücke bei einer geraden P., so stellen sich die Sechsjahrmolaren vorübergehend in eine Höcker-Höcker-Position ein, solange bis der untere Sechsjahrmolaren unter Ausnutzung des leeway space nach mesial wandert und dadurch eine Neutralverzahnung bewirkt. |
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Postmedikation
engl.: postmedication; Bezeichnung für die Gabe von
Arzneimitteln nach einem
zahnärztlichen (chirurgischen) Eingriff. Zweck ist eine Schmerzreduzierung und
eine Verbesserung der möglichen eingeschränkten Nahrungsaufnahme; meist in Form
von Analgetika ("Schmerztablette"),
auch als Infektions- oder Schwellungsprophylaxe angewandt.
Potentialmessung , Spannungsmessung,
"Strömchenmessung";
Galvanismus
Pottasche , Kaliumkarbonat; historisches
Mittel zur Desensibilisierung
empfindlicher Zahnhälse
Pott’s Puffy Tumor
1970 erstmalig von Sir Percival Pott beschriebene Stirnbeinosteomyelitis
mit Entwicklung eines subperiostalen Abszesses als posttraumatisches
Krankheitsbild.
http://zwp-online.info/
| Pound Linie Poundsche Linie; engl.: Pound's line; virtuelle Linie von der mesialen Kante der Unterkiefer-Eckzähne durch linguale Höcker der Seitenzähne bis zur lingualen Begrenzung der Trigonen (Tuberculum retromolare). Dabei grenzen die lingualen Flächen der vorderen Molaren im Idealfall an diese Flächen. |
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Power Hammer ;
engl.: Power's hammer; kleines, maschinell angetriebenes Hämmerchen zur
Kondensierung der Goldpellets bei einer
Goldhämmerfüllung
ppm
Abk. des engl.: parts per million; Bezeichnung zur Angabe des
Anteils einer Substanz in 1.000.000 Teilen (10-6) der Gesamtsubstanz, z.B. des
Fluoridgehalts in
Zahnpasten. Verständlicher ist die
Angabe in Prozent. Es gilt:
1.000 ppm = 0,1 %
500 ppm = 0,05 %
Präbiotika ;
Probiotika
Prädentin
Dentinoid, engl.: predentine; noch nicht verkalkte, unmittelbar an
den Odontoblasten gelegene
gallertige
Dentinschicht. Zum Zahnäußeren hin erfolgen dann Schichten mit versch.
Mineralisationssstufen = intermediäres
Dentin.
Dentin,
Präodontoblasten,
Raschkow-Plexus
Prädiktor
Einzelfaktor, engl.: predictor; in der Statistik gebräuchlicher
Ausdruck für die zur Vorhersage eines Merkmals herangezogene Variable. Ein
Vorhersagewert wird als prädiktiver Wert bezeichnet.
| Prädilektionsstelle bevorzugter (Ausbruchs-)Infektionsort einer Erkrankung, engl.: preferential spot (location) of infection. Ausdruck gebräuchlich im Zusammenhang mit der Kariesentstehung/-prävention: P. sind der mechanischen Zahnreinigung ( |
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Prädisposition
engl.: predisposition; Anlage, Empfänglichkeit für eine bestimmte
Krankheit, Faktoren, die die
Disposition beeinflussen. Neben
genetischen und konstitutionellen Gegebenheiten sind dies vor allem
psychosoziale und Umwelt-Faktoren, Ernährungsgewohnheiten und überstandene
Erkrankungen, welche sich auf die Empfänglichkeit auswirken. In der
ZHK gilt die
Karies als typische "P.-Erkrankung".
| Präkanzerose "Vorkrebserkrankung", engl.: precancer; welche zwar noch keine bösartige Erkrankung darstellt, statistisch gesehen aber gehäuft (bei Nichtbehandlung, Ausschaltung der Reizfaktoren) in ein Karzinom übergeht. Von Bedeutung sind in der ZHK die Leukoplakien und der Lichen ruber planus. Untersuchungen zeigen, dass 80 bis 90 % der Mundhöhlenkarzinome aus einer völlig intakten Mundschleimhaut entstehen; bei 28 bis 43 % geht eine P. voraus. Zur Früherkennung "Gut oder Böse" eignet sich gut der sog. Bürstenabstrich, auch Bürstenbiopsie oder Bürstentest Menschen mit Parodontitis
entwickeln doppelt so häufig P. und viermal so oft
Mundhöhlenkarzinome wie
Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen.
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Präkaries
"Vorkaries", engl.: precaries; eine jederzeit reversible
Mineralisationsstörung, bei welcher das Gleichgewicht zwischen Prozessen der
Ent- und Verkalkung zu ungunsten der
Remineralisation verschoben
ist. Der Übergang zu einer initialen
Schmelzkaries ist fließend.
White Spot
| prälaktaler Zahn angeborener Zahn, "Hexenzahn", engl.: inborn teeth; sehr selten vorkommendes Zahngebilde (1:6.000; meist an der Stelle, wo später einmal die mittleren unteren Schneidezähne erscheinen), welches schon bei der Geburt besteht und aus einer versprengten Zahnleiste entstammt. Da keine Wurzel vorhanden ist, fallen diese Zähnchen unter der Saugfunktion bald aus und behindern so den Stillakt kaum. |
Prämedikation
engl.: premedication; vorherige Gabe eines Medikaments vor einer
Narkose oder einem chirurgischen Eingriff;
z.B. zur Beruhigung oder
Infektionsprophylaxe.
Analgosedierung,
Behandlung von Milchzähnen, Narkose
| Prämolar kleiner o. vorderer Backenzahn (Molar), dens bicuspidatus, dens praemolar; engl.: premolar (tooth); im bleibenden Gebiss je Kieferquadrant zwei vor (= prä) den großen (hinteren) Backenzähnen (Molaren) stehende Zähne - im Zahnschema die Zähne 4 und 5. Dies ergibt im bleibenden Gebiss 8 P. . Die P. folgen beim Zahnwechsel den Milch-Backenzähnen und bestehen aus 2 Höckern und einem zentralen Grübchen. Sie haben - mit Ausnahme des ersten oberen P. (zweiwurzlig) - nur eine Wurzel. Das Milchzahngebiss kennt keine P. |
![]() erster rechter oberer P. aus versch. Sicht |
|
Prämolarenbreite
PB, Pb, engl.:
premolar size; gängige Maßzahl in der
Kieferorthopädie für den Grad einer
Bissverschiebung in sagittaler
Richtung; z.B. "Distalbiss um eine
PB". Die P. - gemessen in
mesio-distaler Richtung - ist individuell sehr verschieden und bezieht sich
bei derartigen Maßangaben immer auf den individuellen
Gebiss-Befund.
Pont-Index,
Zahnbreite
Prämolarenindex ;
Pont-Index
Prämolarenzange
Berten Zange, engl.: premolar forceps, Berten's forceps;
speziell für die anatomische Wurzelformen von Prämolaren geformte
Extraktionszange (Ober- und
Unterkiefer verschieden aussehend) mit glatten Backen.
Prämolarisation
engl.: premolarization; Bezeichnung für die Ausbildung eines stark
ausgebildeten palatinalen
Höckers am oberen
Eckzahn (seltener am seitlichen
Schneidezahn), welcher diesen wie einen Prämolar
aussehen lässt.
Gelegentlich auch Bez. für eine
Prämolarisierung
| Prämolarisierung engl.: bicuspidation, (premolarization); Zerteilung eines Backenzahns an seiner Aufteilungsstelle ( |
|
Präodontoblasten
engl.: preodontoblasts; aus Mesenchymzellen unter dem induktiven Einfluss
des inneren Schmelzepithels gebildete
Vorstufe der Dentin-bildenden
Odontoblasten.
Prädentin
| Präparation Präparieren eines Zahnes zur Aufnahme einer Füllung oder von Zahnersatz, engl.: (tooth) preparation, prepare; laienhaft auch "(Aus-)Bohren" oder "Schleifen"; Fachausdruck für das Bearbeiten eines Zahnes mit rotierenden ("Bohrer"; Eine P. kann nach mehreren Kriterien unterschieden werden:
|
|
| Präparationsgrenze engl.: preparation border; Abschluss der künstlich bearbeitenden Zahn-Hartsubstanz ( Es erfolgt eine Unterteilung in:
|
|
Präparationstrauma
Schleiftrauma, engl.:
preparation o.
grinding trauma; Schädigung des Zahnnervs (Pulpa) oder des Kieferknochens
durch zahnärztliche Behandlungsmaßnahmen, vor allem durch ungenügende Kühlung ("Spray"),
zu hohem Druck, einer zu geringe Dentinstärke
oder stumpfe Präparationsinstrumente beim
Bearbeiten eines Zahnes bzw. bei zu großer Abbindhitze von im Mund hergestellten
Provisorien. Steigt die Temperatur in diesem empfindlichen Körpergewebe über 42°
C an, so kommt es zu einer thermischen Schädigung und i.d.R. zum Absterben des
Gewebes durch Proteindenaturierung
Polymerisationswärme). Da die Pulpa primär nicht infiziert ist, kommt es meist erst nach
einiger Zeit - wenn die eigentliche Versorgung des Zahnes längst abgeschlossen
ist - zu schmerzhaften Reaktionen.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass degenerative Veränderungen am
Zahnnerv nach
einer Präparation primär nicht durch eine mikrobielle Besiedelung durch den
Randspalt des Zahnersatzes, sondern durch das Unterschreiten einer
Mindestdentinstärke von 2mm Dentin zum Zahnnerv hin stattfinden.
Jede restaurative Maßnahme (z.B. Überkronung, Füllung) eines vitalen Zahnes
stellt für den Zahnnerv (Pulpa) ein Risiko dar. Nach Kerschbaum (1998) muss nach
fünf Jahren in vier Prozent
der Fälle mit einer apikalen Ostitis
(d.h.: einer von 25 präparierten Zähnen ist nach 5 Jahren
abgestorben), nach zehn Jahren in 15 Prozent der Fälle
mit dem Verlust der Vitalität gerechnet werden. Durch die bis in das Dentin
reichende Präparation werden zahlreiche
Dentinkanälchen eröffnet und Odontoblastenfortsätze verletzt. Je dichter die
Präparation an die Pulpa heranreicht und je größer der Durchmesser der
Dentinkanälchen ist, desto leichter können Noxen von der Präparationsoberfläche
aus zur Pulpa vordringen. Dabei stellt nicht nur die Präparation selbst, sondern
jeder Arbeitsschritt von der Abformung über die Herstellung des Provisoriums bis
zur Eingliederung der fertigen Arbeit eine Belastung für die Pulpa dar. Man weiß
aus Erfahrung, dass bei einer ausreichend starken Dentinbarriere das
P. von der Pulpa toleriert wird.
Kavitätendesinfektion,
Konvergenzwinkel,
pink spot, Polymerisationswärme, Präparation, Prepometer,
Provisorium, Pulpenhämatom,
Spray,
Temperaturempfindlichkeit,
Überkronungsrisiko
präprothetische Chirurgie
Präprothetik, engl.: preprosthetic surgery; vielfältige
chirurgische Maßnahmen - besonders beim
Total-Zahnersatz - zur Verbesserung des
Prothesenlagers; so z.B. Extraktionen,
Knochenabtragungen und -glättungen,
Alveolarkammplastik,
augmentative Verfahren,
Lippenbandexzisionen,
Mundvorhofplastik. Weiter zählen dazu: Schleimhauttransplantationen und
postoperative Sicherung des Operationsergebnisses, enossale und präepithetische
Implantate,
enossale Implantationen in Kombination mit aufbauenden
Osteoplastiken usw.
Alveolotomie,
Edlan-Mejchar Operation,
Tuberplastik,
Vestibulumplastik
Präsenzpflicht
, engl.: obligation of attendance;
Zulassung
Prävalenz
Punkt-Prävalenz, engl.: prevalence; Vorhandensein von Fällen (i.d.R.
10.000 oder eine Million) einer
bestimmten Krankheit zu einem bestimmten Zeitpunkt, bezogen auf eine definierte
Einwohnerzahl (Population) ;
Inzidenz,
Screening
Prävention
engl.: prevention, (gezielte) Verhütung, Vorbeugung, Früherkennung einer Erkrankung. Durch
bestimmte Strategien wird versucht, spezifische
Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten zu vermindern oder die verursachende
Rahmenfaktoren zu beeinflussen, die Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten zu
verringern oder zu verzögern; "Prävention bedeutet, Risiken früh zu minimieren".
P. ist neben der Akutbehandlung von Krankheiten, der Rehabilitation und
der Pflege die "4. Säule" in der Gesundheitsversorgung.
Nach Art und Zeitpunkt der P. wird
unterschieden in:
In der Zahnmedizin wird zwischen zwei grundlegenden
Erkrankungen unterschieden, die zu
Zahnverlust führen können: Karies
und Parodontitis. Bei beiden
Erkrankungen hat die P. eine entscheidende Bedeutung. Früherkennung
bedeutet auch, dass die vorliegende Erkrankung meist durch "kleine" (minimal-invasive)
Eingriffe behandelt werden kann. Dadurch bedingt sind auch deutlich bessere
Behandlungserfolge zu erwarten. So sind z.B.
Speicheltests neben anderen
wichtigen Parametern inzwischen ein probates Mittel zur Abschätzung des
Kariesrisikos. In der präventiven
Zahnheilkunde wird die Erhebung von
Kariesrisikoprofilen bereits als Standard vor Therapiebeginn angesehen.
Karies und Gingivitis sind vermeidbar und selbst die Parodontitis ist zu einem
hohen Prozentsatz zu verhindern. Seit vielen Jahren sind die wissenschaftlichen
Grundlagen bekannt. Wirksame
Instrumente zur Umsetzung dieser Erkenntnisse im Rahmen der professionellen und
häuslichen Prophylaxe sind vorhanden. Einer lebenslangen Gesunderhaltung der
Zähne und des Zahnhalteapparates steht grundsätzlich nichts im Wege.
Das Problem: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein sind nicht
ausschlaggebend für die erfolgreiche Durchsetzung der Prophylaxe.
Selbstverständlich wünscht sich jeder ein Höchstmaß an
Mundgesundheit, nicht
zuletzt wegen der damit verbundenen Steigerung der Lebensqualität und
Verringerung der Gefahr zusätzlicher Risikofaktoren für die generelle
Gesundheit. Dennoch sind wir von einer flächendeckenden Umsetzung des
grundsätzlich Machbaren nach wie vor weit entfernt. Die für die Mundgesundheit
des Einzelnen wesentliche Frage lautet nämlich nicht: Sind Karies, Gingivitis
und Parodontitis grundsätzlich vermeidbar, sondern: sind Karies, Gingivitis und
Parodontitis bei dem Einzelnen mit einem für ihn akzeptablen Aufwand an Zeit und
Geld vermeidbar?
In 2011 schreiben BZÄK/KZBV
in einer
Pressemtteilung u.a. zum
Zahnverlust:
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen: von
über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr 2009 in
der gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei 29,7
Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich für die
Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und erreichen
bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem Lebensalter ist
Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust."
Im Rahmen der P.-Diskussion existieren noch folgende Begriffe:
„Verhältnisprävention“
= gesundheitsfördernde Lebensverhältnisse (z.B. Gesundheitserziehung, bessere
Lebensbedingungen)
„Verhaltensprävention“
= gesundheitsgerechtes VERHALTEN des Einzelnen
Behandlung von (geistig)
behinderten Patienten, Bonusprogramme,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Ernährungsempfehlungen,
Gerostomatologie,
Kariesprophylaxe,
Mundgesundheit,
naturgesundes Gebiss,
Prophylaxe,
Screening,
T-Health Index,
Wirtschaftlichkeitsgebot
Vorbeugen statt heilen
Kariesprophylaxe als multifaktorielle Präventionsstrategie
(Habilitationsschrift, sehr detailliert)
Prävention u. Gesundheitsförderung der Bundeszahnärztekammer
Prophylaxestudie - Zahnärztliche Gesundheitsfrühförderung beginnt in der
Schwangerschaft (2013)
Praxis
zahnärztliche, Zahnarztpraxis, engl.: dental office; Bez.
für die in
Deutschland überwiegende Form der
zahnärztlichen Berufsausübung in sog. "freier
Niederlassung".
Nach einer Entscheidung des OLG Düsseldorf (Az.: I-8 U 110/03) ist für
gerichtliche Auseinandersetzungen (z.B. Honorarklage) eines Zahnarztes gegen
einen auswärtigen Patienten nicht der Wohnsitz des Patienten, sondern der
Praxissitz des Zahnarztes ausschlaggebend.
ausgelagerte Praxisräume,
Berufsausübungsgemeinschaft, Einzelpraxis und
Gemeinschaftspraxis,
Gewerbesteuer, Vertreter,
Zweigpraxis
Datenschutz- und Datensicherheitsleitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV (Stand:
März 2011) o. ©
KZBV
Praxisbegehung
Praxisüberprüfung; Schlagwortbez. für das gesetzlich mögliche
Überprüfen/Kontrollieren einer zahnärztlichen Praxis durch zuständige Behörden
(Gesundheitsämter, Bezirksregierungen, LGA = Landesamt für Gesundheit und
Arbeitssicherheit), um die Einhaltung gesetzlich vorgeschriebener Maßnahmen
(z.B. die Hygiene, das Infektionsschutzgesetz, das
Medizinproduktegesetz, die
Medizinprodukte-Betreiberverordnung, die
berufsgenossenschaftlichen
Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGR 250/TRBA 250)) zu
überprüfen.
Zweck der rechtlichen Vorschriften zur Überwachung und Begehung ist vorsorgliche
die Abwehr von Gefahren für Mitarbeiter und Patienten durch Gefahrenquellen, die
typischerweise mit der zahnärztlichen Tätigkeit und der Anwendung
medizinisch-technischer Geräten verbunden sind.
Aushangpflichtige Gesetze für das Gesundheitswesen (2012)
QuickCheck: Fit für die Praxisbegehung. Sofort umsetzbare Handlungsanleitungen
und Prüflisten
Praxiserprobt
engl.: practice-approved; Material oder Methode haben sich auf breiter
Basis im täglichen Einsatz in der Praxis bewährt; die Verwendung sollte - auch
ohne wissenschaftliche Absicherung - eine ausreichende Sicherheit bieten.
klinisch geprüft,
unbedenklich,
wissenschaftlich
anerkannt
Praxisgebühr
engl.: practice fee; nach dem
GMG ab 2004 eingeführte
(und ab 2013 wieder abgeschaffte)
Sonderzahlung bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen für
Gesetzlich
Versicherte. Es handelt sich bei dem Begriff
"Praxisgebühr" um eine begriffliche Irreführung, da:
dieser Betrag ohne Abzug an
die Krankenkasse des
Gesetzlich Versicherten weiter fließt (dem Arzt/Zahnarzt obliegt lediglich
das kostenlose Inkasso)
dieses Wort nicht im offiziellen Gesetzestext des
SGB V auftaucht.
Bei dieser Gebühr sollte man deshalb von einer "versteckten
Beitragserhöhung" oder von einer "Krankenkassengebühr" sprechen.
Ab 1.1.2013 wurde die P. wieder abgeschafft.
Die KZBV schreibt hierzu in einer Presseerklärung:
"Die Abschaffung der Praxisgebühr ist für den Bereich der
vertragszahnärztlichen Versorgung ein richtiger und überfälliger Schritt. Sie
war hier immer fehl am Platz.
Das Phänomen des doctor hopping, das man durch die Gebühr einzudämmen gehofft
hatte, hat es im zahnärztlichen Sektor nie gegeben. Die Gebühr hat außerdem eine
präventionspolitisch negative Steuerungswirkung entfaltet. Sie hat einen Teil
der Patienten von kontrollorientierten Zahnarztbesuchen abgehalten. Das ist
kontraproduktiv, denn Zahnmedizin ist Vorsorgemedizin. Wir haben uns immer für
die Abschaffung der Praxisgebühr eingesetzt. Es ist gut, dass sie ab 1. Januar
2013 Geschichte ist."
Nach §§ 28 und 43 b
SGB V musste jeder Patient ab
01.01.2004 - 31.12.2012 bei der Behandlung durch einen Vertrags(zahn-)arzt eine
Zuzahlung in
Höhe von 10,- € pro Quartal und Behandlungsfall aufbringen. Neben den
Vertragsärzten wurden auch die neuen
medizinischen Versorgungszentren,
ermächtigten Ärzte, ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen,
Krankenhausambulanzen und Notfalldienstpraxen von der
P. erfasst.
Hierdurch wollte der Gesetzgeber erreichen, dass Versicherte nur dann einen Arzt
aufsuchen, wenn dies medizinisch erforderlich ist (Eindämmung des "Doctor-Hopping").
Nach Wegfall der Praxisgebühr (2013) gehen die Deutschen wieder öfter zum
Zahnarzt. Wenn auch die Fallwerte in etwa konstant geblieben sind, so ist sowohl
bei den Ärzten wie auch den Zahnärzten ein Zuwachs im hohen einstelligen Bereich
für 2013zu vermerken.
Belastungsgrenze,
Härtefall,
Zuzahlung,
Zuzahlungen_europäischer
Vergleich
Praxisgemeinschaft
, engl.: practice sharing;
Gemeinschaftspraxis,
Kooperationsarten in
einer Zahnarztpraxis
Praxislabor
Eigenlabor, Zahnarztlabor, engl.: office lab, practice (dental)
laboratory; eine einer Zahnarztpraxis angegliederte Einrichtung zur
Anfertigung und Reparatur von Zahnersatz
oder kieferorthopädischen
Behandlungsgeräten. Das P. unterliegt nicht der Handwerksordnung,
sondern ist Teil einer Zahnarztpraxis ("Hilfsbetrieb") unter zahnärztlicher
Leitung und darf auch nur für diese tätig sein. Die Vorschriften des
Medizinproduktegesetzes (z.B.
Konformitätserklärung)
sind ebenso einzuhalten. Ein räumlicher Bezug zur Praxis selbst muss nicht
unbedingt gegeben sein, solange nur für die eigenen Patienten gearbeitet wird.
Gesetzlich besteht z.Zt. (2009) ein Preisabschlag (
BEL II) gegenüber gewerblichen Laboratorien
("Dentallabor") von 5 %. In D
ist das Verhältnis gewerbliche zu Praxis-angeschlossenen Laboratorien etwa
70:30.
Das P. kennt - solange es für die eigene Praxis arbeitet - keine
Gewerbesteuer und
Buchführungspflicht (2009) aber unter gewissen Bedingungen eine
Umsatzsteuer
Das P. ist ein ständiger Kritikpunkt auf Seiten der
gewerblichen Laboratorien. Dagegen
setzt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinbarung (KZBV)
folgende Argumente:
Die Erbringung
zahntechnischer Leistungen hat sich historisch aus der Zahnmedizin heraus
entwickelt,
Neue
zahntechnische Methoden wurden und werden von Zahnmedizinern entwickelt und
erprobt, darauf aufbauend von Zahntechnikern lediglich angewandt,
Die Erbringung
zahntechnischer Leistungen durch den Zahnarzt im Praxislaboratorium ist
untrennbarer Teil der Zahnheilkunde und durch das
Zahnheilkundegesetz
gesetzlich garantiert und als zulässiger Hilfsbetrieb in der Handwerksordnung
verankert,
Die Erbringung
zahntechnischer Leistungen durch den Zahnarzt resultiert aus seiner
Gesamtverantwortung für die zahnmedizinische Behandlung insgesamt,
einschließlich der zahntechnischen Leistungen und ist sowohl verfassungs- als
auch sozialversicherungsrechtlich anerkannt,
Dementsprechend
gehörte und gehört die Erbringung zahntechnischer Leistungen sowohl zum
Ausbildungsinhalt als auch zum Berufsbild des Zahnarztes,
Eine
Einschränkung der Berufsfreiheit der Zahnärzte sowie ein Eingriff in deren
eigentumsrechtlich geschützte Praxislaboratorien wäre verfassungsrechtlich nicht
zu rechtfertigen und würde zudem eine unzulässige Einschränkung der
europarechtlichen Niederlassungsfreiheit für Zahnärzte aus EU-Mitgliedsstaaten
darstellen, die in ihren Ländern ebenfalls zahntechnische Leistungen erbringen
können,
Die Rechte des
gewerblichen Zahntechnikerhandwerks sind durch das geltende Handwerksrecht
geschützt,
es besteht keine Notwendigkeit zu einer so weitgehenden rechtlichen
Durchnormierung der Erbringung zahntechnischer Leistungen, wie vergleichsweise
bei der zahnmedizinischen Behandlung.
Dentallabor,
Umsatzsteuer,
Zahntechnik
Praxisvorschriften
auslegungspflichtige; Pflicht eines jeden (Zahn-)Mediziners in seiner
Praxis bestimmte Gesetze zur Einsichtnahme bereithalten - z.B. die
Hygieneverordnung oder
Röntgenverordnung. Die Nichtbeachtung dieser Pflicht
zieht Bußgelder in erheblicher Höhe nach sich, wenn Gewerbeaufsichtsämter die
Praxis besichtigen.
Empfohlen sei in diesem Zusammenhang das Buch "Die auslegepflichtigen
Praxisvorschriften. Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte", von Wolf M. Nentwig
(Herausgeber), C. Pfisterer (Herausgeber).
http://www.amazon.de/
Präzipitat , engl.: precipitate; Niederschlag, Bodensatz; Produkt einer Ausfällung od. Ausflockung; z.B. Calciumfluorid, Schwammgold
predictability
Voraussagung, Wahrsagung; anglo-amerik. Schlagwortbezeichnung für
Vorhersehbarkeit, Voraussagung Kalkulierbarkeit, prognostisch (als günstig)
einzuschätzen
Prednisolon
engl.: prednisolone; synthetisches
Glucocorticoid mit
immunsuppressiver,
entzündungshemmender u.
antiallergischer Wirksamkeit;
Hauptbestandteil der Dontisolon-Salbe
Preflaring
engl. Schlagwortbez. aus der Endodontie;
i.d.R. als sog. coronal oder cervical preflaring verwendet.
Gemeint ist damit das Vorbereiten des Wurzelkanaleingangs, um so einen guten und
ungehinderten Zugang in die Tiefe des Wurzelkanals zu erreichen. Andere Autoren
fassen diesen Begriff weiter und ziehen den Begriff "Bestimmung der
Arbeitslänge" des
Wurzelkanalsinstruments in das P. mit ein.
Wurzelkanalbehandlung
Preiswerk-Linien,
Imbrikationslinien
| Prepometer™ ehem. Name "Dentometer™"; Gerät zur elektrischen Widerstandsmessung des Dentins (Zahnbein) und damit zur Bestimmung seiner Dicke; mit Unterstützung des Fraunhofer-Institutes von Professor Gente, Philipps-Universität Marburg, entwickelt und patentiert. Bisher nur geringer Einsatz in der zahnärztlichen Praxis. Jede zahnärztliche Präparation stellt eine Belastung für den Zahnnerv dar, welche umso besser toleriert wird, je dicker die verbleibende Dentinschicht über dem Zahnnerv (Pulpa) ist ( |
|
Presskeramik
engl.: pressed all-ceramic; Leucit-verstärkte
Glaskeramik,
welche in eine individuell gearbeitete Hohlform (z.B. die für ein Inlay) "gepresst" wird, z.B.
Empress™
Während ein antagonistisches Aufeinandertreffen von
"Keramik
- eigener Zahn" zur Attrition am
Schmelz führt, sind Kontakte durch "Kunststoffe - eigener Zahn" ohne
Schmelzverschleiß; moderne Presskeramiken liefern ähnliche Werte wie natürlicher
Zahnschmelz, hier sind bei beiden Stoffen annähernd gleiche
Abrasionswerte zu erwarten.
Anwendung in der ZHK im
Frontzahnbereich zur Herstellung von
Kronen, Teilkronen, Veneers, Onlays und Inlays - für Brücken nicht geeignet. Von
Nachteil ist die geringere Druck- und Biegefestigkeit gegenüber Metall- oder
Oxidkeramiken-Restaurationen.
Mantelkrone, Lumineers
Presspassung , engl.: press fit;
Passung
PreuGO , Abk. von Preußische Gebührenordnung;
1924 erlassen, bestehend aus
I = allgemeiner Teil
II = Gebühren für Ärzte
III = Gebühren für Zahnärzte; daraus entwickelte sich 1965 die
BuGo-Z; in der "Ex-DDR" noch bis zur
Wende gültig
IV = Kassenzahnärztliche Gebührenordnung (KAZGO); daraus entwickelte sich
1965 der BEMA
BuGo-Z,
GOZ (88)
Prevotella intermedia
P.i., anaerob, gilt
als früher Markerkeim bei
Zahnfleischerkrankungen und ist in der Lage, die Restzucker im
Sulkus bzw.
der sich bildenden Zahnfleischtasche zu verstoffwechseln und bereitet so durch
Sauerstoffverzehr das nötige anaerobe Milieu für die Haupt-Keime vor.
Mitverantwortlich für den schlechten
Mundgeruch.
Markerkeime
P.R.G.F - System
von Dr. Anitua, Bilbao, entwickeltes System zum Erzeugen von körpereigene
Wachstumsfaktoren, wie auch sog. "autologer
Fibrinmembranen". Damit sollen
nach Herstellerangaben beim Implantieren mehr als 50 % der bisher verwendeten
Membranen ersetzt werden können. Die Knochenregeneration und die Wundheilung
sollen mit diesem System ebenfalls schneller ablaufen. Es wird bei dieser
Methode im Gegensatz zu anderen Systemen nur eine geringe Blutmenge von fünf bis
30 ml benötigt.
Das besondere an dieser P.R.G.F.-Technik ist, dass neben der Plättchenfraktion
mit den Wachstumshormonen auch das patienteneigene Fibrinogen zur Herstellung
einer körpereigenen Fibrinmembran genutzt wird. In Kombination mit
Wachstumshormonen beschleunigt die Anwendung einer Fibrinmembran die Wundheilung
und die Knochenregeneration sowie die
Einheilung von Implantaten.
PCCS-Sytem,
PRP
www.klinik.uni-mainz.de/
PRI Index
Periapical Probability Index; von Reit u. Gröndal entwickelte, dem
PAI-Index ähnliche 5 stufige
Messzahl, z.B. zur röntgenologischen Erfolgsbeurteilung
endodontischer Maßnahmen:
1.) Sicher keine periapikale
Veränderung
2.) Wahrscheinlich keine periapikale Veränderung
3.) Unsicher
4.) Wahrscheinlich periapikale Veränderung vorhanden
5.) Sicher periapikale Veränderung vorhanden
Prilocain
engl.: prilocaine;
Lokalanästhetikum vom Amid-Typ (abgeleitet vom
Lidocain) mit raschem Wirkungseintritt; typischer
Vertreter: Xylonest ®. Aminoamide sind schneller, intensiver und
langanhaltender wirksam, weniger toxisch und nicht allergen im Vergleich zu
Aminoestern. Methämoglobinbildung (Hemmung der Reduktion von Met-Hb zu
Hämoglobin) bei Gabe von P. möglich.
Oraqix
| Primäraffekt Ersterscheinung einer Krankheit, engl.: primary lesion; in der ZHK auch bekannt unter Initialsklerose (harter Schanker) bei der Infektion mit Syphilis. Häufigste extragenitale Lokalisation ist die Unterlippe, wo sich nach ca. 3 Wochen ein gering schmerzhaftes, derbes Geschwür, verbunden mit einer regionären Lymphdrüsenschwellung zeigt. |
|
Primäranker , der Teil einer geschiebeartigen Verbindung, welcher fest auf einem Zahn oder Implantat verankert ist: so z.B. ein Innenteleskop.
primäre Verblockung , direkte
Verblockung, engl.:
primary interlock;
Verblockung
Primärheilung
sanatio per primam intentionem, p. p., engl.: primary healing, healing by
first intention; (normale) Heilung einer Wunde durch direktes (Wieder-)Zusammenwachsen
der Wundränder bei nur geringer Fibrinabscheidung und Granulationsbildung.
Daraus resultiert eine nur wenig sichtbare Narbenbildung.
per primam,
Sekundärheilung,
Wundheilung
Primärkaries
engl.: primary caries; ungewöhnliche Bezeichnung für eine
Karies an einem Zahn, welcher noch keine
Füllung aufweist, als Differenzierung
zu einer Sekundärkaries.
Fälschlicherweise auch für eine beginnende Karies (
Initialkaries)
verwendet.
Primärkontakt , engl.: primary contact; erster okklusaler Kontakt beim Schließen der Zahnreihen in zentrischer Position
Primärkrankenkassen
Primärkassen, "Pflichtkrankenkassen", engl.: primary funds;
historische Bezeichnung für diejenigen gesetzlichen Krankenkassen (Allgemeine
Ortskrankenkasse [AOK], Betriebskrankenkasse [BKK], Innungskrankenkasse [IKK],
See-Krankenkasse, Landwirtschaftliche Krankenkasse [LKK], Bundesknappschaft),
für welche eine gesetzliche Zuweisung für unselbstständig Tätige bestand, im
Gegensatz zu den Ersatzkassen.
Mit Einführung der freien Kassenwahl zum 1.1.1996 ist diese Unterscheidung für
Versicherte ohne Bedeutung.
Gesetzlichen
Krankenversicherung
Spitzenverband Bund der
Krankenkassen
Primärkrone, Primärteleskop, engl.:
coping;
Innenteleskop
primär-primär-Prophylaxe
wissenschaftlich umstrittene Expositionsprophylaxe vor kariespathogenen
Keimen beim Säugling durch entsprechende Bezugspersonen. Derartige
Präventionsprogramme zielen darauf ab, schon den
schädlichen Bakteriengehalt (
Streptococcus mutans) der werdenden Eltern durch eine Sanierung der
Mundhöhle, Mundhygiene und Ernährungsberatung derart zu reduzieren, dass keine
Übertragung der kariesauslösenden Bakterien auf das Kleinkind erfolgt.
http://www.google.de/
Primärstabilität
Lagestabilität, engl.: primary (implant) stability;
angestrebtes Ziel beim Setzen eines
Implantats zum Zweck einer optimalen
Osseointegration. Möglichkeiten
dafür sind:
sog.
"Presspassung", d.h., das gefräste Implantatbett ist minimal kleiner als das
einzubringende Implantat; Einsatz von aufeinander abgestimmten Teilen
Dorne,
Flügel, Gewinde oder ähnliche Konstruktionen am Implantat
zusätzliche
Verschraubungen bei den (nicht mehr gebräuchlichen) Gerüstimplantaten
als Richtwerte
für eine vertretbare P. gelten Kraftanwendung von > 25 N/cm
Implantationszeitpunkt,
Sekundärstabilität
Primärverblockung ;
Verblockung
Primatenlücke ;
Affenlücke
Primer
, "Grundierer";
Adhäsivtechnik
Primordialzyste , engl.: primordial
cyst;
Keratozyste,
Zyste
Primum non nocere
Primum nihil nocere; lat. für "vor allem nicht schaden", engl.:
first do no harm. Aus der antiken medizinischen Schule entstandener
(schwammiger) Begriff als Grundlage jeglichen ärztlichen Handelns.
Priorisierung
im Rahmen der Diskussion um die Ausgabenbegrenzung und Finanzierbarkeit in der
Gesetzlichen
Krankenkasse 2009 geprägter Begriff (Prof. Hoppe anlässlich
des 111.Ärztetages). Gemeint ist mit dem Ausdruck P. eine
Abstufung in der Reihenfolge der Behandlung unter Gesichtspunkten einer
allgemeinen Finanzierbarkeit, von lebensbedrohlichen Erkrankungen und solchen,
die ohne Behandlung zu dauerhafter Invalidität führen würden, bis hin zu weniger
schweren akuten und chronischen Krankheiten:
Schwerkranke und
Patienten mit sehr hohem Leidensdruck (z.B. (schwerer) Unfall, Krebserkrankung)
sollen vorrangig behandelt werden
Menschen, die
nicht lebensbedrohlich erkrankt sind (zum Beispiel Gelenkarthrose) müssen warten
bei
Unpässlichkeiten, zum Beispiel Erkältungen, sollten die Patienten die Kosten für
die Behandlung in Teilen oder voll selbst übernehmen
medizinisch notwendig,
Wirtschaftlichkeitsgebot
Prismenzähne
Dentes coluemellares, engl.: prism teeth (?); als fossile Funde bekannte
Molaren, deren Wurzeln zu einem kantigen
Gebilde verschmolzen sind. Angeblich auch heute noch vereinzelt vorkommend.
Evolution der Zähne
| Private Krankenversicherung, PKV, engl.: private (health) insurance; als ein Teil des dualen Versicherungssystems in Deutschland ( Sprachgebrauch für Versicherte in der PKV ist "Privatpatient", obwohl dieser Ausdruck nicht unbedingt an eine Versicherung gebunden ist. Für den Personenkreis ohne jegliche Absicherung wird auch noch der Ausdruck "Selbstzahler" ("self payer") gebraucht. Privat krankenversichert waren 2011 13 % aller Erwerbstätigen. Knapp 9 % der Arbeitnehmer und 45 % der Selbstständigen waren Mitglieder einer PKV. Trotz Verpflichtungspflicht sind 0,2 % der Erwerbstätigen nicht krankenversichert. Überdurchschnittlich hoch ist mit 1,0 % der Anteil der Nicht-Krankenversicherten bei ausländischen Männern im Alter von 35 bis 44 Jahren. Von den Mitgliedern der PKV sind rund die Hälfte (Stand Ende 2009) sogenannte beihilfeberechtigte Mitglieder: Beamte und Pensionäre des Staates mit ihren Angehörigen). Hinzu kommt noch eine große Anzahl (~ 22,5 Mill.) gesetzlich Versicherter, welche eine private Zusatzversicherung (z.B. für Zahnersatz oder Wahl der Klasse im Krankenhaus) abgeschlossen haben. Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen sagt zu den Prinzipien der PKV folgendes: " In der privaten Krankenversicherung ist für jede versicherte Person ein eigener Beitrag zu zahlen. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach Alter, Geschlecht und nach dem Gesundheitszustand der versicherten Person bei Vertragsabschluss sowie nach dem abgeschlossenen Tarif. Es werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnete risikogerechte Beiträge erhoben. Die altersbedingte höhere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen wird durch eine Altersrückstellung berücksichtigt. Bei der Kalkulation wird unterstellt, dass sich die Kosten im Gesundheitswesen nicht erhöhen und die Beiträge nicht allein wegen des Älterwerdens des Versicherten steigen. Diese Kalkulationsverfahren bezeichnet man als Anwartschaftsdeckungsverfahren oder Kapitaldeckungsverfahren. Ein Wechsel des privaten Krankenversicherungsnehmers ist in der Regel zum Ablauf des Versicherungsjahres möglich. Dabei ist zu beachten, dass für die Krankenversicherer keine Annahmeverpflichtung besteht, der neue Versicherer wiederum eine Gesundheitsprüfung durchführt und die Beiträge zum dann erreichten Alter erhoben werden. Die Alterungsrückstellung verbleibt beim bisherigen Versichertenkollektiv. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel, insbesondere im Alter, ausgeschlossen." Wird der Bereich des medizinisch Notwendigen überschritten und die PKV wurde nicht vorher darauf hingewiesen, so kann der Versicherer eine Erstattung der Kosten verweigern. Zu dieser Frage hat am 12. März 2003 der Bundesgerichtshof (BGH, Az.: IV ZR 278/01) entschieden, dass die PKV auch die Kosten für ehemals als „luxuriös“ bezeichnete Behandlungen übernehmen muss. Steht eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode zur Verfügung, die „geeignet ist, die Krankheit zu heilen oder zu lindern“, dann ist sie medizinisch notwendig, wenn es „nach den objektiven medizinischen Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen im Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen.“ Die Versicherung kann sich beispw. bei einer (teureren) Versorgung mit Implantaten nicht darauf berufen, dass eine (konventionelle) Lösung mit Zahnersatz ebenfalls ausgereicht hätte, die Lücke zu versorgen. Der in den Musterbedingungen enthaltene Passus "medizinisch notwendig" impliziert nicht automatisch die kostengünstigere Lösung. Voraussetzung ist weiterhin, dass es sich generell um eine medizinisch notwendige und anerkannte Heilbehandlung handelt. Auf Grund dieses Urteils ist zu erwarten, dass die Versicherer entweder die Musterbedingungen oder die Erstattungstarife ändern werden. Das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" ("Antidiskriminierungsgesetz")
verpflichtet die privaten Krankenversicherer, die Kosten für Schwangerschaft
und Entbindung gleichmäßig auf die Männer und Frauen eines Tarifs zu
verteilen ("Unisex"); eine Umstellung auch bestehender Verträge erfolgte zum 1.1.2008. |
| Privatpatient engl.: private patient; Bezeichnung für eine Person, die für die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen einer privaten Krankenversicherung oder keiner Versicherung ("Selbstzahler") angehört. Im Gegensatz dazu werden Versicherte einer Gesetzlichen Krankenversicherung auch (wertmindernd) als "Kassenpatient", engl.: panel patient, bezeichnet. Spätestens 2007 dürfen Gesetzlich Krankenversicherte nur dann in eine Private wechseln, wenn sie drei statt wie bisher nur ein Jahr die jährliche Einkommensgrenze von 42.750 Euro überschritten haben. |
![]() Wie versichert? (Kasse / Privat) |
Zahlungsfluss bei Privat Versicherten |
Probeeinsetzen
Probetragen, Probezementierung, engl.: test and try; versch.
Bezeichnungen für das Eingliedern
einer Restauration mit einem
provisorischen Zement,
welcher es erlaubt, die Arbeit wieder problemlos von den
Pfeilerzähnen zu entfernen. Dies vor
allem dann, wenn evtl. an der Arbeit noch kleinere Korrekturen vorgenommen
werden müssen/sollen (z.B. Bisshöhe, Zahnfarbe) oder eine
Pulpenreaktion in naher Zeit nicht ausgeschlossen werden kann (der
Pfeilerzahn war während der provisorischen Versorgung
ungewöhnlich empfindlich).
Tempbond
Probeexzision
PE, Biopsie, engl.: (excisional) biopsy; Entnahme eines kleinen
erkrankten Gewebestückes mit gesundem Randgewebe zur
histologischen
Untersuchung, besonders bei Verdacht oder den Ausschluss auf ein bösartiges Geschehen.
Besonders bei bösartigen Tumoren kann eine P. eine Metastasenbildung
bewirken.
Histologie
Probetrepanation;
Vitalitätsprüfung
Probiotika
und Präbiotika, engl.: probiotics and praebiotics;
werden definiert als "lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in
aktiver Form in den Darm gelangen und hierbei positive gesundheitliche Wirkungen
erzielen" (nach dem Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin); P. werden im Bereich der Lebensmittel, der
Arzneimittel und der Futtermittel eingesetzt. Probiotische Mikroorganismen sind zum Beispiel spezielle
Arten von Milchsäurebakterien der Gattung
Lactobacillus und Bifidobacterium.
Insgesamt gibt es rund 20 bis 30 verschiedene Probiotikastämme. Ihnen gemeinsam
ist es, dass sie die Passage durch den Magen mit seiner Magensäure und die
Verdauungsenzyme im Darm unbeschadet überstehen. Sie siedeln sich dann
zeitbegrenzt in der vorhandenen Darmflora an, in der bereits über 500
verschiedene Mikroorganismen ihre Verdauungsarbeit tun. Eingesetzt werden sie
hauptsächlich, um die Lactose-Verdauung (Verwertung von Milchzucker) zu fördern,
krankheitserregende Keime im Darm zu unterdrücken und die Dauer bestimmter
Formen von Durchfall - vor allem durch Viren verursacht - zu verkürzen. Ebenso
können sie Allergien, Neurodermitis und Infektionen bei Frühgeborenen positiv
beeinflussen.
Aus medizinischer Sicht ist eine positive Wirkung bisher jedoch nur bei
wenigen Erkrankungen belegt. Neue Studien zeigen, dass P. die seit Jahrzehnten
zunehmende Allergierate bei
Kindern senken können; auch spezielle hypoallergene Babynahrung kann Allergien
weitgehend verhindern - dabei scheinen P. in Tablettenform (z.B. "Trium
Viralis" in Multibionta™) eine bessere Wirkung auf das
Immunsystem als Milchprodukte zu
besitzen. Das Stillen
mindestens bis zum sechsten Lebensmonat beugt Allergien allerdings nach wie vor
am besten vor.
Im Unterschied dazu sind Präbiotika spezifische unverdauliche Stoffe, die
das Wachstum dieser Milchsäurebakterien
in der Darmflora fördern und so die Abwehrfunktionen des Darmes und die
Stoffwechselaktivität im Darmlumen möglicherweise verbessern können. Dazu
gehören etwa Inulin, Oligofruktose, Galakto- und Soja-Oligosaccharide.
Synbiotika sind Kombinationen von Pro- und Präbiotika, die deren Vorteile
synergistisch in sich vereinigen sollen.
Nach neuen Erkenntnissen haben Pro- und Präbiotika einen synergistischen Effekt
und stärken die Immunmodulation im Darm. (teilw.
aus Ärztezeitung)
Ballaststoffe,
Functional Food,
Novel Food
http://www.probiotika-info.de/
Procain ,
engl.: procaine;
Lokalanästhetikum vom Estertyp;
Novocain, Tetracain
Procalcitonin-Test
PCT; Bestimmung der körpereigenen Menge des Hormons Procalcitonin
(hormonell inaktives Propeptid des Calcitonins) im Rahmen des Einsatzes von
Antibiotika:
Bakterien produzieren Giftstoffe, die
im Rahmen der Entzündungsreaktion
den Körper dazu veranlassen, das Hormon Procalcitonin in höherer Menge zu
produzieren als bei viralen Infekten. Der
Spiegel des sog. Akute-Phase-Proteins steigt bei viralen Infekten oder
nichtbakteriellen Entzündungen im Blut leicht (10-100fach), bei schweren
bakteriellen aber stark (1000-100 000fach) an. Bei einem stark erhöhten
Procalcitoninwert ist deshalb die Einnahme von Antibiotika erforderlich, bei
einem niedrigen Wert wird diese, da viral
bedingt, ohne Erfolg sein. Der 2004 an der Universitätsklinik Basel entwickelte
Bluttest gibt ca. innerhalb einer Stunde Aufschluss darüber, ob eine bakterielle
oder virale Infektion vorliegt.
Resistenzbestimmung
http://www.procalcitonin.com/pdf/neu_2004/liason/German.pdf ;
http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2006/06-2006-56-proct.htm
Procera-System
Procera AllCeram™,
CAD/CAM-System, engl.: do.; entwickelt vom schwedischen Zahnarzt Matts
Andersson / der Firma Nobelpharma diente dieses Verfahren ursprünglich zur
computergestützten Herstellung von Titangerüsten für Kronen und Brücken. Durch
Weiterentwicklung heute angewandt zur Herstellung von
Keramik-Kronengerüsten aus dicht
gesintertem Aluminiumoxid. Zur Vermessung wird das
Gipsmodell des präparierten
Stumpfes in einem zahntechnischen Labor
oder der Zahnarztpraxis mit einem hochauflösenden Scanner abgetastet
("3D-Stumpfvermessung"). Eine Besonderheit des P.
ist die räumliche Trennung der Vermessung und der Fräseinheit
beziehungsweise dem Funkenerosionsgerät, die sich in der Zentrale in Schweden
befinden. Die gemessenen Daten werden per Internet oder Speichermedium aus dem
Labor zur Weiterverarbeitung an die Zentrale transferiert, welche
computergesteuert unter Berücksichtigung der Sinterschrumpfung ein Kronengerüst
herstellt. Der Zahntechniker verblendet dann später in seinem Labor dieses
Keramik-Gerüst mit zahnfarbenen Materialien.
Befestigungszement, CAD/CAM-System,
Vollkeramiksysteme
Processus ; lat. für Fortsatz (meist von einem Knochen; z.B.: Processus alveolaris = Alveolarfortsatz)
Procheilie
; vorstehende Lippen, Lippentreppe; dabei sind die Lippen voluminös und nach
außen aufgerollt;
Labium, Prolabium
Prodontie; Vorbiss eines der beiden Kiefer; z.B.: Progenie, Prognathie
Produktsicherheitsrat
Kurzbez. für "Deutscher Rat für Qualität und Sicherheit von Produkten und
Systemen in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde",
engl.: manufacture (product) security council; 2002 von der
Bundeszahnärztekammer ins
Leben gerufene qualitätssicherndes Gremium;
bisher (2009) ohne in der Öffentlichkeit bekannte Effizienz. Der P.
versteht sich als Koordinationsstelle zur Klärung anstehender Fragen im Sinne
des Patientenschutzes, da sich herausgestellt hat, dass sich die Vorschriften
und die Umsetzung des
Medizinproduktegesetzes
mitunter
nicht als praktikabel erweisen und irreführend im Sinne eines
effektiven Verbraucherschutzes sein können. So sollen bei Schäden durch neu eingeführte
Produkte, diese nicht erst nach massiven Protesten von Seiten der
Zahnärzteschaft/Patienten vom Markt genommen werden, sondern schon frühzeitig -
ohne amtliche Wege - eine Absicherung geschaffen werden.
Der Produktsicherheitsrat wird von der
Bundeszahnärztekammer(BZÄK),
der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund-
und Kieferheilkunde (DGZMK), dem
Verband der Deutschen
Dentalindustrie (VDDI) und dem
Bundesverband Dentalhandel
(BVD) getragen. Es fehlt der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) in
diesem Gremium.
Über eingehende Beschwerden entscheidet der Rat unter Einbeziehung externer
Sachverständiger; er kann entsprechende Maßnahmen treffen:
Aufforderung an die Industrie oder Hersteller, die beanstandete
Maßnahme in Zukunft zu unterlassen,
Einberufung einer Sitzung zur Anhörung des Betroffenen,
Erteilung
einer Rüge - diese ist zu begründen und kann veröffentlicht (z.B. in
zahnärztlichen Rundschreiben,
Fachpublikationen) werden,
Einstellen des Verfahrens, wenn kein Verstoß vorliegt.
Consilium, Medizinproduktegesetz,
Qualitätssicherung,
Wissenschaftlicher Beirat
Professionelle Zahnreinigung
PZR, Schaffung hygienefähiger Verhältnisse in der Mundhöhle in einer
zahnärztlichen Praxis, engl.: professional tooth cleaning; nach einer gründlichen
Untersuchung des Gebisses werden die Beläge auf den Zahnoberflächen, in den
Zahnzwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen mit speziellen Instrumenten
entfernt und die Zahnoberflächen anschließend poliert
und/oder fluoridiert.

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Die PZR ist weder in der
amtlichen (privaten) Gebührenordnung noch in dem
Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen erwähnt, geschweige denn
in der Literatur eindeutig definiert. So versteht man einmal darunter die vollständige Entfernung aller
über dem Zahnfleisch gelegenen (supragingivalen) harten und weichen Beläge sowie
die Beseitigung aller einfach erreichbaren (klinisch sichtbaren) in der
Zahnfleischtasche (subgingival) befindlichen harten und weichen Beläge (Konkremente).
Diese Beseitigung kann durch besonders ausgebildetes Personal (Prophylaxe-Helferin,
Dental-Hygenist) unter Aufsicht des
Zahnarztes erfolgen.
Nach anderen Definitionen gehört zu einer PZR u.a.:
Überprüfung und/oder Unterweisung in
der häuslichen Mundhygiene mit
speziellen Maßnahmen (z.B. Anfärben),
Inspektion der Zähne und des Zahnfleischs.
gründliche Zahnreinigung (Zahnstein,
Beläge,
Verfärbungen) und der
Zahnzwischenräume,
Politur der Zähne (mit
Pulverstrahlgeräten und speziellen
Polierern),
der Füllungen und Kronenränder, damit sich für eine gewisse Zeit auf der glatten
Oberfläche keine Bakterien mehr festsetzen können.
Fluoridierung der Zähne mit konzentrierten Präparaten.
ggf. Abgabe von
Ernährungsempfehlungen
u.U. Nachkontrolle/Nachbearbeitung in
einer weiteren Sitzung
Entwicklung eines Zahnpflegekonzepts,
das individuellen Risiken (Kariesrisiko,
Parodontitisrisiko) für die
Mundgesundheit zuverlässig entgegenwirkt
regelmäßige
Recalltermine ; u.a. zur Optimierung des
Pflegekonzepts
Die PZR gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung und so verlassen
sich immer mehr Menschen bei der Zahnpflege und -reinigung nicht nur auf ihre
Zahnbürste, sondern setzen zusätzlich auf die professionelle Zahnpflege beim
Zahnarzt. Dies belegt auch eine repräsentative
dialego-Umfrage
(März 2006, 974 Personen), bei der 57 % aller Befragten angab, schon einmal eine
professionelle Zahnreinigung in Anspruch genommen zu haben.
Eine professionelle Zahnreinigung muss so durchgeführt werden können, dass eine
Beschädigung der zu reinigenden Zahnhartsubstanzen, der angrenzenden und
benachbarten Weichgewebe und eventuell vorhandener zahnärztlicher
Restauration
vermieden wird.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die PZR im Abstand
von ca. sechs Monaten die ideale Ergänzung zum gründlichen Putzen ist, um Zähne und
Zahnfleisch gesund zu erhalten. Je nach individuellem Erkrankungsrisiko sind
jedoch andere Zeitintervalle sinnvoll. Weiter wird empfohlen, eine PZR am
Anfang einer zahnärztlichen Untersuchung/Behandlung durchzuführen, da nur an
vollständig gereinigten Zähnen eine optimale Erkennung von Zahnerkrankungen und
eine Versorgung mit Füllungen möglich ist.
Die behauptete angebliche Schädlichkeit (Zahnabrieb) von PZR-Maßnahmen
konnte durch Untersuchungen eindeutig widerlegt werden:
Pro PZR errechnete sich insgesamt ein Dentinverlust zwischen 0,24 µm und
1,48 µm. Bei einer Prophylaxe-Frequenz von ein bis sechs Mal jährlich käme es
damit zu Abrieben zwischen 1,44 µm und 8,88 µm im Jahr. Dies würde bedeuten,
dass es zwischen 11 und 69 Jahren dauert, ehe 0,1 mm Dentin allein durch
Prophylaxe abradiert wird. Damit liegt der so verursachte Dentinverlust deutlich
unter den Abrasionswerten, die zum
Beispiel durch das tägliche Zähneputzen entstehen: Diese rangieren zwischen 4 µm
und 35 µm in der Woche.
PZR-Leistung werden nicht von den
gesetzlichen
Krankenkassen übernommen - vereinzelt ist sie eine Bonusleistung; bei den Privaten Krankenkassen
erfolgt eine Erstattung nach der GOZ '12
(GOZ Nr. 1040; u.U. abhängig vom gewählten Tarif).
Die Kosten
sind abhängig vom Zeitaufwand, sie dürften sich bei einer "normalen" PZR
an 80 - 150 € orientieren.
Behandlung auf Verlangen,
Dentiküre,
Melanodontie,
Mundhygiene,
Raucherbelag,
Stainbuster, Zahnsteinentfernung
Ausführliche
Beschreibung;
© Bundeszahnärztekammer
Das Problem ist die Definition der PZR in der GOZ
Profilanalyse
engl.: profile analysis; kieferorthopädische Befundung von
Seitenaufnahmen des Gesichts (Fotografien, Röntgenbildern) nach best.
Bezugspunkten; hauptsächlich erforscht
von A. M. Schwarz ("(Profil-)Analyse nach A.M. Schwarz").
Es existieren unterschiedliche Methoden zur Ermittlung der
Profilwahrnehmung und Akzeptanz. Belegt ist, dass die meisten Menschen eher
konvexe Profile bevorzugen und mit "positiven Signalen", wie Intelligenz oder
soziale Akzeptanz, belegen. Möglichkeiten zur Bewertung stellen die semantische
Differentialskala, die perceptometrische Methode oder der implizierende
Assoziationstest (IAT) dar.
Analyse,
Ästhetiklinie,
ästhetische Zahnmedizin,
E-Linie, en face,
Fazialebene,
Fernröntgenbild,
Fotostataufnahme,
Frankfurter Horizontale,
Gebisswinkel,
Kennlinien,
Kieferprofilfeld,
Lippentreppe,
Merrifield-Winkel,
Messpunkte,
Mundtangente,
Nasolabialwinkel,
Porion,
Retrognathie, Vorgesicht
http://books.google.de/
Profilometrie
berührungsloses Messen, z.B. mit einem Laserstrahl. Durch eine schnelle,
berührungslose und hochauflösende Erfassung und Digitalisierung von Profilen
können sich in Verbindung mit dem Einsatz moderner elektronischer
Bildverarbeitungstechniken neue Perspektiven für Diagnostik und Therapie
eröffnen. Laser mit einer veränderten Frequenz von etwa 700 Hertz stellten vor
allem Risse an der Zahnoberfläche dar, dagegen bildeten kleinere Frequenzen eher
Schäden im Zahninneren ab.
Diagnodent,
Kariesdiagnostik,
Laser,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
Profilsenkrechte ;
Kieferprofilfeld
Profilwinkel , alveolärer; Winkel
zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie der Nasenwurzel mit dem
Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene;
Eugnathie,
Merrifield Winkel
| Progenie umgekehrter Frontzahnüberbiss, mandibuläre Prognathie, Makrogenie, Prodontie, Habsburger Lippe, engl.: progenia, prognathism; dreidimensionale Überentwicklung des Unterkiefers. Dadurch bedingt: die unteren Zähne beißen über die oberen (besonders im Frontzahnbereich), das Kinn und die Unterlippe sind im Profil prominent ("Habsburgerlippe", "Habsburgerkinn"), positive Lippentreppe, Kreuzbiss-Stellung. Weitere Symptome sind ein abgeflachter Kieferwinkel und eine ausgeprägte Nasolabialfalte. Bei der P. wird zwischen der echten Progenie - welche vererbt ist - und der unechten Progenie (Pseudoprogenie) unterschieden. Letztere wird z.B. durch einen zu kleinen Oberkiefer (Retrognathie, Mikrognathie) bei normalem Unterkiefer verursacht. Weitere Ursachen können eine Fehlstellung der Oberkieferfrontzähne, eine Oberkieferzahnunterzahl und Zustände nach LKG-Behandlungen sein. Daneben kennt man noch den sog. progenen Zwangsbiss, bei welchem einzelne oder alle unteren Schneidezähne durch Zahnfehlstellungen vor die oberen Zähne beißen. Häufig lassen sich echte und unechte P. diagnostisch nur durch eine Fernröntgenbildanalyse unterscheiden. Eine Behandlung der echten P. gehört zu den schwierigsten kieferorthopädischen Behandlungen, da diese häufig zu Rückfällen (Rezidiven) neigt. Bei Erfolglosigkeit der klassischen kieferorthopädischen Behandlungsmethoden, wird eine kombinierte chirurgisch-kieferorthopädische Beseitigung der P. in Betracht gezogen: Für diesen schwierigen Eingriff gibt es versch. Operationsarten (nach Babcock, Dingmann, Köle, Obwegeser, Dal Pont, e.a.; |
|
|
Proglissement
Vorverlagerung, Vorschieben der
UK-Vollprothese bei Belastung des aufsteigenden Anteils des
Kieferkammes. Auftreffende Kräfte werden nach
anterior weitergeleitet. Auslösender
Faktor ist eine fehlerhafte Okklusion im
Molarenbereich (Vorkontakt in diesem Gebiet), welche nach unbewusstem
Kompensieren des Unterkiefers durch Vorschieben eine regelrechte Okklusion
vortäuscht. Eine verkürzte Zahnreihe nur im horizontalen und nicht aufsteigenden
Kieferast kann einem P. vorbeugen
| Prognathie Vorbiss, Makrognathie, Prodontie, engl.: prognathism; früher ausschließlich für einen vergrößerten Oberkiefer bzw. relative Vorlage des OK und die damit verbundenen Folgen gebraucht. In der jüngeren Literatur und im angelsächsischen Sprachgebrauch sowohl für den Ober-, wie auch für den Unterkiefer verwendet: |
|
Projektion
bei Röntgenaufnahmen,
Projektionslehre;
laterale Zahnaufnahme
Projektionsschmerz
Ausstrahlungsschmerz, Schmerzverlagerung, engl.: pain
projected into other regions; Bez. für Schmerzen, wobei der empfundene
Schmerzort unabhängig vom Entstehungsort der Schmerzen ist. Bekanntes Phänomen
sind die Schmerzen im linken Arm bei einem Herzinfarkt.
Proklination ;
Inklination
Prolabium
engl.: do., Lippenwulst; Lippenanteil vor der
Prämaxilla, unterhalb des
Philtrum, vom "Lippenmuskel"
orbicularis oris gebildet; beim Säugling stärker als beim Erwachsenen
ausgeprägt.
Lippentreppe,
Mundtangente,
Stomion
Promotion , engl.: doctorate, Verleihung der Doktorwürde
als Folge einer wissenschaftlichen Arbeit durch eine (medizinische) Fakultät
ggf. verbunden mit einer Prüfung (sog. Rigorosum)
Doktor, Zahnarzt
http://www.studserv.de/studium/promotion.php
Pronasale , engl.: do.; der am weitesten
vorstehende Punkt der Nasenspitze.
E-Linie,
Messpunkte,
Nasion
Propädeutik
engl.: propedeutics; Einführung in die Vorkenntnisse zu einem
wissenschaftlichen Studium, Unterricht mit vorbereitendem Charakter. In der
ZHK bekannt bei den sog. Propädeutik-Kursen,
wo an Modellen oder "Kopf-Phantomen" Grundkenntnisse vermittelt werden (z.B.
"Propädeutik und Werkstoffkunde")
bevor die Behandlung am Patienten erfolgt.
Prophylaxe
Verhütung, engl.: prophylaxis; medizinische und sozialhygienische
Maßnahmen zur Verhütung, Vorbeugung oder Vorsorge von Krankheiten (z.B.:
Impfungen, Fluoridierung, Medikamentengabe vor chirurgischen Eingriffen). In der
ZHK gilt für die P. besonders:
Karies und
Gingivitis sind vermeidbar und selbst die
Parodontitis kann zu einem
hohen Prozentsatz verhindert werden. Seit vielen Jahren sind die wissenschaftlichen
Grundlagen bekannt, wie zum Beispiel: ein sauberer Zahn wird selten krank! Wirksame
Instrumente zur Umsetzung dieser Erkenntnisse im Rahmen der professionellen und
häuslichen P. sind vorhanden. Einer lebenslangen Gesunderhaltung der
Zähne und des Zahnhalteapparates steht grundsätzlich nichts im Wege.
Das Problem: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein sind nicht
ausschlaggebend für die erfolgreiche Durchsetzung der P..
Selbstverständlich wünscht sich jeder ein Höchstmaß an
Mundgesundheit, nicht
zuletzt wegen der damit verbundenen Steigerung der Lebensqualität und
Verringerung der Gefahr zusätzlicher
Risikofaktoren für die generelle
Gesundheit. Dennoch sind wir von einer flächendeckenden Umsetzung des
grundsätzlich Machbaren nach wie vor weit entfernt. Die für die Mundgesundheit
des Einzelnen wesentliche Frage lautet nämlich nicht: sind Karies, Gingivitis
und Parodontitis grundsätzlich vermeidbar, sondern: sind Karies, Gingivitis und
Parodontitis bei dem Einzelnen mit einem für ihn akzeptablen Aufwand an Zeit und
Geld vermeidbar? (
Compliance)
Im Jahr 2007 haben die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt 466 Mio. Euro für
die zahnmedizinische Individual-
und Gruppenprophylaxe sowie die zahnärztlichen
Kinder-Früherkennungsuntersuchungen
ausgegeben.
Der DMF-Index wird
international als Kriterium für die Zahngesundheit eines Staates
herangezogen. So formulierte die WHO in den
90er Jahren als ein Fernziel der Prophylaxe die Zahl "22-77-99", was
heißen soll, dass bei 99% der Bevölkerung die 77jährigen noch mindestens 22% der
eigenen Zähne in Gebrauch haben sollten.
Die mittlere
dmf-t-Werte (Milchgebiss) bei
6-7-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,89; 1997: 2,39; 2000: 2,21; 2004: 2,16
Die mittlere
DMF-T-Werte bei 12-Jährigen
betrugen in D:
1995: 2,44; 1997: 1,75; 2000: 1,21; 2004: 0,98
Naturgesunde
Wechselgebisse bei 6-7-Jaehrigen:
1994/95: zwischen 19,6% und 45,9%
2004: zwischen 34,9% und 59,6%
Kariesfreie Zähne bei
12-Jaehrigen:
2004: zwischen 50,9% und 68,6%

![]()
europäischer Vergleich der
DMF-T-Werte
Bonusprogramme,
Dentiküre,
FU-Positionen,
Behandlung von (geistig)
behinderten Patienten,
Implantatprophylaxe, Mundhygiene,
Prävention,
Prophylaxeshop,
Tertiärprophylaxe
Fortbildung in Prophylaxe
Lebenszeitkosten der Karies unter Einfluss von Fluoridprophylaxe o.
©: www.zahnheilkunde.de
Vorbeugen statt heilen
Prophylaxeshop
in einer zahnärztlichen Praxis, engl.: Prophylaxis-Shop in a dental
practice; Schlagwortbezeichnung für den
gewerblichen Verkauf von
Mundhygieneartikeln in einer
Zahnarztpraxis. Wenn auch von
berufsrechtlicher Seite gegen diese gewerbliche
Tätigkeit keine Bedenken bestehen,
so sind trotzdem Besonderheiten zu beachten (Stand 2009):
Mundhygiene,
Prophylaxe,
Umsatzsteuer
Prophylaxehelferin
Mundhygienikerin, engl.: oral hygienist;
Dentalhygienikerin,
Fortbildungsmöglichkeiten für
Zahnarzthelferinnen/Zahnmedizinische Fachangestellte in Baden-Württemberg
als .pdf (©: LZK B.-W.),
Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP)
Ausbildungsstätten
Propolis
"heilendes Naturpräparat" auf wissenschaftlich umstrittener Grundlage: Bienen betreiben
für Ihre Stock einen "vorbeugenden Infektionsschutz", indem sie das Harz von
bestimmten Koniferen mit ihrem Speichel vermischen und damit die Waben
"überziehen". Schon im Altertum bekannt, wird P. auch als "natürliches
Antibiotikum"
bezeichnet. Eine nachgewiesene Besserung von
Zahnfleischerkrankungen ist bisher
wissenschaftlich in größeren Patientenstudien nicht belegt worden.
Proptosis
Diapneusia, engl.: do.; mit den Unterbezeichnungen Proptosis buccalis,
Proptosis labialis und Proptosis lingualis. Bezeichnung für eine
geschwulstartige Vorwölbung der Wangen-, Lippen- und Zungenschleimhaut an den
Stellen, welche mit Zahnlücken in
Kontakt stehen und durch habituelles Ansaugen
entstehen; können Fribrom-artig entarten.
Propulsor
engl.: Mühlemann appliance;
Aktivator-ähnliche
Mundvorhofplatte mit Vorbissebene zur Frühbehandlung eines in der Front
offenen Vorbisses (Angle
II/1); dadurch auch Unterdrückung einer Mundatmung
Prosodontie ; "vorstehende Zähne"; wenig
gebräuchliche Bez. für eine
alveoläre Prognathie
prospektive Studie
prospektiv = die Weiterentwicklung betreffend, vorausschauend, "WAS wird
passieren, WENN?" engl.: prospective study;
prospektiv meint dabei, dass mit der Datenerhebung (Studie) begonnen wird, bevor
die hypothetischen Ereignisse eingetreten sind. So ist z.B. ein Experiment
immer prospektiv. Eine Erhebung kann prospektiv oder retrospektiv (Einbeziehung
vorhandenen Datenmaterials) sein.
Blindversuch,
Gerostomatologie,
Kohortenstudie,
Langzeitstudie
http://de.wikipedia.org/wiki/Prospektive_Studie
Prosthion
Pr, Schnittpunkt der
Raphe-Median-Ebene mit dem am weitesten vorn liegenden Punkt des
Oberkiefer-Alveolarrandes (zwischen den beiden Schneidezähnen); nach Simon auch
die vordere Spitze der Papilla incisiva
Französische
Horizontalebene, Rivet
Winkel
Protein
Eiweiß, engl.: do.; zu den Grundbausteinen jeder Zelle gehörende
Makromoleküle, welche hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff,
Sauerstoff, Stickstoff und u.U. auch Schwefel bestehen. Grundlage der P.
sind die Aminosäuren, welche durch Peptidbindungen zu Aminosäureketten
verbunden werden. Bei Ketten, welche weniger als 100 Aminosäuren enthalten,
spricht man auch von Peptiden.
Protemp ™
Protemp™ 4,
Kunststoffmaterial auf Komposite-Basis
zur Herstellung provisorischer Kronen- und Brücken.
Während des Abbindevorgangs wird nur eine geringe Temperaturentwicklung im
Pulpenkavum und im Material selbst erzeugt. Hieraus
resultiert sehr hohe Verträglichkeit in Bezug auf Pulpa,
Gingiva und
Parodont.
Polymerisationswärme, Scutan
http://solutions.3mdeutschland.de/
| Prothese zahnärztliche, engl.: dental prosthesis; Hilfsmittel zum Ersatz (einiger oder aller) fehlender Zähne; laienmäßig häufig mit einer Vollprothese ("Gebiss") gleichgesetzt. Die P. besteht aus der Prothesenbasis (heute fast ausschließlich aus Kunststoff) und den daran befestigten künstlichen Zähnen, welche in der Farbe den evtl. noch vorhandenen Zähnen angepasst sind. Die Anfertigung von P. unterscheidet sich grundsätzlich in eine zahnärztliche und eine zahntechnische Tätigkeit: Abdrucknahme, Bissbestimmung, Farbauswahl und Eingliederung einer P. sind nach dem Zahnheilkundegesetz ausschließlich zahnärztliche Maßnahmen und unterliegen den Bestimmungen des Dienstvertrages, während die (technische) Anfertigung einer P. auf Weisung eines Zahnarztes in sog. Dental-Labors (= Werkvertrag) erfolgt. Nach Schätzungen werden in Deutschland jährlich 2 Millionen Zahnprothesen (Teil- oder Vollprothesen) angefertigt. Eine grobe Einteilung (und damit auch Bezeichnung) erfolgt nach unterschiedlichen Kriterien:
Eine andere Einteilung kann nach dem Verwendungszweck erfolgen:
|
|
|
|
Prothese abgestützte, auch zahngetragene o. dental getragene o. zahngestützte Prothese, engl.: tooth-borne prosthesis; mit (Ab-)Stützelementen am Restgebiss (eigene Zähne, Implantate) abgestützter Zahnersatz, um ein Einsinken der Prothese in die Schleimhaut zu verhindern und ein "natürliches" Beißgefühl zu geben. Dadurch dass die eigenen Zähne mit ihrer "federnden Verankerung" zur Abstützung dienen, ist ein größerer Kaudruck und eine physiologischere Belastung möglich. Erreicht wird dies durch Klammern mit Auflage auf den Kauflächen der Zähne ("Auflageklammer"), Teleskopkronen oder Geschieben. |
|
Stützlinie Stützfeld |
| Prothesenbasis engl.: denture base; die der Mundschleimhaut anliegende Unterseite und der künstliche Zähne tragende Teil einer Prothese unterschiedlicher Ausdehnung, wobei zur optimalen Verteilung von Kaukräften - besonders bei Vollprothesen - möglichst viel von der Mundschleimhaut einbezogen werden sollte ( Als Material werden hauptsächlich (> 90 %) sog. "Prothesenkunststoffe" auf Methylmethacrylat/Polymethylmethacrylat-Basis (PMMA) eingesetzt. In der Teilprothetik ist die P. im nicht sichtbaren Bereich häufig aus Metall ( Die biologische Verträglichkeit dieser Kunststoffe ist von einem hohen Polymerisationsgrad abhängig; allergiebedingte Unverträglichkeiten durch Restmonomere werden auf nur 0,3 % geschätzt. Dabei ist nicht der Kunststoff selbst, sondern unpolymerisierte Ausgangs- und Begleitstoffe (Benzoylperoxid als Initiator, Hydrochinon als Inhibitor, Methylmetacrylat (MMA)) für Allergien verantwortlich. Aufgrund der chemischen Gleichgewichtsprozesse ist ein gewisser Anteil an Restmonomer in der fertigen Prothese unvermeidbar. Durch geeignete Polymerisationsbedingungen lässt sich dieser auf ein Mindestmaß reduzieren aber nicht eliminieren. Als Optimum hierfür wird die Langzeit-Aushärtung (10-15 Stunden) bei 95°C angegeben. Prothesenkunststoffe werden nach der chemischen Zusammensetzung und den eingesetzten Materialien unterschieden:
Verarbeitungstechnisch werden unterschieden:
Im Oberkiefer hat die Ausgestaltung des Gaumenbasis Einfluss auf die
Sprachfunktion, da besonders "S"-Laute als sog. Reibelaute von der
Ausdehnung und Oberfläche des Gaumenreliefs abhängig sind.
|
|
| Prothesenbruch engl.: breach of the denture base; durch verschiedene Ursachen bedingte Beschädigung des herausnehmbaren Zahnersatzes: - Prothese liegt gar nicht oder liegt nicht gleichmäßig dem Kiefer an und/oder ist zu dünn gearbeitet (sog. Ermüdungsbruch; |
|
Prothesendruckstelle
,
engl.: pressure or denture sore;
Druckstelle
Prothesenhalt
Prothesenretention, Prothesensitz, engl.: denture or
prothesis retention; von vielen Faktoren abhängige Eigenschaft eines
herausnehmbaren Zahnersatzes,
besonders bei einer Vollprothese.
Während bei Teilprothesen durch entsprechende Halteelemente und
Prothesengestaltung i.d.R. ein befriedigender bis ausgezeichneter P.
erzielt werden kann, sind bei Vollprothesen
folgende Faktoren zusätzlich von individuell wichtiger Bedeutung
(nach
http://www.uni-kiel.de/fsmedizin/skripte/zahnmedizin/prothet.pdf ):
Anatomie:
Prothesenlager, Speichel (Adhäsion: Speichel -
Prothese, Speichel - Gaumen, Kohäsion: Speichel - Speichel), Muskelanlagerung
Prothetisch:
Prothesenausdehnung, Reliefgriffigkeit (Kongruenz Basis/Lager), Ventilrand
(physikalischer Saugeffekt: Innenventil durch Saugnapf der beweglichen
Schleimhaut an der Prothesenbasis und Aussenventil durch luftdichten Abschluss
am Prothesenrand im Vestibulum), Okklusion/Aufstellung, Muskelgriffigkeit der
Prothesenfläche (ant. Lippenschilde, vestibuläre Randwülste, Lippen- und
Wangenpassage, Lippen- und Wangenkontakt).
zusätzliche
Gestaltungen: Sublingualrolle (linguale Rille um den M. genioglossus),
Paralinguale Flügel, Retromolarer Flügel (Unterschnitte hinter dem M.
mylohyoideus), akzessorische Haftlinien (Hohllegen wenig resilienter
Gaumenbereiche, Frankfurter Radierung, Radieren der AH-Linie)
Haftmittel,
Halteelement,
Prothesenlager,
Sauger, Speichel,
Unterzungenbügel,
Unterzungenflügel,
Vollprothese
Prothesenkunststoff
, engl.: denture resin, denture base polymer;
Prothesenbasis
| Prothesenlager engl.: denture-supporting area; die Gebiete der Mundschleimhaut mit dem darunter befindlichen Kieferknochen und den evtl. noch vorhandenen Zähnen (Implantate), welche die auf den Zahnersatz auftreffenden Kräfte weiterleiten und dem Halt der Prothese Stabilität verleihen. Die Güte des P. ist entscheidend für eine einwandfreie Funktion des (herausnehmbaren) Zahnersatzes. |
|
Prothesenplaque
, engl.: denture plaque;
Prothesenreinigung
Prothesenreinigung
Prothesenpflege, Prothesenhygiene, engl.: denture cleaning;
herausnehmbarer Zahnersatz sollte -
wie die eigenen Zähne - zwei- bis dreimal täglich nach dem Essen gründlich
außerhalb des Mundes gereinigt werden, da sich auf dem Ersatz Bakterien,
Essensreste und abgestorbene Schleimhautzellen (= Prothesenplaque)
festsetzen
können und Entzündungen oder Mundgeruch hervorrufen. Zur Reinigung gibt es
grundsätzlich zwei Methoden:
Denture-Hygiene-Index,
Prothesenstomatitis, Vollprothese,
Zahnersatz
Prothesensattel
engl.: denture base saddle; der Teil einer
(Teil-)Prothese, welcher dem Kiefer
(Alveolarfortsatz)
"sattelförmig" aufliegt.
Prothesenbasis,
Sattel
Prothesenstomatitis
PS,
engl.: denture injury o. denture stomatitis; Oberbegriff für eine
Vielzahl von Mundschleimhaut-Entzündungen
unter einer Prothesenbasis. Klinisch
ist meist als
großflächige (der Ausdehnung der Prothesenbasis entsprechend), scharf begrenzte Rötung sichtbar,
ohne besondere Schmerzen ("Mundbrennen")
zu verursachen.
Ursachen können schlecht gepflegte
Prothesen und dadurch bedingte bakterielle oder pilzartige (meist Candida-Infektion)
Erkrankungen, Ausdruck einer Allergie
auf den Prothesenkunststoff oder ein nicht mehr
dem Prothesenlager angepasster (
Unterfütterung) Zahnersatz sein.
Eine PS wird im Oberkiefer häufiger als im Unterkiefer angetroffen. Raucher und
Patienten mit Vitamin-A-Mangel zeigen öfter derartige Symptome.
Prothesenunverträglichkeit,
Schleimhautbrennen
Prothesenträger , engl.: denture wearer; Schlagwortbezeichnung für eine Person mit herausnehmbarem Zahnersatz
Prothesenunfähigkeit
engl.: denture-disability; anatomischer Zustand des Kiefers, der das
Tragen einer Prothese unmöglich macht. Dieser Zustand wird i.d.R. durch das
Fehlen von ausreichendem Kieferknochenangebot (fortgeschrittene
Alveolarkammatrophie)
bedingt. Mit herkömmlichen prothetischen Techniken ist keine befriedigende
Funktion des Ersatzes zu erzielen. Abhilfe schaffen meist aufwendige
augmentative Verfahren mit
anschließender Implantation.
Nicht zu verwechseln mit einer
Prothesenunverträglichkeit
Prothesenunterfütterung , engl.:
denture relining;
Unterfütterung
Prothesenunverträglichkeit
Prothesenintoleranz, engl.: denture-intolerance; mit folgender
Unterscheidung:
Prothesenstomatitis,
Prothesenunfähigkeit,
Schleimhautbrennen,
Sicherheitsdatenblätter
Leitfaden „Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“
, ©
Bundeszahnärztekammer
Prothetik
zahnärztliche, Zahnersatzkunde, engl.: prosthodontics,
prosthetic dentistry, prosthodontia; zahnärztliches Fachgebiet
von der funktionellen Wiederherstellung fehlender Zähne, fehlendem
Knochengewebe und der damit verbundenen kosmetischen Beeinträchtigung. P.
umfasst in der Hauptsache die Planung,
das Anfertigen/Herstellen, die Eingliederung
und das Überwachen von
Zahnersatz
Fachgebiete,
Implantatprothetik,
Perioprothetik,
präprothetische Chirurgie,
Vollprothese
http://www.dgpro.de/
Prothetik-Einigungsausschuss
PEA, engl.: prosthetic agreement committee; nach dem
Bundesmantelvertrag
(Zahnärzte, BMV-Z) vorgeschriebenes, paritätisch besetztes Gremium
(Kassenvertreter, Zahnärzte) mit folgender Bedeutung:
Sind Krankenkassen, Zahnärzte oder Patienten mit einem
Gutachten (Vor- oder
Nachbegutachtung) nicht einverstanden, so haben diese die Möglichkeit, einen
Obergutachter bei Mitgliedern von
Ersatzkassen oder den PEA
bei Primärkrankenkassen
einzuschalten. Der PEA gilt also nur für Primärkassen.
Der PEA entscheidet über:
-- Einsprüche des Vertragszahnarztes oder der Krankenkassen gegen die
Stellungnahme des Gutachters nach § 3 Anlage 12 zum BMV-Z
-- Mängelansprüche (innerhalb von 24 Monaten) gemäß § 4 Abs. 1 Anlage 12 zum BMV-Z sowie
-- die Kosten der Begutachtung ausgeführter Leistungen (Anhang gemäß § 3 Abs. 4
der Anlage 12 zum BMV-Z)
Bei Nachbegutachtungen durch den PEA gilt: Wenn eine Zahnersatzarbeit
nicht zur Zufriedenheit ausfällt, ist zusätzlich zu prüfen, ob der negative
Erfolg auf einem Ausführungs- oder Planungsverschulden des Zahnarztes beruht.
Ist das nicht mit letzter Sicherheit feststellbar, ist der Anspruch der
Krankenkasse gegen die bereits gezahlte Vergütung nicht gegeben.
Gewährleistung,
Mängelgutachten ("Mängelrüge")
prothetischer Äquator ;
Äquator (prothetischer)
prothetische Wertigkeit , engl.:
prosthetic importance;
Pfeilerzahn
Prothrombin
engl.: do.; in der Leber unter Mitwirkung von Vitamin K gebildeter Faktor
II der Blutgerinnungsfördernden Faktoren. P. wird durch
Prothrombobinase (Thromboplastin) in Thrombin umgewandelt. Zur
Prothrombinzeit s.u.
Quick-Wert
Blutgerinnungsstörungen,
Quick-Wert,
Thrombin
Protokonus ;
Metakonus
Protomer ;
Odontomere
protrahiert , engl.: protracted; verzögert bzw. über eine längere Zeit hinweg anhaltend
Protraktoren
"Mundvorzieher",
engl.: protractors; Bezeichnung für eine Muskelgruppe, die den
Unterkiefer nach vorn ziehen. Im Wesentlichen ist dies der paarige M.
pterygoideus lateralis;
Kaumuskulatur
| Protrusion protrudiert, (veraltet: Propulsion) nach vorn stehend, engl.: do., protruding, protrusive; bezeichnet normalerweise eine sagittale Biss- und/oder Kieferfehlstellung im Sinne einer zu großen Länge des Oberkiefers. Ursache ist neben (seltenen) genetischen Veranlagungsformen vor allem das Lutschen (Lutschprotrusion). Man unterscheidet in:
Unter einer |
|
![]() alveoläre P. durch Lutschen |
Protrusionsbahn
sagittale Kondylenbahn,
engl.: condylar pathways; Weg der
Condylen bei der Vorschubbewegung
projiziert auf die Sagittalebene.
Bei einer Registrierung mit der
Bewegung der Scharnierachse
gleichgesetzt. Als ideal wird bei einem gesunden Gelenk eine glatte,
linienartige Kurve angesehen mit einem
anterior konkaven Verlauf, verbunden mit einer Links-/Rechtssymmetrie (sog.
"Bahnqualität"). Als Bahnlängen werden im Normbereich Werte zwischen 7,5 u. 12
mm angegeben. Werte darüber bezeichnet man als Hypermobilität, Werte darunter
als Hypomobilität des Kiefergelenks.
Bennet-Bewegung,
Gelenkbahn,
Unterkiefergrenzbewegungen
Protrusionsbewegung
Vorschubbewegung, engl.: protrusive movement; das Bewegen des
Unterkiefers nach vorn durch die sog. Protraktoren: Beide
Kondylen bewegen sich gleichzeitig nach
vorn (ventral). Im
Laufe der Zeit bilden sich durch
antagonistischen Zahnkontakt (sog. Protrusionskontakt)
okklusale
Schliff-Flächen, welche als
Protrusionsfacetten bezeichnet werden
Bei
Störungen im Kiefergelenk
und/oder der Protraktoren kann die P. ein-
oder beidseitig behindert sein, was bei ersterer zu einer seitlichen V.
führt.
Bennet-Bewegung,
Christensensche Phänomen,
Gelenkbahn,
Protrusion,
Retrusionsfacette
Unterkiefergrenzbewegungen,
Zahnbewegungen
| Protrusionsfeder engl.: jumper or spring; aktivierbares, doppelschlaufiges (offen o. geschlossen), kieferorthopädisches Draht-Federchen, welches zur kippenden Außenbewegung von einzelnen Zähnen dient. Meist bei Aktiven Platten im Frontzahnbereich eingesetzt. |
Protuberantia ,
höckerförmiger Vorsprung; in der
ZHK meist mit der Protuberantia
mentalis = Kinnvorsprung gleich gesetzt.
Kinn, Pogonion
provisorischer Zement ;
Verschlusszement
provisorisches Implantat ,
engl.: temporary implant;
Implantat, temporäres
| Provisorium Oberbegriff für: provisorische Füllung, provisorische Krone/Brücke, provisorische Prothese, engl.: temporary appliance; vorübergehende schützende, und/oder funktionelle und/oder kosmetische Versorgung von präparierten Zähnen (für eine Füllung oder Krone) oder Zahnlücken. Je nach Art und Konstruktion herausnehmbar ( Ein P. soll die fertig gestellte Präparation und den Zahn selbst vor mechanischen, chemischen und thermischen Einwirkungen schützen; dabei müssen der Zusammenbiss ( Bei den festsitzenden Provisorien wurden früher Materialien auf Poly-Methylmethacrylat-Basis (PMMA) angewandt ("Pulver-Flüssigkeit-Produkte", z.B. Temdent™, Interim™, Trim™); ihr Anteil liegt heute (2008) unter 10%. Moderne Materialien sind die sog. Bis-Acrylat-Komposites auf der Basis von bis-GMA, UDMA, TEGDMA, welche deutlich bessere werkstoffliche Eigenschaften aufweisen (z.B. Prevision CB™, tempofit™, Protemp 4 Garant™, Structur 2™, CronMix T™, Luxatemp™, Systemp.c&b™ usw.) und meist als "Zweikomponenten-Systeme" in Kanülen/Kartuschen angeboten werden. Polyethyl/Polymethyl-methacrylathaltige Kunststoffe zeigen im Langzeittest eine bessere Farbstabilität als solche auf Bis-Acryl-Methacrylat-Basis. Letztere sind aber im Vergleich unempfindlicher gegen Verfärbungen z.B. durch Kaffee. Es werden versch. Arten der Provisorienart und -herstellung bei der Herstellung von festsitzendem Zahnersatz unterschieden: 1. Direkt im Mund Indikation: kurze Tragedauer (~ 8-21 Tage bis zur Fertigstellung des endgültigen Zahnersatzes) a) -- konfektioniert mittels Frasaco-Krone o. ION-Krone: vorgefertigte durchsichtige Kunststoffkronenhülse; die Frasaco-Krone dient lediglich der Formgebung und muss nach der P.-Herstellung entfernt werden -- konfektioniert mittels Imitatkrone: vorgefertigte zahnfarbene Kunststoffkronen, Imitatkrone wird mit Kunststoff aufgefüttert, die Kronenhülse verbleibt -- aus Metall, b) Protemp–Methode: Abformung des Zahnes vor der Präparation; Präparation; Einfüllen eines nur wenig erwärmenden Kunststoffes in den Ausgangsabdruck und Einsetzen dieses über die präparierten Zähne; nach Abbinden: Ausarbeitung des Kunststoffprovisoriums. Für Einzelkronen und Brücken anwendbar. Standard bei der Herstellung von P. (2009) c) Umarbeiten der alten Krone/Brücke zum Provisorium: - Auffüllen der zur Abnahme geschlitzten Restauration mit einem Kunststoff oder provisorischem Zement d) Verwendung von dünnen Polyäthylenfolien (auf Gipsmodellen im Labor tiefgezogen; e) Verwendung eines im Labor über ein Wax–up bzw. eine Zahnaufstellung hergestellten Silikonschlüssels als Träger für einen einzufüllenden Kunststoff wie z.B. unter b) 2. Indirekt im Labor - Herstellung von 3. Kombiniert Anwendung zur Herstellung von Brückenprovisorien mit großer Spannweite Patient: - vor Präparation: Alginatabformung Labor: - Modellherstellung, in Schaltlücke werden Prothesenzähne eingesetzt und festgewachst. Abformung über diese Zahnreihe. Anfertigung des P. selbst dann im Mund oder im Labor |
|
proximal ; anatomische Lage- und Richtungsbezeichnung: zum Körper hin gelegen bzw. zur Körpermitte hin verlaufend
| PRP autologes Thrombozytenkonzentrat, engl. Abk. von Platelet-Rich-Plasma = (patienteneigenes) angereichertes plättchen- oder thrombozytenreiches Plasma; Konzentrat von Thrombozyten in einem kleinen Restvolumen Blutplasma, das durch Zentrifugation von Patientenblut hergestellt werden kann. Die in den a-Granula der Thrombozyten enthaltenen Wachstumsfaktoren sind jedoch die eigentlich wirksamen Bestandteile des PRPs, die bei der Aktivierung der Thrombozyten freigesetzt werden. Zu ihnen gehören PDGF (platelet-derived growth factor), TGF-b 1+2 (transforming growth factor b 1+2), IGF (insulin-like growth factor), bFGF (basic fibroblast growth factor), EGF(epidermal growth factor) und VEGF (vascular endothelial growth factor). Seit den 70er Jahren ist bekannt, dass im Blut Bestandteile enthalten sind, die die Regenerationsfähigkeit von Knochen und Gewebe unterstützen (schnellere Reifung und die bessere Qualität des gebildeten Knochens). Dieses spezielle Plasma wird meist in Blutbanken im Rahmen der Transfusionsmedizin aus Spenderblut gewonnen (mittels Vollblutzentrifugation oder maschineller Pherese); es ist neuerdings auch während der Operation in einer (zahn-)ärztlichen Praxis aus dem Eigenblut des Patienten gewinnbar. PRP bewirkt eine verbesserte Knochenregeneration als auch eine deutlich schnellere Weichgewebsheilung. Um das regenerative Potential des PRPs voll ausschöpfen zu können, wird dem Konzentrat zumindest in geringen Mengen autologer Knochen zugesetzt. In der Parodontologie konnte durch eine Kombination von synthetischem PDGF und IGF, die beide im PRP enthalten sind, eine signifikante Förderung der Knochenregeneration nachgewiesen werden. In jüngster Zeit wurde der Einsatz von aktiviertem Plättchen-Gel (AGP, ähnlich der Fibrinmembran aus Platelet Poor Plasma) als autologer Fibrinkleber und für den Wundverschluss entdeckt; es lassen sich für die Zukunft vielleicht neben der Knochenregeneration eine Vielzahl neuer Indikationen für den PRP-Einsatz erwarten. Allerdings darf PRP - wie in publikumswirksamen Laienmedien häufig geschehen - nicht als "Wundermittel" angesehen werden. Der Zeitraum bis zum Beginn der Knochenbildung wird nicht verkürzt, sondern die Knochenreifung vom Geflechtknochen zum Lamellenknochen beschleunigt und dabei sowohl Knochendichte als auch Knochenqualität deutlich verbessert. Dadurch besteht die Möglichkeit, früher zu implantieren oder Implantate früher zu belasten, keinesfalls aber diese durch PRP-Techniken sofort voll zu belasten. Weiter sind z.Zt. (2008) unter Evidenzaspekten noch keine gesicherten Aussagen über einen zusätzlichen Nutzen in der Knochenregeneration möglich. |
|
Prüfkörper
engl.: test piece; nach der
Röntgenverordnung
vorgeschriebener Gegenstand zur Prüfung von Röntgengeräten bei der
Erstinbetriebnahme (u.a. dabei Anfertigung einer sog.
Referenzaufnahme) und bei
der regelmäßigen Konstanzprüfung.
Überprüft wird die Größe des Strahlenfeldes ("Feldgröße"), eine Kontrolle der
Belichtung, die Filmverarbeitung (Entwicklung) und bei
digitalen Systemen
Mindestauflösung und Kontrast.
Röntgenverordnung (Stand 2002)
©: Uni-Münster ;
http://www.lzk-bw.de/
Prüfungsausschuss
engl.: audit commitee; nach dem
SGB V, § 106 (
Komplettes Sozialgesetzbuch (SGB V) als PDF-Dateien)
vorgeschriebenes, paritätisch besetztes Gremium (1 unparteiischer Vorsitzender,
4 Krankenkassenvertreter,
4 Zahnärzte) zur Überprüfung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit nach dem
gesetzlich vorgeschriebenen
Wirtschaftlichkeitsgebot. Das
SGB V, § 106 nennt
Auffälligkeitsprüfungen und Zufälligkeitsprüfungen.
Auffälligkeitsprüfungen werden dann durchgeführt, wenn die (zahn-)ärztlich
durchgeführten/verordneten Leistungen festgelegte Richtgrößen überschreiten. Bei
Zufälligkeitsprüfungen werden pro Quartal bei zwei Prozent der (Zahn-)Ärzte
arzt- und versichertenbezogene Stichproben genommen.
Als Sanktionen können Belehrungen oder Kürzungen der schon ausbezahlten
Vergütungen angeordnet werden (
Regress). Gegen die Entscheidungen der P. können die
betroffenen (Zahn-)Ärzte und ärztlich geleiteten Einrichtungen, die Krankenkasse, die
betroffenen Landesverbände der Krankenkassen sowie die Kassenärztlichen
Vereinigungen die Beschwerdeausschüsse - mit aufschiebender Wirkung - anrufen.
Das Verfahren vor dem
Beschwerdeausschuss gilt als Vorverfahren (§ 78 des
Sozialgerichtsgesetzes). Die Klage gegen eine vom Beschwerdeausschuss
festgesetzte Honorarkürzung hat keine aufschiebende Wirkung. Gehört der
"unparteiische Vorsitzende" im P. dem Kassenumfeld an, so ist der
Vorsitzende beim Beschwerdeausschuss aus den Reihen der Zahnärzte und umgekehrt.
Ab 2002 sind Sozialgerichts-Verfahren, bei denen
gesetzlich Versicherte nicht unmittelbar beteiligt sind, von den
Kosten her ähnlich wie Zivilprozesse; der Streitwert ist auf 2,5 Mill.
€ begrenzt. Für einen sozial "schützenswerten" Personenkreis
(Versicherte, Leistungsempfänger, Behinderte oder Rechtsnachfolger)
besteht grundsätzlich Kostenfreiheit. "Schwammig" geregelt ist die
sonst grundsätzlich aufschiebende Wirkung bei einem Verfahren vor dem
Sozialgericht: Diese entfällt u.a., wenn die sofortige Vollziehung des
Verwaltungsaktes im öffentlichen Interesse oder im überwiegenden
Interesse eines Beteiligten steht. Keine aufschiebende Wirkung besteht
Kraft Gesetz bei einem Widerspruch gegen die Honorarfestsetzung oder
eine Honorarkürzung durch den Prüfungsbeschwerdeausschuss.
Wirtschaftlichkeitsgebot
| Prummel Klammer Prummel Zapfen; selten verarbeitete Modellgussklammer, welche einen vom lingualen Klammerarm abgehenden Zapfen (Prummel Zapfen) in Richtung Zahnwurzel besitzt. Dieser Zapfen gilt als reziprokes Stabilisierungselement und befindet sich unterhalb des Äquators. |
![]() |
PSA ; Abk. von
PanoramaSchichtAufnahme
Pseudoarthrose
Pseudarthrose, Falschgelenkbildung, engl.: pseud(o)arthrosis,
fracture non-union; fehlende Verknöcherung einer Fraktur nach > 4-6
Monaten durch Infektion
während der Knochenheilung oder unzweckmäßige Ruhigstellung
bzw. Versorgung der Frakturstücke beim
Heilungsprozess. Ähnlich einem Gelenk lassen sich die Frakturstücke gegeneinander bewegen. In der ZHK
meist im Unterkiefer als Folge eines
Kieferbruchs auftretend.
Arthrose,
Bruchspaltabszess,
Knochenheilung
Pseudoprogenie ;
Progenie
Pseudotasche
Pseudozahnfleischtasche, gingivale Tasche, engl.: pseudopocket,
false (periodontal) pocket; Zahnfleischtasche (> 2 mm), deren
Zustandekommen nicht durch einen Verlust
parodontaler Strukturen (tieferer
Epithelansatz), sondern durch eine Entzündungs-bedingte Schwellung
entstanden ist. Typische Erscheinung bei einer
akuten Gingivitis oder
Zahnfleischwucherungen.
Hydantoin, Pubertätsgingivitis,
Zahnfleischtasche
| Pseudozyste zystenähnliche Hohlräume, engl.: cystoid, adventitious cyst; nicht mit Epithel ausgekleidete Hohlräume unterschiedlicher Herkunft oder röntgenologisch fälschlicherweise als Zyste dargestellte Knochenveränderungen (siehe Abb.). Diese selten vorkommenden Gebilde werden unterteilt in:
|
|
PSI ,
parodontaler Screening-Index,
engl.: parodontal Screening-Index;
CPINT
Psilosis linguae
Psilosis = Kahlheit; "Lackzunge", engl.:
psilosis of the tongue; glatte rote Zunge als ein Ausdruck der
Autoimmunerkrankung
Sprue, meist im Zusammenhang mit
Aphthen ("tropische Aphthen") auftretend.
Psychodontie
auf den deutschen Zahnarzt Johannes Edelmann (* 1946) zurückgehende
pseudomedizinische und esoterische
Diagnostik mit Aussagen zu bestimmten Kieferformen und Zahnstellungen und
schreibt jedem einzelnen Zahn eine bestimmte Bedeutung zu. Weiter wird aus
Zahnstellungen auf Charaktereigenschaften einer Person geschlossen. So sieht
z.B. die P. Karies als einen
häufigen Hinweis auf starke emotionale Belastung mit dem anderen Geschlecht
(Enttäuschung, Frustration, etc.). Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten gilt
sie als zweifelhafte Diagnostik und wird nicht anerkannt.
alternative
Behandlungsmethoden,
Komplementärmedizin
http://www.psiram.com/ge/index.php/Psychodontie
Psychopharmaka
psychotrophe Medikamente,
engl.: psychotherapeutics; Stoffe, die das zentrale und das vegetative
Nervensystem beeinflussen. Nach ihrer Wirkung unterscheidet man Neuroleptika,
Antidepressiva, Stimulanzien und Tranquilizer. In der
ZHK bei der "Behandlungsangst",
als Analgosedierung und bei
schweren
Funktionsstörungen des Kauorgans eingesetzt.
Verkehrsfähigkeit
Psychosomatik
engl.: psychosomatic medicine; Bez. für wechselseitige Abhängigkeiten
zwischen Seele (Psyche) und Körper (Soma) bei der
Ursache,
Pathogenese, Verlauf und
Behandlung von Krankheiten. Gerade in der überwiegend mechanistisch geprägten
ZHK hat die P. bisher noch keine
große Bedeutung erlangt. Unterschieden werden folgende Gruppen:
Leitfaden „Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“
, ©
Bundeszahnärztekammer
PTC Geschmackstest
Testung auf die Tatsache, dass z.B. ca. 70% der Europäer die
genetisch (Gen TAS2R38) fixierte
Fähigkeit besitzen, den giftigen Bitterstoff Phenylthiocarbamid (PTC; wird je
nach Erbanlage als bitter oder geschmacklos empfunden) auch als "bitter" zu
schmecken.
Geschmack,
Saporimetrie
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/
o. ©
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de
PTD ,
engl. Abk. von probably toxic dose = wahrscheinliche toxische (tödliche)
Dosis;
letale Dosis
Ptyalismus
Hypersalivation, Hypersialie, engl.: ptyalism,
sialorrhea; übermäßige Speichelproduktion. Wird natürlicherweise
kurzzeitig beim Anblick von Nahrung bzw. deren Kauen oder Manipulationen in der
Mundhöhle ausgelöst; ebenso durch Medikamente (Parasymphathomimetika wie
Muskarin, Pilocarpin). Begleiterscheinung bei Erkrankungen wie einer
Stomatitis,
Störungen des Magen-Darmtraktes, bei weiblichen Hormonumstellungen
(Schwangerschaft, Klimakterium),
, Metallvergiftungen
(Quecksilber, Arsen, Wismut) usw.. Häufig mit einer
Sialorrhö gleichgesetzt.
Speichel,
Speichelmenge,
Xerostomie
| Pubertätsgingivitis engl.: hormonal changes of the gingival tissues during puberty; während der Pubertät können bei weiblichen Personen durch Mikroorganismen ausgelöste Veränderungen in der Zahnfleischflora beobachtet werden. Diese sind meist auf die hormonal bedingten Veränderungen des Zahnfleischgewebes zurückzuführen, aber auch auf die Fähigkeit einiger Bakterien, aus den höheren Bluthormonspiegeln einen Nutzen zu ziehen; es kommt dabei zu lokalen Zahnfleischentzündungen und Schwellungen mit |
|
Puffs
Puffs = Beulen, Aufblähungen; med.-engl. Ausdruck für eine (röntgenologisch
sichtbare)
Wurzelfüllungsmaterial-Überpressung in den
periapikalen Raum;
Überfüllung
| Pulpa Zahnmark, laienhaft: "Nerv", "Zahnnerv", engl.: (dental) pulp; mit den Eigenschaften: Die Größe bzw. Ausdehnung der Kronenpulpa ist mit herkömmlichen Methoden (z.B. Bissflügelaufnahmen) nur schwer festzustellen - dies wäre von besonderem Interesse bei der Präparation eines Zahnes, um die P. nicht unbeabsichtigt zu eröffnen. In der radiologischen Darstellung werden die realen Dimensionen der Pulpa häufig nicht korrekt wiedergegeben; besonders im Molarenbereich werden die wahren Größenverhältnisse meist unterschätzt. |
|
|
Pulpagangrän , Pulpennekrose, engl.: pulpal necrosis;
Gangrän
| Pulpapolyp Pulpenpolyp, Pulpitis chronica aperta granulomatosa, engl.: pulp polyp; meist bei tief kariösen, unbehandelten Milchzähnen auftretende Wucherung aus der offenen Pulpenkammer hinaus. Meist schmerzlos; Schmerzen und Blutungen nur bei Berührung (z.B. Kauen) |
![]() |
Pulpaprüfer ,
Pulpenprüfer, Pulpentester, engl.: pulp-tester;
Vitalitätsprüfung
Pulpatot , Pulpentod ;
devital
Pulpektomie
Pulpaektomie, vollständige Entfernung des Zahnnervs, engl.: pulpectomy, pulp
exstirpation;
Behandlung von Milchzähnen,
Exstirpation,
Pulpotomie,
Vitalexstirpation
Pulpenexstirpation ,
Exstirpation
Pulpenhämatom
engl.: dentin blush; feine Einblutungen in das dem
Zahnnerv umgebende Hartgewebe, das Dentin,
welche dieses rötlich verfärbt erscheinen lassen. Als Ursachen kommen
traumatische Verletzungen oder ein Präparationstrauma in Frage. Die Verfärbungen
können sich u.U. wieder zurückbilden, ansonsten führen sie zu einer gräulichen
Verfärbung durch die Blutzerfallsprodukte.
pink spot,
Präparationstrauma
Pulpitis
Zahnmarkentzündung, Zahnnerventzündung, engl.: endodontitis, pulpitis, (tooth) pulp
inflammation; welche akut (verbunden mit starken Schmerzen),
subakut
(intermittierende Schmerzen, unklare Beschwerden) oder chronisch (häufig vom
Patienten unbemerkt) auftreten kann; häufigste Ursache von
Zahnschmerzen als Folge
unterschiedlicher Reize (Noxen) auf die Pulpa:
Eine schmerzhafte Pulpitis entsteht selten aus "heiterem Himmel",
sondern deutet sich immer - mehr oder weniger stark - vorher durch eine
Empfindlichkeit auf Kalt und/oder Warm bzw. Süß oder Sauer an. Werden diese
Warnsymptome nicht beachtet, und treten in der Pulpa eitrige Entzündungen (sog.
Pulpaabszess) auf, so können irgendwann äußerst starke Schmerzen
auftreten, welche sich allein mit Medikamenten kaum behandeln lassen. Die
Pulpa
stirbt ab und kann bei Nichtbehandlung an der Wurzelspitze weitere Eiterungen
verursachen (
Parodontitis
apicalis).
Eine Diagnose dahingehend, wieweit der Zahnnerv schon entzündet ist und ob die
Entzündung ohne Folgeschäden wieder verschwinden kann ("Pulpitisdiagnostik"),
ist sehr schwierig und kann sicher (aber nicht praktikabel) nur
histologisch gestellt werden. Vorsichtig lässt sich sagen, dass eine Reaktion bei Kälte
auf eine leichtere Erkrankung hindeutet, welche bei einer baldigen
zahnärztlichen Behandlung wieder ausheilt (reversible Schädigung),
während Schmerzen auf Warm bedeuten, dass sich schon eine Eiterung gebildet hat
(irreversible Schädigung), die eine
Wurzelkanalbehandlung nach sich
zieht, da eine Ausheilung (Vitalerhaltung)
des Zahnnervs nicht mehr gegeben ist.
Folgende 6 Punkte können helfen, die Diagnostik "reversible oder irreversible
Schädigung des Zahnnervs" zu untermauern und eine entsprechende Therapie (Vitalerhaltung
oder Entfernung des Zahnnervs)
einzuleiten:
Was löst den
Schmerz aus?
bei „kalt, süß, sauer“, liegt eine reversible, bei „Wärme“ eine irreversible
Pulpitis vor.
Wie lange hält
der Schmerz an?
Bei „ungefähr so lange, wie der Reiz besteht“ ist die Pulpitis reversibel, bei
„Schmerz überdauert den Reiz“ irreversibel.
Tritt Schmerz
spontan auf?
Nie = reversible Pulpitis, JA = irreversible Pulpitis.
Ist der Schlaf
nachts wegen Zahnschmerzen gestört?
Falls JA = irreversible Pulpitis.
Lindert Kälte
den Schmerz?
Falls JA = irreversible Pulpitis in den meisten Fällen.
Wie lange
bestehen die Schmerzen schon?
Bei „1–3 Tage“ liegt eine reversible, bei längerem Schmerz oder Schmerzen
gefolgt von schmerzfreien Intervallen liegt i.d.R. eine irreversible Pulpitis
vor.
Die Behandlung der P. erfolgt primär durch Entfernung der die Entzündung
hervorrufenden Ursachen, meist in einer Entfernung der
tiefen Karies. Sollte sich in
der Pulpa noch kein Eiterherd befinden, so kann die P. durch lokales
Aufbringen von entzündungshemmenden Medikamenten (z.B.
Calxyl,
Ledermix) noch
vital gehalten werden (
Vitalerhaltung); sonst ist
zur Schmerzbeseitigung und endgültigen Behandlung eine
Wurzelkanalbehandlung nach
vorheriger Entfernung des Zahnnervs unumgänglich.

![]()
Erfolgsraten bei versch. Nerv-Erkrankungen
Caries profunda, Ledermix,
Heilanästhesie,
Hyperämie,
Irradiation,
Polymerisationswärme,
Präparationstrauma,
Pulpapolyp,
Reaktionsdiagnostik,
Spontanschmerz,
Temperaturempfindlichkeit,
Überkappung
Video
Pulpotomie
Amputation der Kronenpulpa,
Vitalamputation, engl.: pulpotomy;
Abtragung der Kronenpulpa mit dem Versuch einer Vitalerhaltung der Wurzelpulpa.
Gelegentliche Anwendung in der Kinderzahnheilkunde, oder wenn aus ökonomischen
Gründen eine
Wurzelkanalbehandlung akut nicht in Frage kommt und primär Schmerzen beseitigt
werden sollen - ohne dabei den Weg der
Extraktion zu beschreiten.
Behandlung von Milchzähnen,
Exstirpation,
Pulpektomie,
Vitalamputation
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren
Schlagwortbez. bei der Verarbeitung von Kunststoffen: bereits polymerisierte
Partikel ("Pulver") werden mit einem
Monomer ("Flüssigkeit") zu einem "Brei" o. "Teig" vermischt, welcher dann
durch Polymerisation zu einer gewünschten Form
aushärtet. Ausdruck üblich zur Unterscheidung anderer Verfahren, z.B.
Polymerisation, lichtinduzierte
Langzeitpolymerisation,
Polymerisation
| Pulverstrahlgeräte Luft-Pulver-Wasserstrahl-Instrumentierung, LPW, Abrasionsstrahlgeräte, engl.: powderblaster, air-abrasive instruments; auf dem Prinzip der kinetischen Energie eingesetzte Apparaturen. Dabei werden kleinste Pulverpartikel versch. Stoffe (Salze, Metalle) von einem starken Luftstrom transportiert und konstruktionsbedingt an der Austrittsdüse beschleunigt. Beim Auftreffen dieser aktivierten Teilchen auf die Oberfläche des Zahnes führt diese Bewegungsenergie - je nach Beschaffenheit des Pulvers - zu einem Substanzabtrag von Belägen auf dem Zahn oder von Zahnhartsubstanz. Welche und wie viel Substanz abgetragen wird, hängt ganz entscheidend von der Art des Pulvers und der korrespondierenden Oberfläche ab. Neben den "echten" P. , die i.d.R. mit Aluminiumoxid arbeiten, gibt es die weit verbreiteten Pulver-Wasserstrahl-Geräte, PWS, welche mit Natriumbicarbonatkristallen (über 250mµ Korngröße) strahlen und bei der Professionellen Zahnreinigung (PZR) eingesetzt werden.
Der Gebrauch derartiger Geräte setzt vom Anwender besondere Sorgfalt
voraus, um nicht die umliegenden Gewebe zu verletzen. Im Hinblick auf den Schutz des Patienten und des Behandlers/Personals ist
die bei P. bislang unvermeidliche Bildung einer Aerosolwolke zu
bedenken. Deshalb muss auf eine gute Absaugung, die gegebenenfalls durch
spezielle Absaugkanülen ergänzt werden kann, besonderer Wert gelegt werden.
Weiter ist an die seltene Möglichkeit eines
Luftemphysems bei
unsachgemäßer/zu forcierter Anwendung zu denken. |
|
Punktwert ,
engl.: point value; Verrechnungswert bei zahnärztlichen Leistungen,
welchem ein entsprechender Cent/Euro-Betrag als Multiplikator zugeordnet wird.
BEMA,
Degression,
Festzuschuss,
GOZ
Punktzentrik ;
Zentrik
Putztechnik ,
Zahnbürstmethoden
Pyämie
Pyohämie, engl.: pyemia; metastasierende
Allgemeininfektion, bei welcher sich die Keime - i.d.R. Eiterkeime aus der
Staphylokokken-Spezies - vom
ursprünglichen Herd entfernt auf dem Blutweg in andere Organe und Körperhöhlen
ausbreiten ("Metastasen" bilden).
Blutvergiftung
pyogen ,
Eiter bildend
Pyorrhö
Pyorrhoe, reichliche Absonderung von
Eiter, starker Eiterabfluss (ohne vorherigen chirurgischen Eingriff). In der
ZHK ungebräuchlicher Ausdruck in
Form der "Alveolarpyorrhö"
für eine ausgeprägte
Parodontitis marginalis
pyrogen, Fieber erzeugend o. verursachend
Pyrophosphorsäure
Diphosphorsäure, H4P2O7, in
Zahnpasta anzutreffender Zusatz in Form des Natriumsalzes dieser Säure (z.B.
blend-a-med™ Zahnsteinschutz). Soll kalkige
Zahnbeläge (Zahnstein) entfernen
können.
PZR , Abk. für
professionelle
Zahnreinigung
|
[
Autor:
Dr. Klaus de Cassan
]
[
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