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Zahnwissen-Lexikon
Sa - Sm |
diese Übersetzung |
Sabouraud Zähne
engl.: Sabouraud's teeth, Moon's molars; französischer Hautarzt (1864-1938);
brustwarzenähnliche Verdickung an der Innenfläche der ersten oberen Backzähne
bei
bei angeborener Syphilis.
Fournier-Zähne,
Hutchinson-Trias,
Lues connata,
Maulbeermolar,
Schmelzperle
Saccharase
engl.: do. o. sucrase; im Speichel
vorkommendes Enzym zur Spaltung des
gewöhnlichen Zuckers in seine Hauptbestandteile Traubenzucker und Fruchtzucker.
Saccharin
engl.: do.;
erster industriell hergestellter
Süßstoff, C7H5NO3S; S.
wird vom menschlichen Körper schnell aufgenommen und unverändert mit dem Urin
wieder ausgeschieden (innerhalb von 24 Stunden sind 90% wieder eliminiert).
Deshalb ist S. praktisch kalorienfrei und wie alle Süßstoffe auch für
Diabetiker verträglich. Gegenüber Haushaltszucker (Saccharose) beträgt die
Süßkraft von Saccharin das 450- bis 550-fache. Die Wirkung von Saccharin kann
durch eine Säurezugabe verstärkt werden. In geringen Konzentrationen schmeckt
Saccharin sehr süß. Bei hohen Dosen nimmt der Süßgeschmack jedoch stark ab und
ein typisch bitter-metallischer Nachgeschmack entsteht. Spült man den Mund dann
mit Wasser aus, so kehrt sich das Geschmacksempfinden wieder um und man nimmt
einen sehr intensiven, süßen "Wasser-Geschmack" wahr. Die Süßkraft geht bei
Temperaturen über 150 Grad Celsius verloren.
Zucker,
Zuckerersatzstoffe
http://www.assugrin.ch/
| Sachleistung engl.: benefit (payment) in kind; Schlagwortbezeichnung für den Kostenfluss in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei dem überwiegenden Teil der Leistungen: Die Gesetzliche Krankenkasse bzw. deren Versicherte schulden dem (Zahn-)Arzt nicht die Kosten einer Behandlung, sondern die medizinischen Leistungen werden über Vertragszahnärzte den Versicherten zur Verfügung gestellt; es besteht für die Versicherten ein sog. Sachleistungsanspruch auf der Grundlage des BEMA. Hierfür wird von den Kassen die sog. Gesamtvergütung an die kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) gezahlt, welche diese Summe nach einem komplizierten Schlüssel an ihre Vertragszahnärzte verteilt. Das Sachleistungsprinzip verpflichtet die Vertragspartner, eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung unter Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts in zumutbarer Entfernung sicherzustellen ( Im Sachleistungssystem besteht ein Vertragsverhältnis zwischen Zahnarzt und Krankenkasse. Wer als Vertragszahnarzt arbeitet, muss die bestehenden Verträge und Richtlinien einhalten und deren Änderungen akzeptieren. Bei Nichtbefolgung drohen Disziplinarmaßnahmen bis hin zum Entzug der Zulassung. Z.Zt. (2009) besteht eine 100%ige Sachleistung bei chirurgischen (z.B. Zahnziehen, Kieferoperationen) und konservierenden (z.B.Standard-Füllungen, Untersuchungen, Zahnsteinentfernung) Eingriffen; kieferorthopädische Behandlungen gelten als "Sachleistungen besonderer Art" und bedeuten prozentuale Zuzahlung der Kasse zu fest vereinbarten Gebühren ( |
![]() Zahlungsfluss bei einer unbudgetierten Sachleistung ![]() Zahlungsfluss bei einer budgetierten Sachleistung |
Sachverständigenprüfung
engl.: experts inspection; nach der
Röntgenverordnung alle 5
Jahre vorgeschriebene technische Prüfung der
Röntgeneinrichtung in der Praxis
(sog. "Röntgen-TÜV")
Sachverständigenrat
für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen (SVR KAG), ab 2004 als Folge des
GMG
mit neuer Bezeichnung:
Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen,
engl. etwa: board of experts for the investigation of the development in the
health service; aus Wissenschaftlern versch. Fachrichtungen bestehendes
Beratergremium des Bundesgesundheitsministeriums für gesundheitspolitische
Fragen. Der Sachverständigenrat hat die Aufgabe, im Abstand von zwei Jahren
Gutachten (
http://www.svr-gesundheit.de/Gutachten/Uebersicht/Uebersicht.htm) zu erstellen und in diesem Rahmen:
die Entwicklung
in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen
Auswirkungen zu analysieren,
unter
Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und vorhandenen
Wirtschaftlichkeitsreserven Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten
und bestehenden Überversorgungen zu entwickeln,
Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen, sowie
Möglichkeiten und
Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen.
Rechtsgrundlage ist das
SGB V,
§142 .
Zeitgleich mit dem neuen Namen hat der Rat auch einen neuen Sitz angenommen:
Rochusstraße 1, 53123 Bonn,
http://www.svr-gesundheit.de
Sachverständiger
, engl.: expert;
Gutachter
| Sägemodell engl.: saw model; zahntechnisches Arbeitsmodell zur Herstellung von Präzisionsarbeiten (Brücken, Inlays, Kronen). Das aus einem spez. Hartgips bestehende Modell besteht in der Grundform aus zwei Teilen: dem eigentlichen Sockelmodell und dem darauf in einem zweiten Arbeitsgang aufgegossenen Zahnkranz, welcher pro Zahn, auf dem die Restauration durchgeführt werden soll, mit konischen Metallstiften ("Modellstiften") - sog. Dowel pins - versehen wird. In einem weiteren Arbeitsschritt werden die mit Pins versorgten Gipszähne aus dem übrigen Zahnkranz herausgesägt und lassen sich jetzt einzeln (sog. Dowel pin Stümpfe) zur Bearbeitung aus dem Grundmodell herausnehmen. |
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sagittal
Pfeilrichtung, lat.: sagitta = Pfeil, engl.: do.; anatomische Körperrichtung, nach dem Wortursprung her vom
Rücken her Richtung Bauch bzw. von Hinten nach Vorn (Flugbahn, welche von einem
auf den betreffenden Körper abgeschossenen Pfeil bestimmt wird). Entspricht häufig der
horizontalen Ebene. In der ZHK z.B.
verwendet bei der Ausdehnung des Kiefers in seiner Längsrichtung ("in sagittaler
Richtung").
Sagittalebene,
Zahnflächen
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Sagittalebene engl.: sagittal plane; Körperlängsachsen-Ebene "von hinten nach vorn" (s. Abb.). Steht senkrecht zur Frontal- und Transversalebene. Dabei teilt die mediane Sagittalebene ( |
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| sagittale Spaltung engl.: sagittal splitting; zu den Umformungs-Osteotomien zählende Durchtrennung von Knochen in sagittaler Richtung ( Als Komplikationen nach derartigen Eingriffen werden Sensibilitätsstörungen berichtet; diese scheinen bei Frauen und mit zunehmenden Alter stärker aufzutreten, stehen aber in keinem Verhältnis zu dem positiven funktionellen und kosmetischen Ergebnis. |
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Salicylsäure
Spirsäure, 2-Hydroxybenzoesäure; Grundsubstanz für die Herstellung von
Acetylsalicylsäure (ASS,
Aspirin®). Wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung u.a. als keimhemmender Zusatz in
Mundwässern.
http://www.seilnacht.com/Chemie/ch_salic.htm
Salivation
Speichelfluss, Speichelsekretion, engl.: do.; die Absonderung von
Speichel aus den
Speicheldrüsen; einen verminderten Speichelfluss bezeichnet man
als
Xerostomie, einen
vermehrten als Ptyalismus.
Speichelmenge
Salutogenese
Gesundheitsentwicklung, (von lat. salus für Gesundheit, Wohlbefinden und von
griechisch genesis für Geburt oder Ursprung), engl.: salutogenesis; durch
den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 70er
Jahren des letzten Jhds. eingeführter Begriff für eine neue Betrachtungsweise
des Begriffes "Gesundheit" als
Abgrenzung zu dem Begriff Pathogenese.
So wird nach dem Salutogenese-Modell Gesundheit nicht als Zustand, sondern als
ein mannigfaltiger Prozess verstanden.
ausführlich:
http://www.idz-koeln.de/
| Salzfluoridierung Kochsalzfluoridierung, Speisesalzfluoridierung, engl.: salt fluoridation, fluoridation of table salt; heute gebräuchliche Art der systemischen u. lokalen Fluoridzufuhr zur Kariesprophylaxe: einem handelsüblichen Speisesalz werden etwa 250 mg/kg Salz einer Fluoridverbindung (meist in Form von Natrium- oder Kaliumfluorid) beigemischt. Bäckereien, Lebensmittelindustrie, Restaurants und Kantinen dürfen derart angereichertes Salz nur mit besonderer Genehmigung verwenden. Da der tägliche Kochsalzbedarf jedes Menschen ab dem 3. Lebensjahr gewichtsabhängig ähnlich ist, lässt sich die tägliche Fluoridaufnahme gut dosieren, eine Vergiftung durch Überdosierung ist bei einem normal veranlagtem Menschen ausgeschlossen. In Deutschland seit 1991 erlaubt*) und überwiegend in der Kombination mit Jod angeboten. Sie gilt als sinnvoller Baustein der Kariesprophylaxe. Mit 69 Prozent Marktanteil ist fluoridiertes Jodsalz das meistgekaufte Haushaltssalz (2008). Nebenstehendes Dosierungsschema wird heute (2009) von den Fachleuten präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer Fluoridanamnese. Untersuchungen belegen eindeutig, dass Speisen, die mit fluoridiertem Speisesalz zubereitet wurden, bis zu 30 Minuten zu einer signifikanten Erhöhung des Fluorids im sog. Mischspeichel (natürlicher Speichel + aufgelöstes fluoridiertes Kochsalz aus den Speisen während des Kauakts) führen. Diese Wirkung entspricht der wie nach der gründlichen Zahnreinigung mit einer fluoridierten Zahnpasta. Ohne diese Supplementierung beträgt die Fluoridkonzentration unter fluoridarmen Lebensbedingungen (keine fluoridierte Zahnpasta, kein angereichertes Speisesalz usw.) im Mittel nur 0,02 mg/l. Ebenfalls lässt sich dieser Wert durch eine systemische Fluoridzufuhr (Tabletten) nur unwesentlich erhöhen. Nur wenn die Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Fluoridtabletten nach den Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden. Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf Rat des Arztes und nach Erhebung einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden. *): Damit fluoridiertes Speisesalz in Deutschland hergestellt und vertrieben werden kann, ist eine Ausnahmegenehmigung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) erforderlich, welche derzeit bis 2011 gilt. Darin ist festgelegt, dass pro kg Speisesalz 250 mg Kalium- oder Natriumfluorid zugesetzt werden dürfen. Nach wie vor darf das als Jodsalz mit Fluorid im Lebensmittelhandel erhältliche Salz aber nur in Haushaltspackungen hergestellt und vertrieben werden. In der Gemeinschaftsverpflegung ist der Einsatz nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) möglich. Ein neu auf den Markt gebrachtes (2005), mit
Folsäure angereichertes
Kochsalz soll Schwangeren dabei helfen, die ausreichende Versorgung mit dieser
zum Vitamin B-Komplex gehörenden Substanz sicher zu stellen. Durch die
Supplementierung von Folsäure lassen sich Missbildungen der Kinder, insbesondere
der Spina bifida und Neuralrohrdefekten, vorbeugen. Darüber hinaus wird das
Risiko für Herz- und Gefäßkomplikationen in der Schwangerschaft verringert.
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| SAM
Artikulator Produkt der SAM Präzisionstechnik GmbH, München; auch Abk.: von Schul-Artikulator-München; zu den halbindividuellen (laterale und protrusive Bewegungen) Artikulatoren gehörendes Hilfsmittel vom Arcon-Typ |
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Sammelabformung ; Fixationsabformung,
Überabformung
Sandarak
Harz des in Nordafrika heimischen Zypressengewächses Sandarak (Resina sandaraca);
im Aussehen dem nahe verwandten Lebensbaum (Thuja) ähnelnd. Gelegentlich als
Bestandteil von Komposites-Abdruckmassen;
historisch: zur Blutstillung in Alveolen.
Sandstrahlpräparation ;
Pulverstrahlgeräte
Sandwichabformung , engl.: sandwich
impression (two phase impression); andere Bezeichnung für eine
einzeitige Zweiphasenabformung
Sandwichfüllung
Verschluss einer Kavität mit zwei
miteinander verträglichen plastischen Füllungsmaterialien, z.B. als untere
Füllungsteil wegen der guten
Dentinhaftung mit einem
Glasionomerzement (GIZ) und darüber wegen der guten Ästhetik mit einem
Komposite. Nicht zu verwechseln mit
der
Sandwichtechnik.
Sandwich-Osteoplastik ,
Sandwich-Plastik;
engl.:
sandwich-osteotomie;
Augmentation,
Einlagerungsosteoplastik
Sandwichschiene
zu den
Äquilibrierungsschienen zählender Aufbissbehelf. Eine nicht
eingeschliffene (Miniplast-)Schiene
wird schrittweise durch Auftragen von kalthärtendem Kunststoff im Mund in eine
Äquilibrierungsschiene
übergeführt.
Sandwichtechnik
Schichttechnik, Mehrschichttechnik, Schichtverfahren, Inkrementtechnik; engl.: laminating; gebräuchliches Vorgehen beim Legen einer größeren
Komposite-Füllung
zur Qualitätsverbesserung: das Material wird
nicht auf einmal in die
Kavität,
sondern in Schichten eingebracht und
jeweils polymerisiert, um so eine
materialbedingte Schrumpfung so gering wie möglich zu halten.
Ein hoher Anteil gebundener Oberfläche (C-Faktor)
durch die Kavitätenwände erhöht die Gefahr des Adhäsionsverlustes durch
Schrumpfungskräfte und fördert dadurch eine
Randspaltbildung
und Zahnwandfrakturen.
Weiter lassen sich mit derartigen Techniken unter Verwendung von verschieden
gefärbten und/oder lichtdurchlässigen Keramik- oder Kunststoffmassen (Sandwichfüllung) die
natürlichen Gegebenheiten eines Zahnes imitieren. Anwendung direkt im Mund
beim Legen von zahnfarbenen Füllungen (i.d.R. mit
Komposites) oder im Dentallabor bei
der Anfertigung von Kunststoff- oder
Keramikverblendungen.
C-Faktor,
Komposite,
Lichthärtung,
Lichtkeil,
Polymerisationsschrumpfung, Sandwichfüllung,
Schneidekantenaufbau
Sanguinarin
engl.: sanguinarine; Alkaloid, welches aus dem kanadischen Blutwurz (Sanguinaria
canadensis)
gewonnen wird und
plaquehemmende
Eigenschaften besitzen soll. S. ist ein Hemmstoff der
Acetylcholinesterase; in hohen Dosen hat es strychninartige Eigenschaften.
Gelegentliche Verwendung in
Zahnpasten und
Mundspüllösungen. Da in den
handelsüblichen Präparaten neben S. in der Regel auch
Zinkverbindungen enthalten sind, ist
keine eindeutige Aussage darüber zu treffen, ob dem S. allein die behauptete
Wirkung zukommt.
| Sanierung Gebisssanierung; engl.: dental sanitation; Oberbegriff für die Durchführung aller zahnärztlich notwendigen Maßnahmen (Extraktionen, Füllungen, Zahnersatz, Rekonstruktionen, parodontologische Maßnahmen usw.) in einem (dringend) behandlungsbedürftigen Gebiss. Begriff auch noch gebraucht im Zusammenhang mit der umstrittenen Lehre von den Herderkrankungen: So spricht man von einer Herdsanierung, wenn alle potentiellen Herde - meist chirurgisch - entfernt werden. Unter Sanierungsgrad versteht man das Verhältnis gefüllter (oder überkronter) Zähne zu kariösen oder/und ungefüllten Zähne in einem Gebiss. Trotz der insgesamt rückläufigen Anzahl kariöser Läsionen bei Kindern gibt es eine Gruppe von Kindern mit überdurchschnittlich hohem Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder" muss innerhalb mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig nicht toleriert wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt die umfassende, einzeitige Therapie in Allgemeinnarkose dar. Anschließend müssen aber unbedingt andere Therapiemaßnahmen ergriffen werden (Ernährungslenkung, Mundhygiene, Angstabbau), da zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in Allgemeinbetäubung erfolgen können. |
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Sapientes , dentes
sapientes , vom lat. sapiens = weise;
Weisheitszähne
Saporimetrie ,
Gustometrie, engl.: saporimetry; Geschmacksmessung der geringsten
schmeckbaren Menge einer Substanz mit chemischen oder elektrischen Methoden.
Geschmack,
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/03H157/t2.pdf
Sargenti-Methode
engl.: Sargenti's (N2) method; spezielles, heute nicht mehr gebräuchliches
Verfahren im Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung mit einer
Formaldehyd-enthaltenen Paste. Benannt nach dem Zahnarzt Dr. Angelo Sargenti
(Locarno, CH, *1917 - †1999), welcher 1948 in Zürich
unfangreiche klinische Untersuchungen über
N2
durchführte.
N2
SÄT , Säure-Ätz-Technik,
Schmelzätzung, Schmelzätzverfahren,
Adhäsivtechnik
Satellitenimplantat
engl.: saddle implant; Bezeichnung für eine spezielle Implantatart
mit zusätzlichen seitlichen Halteelementen ("Satelliten") auf der
Knochenoberfläche, welche eine
sofortige Belastbarkeit ermöglichen soll. Bei der an der
Abteilung Zahnärztliche Chirurgie der Universität Göttingen entwickelten
Methode werden die Aufbauteile des Zahnersatzes - das Zentralimplantat - über
Mikroplatten, die unterhalb des Zahnfleisches verlaufen, auf dem Knochen
zusätzlich verankert und so seitlich stabilisiert; bisher ohne Langzeiterfahrung.
Implantat
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/63308/
| Sattel engl.: denture saddle; 1.) Schlagwortbezeichnung für einen Prothesenteil, welcher einen Bezirk des Kiefers mit künstlichen Zähnen versorgt; der Teil einer Prothese, welcher dem unbezahnten Kiefer aufliegt. Je nach Lückensituation spricht man von einem Freiendsattel oder Schaltsattel (s. Abb.) 2.) interdentaler, auch: Col: ist eine Verschmelzung des Saumepithels zweier Nachbarzähne; Bezeichnung für den unter dem Kontaktpunkt liegenden Teil der |
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![]() Anatomie / Begriffe des Zahnhalte-apparates |
Sattelbrücke , engl.: full ridge lap
bridge;
Brückenglied
Sattelnase
engl.: saddle-shaped nose; Einsenkung des Nasenrückens bedingt durch
eine mangelhafte Abstützung der tragenden Nasenscheidewand. Derartige
Formveränderungen können angeboren oder erworben sein. Bei größeren deformitäten
kann hierdurch die Nasenatmung stark beeinträchtigt sein. Recht gute Erfolge mit
einer Nasenplastik in Verbindung mit einem Knorpeltransplantat.
Abbildung
Sattelwinkel
Sphenoidalwinkel; Maß für die die Größe der
Schädelbasisknickung. Gebildet aus den Punkten
Nasion, Sella und
Basion (= zentraler Sattelwinkel).
Bedingt durch seinen aufrechten Gang hat der Mensch die größte
Schädelbasisabknickung (Winkel zwischen 90° u. 116°)
http://homepage.mac.com/
| Sauer Notverband nach dem Berliner ZA Carl Sauer (1835-1892) benannte Notschienung zur vorübergehenden Ruhigstellung eines Kieferbruchs. Eine im Mund grob angepasste stabile Drahtschiene wird mittels Ligaturen an den Zähnen eines Kiefers befestigt. |
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Sauger
Prothesensauger, "Gummisauger", Rauhe-Sauger, engl: (vacuum) suction cup ;
etwa Fingernagel-großes Gummiplättchen an der Unterseite einer
Oberkiefer-Vollprothenen-Basis
zur Verbesserung des Prothesenhalts. Die früher in schwierigen Fällen übliche
Anwendung gilt heute wegen besserer
Abdruckmethoden, augmentativen
Aufbauten, Implantaten,
Haftcremes usw. als
obsolet. Dies besonders deshalb, weil
die nur punktuellen Kräfte des S. zu starken
Resorptionen (Saugerimpressionen bis hin zum Durchbruch
des Gaumendaches) am Kieferknochen führen.
Ohne dieses gummiartige Hilfsmittel kommt die sog. Saugkammer aus: es
wird in die Gaumenbasis einer OK-Vollprothese ein Hohlraum eingearbeitet,
welcher den Unterdruck erhöhen soll. Ebenfalls
obsolet, da die
Gaumenschleimhaut in diesen Hohlraum wuchern kann.
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/05/05H160/t5.pdf
Saughaftung ;
Halteelemente (Vollprothese)
Säuglingsosteomyelitis
Zahnkeimosteomyelitis,
engl.: osteomyelitis in infants; hauptsächlich von Streptokokken
ausgelöste Knochenmarkentzündung mit nicht vollständig geklärtem Infektionsweg; auch isoliert am Oberkiefer
mit Sequestrierung von Zahnkeimen auftretend; primär
hämatogene Ausbreitung durch Keimeinschwemmung aber auch durch kleine
Verletzungen in der Mundhöhle möglich. Eine
antibiotische Therapie muss schnell
begonnen werden, bevor sich Eiter als Zeichen von Nekrosen entwickelt, welche
dann zu einer Zahnkeimschädigung/-verlust und Wachstumsstörungen mit
Deformierungen des Oberkiefers und Gesichtsasymetrien führen können.
Osteomyelitis
http://osteomyelitis.universimed.com/
Saugspülung
spez. Form einer
Wurzelkanalspülung: mittels einer Doppelstromkanüle wird der
Wurzelkanal gespült und die
austretende Spülflüssigkeit mit derselben Kanüle gleichzeitig abgesaugt
| Saumepithel "Verbindung" der Gingiva mit dem Zahn, Verbindungsepithel, engl.: dental or gingival epithelium; kragenförmige Verwachsung des Mundhöhlenepithels mit dem aus der Zahnschmelzbildung stammenden Epithelresten des Schmelzorgans. Während das sichtbare Gingivaepithel (= äußeres oder orales Saumepithel) verhornt, geht es am Zahnfleischrand in das innere Saumepithel unter Bildung einer 1-2 mm tiefen Rille (Sulkus, "Zahnfleischtasche") über und bildet mit dem Zahn durch den sog. Epithelansatz eine für den Körper "dichte" Verbindung ( Bei Erkrankungen des Zahnhalteapparates ( |
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Säure-Ätz-Technik,
SÄT;
Adhäsivtechnik
SBI
Sulkus-Blutungs-Index, engl.: sulcus bleeding index; 1971 von
Mühlemann vorgestellter
Index, der die
Sondierungsblutung (aus der
Zahnfleischtasche) in 6 Stufen
unterteilt und zusätzlich die Schwellung und Rötung des
Zahnfleischs beurteilt.
Der modifizierte Sulkus-Blutungs-Index bestimmt nur die Taschenblutung
mit JA oder NEIN.
Folgende Grade werden definiert:
1975 von Saxer und Mühlemann weiterentwickelt zum sog.
Papillen-Blutungs-Index
In jüngerer Zeit taucht in der Literatur vermehrt der "Interdentale
Blutungs-Index" IBI, engl.: (Eastman) interdental bleeding index
(EIB) auf.
Die Messpunkte liegen hier in den Zahnzwischenräumen (mesial
und distal des Zahnes;
gemessen wird mit einem hölzernen
Interdentalkeil), mit dem
Hintergrund, dass diese Bereiche von der normalen
Mundhygiene nur schwer zu erfassen
sind und dass an diesen Stellen viele
entzündliche
Zahnfleischerkrankungen ihren Ursprung haben.
BOP,
CPITN,
Gingiva-Index,
Index,
Papillenblutungsindex,
Periodontal Disease Index
Scaler
Schaber,
engl.: do.; abgeleitet von dem engl. Ausdruck für einen Fischschuppenentferner;
hakenförmiges, dreikantiges Instrument zur Reinigung (
Scaling) der
Zahn(wurzel)oberfläche.
Hirschfeld Feile,
Parodontitis,
Scaling,
Ultraschallgeräte
| Scaling "Abkratzen", "Abschaben", wesentlicher Bestandteil einer Kürettage, engl: do.; Reinigung der Zahnoberfläche (vorwiegend der freiliegenden Wurzeloberfläche in der Zahnfleischtasche) von Belägen, Biofilm, Plaque, Konkrementen und Zahnstein im Rahmen einer Parodontalbehandlung, meist mit speziell geformten und geschärften Handinstrumenten (Scalern, Tomkinsfeilen), in den letzten Jahren vermehrt auch mit Geräten auf Ultraschallbasis. Im Anschluss daran erfolgt i.d.R. eine |
|
SCANORA ®
Scanora-Schichtgerät; von der finnischen
Firma Soredex entwickeltes Röntgengerät, das neben der klassischen
Panoramaschicht über
diverse Zusatzprogramme zur Darstellung des gesamten Gesichtsschädels verfügt
("Spiral-Tomographie"). Dadurch sind
transversale Schichtaufnahmen (TSA)
möglich, die vorher nur mit großen klassischen Schichtgeräten angefertigt werden
konnten. Inzwischen (2009) durch die Geräte
CRANEX®
u. SCANORA® 3D ersetzt.
Tomographie,
Transversale
Schichtaufnahme
Schachtelbiss
engl.: interlocking bite; Bezeichnung für den
genetisch vorgegeben oder während der
Embryonalentwicklung entstanden Deckbiss
nach Angle, Klasse II,2. Wenn im
Oberkiefer des Neugeborenen kein inzisales
Plateau, sondern nur eine Kante besteht, so ist der Unterkiefer hinter dieser
Kante vom Oberkiefer bedeckt.
Interinzisalwinkel,
Steilbiss
| Schädel Cranium, engl.: cranium, skull; Bezeichnung für den knöchernen Teil des Kopfes mit grober Unterteilung in Hirnschädel mit Schädelbasis und Gesichtsschädel. |
|
Schädelbasislänge,
hintere (SBa); Strecke zwischen
Nasion u. Basion;
http://homepage.mac.com/
Schädelbasiswinkel ;
Sattelwinkel ;
http://homepage.mac.com/
Schadenersatz , engl.: damages;
Behandlungsfehler,
Haftung
| Schaft engl.: shank; der Teil eines rotierenden Bohrinstrumentes, welcher in das Bohrgerät eingesetzt wird. In der ZHK sind zwei Schaftsysteme gebräuchlich: Der Begriff "Schaft" steht auch für den Übergang zwischen Griff und Arbeitsteil bei Handinstrumenten |
|
Schaftlochbohrer
engl.: hollow drill ?, dem Trepanbohrer
ähnliches, genormtes Fräsinstrument mit einer Längenmarkierung und Innnenkühlung
zur Schaffung eines Implantatbetts
(sog. "Schaftlochfräsung");
Explantationsbohrer,
Trepanbohrer,
Versenkbohrer
Schalenzahn
Muschelzahn, Schalenzähne, engl.: shell tooth (teeth);
bei der Dentinogenesis
imperfecta auftretende Zahnfehlbildung mit weitem
Pulpencavum, unvollendeter Wurzelbildung
und großem Foramen apicale
Schaltlücke
, engl.: interdental space; Zahnlücke, welche beiderseits durch
natürliche (eigene) Zähne begrenzt ist. Abb. unter
Schaltprothese;
Freiendlücke,
Wild-Klassen
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Schaltprothese engl.: interdental insertion prosthesis; Teilprothese, welche ausschließlich |
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Schaltsattel
, engl.: interdental saddle;
Prothesensattel in einer
Schaltlücke, Abb. unter
Schaltprothese;
Freiendsattel
Scharlach
durch hämolysierende Streptokokken
verursachte akute Kinder-Infektionskrankheit. Die durch Tröpfcheninfektion
übertragene Krankheit äußert sich u.a. im Mund-Rachenraum durch einen tiefroten
Rachen mit geschwollenen Gaumenmandeln (Scharlach-Angina), worauf später
fleckige weißliche Beläge auftreten. Die submandibulären
Lymphknoten sind angeschwollen, es
treten teils erhebliche Schluckbeschwerden auf. Nach Ablösen der zunächst
weißlichen Beläge auf der Zunge erscheint diese glänzend rot mit stark
sichtbaren Geschmacksknospen; es zeigt
sich das Bild der Erdbeer- oder
Himbeerzunge.
| Scharnierachse Drehpunkt der Kiefergelenke, Interkondylarachse, Rotationsachse, engl.: hinge axis, intercondylar axis; virtuelle Achse, um welche sich die Gelenkköpfe des Unterkiefers bei dessen Öffnung und Schließung drehen (= Rotationsbewegung, Scharnierbewegung); dem Unterkiefer zugeordnete, ortsfeste Drehachse bei Öffnungs- und Schließbewegung des Unterkiefers. Wegen der Besonderheiten des Kiefergelenks (Dreh- und Gleitbewegung, sog "Kombinationsgelenk" ist die S. messtechnisch sehr schwer einzuordnen und zu ermitteln - so wird kaum ein anderer Messpunkt in der Literatur so verschieden angegeben. Eine kombinierte Röntgen-Schablonen-Technik liefert zwar eine gute Lage der S., ist aber technisch sehr aufwendig. Befindet sich der Unterkiefer im geschlossenen Zustand in einer rückwärtigen Position, so erfolgt für die ersten 20 mm der Mundöffnung aus der sog. Zentrik heraus vorwiegend eine Drehbewegung um die S.; bei weiterer Öffnung kommt verstärkt eine zusätzlich Gleitbewegung hinzu (Kombinationsöffnung). Die normale Mundöffnung beträgt bei Frauen zirka 45 mm, bei Männern etwa 50 mm. Man kann die S. mit Hilfe eines sog. Übertragungsbogens am Patienten ermitteln und diese Werte beim Einsetzen der ausgegossenen Abdruckmodelle in einen Artikulator zur individuellen Rekonstruktion der Kiefergelenkssituation zugrunde legen. Je nach Bestimmung der S. wird unter schieden in:
Die Scharnierachsenbahn (engl.: path of the hinge axis) beschreibt
eine dreidimensionale Bewegung der S. im schädelbezogenen
Koordinatensystem.
Der Scharnierachsenpunkt ist der gedachte
Durchtrittspunkt der Rotationsachse des Kiefergelenkes durch die Haut. |
|
Scharnierschiene ,
Kappenschiene
Schatten ; in der Medizin gebr. Abk. für
eine
Verschattung (= helle
Bezirke, z.B. durch Metall bedingt) auf dem Negativ-Röntgenbild
| Schaufel 1.) südd. Ausdruck für die mittleren oberen Schneidezähne, besonders dann, wenn diese im Verhältnis zu den seitlichen Schneidezähnen überproportional groß sind. 2.) Schaufelzahn, Schaufelzähne, engl.: shovel-shaped incisor(s); mongolisches Rassemerkmal, welches bei Chinesen, Eskimos-Aleuten und der Urbevölkerung Nordamerikas vorkommt und auf eine gemeinsame Abstammung hinweist. Diese Zähne zeigen ein ausgeprägtes palatinales (zum Gaumen hin) Relief mir ausgeprägten Randleisten, welches an eine Schaufel erinnert. |
|
Scheibenschliffpräparation
Scheibenschnittpräparation, engl.: slice-cut preparation;
Abschrägung einer approximalen
Präparation mittels diamantierter
Scheiben bei einer
Gussfüllung
im Sinne einer Schmelzanschrägung.
Dabei wird weitestgehend auf die sonst übliche
Kastenpräparation verzichtet.
Aus Retentionsgründen ist ein okklusaler
Schwalbenschwanz erforderlich. Nicht anwendbar
bei Keramikrestaurationen. Häufig nicht eindeutig definierte Präparationsgrenze.
Abschrägung,
bevel enamel, Präparation,
Scheibenschutz
| Scheibenschutz Scheibenschützer, engl.: disc protection; spezielle, metallische Schutzvorrichtung am Hand- und Winkelstück zum Schutz der Weichteile (Zunge, Wange) beim Präparieren mit scheibenartigen Instrumenten (z.B. einer Diamantscheibe; s. Abb.) |
![]() |
Scherbchen ,
Scherbe, veraltete Bez. für einen
Zahnkeim
Zahnscherbchen
Scherbencobalt ,
Arsenum metallicum, Fliegenstein, "schwarzes Arsenik", das
in der Natur vorkommende metallische Arsen
Arsenik
Scherenbiss
Psalidontie, Psalidodontie engl.: scissors-bite; Überbiss
der oberen Schneidezähne von mehr als einem Drittel über die unteren beim
Abbeißen. Gilt als "normal" bei europäischen Rassen. Kann bei stärkerer
Ausprägung in einen Tiefbiss
übergehen.
Biss
| Scherhöcker nichttragender Höcker, engl.: non-centric or non-supporting cusps, "shears"; die Höcker von Seitenzähnen, welche bei normalen Kieferverhältnissen (eugnather Verzahnung) nicht auf die entsprechenden Kauflächenbezirke (Grübchen, Randleiste) des Antagonisten beißen. Sie befinden sich im Oberkiefer auf der bukkalen, im Unterkiefer auf der lingualen Zahnseite; Gegenteil: Stampfhöcker oder Arbeitshöcker |
![]() |
Scheu Klammer ;
Bonyhárd-Klammer
Schichtaufnahme
Schichtaufnahmeverfahren, Röntgenschichtaufnahme, engl.:
tomogram; Bezeichnung für eine Röntgenaufnahmetechnik, welche einzelne,
verschieden "tiefe" Schichten eines Körperteils darstellt (sog.
Planigraphie). Im Gegensatz zur
"normalen" Röntgentechnik, bei welcher alle dreidimensionalen Strukturen
zweidimensional auf eine Filmebene projiziert dargestellt werden (sog. "Überlagerungsaufnahme";
Summationseffekt), werden
durch die Computertomographie (CT) und die Verwischungstomographie weitere
Strukturen wiedergegeben oder größere Gebiete auf einem Film dargestellt. Dabei
wird der Untersuchungsbereich in Querschnittbildern aufgenommen. Daraus erstellt
z.B. der Rechner bei der CT zwei- oder dreidimensionale Bilder des gesamten
Aufnahmebereiches.
In der ZHK wird hauptsächlich die
Rotationstomographie -
Panoramaschichtaufnahme
- angewandt.
Statt Röntgenstrahlen werden
bei der
Kernspinresonanz-Tomographie Magnetfelder eingesetzt.
bildgebende Verfahren,
Transversale
Schichtaufnahme, Tomographie,
Zonographie
Schichttechnik, Schichtverfahren, "Schichten";
engl.: laminating;
Sandwichtechnik
Schiedsverfahren
Schiedsamt-Verfahren (§ 89
SGB V), Schiedsamt, engl.: arbitration proceedings;
Möglichkeit eines flexiblen und zeitsparenden Interessensausgleichs zwischen den
Vertragspartnern im
gesetzlichen
Gesundheitswesen um einen vertragslosen Zustand zu vermeiden. So heißt es in
§89, 1 des SGB V: "Kommt ein Vertrag über die vertragsärztliche Versorgung ganz oder
teilweise nicht zustande, setzt das Schiedsamt mit der Mehrheit seiner
Mitglieder innerhalb von drei Monaten den Vertragsinhalt fest. .... Kommt bis
zum Ablauf eines Vertrages ein neuer Vertrag nicht zustande, setzt das
Schiedsamt mit der Mehrheit seiner Mitglieder innerhalb von drei Monaten dessen
Inhalt fest."
Derartige Verfahren werden vor Schiedsämtern geführt, die paritätisch mit
Vertretern der (Zahn-)Ärzte und Krankenkassen sowie drei unparteiischen
Mitgliedern besetzt sind. Schiedsämter werden auf Landesebene und auf
Bundesebene gebildet. Die Schiedsämter können die gesamten Vertragsinhalte
festsetzen, insofern haben sie die Befugnisse der Vertragsparteien. Sie
unterstehen der Aufsicht der Länder, die Bundesschiedsämter der Aufsicht des
Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung.
Die Klage gegen die Festsetzung eines Schiedsamts hat keine aufschiebende
Wirkung.
Sozialgesetzbuch
Schiefe Ebene ;
engl.: inclined plane;
Rückbissplatte
Schiene
Schienung, engl.: splint, splinting; Oberbegriff für versch.
Hilfsmittel und Maßnahmen; i.d.R. im bezahnten Kiefer. Als Materialien kommen in
neuerer Zeit besonders Kunststoffe als Schienenmaterial zum Einsatz, während
Drähte und gegossene Metallkonstruktionen immer mehr historische Bedeutung
haben:
adjustiert,
Aufbiss-Schiene,
Kappenschiene,
Kieferbruch,
Miniplast-Schiene,
Parodontalschiene,
Repositionierungsschiene,
Sandwichschiene
Schienenscript oder
©:
Uni-Greifswald - OA Dr. Olaf Bernhardt Dr. Bernd Schwahn
Schiene
nach Gelb, Gelbsche Schiene, engl.: Gelb's splint;
Gelbschiene
| Schiller Jodprobe fälschlich auch : "Schillersche-Lösung", engl.: Schiller's (iodic) test, wrong: Schiller's iodic solution; Glykogenanfärbung mit 3prozentiger wässriger Jod-Jodkaliumlösung (sog. Lugol-Lösung, engl.: Lugol's solution) zum Festellen von parodontalen Schäden. Dabei färbt sich gesundes Plattenepithel (hoher gespeicherter Glykogengehalt) in den mittleren Zellschichten dunkelbraun (= jodpositiv); atypische Epithelveränderungen erscheinen hellbraun (= jodnegativ). Einsatz vor allem in der Gynäkologie. In der ZHK wird dieser Effekt u.a. zur Abgrenzung der Gingiva propria zur beweglichen Mundschleimhaut ("Mukogingivalgrenze") genutzt. |
|
Schizodontie ;
Gemination
Schizoprosopie , engl.: schizoprosopia;
Gesichtsspalte
Schlafapnoe
, schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS),
engl.: sleep apnea;
Apnoe
|
Schlagpolierer engl.: ?; Polierinstrument in Form und Wirkung eines stumpfen Bohrers (statt scharfer Schneiden abgerundete Erhebungen) zur Verbesserung der Randdichte einer Metallfüllung (Gold, Amalgam) indem das Metall kalt verformt wird. Einsatz nur bei weichen Legierungen effektiv (Anrotieren von Gussfüllungen); früher zum "Vernieten" von Langstiftfacetten ("Nietrad", "Niethammer"; s. Abb.) eingesetzt. |
![]() |
Schlampp-Schiene ; ein an die Zahnreihe(n) angepasster, durchlöcherter Doppel-T-Profildraht dient zur Versorgung von Kieferbrüchen mittels Ligaturen
Schleifen
engl.: grinding;
1.) Abtragung von Zahnhartsubstanz im Rahmen einer
Präparation mittels
rotierender Instrumente; laienhaft als "(Ab-)Schleifen"
bezeichnet
2.) Abtragung oberflächlicher Substanzen mittels Schleifkörpern zur
Ausformung bzw. Glättung eines "in groben Zügen" fertigen Werkstücks; auch um
das Werkstück für weitergehende Oberflächenbehandlungen vorzubereiten. Die dafür eingesetzten (körnigen)
Schleifmittel
hinterlassen - je nach Korngröße - mehr oder weniger raue bis hin zu glatten
Oberflächen und werden nacheinander in absteigender Reihenfolge der Korngröße
eingesetzt.
Bohren,
Mikroabrasion,
Politur
Schleifmittel
engl.: abrasive (substance); meist in Schleifkörpern (sog.
"Steinchen") gebundene
(aufgeklebt, eingebettet) körnerartige Materialien. Unterscheidung in
natürliche
Kornwerkstoffe wie Diamant,
Korund, Schmirgel, Granat und
synthetische
Kornwerkstoffe wie Korund,
Siliziumkarbide, Bornitrid, Diamant.
Allen gemein ist die Eigenschaft, dass sie stets (deutlich) weiter oben auf der
Härteskala stehen müssen als das zu bearbeitende Stück, damit letzteres Span-abhebend bearbeitet werden kann.
In der ZHK kommen meist folgende Stoffe zum Einsatz:
Schleiftrauma ; engl.: grind trauma;
Präparationstrauma
Schleim
Mucus, engl.: mucus o. mucilage; basische, zähe,
schlüpfrige, farblose Absonderung der Schleimdrüsen oder schleimbildender
Epithelzellen mit
Muzin als
Hauptbestandteil. Bei allen katarrhalischen Entzündungen ist die Schleimbildung
als Abwehrmaßnahme des Organismus vermehrt. Weiter dient eine Schleimbildung zur
Lösung von Fremdpartikeln.
Mukosa,
Muzin,
Speichel,
Speichelmenge.
Schleimhaut
Mukosa , Tunica mucosa;
engl.: mucosa; Schleim absondernde innere Auskleidung von (Hohl-)Organen,
z.B. der Mundhöhle.
Katarrh,
Mukosa
Schleimhautanästhesie ,
Oberflächenanästhesie
| Schleimhautanker nach Dr. Engels, engl.: Engel's mucosal anchor; wenig angewandtes Pseudoimplantat bei älteren, nicht mehr operierbaren Patienten zur Haftverbesserung anstelle von Haftcreme. Die S. bestehen aus hochreiner Aluminiumoxid-Keramik. Sie werden nicht im Knochen (enossal), sondern ohne einen aufwendigen Eingriff direkt in der Mundschleimhaut verankert. Nach Angaben Dr. Engels besteht eine feste Verbindung mit dem Zahnersatz. Auch ein nachträglicher Einbau in einen vorhandenen Zahnersatz ist prinzipiell möglich. |
|
Schleimhautbrennen
engl.: mucosal irritation (mucopyrosis); Missempfindungen, die als
brennendes, wundes Gefühl, als Kribbeln, Jucken, mitunter auch als stechender
Schmerz, verbunden mit Störungen des Geschmacks und der
Speichelbildung
auftreten. Ursache sind meist schwer zu erkennende
allergische Prozesse durch Medikamente,
herausnehmbaren Zahnersatz (
Restmonomer),
Nahrungsmittel; daneben auch als Begleitsymptom z.B. bei
Diabetes, Eisenmangelanämie,
Vitaminmangel u. Xerostomie
Prothesenunverträglichkeit, Zungenbrennen
schleimhautgelagert
schleimhautgetragen (Prothese), engl.: tissue-
or mucosa-borne (prosthesis);
Ausdruck gebräuchlich für Prothesen, welche keine
Abstützung an den eigenen
Zähnen (
Prothese,
abgestützte) erfahren. Z.B. ist eine
Vollprothese rein "schleimhautgetragen"
Abstützung,
senkbare Prothese
Schleimhautkapuze, Schleimhautkappe,
engl.: mucosal hood;
Kapuze
Schleimhautpapel , Schleimhautknötchen, "Schleimhautwarze", engl.: mucous patch; derbe, feste Erhebungen von etwa linsengröße
Schleimhautperiostlappen ,
Mukoperiostlappen
Schleimhautprobe
Schleimhauttest, engl.: mucosa test; direktes Aufbringen von
verdächtigen Allergenen (Legierungen,
Kunststoffe) direkt auf die
Schleimhaut.
Allergietestung
Schleimhautresilienz,
engl: epithelial resilience;
Resilienz
|
Schleimhauttransplantat Gingivatransplantat, subepitheliales Bindegewebstransplantat (SBT), engl.: mucosa membrane transplant; (mikro-)chirurgisches Verfahren vorwiegend in der Parodontologie zur Bedeckung frei liegender Zahnwurzelabschnitte ( Bei größeren Transplantationen (z.B. Mundvorhofplastik) kommen auch gestielte Schleimhautransplantate zum Einsatz. |
Schleimzyste, Schleimhautzyste,
Mukozele,
Zyste
Schließmuskeln , engl.: constrictors;
Kaumuskulatur
|
Schlifffacette artikulierende Facette, Abrasionsfacette, Adaptationsfacette, Knirschfläche, engl.: abrasion facet; Spuren, welche die dynamische Okklusion auf den Kauflächen hinterlassen hat. Sie stellen sich eben und scharf abgegrenzt dar; meist nur bei völliger Trockenheit der Oberfläche sichtbar. Sichtbar als sog. Laterotrusionsfacette u. Mediotrusionsfacette. Schliffflächen, welche durch Parafunktionen entstehen, sind meist hoch glänzend und werden auch als "dysfunktionelle Abrasionsmarken oder Bruxofacetten" bezeichnet. |
![]() Schliff-Facetten im Unterkiefer |
Schlittenartikulation
Gleitbiss, engl.: flat teeth articulation?; gleichmäßiger, fast vollständiger flächiger
Kontakt der Kauflächen von Ober- und
Unterkiefer beim dynamischen Zusammenbiss (Artikulation, Okklusion)
als Ausdruck einer vollständigen Abrasion
der Höcker und einem
Fehlen der Grübchen.
Artikulation,
Gleitbahn
Schlotterkamm
fibröse Knochenresorption,
engl.:
flabby ridge; im zahnlosen Kiefer (speziell Oberkiefer) meist durch schlecht sitzende (dem Kieferkamm nicht exakt anliegende)
Vollprothesen auftretender Ab- und Umbau des knöchernen Kieferkammes
(Alveolarfortsatz) in eine verschiebbare ("schlotternde")
bindegewebige Form
mit stark individueller
Prädisposition. Die abnorme Beweglichkeit wird auch als Flottieren bezeichnet. Dieses
Krankheitsbild kann durch eine spätere exakte Anpassung der Prothese (z.B.
Unterfütterung) nicht mehr rückgängig gemacht werden, sondern muss i.d.R.
operativ (Keilexzision,
augmentatives Einbringen von
Knochenersatzmaterialien,
Vestibulumplastik) beseitigt werden.
Prophylaktisch ist eine regelmäßige Kontrolle des Zahnersatzes auf richtigen
Sitz (
Unterfütterung)erforderlich.
Alveolarkammplastik,
präprothetische Chirurgie
Schluckabdruck
Schluckabformung nach Hromatka, engl.: (Hromatka's) swallowing
impression (technique);
Funktionsabformung im zahnlosen Unterkiefer zur Einbeziehung sonst nicht
abformbarer, dorsaler Partien (Unterzungenraum) als zusätzliche Halteflächen
einer Unterkiefervollprothese. Als
Abdruckmaterial nahm Hromatka Abdruckgips;
heute nur noch wenig gebräuchlich, da eine derartige Ausdehnung der Unterkiefervollprothese
von den Patienten selten toleriert wird.
Schluckakt
Schluckfunktion, Schluckvorgang, Devoratio, engl.: deglutition,
swallowing; durch den Schluckreflex ausgelöster
Ablauf der Beförderung von (zerkleinerter) Nahrung aus der Mundhöhle in die
Speiseröhre und den Magen; Unterteilung in eine
orale (Mund), pharyngeale (Rachen) und ösophageale (Speiseröhre) Phase. Während
der Kauakt noch rein willkürlich erfolgt,
ist die Nahrungsbeförderung selbst teilweise (Mundphase) oder
vollständig
reflektorisch gesteuert. Am gesamten S. sind 26 Muskelpaare - in
Koordination - beteiligt.
Dysphagie,
Kauakt, Schluckmuster, Veitstanz
http://www.pflegewiki.de/wiki/Schluckvorgang
Schluckauf
Hicksen, Singultus, engl.: hiccup; plötzliches, nicht
bewusst gesteuertes, serien- und krampfartiges Zusammenziehen des Zwerchfells (trennt
Brusthöhle und Bauchhöhle voneinander) bei gleichzeitigem Verschluss der
Stimmritze. Dadurch wird das Einströmen der Luft unterbunden und es entstehen
die typischen Schluckauf-Laute ("Hicksen"). Dabei kann die Frequenz pro Minute
zwischen einigen bis zu hundert Anfällen liegen. Selbst Ungeborene im Mutterleib
haben S., lange bevor eine Atembewegung einsetzt. Früheren Theorien
zufolge bereiten Schluckaufbewegungen des Ungeborenen die Atemmuskulatur auf das
spätere Atmen vor. Nach einer anderen Erklärung verhindert der S., dass
Fruchtwasser in die Lungen des Fötus gelangt.
Die Ursachen sind individuell versch. und reichen über
Stress, plötzlichen
Temperaturwechsel, sehr kalte oder heiße Speisen und Getränke, alkoholische
Getränke, Magenblähungen, überreichliche Mahlzeiten, hastiges Essen und Trinken
oder Rauchen bis hin zu ernsthaften körperlichen Erkrankungen.
Die Frage nach dem Sinn von Schluckauf beschäftigt die Wissenschaftler
schon sehr lange. Er scheint einfach keinen Sinn zu erfüllen. Zwei Theorien, die
bislang diskutiert wurden, können einer intensiveren Prüfung aber nicht Stand
halten. Eine Annahme besagt, dass das ungeborene Kind dadurch sein Zwerchfell
und seine Atemhilfsmuskulatur trainiert. Eine andere besagt, dass so ein
Eindringen von Fruchtwasser in die Lunge verhindert wird. Wenn dem so wäre, so
die Kritiker dieser Theorie, dann wäre eine hustenartige Reaktion nahe
liegender. Französische Wissenschaftler kommen nun mit einer neuen interessanten
Hypothese: Sie führen das Hicksen auf eine Zeit zurück, in der sich das Leben
seinen Weg aus dem Meer ans Land bahnte. Einige dieser urtümlichen Kreaturen
existieren noch heute. Lungenfische, die sowohl zur Lungen- als auch zur
Kiemenatmung fähig sind. In aquatischem Lebensraum wird Wasser an den Kiemen
vorbeigeführt und gleichzeitig durch Schließen der Glottis die Lunge vor
eindringender Flüssigkeit geschützt. Eine Forschergruppe um Christian Straus von
dem Pitie-Saltpetriere Hospital in Paris ist der Ansicht, dass die Hirnareale,
die bei diesem frühen Lebewesen die Kiemenatmung koordiniert haben, bei höheren
Lebewesen erhalten geblieben sind. Die Parallelen sind ihrer Meinung nach
frappierend. Beim S. kontrahieren sich das Zwerchfell und die
Atemhilfsmuskulatur, die Glottis schließt die Luftröhre ab und erzeugt so das
charakteristische Hicksen. Doch es muss einen Grund geben, warum sich diese
Verhaltensweise, nachdem wir endgültig dem Wasser entstiegen sind, über 370
Millionen Jahre erhalten hat. Straus nimmt an, dass Säugetiere den Ablauf
beibehalten haben und so das Saugen erlernten. Die Vorgänge während eines
Schluckaufs und während des Saugens sind annähernd die gleichen. Allan Pack von
der Universität in Pennsylvania ist der Ansicht, dass es sich hierbei um eine
plausible Annahme handelt. Doch er gibt auch zu bedenken, dass "es sehr schwer
sein wird, diese Theorie auch zu beweisen." Dazu wäre beispielsweise ein
Vergleich derjenigen Hirnregionen notwendig, die den Schluckauf bzw. das Saugen
kontrollieren.
Zur Behandlung des S. schreibt
MedAustria 2003:
Therapeutische Probleme ergeben sich bei persistierendem (bis zu 1 Monat) und
hartnäckigem S.. Die Pharmakotherapie stützt sich auf Substanzen wie
Omeprazol, Cisaprid, Baclofen oder Gabapentin.
Wird eine Störung im Verdauungstrakt vermutet, können Protonenpumpenhemmer wie
Omeprazol (Losec®, Antra®) eingesetzt werden. Auch Cisaprid (Prepulsid®) und
Metoclopramid (Paspertin®) können zur Anwendung kommen. Die Verringerung der
Magensäureproduktion und die Erleichterung der Magenentleerung sollen den
afferenten Reiz von der Peripherie zum "Schluckaufzentrum" unterdrücken.
Bei S. mit zentralnervöser Ursache wird das zentrale Muskelrelaxans
Baclofen (Lioresal®) oder das Antiepileptikum Gabapentin (Neurontin®)
eingesetzt. Beide sollen die Erregbarkeit verringern und die Auslösbarkeit des
Schluckaufreflexes unterdrücken.
S. ohne bekannte Ursache wird zunächst mit Omeprazol behandelt. Bei
Therapieversagen wird mit Baclofen und bei Bedarf zusätzlich mit Gabapentin
kombiniert.
Schluckmuster
engl.: swallowing pattern; altersabhängiges Verhalten der
Zunge beim Schluckvorgang:
Unreifes Schluckmuster:
- 0-6 Monate; Schlucken kombiniert mit Rückbewegung der Zunge
Viszerales
Schlucken:
- 6-8 Monate; „Zungenstoß-Schlucken“
Somatisches
Schlucken:
- ab 9 Monate (bis etwa 2 Jahre ausgereift); Zungenspitze am vorderen
Gaumenrand
Kommt es zu Störungen im Übergang vom viszeralen zum somatischen Schlucken oder
treten abnormale Zungenlagen auf, so bilden sich falsche (pathologische) S.
aus, welche u.a. zu einem Offenen Biss
führen
Schluckreflex
engl.: swallowing reflex; überwiegend automatisch ablaufender Vorgang:
Der durch die Zunge rachenwärts gedrückte Speisebrei (Bolus)
löst beim Berühren der Gaumenbögen und der hinteren Rachenwand ein Anspannen des
Mundbodens , ein Heben des Gaumensegels und des Kehlkopfdeckels aus. Hierdurch
kommt es zu einem Verschluss des Kehlkopfs (dieser wird nach vorn-oben gezogen,
wodurch sich der Deckel schließt) und zu einer Abdichtung des
Nasen-Rachen-Raums (der Muskulus constrictor pharyngis superior bildet den sog.
Passavant-Ringwulst und
dieser dichtet zusammen mit der Zunge den Weg zur Nase ab). Durch ein Anspannen
der "Schlundschnürer" (Muskulus constrictor pharyngis) und die Peristaltik der
Speiseröhre gelangt der Bolus in den Magen.
Kehlkopfreflex,
Schluckakt
http://www.pflegewiki.de/wiki/Schluckvorgang
Schlüsselschiene
okklusale, engl.: occlusal splint for the transmission, fixation and control
of planned bite relations in progenia operations; bei
Progenieoperationen verwendete sog.
Zielschiene zum exakten Fixieren der durchtrennten Kieferteile und zum
Einstellen einer vor der Operation festgelegten späteren
Okklusion.
Schlussbiss
Schlussokklusion, Schlussbisslage, engl.: terminal occlusion,
hinge position; nicht mehr gebräuchlicher Begriff für die Berührung der
Zahnreihen beim Kieferschluss in
maximaler Interkuspidation.
Heute durch die Begriffe "habituelle
Interkuspidation" oder "habituelle
Okklusion" ersetzt
Zentrik
| Schmalkiefer Schmalstand, engl.: narrow jaw; ein in transversaler Richtung zu schmaler Zahnbogen (Kieferkompression). Aus Folge meist vergesellschaftet mit einem frontalen Engstand oder einer Protrusion der Frontzähne. |
![]() |
| Schmelz Zahnschmelz, Enamel, Substantia adamantina, ungbräuchlich: Ektodontium , engl.: enamel, adamantine layer, äußere Hartsubstanz und formgebendes Material der anatomischen Zahnkrone. Zu 97 % aus Hydroxylapatit bestehend, ist er die härteste Körpersubstanz. Über dem S. befindet sich das Schmelzoberhäutchen. Schmelz ist aus annähernd radiären Schmelzprismen aufgebaut (Ausnahme prismenloser S.: Milchzähne, Gebiet der Schmelz-Zementgrenze): senkrecht zur Schmelz-Dentingrenze Die kritische Grenze für die Kariesentstehung liegt für S. bei pH 5,5–5,7 und Dentin bei pH 6,3–6,5 - S. ist somit widerstandsfähiger als Dentin. |
|
Schmelzabschrägung ,
Schmelzanschrägung ;
Abschrägung
Schmelzaplasie ,
das Fehlen von Schmelz;
Amelogenesis imperfecta,
Schmelzdysplasie,
Zahnhartsubstanzdefekte
Schmelzätzung
, Schmelzätztechnik,
Adhäsivtechnik
Schmelzdatierungstechnik
engl.: enamel dating method; auf der Radiocarbon-Methode
(C-14-Methode) beruhende, relativ genaue und junge Untersuchungsmethode zur
Bestimmung des Alters von Zähnen und dadurch auch indirekt Bestimmung des Alters
des betreffenden Individuums. Radiocarbon (C-14) entsteht natürlicherweise durch
kosmische Strahlung und kommt in der gesamten Atmosphäre vor; vom Menschen wird
es über die Nahrungskette aufgenommen und entsprechend eingebaut. So lassen sich
beispw. anhand des Zahnschmelzes nach großen Katastrophen
genaue Aussagen über das Alter der Opfer zum Todeszeitpunkt treffen. Zahnschmelz
selbst ist nur noch wenig am Stoffwechsel beteiligt und speichert dauerhaft den
atmosphärischen Radiocarbonwert während der Schmelzentstehung. Zieht man in die
Untersuchung mehrere, unterschiedlich durchbrechende Zähne ein, so lassen sich
sehr exakte Werte erzielen.
Mit bisherige Techniken, die Skelettüberreste oder die Abnutzung vorhandener
Zähne als Indikator nehmen, lassen sich höchstens Genauigkeiten von 5 - 10 Jahren bei
Erwachsenen bestimmen. Die neue Methode soll Aussagen mit einer Präzision von
ca. 1,6 Jahren zulassen.
TCA, Schmelz, Zahn
http://de.wikipedia.org/wiki/Radiokohlenstoffdatierung
Schmelzerosion ;
engl.: eroded enamel,
Erosions-bedingte
Zahnschäden
Schmelzflecken , engl.: spotted enamel,
enamel stains, enamel opacity;
Fluorose,
Schmelzhypoplasie,
Zahnhartsubstanzdefekte
Schmelzfluorose, Dentalfluorose, engl.: enamel
fluorosis;
Fluorose
Schmelzhärtung
, engl.: enamel curing;
Apatit,
Fluoride,
Hydroxylapatit
Schmelzfraktur,
Schmelzinfraktur, engl.: enamel (in)fraction;
Zahnfraktur
Schmelzhaftung
,
Adhäsivtechnik
| Schmelzhypoplasie Schmelzfehlbildung, Schmelzdysplasie, engl.: enamel hypoplasia; bedingt durch Verkalkungsstörungen während der Mineralisationsphase von Zähnen fallen diese besonders kosmetisch auf durch Flecken, Opazitäten, Rillen, Furchen usw. und einer erhöhten Kariesanfälligkeit. Selten genetisch bedingt ( Häufig ist die eigentliche Ursache nicht mehr feststellbar, aufgrund der Mineralisationszeiten aber relativ genau der Zeitpunkt der Schädigung festzustellen. Die Prävalenz von S. wird in der Literatur stark schwankend zwischen 3 u. 78 % angegeben, wobei als Ursache meist chronische Fluorid-Überdosierungen ( |
|
Schmelzkaries
, Schmelzläsion ; engl.: enamel caries;
Karies in einem Stadium, in welchem das
Dentin noch nicht befallen ist;
sichtbar i.d.R. als kreidig-weißer oder
brauner Fleck
Initialkaries
Schmelzkolben
Schmelzspindeln, an der Schmelz-Dentingrenze
anzutreffende anzutreffende Dentinkanälchen, welche in den Schmelz hineinragen.
http://www.uni-marburg.de/fb15/ag-uchtmann/forschung/schmelz_dentin_grenze
(gute Abb.)
Schmelzmatrix-Protein , (SMP)
,
Emdogain
Schmelzmeißel ; engl.: enamel cleaver;
Gingivalrandschräger
Schmelzoberhäutchen
Zahnoberhäutchen, Cuticula dentalis oder enameli,
engl.: enamel cuticle, Nasmyth's membrane; unterteilt in:
organisches
primäres S. an der Oberfläche frisch durchgebrochener Zähne als Reste der schmelzbildenden Zellen (
Adamantoblasten). Wird in der Mundhöhle durch
Abrasion rasch zerstört und durch das
sekundäres
oder erworbenes S. , engl.: acquired enamel cuticle; ersetzt , welches als
Pellicle bezeichnet wird.
Cuticula
| Schmelzorgan Schmelzglocke, engl.: enamel organ; aus den Schmelzknospen entstandenes Gewebe. Im Inneren davon befindet sich ein verdichtetes Mesenchym-Gewebe neurektodermaler Herkunft, das die Zahnpulpa bildet. Die Ränder des S. wachsen stärker als der mittlere Teil; so bildet sich aus der Zahnknospe die sog. Zahnglocke. Das S. besteht aus innerem und äußeren Schmelzepithel; dazwischen liegt die Schmelzpulpa. |
![]() |
![]() Zahnleiste mit Zahnknospen |
![]() |
| Schmelzperle Schmelzparaplasie, Enamelom, engl.: enamel pearl; isoliert aus Schmelz, aus Schmelz und Dentin oder aus Schmelz, Dentin und Pulpa bestehende Gebilde; gern an der Bifurkation von Molaren als Wurzelanhangsgebilde vorkommend. |
![]() |
Schmelzprismen ,
engl.: enamel colums, enamel prims, enamel rods;
Schmelz
Schmelzreifung
engl.: enamel maturation; Ausdruck für die
Mineralisationsgüte des
Zahnschmelzes nach dem Durchbruch des Zahnes (= posteruptive Schmelzreifung). Während der
posteruptiven S. wird fast die gesamte organischen
Schmelzmatrix resorbiert; der dadurch entstandene Raum füllt sich erst mit
Wasser, welches später durch
Kristalle ersetzt wird. Diese Veränderung der Zusammensetzung haben zur
Folge, dass der Schmelz mit zunehmendem Alter weniger durchlässig und schwerer
säurelöslich wird. Dadurch erhöht sich jedoch seine Sprödigkeit, was zu einer
erhöhten Bruchanfälligkeit führt.
Schmelz, Zahn,
Zahnkeim
| Schmelzsprung Schmelzriss, engl.: enamel crack; feiner, dunkel wirkender, haarfeiner Riss in der Schmelzstruktur. Ursache können zum einen Gewalteinwirkungen sein, wie auch Ausdruck von sonstigen Spannungen im Schmelzgefüge, wie sie z.B. durch Parafunktionen entstehen können. Durch Besiedlung von Bakterien können die S. kariös werden bzw. durch Einlagerung von Farbstoffen aus Nahrungsmitteln sich kosmetisch störend verfärben. |
|
Schmelzwulst, engl.: enamel bulb, marginal ridge;
Randleiste
| Schmelz-Zement-Grenze engl.: cement-enamel junction; anatomische Trennlinie zwischen dem Schmelz der Zahnkrone und dem weicheren, farblich dunklerem Wurzelzement. Er verläuft im jugendlichen Kiefer etwa parallel unterhalb zum Zahnfleischrand. An den klinisch sichtbaren Außenflächen (oral u. vestibulär) verläuft die S. gebogen zur Wurzelspitze hin, während sie im Interdentalraum einem nach koronal gerichteten Bogen folgt. Ein Attachmentverlust wird von dieser Grenze aus bis zum Taschenboden hin gemessen. |
![]() |
Schmerz
engl.: ache, dolor, pain; unangenehme sensorische und
emotionale Erfahrung, die mit akutem oder drohendem Gewebsschaden verknüpft ist
oder mit solchem im Zusammenhang steht.
Durch Reizung von
Nervenendigungen (Schmerzrezeptoren, Nozizeptoren) hervorgerufene Sinnesempfindung mit einer
erheblichen seelischen Komponente, als Ausdruck eines
körperlich-seelischen multifaktoriellen Geschehens, d.h., dass das Schmerzerleben nicht nur
durch die Art und Schwere einer bestimmten Organschädigung, sondern auch durch
die individuelle Schmerzverarbeitung bestimmt wird. Wegen der individuell höchst
unterschiedlich ausgeprägten Leidensfähigkeit ist es praktisch unmöglich, S.
zu messen. Die Wahrnehmung von Schmerzen als "stärker" oder "schwächer" kann
durch ein vorangegangenes Schmerzereignis entscheidend beeinflusst werden. Das
Schmerzempfinden wird offenbar stark von
genetischen Faktoren geprägt. Dafür
sprechen die Ergebnisse von Zwillingsuntersuchungen.
S. wird nach einer Definition (Internationale Gesellschaft zum Studium
des Schmerzes) aufgefasst als:
Es werden folgende Dimensionen für die Schmerzentstehung und -beeinflussung als bedeutsam angesehen:
Schmerzinformationen werden auf versch. Ebenen verarbeitet: Rund drei
Millionen "Schmerzsensoren" - spezialisierte Zellen (Nozizeptoren), die auf schmerzhafte Reize
reagieren (im betroffenen Körpergewebe bilden sich Stoffe wie
Histamin und
Serotonin, welche die feinen Schmerzrezeptoren reizen) - sind an freien
Nervenendigungen im Körper verteilt, besonders an seiner Oberfläche. Bei Kontakt
mit Hitze, bestimmten Stoffen oder etwa einem spitzen Gegenstand, werden die
Sensoren erregt und schicken elektrische Signale über Nervenfasern in das
Rückenmark (motorische und sympathische Reflexe), den Hirnstamm (Kreislauf- u.
Atmungsregulation), Hypothalamus/Hypophyse (Hormonfreisetzung, Endorphine) und
den Neokortex (affektive u. kognitive Verarbeitung). Aktuelle
MRT-Untersuchungen
zeigen, dass bestimmte Regionen des Gehirns bei gleichen Schmerzreizen
unterschiedlich stark aktiv sind. Damit entscheidet nicht die Reizintensität,
sondern die Reizprozessierung im Gehirn über die individuell empfundene Stärke
des Schmerzes.
Analgetika können auf drei
Ebenen wirken: Schmerzrezeptor, Rückenmark und Zentralnervensystem.
Nach der Lokalisation und Empfindung der S. unterscheidet
man:
den meist gut
lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen); wird über dicke
A-δ-Fasern zum Gehirn geleitet
den ungenau
lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen,
Kopfschmerz usw.); wird über dünne C-Fasern langsam zum Gehirn geleitet
den zu Krämpfen
neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase),
akute und
chronische Schmerzzustände; dabei kommt dem Akutschmerz eine Warn- und
Alarmfunktion zu. Von einem chronischen S. spricht man, wenn das
Schmerzerleben länger als 3 Monate andauert.
eine Sonderform stellt
der Phantomschmerz dar.
Starke schmerzhafte Vorgänge können mit vegetativen Begleiterscheinungen
verbunden sein, wie Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen,
Blutdruckschwankungen bis hin zum
Kollaps.
S. lösen gewöhnlich Abwehr-, Aggressions-,
Angst- und Fluchtreaktionen aus;
abzugrenzen davon ist ein überwiegend lustbetontes Schmerzerlebnis, der als
abnorm geltende Masochismus.
Eine Klassifikation (Türp, Schindler, Staehle, 2003 Jahrestagung
DGZMK) unterscheidet in
7 Zahnschmerzformen:
Eine repräsentative Studie unter 4.000 Bundesbürgern zu etwaigen S. in den letzten 6 Monaten ergab folgende Zahlen:
| Schmerzart (Lokalisation) | Häufigkeit |
| Schmerzfrei | 32 % |
| Kopfschmerz (ohne Migräne) | 34 % |
| Schmerzen im Bewegungsapparat | 29 % |
| Erkältung/Grippe | 24 % |
| Zahnschmerzen | 7 % |
| Menstruationsschmerzen | 6 % |
| Migräne | 4 % |
| Ohrenschmerzen | 2 % |
In der Zahnmedizin sind neben dem am häufigsten auftretenden Akutschmerz
("Zahnschmerzen") - i.d.R. bedingt durch Erkrankungen der Zahnnervs (
Pulpitis), eitrige Prozesse an der
Wurzelspitze (
Parodontitis
apicalis) und Zahnfleischentzündungen (
Gingivitis,
Parodontitis marginalis)
vermehrt funktionelle Schmerzen wie
tempero-mandibuläre Störungen anzutreffen. Für diese zum chronischen
Übergang neigenden Schmerzzuständen sind häufig Persönlichkeitsfaktoren
verantwortlich.
Akute Zahnschmerzen werden durch zwei unterschiedliche Nervenbahnen über
unterschiedliche Wege zu den versch. Regionen des Gehirns weitergeleitet:
Mittels den schnell leitenden A-delta-Nervenfasern und den wesentlich langsamer
leitenden C-Fasern.
Eine Schmerzausschaltung -
Anästhesie - kann auf verschiedene Weise erfolgen:
an den peripheren Schmerzrezeptoren
(Nervenendigungen) durch
Lokalanästhetika (
Lokalanästhesie)
durch eine Unterbrechung der Schmerzleitung
durch Dämpfung/Ausschaltung des
Schmerzzentrums/-bewusstseins im Gehirn mittels
Analgetika ("Schmerztabletten", z.B.
Ibuprofen oder Mefinaminsäure) bzw.
Vollnarkose;
im Extremfall durch eine operative Ausschaltung des Thalamus. Sollte mit
normalen Schmerzmitteln kein befriedigender Erfolg erreicht werden, empfehlen
Schmerztherapeuten den Einsatz von Opiaten, etwa Codein 30 mg-Tabletten, welche
über einen Zeitraum von ca. 4 Std. zuverlässig wirken.
Kurios, aber wahr:
Wer sich in zahnärztliche Behandlung begibt, muss generell mit Schmerzen rechnen
und hat deshalb keinen Anspruch auf Schmerzensgeld gegen den Zahnarzt. Solche
Schmerzen sind nämlich von der Einwilligung des Patienten in die Behandlung
gedeckt. Damit wurde die Klage einer Patientin abgewiesen, die über Schmerzen
beim Einsetzen von Kronen geklagt hatte. Dem Zahnarzt konnte kein Kunstfehler
nachgewiesen werden. Es handelte sich vielmehr um Schmerzen, die häufig mit
einer solchen Behandlung verbunden sind. (Amtsgericht Daun, Az.: 3 C 332/02)
durch Beeinflussung des Schmerzbewusstseins
(Ablenkung, Hypnose,
Narkose) herbeigeführt werden.
Aerodontalgie,
Akupunktur,
Analgetika,
Angst,
Druckschmerz,
kognitive
Verhaltenstherapie,
Lokalanästhesie,
(Voll-)Narkose,
Projektionsschmerz,
Spontanschmerz,
Zahnschmerz
Schmerzerhebungsbogen nach der "Mainzer Genese"; © Dr. F. Grummt
http://www.schmerz-arzt.de,
http://www.stk-ev.de,
http://www.schmerzliga.de/
Schmerzensgeld , engl.: compensation
for personal suffering, smart-money; geldwerte Entschädigung für
einen immateriellen Schaden bei der Verletzung des Körpers oder der Gesundheit
oder im Falle einer unberechtigten Freiheitsentziehung.
Behandlungsfehler,
Haftung, Verjährung
Schmerzmittel , engl.: painkiller;
Analgetika,
Zahnschmerz
Schmierinfektion
engl.: smear infection;
Kontaktinfektion mit
Krankheitserregern, die durch Berühren von kontaminierten Gegenständen
(indirekte Kontaktinfektion) oder durch Berühren von infizierten Lebewesen
(direkte Kontaktinfektion) indirekt oder direkt übertragen wird.
Tröpfcheninfektion
Schmierschicht
engl.: Smearlayer; Gemisch aus
Dentinpartikeln,
Speichel und
Dentinliquor, welches nach
Präparation oder
Wurzelkanalbehandlung an
den Kavitätenwänden haften bleibt. Über
die Notwendigkeit einer Entfernung dieses Films (z.B. mittels alkoholischer
Lösungen, Wasserstoffperoxid,
EDTA
oder CHX) gibt es unterschiedliche
Auffassungen; versch. Präparate bei der Anwendung der
Säure-Ätztechnik fordern eine
vorherige Entfernung der S.
Adhäsivtechnik,
Dentinhaftung,
EDTA,
Kavitätendesinfektion,
MTAD,
smearplug,
Wurzelkanalbehandlung, Wurzelkanalspülung
Schmuth
Professor Gottfried,
Kieferorthopäde, Bonn (* 1926). bekannt durch die sog.
Schmuth-Messmethode basierend auf der sog. Schmuth-Platte (mit einem
Visiermesskreuz versehene Modell-Messplatte für sagittale
und transversale
Modellanalysen).
Raphe-Median-Ebene,
Raphe-Papillen-Transversale
Schmutzgingivitis
Schmutzpyorrhoe, engl: marginal gingivitis; durch mangelhafte
Mundhygiene bedingte Zahnfleischentzündung, die nach Beseitigung der
entsprechenden Beläge i.d.R. ohne eine ärztliche Therapie wieder verschwindet:
Gingivitis
|
Schmutznische , engl.: dirt niche; Sammelbezeichnung
für Gebiete in der Mundhöhle, welche der natürlichen oder mechanischen
Selbstreinigung nicht oder nur schwer
zugänglich und so eine ideale Brutstätte für Bakterien (warm, feucht,
ausreichendes Nahrungsangebot; |
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Schnarchen
schlafbezogene Atemstörung,
engl.: snoring; durch stoßweises Flattern des Gaumensegels im Schlaf entstehendes
Atemgeräusch: Es wird das im Ruhezustand ("erschlafft") befindliche Gaumensegel
durch den Atemstrom in stoßweise Schwingungen versetzt (
Vibrationszone); gelegentlich ist auch
zusätzlich die erschlaffte Zunge an den Lauten mitbeteiligt. Dieses vornehmlich
bei Rückenlage und/oder vorangegangenem Alkoholgenuss (s.u.) störende Geräusch führt
häufig zu partnerschaftlichen Sozialkonflikten. Zusätzlich wird kontrovers
diskutiert ob ausgeprägtes
S. zu dem lebensbedrohlichen Zustand einer sog.
Schlaf-Apnoe führen
kann.
Normalerweise ist das S. einfach nur lästig. In manchen Fällen, bei der
so genannten Apnoe (griechisch =
Windstille) , kann es sogar gesundheitsgefährdend sein. Dabei - handelt es sich
um vorübergehende Atemstillstände, die im Schlaf auftreten. Ereignen sich diese
Atempausen mehr als zehn Mal pro Stunde und dauern jeweils länger als zehn
Sekunden an, spricht man von einer
Schlaf-Apnoe.
Am Ende dieser Atempausen steht ein lauter Schnarchton. Die Atempause wird im
Gehirn des Schlafenden bemerkt und durch eine Weckreaktion überwunden. In
schweren Fällen setzt die Atmung in einer Stunde zwanzig- bis dreißigmal aus. Durch die
Atempausen wird den Organen und auch dem Gehirn zu wenig Sauerstoff zugeführt.
Es können schwere Beatmungsprobleme mit lebensbedrohlichen Zuständen entstehen.
Typisch für das S. ist ein Absinken des Unterkiefers nach unten und eine
Verlagerung der Zunge nach hinten. Es wird angegeben, dass 60 % aller Männer und
40 % aller Frauen über 60 Jahre schnarchen; bei den 30-jährigen sollen es 10 %
der Männer und 5 % der Frauen sein. Laut neuerer Studien (2005) sind bis
zu 4% der Männer und 2% der Frauen von der Schlaf-Apnoe betroffen.
Bei jedem Schluckvorgang wird der Zungengrund in festen Kontakt mit
dem
Gaumensegel gebracht, hierdurch wird das Schnarchen unterbrochen und
der
Rachen erweitert, willkürliches Schnarchen wird unmöglich. Der
Kontakt
zwischen Gaumensegel und Zungengrund wirkt dabei wie eine Art Ventil,
so
dass ähnlich wie beim Tragen einer Vollprothese die Zunge am harten
Gaumen anhaftet. Dieser Vorgang wiederholt sich reflexartig bei jedem
Schlucken, auch unbewusst während der Nacht. Die Mundhöhle stellt
beim
Schlucken ein hydraulisches System dar. Nur bei geschlossenen Lippen
kann ein Unterdruck entstehen, der die Zunge und das Gaumensegel
stabilisiert. Wie lange der Ventilmechanismus nach dem Schlucken
wirkt,
nur wenige Sekunden oder viele Minuten, hängt davon ab, ob das
hydraulische System Mundhöhle geschlossen oder geöffnet ist.
Als begünstigende Schnarchfaktoren gelten:
das Alter wegen
einer nachlassenden Muskelspannung
das
Körper(über)gewicht wegen Fetteinlagerungen im Gaumen-Rachen-Raum und dadurch
bedingter Einengung des Atemweges
Kieferfehlstellungen, wie z.B. Rücklage des Unterkiefers (Distalbiss,
Rückbiss) o. zu kleiner Unterkiefer (Mikrogenie)
Schlafposition, wobei die Rückenlage
besonders ungünstig ist
eingeschränkte Nasenatmung, große
Mandeln
Alkoholkonsum u. Medikamente
beeinflusst die automatische Regelung zwischen Gehirn und Atemmuskulatur
Zur Abhilfe des S. sind eine Vielzahl - meist unbefriedigender -
Therapien bekannt: So wird zahnärztlicherseits mit versch. Geräten (z.B.
IST-Gerät
versucht, den Unterkiefer nach vorn zu verlagern und die Zunge aus dem Luftstrom
zu nehmen. Wenn auch diesen Geräten eine Wirkung nicht abgesprochen werden soll,
so wird das ständige Tragen von den Schnarchern als lästig empfunden und deshalb
auf Dauer eingestellt (mangelnde Therapie-Compliance).
Patienten, denen selbst
progenierende
Aufbiss-Schienen nicht gegen
Schnarchen helfen, haben eine weitere Therapieoption. Per Laser-Op (CO2-Laser)
können Uvula und Gaumensegel erfolgreich
modifiziert werden durch:
Koagulation der unteren Nasenmuschel zur Beseitigung einer
Nasenatmungsbehinderung,
laserassistierte Uvulapalatoplastik (LAUP),
die bei primärem Schnarchen und Patienten mit kleinen Tonsillen angewandt wird.
Ein neuer Therapieansatz kommt aus Schweden: Je nach Lautstärke des S.
hebt sich - durch eine Elektronik gesteuert - der Oberteil des "Motor-Bettes"
;-)
Apnoe,
DGSZ,
Konstruktionsbiss
http://www.zm-online.de/zm/16_04/pages2/zmed1.htm ,
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/18_03/pages2/titel1.htm
ausführliche Infos unter „Deutsche
Gesellschaft schlaftherapeutisch tätiger Zahnmediziner e.V“ oder
http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/16_04/pages2/zmed1.htm
oder
http://www.atmungundschlaf.com/
| Schneidekante Inzisalkante, engl.: (cutting) incisal edge; horizontaler Abschluss der Schneidezähne aus Schmelz. Sie dient zum zum Abtrennen ("Abbeißen") von Nahrung und kann im jugendlichen Alter durch zwei Einschnitte unterteilt sein (sog. "Randtuberkel" o. "Schmelzdivertikel"), welche durch Gebrauch (Abrasion) zu einer glatten Schneide eingeebnet werden (siehe Abb.: mittlerer Zahn). |
|
| Schneidekantenaufbau Kantenaufbau, eine Form der Aufbaufüllung, engl.: etwa incisal surface (edge) restauration; mittels Säure-Ätztechnik (SÄT, Adhäsivtechnik) wieder hergestellte Schneidekante eines Frontzahnes nach einer Schneidekantenfraktur; meist mittels Kompositmaterialien in der sog. Sandwich-Technik (Schichttechnik). Zur Formgebung des S. dienen entsprechend präparierte Frasaco-Stripkronen. Gelegentlich zusätzliche Verankerung durch parapulpäre Schraubchen. Gelegentlich Einsatz von parapulpären Stiften zur Retentionsverbesserung. |
|
Schneidekantendistanz
engl.: incisal edge distance; vertikaler Abstand der
Schneidekanten von Ober- und Unterkiefer. Normalerweise besteht eine Bandbreite
der Mobilität des Unterkiefers bei der
Mundöffnung zwischen 40 und 52
Millimetern und der Seitwärtsbewegung
zwischen 10 und 13 Millimetern. Bei der physiologischen Mobilität ist das
Verhältnis zwischen Seitwärtsbewegung und S. etwa 1 : 4.
Schneidekantenmerkmal ,
Schneidekantenwinkel,
Kantenmerkmal,
Winkelmerkmal
|
Schneidekantenschutz Kantenschutz, engl.: incisal edge protection; Schutzmaßnahme bei Verblendkronen im Schneidezahnbereich: Der Bereich der Schneidekante wird in den metallischen Teil der Rückseite mit einbezogen, um einer übermäßigen Abrasion bei Kunststoffverblendungen bzw. einem Absplittern von Porzellanfacetten vorzubeugen. |
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Schneidersche Membran
, engl.: Schneider's membrane;
Sinuslift
| Schneidezahn Dens incisivus, I, "Schaufelzahn", engl.: incisor; mit scharfen Schneiden ( |
|
Schneidezahnbreite ,
Schneidezahnbreitensumme, engl.:
incisal size;
SI
Schneidezahnführung ,
incisal guidance;
Frontzahnführung
Schneidezahnstufe,
Schneidezahnüberbiss,
Frontzahnstufe
Schnellübertragungsbogen,
Quick-mount;
Übertragungsbogen
mit Ohroliven
Schock
engl.: shock; akutes Kreislaufversagen mit ungenügender
Sauerstoffversorgung lebenswichtiger Organe. Davon abzugrenzen ist die
(harmlosere) Ohnmacht, welche vom
Laien gern einem S. gleichgesetzt wird.
Nach den Entstehungsursachen wird unterschieden:
anaphylaktischen Schock (allergisch
bedingt)
kardialer Schock (durch akutes
Herzversagen)
Volumenschock (plötzlicher,
hoher Flüssigkeitsverlust des Körpers, meist unfallbedingt)
hypoglykämischer Schock (meist
Folge einer schlecht eingestellten
Zuckerkrankheit)
Nervenschock (durch
gravierende, die Psyche überfordernde Ereignisse ausgelöst)
Allergie,
Kollaps
Schraube
engl.: screw; Oberbegriff/Schlagwortbezeichnung für:
1.) kieferchirurgisches Verankerungselement, z.B. in Form der
Bikortikalschraube;
Osteosynthese
2.) Verankerungselement im Wurzelkanal;
Schraubenaufbau
3.) aktives Element bei der herausnehmbaren
kieferorthopädischen Behandlung;
Aktive Platte,
Dehnschraube
Schraubenaufbau
engl.: (endodontic) screw mounting filling;
Verankerung von Kronen oder Füllungen mittels Schraube(n): Bei
devitalen Zähnen durch im Wurzelkanal
befestigten Schrauben (
Stiftaufbau); bei vitalen
Zähnen durch kleine Dentinschräubchen (
parapulpäre Schrauben o.
Stifte). In jüngerer Zeit werden Schraubenaufbauten vermehrt kritisch
gesehen, da an den Gewindegängen der Schraube große Spannungsspitzen entstehen,
welche zu sog. "Crack-Frakturen" (vertikale
Infraktur im Wurzeldentin) führen
können.
Stiftaufbau
|
Schraubenimplantat engl.: screw-type implant; i.d.R. aus Titan gefertigte Implantate mit aktivem o. passiven Gewinde. Stufenschrauben erzielen aufgrund ihres selbstschneidenden Gewindes die notwendige Festigkeit auch bei nicht optimaler Knochenqualität (z.B. Oberkiefer). Deshalb werden derartige Systeme auch eher zur Sofortbelastung empfohlen. |
Schreger Streifen ; engl.: (Hunter-)Schreger
bands;
Schmelz
| Schrödersche Lüftung Schröder Lüftung, apicale Lüftung, engl.: cortical trephination, Schröder's aeration; Druckentlastungs-Verfahren benannt nach dem Berliner Zahnarzt Herrmann Sch., Berlin, 1876-1942; seltene Therapie zur sofortigen Druckentlastung bei einem akuten Eiterherd an der Zahnwurzel (Parodontitis apicalis acuta, |
|
Schrotkugeleffekt
engl.: etwa: shot effect; Trivialbezeichnung für einen reflektorischen
Schutzmechanismus, welcher beim Auftreffen der
Kauflächen auf einen harten
Gegenstand (z.B. Schrotkugel beim Wild-Essen) kurz vor Kieferschluss einsetzt: Die Mundöffner-Muskulatur (
Kaumuskulatur) tritt reflexartig
in Aktion und kompensiert so die Kraft der Mundschließer-Muskeln, um Schäden an
den Zähnen zu vermeiden.
Schrott Abdruckverfahren
engl.: Schrott's impression method; nach seinem Anwender (Joh. Jos.
Schrott, Zahnarzt aus Mühlhausen/Elsaß, 1822-1899) benanntes Abdruckverfahren
für Vollprothesen. 1864 beschrieben
gilt es als Vorläufer des heute üblichen
Funktionsabdrucks
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7291/pdf/BuchtaleckJochen_2009_10_27.pdf
Schrunde, engl.: crack;
Rhagade
Schubverteilungsarm
Schubverteiler, Ausgleichselement, "Kippermeiderfunktion",
engl.: load distribution (clasp), stress-breaking connector; Konstruktions(hilfs-)mittel
bei
Verbindungselementen
(Geschieben,
Klammern bei
Teilprothesen) um horizontal bzw. vertikal
einwirkende Kräfte auf mehrere Zähne zu verteilen, besonders
dann, wenn diese Elemente große rotatorische Freiheitsgrade aufweisen (z.B.
Ceka-Anker). Wird aus parodontalprophylaktischen
Gründen häufig abgelehnt.
fortlaufende Klammer,
Torsionsbügel,
Verbindungselement
Schuchardt-Naht ;
Papillennaht
Schuchardt Schiene
Kombinationsschiene nach Schuchardt, engl.: Schuchardt's splint;
hauptsächlich bei der
Kieferbruchbehandlung angewandter direkter Schienenverband, indem die Zähne
des betroffenen Kiefers mit einer gebogenen Drahtschiene
ligiert werden. Diese Fixation wird dann
mit selbstaushärtendem Kunststoff verkleidet.
Aus
http://www.medecoinfo.de/kompendium/kapitel/10/10.2.2.php:
"Die S. S. wird aus einer Sprossenschiene aus halbrundem weichem
Stahldraht mit 8 Quersprossen hergestellt. Die Schiene wird den vestibulären
Flächen der Zähne angebogen. Die okklusalen Enden der Querstreben werden den
Kauflächen adaptiert, so daß die Schiene okklusal abgestützt ist. Die angepaßte
Schiene wird mit dentalen Drahtligaturen eingebunden. Die Enden der
Drahtligaturen werden dem Drahtbogen adaptiert, der dann mit selbsthärtendem
Kunststoff überzogen wird. Dabei soll der Kunststoff bis in die Interdentalräume
hineinlaufen, ohne das marginale Parodontium zu tangieren. Nach Abhärten des
Kunststoffs werden die okklusalen Häkchen entfernt. Die Schiene sitzt dann
infolge der Retention in den Interdentalräumen absolut fest."
Schüller Aufnahme
Kiefergelenkaufnahme nach Schüller, engl.: Schüller's mandibular joint
, temporomandibular radiograph;
Kiefergelenkaufnahme
Schulmedizin
engl.: orthodox o. scientific medicine; wissenschaftlich
begründete (Zahn-)Heilkunde, die auf objektivierbaren Untersuchungsergebnissen
und Therapien aufgebaut ist (
Evidenzbasierte Medizin). Gelegentlich
wird auch der Ausdruck
Allopathie
gebraucht,
um die S. von der
Homöopathie abzugrenzen.
Allopathie,
alternative
Behandlungsmethoden,
Ganzheitliche Zahnmedizin,
Heilpraktiker,
integrative Medizin,
Komplementärmedizin,
Naturheilverfahren,
regenerative Medizin,
Therapiefreiheit,
Traditionelle
Europäische Medizin (TEM)
Schulter , Schulterkrone, Schulterpräparation;
engl.: shoulder;
Stufe,
Stufenpräparation
Schulzahnklinik
engl.: School Dental Clinic; öffentliche/staatliche Institutionen zur
Betreuung und Behandlung von Kindern/Jugendlichen. Traditionsgemäß erfolgt eine
Behandlung für diesen Personenkreis meist kostenlos in eigenen Behandlungsräumen
bzw. mobilen Stationen durch sog. Schulzahnärzte und entsprechendes Fachpersonal.
Historisch wurden S. meist zu Beginn des vorigen Jhds. gegründet (1902
Gründung der ersten S. in Straßburg/Elsass), da in
dieser Zeit die Krankenkassen nur mangelhaft für diesen Personenkreis Leistungen
bezahlten.
S. im eigentlichen Sinne sind in D nicht mehr anzutreffen, da hier die
Betreuung durch den
Öffentlichen Gesundheitsdienst und die niedergelassene Zahnärzteschaft
übernommen wird (
Gruppenprophylaxe). S. sind weit verbreitet in den skandinavischen Ländern und der
Schweiz (
z.B.:
http://www.zahnkliniken.bs.ch/schulzahnklinik/), da hier andere
Versicherungsstrukturen bestehen.
DAJ, Jugendzahnpflege
Schulzahnpflege
engl.: dental school service; Maßnahmen zur Erhaltung einer gesunden Mundhöhle in Schulen;
Jugendzahnpflege,
Schulzahnklinik
Schüsselgesicht
engl.: dish face, concave face; unterentwickeltes
Mittelgesicht mit
konkavem Gesichtsprofil oder auch für:
Verlagerung des Oberkiefers nach dorsal
und
kaudal mit
offenem Biss und
Pseudoprogenie, gelegentlich als Folge
einer schlecht versorgten Oberkieferfraktur
auftretend
Mikrognathie
Schutzdentin, engl.: protective dentin,
tertiary dentin;
Tertiärdentin
Schwabbel
Polierschwabbel, engl.: buff, wobble (polishing wheel); mit
Textil- oder Lederfasern bestücktes Polierinstrument (Rad o. Scheibe) auf einem
Poliermotor zur Hochglanzpolitur.
Schwalbenschwanz ;
"okklusales Schloss", engl.: dovetail
;
Kavitätenpräparation
Schwammgold ,
Kristallgold, engl.: (crystalline)
sponge; poröses Feingold (elektrolytisch hergestellt) in Schwämmchenform
Goldhämmerfüllung
Schwangerschaft
engl.: gravidity, pregnancy; die hormonelle Veränderung am
Beginn der S. bewirkt u.a. auch eine Auflockerung des
Mundschleimhaut. Das
Zahnfleisch kann dadurch anschwellen und die schädigenden
Bakterienstoffwechselprodukte können so diesen wichtigen Schutzwall des Körpers
leichter passieren; zusätzlich können besonders im zweiten
Schwangerschafts-Drittel auch ein hormonell bedingtes Wachsen von bestimmten
Bakterien gefördert werden. Ein vermehrtes Auftreten von Zahnfleischbluten ist
die Folge (
Schwangerschaftsgingivitis); die Zähne werden aus Angst vor
weiterem Bluten weniger geputzt, es siedelt sich vermehrt
Plaque an - die
Grundlagen für Karies und Zahnfleischerkrankungen sind geschaffen. Neuere
Untersuchungen belegen eindeutig einen engen Zusammenhang zwischen
Zahnfleischentzündungen und Frühgeburten.
Ebenso ist die werdende Mutter in den ersten Schwangerschaftswochen häufig von
Übelkeit (Emesis) befallen. Eine gründliche Zahnreinigung wird als unangenehm
empfunden. Wiederholtes Erbrechen greift ebenfalls den Zahnschmelz an.
Unterstützt wird dieser erosive Vorgang noch zusätzlich durch einen verstärkt "sauren"
Speichel zu Beginn der Schwangerschaft.
Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch sollte in der S. alle 2-3 Monate erfolgen, so können
krankhafte Veränderungen an den Zähnen und dem Zahnfleisch frühzeitig erkannt
und behandelt werden. Umfangreichere Behandlungen sollten allerdings bis
nach der Geburt zurückgestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist gerade in der Schwangerschaft eine richtige
Ernährung, da sich vermehrte Zwischenmahlzeiten und eine Änderung der
Nahrungsgewohnheiten ("Lust auf was Saures") bei unverändertem
Mundhygieneverhalten kariesbegünstigend auswirken.
Behandlung in der
Schwangerschaft,
Gingivahyperplasie,
Gingivitis
("Schwangerschaftsgingivitis"),
Parodontitis u.
Schwangerschaft,
Pubertätsgingivitis,
Schwangerschaftsepulis,
Schwangerschaftskaries
Tabellarische Übersicht der Medikamente und möglicher Nebenwirkungen oder ©
AKZ
Special
"Schwangerschaft" auf www.zahnwissen.de
| Schwangerschaftsepulis Epulis gravidarum; engl.: pregnancy epulis; ab dem 2.-3. Schwangerschaftsmonat idiopatisch auftretende und sich nach der Entbindung meist spontan zurückbildende Wucherung des Zahnfleischs; es werden Prävalenzen zwischen 0,2% bis 9,6% angegeben. Die aus Granulationsgewebe bestehende Hyperplasie mit starker Durchblutung ist hormonell bedingt, ohne dass die eigentlichen Zusammenhänge bekannt sind. Zusätzliche lokale Reizfaktoren wie überstehende Kronen- und Füllungsränder, Zahnstein oder Plaque werden als Mitauslöser angesehen. Je nach Größe ist eine Entfernung nötig, da die Nahrungsaufnahme und Mundhygiene u.U. stark behindert sein kann. Zu der "normalen Epulis" bestehen histologisch keine Unterschiede. |
Schwangerschaftsgingivitis
engl.: pregnancy gingivitis; durch hormonelle Einflüsse ausgelöste
Zahnfleischveränderungen oder auch hormonell bedingte überschießende
entzündliche Reaktion auf lokale Reize; Geschlechtshormone wie z.B. Androgene,
Östrogene, Progesteron oder Glucocorticoide lösen Reaktionen im weiblichen
Körper aus, die auch einen Einfluss auf Zahnfleischerkrankungen haben. Neben dem
Auftreten der ersten natürlichen Erhöhung während der Pubertät (
Pubertätsgingivitis)
und bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva, treten besonders im zweiten Trimenon
(ab dem 4. Monat) Erhöhungen von Östrogenen und Progesteron im Zahnfleischgewebe
und der Sulkusflüssigkeit auf, welche die Bakterienflora, die Blutzirkulation,
das Immunsystem und die Zellwanddurchlässigkeit negativ beeinflussen und zu
Entzündungen führen; dabei können extreme Schwellungen örtlich zu einer
Epulis gravidarum führen.
Eintretende Erkrankungen (mit einer Häufigkeit zwischen 10 und 70%) breiten sich
immer auf Grund einer vorhandenen Plaque oder anderer Reizfaktoren aus. Mit
Beendigung der Schwangerschaft verschwindet diese Zahnfleischerkrankung meist
sofort; ein Übergang in eine Parodontitis wird nur selten beobachtet.
Eine Behandlung besteht vor
allem in einer verbesserten häuslichen
Mundhygiene, einer
Professionellen Zahnreinigung und Spülungen bzw. Touchierungen (Lacke) mit
Chlorhexidin.
Einfluss hormonaler Kontrazeptiva auf das marginale Parodontium
Schwangerschaftskaries
engl.: pregnancy caries; nicht belegte Behauptung aus dem Volksmund
("jedes Kind ein Zahn"), dass durch eine Schwangerschaft eine erhöhter
Kariesbefall ausgelöst werde. Kariesbegünstigend sind allerdings die
Begleitumstände in der Schwangerschaft, wie falsche Ernährung, vernachlässigte
Mundhygiene usw.
Schwangerschaft
Schwarz Platte
Schwarz'sche Platte,
engl.: Schwarz plate; nach seinem Konstrukteur, dem Kieferorthopäden
Arthur Martin S. (Österreich, 1887-1963) benannte
Aktive Platte
| Schwebebrücke engl.: sanitary bridge, self cleansing bridge; fast ausschließlich im Unterkiefer gebräuchlicher, festsitzender Zahnersatz mit dem zahn-hygienischen Vorteil, dass das Brückenzwischenglied "unterspülbar" ist und so diese kritische Stelle - im Gegensatz zur Da sich unter das Brückenglied gern Speisereste setzen (die leicht wieder entfernbar sind), wird diese Brückenkonstruktion von Pat. wenig favorisiert. |
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Schwebetisch
engl.: suspension plate; Jargonbez. für den Teil der
Behandlungseinheit, auf welchem die zahnärztlichen Instrumente u. Materialien
abgelegt werden. Während der Behandlung "schwebt" dieser Tisch über dem Körper
des Patienten in Griff-Reichweite des Behandlers.
Schweigepflicht
ärztliche, Arztgeheimnis, Berufsgeheimnis, engl.:
medical confidentiality, professional secret; für Angehörige bestimmter Berufe
(z.B. Ärzte, Rechtsanwälte; meist
Freie
Berufe) bestehende Verpflichtung, Geheimnisse, die ihnen in Ausübung ihres
Berufes oder Amtes anvertraut wurden, nicht von sich aus zu offenbaren. Die S.
betrifft auch die Mitarbeiter(innen) dieser Berufe. Ein Verstoß gegen die S.
ist kein Antragsdelikt, sondern zieht nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs
(§ 203 StGB: "Verletzung von Privatgeheimnissen") immer staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nach sich. Werden
medizinische Daten ohne Einverständnis der Patienten weitergegeben, liegt ein
Straftatbestand nach Paragraph 203 Strafgesetzbuch vor, das eine Geldstrafe oder
eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vorsieht. Es bestehen
folgende Ausnahmen bzw. Verpflichtungen ("Offenbarungspflicht"):
Schriftliche(!) Entbindung durch den
Patienten (z.B. bei Rückfragen
privater
Versicherer). Die bei Abschluss privater Krankenversicherungsverträge
routinemäßig abzugebende ärztliche Schweigepflichtentbindung ist mit Vorsicht zu
betrachten und juristisch umstritten.
Gerichtliche Befreiung
Gesetzliche Meldepflicht von
Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz (ehem. Bundesseuchengesetz),
Wahrnehmung eigener Interessen des
Arztes (z.B. bei einer Schadensersatzforderung wegen angeblich
falscher Behandlung)
Umgang mit
gesetzlichen
Versicherungsträgern und
ärztlichen
Körperschaften (genaueres im
Sozialgesetzbuch geregelt).
Seit 1. Januar 2004 müssen die
niedergelassenen Ärzte Patientendaten mit Diagnosen und ärztlichen
Leistungen an die Krankenkassen melden.
Grundlage dafür ist der mit der Gesundheitsreform geänderte Paragraf
295 Absatz 2
SGB V, demzufolge die bisherige anonymisierte
fallbezogene Abrechnung in eine versichertenbezogene geändert wurde.
Im Klartext heißt dies, dass Krankenkassen ihren Versicherten die
entsprechenden Diagnosen und ärztlichen Leistungen direkt zuordnen
können. Bis 2004 erfolgte die Abrechnung anonymisiert fallbezogen auf zwei getrennten
Datenbändern.
Berufsordnung
Schweineschwanzligatur ; Schlagwortbez. für eine obsolete kieferorthopädische Häkchen-Bandapparatur, in welche (intermaxilläre) Gummizüge eingehängt wurden.
Schweizer Paste
Paste zur Behandlung septischer
Wurzelkanäle; in der
Endodontie wenig gebräuchliche
medikamentöse Wurzelkanal-Einlage
aus einer Mischung von Ledermix und
Asphaline (1 g Asphaline®
A II Paste enthält als Wirkstoffe: camphora racemica 111 mg, thymolum 111 mg,
polyoxymethylenum 111 mg, zinci oxidum 222 mg; Excip. ad pastam pro 1 g.)
Schwellenwert
, engl.: threshold value;
GOZ
Schwellung
"Tumor", engl.: swelling; zu den
5 klassischen Entzündungszeichen
gehörende, umschriebene Größenzunahme (Masse, Umfang) eines Körperorgans oder
eines Gewebes. Die Schwellung ist der sichtbare Ausdruck einer gesteigerten
Flüssigkeitsmenge (z.B. Ödem) im
entsprechenden Organ oder Gewebe. In der
ZHK meist entzündlich oder
traumatisch
bedingt.
Schwenklappen
engl.: interpolated flap, Indian flap; um einen Basispunkt
geschwenkter, zufallsversorgter Muko-Periost-Lappen
("geschwenkter Nahlappen") zur plastisch-chirurgischen Deckung eines Defektes.
Ein einfacher S. wird selten ausschließlich benutzt. I.d.R. kommt er in
der Kombination mit einer Rotationskomponente zu Anwendung.
Arterienlappen, Stiellappen,
Verschiebelappen
http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1728/minde_reinhard_dissertation.pdf
Schwermetallausleitung
, engl.: heavy metal mobilisation;
Mobilisationstest
Schwermetalle
engl.: heavy metals; Metalle, deren relative Dichte größer oder gleich 5
g/cm³ ist. Obwohl damit auch die Edelmetalle zu den S. gehören,
bezeichnet man in der Medizin meist nur die Metalle als S., welche einen
toxischen Effekt auf den Körper
haben, wie etwa Blei, Cadmium und
Quecksilber, da diese nicht abgebaut werden können. Zuweilen werden auch
bestimmte Legierungen als S.
bezeichnet (z.B. Amalgam).
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwermetalle
| Schwermetallsaum Metallsaum, engl.: heavy metal line; durch chronische Zufuhr bestimmter Metalle bedingte Einlagerungen in das Zahnfleisch, bevorzugt am Übergang zum Zahn (Zahnfleischrand), auch wenn diese nicht unbedingt von einem echten Schwermetall stammen müssen (=Metallsaum). Nach der Art der metalltypischen Einlagerung unterscheidet man: Antimonsaum (orange-rot bis gelblich-braun), Bleisaum (blau-schwarze Verfärbung), Cadmiumsaum (gelbliche Verfärbung), Quecksilbersaum (blau-graue Verfärbung), Silbersaum (graue oder grau-blaue Verfärbung), Wismutsaum (schiefergraue-schwarze Verfärbung), Kupfersaum (Clapton Linie, türkisgrüne Verfärbung) usw. |
Schwermetallvergiftung ; engl.: heavy metal poisoning; Vergiftungen durch das Metall selbst oder seine Salze
schwerwiegende Erkrankung ,engl.: serious illness;
chronische krank
schwingender Kondylus ,
Mediotrusionskondylus, engl.:
swinging condyle; das Gelenkköpfchen der
Balanceseite
("Nicht-Arbeitsseite"); führt eine "schwingende Bewegung" nach
anterior,
kaudal und
medial gerichtet aus; derjenige der
Arbeitsseite wird als "ruhender
Kondylus" bezeichnet.
Bennet-Bewegung,
Bennet-Winkel
Schwund
engl.: atrophy, shrinkage;
1.) Rückbildung/Verlust von Gewebe
Atrophie oder der Größe eines Gegenstandes (Volumenschwund, z.B. beim Ausgießen einer
Legierung, Brennen von Keramikmassen)
2.) Abgang: zahntechnischer Begriff für den Schwund von
Edelmetall bei der Herstellung von
Zahnersatz (Gusskegel, Feilungen oder Schnittabfälle). Dieser Verlust entsteht bei der Wärmebehandlung (Schmelzen, Gießen)
des Metalls durch Verbrennen, Verspritzen oder beim Übergang in die Tiegelwand
oder die Gussform. Durch das Erhitzen und das Abkühlen entstehen Abgase, die
Abgang mit sich führen, ebenso durch die chemischen Prozesse beim Beizen des
Gussobjektes. Hinzu kommt noch ein Ausarbeitungsschwund, welcher durch
Feinkorrekturen am Gussobjekt entsteht. Seriöse Zahlen über die Höhe des S.
sind nicht bekannt.
Screening
"Durchleuchtung",
"Siebtest", "Herausfiltern", eng.: do.; Verfahren zur
Reihenuntersuchung auf bestimmte Krankheiten, z.B. einer größeren Gruppe von
Jugendlichen auf symptomlose Krankheitsträger - z.B.
Kariesbakterien - (möglichst
im Frühstadium), diese zu erkennen und sie einer effektiven Behandlung
(»Intervention«) zuzuleiten. Der Test darf nur mit einem geringfügigen bzw.
gefahrlosen körperlichen Eingriff verbunden sein. Bekannte S.-Verfahren
sind: Röntgenreihenuntersuchungen, Harnuntersuchung mit Teststäbchen auf
Zucker,
Vorsorgeuntersuchungen
Photodynamischen Diagnostik,
Prävention,
Toluidinblau
Scutan ®
1968 eingeführtes Kunststoffmaterial (Komposite
mit organischen PMMA Füllstoffen) zur Herstellung provisorischer Brücken und
Kronen (Provisorium) direkt im Mund. Neben einer guten Mundverträglichkeit,
einer ausreichenden Belastbarkeit und befriedigenden kosmetischen Kriterien
entwickelt das Präparat beim Abbinden nur eine geringe Wärme (
Polymerisationswärme). Das
viele Jahre in D als Standard geltende Material wurde Mitte der 80er Jahre u.a. durch
Protemp® abgelöst.
Polymerisationswärme, Provisorium
http://www.3m.com/intl/kr/medi/medi5/pdf/protemp3garant.pdf
Sealer
Sealant, Versiegler, Dichtzement, engl.: do.; mit der Eigenschaft, eine
bestehende Fläche luft- und wasserdicht zu versiegeln. Gebräuchlich in der
ZHK bei der
Fissurenversiegelung und
zum
Abfüllen von
Wurzelkanälen.
Bei den herkömmlichen Wurzelkanalsealern gilt der Grundsatz, dass die
Schichtstärke des verwendeten S. möglichst gering sein sollte, um
Undichtigkeiten infolge der Abbindeschrumpfung zu begegnen.
Folgende Eigenschaften werden an einen S. gestellt:
leichte Einbringbarkeit
leichte
Entfernbarkeit
nachhaltige desinfektorische Wirksamkeit
Dichtigkeit
Verträglichkeit mit dem angrenzenden Gewebe
Resorbierbarkeit beim Überpressen
Historische S.
basieren auf einer Zinkoxid-Eugenol-Verbindung;
später folgten Calciumsalicylat-basierte (z.B. Apexit™,
Sealapex™) oder
Calciumhydroxidbasierte S. (z.B. CRCS™) sowie
Glasionomerzemente (z.B.
Ketac-Endo™). Weiter wurden kunstharzbasierte S. (Diaket™ und
AH 26™)
eingeführt, welche eine deutlich reduzierte Löslichkeit gegenüber
Gewebsflüssigkeiten haben, aber schwer wieder zu entfernen sind und beim
Überstopfen das umliegende Gewebe beträchtlich reizen können. Als einer der
Goldstandards gilt das
kunstharzbasierte AH Plus™ (additionsvernetzt, keine Freisetzung von
Formaldehyd) welches sehr dicht
abschließt, da es besonders gut an der Wurzelkanalwand haftet. Dagegen weisen
Komposite-basierte S. (z.B.
EndoREZ™, Ultradent) hauptsächlich schrumpfungsbedingte negative Eigenschaften
auf und haben sich nicht durchsetzen können; ebenso kann die antimikrobielle
Wirkung nicht überzeugen.
Als eine Neuentwicklung gilt
Gutta-Flow™ (
http://www.guttaflow.com): Der Silikonmatrix wurden mikrofeine, kugelförmige
Guttapercha-Partikel beigemischt; weiter wurde mit Nanosilber ein
antibakterieller Zusatz verarbeitet. Wegen der guten Fließeigenschaften und der
hohen Wandhaftung kann unter Umständen auf die Verwendung eines
Guttaperchastiftes verzichtet werden
(sog. Single-cone-Technik).
Kondensation,
AH 26,
Wurzelkanalfüllpaste,
Wurzelkanalfüllung
| Sechsjahrmolar 6-Jahr-Molar, erster großer Backenzahn, "Sechser", engl.: sixth-year molar, first molar; Bezeichnung für den jeweils ersten bleibenden Backenzahn im Ober- und Unterkiefer (das Zahnschema weist ihnen die Zahlen 16, 26, 36 und 46 zu). Die Bezeichnung entstammt der Tatsache, dass diese Zähne als erste bleibenden Backenzähne etwa im Alter von 6 Jahren hinter den noch vorhandenen Milch-Backenzähnen durchbrechen. Auf Grund des relativ frühen Durchbruchs und einer damit verbundenen längeren Aussetzung gegenüber kariogenen Nahrungsmitteln und u.U. kariösen Milchzähnen in der Nachbarschaft, sind die S. kariesanfälliger als später durchbrechende Zähne (s. Abb.). So ist er auch im jugendlichen Gebiss der am ehesten fehlende Zahn. Eine Nichtversorgung dieser Lücke mit Zahnersatz (Brücke o. Implantat) führt häufig zu einer Kippung der Nachbarzähne und einer Verlängerung des Gegenzahns in die Zahnlücke - und somit bleibenden Schäden im gesamten Gebiss. Eine weitere Besonderheit: in der Regel haben die S. 3, in ca. 1/3 der Fälle 4 Wurzelkanäle Zum Durchbruch im Kiefer ("Sechsjahrmolaren-Einstellung") s.u. |
|
Sedierung , engl.: sedation; medikamentöse oder verbale Beruhigung eines Patienten vor zahnärztlichen Eingriffen. Die ASA unterscheidet folgende Stadien (nach http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/5_07/pages2/titel1.htm):
Analgosedierung,
Anästhesie, QuickTimeTrance
Segmentbogentechnik
nach Burstone, modifiziertes "Zwei-Zahn-Konzept", Burstone Technik,
engl.: segmented arche technique; spezielle
kieferorthopädische
Behandlungsmethode. Der sonst bei
festsitzenden Behandlungen
übliche Gesamtbogen wird zur schonenderen Regulierung in versch. Segmente
(Sektionsbogen) unterteilt, welche an
Brackets befestigt werden und auch durch vorgefertigte Federn untereinander
verbunden sein können. Dadurch wird nicht mit den unbestimmbaren Kräftesystemen
wie z.B. bei der
Straight-wire-Technik gearbeitet (Vermeidung von Überlastungsschäden); so
sind z.B. auch Behandlungen stark parodontal geschädigter Gebisse möglich.
http://deposit.ddb.de/
Seitbiss
engl.: lateral bite; seitlich verschobene Lage der
Unterkiefermittellinie (
Mittellinienverschiebung)
im Bezug auf die Schädelmitte
Lateralbiss,
Mittellinienverschiebung
Seitenabbau ;
Knochentasche
| Seitenkanal akzessorischer Wurzelkanal, Markkanal, engl.: lateral o. secundary (root) canal; Verzweigungen des Zahnnervs (Pulpa) zur Wurzeloberfläche (Wurzelhaut) hin, ohne mit dem Foramen apicale im Bezug zu stehen. Es wird angenommen, dass S. durch bestehen bleibende (persistierende) Blutgefäße während des Wurzelwachstums zustande kommen. Aussagen zur Häufigkeit von S. sind widersprüchlich; grundsätzlich können sie im gesamten Zahnwurzelbereich vorkommen, mit einer erheblichen Häufung zum Apex hin. Die S. sind bei der Wurzelkanalbehandlung nur selten aufzubereiten und stellen so einen potentiellen Misserfolg bei endodontischen Behandlungen dar (Bakterienreservoir). Liegen die S. in der Nähe der Wurzelspitze, so kann die Wurzel um diese Verzweigungen durch eine Wurzelspitzenresektion gekürzt werden. |
![]() |
Seitenschneider
engl.: side-cutting pliers; der Kneifzange ähnliches Gerät, welches
seitlich schneidet und zum Durchtrennen von Drähten (z.B.
Ligaturen) gebraucht wird
http://www.knipex.de/
Seitenwand
Zahnseitenwand,
engl.: lateral wall; Bezeichnung für eine gesamte Zahnfläche im
Molaren/Prämolarenbereich
einschließlich deren Höcker. Es
existieren i.d.R. vier Seitenwände (oral,
vestibulär, mesial, distal).
| Seitenzähne SZ, engl.: posterior teeth; die Gesamtheit der großen (Molaren) und kleinen (Prämolaren) Backenzähne |
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Seitenzahnkomposite
engl.: posterior tooth (teeth) composite;
Bezeichnung für direkt in den Mund eingebrachte
Komposites, welche den
besonderen mechanischen Belastungen im Seitenzahnbereich gewachsen sind. Hierbei
wird besonders bei okklusionstragenden
Füllungen auf eine niedrige Abrasion
und hohe Formstabilität Wert gelegt -
kosmetische Aspekte
haben nicht mehr den Stellenwert wie im
Frontzahnbereich.
Seit Jahrzehnten werden Komposites von der Industrie als
Amalgamalternative für
den Seitenzahnbereich angeboten und auch mit unterschiedlichem Erfolg im Mund
verarbeitet. Allerdings waren die Erfolge in den Anfangsjahren bei
Langzeituntersuchungen bescheiden, da aufgrund ungeeigneter
Adhäsivtechnik und mangelnder
Abrasionsbeständigkeit (die Komposite hatten große Makrofiller, die
Silanisierung war ungenügend, usw.) häufig und frühzeitig
Misserfolge und Sekundärkaries auftraten. Durch
eine konsequente Weiterentwicklung der Techniken ist es heute (2010) möglich,
klinisch akzeptable Ergebnisse auch bei Belastung zu erzielen und bei
Klasse-I- u. Klasse-II-Kavitäten
anzuwenden. Allerdings ist der Aufwand bei derartigen Techniken im Vergleich zum
"gutmütig" zu verarbeitendem Amalgam um
ein Vielfaches höher, was sich entsprechend im Preis ausdrückt - eine
Kostenübernahme durch die
Gesetzlichen
Krankenkassen ist auf Ausnahmefälle beschränkt.
Bessere Ergebnisse weisen indirekt gelegte Kompositefüllungen (Herstellung oder
Aushärtung
außerhalb des Mundes;
Komposite-Inlay) auf.
Haltbarkeit
verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Komposite
seitliche Schädelaufnahme ;
Fernröntgenbild
Sekundärdentin
"Ersatzdentin",
engl.: secondary dentin (e); nach Abschluss der Zahnausreifung
(Abschluss des Wurzelwachstums) von den Zellen der
Zahnpulpa
physiologisch gebildetes neues Dentin, welches
die Nervhöhle im weiteren Menschenleben ständig verkleinern lässt. Ist das S.
an der Grenzschicht
zum Zahnnerv noch mit Resten von pulpalen
Gefäßen versehen, spricht man von
Vasodentin.
Im Gegensatz zum S. stellt das
Tertiärdentin das Ergebnis
einer Reparaturmaßnahme des Organismus dar (z.B. bei einer
Caries profunda).
Dentin
sekundäre
Verblockung , indirekte Verblockung,
engl.:
secondary interlock;
Verblockung
Sekundärheilung
sanation per secundam intentionem, p. s., engl.:
healing by second intention; unter Bildung von Granulationsgewebe - und
nicht durch den direkten Kontakt der Wundränder (
per primam) - erfolgende
Wundheilung. Im Mund auftretend
bei großen, nicht deckbaren
Schleimhautdefekten oder als Folge einer
Wundinfektion bzw. einer zu
frühen mechanischen Belastung.
Wundheilung
| Sekundärkaries "Randkaries", engl.: secondary caries; an den Rändern von Füllungen oder Kronen auftretende Karies, meist bedingt durch einen nicht befriedigenden Randschluss der zahnärztlichen Arbeit, mangelnder Mundhygiene, besonders des Zahnzwischenraums, falscher Kavitätengestaltung oder nicht vollständigem Entfernen der Karies in diesem Gebiet bei der Erst-Präparation. Davon abzugrenzen ist das Kariesrezidiv. |
![]() |
Sekundärstabilität
engl.: secundary stability, Begriff aus der
Implantologie, welcher das
definitive Einwachsen des Implantats im Knochen bezeichnet und als DER klinische
Erfolg beim Einheilen (
Osseointegration) gewertet wird. Eintritt der S. nach ca. 4-6 Monaten.
Primärstabilität
Sekundärteleskop, Außenteleskop,
engl.: telescopic coping;
Teleskopkrone
Sekundärverblockung ;
Verblockung
Selbstbehalt
engl.: co-payment, percentage excess; aus dem
privaten Krankenversichertenbereich lange bekannte Form der Eigenbeteiligung
an den Kosten für medizinische Leistungen. In die
GKV mit
GKV-Modernisierungsgesetz
(§ 53 SGB V, 2004) als Beitrag
zur Entlastung der Kassenfinanzen eingeführt. So können die Krankenkassen in
ihrer Satzung vorsehen, dass freiwillige Mitglieder, welche
Kostenerstattung in
Anspruch nehmen, jeweils für ein Kalenderjahr einen S. übernehmen. Als
Ausgleich erhalten die Versicherten eine Beitragsermäßigung, welche direkt
zwischen Versichertem und Krankenkasse abzurechnen ist.
Zuzahlung
Selbstbestimmungsrecht
im Rahmen der Eingriffsaufklärung, engl.: right of self-determination;
das jedem Patienten eigene Recht über Dinge, die mit seinem Körper geschehen
sollen - und somit auch bei einem ärztlichen Eingriff - zuzustimmen oder
abzulehnen. Dieses Recht kann er nur dann fundiert ausüben, wenn er vor einem
Eingriff entsprechend aufgeklärt worden ist.
An die Eingriffsaufklärung werden besonders bei kosmetischen Behandlungen
(z.B. Bleaching) strenge Maßstäbe
gesetzt nach dem Merksatz: "Über das "Für" und "Wider" ist schonungslos
(vorbehaltlos, mit all den damit verbundenen Nachteilen) sowie über die
entstehenden Kosten (wirtschaftliche Aufklärung) ausführlich aufzuklären"
Aufklärung
Selbstbeteiligung ,
Eigenbeteiligung , engl.: co-payment,
Selbstbehalt, Zuzahlung
| Selbstreinigung auch "biologische (Selbst)Reinigung", engl.: self purification; Reinigung der Mundhöhle oder Teilen davon ohne zusätzliche Maßnahmen von Außen (Mundhygiene, zahnärztliche Eingriffe). Eine wichtige Funktion haben dabei die Art und Menge des Speichels und der Nahrung sowie die Form und Stellung der Zähne. Ein besonders wichtiger Aspekt der S. ist die natürliche Verhinderung oder Entfernung von Plaque als karies- und parodontal vorbeugende Maßnahme. So mindert ein verringerter Speichelfluss oder eine weiche Nahrung den S.-Effekt z.T. beträchtlich. Ebenso bilden sich durch unregelmäßig stehende Zähne (s. Abb.) sog. |
|
Selbstverwaltung
engl.: self-government; eigenverantwortliche Verwaltung öffentlicher
Aufgaben durch (öffentlich-rechtliche)
Körperschaften. Im Gesundheitswesen dreifach besetzt:
Der überwiegende Teil der ärztlichen, zahnärztlichen und stationären
Versorgung werden durch die S. geregelt, z.B. Bundesmantelverträge,
Gesamtverträge, Vereinbarungen mit Heil- und Hilfsmittelerbringern. Dabei gilt
der
Gemeinsame
Bundesausschuss als entscheidendes Gremium der gemeinsamen
Selbstverwaltung, der u.a. Detailentscheidungen über den Leistungskatalog der
gesetzlichen Krankenversicherung trifft oder sich - unter fachlicher Kompetenz
des Qualitätsinstituts - zu
medizinischen Verfahren hinsichtlich ihres Nutzens äußert.
AS-Akademie,
Bewertungsausschuss der Ärzte
und Krankenkassen,
Disziplinarausschuss, Gesetzliche
Krankenkassen, Kassenzahnärztliche
Vereinigung (KZV), Sicherstellungsauftrag
Selbstzahler
, engl.: "self payer";
Private
Krankenversicherung
Selektivvertrag
"Direktvertrag", engl.: selective contract (?); Versorgungsvertrag
zwischen einer Krankenkasse und Leistungserbringern im Gesundheitswesen (z.B.
(Zahn-)Ärzten, Krankenhäusern,
gewerblichen Labors usw.). Die
Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen sind i.d.R. bei dieser Vertragsform
nicht mitbeteiligt ("Direktvertrag"). Basis dieser Verträge sind § 73c u. § 140 a
u. b
SGB V im Rahmen
der sog. "integrierten
Versorgung". Die
Gesamtvergütung der an die KZV
ausgezahlten Beträge der einzelnen Kassen wird um den Betrag, der für den
Versorgungsauftrag eines Selektivvertrages aufgewendet wird, bereinigt.
Krankenkassen sind bei S. nicht mehr verpflichtet, mit jedem
kassenzugelassenen Arzt, Krankenhaus oder Arzneimittelhersteller abzurechnen.
Sie können sich Anbieter heraussuchen, die eine Leistung (mit guter Qualität) zu
günstigen Preisen anbieten. Hat sich z.B. eine Klinik auf eine Operation
spezialisiert und sind deshalb weniger Nachbehandlungen nötig oder weil Ärzte
eng kooperieren und so Doppeluntersuchungen vermeiden oder weil ein
Pharmahersteller auf Medikamente Rabatt gewährt. Die Versicherten werden dadurch
bei der Wahl von Ärzten und Kliniken eingeschränkt. "Allerdings drohen auch
Nebenwirkungen: Was medizinisch notwendig ist, das können Laien kaum und selbst
viele Fachleute nur schwer erkennen. Unter dem Vorwand, das Verhältnis von Preis
und Leistung zu verbessern, ließe sich daher auch ein simpler Sparkurs
verfolgen. Ein Selektivvertrag könnte so "zu einem Geschäft zu Lasten Dritter,
nämlich der Patienten werden", schreiben die IGES-Forscher um Dr. Martin
Albrecht."
Über einen S. erbrachte Leistungen kollidieren mit der
Gesamtvergütung, da die
entsprechenden Budgets um die Ausgaben
für die S. gekürzt werden - zusätzliche Mittel seitens der
KK sind bei S.
nicht vorgesehen..
Nach geltender Gebührenordnung (GOZ(88))
sind Selektivverträge im privatzahnärztlichen Bereich nicht möglich. Gleichwohl
werden diese von Seiten der privaten
Versicherer bei einer Neuorientierung der GOZ gefordert (
Öffnungsklausel)
Einkaufsmodell,
Integrierte Versorgung
| Selenodont engl.: do.; halbmondförmige Schmelzfalten auf den Kauflächen von Rindern. Entwicklungsgeschichtlich als eine Art der Erhöhung der Schnittoberflächen gedeutet. |
|
| Sella Sattel; in der ZHK Kurzform für: Sella turcica, Türkensattel, engl.: do. o. Turkish saddle; auf der Innenseite des Keilbeinkörpers (Schädelbasis) befindliches Grübchen, in welchem sich die Hypophyse befindet. Die Sellamitte (S) ist der konstruierte Mittelpunkt der knöchernen Kontur der Sella turcica in der Median-Ebene; Se bezeichnet die Mitte des Sellaeingangs. |
![]() |
Semikritische Produkte ;
Hygiene
semipermanent
"halbdauerhaft"; in der ZHK
Bezeichnung im Zusammenhang mit
Langzeitprovisorien,
d.h. die Restauration wird über
einen längeren Zeitraum (Monate bis einige Jahre) getragen und dann (nach
Abschluss der Heilungsvorgänge) durch eine endgültige Versorgung ersetzt.
senkbare Prothese
Prothese mit gingivaler Lagerung, engl.:
class I (partial) denture; wenig gebräuchlicher Ausdruck für eine
nicht abgestützte
Prothese, welche allein auf der Mundschleimhaut
ruht. So ist jede Totalprothese auch eine s. P.
Abstützung, Resilienz,
Prothese
Senkbiss
engl.: etwa secondary deep overbite;
sekundärer Tiefbiss, welcher
durch Verlust der Abstützung im Seitenzahnbereich (Verlust der
Stützzone) entsteht.
Sensibilisierung
engl:
sensitization; Erzeugung einer Immunantwort; Stimulierung des
Immunsystems beim Erstkontakt mit einem Stoff (Allergen), welcher (noch)
keine allergische Reaktion zur Folge hatte, aber dazu führt, dass das Allergen
"als Feind" vorgemerkt wird, so dass beim nächsten Kontakt eine allergische
Reaktion ablaufen kann. Ungeklärt ist bisher (2010) warum auf bestimmte Stoffe
reagiert wird und auf andere nicht und weshalb individuell starke Unterschiede
bei einer Reaktion entstehen
Allergie
Sensibilitätsprüfung
, engl.: pulp testing;
Vitalitätsprüfung
Sensibilitätsstörung
,
Nervenschädigung,
Parästhesie
Sensitivität
Empfindlichkeit, Empfindsamkeit, engl.: sensitivity;
angegeben als
Prozentsatz richtiger, positiver Ergebnisse eines Untersuchungs-/Testverfahrens
beim Vorhandensein der gesuchten Erkrankung, d.h. werden von 100 Erkrankten 90
mittels des Verfahrens erkannt, so hat das Verfahren eine Sensitivität von 90%.:
z.B. im Rahmen der
Kariesdiagnostik
hat eine Methode die Fähigkeit, erkrankte Zähne mit Dentinkaries bei makroskopisch intakter
Schmelzoberfläche (
Hidden caries)
als krank mit einer S. von xx% zu erkennen.
Kariesdiagnostik,
Spezifität,
Validität
| Separation Separieren; engl.: separation of teeth; Auseinanderdrängen oder Entfernen der Berührungspunkte (Kontaktpunkte) von Zähnen um z.B. einen Engstand zu beseitigen oder kurzfristig kieferorthopädische Bänder eingliedern oder eine Approximalfüllung legen zu können. Zum Auseinanderdrängen werden Separatoren, Draht- oder Seidenligaturen, Guttapercha und Holzkeile eingesetzt. Muss zur S. Zahnsubstanz entfernt werden, erfolgt dies mit (ein- oder doppelseitig belegten) Separierscheiben, Separierstreifen oder anderen Techniken ( |
![]() kieferorthopädische S. |
Separator ; engl. dito o. separating module; Hilfsmittel zum vorübergehenden
Auseinanderdrängen von einzelnen Zähnen.
Separation
Sepsis
Allgemeininfektion, Blutvergiftung, engl.: do.;
Überschwemmung des Blutes mit von Eitererregern produzierten Giften, meist als Ausdruck einer
verminderten Abwehrreaktion.
Ursache ist eine so hohe LPS-Konzentration (LPS = Lipopolysaccharide, die bei
der Zellteilung der Bakterien, bei Angriffen auf das Immunsystem oder bei der
Behandlung mit Antibiotika freigesetzt werden), dass der Körper eine verheerende
Entzündungsreaktion in Gang setzt;
Blutvergiftung
http://www.zm-online.de/ ;
http://www.handelsblatt.com/
Septikämie ;
Bakteriämie
| Septum pl.: Septa, engl.: do.; Trenn- oder Scheidewand: in der ZHK bekannt im Zusammenhang mit:
|
Sequester
Knochensequester, engl.: (bone) sequester;
abgestorbenes, durch
Granulationsgewebe
abgegrenztes, demarkiertes Knochenstück, häufig bei einer
Osteomyelitis auftretend. Der den
S. umgebende gesunde Knochen wird als
Totenlade bezeichnet. Andererseits
kann der nekrotische Knochen aber auch über eine
Fistelbildung durch die
Kortikalis, das angrenzende
Weichgewebe und die Haut hindurch nach außen sequestriert werden.
Der kieferchirurgische Eingriff zur Entfernung eines S. wird als
Sequesterotomie (engl.: sequestrotomy, sequestrectomy)
bezeichnet.
Osteomyelitis
http://wwwalt.med-rz.uniklinik-saarland.de ,
http://www.usc.edu/hsc/dental/
serös vom Blutserum abstammend, engl.: serous;
Serotonin
Enteramin, 5-Hydroxytryptamin, Neurohormon, engl.: do.; als
Neurotransmitter (chemische Botenstoffe, die die Verbindung zwischen zwei
Nervenzellen herstellen) wirkendes Gewebshormon. Bedeutung für die Regulation
des "Gemütshaushalts": So dämpft es die Reaktion auf einlaufende Reize und hat
seine Wirkung dann, wenn es einen übermäßigen Reizeinfall zu
verhindern/abzuschwächen gilt.
Serres Perlen
Serres Körperchen, engl.: dental lamina rests of Serres; nests
of Serres; aus Ameloblasten,
Zementoblasten und
Odontoblasten bestehende,
perlenförmige Epithelkomplexe als Reste der
Zahnleiste.
Bohn Perlen
Set up
engl. für Aufstellen, Errichten; in etwa zu übersetzen mit
"Anfertigen eines Simulationsmodells". Schlagwortbezeichnung für:
1.) umgeändertes Gipsmodell ("Set-up-Modell"; Zähne oder ganze
Kieferabschnitte werden zu einer angestrebten Position hin verändert/umgesetzt),
welches dann als Arbeits-Grundlage für darauf anzufertigende (meist
kieferorthopädische)
Behandlungsgeräte (z.B. eines Positioners)
dient.
2.) diagnostisches Set up: Auf einem Modell werden künstliche
Zähne in Wachs (Wax up) so aufgestellt, wie das spätere
Behandlungsziel einmal aussehen soll, um so Art und Umfang der nötigen
Behandlungsmaßnahmen darzustellen.
Wachsaufstellung,
Wax up
SGB ,
SGB V;
Sozialgesetzbuch
Sham-Akupunktur,
engl.: sham = falsch, Scheinakupunktur, Placeboakupunktur;
Akupunktur
Shared Decision Making
etwa "partizipative Entscheidungsfindung" (PEF); gemeint ist damit
"der Patient als Partner des (zahn-)medizinischen Entscheidungsprozesses",
welcher auf einem aktiven Mitspracherecht des Patienten bei seiner Therapie
beruht. In Forschungsvorhaben wird derzeit (2006) untersucht, ob die PEF
positive Effekte auf die Therapietreue (Compliance),
auf den Behandlungserfolg und die Patientenzufriedenheit hat.
http://www.patient-als-partner.de/
| Sharpey-Fasern auch: Sharpeysche Fasern, Parodontalfasern, engl.: Sharpey's fibres; Bindegewebsfasern des Desmodont. Die in Büscheln angeordneten kollagenen S. F. sind einerseits mit dem Zement der Zahnwurzel ( |
![]() |
![]() Anatomie / Begriffe des Zahnhalte-apparates |
|
Shimbashi Norm Shimbashi Messwert; engl.: Shimbashi measurement; Messzahl für den vertikalen Abstand der Schmelz-Zement-Grenze der mittleren Schneidezähne des Oberkiefers zu denjenigen des Unterkiefers bei geschlossener Zahnreihen. Als ideale Werte gelten 18-20 mm. Niedrige S.-Werte gehen i.d.R. mit einer durch Abrasionen hervorgerufenen Biss-Senkung einher. |
![]() |
Shimstock Folie ;
Okklusionsfolie, sehr dünne (~
5-12 µm) metallene oder metallisierten Polyesterfolie zur Prüfung der
Okklusion oder des
Kontaktpunkts.
Shore Härteprüfung
nach Albret S. benannte Kenngröße zur
Prüfung der Härte vornehmlich von
Elastomeren und
Kunststoffen. Es wird die
Eindringtiefe eines federbelasteten Stiftes in das Material gemessen und auf der
Shore Skale von 0 bis 100 registriert. Dabei gilt: geringe Eindringtiefe = hohe
Shore Härte.
http://www.karg-industrietechnik.de/
Shore Platte
"Kaupfadplatte", "Kaupfadschiene", engl: Shore plate;
Aufbissbehelf im Oberkiefer zur Prätherapie stomatognather Funktionsstörungen;
AufbissSchiene
|
SI kieferorthopädische Messzahl; Abk. von "Summa Incisivi"; gemeint ist damit die Summe der Breiten der 4 Schneidezähne eines Kiefers. Als Durchschnitt gilt im Oberkiefer eine SI von etwa 32 mm, zusammengesetzt aus 7+9+9+7 mm. Dabei ist eine geringere SI kieferorthopädisch günstiger, bei einer größeren SI ist im normalen Gesichtsschädel mit Platzproblemen zu rechnen. Aufgrund der SI kann in einer Tabelle die erforderliche Kieferbreite zwischen den ersten kleinen und den ersten großen Backenzähnen abgelesen werden, ebenso die nötige Kieferlänge. Die Differenz zwischen der vorhandenen und der notwendigen Kieferbreite sind mitentscheidend für "Schwierigkeit und Aufwand" einer kieferorthopädischen Behandlung. Das Verhältnis "Breite der oberen Schneidezähne" (SI-OK) zu denen der unteren (SI-UK) richtet sich in etwa nach der |
![]() |
Sialadenitis
Sialoadenitis, Speicheldrüsenentzündung; Entzündung der beiden
großen Unterkieferspeicheldrüsen; eine Entzündung der Oberkieferspeicheldrüse
wird als Parotitis bezeichnet.
Als Befund werden lokalisierte, schmerzende Schwellungen und eine
Verminderung des Speichelflusses bis hin
zum völligen Einstellen der Drüsenfunktion
beobachtet. Die Ursachen können
infektiöser oder nicht infektiöser Natur sein:
Sialadenose
alt: Sialose, nichtentzündliche Erkrankung des Drüsenparenchyms als
Folge einer Stoffwechsel- oder Sekretionsstörung, kombiniert mit schmerzlosen
wiederholten Schwellungen der betroffenen Speicheldrüsen. Bei der meist
symmetrisch verlaufenden Erkrankung sind vor allem die
Ohrspeicheldrüsen betroffen (sog. „Parotidose“).
Ursachen sind meist endokrine oder hormonellen Funktionsstörungen, eine
gezielte Therapie ist nicht bekannt.
|
Sialographie Sial(o)adenographie, engl.: sialogram, sialography; Röntgenkontrastdarstellung der (großen) Speicheldrüsen mit ihren Ausführungsgängen, wie z.B. der Gl. Parotis oder der Gl. Submandibularis (s. Abb.: S. der linken Unterkiefer-Speicheldrüse bei normalem Speichelfluss). Das wasserlösliche Röntgenkontrastmittel wird vorsichtig in die Mündung der jeweiligen Speicheldrüse eingespritzt. Das dargestellte Röntgenbild wird als Sialogramm bezeichnet. Hauptindikationsgebiete sind: Suche nach Speichelsteinen ( |
|
Sialom , Tumor im Bereich des Parenchyms
einer Speicheldrüse;
Adenom
Sialometrie ; Bestimmung, Messung der
Speichelmenge
Sialoloth ,
Sialolith, engl.: sialolith,
Speichelstein
Sialolithiasis,
i.d.R. durch entzündliche Vorgänge bedingte
Speichelsteinbildung in
den Ausführungsgängen der Drüsen;
Sialoadenitis
Sialorrhö , "Sabbern", engl.:
sialorrhea; übermäßige Speichelbildung
versch. Ursache (z.B. Parkinson, frühe Schwangerschaft, Vergiftungen); auch: unwillkürlichen Abfluss von Speichel
aus dem Mund, unabhängig von der Menge der Speichelsekretion;
Ptyalismus
Sialozele
Speicheldrüsenzyste; engl.: do.; hauptsächlich in den sublingualen
(Unterzungen-) und submandibulären (Unterkiefer-) Speicheldrüsen auftretend; die
Parotis ist selten betroffen.
Speicheldrüsen,
Zyste
Sicard Syndrom
Collet-Sicard Syndrom, Tic douloureux, Glossopharyngeusneuralgie;
eine Berührung in der Gaumengegend (z.B. Gaumenzäpfchen, -mandel, Zungengrund,
Schlucken fester Speisen, bei lautem Sprechen, intensivem Kauen oder Gähnen)
treten messerstichartige Schmerzen auf, welche von einer Gaumenbogenhälfte
ausgehend in die Zunge, Kieferwinkel, Hals u. Ohr ausstrahlen. Die plötzlich
auftretenden Schmerzen können bis zu 2 Minuten andauern und werden durch eine schmerzrefraktäre
Phase abgelöst.
Trigeminusneuralgie
SiC-Index
Significant Caries Index; von Bratthall ursprünglich für die Anwendung
bei 12-Jährigen beschriebene Messzahl – fokussiert auf das Drittel einer
Population mit den höchsten DMF-T-Werten.
Für diese Gruppe wird ein gesonderter Mittelwert berechnet. Bratthall schlug
zusätzlich vor, auch einen Mittelwert für die zwei Drittel einer Population zu
berechnen, die die niedrigsten DMF-T-Werte aufweisen. Auf diese Weise lässt sich
im Zeitverlauf sehr gut abbilden, ob sich die Karieswerte in beiden
Subpopulationen annähernd gleichförmig verändern.
aus
http://www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_696.pdf
| Sichelzahn engl.: sickle tooth, kinked tooth; nur bei oberen, mittleren Schneidezähnen zu beobachtende Anomalie mit einer nach labial gerichteten Abbiegung der Zahnkrone. Diskutiert wird als Ursache eine Stauchung des Zahnkeims durch traumatische Milchzahneinflüsse, oder ein verhindertes normales Durchbrechen des bleibenden Zahnes durch Narbenbildung. |
|
Sicherheitsdatenblatt
Sicherheitsdatenblätter, engl.: material safety data sheet(s); nach der
TRGS 220 4(1) ist ein S. dazu bestimmt, dem berufsmäßigen Verwender die
beim Umgang mit Stoffen und Zubereitungen notwendigen Daten und
Umgangsempfehlungen zu vermitteln, um die für den Gesundheitsschutz, die
Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz der Umwelt erforderlichen Maßnahmen
treffen zu können. Nähere Infos:
http://www.dguv.de/ifa/de/gestis/isi-db/isi1/index.jsp
Sicherstellungsauftrag
engl.: service guarantee;
gesetzlich festgeschriebene Verpflichtung der
Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen die
ärztliche Versorgung
Gesetzlich Versicherter nach Vertrag sicherzustellen, indem sie ein
qualitativ angemessenes, in zumutbarer Entfernung gelegenes und jederzeit bedarfsdeckendes und
wirtschaftliches Versorgungsangebot einschließlich eines
Notfalldienstes bereithalten.
Diese Verpflichtung kann nach
§72a SGB V an die
Krankenkassen
übergehen: "Haben mehr als 50 vom Hundert aller in einem Zulassungsbezirk oder
einem regionalen Planungsbereich niedergelassenen Vertragsärzte auf ihre
Zulassung nach § 95b Abs. 1 verzichtet oder die vertragsärztliche Versorgung
verweigert und hat die Aufsichtsbehörde nach Anhörung der Landesverbände der
Krankenkassen, der Verbände der Ersatzkassen und der Kassenärztlichen
Vereinigung festgestellt, daß dadurch die vertragsärztliche Versorgung nicht
mehr sichergestellt ist, erfüllen insoweit die Krankenkassen und ihre Verbände
den Sicherstellungsauftrag."
Nach § 140a "Integrierte
Versorgung" können die Krankenkassen Verträge über eine verschiedene
Leistungssektoren übergreifende Versorgung der Versicherten oder eine
interdisziplinär-fachübergreifende Versorgung abschließen. Soweit die Versorgung
der Versicherten nach diesen Verträgen durchgeführt wird, ist der
Sicherstellungsauftrag nach § 75 Abs. 1 eingeschränkt.
Versorgungsauftrag
Sicherungskettchen
Sicherungskette, engl.: safety chain; besonders in der
Endodontie (manuelle
Wurzelkanalbehandlung,
kein Kofferdam) vorgeschriebene
Maßnahme der Sicherung von
kleinen, spitzen Behandlungsinstrumenten gegen ein unbeabsichtigtes
Aspirieren oder
Verschlucken.
Fremdkörperaspiration
Sickerblutung
Blutung Forrest Ib, engl.: seeping o. oozing hemorrhage;
ständige, stundenlange (bis Tage lange), leichte diffuse Blutung aus einer
Extraktions- oder
Operationswunde, ohne dass ein größeres Blutgefäß verletzt sein muss. Die mit
einer Drucktamponade meist gut
zu beherrschende Komplikation hat ihre Ursache entweder in einer
Blutgerinnungsstörung oder einer Gewebsentzündung im Operationsgebiet.
Blutgerinnungsstörungen
side shift , Seitwärtsbewegung des Unterkiefers
als Teil der
Bennet-Bewegung
SI-Einheit
engl.: SI-unit; in D gesetzlich vorgeschriebene Maßeinheiten nach dem
Système International d'Unités mit den Grundeinheiten: Ampere
(Stromstärke), Candela (Lichtstärke), Kelvin (thermodynamische Temperatur),
Kilogramm (Gewicht), Mol (Stoffmenge) und Sekunde (Zeit). Hiervon können die
meisten in der Naturwissenschaft üblichen Maßeinheiten ohne unterschiedliche
Umrechnungsfaktoren abgeleitet werden. Z.B.: Becquerel (Bq) = 1 Sekunde-1;
Sievert (Sv) = 1 Joule x kg-1.
Gray,
Ionendosis,
Gonadendosis,
Radioaktivität,
Sievert
http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/general/si.html
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Sievert Abk.: Sv, engl.: do.; Joule/kg, Äquivalentdosis für die biologische Aktivität einer Strahlenart (RBW = relative biologische Wirksamkeit); sie hat in der Strahlenschutzmessung die alte Maßeinheit "Rem" (engl. Abkürzung für Radiation equivalent man; 1 Rem = 0,01 Joule/kg = 0,01Sv) nach der Gleichung 1 Sv = 100 rem abgelöst. Identisch mit der Maßeinheit Gray. Da bei der Anfertigung von zahnärztlichen Röntgenaufnahmen Werte im µ-Sievert-Bereich auftreten, hier eine Umrechnung: 1µ = 1Mikro , Zehnerpotenz: -6 , Dezimal= 0,000 001 , Name: 1 Millionstel. |
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Sigmatismus
Lispeln,
Stammeln,
engl.: sigmatism; isolierte Sprachstörung der Aussprache von S-Lauten und
deren Lautverbindungen (z.B. sp, st, spr). Neben anderen Ursachen kommen
zahnärztlicherseits u.a. eine falsche Zungenlage, Fremdkörper in der Mundhöhle
(kieferorthopädische Geräte, Zahnersatz) in Betracht. Bis zum abgeschlossenen Durchbruch der
bleibenden oberen Schneidezähne gilt der S. als noch nicht unbedingt
behandlungsbedürftig.
Weitere Bezeichnungen für Laut-Sprachstörungen sind:
K = Kappazismus, R = Rhotazismus, Ch = Chitismus, Sch = Schetismus
Palatogramm
Signifikanz
Bedeutsamkeit, Wesentlichkeit,
engl.: significance; statistisches Maß für die Wahrscheinlichkeit eines
Irrtums ("Irrtumswahrscheinlichkeit"), ausgedrückt als "p". In der klinischen Medizin
bezeichnet man p-Werte von p < 0,05 (= 5%) als signifikant; p-Werte von p <
0,001 (= 0,1%) als hochsignifikant
Silane
Siliziumwasserstoffe, engl.: do.; überwiegend in der
Zahntechnik finden sog.
funktionelle Organosilane als
Haftvermittler zwischen anorganischen/mineralischen Oberflächen (Legierungen/Keramik), Kunststoffen
(z.B. Komposites) und
Befestigungszementen Verwendung
(sog. Silanisierung). Die so
entstandene Haftbrücke ist gegen Feuchtigkeit, Temperatur und Chemikalien
weitgehend resistent. Bei mechanischer Beanspruchung sollte jedoch nicht auf eine
zusätzliche mechanische
Retention (
Retentionsperlen)
und/oder
eine zusätzliche chemische Vorbehandlung verzichtet werden. S. mit niedrigem
pH (4,0 und 4,5) zeigen etwas stärkere
Verbundkräfte als solche mit höherem pH
(5,5 und 6,0).
1975 wurden erstmals Versuche zur Silanisierung von Metalloberflächen mit
Gamma-Methacryloxy-Propyl-Trimethoxysilan durchgeführt, die aber durch Wasseranlagerung
aus der Mundhöhle keine befriedigenden Werte ergaben. !984 wurden dann durch das
spezielle Silicoater-Verfahren (Fa. Kulzer) ein echter chemischer Haftverbund
möglich.
Ormocere, Verblendkrone
www.charite.de/zwbmf/Praktikum/WWW_PDFSkripte/Skripte/Verbund.pdf
Silber
Argentum, Ag, engl.: silver; wegen seiner hohen Affinität
zum Schwefel im Dentalbereich nicht zu den Edelmetallen
gehörendes Element; Bestandteil von vielen Dentallegierungen auf Gold- und Palladiumbasis.
Kolloidales Silber (elektrisch geladene Silberteilchen in Wasser gelöst)
wird therapeutisch in der Medizin dazu benutzt, um Krankheitserreger abzutöten.
Legierung,
Silbernitrat,
Silbersaum
Silberamalgam
engl.: silver amalgam; Vermischung einer "Feilung" aus Silber und Zinn
mit Quecksilber; in der ZHK allgemein als
"Amalgam" bezeichnet, im
Unterschied zum
Kupferamalgam
Silberbromid
"Bromsilber", AgBr, engl.: silver bromide; licht- u.
röntgenempfindliche chem. Verbindung und Hauptinhaltsstoff des
Beschichtungsmaterials von Röntgenfilmen. Je nach
Strahlungsintensität wird die
Kristall-Struktur der Verbindung unterschiedlich stark gelockert. Das so
veränderte S. wird durch Entwickeln in Silber verschiedener Graustufen
überführt.
Röntgenfilm
Silbernitrat
Höllenstein, Argentum nitricum, salpetersaures Silberoxyd, AgNO3, engl.: silver nitrate;
früher gebräuchliches Ätzmittel gegen Warzen, überempfindliche Zähne und
gutartige Zahnfleischwucherungen. Heute gilt S. als
obsolet, da es die betreffenden Partien
durch Silberausfällung stark schwarz verfärbt. Gelegentlich noch Anwendung zum
Desensibilisieren ("Imprägnierung", "Unempfindlich machen") von
überempfindlichen Zahnhälsen im
nicht sichtbaren Bereich und als Notbehandlung
stark zerstörter Milchzähne bei
behandlungsunwilligen Kindern.
Howe Verfahren,
überempfindliche Zähne
| Silbersaum Argyrie, "Perlmuttstomatitis", engl.: argyric line; graue oder grau-blaue Verfärbung aus Silbersulfid (Ag2S), vornehmlich nach langfristiger Einnahme silberhaltiger Stoffe (z.B. Brandsalben, silberhaltige Raucherentwöhnungstabletten, Trinkwasserentkeimung, Arbeiter in Silberminen; metallisches Silber, Silberstaub, kolloidales Silber / Silberwasser oder Silbersalze). Gilt als "kosmetische Verfärbung" und soll medizinisch unbedenklich sein. |
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Silberstifte
engl.: silver pins; früher vereinzelt angewandte
Methode der Wurzelkanalfüllung:
Dünne, schmiegsame Silberstiftchen wurden - allein oder in Kombination mit einer
Wurzelkanalfüllpaste - in den
aufbereiteten Wurzelkanal
eingepresst. Dabei erhoffte man sich eine dauerhafte Keimfreiheit durch ständige
Abgabe von (bakterienabtötenden) Silberionen.
Silensor ® ;
"Schnarcherschutz"
Schnarchen
Silginat
Wortschöpfung aus den Abdruckmaterialien "Silikon" und "Alginat";
Handelname Kettosil®. Es soll die Vorteile von A-Silikonen und
Alginaten vereinen und somit niedrige Reißfestigkeit mit hoher
Dimensionsstabilität verbinden. Verwendung für die Abformung zur Erstellung
provisorischer Kronen und Brücken
für einfache herausnehmbare
prothetische Arbeiten oder für die
Kieferorthopädie.
Abdruck
Siliciumcarbid ;
Karborund
Silikate
engl.: silicate; Salze der unbeständigen Orthokieselsäure mit Silizium, welche unter
Wasserabspaltung u.a. zu großen Agglomeraten kondensieren können (Quarz ist das
Resultat einer vollständigen Polykondensation). Verwendung in der
ZHK u.a. gemahlen als Ausgangsstoff für
keramische Massen oder Füllkörper bei
zahnfarbenen Füllungen
Silikatzement
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Silikat.html
Silikatzement
"Silikatfüllung", engl.: silicate cement; erste,
kosmetisch befriedigende "weiße
Füllungsmaterialien" der Neuzeit; heute durch modernere Stoffe (
Füllungsmaterialien)
abgelöst. Zusammensetzung:
Pulver: Siliciumdioxid; Aluminiumhydroxid; Calciumoxid; Natriumoxid
Flüssigkeit: Aluminium und Zink in Phosphorsäure
Für Seitenzahnfüllungen und Eckenaufbauten im Frontzahnbereich nicht geeignet.
Weiter kann ein Austrocknen der Füllungen, z.B. durch
Trockenlegen während einer
zahnärztlichen Behandlung sowie durch Mundatmung des Patienten zu
Strukturdefekten (Haarrissbildung) und damit zur
Opazität der Füllung führen.
Steinzement
http://www.speiko.de/
Silikone
Silicone, Polysiloxane,
engl.: silicon; siliziumhaltige Kunststoffe von großer Wärme- u.
Wasserbeständigkeit; chem. als eine Verknüpfung von Silikonketten mittels
Sauerstoffatomen (Si-O- Bindung; "-Si-O-Si-" = "Siloxan"). In der
ZHK
werden diese, zu den
Elastomeren
gehörenden Stoffe, seit 1954 bei der
Abformung eingesetzt. Sie sind lösungsmittelresistent, biologisch gut
verträglich, wasserabweisend
(meist von Nachteil, s.u.) und weitgehend temperaturunempfindlich.
Beim Einsatz in der ZHK werden die S. unterteilt in:
S. sind von Natur
aus wasserabweisend (hydrophob), was im feuchten Mundhöhlenmilieu
häufig sehr nachteilig ist und die Genauigkeit, besonders im Gebiet des
Sulkus, entsprechend negativ beeinflusst. Aus
diesem Grund beziehen sich Fortentwicklungen dieser Materialien dahin, dass sie
durch entsprechende Zusätze (oberflächenaktive Substanzen wie z.B. Tenside) "hydrophilisiert" ("wasserfreundlich" gemacht)
werden.
Eine
Neuentwicklung innerhalb der Silikongruppe stellt das Präparat "Silginat" dar, welches die Eigenschaften
von Alginaten
(feuchtigkeitsfreundlich) und mit denen von S. (präzise) kombinieren soll.
Abformung,
Elastomere,
Lagerzeitkontraktion,
Latex
Silikophosphat-Zement ;
Steinzement
Siliziumkarbid,
Karborund
Silness-Löe-Index ,
Belagsindex
Silorane™
neuartiges, schrumpfreduziertes Füllungsmaterial mit Verzicht auf die
herkömmlichen Methacrylate; stattdessen ist eine gänzlich neue Silorane-Matrix
(ringförmige Moleküle) Basis dieses Produktes, welche bei Vernetzung unter
Ringöffnung polymerisiert. Hierdurch soll ein wesentlicher Teil der
konventionell bekannten Schrumpfvorgänge ausgeglichen werden. Bekanntes
Präparat:
Filtek Silorane™ (3M/Espe); das
Silorane System Adhäsiv ist ein selbstätzendes
Zwei-Schritt-Adhäsiv der 6.
Generation.
Komposite
http://www.zmk-aktuell.de/zahnheilkunde/zahnerhaltung/story/update-komposite-einfuehrung-teil-3.html
Simon Aug-Punkt
"Weichteilorbitale", engl.: Simon's aug-dot; Weichteilmesspunkt
zur kephalometrischen Vermessung:
Bei geradeaus blickendem Auge wird der untere Rand der knöchernen Augenhöhle
ertastet und der Hautpunkt bestimmt. Eine Senkrechte nach unten - die sog.
Simon Senkrechte - soll nach Simon im Normalgebiss durch das mittlere
Drittel des oberen Eckzahns verlaufen.
Simplex-Artikulator ;
Gysi,
Truebyte-Artikulator
Single-Point-Technik
;
Zentralstiftfüllung
Singultus ;
Schluckauf
Sinographie , veraltet: Antrographie, engl.: sinography,
out of use: antrography;
diagnostische Kontrastdarstellung der Nasennebenhöhlen (
Kierferhöhle)
Sinterkeramik ;
Keramik
Sintermetalle
Bezeichnung für Stoffe, welche durch eine Verpressung von
Metallpulvern bei hohen Temperaturen (jedoch unter dem Schmelzpunkt des Metalls)
entstanden sind. Daraus ergeben sich andere metallurgische Eigenschaften (Härte,
Zähigkeit), als wenn das Metall gegossen würde. Zur Verwendung kommen i.d.R.
pulverisierte Legierungen aus
hochschmelzenden, schwierig zu vergießenden Metallen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sintermetall
Sintern
"Zusammenbacken", engl.: sintering; Verfestigung kristalliner,
körniger oder pulvriger Stoffe durch Zusammenwachsen der Kristallite bei
entsprechender Erhitzung, ohne dass alle Komponenten in eine Schmelze übergehen;
meist im Vakuum oder unter bestimmten Gasglocken durchgeführt. Geht mit einem
(meist vorhersehbaren) Volumenschwund ("Sinterschwindung") einher - die
Porosität nimmt ab. Spezielle Verfahren ("Sintern an Luft") sollen diese
Nachteile kompensieren.
Keramik,
Sintermetalle
Sinusitis
eigentlich:
Entzündung der Nasennebenhöhlen, in der
ZHK häufig mit einer
Kieferhöhlenentzündung gleichgesetzt, engl.: (maxillar) sinusitis,
sinus infection;
Nasennebenhöhlenerkrankung, bei der die (Kieferhöhlen-)Sinus-Schleimhaut
allergisch oder infektiös bedingt entzündet ist. Die Erreger sind i.d.R. Viren, Bakterien wie
Streptokokken und Pilze
("Pilzball", invasive sinunasale Mykose,
allergische Pilzsinusitis),
die meist aus dem Nasenraum - seltener durch eine offene Verbindung zur
Mundhöhle (
Kieferhöhlenperforation) eingedrungen sind. Unterschieden werden die am
häufigsten vorkommenden rhinogenen (von der Nase ausgehend, meist
beidseitig) von den
odontogenen (von den Zähnen abstammend, meist einseitig, ca. 30%-Anteil) und den hämatogenen (aus dem
Blut stammend) Erkrankungen, wobei letztere Form nur äußerst selten bei schweren
Allgemeinerkrankungen zu beobachtet ist. Schmerzen bedingt durch eine S.
strahlen häufig auf die Oberkieferbackenzähne und den Alveolarfortsatz aus und
können zu einer Fehl-Diagnose "Zahnschmerzen" führen.
In einer amerikanischen Studie wurde bei Patienten, die über ungeklärte
Erschöpfungszustände und Schmerzen klagten, überdurchschnittlich oft eine S.
diagnostiziert. Ursache der odontogenen S. - welche i.d.R. nur auf
eine der beidseitigen Kieferhöhlen lokalisiert ist - sind vorwiegend
entzündliche Prozesse an den Wurzelspitzen,
Zysten oder (selten) tiefe
Zahnfleischerkrankungen der oberen Backenzähne. Weiter können nicht regulär
verlaufende zahnärztliche Maßnahmen, z.B. nach Zahnentfernung oder -operation,
Hineinstoßen von Wurzelteilen oder Einbringen von Fremdkörpern (z.B.
Wurzelkanalfüllungsmaterial
("Überstopfen"), Implantate,
Knochenersatzmaterial), zu einer
iatrogen S. führen, wobei die sog.
Mund-Antrum-Verbindung ("Antrumperforation")
nach einer Zahnextraktion die häufigste Ursache darstellt.
Eine weitere Unterscheidung wird getroffen in:
Weitet sich die auf eine Nasennebenhöhle beschränkte S. auf andere Nasennebenhöhlen (Stirn-, Siebbein- und
Keilbeinhöhle) aus, so bezeichnet man das Krankheitsbild als Pansinusitis.
Ausweitungen zur Augenhöhle hin erfordern eine rasche Behandlung, da
sonst die Gefahr einer Erblindung besteht.
Alveolarbucht,
Heryng Zeichen, Mikrodiathermie,
Radix relicta (Wurzelrest),
Sinographie
http://www.zm-online.de/
Sinus maxillaris
,
Kieferhöhle
| Sinuslift Sinus-lift-Operation, Sinusbodenaugmentation, Anhebung des Kieferhöhlenbogens, Augmentation oder Elevation des Kieferhöhlenbodens, engl.: (maxillary) sinus lift(ing); Schlagwortbezeichnung für eine Augmentationsmethode im unmittelbaren Bereich unterhalb der Kieferhöhle bei einem zurückgebildeten (atrophischen) Oberkiefer (posteriorer Alveolarfortsatz): Implantate benötigen einen ausreichenden Halt im Kieferknochen und somit ein bestimmtes Knochenangebot in vertikaler Richtung. Gerade im Oberkiefer-Seitenzahngebiet ist diese Dicke häufig nicht (mehr) vorhanden. Hinzu kommt, dass der Oberkieferknochen - im Vergleich zum Unterkiefer - generell von schlechterer Qualität (spongiös) ist und im zahnlosen Backenzahnbereich sich die Kieferhöhle bis zum Alveolarkamm ausdehnen kann; das Einbringen eines Implantates an dieser Stelle würde zwangsläufig zur (nicht gewünschten) Eröffnung der Kieferhöhle führen. Mehrere operative Verfahren werden hauptsächlich angewandt: Da das Operationsgebiet seitlich von der Mundhöhle her eröffnet wird, spricht man bei den oben beschriebenen Op-Methoden auch vom offenen o. klassischen Sinuslift. Als Infektionsprophylaxe wird beim S. von versch. Autoren eine ausreichende antibiotische Abdeckung vor dem Eingriff empfohlen. Beim S. handelt es sich um eine anerkannte Operationsmethode. Als häufige
chirurgische
Komplikation tritt beim S. eine Perforation der
Schneider´schen Membran auf. In der Literatur werden bis zu 44 % der behandelten Fälle erwähnt,
wobei bei etwa 10 % der Patienten davon postoperative Beschwerden auftreten.
Die Implantat-Überlebensdauer erweist sich allerdings nicht von dieser
Komplikation abhängig. Beträgt der Winkel zwischen
buccaler und
palatinaler Knochenwand 60° und
mehr, ist das Risiko einer Membranverletzung gering. |
|
Situationsabdruck
Situationsabformung, Erstabdruck, Situationsmodell, Orientierungsabdruck, engl.: anatomic impression, anatomic cast; auf Grund eines Abdrucks des (anatomischen) Kiefers hergestelltes
Modell zu
Dokumentations-, Planungs- und Studienzwecken und zur Herstellung eines
individuellen Abdrucklöffels. Im Gegensatz zum
Funktionsabdruck werden keine
Muskelfunktionen mit abgebildet, auf aufwendige
Abdruckmassen kann verzichtet
werden.
Abdruck,
Abdruckarten,
Funktionsabdruck,
Modell
Einzelabformung (Fremdlink)
|
Situationsnaht engl.: retention suture; grobe, großzügige Vereinigung der Wundränder, wenn z.B. ein reguläres, schlüssiges Zusammenfügen der Wundränder nicht möglich ist (i.d.R. nach jeder Zahnextraktion) oder um nach einer Versorgung durch S. bei größeren Wunden anschließend einen spannungsfreien Verschluss mittels Subkutan- und/oder Hautnähten zu ermöglichen. |
![]() |
| Siwak Miswaak, engl.: do., name for chewing sticks to clean teeth; arabisch für Zahnbürste oder Zahnholz; meist aus Zweigen des Arakbaumes (Salvadora Perscia), des Neem tree (Azadirecta indica) oder anderer aromatischer Hölzer mit antimikrobiellen Eigenschaften ( |
|
| Sjögren-Syndrom chronisch-systemische Autoimmunerkrankung, engl.: Sjoergren's syndrome; das zu den häufigsten Erkrankungen des Immunsystems zählende Syndrom hat folgendes Bild: Die Tränen- und Speicheldrüsen stellen schleichend ihre Funktion ein, die Ohrspeicheldrüse (Parotis) schwillt an und produziert nur noch einen zähfließenden Schleim (s. Abb.). Die Zunge zeigt einen zunehmenden Papillenverlust (Papillenatrophie), wobei die Oberfläche glatt und gelappt wird (s. Abb. unten). Histologisch typisch sind eine progressive Infiltration und schließlich die Verdrängung der Epithelzellen exokriner Drüsen durch mononukleäre Lymphozyten. Die Patienten klagen über ein starkes Augenbrennen, Bindehaut-Entzündungen, Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit. Es kann aber auch zu schweren Problemen kommen wie Entzündungen von Nerven, Taubheitsgefühl, Gelenkrheumatismus oder brennenden Schmerzen - in seltenen Fällen ähneln die Symptome denen der Multiplen Sklerose. Das S. betrifft vornehmlich weibliche (90%) Personen. Die Krankheit tritt meist postmenopausal mit einem Auftretensmaximum im Alter zwischen 40 und 50 Jahren auf; es werden immunologische, genetische, hormonelle und infektiöse (Viren) auslösende Faktoren diskutiert. Die Therapie umfasst u.a. außer einer guten Mundhygiene und lokaler Fluoridzufuhr, die Prävention von oralen Infektionen, einen Speichelersatz sowie die lokale und systemische Anregung der Speichelproduktion. Bei Patienten, deren Speichelproduktion noch nicht vollkommen versiegt ist, können Cholinergika (Medikamente, die eine parasympathomimetische Wirkung hervorrufen) eingesetzt werden. |
|
Skalpell
scharfes chirurgisches Messer, engl.: scalpel; in
unterschiedlichen Größen und Formen, heute meist als Einmalskalpell oder mit
"Einmal-Wechselklinge"
gebräuchlich.
Elektrochirurgie,
Inzision,
Lanzette,
Stichinzision![]()
S-Kanal , Lautbildungskanal; der Raum zwischen Zunge und Gaumen, der bei Phonation von "S" und Zisch-Lauten gebildet wird.
skelettal
das Skelett (Knochengerüst des Körpers) betreffend. Ausdruck in der
ZHK vor allem bei
Fehlstellungen der Zähne
gebräuchlich: nicht regelrecht stehende Zähne oder Bisslagen können ihre Ursache
einmal in einer Fehlstellung des Zahnes (der Zähne) (= dentoalveoläre
Abweichung) oder einer falschen Bisslage haben. Sie können aber auch durch ein
Missverhältnis des Skeletts (Kopfes) bedingt sein (= skelettale Abweichung).
Bekanntes Beispiel hierfür ist die
Progenie als skelettale Fehlbildung: die Unterkieferzähne beißen deshalb
über die Oberkieferzähne, weil der Unterkieferknochen zu groß oder der
Oberkieferknochen zu klein ist.
Abweichung,
dentoalveoläre
Kompensation, Fehlstellung
skelettale Reife ;
Handröntgenaufnahme
skelettierte Prothese ,
Lochplatte
| Skorbut Scharbock, engl.: scurvy; chronische Vitamin-C-Mangelerkrankung (nach ~ 6 Monaten ohne Zufuhr). Durch diesen Mangel bedingt, löst der Körper das Material zwischen den einzelnen Zellen auf; zusätzlich wird dieses Material auch nicht mehr in ausreichender Menge nachproduziert. Zahnärztlicherseits werden bei der heute praktisch nicht mehr vorkommenden Erkrankung starke Blutungen des Zahnfleischs verbunden mit Schwellungen und Zahnlockerungen beobachtet. |
Skyces ;
Zahnschmuck
| S-Linie Steiner Profillinie, Ästhetische Ebene nach Steiner; Linie, welche den Mittelpunkt des unteren Nasenrandes mit dem Hautpogonion verbindet. Liegen die Lippen hinter der Linie, ist das Lippenprofil zu flach, liegen sie davor erscheint das Profil zu protrusiv. |
![]() |
SLM
Abk. von Selective Laser Melting; Gemeinschaftsentwicklung (in 2003) des
Aachener Fraunhofer-Institut und der Firma
BEGO zur Herstellung von
zahntechnischen
Metallgerüsten.
Üblicherweise stellen Zahntechniker manuell metallische Gerüste für
Brücken und
Kronen her, die als Unterbau für die
keramische Verblendung dienen. Der aufwändige Herstellungsprozess mit den
Arbeitsschritten
Gipsmodell,
Artikulator, Wachsmodellation,
Einbetten bis hin zum Guss dauert mehrere Tage. Bei dem neuen Verfahren erstellt
das Labor mit einem
optischen Scanner ein digitales,
dreidimensionales Bild, auf welches am Bildschirm eine virtuelle Brücke/Krone
"modelliert" wird. Diese daten werden an spezielle Zahnlabors weitergeleitet, wo
mittels SLM-Verfahren des Fraunhofer ILT dreidimensionale metallische Gerüste in
wenigen Stunden aus einem Metallblock lasergestützt herausgeschnitten werden.
Diese gehen dann wieder in das Dentallabor zur weiteren Verblendung. Neben dem
erheblichen Zeitgewinn bietet das SLM-Verfahren auch bessere Hafteigenschaften
der Verblendung; gegenüber konventionellen Verfahren entfällt das nachträgliche
Aufrauhen der Gerüste durch den Zahntechniker.
CAD/CAM-Systeme,
Laser,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
SLPI
engl. für Secretory Leukocyte Protease Inhibitor;
Eiweißverbindung, welche in verschiedenen Körperflüssigkeiten - so besonders
auch im Speichel - vorkommt und vor
Viren und Bakterien schützt. Bei Verletzungen reguliert SLPI die Mechanismen,
die für die Heilung und Desinfektion der Wunde sorgen. In Tierversuchen konnte
gezeigt werden, dass bei Entzug des für die SLPI-Bildung zuständigen Gens die
Wunden nicht mehr heilten oder sich stark entzündeten. Trug man SLPI auf die
Wunden auf, so setzte der Heilungsprozess spontan ein.
Speichel
| SmartPrep ™ rotierende (Einmal-)Instrumente ("Bohrer") zur Kariesentfernung, welche aufgrund ihrer Konstruktion zwischen gesundem und kariösem Dentin unterscheiden können (nach Hersteller SS White Burs, Lakewood, USA) sollen. Das Arbeitsteil des SmartPrepTM-Instruments besteht aus einem neuartigen, selbstlimitierenden Polymerkunststoff. |
Smearlayer
, smear layer, "Schmierschicht";
Adhäsivtechnik
Smearplug,
smear plug; bei der
Wurzelkanalaufbereitung auftretende "Abfälle" aus gelösten Dentinteilchen,
Pulpenrestgewebe und Mikroben, welche die angrenzenden Dentin- und
Seitenkanälchen verschließen; es werden Eindringtiefen bis zu 40µm beobachtet.
Schmierschicht, Wurzelkanalspülung
|
[
Autor:
Dr. Klaus de Cassan
]
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