| Zahnwissen-Lexikon
Ta - Tm |
diese Übersetzung kann entstellend oder falsch sein! |
T; Kurzzeichen, in der ZHK von versch.
Bedeutung:
T = Tuberculum (kleiner Höcker,
Vorsprung); T= Teleskopkrone; T =
Tragion
| Tabakbeutelnaht "Raffnaht", engl.: purse-string suture; Kreis- oder Schnürnaht an einem Organstumpf, um diesen zu verschließen und in seiner Umgebung zu versenken; typische Nahttechnik bei der Blinddarmentfernung; modifiziert in der ZHK gelegentlich bei der Zystostomie angewandt. |
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Tablettenfluoridierung
Fluoridtabletten,
engl.: tablet fluoridation; eine der Formen der
systemischen (über den
Körper) Fluoridzufuhr. Meist in den ersten beiden Lebensjahren in Kombination
mit Vitamin D als sog. Karies- u. Rachitisprophylaxe angewandt. Um eine optimale
Wirkung zu erreichen, sollten man die Tabletten nach Möglichkeit im Munde zergehen
lassen ("lutschen"), da heute bekannt ist, dass die regelmäßige lokale
Anreicherung am Zahn wesentlich effektiver ist als die Zufuhr von
Fluoriden über
den Organismus (systemische Zufuhr) - aus der ursprünglich systemischen Zufuhr
wird so eine lokale Applikation. Im Gegensatz zur
Trinkwasserfluoridierung lässt sich mit dieser Art exakt und individuell
dosieren; als nachteilig wird der schon in früher Kindheit stattfindende
Tablettengewöhnungseffekt und ein Vergessen der Einnahme erwähnt. Nach neueren
wissenschaftlichen Erkenntnissen wird die generelle T. heute - bei
normalem Kariesrisiko und
entsprechender Mundhygiene in den
Industrieländern - nicht mehr befürwortet. Daneben sollte unbedingt
vorher eine Fluoridanamnese erhoben werden.
Die Kombination von fluoridhaltiger Zahnpasta und
fluoridiertem Speisesalz führt zu einem geringeren
systemischen Fluorideintrag als Fluoridtabletten und damit bei einer höheren
Wirkung zu einem geringeren Fluoroserisiko. Dies gilt auch dann, wenn die
Zahnpasta vollständig verschluckt wird. Nur wenn die Kinderzahnpflege nicht mit
fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein
fluoridiertes Speisesalz verwendet
wird, sollten Fluoridtabletten nach den Dosierungsempfehlungen der
Deutschen
Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden.
Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als
Arzneimittel nur auf Rat des Arztes
und nach Erhebung einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
Nachfolgendes Dosierungsschema wird (2003) von den wissenschaftlichen
Fachgesellschaften präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer
Fluoridanamnese:

Fluoridanamnese,
Fluoride,
Fluoride: Wirksamkeit
verschiedener Applikationsformen,
Mineralisationszeiten,
Salzfluoridierung
TACT™ - Verfahren
Abk. von Tuned Aperture Computed Tomography; technologisch etwa zwischen
der konventionellen Tomosynthese und der
Computertomographie (CT)
liegend, 1997 in die ZHK
eingeführt zur Darstellung
dreidimensionaler Zahnabbildungen in bester Auflösung: Aus einer kleinen
Zahl von Röntgenbildern, die aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen
wurden, kann ein dreidimensionales Gebilde rekonstruiert werden. Am Bildschirm
kann dann die dreidimensionale Darstellung des untersuchten Bereichs
verzögerungsfrei hin und her geschwenkt werden ("pseudo-halographischer
Eindruck"). Obwohl extra für die ZHK
entwickelt, hat sich dieses Verfahren nicht durchsetzen können (2013).
Tag der Zahngesundheit
engl.: Oral Health's Day; seit 1991 in Deutschland jährlich am 25. September
stattfindender Aufmerksamkeitstag. Veranstalter ist der Aktionskreis "Tag der Zahngesundheit",
dem führende bundesweite Institutionen aus Gesundheitswesen und Zahnmedizin
angehören.
http://www.tag-der-zahngesundheit.de/
Weiter besteht seit 2001 im September bzw. Oktober der
"Monat
der Zahngesundheit"
DAJ
Tagesdosis
TD, engl.: daily dose, daily intake; Arzneidosis je Tag.
Die sog. "erlaubte Tagesdosis", ETD, (acceptable daily intake,
ADI) bezeichnet die Aufnahmemenge einer Substanz, welche bei lebenslanger
täglicher Einnahme als medizinisch unbedenklich angesehen wird.
TDI;
http://www.bfr.bund.de/
Tagesprofil
engl.: daily profile; Schlagwortbezeichnung für alle (zahn-)ärztlichen
Leistungen, die während eines Arbeitstages in einer Arztpraxis erbracht bzw.
abgerechnet wurden. Aufgrund von zeitlichen Vorgaben für jede ärztliche Leistung
und eines Vergleiches von T. anderer Praxen soll damit z. B. eine Aussage
darüber gemacht werden können, ob die abgerechnete Leistung
qualitativ korrekt erbracht oder
überhaupt erbracht werden konnte (Kontrolle von "Abrechnungsbetrug"). So gelten
z.B. Ärzte als "auffällig", wenn sie an mindestens drei Tagen im Quartal über
zwölf Stunden pro Tag oder insgesamt mehr als 780 Stunden im Quartal
abrechenbare Leistungen erbracht haben (sog. "Plausibilitätsprüfung mit
Zeitprofilen").
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz,
Wirtschaftlichkeitsgebot
Talgdrüsenzyste , Talgzyste, engl.:
sebaceous cyst;
Atherom
(falsches)
Talon
engl.: do.; zusätzliche Höckerbildung (einer oder mehrere) an oberen
Backenzähnen (Molaren); eine zusätzliche
Höckerbildung an den Unterkieferbackenzähnen wird als Talonid bezeichnet.
Carabelli Höcker,
Höcker
Talonzähne
heute kaum noch gebräuchliche Kunstzähne (Facetten) aus
keramischen Massen. Die T. sind
im Gegensatz zu den üblichen Facettenzähnen zusätzlich verstärkt und erlauben so
eine Verarbeitung im Zahnersatz mit Verzicht auf eine kosmetisch störende
Metallschneidekante als Fassung.
künstliche Zähne
Tamponade
engl.: do.; Einlegen eines - meist mit einem Medikament bestückten (blut- bzw.
schmerzstillend) - Gazestreifen ("Tampon") in eine Kieferwunde. Hauptsächlich gebraucht zur
Stillung einer Nachblutung,
nach der
Entfernung retinierter Weisheitszähne oder
Behandlung infizierter Kieferwunden
(z.B. Alveolitis) bzw. Zystenoperationen.
Eingebracht werden derartige T. mit einem Tamponstopfer (z.B. nach
LUNIATSCHEK, s. Abb.)
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Drucktamponade,
Nachblutung, Partsch I,
Sickerblutung
Tanaka-Formel
engl.: Tanaka and Johnston's prediction equation; Anwendung im Rahmen der kieferorthopädischen
Gebissanalyse zur Ermittlung des
voraussichtlichen Platzbedarfs der
kieferorthopädischen Stützzone während der
2. Phase im Wechselgebiss. Dabei wird sich an
der Summe der Schneidezahnbreiten (SI)
im Milchgebiss
orientiert. Es gelten nach T. und Johnston (1974):
Platzbedarf im Oberkiefer: (SI (UK) :
2) + 11 mm
Platzbedarf im Unterkiefer: (SI (UK)
: 2) + 10,5 mm
Die Zahlen beziehen sich auf eine nordeuropäische Untersuchung und können bei
einem anderen ethnischen Ursprung davon abweichen.
Jaeckel Formel,
Tonn Index
http://d-nb.info/981791034/34
| Tangentialbrücke Linienbrücke, engl.: tangential bridge; Sonderform einer Basisbrücke, bei welcher die Zwischenglieder nur einen punkt- oder linienförmigen Kontakt zur Schleimhaut haben. |
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| Tangentialpräparation engl.: tangential preparation; "einfache" Präparationsart beim Bearbeiten eines Zahnes zur Aufnahme einer Krone: Ohne irgendeine Auskehlung oder Stufe ist der Übergang zur unbeschliffenen Zahnsubstanz ohne besondere Markierung und besteht aus einem leichten Winkel zum natürlichen Zahn. |
Tannin
Gerbsäure, engl.: do. o. tannic acid; Flüssigkeit mit
adstringierender und
antiseptischer Wirkung, gern als
Hausmittel bei Zahnfleischerkrankungen (z.B. "Paradenton™")
eingesetzt.
Tantal
engl.: tantalum; 73. Element im Periodensystem; graphitgraues, glänzendes
"Übergangsmetall" mit hoher Mundbeständigkeit (Passivierung durch Oxidschicht,
ähnlich wie bei Titan). In der
ZHK gelegentlich Verwendung als
Legierungsbestandteil zur Härtesteigerung oder bei Instrumenten bzw.
Implantaten, da es nicht mit
Körpergeweben und -flüssigkeiten reagiert (
Biokompatibilität).
Tantalimplantate haben sich in der ZHK nicht durchsetzen können; die Gründe sind
eine schwierigere Verarbeitung und ein höheres Gewicht im Vergleich zu
Titan
T. wurde im Jahr 1802 von dem schwedischen Chemiker A.K. Ekeberg
entdeckt; der gewählte Namen orientiert sich am Verhalten seines Oxides, sich in
Säuren schwer zu lösen, und soll an die Qualen des Tantalus erinnern.
Legierung
Taper
taper gauge, Kegellehre; die Kegelsteigung (Konizität) eines
Wurzelkanalinstrumentes wird auch als "Taper" bezeichnet; engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer
endodontischen Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung):
Einheitenloses Maß für die Verjüngung (Konizität) eines
Wurzelkanalsinstrumentes. Es gibt die Durchmesser-Änderung in mm pro Längen-Änderung in mm an.
Beispielsweise hat ein Instrument nach ISO 3630 einen Taper von 0,02.
Unter dem Begriff getapert versteht man, dass sich die Konizität eines
Instrumentes verändert; z.B. kann ein Wurzelkanalinstrument oder
-stift unterschiedlich getapert
("getapert von 0,2 nach 0,4") sein, um sich der Anatomie des Wurzelkanals besser
anzupassen oder eine spezielle Aufbereitungsform zu erzielen.
Tapirmaul , Tapirlippe;
Melkersson-Rosenthal-Syndrom
Targis Vectris ™
"Glasfaser-Verbundbrücke"; glasfaserverstärkte, metallfreie
Gerüstkonstruktion als Grundlage für einen festsitzenden Zahnersatz - besonders
Brücken - aus speziellen Kunststoffen (aus der Werkstoffgruppe der Ceromere;
IVOCLAR AG Lichtenstein). Diese noch wenig klinisch erprobte Technik weist
in vitro höhere Festigkeitswerte,
geringeres Gewicht und niedrigere Kosten als eine
Metallkonstruktion auf.
Bisher (2013) in der ZHK ohne
Bedeutung.
Inlay-Brücke, GFK-Technik,
Komposite,faserverstärkte,
Metallkeramik
Tarifvertrag
Manteltarifvertrag, Vergütungstarifvertrag,
für
zahnmedizinische Fachangestellte ("Zahnarzthelferinnen"), engl.:
collective (bargaining)
agreement; mit Unterteilung in Gehalts- und
Manteltarifvertrag. Keine bundesweite Regelung, selbst in den Bundesländern, wo
ein T. besteht, hat dieser nur Gültigkeit, wenn dieser explizit in den
Arbeitsvertrag aufgenommen wird.
http://www.zahnjob.de/zfa_gehalt.htm
Tasche
engl.: (periodontal)
pocket; Schlagwortbezeichnung aus der
Parodontologie für eine
Knochentasche oder
Zahnfleischtasche
Taschenabszess, marginaler Abszess,
engl.: (lateral) peridontal abscess;
Abszess,
Parodontalabszess
Taschenboden
Zahnfleischtaschenboden o. Zahnfleischtaschenfundus, engl.: pocket floor;
die bei der
Zahnfleischtaschensondierung feststellbare untere Begrenzung einer
Zahnfleischtasche, welche in
etwa dem Epithelansatz (
Saumepithel) entspricht
dentogingivaler
Verschluss, Saumepithel,
Taschentiefe,
Zahnfleischtasche
Taschenepithel ;
engl.: pocket epithelium;
Saumepithel, Taschenboden
| Taschentiefe Zahnfleischtaschentiefe, Sondierungstiefe, engl.: pocket depth; mit einer speziellen Messsonde (Taschensondierung, |
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Tätigkeitsschwerpunkt Qualifikationsbezeichnung, engl.: activity emphasis; die Kriterien für das Führen eines T. werden von den Zahnärztekammern der jeweiligen Bundesländer vergeben. Maximal dürfen drei Tätigkeitsschwerpunkte aus der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde geführt werden. Die Teilnahme an strukturierten Fortbildungsmaßnahmen ist Voraussetzung für das Führen eines T. |
![]() Anteil der Arbeitsschwerpunkte an der wöchentlichen Arbeitszeit in 2007 |
Tatoos , Zahntatoos ;
Zahnschmuck
Taurodontie
Stierzahn, Rinderzahn, abgleitet vom griech. tauros = Stier, engl.: do.; der Name
leitet sich daher ab, dass der Zahnnerv dieser missgebildeten (Backen-)Zähne den
Wiederkäuern ähnliche Erweiterungen des
Zahnnervs besitzen (die Kronenpulpa
erstreckt sich weit in die Wurzelpulpa); die Wurzeln trennen sich erst kurz vor deren Spitzen in
Äste auf.
Amelogenesis imperfecta, Zahnanomalie
http://www.abcdent.ro/poze/taurodontie_1144904557.jpg
TCA
Altersbestimmung,
Abk. für Tooth Cementum Annulation; aus der Wildbiologie stammende
Methode zur Bestimmung des Alters eines Zahnträgers. Sie liefert sehr viel
präzisere Ergebnisse als die bisher gängige Verfahren aus der
Osteologie, die
Altersschätzung anhand von Abnutzungsspuren an einzelnen Knochen: Bei 400-facher
Vergrößerung werden die "Spuren der Zeit" im Zahnzement als eine Serie von
hellen und dunklen Linien sichtbar. Die Dichte der Ringe korrespondiert,
ähnlich wie bei den Jahresringen von Bäumen, u.a. mit Belastungen, denen die
Zahnbesitzer ausgesetzt waren - wie beispielsweise Krankheiten, Hungersnöte oder
auch Schwangerschaften. Mit der TCA lässt sich nicht nur das Alter von
Verstorbenen selbst Jahrhunderte später feststellen, sondern man geht davon aus,
dass sich auch Aussagen über die Ernährung und den Gesundheitszustand
der ersten Menschen machen lassen.
Schmelzdatierungstechnik
Abb. ;
http://humangenetik.bio.lmu.de/
TCP-Keramik , Abk. von in der
Implantologie früher eingesetzter
Tri-Calcium-Phosphat-Keramik;
TDI
engl. Abk. v. total daily intake = tägliche tolerierbare Dosis
eines Stoffes/Medikamentes. Für die Aufnahme von
Phenol (Lebensmittelverpackungen und
Spielzeug) gilt z.B. derzeit (2009) eine tägliche tolerierbare Dosis (TDI) von
1,8 mg / kg Körpergewicht.
letale Dosis,
Tagesdosis
Teebaumöl
in der Laienmedizin mit mannigfaltiger Indikation: in der
ZHK soll damit
beispielsweise ein Befall mit Zahnbelägen (Plaque)
vermieden und damit den
Zahnfleischentzündungen ("Parodontose") vorgebeugt werden. Begründet wird
der Einsatz des Teebaumöls mit der antibakteriellen Wirkung auf die sichtbaren
Zahnbeläge und dies wird auch mit wissenschaftlichen Studien belegt. Der Haken
dabei ist nur der, dass diese Studien "im Reagenzglas" (in
vitro) stattfanden und nicht an die Gegebenheiten im Mund angepasst waren:
Die Zahnbeläge bestehen nicht aus vielen einzelnen Bakterien, die es abzutöten
gilt, sondern organisieren sich in den sog.
Biofilmen, wodurch sie sehr viel
schwerer angreifbar sind. So wirken auch andere bewährte
Mundspüllösungen im
Reagenzglas der Forschungslaboratorien schon in relativ geringer Konzentration -
im Mund hingegen ist manchmal erst die 100-fache Konzentration erfolgreich.
Hinzu kommt, dass die Wirkstoffe von
Mundspüllösungen wegen des
ständig neu gebildeten Speichels relativ rasch ausgewaschen oder inaktiviert
werden - hier sind also Medikamente gefragt, die sich über einen längeren
Zeitraum trotzdem am geplanten Wirkungsort festsetzen können (
Substantivität).
Frau Dr. Nicole Arweiler von der Freiburger Universitäts-Zahnklinik hat eine
nach Herstellerangaben vorbereitete Lösung des Teebaumöls an Patienten nach
wissenschaftlichen Kriterien getestet (veröffentlicht in ZBW 1.2002) und stellte
fest: "...Die Teebaumölemulsion konnte weder den
PlaqueIndex noch die prozentuale
Plaquebedeckung signifikant reduzieren. ... Die Ergebnisse deuten auf eine
stärkere Plaquentwicklung hin gegenüber dem Spülen mit Wasser...."
TEGDMA , Triethylen-glykol-dimetacrylat,
"Verdünner" innerhalb der
Bowen-Formel als Bestandteil
der Kunststoffmatrix bei
Komposites
Tegument ; Tegment,
engl.: do.; wenig gebräuchliche Bezeichnung für die die
Alveolarfortsätze bedeckende
Schleimhaut in zahnlosen
Kieferabschnitten;
Resilienz
Teilabdruck
Teilabformung, partielle Abformung, engl.: partial denture impression;
teilweise bei Einzelkronen oder
Provisorien angewandte Abformung des
Zahnstumpfes mit einem partiellen
Abdrucklöffel.
Abdruck
Teilberufsausübungsgemeinschaft ;
Berufsausübungsgemeinschaft,
Teilgemeinschaftspraxis
Teilgemeinschaftspraxis
Teilberufsausübungsgemeinschaft,
TGP, Teil-Partnerschaft, Teil-Kooperationsgemeinschaft, engl.: partial group practice; noch junge, durch die
Musterberufsordnung abgedeckte
Kooperationsform; ab 2007
durch das
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz ebenfalls bei Vertragszahnärzten möglich.
Die TGP basiert auf der Möglichkeit, als (Zahn-)Arzt
an mehreren Praxen beteiligt zu sein; dabei muss aber eine eigene Leistung am
Patienten erbracht werden und die Tätigkeit auf den spezifischen
Behandlungsauftrag beschränkt bleiben. So können bestehende Spezialisierungen besser
angewandt werden, ohne dass der betreffende Spezialist an mehreren Orten eine
eigene Praxis gründen müsste (was ohnehin berufsrechtlich umstritten sein könnte). Bspw. könnte ein Kieferorthopäde (K) im Ort A eine
eigne Praxis führen, in den Orten B und C zusammen mit den Zahnärzten Z1 (Z1+K
als Praxisinhaber) und Z2 (Z2+K als Praxisinhaber) jeweils noch eine TGP
führen. K könnte aber auch in einem Netzwerk zusammen mit einem Zahnarzt (Z) und
einem Kieferchirurgen/Oralchirurgen (C) zusätzlich eine weitere überörtliche,
"virtuelle Praxis" führen (K+Z+C). Das heißt, alle drei Praxen bleiben weiterhin
unabhängig bestehen.
Neben zahlreichen wirtschaftlichen Vorteilen (z.B. gemeinsames Personal u.
Einrichtungen) besteht für den Patienten der große Vorteil, sich nur innerhalb
einer Praxisstruktur bewegen zu müssen.
Gemeinschaftspraxis,
Kooperationsarten in
einer Zahnarztpraxis,
Teilzulassung
http://www.aerztliche-teilgemeinschaftspraxis.de/
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010); ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht
| Teilkrone engl.: partial crown; zur Schonung der Zahnsubstanz, des Zahnfleischrandes und früher aus kosmetischen Gründen angewandte Kronenart, bei welcher i.d.R. der nach außen sichtbare Teil des Zahnes nicht beschliffen wird. Je nachdem, wie viele Zahnflächen bearbeitet bzw. von der T. später bedeckt werden, unterscheidet man zwischen Halbkrone, Dreiviertelkrone und Vierfünftelkrone; immer bedeckt wird dabei die Kaufläche des betreffenden Zahnes. Die T. endet überwiegend mit ihrem Rand oberhalb des Zahnfleisches (supragingival); besonders an den tragenden zentrischen Höckern wird i.d.R. eine Stufe bzw. Schulter präpariert. T. sind nicht in einem kariesanfälligen Gebiss indiziert, da die Gefahr einer Sekundärkaries im Vergleich zu einer Vollkrone erheblich größer ist. Da die T. nicht die volle Zahnstumpffläche zur Retention ausnutzen kann, können zusätzlich versch. Verankerungsformen eingesetzt werden: Eine Abgrenzung zu Onlays bzw. Overlays ist häufig schwierig, da fließend. Grob gesagt kann man definieren, dass bei einem Onlay noch alle Zahnhöcker vorhanden sind (es werden nur die Höckerspitzen bedeckt), bei einer T. fehlt mindestens ein natürlicher Höcker. Dieser an sich "akademische Streit" ist deshalb von Bedeutung, weil die Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland für Kronen (dazu zählt auch die T.) einen Festzuschuss bezahlen, Onlays als spezielle Inlayart aber als Füllung betrachten und nach der Mehrkostenregelung finanziell (nur gering) bezuschussen. |
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| Teilprothese herausnehmbarer Zahnersatz, partielle Prothese, partieller Zahnersatz, engl.: partial (removable) (denture) prosthesis; Oberbegriff für jeden herausnehmbaren ("abnehmbaren") Zahnersatz in einem
Nach Strub et al. (1994) sind die Hauptaufgaben einer T.: Eine grobe Einteilung der vielfältigen Teilprothesenarten kann erfolgen nach:
Zur Langzeitbewährung von T. sagt eine wissenschaftliche
Übersichtsarbeit (http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/02/02H138/t3.pdf):
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Teilzulassung
engl.: partial approval, - allowance, - legal health insurance admission;
mit dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (§ 95 Abs. 3 S.1
SGB V i.V. m. § 19 a Abs. 2 S.
1 Zahnärzte-ZV) eingeführte Betätigungsmöglichkeit, den
Versorgungsauftrag als Vertragszahnarzt auf die Hälfte zu begrenzen. Dies wohl
im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von weiblicher Personen, mit dem Ziel
Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Eine andere Ausdehnung als auf die
Hälfte erwähnt das Gesetz nicht, ohne diese "Hälfte" in Stunden zu formulieren (man dürfte von ca. 20 Std. ausgehen). Entsprechend wird auch die
Honorarverteilung für
die betreffende Person halbiert.
Kooperationsarten in
einer Zahnarztpraxis,
Teilgemeinschaftspraxis, Zulassung
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010); ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht
Telematik
im Gesundheitswesen, engl.: (health) telematics; Wortschöpfung entstanden
aus Telekommunikation und Informatik. Allgemein wird darunter die
Zusammenführung, Verarbeitung und Weitergabe verteilter, unter Umständen
heterogener Datenbestände verstanden, zum Zweck globaler Gesundheitsförderung,
Krankheitskontrolle und Krankenversorgung, sowie für Ausbildung, Management und
Forschung für das Gesundheitswesen.
Die T. wird nach der WHO in vier
Bereiche eingeteilt:
Telemedizin, Anwendungen und
Wissenswertes zur Telemedizin. Zahlreiche Studien belegen, dass der Einsatz von
Telemedizin die Kosten im Gesundheitswesen nachhaltig senken und gleichzeitig
die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verbessern kann. Dennoch liegt das
Marktvolumen telemedizinischer Anwendungen in Deutschland lediglich bei etwa 500
Millionen Euro pro Jahr - verglichen mit den Gesamtausgaben für Gesundheit in
Höhe von rund 265 Milliarden Euro ein sehr geringer Wert (Stand 2010).
Telematik im GM, Telematik im
Gesundheitsmanagement.
Tele - Ausbildung, Telematik in der
Ausbildung
Tele - Forschung, Telematik im Einsatz
für die medizinische Forschung
D2D,
gematik, Gesundheitsmanagement, Qualitätsmanagement
http://www.medi-informatik.de/ ,
http://www.gematik.de/ , http://atg.gvg-koeln.de/
,
http://www.telemedizin24.de
Teleskopbrücke , engl.: telescopic
bridge;
Brücke_abnehmbar
| Teleskopkrone Doppelkrone, "Teleskop", TK, engl.: telescope or telescopic crown; mit einer Unterteilung in Konusteleskop (auch: Konuskrone) und T. (auch: Zylinderteleskop). Wenn auch eine amerikanische Erfindung, ist die T. vor allem wegen ihrer Weiterentwicklung und der häufigen Anwendung in Deutschland international unter dem Begriff „German Crown“ bekannt. Ideale Haftwerte werden dann erreicht, wenn Innen- und Außenteleskop exakt zylindrisch (= 90°, Zylinderteleskop) sind und somit keine Abweichung von einer Rechteck-Form haben. Da dies aus anatomischen und kosmetischen Gründen häufig nicht möglich ist, sollten wenigstens zwei gegenüberliegende Flächen (meist die distale und die mesiale Zahnfläche) zueinander parallel sein. Im Gegensatz zur zylindrischen T., welche mindestens zwei parallele Flächen aufweist, läuft die K. nach oben kegelförmig (konisch) zu. Der sog. Konuswinkel (Grad der Steilheit des Konus; 0° Winkel = keine Abschrägung; gebräuchlich sind Winkel zwischen 4° u. 6°) ist entscheidend für die Haftreibung ( T. gelten heute (2010) als Standard bei der gesetzlichen Versorgung eines größeren Lückengebisses mit herausnehmbaren Zahnersatz (Teilprothese, herausnehmbare Brücke). Neben einer optimalen Belastung der Pfeilerzähne besteht ihr Hauptvorteil in einer problemlosen Erweiterung (Reparatur) des Zahnersatzes dann, wenn einer der Pfeilerzähne - aus welchen Gründen auch immer - entfernt werden muss. Nachteilig wirkt sich zuweilen - besonders im sichtbaren Bereich - der durch die Doppelkrone bedingte Kronenumfang ("Klobigkeit") aus. Die T. erfordert konstruktionsbedingt eine hohe Präparations- und Verarbeitungsqualität des Zahnarztes und seines Dentallabors. Eine Langzeitbeobachtung über zwölf Jahre bescheinigt Konuskronen als Verankerungsform in 70 bis 92 % der untersuchten Fälle eine feste Haftung. Mit zunehmender Tragezeit wurde zudem keine deutlich Abnahme der Festigkeit beobachtet. Unabhängig von der statischen Pfeilersituation zeigte die Mehrzahl der Versorgungen eine gute Haftung (70 bis 92 %). Am häufigsten fand sich die Idealhaftung vom Grad I in der "3-Punkte-Abstützung" (Prinzip des dreibeinigen Tisches) im Oberkiefer (99 %), gefolgt von der gleichen Situation im Unterkiefer (88 %). In 10 % der untersuchten Fälle war die Haftung zu gering. Dabei lag in fast allen Fällen eine Abstützung auf nur zwei Pfeilern vor. Eine zu feste Haftung ermittelten die Forscher in 33 % (OK) sowie 28 % (UK) der Zweipfeilersituation. |
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![]() Innenteleskope aus Zirkoniumoxid; verklebte Galvanokäppchen in Außenteleskopen |
Teleskopprothese , engl.: telescopic
(partial) prosthesis; Oberbegriff für einen herausnehmbaren
Zahnersatz, welcher mit
Teleskopen am
Restgebiss verankert ist.
Tempbond™ ; bekannter provisorischer
Befestigungszement auf Zinkoxidbasis;
Probeeinsetzen;
http://www.kerrdental.eu/
Temperaturempfindlichkeit
Zahnüberempfindlichkeit, engl.: temperature dependence; kurz oder
länger anhaltende Zahnschmerzen, ausgelöst durch Wärme- oder Kältereize. Meist
Folge einer unbehandelten Karies und
einer dadurch verursachten beginnenden Nerzentzündung (
Pulpitis). Ebenfalls auftretend bei
freiliegenden Zahnhälsen
oder als (vorübergehende) Folge zahnärztlicher Maßnahmen (
Präparationstrauma)
temporäre Einlage
vorübergehende (wieder zu entfernende)
Einlage
im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung,
medikamentöse Einlage , engl.:
medical temporary filling. Diese Stoffe sollen verschiedene Aufgaben
erfüllen: Ein Verschluss des aufbereiteten Wurzelkanals soll sowohl die erneute
Vermehrung verbliebener Mikroorganismen verhindern als auch über eine
antimikrobielle Wirkung deren Zahl weiter reduzieren; in Einzelfällen ist
zusätzlich eine schmerzlindernde Wirkung erwünscht. Gleichzeitig soll das
Medikament eine gute Gewebeverträglichkeit aufweisen, um die
periapikalen
Gewebestrukturen nicht (zusätzlich) zu irritieren. Eines der ältesten und immer
noch häufig angewendeten Präparate zur medikamentösen temporären Versorgung des
Wurzelkanals ist Chlorphenol-Kampfer (PCP); in Deutschland ist diese
Wirkstoffkombination unter dem Handelsnamen ChKM mit
Mentholzusatz auf dem
Markt.
Gangränbehandlung
temporal ; lat. tempus = Schläfe; Lage- und Richtungsbezeichnung für "im Gebiet der Schläfe" oder "zur Schläfe hin"
Temporalis ; Abk. von Musculus temporalis =
Schläfenmuskel;
Kaumuskulatur
Temporo-Mandibular-Index
TMI, engl.: do.; Messzahl zur Diagnose von
Myoathropathien (MAP). Der
TMI besteht aus drei Untergruppen mit insgesamt 40 Untersuchungen,
Funktionsindex, Muskelindex und Kiefergelenkindex. Er ist so aufgebaut, dass bei
jeder Untersuchung nur eine Ja/Nein-Entscheidung möglich ist. Der Index wird
bestimmt aus der Summe der positiven Angaben im Verhältnis zur Gesamtanzahl der
Untersuchungen.
CMD,
Helkimo-Index (Mobilitätsindex),
Myoathropathien (MAP),
TMD
TENS
transkutane Elektronen Neuro Stimulation, "Elektrotherapie";
elektrische Nervenstimulation durch zwei Elektroden über die Haut mit folgendem
behaupteten/vermuteten Wirkungsmechanismus:
Durch eine Beeinflussung der Nervenzellen im Rückenmark, dem sog. „Schmerztor“,
soll die Fortleitung des Schmerzes verhindert werden. Die Tens-Therapie soll ein
Schließen dieses Schmerztores zur Folge haben und der Schmerz soll nach dieser
Reizung auf Stunden nicht mehr über das Rückenmark zum Gehirn geleitet werden.
Einsatz besonders bei lang anhaltenden chronischen Schmerzen (z.B.
cranio-mandibuläre Dysfunktionen,
Kiefergelenksbeschwerden,
Neuralgien) als "natürliches Analgetikum".
Dieser Therapieansatz ist nicht neu: schon in der Antike wurden elektrisch
geladene Fische, z.B. der Zitterrochen, als schmerzstillendes Mittel eingesetzt.
Mittels kleiner tragbarer akkubetriebener Geräte ("Handy-artig") ist eine
Behandlung im häuslichen Bereich möglich (
http://www.intersante.de/de/medrelif.html).
Analgetika,
Elektroanalgesie,
Reizstromtherapie
|
Tensionsprüfung "Zugspannungsprüfung", engl.: tension check; Untersuchungsmethode zur Diagnose mukogingivaler Störungen, verursacht z.B. durch Lippen- u. Wangenbänder bzw. eine zu schmale oder fehlende befestigte Gingiva. Dabei werden die Lippen oder Wangen so weit nach außen gezogen, bis die Bänder gut sichtbar an ihrem Ansatz hervortreten und die in der Umgebung liegende mukogingivale Grenze weißlich (blutleer) erscheint. |
![]() |
Termin , nicht eingehaltener
engl: broken appointment, not kept date; i.d.R. finden in zahnärztlichen Praxen
Behandlungen "nach Termin"
statt, d.h., der Patient vereinbart mit seiner Praxis einen Behandlungstermin zu einer
bestimmten Behandlung (Untersuchung, Legen einer Füllung, Anfertigen einer
Brücke usw.) und wird - u.U. mit einer leichten Verzögerung - zu diesem Termin
entsprechend behandelt. Eine Praxis, die diese Vorgehensweise praktiziert, wird
auch als Bestellpraxis bezeichnet. Diese Vorgehensweise hat sowohl für
den Patienten, wie auch den Behandler große Vorteile: Ein
Warten im Wartezimmer
entfällt weitgehend, die für die Behandlung notwendigen Vorbereitungen können
schon frühzeitig getroffen werden. Unberührt von diesem Procedere sind akute
Schmerzfälle, welche selbstverständlich nicht schon Tage vorher einen Termin
vereinbaren können. Hier muss eine Behandlung, allein schon aus der ärztlichen
Ethik heraus, dem Fall angemessen baldigst erfolgen.
Probleme treten immer dann auf, wenn ein vorher vereinbarter Termin von
einer Seite - fast immer ist diese der Patient - nicht eingehalten wird. Meist
kann dann der Zahnarzt mangels Alternativen nicht behandeln und verlangt vom
Patienten ein Ausfallhonorar (loss fee) oder eine Verweilgebühr (staying
fee). In jedem Fall des Nichterscheinens gerät der Patient in den so genannten
Annahmeverzug. Denn nach dem der Behandlung zugrunde liegenden
Dienstvertrag war der Patient
verpflichtet, zum verabredeten Zeitpunkt die Behandlung vornehmen zu lassen. Der
Zahnarzt kann nun für die infolge des Verzugs nicht geleisteten zahnärztlichen
Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, wobei er es sich anrechnen lassen
muss, wenn er es unterlässt, in der Zwischenzeit die mögliche Behandlung anderer
Patienten vorzunehmen. Im Rahmen einer Bestellpraxis ist dies nur selten der
Fall, sodass ein entsprechender finanzieller Schaden entsteht,
welchen er dem Pat. in Rechnung stellt. Da diese Forderung bei Pat. häufig auf
Unverständnis stößt, sind gerichtlich Auseinandersetzungen in der Folge nicht
selten.
Die Rechtssprechung zu dieser Frage ist nicht einheitlich: Während manche
Gerichte unter Hinweis darauf, dass die geltende Gebührenordnung (GOZ) für diese Fälle
keine Regelung vorsehe, einen Anspruch ablehnen, sprechen neuere Entscheidungen
dem Zahnarzt einen Anspruch auf
Schadensersatz oder Ausfallhonorar zu, besonders dann, wenn klar belegt werden kann, dass der Patient darüber informiert wurde,
dass diese Zeit ausschließlich für ihn reserviert war. Allerdings sieht jeder
Dienstvertrag die Möglichkeit einer Kündigung vor - diese darf allerdings nicht
zur "Unzeit" erfolgen. So hat der Patient eine Mitwirkungs- und Sorgfaltspflicht
und muss im Falle einer absehbaren Verhinderung den Termin "rechtzeitig"
absagen; aber: Der Begriff "rechtzeitig" ist nicht eindeutig definiert,
er dürfte sich in der Praxis in einem Zeitrahmen von 24 - 48 Std. bewegen. Deshalb setzt
sich zunehmend die Auffassung durch, dass bei einer nicht rechtzeitigen Absage
und wenn auch nachträglich keine ausreichende Entschuldigung für dieses
Verhalten vorgebracht werden kann, eine Schadensersatzpflicht besteht. Ebenso
uneinig ist sich die Rechtssprechung über die Höhe des Schadensersatzes: Zum
Teil wird auf den Betrag – inklusive des entgangenen Gewinns – abgestellt, den
der Zahnarzt bei durchgeführter Behandlung hätte berechnen können. Zum Teil wird
eine abstrakte Schadensberechnung vorgenommen, indem das jeweilige Gericht den
Schaden schätzt und dabei von dem durchschnittlichen
Kostenfaktor einer
Praxisstunde ausgeht. Dies variiert von Praxis zu Praxis und können Beträge von
70 bis 250 € umfassen. Teilweise finden sich bei der Berechnung des Schadens
auch weitere Aspekte wie zum Beispiel der Einwand, der Zahnarzt hätte während
der freien Stunden auch Verwaltungstätigkeiten erledigen können. (juristische
Ausführungen in Anlehnung an eine Ausarbeitung der Kanzlei Rechtsanwaelte-Moenig.de in
ZMK 6/2003: 404).
Bestellpraxis
terminale Anästhesie,
Terminalanästhesie, engl.: terminal anaesthesia; abgeleitet von "terminalis"
= "zum Ende gehörig". Betäubung der
Nervenendigungen eines umschriebenen Bereiches; häufig als Synonym für eine
Infiltrationsanästhesie
oder
Lokalanästhesie gebraucht.
Terminalokklusion , veralteter Begriff;
Interkuspidation
Tertiärdentin
irreguläres Dentin, Osteodentin, Reizdentin, Schutzdentin, engl.:
tertiary dentin; als Ausdruck einer körpereigenen Abwehrreaktion auf
bakterielle Einflüsse (
Caries
profunda) und andere schädigende Einflüsse (z.B. thermische Reize). Bei
einer erfolgreichen direkten Überkappung der Pulpa verschließt das T.
wieder das Pulpendach. Von der Struktur her unterscheidet sich T. von normalem
Dentin durch erheblich
weniger Kanälchen und einer mehr fibrinartigen Struktur.
Die früher vertretene Auffassung, dass
Milchzähne nicht einer Caries
profunda-Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht mehr
vertreten, da auch die Odontoblasten
der Milchzahnpulpa zu Reparaturmaßnahmen
und somit zur T.-bildung
fähig sind.
Caries profunda,
Sekundärdentin,
Vitalamputation,
Überkappung
Testkavität ,
Vitalitätsprüfung
Testverfahren , (auf krankhafte Keime);
bakteriologische Identifizierungssysteme
Tetanus ; Wundstarrkrampf, engl.:
do. or lockjaw;
Trismus
Tetracain
engl.: tetracaine; Schleimhaut-Anästhetikum; chem. Abkömmling des
Procain;
Lokalanästhetikum mit
ausgezeichneter Oberflächen-Wirkung auf der
Mundschleimhaut; 1931
synthetisch hergestellt und unter dem Namen Pantocain® in den Handel gekommen.
In der ZHK Bestandteil von
Oberflächensprays
(z.B. Gingicain™) zur
hautnahen Betäubung der Mundschleimhaut. Da
toxisch, nicht zur Injektion geeignet;
Sensibilisierungen treten häufig auf.
Oberflächenästhesie,
Lokalanästhetika
| Tetracyclin auch Tetrazyklin, eng.: tetracaycline; kostengünstiges Breitbandantibiotikum mit einer hohen Resistenzentwicklung (2004), welches aus zahnärztlicher Sicht in der Schwangerschaft und im frühen Kindesalter nicht angewandt werden sollte. Ursächlich für mögliche Zahnentwicklungsstörungen ist die Tatsache, dass T. als Chelatbildner das für den Knochen- und Zahnaufbau notwendige Kalzium bindet und so die biologische Verfügbarkeit dieses Grundstoffes stark herabsetzt. Zusammen mit Kalzium bildet sich ein nur schwer abbaubares Tetrazyklin-Kalzium-Orthophosphat, welches irreversibel in die Zahnhartsubstanz eingelagert wird und dort verschiedenartige Verfärbungen hervorruft. In antibiotisch nicht wirksamer Dosierung lokaler Einsatz des Präparates ( Massiver Einsatz jenseits der Humanmedizin (Veterinärmedizin, Schiffsanstriche usw.) Zur Prävalenz der Störungen wird angegeben: Dosisabhängige Nebenwirkungen bestehen auf den Magen-Darm-Trakt, die Bauchspeicheldrüse, die Leber und Niere und auf das Knochensystem; allergische Reaktionen sind selten; mitunter werden eine Photosensibilisierung oder Blutgerinnungsstörungen beobachtet. Zahnmedizinisch bekannt sind Mineralisationsstörungen bei hoher Dosierung über einen längeren Zeitraum während der Wachstumsphase der Zähne: Diese äußern sich vorwiegend in kosmetisch störenden gelblichen bis bräunlichen Mineralisationslinien (u.U. auch Flecken, die im UV-Licht fluoreszieren) und einem dadurch bedingten weichen Zahnschmelz ( Einsatz in der ZHK überwiegend bei der Behandlung von Zahnfleischerkrankungen und Medikamentenzusatz; allgemein zunehmende Resistenzbildung. Werden die T. über den Mund (oral) zugeführt, sollten sie keinesfalls mit Milch eingenommen werden, da der Kalziumgehalt dieses Getränkes mit dem Arzneistoff einen nichtlöslichen Komplex bildet (s.o.), welcher vom Körper nicht mehr verarbeitet werden kann. Das 1967 eingeführte Minozyklin (semisynthetisches T.-Derivat; Vorteile gegenüber anderen T. bestehen in der verbesserten Resorption, einer gesteigerten antimikrobiellen Aktivität und einer verminderten Phototoxizität) wird hauptsächlich zur Behandlung der Akne und von Arthritiden eingesetzt und ist bekannt dafür, dass es spontane Verfärbungen der Gingiva und der Mundschleimhaut auslösen kann. Als häufige Nebenwirkung werden weiter Verfärbungen des Knochens und der Zahnhartsubstanzen beobachtet. Die Pathogenese derartiger Veränderungen ist weitgehend ungeklärt. Das Molekül scheint eine Bindung mit spezifischen Kollagenen einzugehen und durch nachfolgende Oxidation den schwarzen Farbton hervorzurufen. Andere Wissenschaftler vermuten eine Beteiligung von Eisen, Lipofuscin, Melanin oder Abbauprodukten des Minozyklin bei der Entstehung der Veränderungen. Der Rückgang der Veränderungen kann Monate bis Jahre dauern und ist im Falle von Zahnverfärbungen durch eine schlechte Rückbildungstendenz gekennzeichnet. |
|
Teuscher Aktivator
auch: Zürcher- oder Stöckli/Teuscher-Aktivator; das
Aktivator-Gerät wird kombiniert
mit einem Hochzug-Headgear getragen,
die eigentliche Funktionswirkung des Aktivators tritt dadurch in den
Hintergrund. Der T. wird gelegentlich eingesetzt zur Behandlung von skelettalen
Angle-Klasse II Fehlstellungen (Rückbiss).
Prinzip ist eine Entwicklungshemmung des Oberkiefers bei gleichzeitiger
Vorverlagerung des Unterkiefers.
TF-Index , TSIF-Index ;
Fluorose-Index
Thekodontie
; Bezeichnung aus der allgemeinen Anatomie für die federnde Verankerung der
Zahnwurzeln im Alveolarknochen;
Sharpey-Fasern, Gomphosis
Therapie ; Maßnahmen zur
Behandlung von
Krankheiten und Verletzungen mit dem Ziel einer Heilung bzw.
Beseitigung/Linderung der Krankheitssymptome;
adjuvante Therapie,
Behandlung
Diagnostische und therapeutische Verfahren
Therapiefreiheit
engl.: therapeutical freedom; nicht näher definierter Begriff im
Zusammenhang mit einer ärztlichen Heilbehandlung. Häufig gleichgesetzt mit einer
andersartigen Therapie, als diese in den Vereinbarungen mit den
Krankenkassen (
BEMA) aufgeführt ist,
bzw. nach den Regeln der Schulmedizin
durchgeführt werden sollte.
Grundsätzlich steht dem (Zahn-)Arzt die freie Wahl der Therapie zu, sofern er
von deren medizinischer Notwendigkeit aufgrund seiner fachlichen Kompetenz
überzeugt ist. Bei mehreren risikogleichen Behandlungsmöglichkeiten ist die
Therapie mit der größtmöglichen Erfolgsaussicht und bei mehreren gleichwertigen
Möglichkeiten die mit dem geringsten Risiko zu wählen. Bei anderen
Therapiemöglichkeiten ist der Patient unter Einbeziehung der jeweils
spezifischen Risiken über diese
aufzuklären und muss zur gewählten Therapie vorher seine Einwilligung
erteilen. In der
Gesetzlichen Krankenversicherung muss unbedingt das
Wirtschaftlichkeitsgebot
beachtet werden, da deren Versicherte lediglich Anspruch auf ausreichende,
zweckmäßige und das Maß des Notwendigen nicht überschreitende Leistungen haben.
alternative
Behandlungsmethoden, IGel-Leistungen
Thermodesinfektion
"Hitze-Entkeimen", engl.: thermodisinfection; meist in
Geschirrspülmaschinen-ähnlichen Geräten durchgeführte Entkeimung von nicht zur
Sterilisation geeigneten oder
vorgesehenen Instrumenten. Bei Temperaturen von etwa 95° C wird das Material
ca. 20 Minuten lang behandelt und totes oder lebendes Material in einen Zustand
versetzen, dass es nicht mehr infizieren kann. Hitzebeständige Sporen bleiben
von dieser Maßnahme unberührt.
Desinfektion,
Sterilisation
Thermoindikator ;
Sterilisation
T-Health Index
Zahngesundheitsindex; Messzahl zur Auswirkung von
Präventionsmaßnahmen. "...Hinter dem
Index steht die Idee, dass gesunde Zähne funktionell höher zu bewerten sind als
gefüllte (FT) oder fehlende (DT). Der Index gewichtet daher gesunde Zähnen vierfach
(ST; S=sound=unversehrt).
Wieder wird die Anzahl der gesunden Zähne (ST) benötigt. Die Formel lautet: DT +
2FT +
4 ST = T-Health. Bei Erwachsenen unterscheiden FS-T- und T-Health-Index besser
als die konventionellen DMF-T- und DMF-S-Indizes zwischen verschiedenen
Kariesrisikogruppen....".
Ausführlich unter
http://www.bzoeg.de/Zeitungen/Resources/ZGD_300.pdf (Dr.
Harald Strippel, M.Sc.), Seite 4
DMF-T,
Zahngesundheit
http://ses.library.usyd.edu.au/bitstream/2123/4161/1/0193.pdf
Thiersch Lappen
Spalthautlappen, engl.: Ollier-Thiersch graft; feiner (Schleim-)Hautlappen
mit einer Dicke zwischen 200 u. 500 nm als freies Transplantat zur Deckung von
Defekten. Präparation mit dem Dermatom bzw.
Mukotum
Schleimhauttransplantat
Thixotropie
Strukturviskosität ("beweglich durch Bewegung"); im Zusammenhang mit
zahnärztlichen Abformmaterialien gebrauchter Ausdruck für folgende gewünschte
Eigenschaft:
Hohe
Standfestigkeit der Masse ohne Druckausübung (im "Ruhezustand",
z.B. auf dem Abformlöffel, wo es nicht herunterfließt)
Hohe
Fließfähigkeit unter Druck (bei der Abdrucknahme)
Abdruck,
Viskosität
Tholuck-Medaille
nach dem Schulzahnarzt OMedRat Dr. Hans-Joachim Tholuck
(1888-1972,"Frankfurter System der Schulzahnpflege") benannte Auszeichnung des
Vereins für Zahnhygiene für
besondere Verdienste auf dem Präventions-
und Prophylaxesektor mit besonderer
Gewichtung der Zahngesundheitserziehung.
http://www.zahnhygiene.de/veranstaltungen/tholuck-medaille.html
Thrombin ,
engl.: do.; Faktor IIa der Blutgerinnungsfördernden Faktoren; für die
Blutgerinnung wichtiges Eiweiß spaltendes Blut-Enzym; Entstehung aus
Prothrombin ; wandelt
Fibrinogen in ein Fibrinnetz um.
Blutgerinnungsstörungen
Thrombose
engl.: thrombosis; Bez. für eine Blutgerinselbildung ("Blutpfropf",
Thrombus) in einem Blutgefäß (Vene, Arterie); bedingt durch eine krankhafte
Erhöhung der Blutgerinnung.
Blutgerinnungsstörungen,
Quick-Wert
Thrombozyten
Blutplättchen, engl.: blood platelet, thrombocytes; ca. 5-9
Tage lebende plättchenförmige Zellen ohne Kern, welche bei der Blutgerinnung
eine wichtige Rolle spielen, indem sie sich von innen an die verletzte Gefäßwand
andocken und diese so in relativ kurzer Zeit abdichten.
Die Anzahl im Blut beträgt i.d.R. 150.000 bis 420.000 pro µl. Werte unter 60.000
pro µl bezeichnet man als Thrombopenie oder Thrombozytopenie. Es zeigen
sich dann kleine punktförmigen Blutungen aus den Kapillaren, die sog. "Petechien".
Umgekehrt bezeichnet man eine Vermehrung der T. als Thrombozytose
bzw. Thrombozythämie.
Blutgerinnungsstörungen
"Blut
- der ganz besondere Saft"
Thrombozytenaggregationshemmer
engl.. platelet or thrombocyte aggregation inhibitor; Medikamente
zur Thromboseprophylaxe; sie gehören
nicht zu den Antikoagulanzien,
können aber die
Blutungsgefahr bei/nach chirurgischen Eingriffen erhöhen. Bekannter
Vertreter ist das Analgetikum
Acetylsalicylsäure (ASS®,
Aspirin®), welches irreversibel die Aggregation ("Verklumpung") von
Thrombozyten
hemmt. Ähnliche Eigenschaften haben Ticlopidin (Tyklid®) Und Clopidrogrel (Plavix®,
Iscover®). Die Wirkung dieser Substanzen hält 5-7 Tage (Überlebenszeit der
Thrombozyten) nach Absetzen an. In jüngerer Zeit kontroverse Diskussion
über das Absetzen der T. vor zahnärztlichen Eingriffen:
Acetylsalicylsäure
Blutgerinnungsstörungen
Thymol
Thymiankampfer (Phenolderivat, 2-Isopropyl-5-methyl-phenol, mit einem
scharfen, charakteristischen Geruch); besonders in den ätherischen Ölen des
Bohnenkrautes und Thymian vorkommendes
Desinfektionsmittel; etwa 30-mal wirksamer als
Phenol, besitzt jedoch nur ein Viertel
von dessen Giftigkeit. Die keimtötende Wirkung beruht auf einer Eiweißzerstörung
und einer Schädigung der Bakterien-Zellmembran. Bestandteil von best.
Mundspüllösungen
und Wurzelkanaleinlagen.
Tic douloureux ;
Trigeminusneuralgie
Tiefbiss ;
tiefer Biss
Tiefenfluoridierung
engl.: deep fluoridation; von Prof. Knappwost (Uni Hamburg) entwickelte
Behandlungsmaßnahme mittels Tiefenfluorid™ mit angeblich 100-fach stärkerer Wirkung auf die
Remineralisationseigenschaften des
Zahnschmelzes; Anwendung nur in einer zahnärztlichen Praxis möglich. Sie besteht in einer Einlagerung von hochdispersem
Calciumfluorid innerhalb des aufgelockerten Schmelzes. Wesentlich ist dabei eine
kurze Nachtouchierung (Fällung) mit einer "Nachtouchierlösung". Dadurch soll
eine starke und lang anhaltende physiologische Remineralisation durch den
Speichel
einsetzen. Erreicht wird dieser Vorgang durch zwei aufeinanderfolgende
Touchierungen, zuerst mit einer Lösung von Fluorokomplexsalzen des Magnesiums
und des Kupfers, darauf mit einer Fällungslösung, einer Suspension von
Calciumhydroxidhochdispers. Das Verfahren hat bisher in der
Kariesprophylaxe keine größere Bedeutung
erlangt.
Weiter soll die T. eine sichere, lang anhaltende (~ 1 Jahr) Desensibilisierung
überempfindlicher Zahnhälse
bewirken.
Fluoride
http://www.humanchemie.de/
Tiefenschmerz ; engl.: deeper-lying pain;
Schmerz
| Tiefer Biss Tiefbiss, vertikaler Überbiss, vergrößerter Overbite, Angle Klasse II/1, engl.: deep bite, deep overbite; im Frontzahnbereich bestehende Störung des regelrechten Zusammenbisses: Die oberen Schneidezähne beißen mehr als 3 mm "tief" über die unteren Schneidezähne (normal 1-2 mm; siehe Abb. rechts), dabei können bei ausgeprägten Formen die unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut beißen und nicht mehr sichtbar sein. Als Ursache kommen, neben einer vererblichen Komponente ("skeletaler Tiefbiss"), ein frühzeitiger Milchzahnverlust (Verlust der Stützzone) bzw. eine Nichtanlage von Zähnen in Betracht. |
![]() oben: normaler Überbiss unten: Tiefbiss |
|
Tiefstand ; engl.: in a low level
position;
Supraokklusion
| Tiefziehverfahren engl.: deep drawing press; in der ZHK gebräuchliches Verfahren zur Herstellung von Kunststoffschienen: Eine Kunststoff-Folie ausgewählter Stärke (~ 1,5 - 4 mm) wird erwärmt und im nun plastischen Zustand über ein Gipsmodell der Zahnreihen mittels eines speziellen Geräts gepresst. Nach Erkalten und Bearbeiten kann die so gewonnene Schiene z.B. als Trägerfolie für Provisorien / Langzeitprovisorien, zur unmittelbaren Versorgung traumatisierter Zähne oder bei der Fluoridierung mittels Gel als Medikamententräger dienen. |
|
Timbuktu Methode
von Dr.Dr. Osswald (München) entwickeltes und wissenschaftlich umstrittenes "durchdachtes endodontisches Konzept",
besonders bei einem infizierten
Wurzelkanal. Der Begriff "T." stammt vom Autor dieser Methode, indem
er folgendes Statement abgab: "Man gebe mir irgendeine marktgängige Feile und
ein potentes Desinfektionsmittel und ich behandle (fast) jeden Wurzelkanal
erfolgreich, zur Not auch mitten in Timbuktu".
ausführlich
Infos:
http://www.tarzahn.de/ ;
Chlorphenol-Kampfer-Menthol, Gangränbehandlung,
Wurzelkanalbehandlung
==> Timbuktu Protokoll
(2015, Chicago, English)
Tinnitus
Hörsturz, Morbus Menière, Ohrensausen, eng.: do.; auch als non-auditorischer Tinnitus
bezeichnet, da die Geräusche häufig nur vom Betroffenen gehört werden (endogene
Schallempfindung);
wissenschaftliche Unterteilung in objektiven und subjektiven (non-auditorischer)
T. Bei der Beschreibung der Symptome werden grob die Kategorien "tonal"
(z.B. Pfeifen, Klingeln, Summen, Zirpen) und "nicht-tonal" (z.B. Rauschen,
Brummen, Surren, Knacken, Knistern, Rumpeln) unterschieden. Beide Formen können
aber auch gemeinsam auftreten.
Man vermutet, dass in vielen Fällen fehlgerichtete
Anpassungsvorgänge des Gehirns nach Hörschädigung für die quälenden Geräusche
verantwortlich sind. Ähnlich wie beim
Phantomschmerz, bei dem
Patienten Schmerzen in einem amputierten - also nicht mehr vorhandenen -
Körperglied empfinden, können Patienten selbst nach Entfernung des Innenohrs
weiterhin ein dauerndes störendes Ohrgeräusch aus dem nicht mehr
vorhandenen Ohr wahrnehmen.
Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen,
Lärmschäden, Stress, Morbus Menière (Drehschwindel) und andere organische
Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz (akutes Ereignis des "schlechter
Hörens") ist oft von einem T.
begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Mund-Kiefer-Bereich
können auslösende oder verstärkende Ursachen sein.
Als therapeutischer Ansatz gilt, dass T. durch kognitive Therapieansätze
und Retraining-Therapien auch wieder "verlernt" werden kann.
Bei einem subjektiven T. kann eine Dekompressionsbehandlung der
Kiefergelenke zur teilweisen
Rückbildung der Erkrankung führen. Entscheidend für den Erfolg ist dabei vor
allem der frühzeitige Therapiebeginn. Chronische sowie objektive
Tinnituserkrankungen scheinen nicht durch die Therapie einer bestehenden
craniomandibulären Dysfunktion positiv beeinflussbar zu sein. Bei subjektivem
T. können sich jedoch die Symptome im Rahmen einer zahnärztlichen manuellen
Funktionsdiagnostik
in ihrer Qualität verbessern.
Neue Ansätze wie "Retraining" (die Betroffenen sollen lernen, sich nicht
auf das Geräusch im Ohr zu konzentrieren, sondern sich daran zu gewöhnen und es
weniger wahrzunehmen; Entspannungs- und Hörübungen sowie ein Hörgerät, das ein
kompensierendes Rauschen überträgt, gehören zur Therapie.) und Musiktherapie
können helfen, mit dem Dauerton zu leben.
Tabelle nach M. Behr, Regensburg (in DZZ, 2009; 64 (3)):
| Objektiver Tinnitus |
Ursachen |
| Pulsierend | Carotis-Stenose, vaskuläre Anomalien, vaskuläre Tumore, Aortenstenose, andere Ursachen, welche Turbulenzen im Blutfluss bedingen |
| Muskulär oder anatomisch | Myoclonus der palatinalen Muskulatur, Spasmus des M. stapedius oder M. tensor tympani, Dysfunktion der Eustachiac-Röhre |
| Spontan | Spontane otoakustische Emissionen |
| Subjektiver Tinnitus |
Mögliche Ursachen |
| Otologisch | Lärminduzierter Hörverlust, Otosklerose, Morbus Meniere |
| Neurologisch | Schleudertrauma, Akustikusneurinom, andere Kleinhirn-Brückenwinkel-Tumore |
| Infektiös | Otitis media, Lyme-Erkrankung, Meningitis, Syphilis, andere entzündliche Erkrankungen, die das Hörvermögen beeinträchtigen |
| Medikamentös | Nebenwirkungen von Salicylaten, nichtsteroidalen Antiphlogistika, Aminoglykosiden, Schleifendiuretika, Chemotherapeutika |
| Kranio-mandibuläre | Störungen der Funktion des Kiefergelenks, tonische Kontrakturen der Kaumuskulatur, Anomalien der Bisslage |
Costen-Syndrom
http://www.tinnitus-liga.de
; Selbsttest
Akuter Tinnitus ist ein medizinischer Eilfall
Tissue engineering
"künstliches Gewebe aus dem Reagenzglas"; so liefert T. e.
z.B.: autologe Transplantate der Mundschleimhaut:
Aus einem kleinen Biopsat der Mundschleimhaut werden unter besonderen
Bedingungen autologe Transplantate
gezüchtet die nach frühestens drei Wochen weiteren
Einsatz finden. Die Anzüchtung der autologen Transplantate erfolgt mit Hilfe der
Entnahme eines vier bis acht Kubikmillimeter großen Biopsates der
Mundschleimhaut und 40 Milliliter venösem Blutes des Patienten. Mit den Methode
des T. e. gelingt die Herstellung des Transplantates in etwa drei
Wochen. In steriler Kochsalzlösung werden die Zellen in ein Gewebekulturlabor
transportiert. Das Gewebe wird desinfiziert, gewaschen und in Kulturflaschen
ausgebracht. Nach zwei Wochen werden die Kulturen auf eine Matrix aufgetragen,
die mit Gingivakerationozyten besät wird. So wachsen Gewebeverbände heran, die
bis zu 15 Quadratzentimeter groß werden können. Die Ergebnisse der autologen
Mundschleimhaut-Transplantationen werden bisher als gut beurteilt, ohne jedoch
auf Langzeituntersuchungen zurückgreifen zu können Verschiedene Untersuchungen
zeigen, dass die Differenzierung des Mundschleimhaut-Transplantates durch das
darunter liegende Bindegewebe bestimmt wird, so dass es sich den gegebenen
Bedingungen anpassen kann.
Prinzip des T. e.:

Auch neuer Kieferknochen kann mit T. e. gezüchtet werden.
Dabei läuft, vereinfacht ausgedrückt, folgendes ab: Unter
örtlicher Betäubung werden
mehrere, etwa ein Quadratzentimeter große und einen Millimeter dünne, Stücke
Knochenhaut vom eigenen Kiefer abgelöst
und mit dem eigenem Körperblut vermischt im Labor zu dreidimensionalen
Knochenchips herangezüchtet. In etwa fünf bis acht Wochen entstehen so
Fingernagelgroße "Knochenchips" mit jeweils etwa 1,5 Millionen vitaler
Knochenzellen. Mehrere dieser Chips werden dem Patienten dann eingesetzt und
verwachsen innerhalb von 4-5 Monaten sowohl miteinander, als auch mit dem
vorhandenem Kieferknochen und stimulieren zusätzlich die körpereignen
Knochenneubildung. Da es sich komplett um körpereigenes Gewebe handelt, sind zum
Einheilen ideale Vorraussetzungen gegeben. Langzeituntersuchungen zu dieser
bestechenden, aber extrem teuren "Knochenanzucht" liegen bisher noch nicht vor.
Studienergebnisse sind vielversprechend, jedoch steht der logistische Aufwand,
das enge therapeutische Zeitfenster der Transplantation und die hohen Kosten
einem routinemäßigen Einsatz in der Praxis derzeit (2010) entgegen. Es ist
weiterhin noch viel Forschungsbedarf vorhanden.
Harvest BMAC,
Knochenersatzmaterialien,
regenerative Medizin, Schleimhauttransplantat
http://www.bag.admin.ch/transplantation/00698/02594/index.html?lang=de
Titan
Ti,
engl.: titanium; Leichtmetall mit einer Dichte von 4,5 g/cm3, etwa viermal
leichter als Gold; zusätzlich im Gegensatz zu anderen Metallen mit einer
niedrigen Wärmeleitfähigkeit behaftet. 1791 entdeckt, aber erst Mitte des 20. Jhds. in der
industriellen Fertigung zu finden, da die Herstellung von technisch reinem T.cp (cp=commercial pure) wegen dessen hoher Affinität zu den Luftkomponenten Sauerstoff und Stickstoff
erst durch das Kroll-Verfahren (Reduktionsverfahren) ermöglicht wurde. T. gilt
als besonders korrosionsstabil und
weist eine hohe Biokompatibilität
auf. Ursache dafür ist die Tatsache, dass T. im Kontakt mit Luft, Wasser oder
auch Körperflüssigkeiten spontan eine Oxidschicht (
Passivschicht)
bildet und so das Grundmetall
vor jeglichen Einflüssen schützt. Selbst bei einem
Abrieb - z.B. beim Kauen - wird
diese Schutzschicht innerhalb von Millisekunden wieder regeneriert (sog.
Repassivierung). Eine Ausnahme bildet der Kontakt mit
Fluorbestandteilen aus
Prophylaxepräparaten (Zahnpasten,
Mundspüllösungen, usw.) mit
niedrigem pH-Wert, hier sind
Korrosionserscheinungen zu erwarten,
deren Auswirkungen bisher wissenschaftlich noch nicht befriedigend eingeordnet
werden können. Fest steht bisher, dass diese Korrosionen im
sauren Milieu eine oberflächliche
Aufrauung bewirken, welche der schädlichen
Plaque einen verbesserten Halt bietet.
Weiter ist bekannt, dass bei gleichzeitiger Verwendung edelmetallhaltiger
Legierungen in der
Mundhöhle T. als Anode dient
und korrodieren kann; hingegen wird T. in Verbindung mit edelmetallfreien
Legierungen zur Kathode und bleibt stabil - die Korrosion findet in solchen
Fällen zu Lasten der anderen Metalle statt.
Heute eines der
universellen Metalle in der Medizintechnik (Gelenkersatz, Herzklappen usw.). In
der ZHK Einsatz von industriell
vorgefertigten Komponenten (z.B.
Implantate) oder individuell hergestellten Zahnersatz-Komponenten mittels
Gusstechnik
oder CAD/CAM-Verfahren, wobei
die Gusstechnik signifikant höhere Härtewerte zeigt.
Allergische Reaktionen auf Ti
haben eine geschätzte Prävalenz von
0,6%, sind somit äußerst selten (s.u.).
In der Medizintechnik kommen heute aus versch. Gründen
Titanlegierungen zum Einsatz,
welche deutlich höhere Festigkeitswert aufweisen.
Um Ti in einer ansprechenden Qualität zu fertigen, sind CAD/CAM-Verfahren
erforderlich; Gussverfahren in zahntechnischen Laboratorien sind nicht
anzutreffen. Von dem Materialeinsatz her gibt es zwei Varianten:
Funkenerosion,
Implantat, Legierung,
NEM,
Passivschicht,
Tantal,
TPS-Implantat
| Titan-Trauma-Schiene TTS, engl.: titanium-trauma-splint; von der Firma Medartis, Basel, hergestelltes Produkt zur Behandlung von traumatischen Zahnverletzungen. TTS wurde in Zusammenarbeit mit der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie in Bern (CH) entwickelt für einfache, anwenderfreundliche Handhabung bei der Stabilisation reponierter oder replantierter Zähne. Im Vergleich zu herkömmlichen Schienensystemen bietet TTS viele Vorteile in Bezug auf Handhabung und Patientenkomfort. Die aus Rein-Titan bestehende, formbare Schiene wird mit Komposites an den unverletzten Nachbarzähnen befestigt. |
![]() |
Titer
in der Medizin; weitestgehende Verdünnung eines Stoffes (z.B.
Antigen, Antikörper, Virus) bei dem
noch eine Reaktion nachweisbar ist. Gilt als ein Zeichen der Immunität.
TMD
1.) TMJD, TemporoMandibuläre Dysfunktion (= Schläfenbein-Unterkiefer Störungen),
Kiefergelenks-Funktionsstörung, engl.:
temporomandibular dysfunktion; Oberbegriff, der verschiedene klinische
Probleme des Kiefergelenks, der
Kaumuskulatur sowie der umgebenden Strukturen
umfasst.
pharmakologisch: TagesMaximalDosis.
Schmerzen und Geräusche im und um das Kiefergelenk sowie eingeschränkte
Mundöffnung sind
typische Zeichen der TMD; Einteilung in Muskel/Sehnenschmerz, akuter
Gelenkschmerz und Arthritis/Arthrose. Frauen zwischen 18 u. 40 Jahren stellen
den Hauptanteil an "TMD-Patienten".
Untersuchungen belegen, dass es sich bei der TMD um
ein vielfältiges Geschehen handelt: Stress,
parafunktionelle Aktivität, Trauma,
okklusale Störungen sowie die individuelle
Fähigkeit des Patienten zur Adaption werden als ursächlich diskutiert.
Unklarheit besteht jedoch nach wie vor darüber, welche Rolle die einzelnen
Faktoren für die Ausbildung des Krankheitsbildes spielen - entsprechend
vielfältig sind auch entsprechende Therapien, die bisher insgesamt wenig
Evidenz aufweisen. Dabei
besteht heute (2004) z.T. die Meinung, dass der Einfluss der
Okklusion auf typische TMD-Beschwerden
weit größer ist als bislang angenommen, und dass sich bei betroffenen Patienten
eine Schienenvorbehandlung (
Aufbiss-Schiene) für die Abschätzung therapeutischer Erfolge gut eignet;
Einschleifmaßnahmen bringen
dagegen häufig nicht den gewünschten Erfolg. Andere Untersuchungen zeigen das
direkte Gegenteil: Dass es nämlich keinen signifikanten Zusammenhang zwischen
TMD und Freiendlücken bis hin
zum Fehlen aller Backenzähne und Schmerzen in der Kiefergelenksregion gibt.
Insbesondere bei chronischen Krankheitsverläufen gewinnt die Physiotherapie
mit ihrer Möglichkeit zur einfachen häuslichen Mitarbeit durch den Patienten
zunehmend an Bedeutung und gilt inzwischen als 1. Wahl. Ziel der häuslich
auszuführenden Übungen ist es, den Muskeltonus zu reduzieren und die Mobilität
zu verbessern. Der Patient wird dabei u.a. zur gelenkschonenden
Verhaltenstherapie angeleitet:
Parafunktionelle Aktivitäten und Habits
sollen bewusst wahrgenommen werden, so dass aktiv an der Entspannung der
Gelenkstrukturen mitgearbeitet werden kann.
kognitive
Verhaltenstherapie
Während für die medikamentöse Therapie der Gelenksschmerzen zahlreiche bewährte
Wirkstoffe aus der Gruppe der
nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) und Antidepressiva zur Verfügung stehen, sind diese bei
den wesentlich häufigeren Myalgien
unwirksam. Muskelrelaxanzien sind zwar wirksam, weisen aber teilweise
unerwünschte Wirkungen auf (Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit,
Suchtpotential). Der neue Wirkstoff Flupirtin (Handelsname: Katadolon®)
lässt sich keiner bekannten Substanzklasse zuordnen und hat einen anderen
Mechanismus als die NSARs: Es ist ein zentral wirksamer Kaliumkanalöffner, der
die Erregungsweiterleitung an Schmerz verarbeitenden Nervenzellen hemmt.
Zusätzlich zu seiner analgetischen Komponente hat Flupirtin muskelrelaxierende
Effekte.
Ein weiterer Behandlungsansatz besteht in einer kognitiven Verhaltenstherapie.
Eine groß angelegte Feldstudie in Pommern zwischen 1997 u. 2006 („Study of Health in Pomerania“ (SHIP))
konnte keinen Beleg dafür erbringen, dass Menschen mit
Zahnfehlstellungen ein erhöhtes Risiko haben, auch Kiefer- und Gesichtsschmerzen
zu bekommen. Anders verhielt es sich mit den Merkmalen Schulbildung und
Geschlecht. Hier ließ sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen diesen Faktoren
und dem Auftreten von Kiefergelenksymptomen beobachten. Gut Ausgebildete leiden
doppelt so häufig und Frauen 1,5-mal häufiger an TMD als die
übrige Bevölkerung. Auf der anderen Seite – auch das ein Ergebnis der Studie –
gibt es sogar Zahnfehlstellungen, die das TMD-Risiko senken können: Eine lückige
Zahnstellung ohne Zahnverlust, aber auch das
Zähneknirschen erweisen sich als
Faktoren, die weniger häufig mit Kiefergelenkproblemen verbunden sind.
2.) Abk. von Tages-Maximal-Dosis (Menge eines
Stoffes/Pharmakons), der täglich
verabreicht werden darf.
Analgetika,
Äquilibrierungsschiene, CMD, Funktionsanalyse,
Helkimo-Index (Mobilitätsindex),
Kiefergelenkbeschwerden,
kognitive
Verhaltenstherapie,
Myoarthropathien,
Okklusion
TMJ ; TemporoMandibular Joint, engl. Abk. für
Kiefergelenk
TMJ Artikulator
nicht-anatomischer Artikulator, einer der bekanntesten, volljustierbaren
Artikulatoren nach dem Prinzip der
Gravierung der Unterkieferbewegungen mittels
intraoraler
Stützstiftregistrierung.
Weiter ist die Schneidezahnführung individuell ausformbar.
Artikulator
TMJD , temporomandibuläre Dysfunktion, Abkürzung
von "temporomandibular muscle and joint disorder";
TMD
TMS-Stiftchen
; TMS-Schräubchen, (TMS = THREAD MATE SYSTEM), engl.: TMS®
LINK Series® (parapulpal pin);
parapulpäre Schrauben ;
http://www.coltene.com/download.php?file_id=4153
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Autor:
Dr. Klaus de Cassan
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