ulrike schüler malerei

zu meiner malerei

Meine Leinwandbilder sind der jeweilig vorläufige Schlusspunkt eines Bildfindungsprozesses, an dessen Anfang ein Gefühl oder eine Beobachtung steht. Es sind Beobachtungen von Spannungen, Störungen und Ungleich- gewichten, nicht selten auch Verwunderung über gegenwärtige gesellschaftlich bedingte Zustände, aus denen ich die inhaltlichen Impulse zu meinen Arbeiten schöpfe.

Der Bildfindungsprozess kann sich über Wochen und Monate erstrecken. Mit dem jeweiligen Ziel im Hinterkopf, sammle und archiviere ich das notwendige Bildmaterial, sichte es und untersuche es auf seine Verwertbarkeit hinsichtlich des Bildprojektes. Dabei bediene ich mich des schier grenzenlosen Bilderpools aus Film-, Fernseh-, Zeitungs- und Internetbildern, Werbe- und Verpackungsbildern. Was ich nicht finde, wird selbst gemacht: selbst inszenierte Fotografien und zeichnerische Detailstudien, die mir z.B. bei der Untersuchung einer erforderlichen Körperhaltung helfen. Ich erforsche Räumlichkeiten, Licht- und Oberflächeneigenschaften von Dingen, Farben, Formen oder Strichstärken, die das ausdrücken, was nach meiner Vorstellung auszudrücken ist.

Im eigentlichen Malprozess, den auch die ausführlichsten Vorstudien nicht vorwegnehmen können, verknüpfe ich die verschiedensten Techniken: freie, expressive und malerische Techniken stehen neben zeichnerischer Genauigkeit. Striche können Körperlichkeit vortäuschen, ihren Platz einnehmen oder ganz sie selber sein. Das "Kleinkarierte" ist die Verbindung von Horizontale und Vertikale und damit eine ebenso malerisch-grafische wie auch "sprichwörtliche" Aussage. Trotz bis ins Detail geplanter Vorarbeiten ist es mir wichtig, dass die Malerei ein Wagnis bleibt, das sich bis zum Schluss noch völlig unerwarteten malerischen Lösungen öffnen kann.

"Die Gemälde von Ulrike Schüler lösen Befremden aus und geben dem Betrachter Rätsel auf. Mit dem Mut und der Geduld in ihre oft "buchstäblich" wenn nicht gar sprichwörtlich gemeinte Bildsprache einzutauchen, erschließen sie sich - nach und nach. Dabei entführen sie in jene offensichtliche Fremde, in der die (vermeintlich) vertraute Benutzeroberfläche unserer Lebenswelt zu einer ebenso abenteuerlichen wie absurden Offenbarung werden kann."
Cornelia Kleÿboldt, M.A.

©Ulrike Schüler