Siehe auch: Familienforschung Bunk
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Familienforschung Pfeifenberger
Die fränkischen
Der Familienname Pfeifenberger bzw. Pfeiffenberger ist nicht besonders häufig in Deutschland. Eine Telefonbuchabfrage ergibt ca. 200 Einträge, wobei die Doppel-f-Schreibung überwiegt. Die hier vorgestellte Forschung erlaubt es, den "fränkischen Zweig" der Pfeifenberger, der seit der Mitte des 18. Jahrhunderts besteht, bis in die Gegenwart zu durchleuchten und eine Reihe von Lebenswegen nachzuvollziehen. Regionen in Deutschland, in denen der Name Pfeifenberger häufiger vorkommt, lassen sich durch die vielfältige Mobilität im 20. Jahrhundert heute nur noch schwer erkennen. Relativ häufig kommt der Name in Württemberg vor (Stuttgart), aber auch in Norddeutschland, in München und bei Augsburg, in Nordrhein-Westfalen sowie eben in Franken. Befragt man die genealogische Datenbank der Mormonen http://www.familysearch.org, die als größte ihrer Art gilt, so lassen sich drei historische Zentren festmachen, an denen die Pfeif(f)enberger in Deutschland zahlreich nachzuweisen sind:
Insgesamt sind in diesen Regionen mehrere hundert Personen mit dem Familiennamen Pfeif(f)enberger bis ins späte 19. Jahrhundert belegt. Der älteste Eintrag für den Namen Pfeifenberger auf deutschem Territorium in dieser Datenbank bezieht sich auf eine evangelische Familie in Kirchheim/Teck, Württemberg aus dem Jahr 1674. Der ab ca.1750 nachzuweisende "fränkische Zweig" der Pfeifenberger fand sich dagegen überhaupt nicht. .
Es gilt unter Familienforschern als gesichert, dass die Pfeifenberger aus Österreich stammen. Der Name kommt dort häufig vor. Im 17. und 18. Jahrhundert mussten viele Österreicher lutherischen Glaubens das Land verlassen, wenn sie nicht zurück in die katholische Kirche wollten. Sie wurden "Exulanten" genannt und fanden Aufnahme in verschiedenen, vom 30-jährigen Krieg stark entvölkerten deutschen Territorien, beispielsweise in Franken, aber auch in Preußen. Ein Nachweis der Ansässigmachung einer aus Österreich stammenden evangelischen Person namens Pfeiffenberger liegt lediglich für Ostpreußen 1732 vor (Quelle: Vereinigung der Nachkommen salzburgischer Emigranten). Als Scheibweisenvariante ist auch "Pfaffenberger" möglich.
Zu diesem Zweig der Pfeifenberger sei auf die Forschungen von Frau Angelika Pfeifenberger verwiesen. Diese beziehen sich auf Personen im nordwest- und mitteldeutschen Raum (Ruhrgebiet, Harz, Berlin...), mit vermutlicher Herkunft aus Ostpreußen. Kontakt mit Frau Pfeifenberger kann unter IBSBAUGMBH@aol.com aufgenommen werden. Katholisch oder evangelisch? Befremdlich und der Exulanten-These widersprechend ist, dass sich die allermeisten frühen Nachweise der Pfeifenberger in Deutschland (jedenfalls der Datenbank der Mormonen zufolge) auf katholische Personen beziehen. Dies kann daran liegen, dass es sich um österreichische Gewerbetreibende handelte, die sich dauerhaft in Süddeutschland niederliesen. Berufe sind aus dieser frühen Zeit (in der Datenbank der Mormonen) nicht überliefert, es könnte sich jedoch um Viehschneider handeln (auch „Sauschneider“ genannt, die das Kastrieren landwirtschaftlicher Nutztiere vornahmen). Diese kamen meist aus dem salzburgischen Lungau, eine Gegend, in der Name Pfeifenberger relativ häufig vorkommt. Die fränkischen Pfeifenberger Die Annahme, dass der Name durch österreichische Glaubensflüchtlinge nach Franken kam, konnte bislang nicht durch Forschungen belegt werden. Ein evangelischer Urahn aus Östereich, der sich hier niederließ, ist noch nicht gefunden. Nach gegenwärtigem Forschungsstand ist die Herkunft komplizierter, da der Ursprung offenbar nicht in einer einzigen Familie liegt. Derzeit sind drei unterschiedliche Linien ersichtlich
Namensvariante Pfaffenberger? Durch die Forschungen von Frau Anneliese Uckele wurden auch (evangelische) Pfaffenberger im oberfränkischen Raum (vor allem Mistelgau, Bayreuth und vielen anderen Orten) schon ab 1540, also vor den religiös motivierten Vertreibungen aus Österreich, nachgewiesen. Beim den Recherchen in den Kirchenbüchern konnte bislang jedoch kein solcher Namensübergang von Pfaffenberger nach Pfeiffenberger festgetellt werden. Dennoch kann dies vor allem bei Johann Michael Pfeifenberger bzw. seinen Vorfahren nicht ausgeschlossen werden. Die Schreibweise mit "f" oder "ff" ist vor Beginn des 20.Jhdts. sehr willkürlich und ändert sich z.T. innerhalb eines einzigen Dokuments. Aus Sicht der Familienforschung ist sie ohne Belang.
Stein bei Nürnberg Der im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert sehr zahlreiche "(mittel-)fränkische Zweig" der Pfeifenberger ist eng mit Stein bei Nürnberg verbunden. Dieser Ort westlich von Nürnberg war mit seinen Mühlen ein kleines Zentrum frühindustrieller Entwicklung und wurde bald danach durch die Bleistiftindustrie bekannt. Dort heiratet am 6. November 1773 der "angehende Glasschleifer" Johann Paulus Pfeiffenberger eine Susanna Justina Farrnbacher. Diese Ehe ist der Ausgangspunkt der "mittelfränkischen Pfeifenberger". Alle heute bekannten Pfeif(f)enberger aus dieser Region stammen von diesem Paar ab. Bevor Johann Paulus endgültig in Stein blieb, hat er sich noch einige Jahre im Bibertgrund (Weinzierlein und Neuses bei Roßtal - wo ebenfalls Mühlen waren) aufgehalten. Dort sind auch zwei seiner Kinder geboren. Der Vater des Johann Paulus Pfeiffenberger ist der oben schon erwähnte Johann Michael: er heiratete als Witwer 1748 und erneut 1751 in Dietenhofen bei Ansbach. Aus der letzten Ehe mit der Tochter eines "Hutmanns" (Hirten) aus Oberfeldbrecht bei Neuhof/Zenn) stammt der 1752 geborene Johann Paulus, der als "ehelich einziger Sohn aus 4. Ehe" bezeichnet wird. Der Beerdigungseintrag im Kirchenbuch Dietenhofen:
Er stand im Dienst des "hochfürstlich brandenburgisch-bayreuthischen Landesausschuss". Eine andere Berufsbezeichnung lautet "Feldwebel und Exequitor" (auch Execurier oder Exsequiser, die Bedeutung dieses Begriffs konnte bislang auch von Experten nicht erschlossen werden). Die Altersangabe darf nicht wörtlich genommen werden, sie besagt lediglich, dass es sich um einen bereits älteren Mann handelt. Einem späteren Kirchenbucheintrag zufolge stand er im Dienst des „hochfürstlich brandenburgisch-bayreuthischen Landesausschuss“. Eine andere Berufsbezeichnung lautet „Feldwebel und Exequitor“ (auch Execurier oder Exsequiser, eine kaum bekannte Berufsbezeichnung, die mit "Vollstreckungsbeamter" übersetzt wird. - Vollstreckung von Körperstrafen?). Die Altersangabe muss bezweifelt werden. Aus dem oben schon erwähnten Kirchenbucheintrag der Bayreuther Pfarrei St. Georgen von 1720 geht hervor, dass ein um 1693 geborener Johann Michael Pfeiffenberger heiratet. Beruf: Grenadier, also ein Militär. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um den später in der Bayreuthischen Besitzung Dietenhofen ansässigen namensgleichen „Feldwebel“ des Landesausschuss (einer Hilfsarmee von geringer Bedeutung) handelt. Warum sich sein einziger Sohn schließlich in Stein als Industriearbeiter niederlässt, ist unklar.
Die Pfeifenberger gehören dem frühen Proletariat an, sie sind
Glasschleifer, einer ist Flussfischer, ein anderer Gipsbrenner (Gips benötigte man zum
Befestigen der Glasscheiben beim Schleifen), später vor allem Bleistiftarbeiter. Einer
ist Flurwächter und kann sich sogar ein kleines Häuschen kaufen. Man betreibt
Flickschusterei und ist vor allem völlig verarmt. Aus diesem Grund kommt es
teilweise zur Verweigerung der damals obligatorischen Heiratserlaubnisse. Die Ehepartner
stammen ebenfalls aus Arbeiter- und Handwerksfamilien. Durch Heirat geht eine
Vorfahrenlinie auf die Nürnberger Stadtschützen zurück, die bis zum Ende des 18. Jhdts.
eine geschlossene, außerhalb der Stadtgesellschaft
stehende Gruppe bildeten (Quelle:
Stadtlexikon Nürnberg) und auch meist unter sich heirateten. Akademische Ausbildungen sind erst im späteren 20. Jahrhundert bekannt. Die meisten Pfeifenberger - die Schreibweise mit einfachem f wird hier nun üblich - bleiben in Stein und der näheren Umgebung. Allein im Adressbuch von 1933 finden sich in Stein knapp 20 Haushalte mit ihrem Namen. Heute hat sich die Zahl der Namensträger vor allem in Stein stark reduziert. Zahlreiche Nachkommen der Pfeifenberger leben aber in der Region und darüber hinaus: beispielsweise in Ansbach, Bamberg, Würzburg, Erlangen, Saarbrücken, München.
Quellen Zur Klärung der einzelnen Abstammungslinien und um die "fränkischen Pfeifenberger" möglichst komplett zu erfassen, wurden die Kirchenbücher folgender Pfarreien ausgewertet: Zirndorf (zu dieser Pfarrei gehörte Stein bis 1861), Viele Hinweise zur Rekonstruktion von Lebensumständen fanden sich im Staatsarchiv Nürnberg, Bestand Bezirksämter Nürnberg und Schwabach sowie Geuder-Rabensteiner-Archiv. Konsultiert wurde auch das Stadtarchiv Fürth und das Brenner-Archiv in Ansbach. Außerdem konnte im nicht öffentlich zugänglichen Archiv der Geuder-Heroldsberg dank dem freundlichen Entgegenkommen der Familie Brunel-Geuder nachgeforscht werden. Die Lebensdaten von ca. 320 Personen sind über http://gedbas.genealogy.net abrufbar. Sie sind auch im Archiv der GFF vorhanden. Zu vielen dieser Personen gibt es zum Teil umfangreiche Zusatzinformationen. Eine Lebensbeschreibung des Fürther Metallschlägers und Flurwächters Konrad Nikolaus Pfeifenberger steht zum Download hier.
Kontakt Das hier Dargelegte gibt den aktuellen Stand meiner Forschungen
wieder. Alle Hinweise und Kontakte, die weitere Aufschlüsse geben oder falsche
Erkenntnisse berichtigen helfen, sind mir willkommen. Vor allem liegt mir an der Klärung
der Herkunft des Feldwebels Johann Michael Pfeifenberger. Eine vorläufige, 1997 verfasste Niederschrift meiner Forschungen befindet sich im Archiv der GFF. Sie ist allerdings aufgrund neuer Ergebnisse stark überarbeitungsbedürftig. An einer Aktualisierung arbeite ich. Zusammenfassungen über die Pfeifenberger der "Ansbacher Linie" und der "Fürther Linie" sind auf dem aktuellen Stand und können bei mir angefordert werden.
Arno Pfeifenberger
Um familiengeschichtliche Anfragen zu erleichtern, gibt diese Liste Familiennamen der Ehepartner und das Jahr der Heirat wieder (aus Datenschutzgründen nur bis Mitte des 20. Jahrhunderts)
Arnsberger 1862 Baumeister 1931 Conner (USA) 1947 Dabek 1922 Engelhardt 1883 Farrnbacher 1773 Glockner 1923 Häberlein 1864 Käfer 1914 Langfritz ca. 1930 ? Macher 1921 Neusinger 1804 Pfeiffer 1869 Ran (Rau?) Schaller 1921 Wieder 1748 Ziegler 1884
letzte Aktualisierung: März 2012 |